Neuordnung der Diözesen und der Seelsorge

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Cicero
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Neuordnung der Diözesen und der Seelsorge

Beitrag von Cicero » Donnerstag 8. Juli 2004, 12:05

Weil es gerade bei uns mal wieder ein Thema ist.
Im Erzbistum Paderborn werden Gemeinden zu Pastoralverbünden zusammengefaßt, behalten aber ihren Charakter als Pfarrgemeinde.
Ein Priester leitet den Verbund, die anderen Priester und die Hauptamtlichen Laien bilden ein Pastoralteam.
Aufgaben werden den örtlichen Gegebenheiten entsprechend verteilt.

Mehr dazu: Grundstatut für Pastoralverbünde

Einige denken schon weiter, da wird über sogenannte pastorale Räume nachgedacht, die dann eine Großstadt wie z.B. Bremen insgesamt als einen patoralen Raum erfaßt. Die Priester werden dann für den ganzen Raum eingesetzt.

Für den einzelnen wird so ein Gebilde immer unüberschaubarer.
Daher orientieren sich schon jetzt viele zu -ich nenne es mal so- geistlichen Zentren wie Klöstern, geistlichen Gemeinschaften oder ähnlichem.
Der eigenen (kirchenrechtlich zuständigen) Pfarrei sind sie nach einiger Zeit entfremdet, wenn nicht sogar die Hinwendung z.B. zu einem Kloster schon aus Gründen der Entfremdung erfolgt.
Nachvollziehen kann ich eine solche Entfremdung recht gut. Darf es doch in der Gemeinde allzu oft nicht "zu fromm" sein. Wirkliche geistliche Anleigen werden nicht ernst genommen und wer unter der Woche noch in eine oder (*Pfui*) mehrere Werktagsmessen geht, muß offensichtlich ein Problem haben. (Alte Frauen ausgenommen, die dürfen das)

Wer im PGR nicht gegen den Papst ist und ein gutes Haar am Bischof läßt hat nur zu oft schon von Anfang an verloren. Sentire cum ecclesia - häh?

Wird das größer werdenden pastoralen Räumen eher schlimmer?

Oder liegt die Zukunft der Kirche wirklich in kleinen geistlichen Zentren?

Edith
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Beitrag von Edith » Donnerstag 8. Juli 2004, 14:00

ich bin da glasklar für geistliche Zentren.... weiß aber, daß ich mich da bei
Bischofs enorm unbeliebt mache.....
Dieses flächendeckende Ideal funktioniert nämlich leider gar nicht.

was mich aber nicht abhält, meine Tankstelle in geistlichen Zentren gefunden zu haben.

max72
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Beitrag von max72 » Donnerstag 8. Juli 2004, 14:18

Edith hat geschrieben:ich bin da glasklar für geistliche Zentren.... weiß aber, daß ich mich da bei
Bischofs enorm unbeliebt mache.....
Dieses flächendeckende Ideal funktioniert nämlich leider gar nicht.

was mich aber nicht abhält, meine Tankstelle in geistlichen Zentren gefunden zu haben.
Geht mir auch so. Liegt es aber nicht auch daran, dass man in "geistlichen Zentren" oft eine ganz andere Form der Religiositaet vorfindet als in einer Gemeinde? Vielleicht zieht eben auch das an?

Ansonsten, es muss nicht nur schlecht sein Pastoralverbuende zu haben. Vorrausgesetzt es ist nicht nur ein Priester fuer all die Gemeinden. Aber wenn wes mehrere sind, koennen die sich Aufgaben teilen, der eine ist faehiger fuer Jugendarbeit, der andere fuer etwas anderes, etc etc...
Gruss

Max

Cicero
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Beitrag von Cicero » Donnerstag 8. Juli 2004, 15:35

Edith hat geschrieben: was mich aber nicht abhält, meine Tankstelle in geistlichen Zentren gefunden zu haben.
Ich hatte mich ganz bewußt für die Pfarrgemeinde entschieden.
Vor drei Jahren habe ich mich dann durchgerungen, auch für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren.
Engagement in der Firmpastoral, Einsatz für junge Erwachsene und junge Familien hatte ich mir als persönliche Schwerpunkte gesetzt.
Dies aus wohlerwogenem Grunde, da in unserer Gemeinde nur die Senioren im Blickfeld des Pfarrers stehen. So weit so gut.

Nach 3/4 der Zeit bleibt im Rückblick nur, daß ich mich eigentlich für nichts und wieder nichts aufgerieben habe.

Eine Tankstelle ist das sicher nicht.
Eher reine Energieverschwendung?

Edith
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Beitrag von Edith » Donnerstag 8. Juli 2004, 19:02

Cicero hat geschrieben: Nach 3/4 der Zeit bleibt im Rückblick nur, daß ich mich eigentlich für nichts und wieder nichts aufgerieben habe.

Eine Tankstelle ist das sicher nicht.
Eher reine Energieverschwendung?
da Du nicht der erste bist, der mir das erzählt, kann ich nur sagen... daß ich aus den Erfahrungen anderer heraus, den Veruch gar nicht erst machte.
Ich brauche eine Tankstelle, sonst fährt der Wagen nicht.
Und er fährt dann auch nicht richtung "Christus hinaustragen".
Wo nix drin is, kann nix raus.

Hausfrauenlogik.
[schild=8 fontcolor=000000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1]bekennender Klosterkirchgänger[/schild]

Petra
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Beitrag von Petra » Donnerstag 8. Juli 2004, 19:12

Ist es eigentlich so, dass man in "geistlichen Zentren" auch zur Mitarbeit aufgefordert wird, oder kann man da spirituell auftanken ohne irgendeine Gegenleistung?

Edith
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Beitrag von Edith » Donnerstag 8. Juli 2004, 19:31

Petra hat geschrieben:Ist es eigentlich so, dass man in "geistlichen Zentren" auch zur Mitarbeit aufgefordert wird, oder kann man da spirituell auftanken ohne irgendeine Gegenleistung?
was für eine "Gegenleistung"?
Und.. wofür?
Da treffen sich Ordensleute und Laien um gemeinsam Liturgie zu feiern.
Punkt.

Ich bekomme ja nix... Gott bekommt was... von allen.... und Gott beschenkt uns mit seiner Gegenwart... nach seinem Maß und Willen.

Ohne jetzt jemanden zu nahe treten zu wollen: da gehts ums Wesentliche.... nicht um die Pille, Zölibat oder Frauenpriestertum. Dinge... die mich in meiner Gottesbeziehung alle nicht weiterbringen.....

Petra
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Beitrag von Petra » Donnerstag 8. Juli 2004, 19:52

Fahrdienst zu den GDs, Kirchenputz- und renovierung, Pfarrgartenarbeiten, Besuchsdienste für Kranke, Senioren oder Neuhinzugezogene, Hilfen für Bedürftige (Umzug, Möbel, Klamotten o.ä.), Spendensammlungen von Haus zu Haus, Sternsinger-Begleiter, Verantwortungsträger und Köche bei Kinderfreizeiten, Hilfen bei Seniorenfahrten, Programm bei Seniorennachmittagen, Pfarrblattmitarbeit, Kommunion-und Firmvorbereitung, Organisation und Mithilfe bei Kirchweih, Kinderfesten o.ä., Erwachsenenbildung, Liturgisches (KinderGd, Weltgebetstag der Frauen ect.), Pressemitteilungen, Lektoren, Musikalisches ...... was vergessen? ...... aahh! PGR und Verwaltungsrat natürlich. ;)

"Gegenleistung" war der falsche Ausdruck. Es ging mir hauptsächlich um die Diakonie, die jede Ansammlung von Christen nach Außen abstrahlen sollte. Andere oben aufgeführte Hilfen sind zum Funzen einer Ortsgemeinde aber auch nötig. ;)

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Donnerstag 8. Juli 2004, 21:34

Bei uns in Frankfurt sind jeweils mehrere Gemeinden zu einem pastoralen Raum zusammengeschlossen, die irgendwann mal von einem einzigen Pfarrer betreut werden.
Ich halte den pastoralen Raum einerseits für eine große Chance, etwas von dem Mief in den Gemeinden rauszuschütteln; andererseits befürchte ich, dass das Zusammenwachsen vor allem auf dem Papier entwickelt wird und das Gros der Gemeindemitglieder völlig desinteressiert an der Entwicklung. Es könnte eine Chance sein ...

Ich hab ja hier schon in mehreren Beiträgen geschrieben, dass ich die bis jetzt bestehende Gemeindeform für ein Auslaufmodell halte ... bin also für jede Chance einer Neuentwicklung empfänglich.

Aber die Ausschüsse ... und die PGR's ...und die Ämterchens-Wirtschaft ...und der Kampf um Pfründe ...

Kurzum - mehr Spiritualiät wär gut und ein größeres Blickfeld auch. Weg mit der Fixierung auf den eigenen Dunstkreis ...

Somit hat der pastorale Raum, der ja aus einer Notsituation entstanden ist, etwas sehr Gutes ...

Geronimo

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Donnerstag 8. Juli 2004, 22:08

Edith hat geschrieben:ich bin da glasklar für geistliche Zentren.... weiß aber, daß ich mich da bei
Bischofs enorm unbeliebt mache.....
Dieses flächendeckende Ideal funktioniert nämlich leider gar nicht.

was mich aber nicht abhält, meine Tankstelle in geistlichen Zentren gefunden zu haben.
In unserem Bistum wird auch viel von geistlichen Zentren gesprochen - auch von den Bistumsverantwortlichen.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Bernd
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Beitrag von Bernd » Freitag 9. Juli 2004, 07:10

Cicero hat geschrieben: Engagement in der Firmpastoral, Einsatz für junge Erwachsene und junge Familien ...
Nach 3/4 der Zeit bleibt im Rückblick nur, daß ich mich eigentlich für nichts und wieder nichts aufgerieben habe.
Wie kannst Du da so sicher sein?
Keiner Deiner Firmlinge ist also Jesus begegnet?
Woher weißt Du das? Hast Du sie gefragt (also Jesus und die Firmlinge)?

Cicero
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Beitrag von Cicero » Freitag 9. Juli 2004, 08:43

Bernd hat geschrieben:
Cicero hat geschrieben: Engagement in der Firmpastoral, Einsatz für junge Erwachsene und junge Familien ...
Nach 3/4 der Zeit bleibt im Rückblick nur, daß ich mich eigentlich für nichts und wieder nichts aufgerieben habe.
Wie kannst Du da so sicher sein?
Keiner Deiner Firmlinge ist also Jesus begegnet?
Woher weißt Du das? Hast Du sie gefragt (also Jesus und die Firmlinge)?
Sicher bin ich mir gar nicht und ich weiß auch, daß die Inkubationszeit von Katechese manchmal Jahre beträgt.
Da hast Du sicher recht. Auf die Firmbewerber und Familien hatte ich das auch gar nicht bezogen.
Lähmend ist dieser ständige Kampf gegen:

Aber bitte nicht zu fromm, ...
Du kannst die doch nicht religiös überfrachten...
Das kann doch von denen nicht verlangen...
Also iiich hätte keine Lust den ganzen Tag mit meiner Familie im Pfarrheim rumzuhänge und so'n Sch*** zu machen....

Alles Aussagen von anderen PGR - Mitgliedern.
Das meinte ich mit aufreiben. Aber auch, daß ich das untrügliche Gefühl habe, daß der Pfarrer nicht dahinter steht. Bloß´nichts machen, was mehr Arbeit macht, schließlich beginnt am Sonntag um 11:00 Uhr der Pastorensonntag (bis Montag abend frei) ...

Dazu kommt, daß die Teilnehmerzahlen sehr gering sind, was mir nichts ausmacht, denn ein kleiner Kreis ist zumeist viel intensiver. Es gibt aber immer noch die Tendenz Seelsorge als Zählsorge zu betrachten.
Der Spruch: "Da kommt ja eh' keiner." Löst bei mir mittlerweile allergische Reaktionen aus.

@Geronimo
Ich sehe in größeren Pastoralen Räumen auch eine Chance, denn genau der Gemeindemief ist es der nur zu oft die Flamme auslöscht.

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Poldi
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Strukturveränderungen in der Kirche

Beitrag von Poldi » Freitag 9. Juli 2004, 14:00

Ich lebe in Berlin und bin seit gut einer Woche zwangsweise Mitglied einer neuen Pfarrgemeinde geworden, nachdem der Erzbischof drei Gemeinden zu einer einzigen neuen "Großgemeinde" zusammengelegt hat. "Zwangsweise" meine ich in dem Sinn, dass hier der Anlass für die Strukturreform von außen kam und es so allen Gemeindemitglieder schwer macht, das innerlich mitzuvollziehen.

Es ist zwar alles geregelt (neuer Pfarrer und Kaplan, pastorale Mitarbeiter, Kirchenverwaltung, ...), der Findungsprozess, jetzt mit zwei anderen Gemeinden eine neue, in allem gleichberechtigte und gleichgeachtet "Pfarrfamilie" zu bilden, ist bisher schlichtweg verschleppt worden.

Die häufigste Frage/Sorge in allen Gemeinden ist, was von den gemeindlichen Aktivitäten, Gruppen und Gewohnheiten in der neuen Großgemeinde erhalten bleiben wird (und zwar nach wie vor möglichst autonom). Die Gottesdienstorte bleiben vorerst alle erhalten, ebenso die Gemeinderäume bei den bisherigen Pfarrkirchen. Alles spricht dafür, dass sich viele Mitglieder rein lokal an die gewohnten Orte binden und sich nur schwer bewegen lassen, ähnliche Angebote an einem anderen Veranstaltungsort der Pfarrei zu besuchen.

Es gibt auch hier in Berlin "Zentren" für verschiedene Zielgruppen und Interessen. Diese bilden sich aber meist heraus, ohne dass sie gezielt eingerichtet werden (wo einem der GD gefällt, man im Chor mitsingt oder die Kinder in die Sakramentenvorbereitung schickt). Das sind dann spezifische Angebote der Kirche, die ohne die Struktur "Pfarrei" nicht möglich wären - im Sinne der Grundversorgung.

Und das ist für mich der Punkt, darüber nachzuenken, was denn zur "Grundversorgung" gehört, die die Kirche zu leisten oder anzubieten hat. Dazu gehört für mich auch die Frage, wie die Mitglieder der Gemeinde in diese Aufgabe einbezogen werden müssen, damit die Kirche ihre drei wesentlichen Pflichten "Liturgie", "Diakonie" und "Glaubenszeugnis" erfüllen kann. In welcher Form dann Pfarreien oder Pastoralverbund organisiert sind, ist dann eine nachgeordnete Frage.

Poldi

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Poldi
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In einer Pfarrei mehr als nur die Struktur sehen

Beitrag von Poldi » Freitag 9. Juli 2004, 14:25

Cicero hat geschrieben:Wird das größer werdenden pastoralen Räumen eher schlimmer?

Oder liegt die Zukunft der Kirche wirklich in kleinen geistlichen Zentren?
Wie ich oben schrieb, stellt die Schaffung der neuen Großpfarrei viele Gemeindemitglieder vor große Probleme, das zu akzeptieren.

Es ist also die Versuchung da, vieles zu verdoppeln und mehrfach anzubieten. Wenn man da über den eigenen Schatten springt und auch etwas Mobilität bzw. Flexibilität mitbringt, könnte man einen großeren Pastoralverbund effektiver ausnutzen.

Es spricht aber auch nichts dagegen, dass man neben der Pfarrei/dem Verbund spezifische Angebote für besondere Zielgruppen nutzt, je nach Vorlieben. Dazu kann dann z.B. auch ein eigens profiliertes Angebot eines Klosters, einer Gemeinschaft oder eine anderen Pfarrei zählen.

Wenn Pfarreien oder Pfarrverbünde größer werden, kommt es halt auch auf die richtige Kommunikation an, da muss eine Vernetzung stattfinden, damit die Distanz zwischen den Mitgliedern nicht größer wird.

Eine solche Form der Vernetzung könnten Haus- oder Apostolatskreise sein. Auch die Gremien einer Pfarrei sollten so eine Vernetzung ermöglichen, wenn sie nicht nur auf sich selbst schauen. Wenn die Zahl der Hauptamtlichen sinkt, sind die Ehrenamtlichen als Multiplikatoren gefragt, die aber selbst wieder motiviert und begleitet werden müssen. Vielleicht ist das eine besondere Herausforderung für die Priester einer modernen Gemeinde.

Pfarrei findet ja nicht in erster Linie in den Gremien statt, sie sollen das gemeindliche Leben ja fördern und unterstützen. In der Gemeinde muss das Bewußtsein wachsen, dass die o.g. Grundvollzüge der Kirche "Liturgie", "Diakonie" und "Glaubenszeugnis" sich auch dort wiederfinden müssen. Vielleicht sinkt dann auch der Frust bei Gemeindemitglieder, wenn sie den Eindruck haben, sich nicht nur für Strukturen zu engagieren, sondern einen wirklichen Beitrag für den Aufbau der Gemeinde (der Kirche) leisten.

Poldi

Bernd
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Beitrag von Bernd » Sonnabend 10. Juli 2004, 07:03

Cicero hat geschrieben:
Alles Aussagen von anderen PGR - Mitgliedern.
Das meinte ich mit aufreiben. Aber auch, daß ich das untrügliche Gefühl habe, daß der Pfarrer nicht dahinter steht. Bloß´nichts machen, was mehr Arbeit macht, schließlich beginnt am Sonntag um 11:00 Uhr der Pastorensonntag (bis Montag abend frei) ...
Hier mus ich noch einen vertiefenden Lektürevorschlag los werden:
1. Buch Könige, 19. Kapitel.
Die von Dir geschilderte Situation ist also auch der Bibel nicht unbekannt.

Edith
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Beitrag von Edith » Sonnabend 10. Juli 2004, 09:16

Petra hat geschrieben: "Gegenleistung" war der falsche Ausdruck. Es ging mir hauptsächlich um die Diakonie, die jede Ansammlung von Christen nach Außen abstrahlen sollte. Andere oben aufgeführte Hilfen sind zum Funzen einer Ortsgemeinde aber auch nötig. ;)
Ach so meintest Du das.
Nun, jedes geistliche Zentrum hat auf seine Weise auch eine solche Außenweirkung.
Was mir aber tatsächlich viel wesentlicher scheint, ist daß die "Besucher" so eines Zentrums innerlich auferbaut und gestärkt hinausgehen... dahin, wo dann der Christ der Tat seinen Mann stehen muß.

Und noch etwas fällt mir auf (nachdem ich gerade das von der Großgemeinde... der Zusammenlegung in Berlin gelsen habe):
So groß kann eine Ordensgemeinde gar nicht sein. Wenn ich einen
Benediktiner zum ersten Mal treffe und danach vielleicht nie wieder... so verbindet uns doch der gemeinsame geistliche Grund. Und zwar auf einer sehr tiefen Ebene.
Vielleicht wäre das ein Weg für große Gemeindeverbände?

Lucia

Re: In einer Pfarrei mehr als nur die Struktur sehen

Beitrag von Lucia » Sonnabend 10. Juli 2004, 19:22

Poldi hat geschrieben: Wie ich oben schrieb, stellt die Schaffung der neuen Großpfarrei viele Gemeindemitglieder vor große Probleme, das zu akzeptieren.
...
Es spricht aber auch nichts dagegen, dass man neben der Pfarrei/dem Verbund spezifische Angebote für besondere Zielgruppen nutzt, je nach Vorlieben. Dazu kann dann z.B. auch ein eigens profiliertes Angebot eines Klosters, einer Gemeinschaft oder eine anderen Pfarrei zählen.

Wenn Pfarreien oder Pfarrverbünde größer werden, kommt es halt auch auf die richtige Kommunikation an, da muss eine Vernetzung stattfinden, damit die Distanz zwischen den Mitgliedern nicht größer wird.
Lieber Poldi,
volle Zustimmung zu Deinem Text. Noch ein Aspekt: Zeit heilt die "Wunden". Manchem mag es zunächst Probleme bereiten, dass er jetzt nicht mehr zu "Pfarre St. X" gehört, sondern zu "Seelsorgebereich-Stadtteil-Y". Aber nach einer Weile (die durchaus auch einige Jahre dauern kann) hat man sich daran gewöhnt. Als ich in der katholischen Jugendarbeit anfing, hatte noch jede Gemeinde ihren Priester, aber schon lange nicht mehr jede Gemeinde ihren Diakon oder Kaplan, sondern es gab dann einen "Dekanats-Kaplan", der sich im Wesentlichen um die Jugendarbeit gekümmert hat. Wir sind da quasi hineingewachsen, dass es "Spiel ohne Pfarrgenzen" von 4 - 6 Pfarreien gemeinsam gab, "religiöse Woche mit Früh- und Spätschicht" oder der Jugendkreuzweg reihum in den Pfarrgemeinden ausgerichtet wurde, Kinder- und Jugendfreizeiten gemeinsam ausgerichtet wurden oder auch zusammengelegt wurden.
Die Leute, die damals die Jugendarbeit gemacht haben, sind jetzt selber Eltern - und für die ist es dann auch nicht mehr sehr erstaunlich, wenn jetzt Erstkommunionfeiern oder Firmungen gemeindeübergreifend gefeiert werden. Man kennt "die anderen" schließlich noch aus der gemeinsamen Jugendarbeit.

In Deutschland nimmt die Zahl der Priester zwar immer weiter ab - aber auch die der Gläubigen. Vermutlich wird Deutschland in zwei oder drei Generationen hauptsächlich Diaspora sein - das wird sich sicher aber für die Gemeinden nicht zum großen Nachteil auswirken. Denn als Minderheit wird man näher zusammenrücken. Wir sollten uns nur nicht ans gestrige klammern und ihm nachweinen, sondern an der Zukunft bauen. Und das heißt auch: Kontakte zu den Nachbargemeinden pflegen und uns nicht verbissen an den eigenen Kirchturm klammern.

Gruß,
Lucia.

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Benedictus
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Gemeindefusionen

Beitrag von Benedictus » Mittwoch 11. Januar 2006, 14:17

Tja, nun ist es auch bei uns so weit. Innerhalb der nächsten Jahre wird es auch bei uns heißen: "Aus drei mach eins", die Gemeindefusion ist beschlossene Sache, unausweichlich, unabänderlich - der Bischof hat gesprochen. Sinkende Kirchenbesucherzahlen und der allgemeine Verlust von Gläubigen sowie der Umsatz der Kirchensteuereinnahmen zwingen das Bistum angeblich zu diesem Schritt, so dass zukünftig Gemeindegrößen von 12000-14000 Gemeindemitgliedern angestrebt werden. Man wundert sich zwar teilweise, wofür sonst noch so alles Geld da ist, aber beschlossen ist beschlossen.

Meine Befürchtung bei Gemeindefusionen ist die, dass der Priester mehr oder weniger nur noch "Dienstleister" ist, der zum Messe lesen kommt und danach wieder verschwindet. Wie soll es auch anders funktionieren, wenn die Aufgaben, die vorher von 3 Pastören und 2 Kaplänen getragen wurden, nun auf den Schultern von einem Pastor und einem Kaplan lasten? Heute ist es noch so, dass der Pastor einen Großteil seiner Gemeindemitglieder kennt, um viele Sorgen und Nöte in den Familien weiß und in der Gemeinde lebt und fester Bestandteil des Gemeindelebens ist (wobei das nicht heißen soll, dass nichts ohne den Pastor geht). Nach einer Fusion wird sicherlich vieles Anonymer, der Pastor kann nicht mehr so viele kennen und schließlich muss er ja den Anforderungen dreier Gemeinden gerecht werden. Ich fürchte hier das Schlimmste, zumal es eine Art "Hauptgemeinde" gibt, auf die sich alles konzentrieren wird. (Klar, ich weiß, es gibt Länder, in denen ist das alles viel Schlimmer, da ist ein Preister für zig Gemeinden zuständig, die teilweise sogar hunderte von Kilometern auseinander liegen und natürlich haben wir es hier im Vergleich damit noch unheimlich gut)

Was mich aber auch erschreckt ist die Tatsache, wie gelassen, ja gleichgültig mit dem Thema Gemeindefusion umgegangen wird. Ja gut, da ist von "Bedauern" die Rede, von einem Schritt, der "weh tut", aber Widerstand regt sich kaum, er hätte auch wohl ohnehin keinen Zweck. Dennoch bin ich erschrocken darüber, wie schnell sich willige Vollstrecker finden, die in die Hände spucken und sich eilfertig daran machen, die anstehenden Fusionen in die Tat umzusetzen. Ja, es scheint einigen wirklich in den Fingern zu kribbeln, schnellstmöglich Ausschüsse und Arbeitskreise zu bilden und Fakten zu schaffen. Die Stimmung ist mehr so: "Lasst uns das Beste daraus machen, alle an einem Strang ziehen, gemeinsam Gemeinde werden " etc. Gleichzeitig zerbrechen sich nicht wenige die Köpfe, wie man die Laienaufgaben verstärken könnte, mehr Laientätigkeiten in Wortgottesdiensten usw., da scharren einige schon kräftig mit den Hufen.

Ich selbst bin im Moment hin- und hergerissen. Klar, die unterschwellige Drohung ist die, es läge an uns allen, den Kirchenraum weiterhin mit Leben zu füllen, denn eine Kirche, die
eifrig genutzt würde, würde nicht geschlossen werden und vor dem
Hintergrund entwickelt sich bei einigen eine regelrechte "Anpackermentalität". Andererseits denke ich mir: "Stell Dir vor, es ist Gemeindefusion, und keiner macht mit". Dann wäre zwar auf dem Papier alles Fusioniert, aber ansonsten wäre alles lahmgelegt. Ich weiß, dieser Gedanke ist nicht richtig, aber ich bin im Moment einfach nur enttäuscht und wütend - wütend auch darüber, dass sonst kaum jemand darüber wütend ist, sondern alle eher unheimlich diplomatisch in ihren Äußerungen sind.

Resignierte Grüsse,

Benedictus

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Mittwoch 11. Januar 2006, 14:49

Also ich brauche nicht an jeder Ecke eine Kirche. Lieber weniger, aber dafür groß und prächtig als viel und dafür klein und mickrig.

Die Mitternachtsmesse zu Weihnachten in meinem Ort in OWL wurde erstmalig nicht in der Wohnviertelkirche gefeiert, wo ich einst Erstkommunion und Firmung hatte. Nach dem irgendwann der Stammpriester nicht mehr da war, gab es da eh nur einen Priester der mehrer Kirchen betreute. Vom Aussehen her mochte ich die Kirche eh nicht. Am Altar gab es nicht mal ein Jesuskreuz, sondern ein Stück Stoff in Kreuzform, was von der Decke runterhing, na ganz toll. Von mir aus kann da alles verkauft werden und mit dem Geld die Kirche aufgerüstet werden, wo die Christmette standfand. Die hat richtige Holzbänke, die Geräusche machen, wenn man sich zurücklehnt und einen Jesus am Kreuz. Ich bin über die Entwicklungen vor Ort zufrieden.

Bernd
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Re: Gemeindefusionen

Beitrag von Bernd » Freitag 13. Januar 2006, 06:41

Benedictus hat geschrieben:und vor dem
Hintergrund entwickelt sich bei einigen eine regelrechte "Anpackermentalität".
Da kann man ja wenig gegen die Fusion einwenden, wenn die sogar zu mehr anstatt weniger Engagement führt. Mein Problem mit der Fusionitis ist eher das Umgekehrte, dass sie zu mehr Anonymität, also weniger Nähe führt, und das Engagement darunter leidet.

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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Sonnabend 12. April 2008, 14:00

Die "Zeitung kritischer Christen" ("Publik-Forum") hat sich auch zu Gemeindefusionen geäußert...
Publik-Forum Nr. 7 11.4.2008
Eine Ohrfeige für die Ehrenamtlichen


Im Bistum Aachen werden Fusionen von Gemeinden jetzt einfach von oben verordnet. Viele Gemeinden wehren sich dagegen

Von Peter Otten


Magda Motté ist sauer: »Ich will mich nicht von oben bestimmen lassen!« Seit zwanzig Jahren engagiert sich die umtriebige ehemalige Germanistikdozentin ehrenamtlich in der katholischen Pfarrgemeinde St. Gregorius in Aachen-Burtscheid. Sie veranstaltet erfolgreich Filmseminare und Filmexerzitien mit bis zu 80 Teilnehmern. Seit vier Jahren gehört sie dem vierköpfigen Team an, das mit bischöflicher Beauftragung die Gemeinde ehrenamtlich leitet.

Nach katholischem Kirchenrecht kann der Bischof bei der Leitung einer Pfarrei Laien zur Unterstützung des Pfarrers hinzuziehen. In einigen Aachener Pfarreien wurde das seit Jahren in einem viel beachteten Modellversuch praktiziert. »Wir haben das überall begeistert vorgestellt«, sagt Magda Motté stolz. Noch vor ein paar Wochen erhielt ein Nachrücker ins Team seine druckfrische Beauftragungsurkunde. »Da war noch nicht die Rede davon, dass damit hier bald Schluss sein wird«, empört sich Magda Motté.

[...]

Nun sollen alle vier Pfarreien in einer Großpfarrei mit etwa 17 500 Katholiken aufgehen - wie früher mit einem leitenden Pfarrer an der Spitze, dazu einem einzigen Pfarrgemeinderat und einem einzigen Kirchenvorstand als Leitungsgremien.

Zur Begründung gibt das Bistum an: Entlastung der hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger, vor allem der Priester; Entlastung aber auch der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Zusammenlegung von synodalen Gremien sowie eine finanzielle Entlastung durch gemeinsames Gebäudemanagement. Außerdem sei der freiwillige Fusionsprozess in manchen Gemeinden schwierig verlaufen, so Bistumssprecher Kretschmann.

Von Entlastung ist vor Ort nichts zu spüren, im Gegenteil: »Es sind ja vor allem die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die die ehrenamtliche Arbeit so attraktiv machen«, sagt Magda Motté - auch und gerade in einer Leitungsposition. Und Gemeindereferentin Anita Zucketto-Debour ergänzt: »In unseren Gemeinden leisten in der Regel die Ehrenamtlichen die gesamte Gemeindearbeit, von Ausschreibungen, Einstellungsgesprächen, Bauaufsicht über Kindergottesdienstvorbereitung, Messdienerausbildung und Katechese. Nun hinzugehen und die Gremienarbeit als Zeit- und Kraftverschwendung zu werten ist eine Ohrfeige für unsere Ehrenamtlichen.« Die Gemeindereferentin befürchtet, dass das Modellprojekt »Laien in der Gemeindeleitung« mit den Fusionen abgeschafft werden soll.

[...]

Eine wichtige Begründung des Bistums für die von oben verordneten Fusionen lautet, dass sich der Sozialraum der Menschen in einer mobilen Gesellschaft vergrößert habe. Aber, so Böhnke: »Was macht die Kirche mit den Mobilitätsverlierern - zum Beispiel mit Alten und Kranken?« Zudem gehöre es wesentlich zum Bewusstsein heutiger Gemeinden, eigenständig zu sein und auch eigenständig sein zu dürfen. Böhnke verweist zugleich auf das Angebot Bischof Mussinghoffs für einen »geregelten Dialog«. Das berechtige zur Hoffnung, dass er guten Argumenten gegenüber offen sei. Zwar liege die endgültige Entscheidung allein im Ermessen des Bischofs. Dabei müsse aber rechtlich »jeder Einzelfall geprüft und im Diözesanpriesterrat beraten werden«. Deshalb rät Michael Böhnke den betroffenen Pfarreien dazu, durch Gemeindebefragungen, Gemeindeversammlungen und andere geeignete Instrumente die pastorale Notwendigkeit einer ortsnahen Arbeit in den Gemeinden zu belegen und auf diesem Weg zwingende Argumente für eine weitere Selbstständigkeit zu sammeln. Letzte Entscheidungen will Bischof Mussinghoff am 30. Oktober nach der Priesterratssitzung treffen.

Sollte es in St. Gregorius zur verordneten Fusion kommen, will Magda Motté ihr Engagement in der Gemeinde zurückfahren und aus den Gremien ausscheiden: »Ich arbeite für die Menschen, für die Amtskirche schon lange nicht mehr.«
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in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Sonnabend 12. April 2008, 23:41

Sollte es in St. Gregorius zur verordneten Fusion kommen, will Magda Motté ihr Engagement in der Gemeinde zurückfahren und aus den Gremien ausscheiden: »Ich arbeite für die Menschen, für die Amtskirche schon lange nicht mehr
Gut so. Dazu bedarf es tatsächlich keiner Funktion in einer Pfarrgemeinde.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 13. April 2008, 08:21

ad_hoc hat geschrieben:
Sollte es in St. Gregorius zur verordneten Fusion kommen, will Magda Motté ihr Engagement in der Gemeinde zurückfahren und aus den Gremien ausscheiden: »Ich arbeite für die Menschen, für die Amtskirche schon lange nicht mehr
Gut so. Dazu bedarf es tatsächlich keiner Funktion in einer Pfarrgemeinde.

Gruß, ad_hoc
Ich fürchte nur, dass sie das anders versteht als Du... quasi Drohung: "Dann höre ich ganz auf!"... :/
Aber eigentlich brauch man die wenigsten dieser Gremien, wenn man für die Menschen arbeiten will---- ;D
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Walfischschleim
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Beitrag von Walfischschleim » Sonntag 13. April 2008, 10:12

Ecce Homo hat geschrieben:. . . Aber eigentlich brauch man die wenigsten dieser Gremien, wenn man für die Menschen arbeiten will---- ;D
rotfl Theor eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee tiker

in reality ist es Haupttätigkeit der amtskirchlichen Gremien, Engagement kaputt zu machen. Daher arbeiten die Idealisten an der Basis notgedruingen mit diesen Leuten zusammen . . . solange es geht . . .

P.S. "Idealisten an der Bsis" bedeutet nicht, dass alle Leute ohne Zusatzfunktion Idealisten sind; viele lassen sich nicht zweimal bitten, wenn sich die Gelegehiet bietet, Apparatschiks zu werden. :ikb_balloon:

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 21. September 2008, 07:49

Aus der Tagespost: "Klare Linie oder fehlende Visionen?"
Aachen (DT) 125 Pfarreien sollen in der Diözese Aachen bis 2010 fusionieren. Nachdem Bischof Heinrich Mussinghoff im März die Liste der betroffenen Gemeinden bekannt gab, schlug der Bistumsleitung eine Welle der Empörung entgegen. Auch der Diözesanrat zeigte Bedenken und empfahl dem Bischof, die Pläne zu überarbeiten. Dabei griff der Rat unter anderem die Kritik vieler Pfarreien auf, dass keine Anhörung vor Ort stattgefunden habe.


Schon länger ist im Bistum von einer Vertrauenskrise die Rede, von Ehrenamtlichen, die sich frustriert zurückziehen und von resignierten Priestern, die das Feld hauptamtlichen Laien überlassen oder sehnsüchtig den 65. Geburtstag erwarten. Mit Sternwallfahrten, Mahnläuten, Demonstrationen, Unterschriftensammlungen und Klageschriften wehren sich Gemeinden gegen einen als autoritär und unprofessionell empfundenen Leitungsstil. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bistums bezeichnet absolute Ehrlichkeit als Voraussetzung für den Weg aus der Krise: „Alles muss auf den Tisch und die Weichen müssen miteinander gestellt werden. Statt überfallartiger Entscheidungen von oben brauchen wir offenen Dialog und sachgerechte Beratung. Die Leute müssen mitgenommen werden – und das geschieht bisher weitgehend nicht. Die bisherige starke ehrenamtliche Basis in der Diözese wird durch den Vertrauensverlust gegenüber der Leitung ansonsten noch weiter verlorengehen.“

Über die Zahl der laufenden Schiedsstellenverfahren macht das Bistum derzeit keine Angaben. Verhandlungsgegenstand war Generalvikar Manfred von Holtum zufolge der „Anteil der Kirchensteuermittel, der unmittelbar als Schlüsselzuweisung in die Kirchengemeinden fließt im Verhältnis zum Anteil für alle übrigen Aufgaben, die beim Bistum angesiedelt sind. Bei den Schiedsstellenverfahren war immer der vermittelnde Ansatz erkennbar. Bisher brauchten wir die Grundlinie des Reformprozesses nicht zu verlassen“.

Bischof Mussinghoff selbst räumte allerdings Fehler ein: Die „Heinsberger Zeitung“ vom 24. Juni zitierte den Aachener Oberhirten: „Nach all den Erfahrungen der letzten Zeit würde ich sicherlich manche Sachen anders machen.“ Die Haltung des Bischofs dürfte eine gewichtige Rolle für künftige Beratungen spielen. Am vergangenen Montag endete die Frist, binnen derer die Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte der betroffenen Pfarreien Stellung zu den Fusionsplänen nehmen sollten. Dem Vernehmen nach wurden dem Aachener Bischof aus diesem Anlass auch gebrochene Versprechen vorgehalten und daran erinnert. Bei der Visitation der Pfarrgemeinden des ehemaligen Dekanates Wassenberg im Februar diesen Jahres etwa hatte Mussinghoff den Vertretern der Pfarrgemeinderäte zugesagt, keine Fusionen gegen den Willen der Pfarreien St. Mariä Himmelfahrt und St. Georg anzuordnen. Drei Wochen nach diesem Gespräch entschied sich der Bischof dann doch für die Fusionierung. Nun sehen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand Mussinghoff „im Wort“ und bestehen auf der ursprünglichen Zusage ihres Oberhirten.

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Die geplanten Fusionen sind jedoch nur ein Grund für den Unmut an der Basis. Vor allem die sogenannte Strukturreform stößt in Gemeinden und Räten seit Jahren auf Widerstand. Schon im Februar 2004 hatte Generalvikar Manfred von Holtum in dieser Zeitung erklärt, dass ausführliche Beratungen nicht immer möglich seien. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Beratungssysteme für die Vorbereitung von Entscheidung zu langwierig sind.“

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Welche Sorgen mit diesem Anliegen verbunden sind, illustriert die Statistik über den Priesternachwuchs: Das Bistum Aachen rechnet für das Jahr 2017 mit 175 Priestern im aktiven Dienst. Bis 2022 wird die Zahl voraussichtlich auf 106 sinken. Der Altersdurchschnitt der Diözesanpriester liegt derzeit bei 58 Jahren. In den kommenden Jahren werden voraussichtlich zwei Priester pro Jahr geweiht. Im bundesweiten Vergleich hat das Bistum Aachen seit Jahren am wenigsten Priester: Drei Priester betreuen zehntausend Katholiken. Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass wenige Priester aus anderen Kulturkreisen in der Diözese tätig sind. Der Kirchenbesuch liegt mit durchschnittlich 11,1 Prozent bundesweit im unteren Drittel. Im oberen Segment liegt Aachen jedoch bei der Zahl der hauptamtlichen Laientheologen, die seelsorgliche Aufgaben übernehmen. Taufen übernehmen in der Regel Priester und Diakone, in Ausnahmefällen erhalten auch hauptamtliche Laien die Taufgenehmigung. Über zweihundert ehrenamtliche Mitarbeiter haben eine Beauftragung für den Beerdigungsdienst.

Gelassen dagegen sieht der Leiter der Hauptabteilung Pastoral, Schule und Bildung den Priestermangel im Bistum Aachen. Die Gemeinde sei auch Subjekt ihrer Seelsorge, etwa im Feld der Wortgottesdienste. Immer wieder sei nach Wortgottesfeiern zu hören: „Die machen das so schön.“ Für die Gottesdienstbesucher, so Cremer, „ist das möglicherweise ansprechender, als wenn ein alter Pater die Messe feiert, der noch eben zelebrieren kann. Es ist nicht mehr so, dass die Leute die Frage stellen: ,Warum kommt heute kein Priester?‘ Die Frage, ob ein Priester, Diakon oder ein Laie Seelsorgetermine am Krankenbett oder in Notsituationen wahrnimmt, ist für eine große Anzahl von Menschen uninteressant.“

Vor diesem Hintergrund versucht Cremer auch, Bedenken über unübersichtliche Großpfarreien, in denen der Pfarrer die Kommunionkinder nicht mehr persönlich kennt, zu zerstreuen: Bei Konzepten für die Kommunionkindervorbereitung, in denen der Pfarrer nicht mehr vorkomme, sei zu berücksichtigen, dass „Stadt-Pfarrer früher die Kinder vor dem Weißen Sonntag auch nicht persönlich betreut haben, das machten die Kapläne“. Im Dom sei es auch nicht anders: „Im Dom feiern die Menschen auch Messe mit dem Bischof, ohne anschließend ein Gespräch mit ihm zu haben.“

Der Ernstfall für die territoriale Seelsorge ist eingetreten
Nicht wenige Priester und Laien betrachten solche Positionen als Ernstfall für die territoriale Seelsorge. Auffallend ist, dass sich in Aachen Katholiken mit völlig unterschiedlichen Kirchen- und Gemeindeverständnis um der Eigenständigkeit ihrer Pfarreien willen gegen die Fusionspläne solidarisieren. Synodal gesinnte Laien, die noch immer stolz auf das in den Satzungen verankerte Mitbestimmungsrecht der Pfarrgemeinderäte an der Gemeindeleitung sind, klagen über autoritäre Entscheidungsprozesse, stille Enteignung ihrer Pfarrgemeinden und Hilflosigkeit gegenüber den Beschlüssen der Diözesanleitung. Wer jahrelang Kindermessen vorbereitete, Messdiener ausbildete, Katechesen und Einstellungsgespräche übernahm, sah sich um die Anerkennung der Bistumsleitung geprellt, als Mussinghoff die geplanten Fusion unter anderem damit begründet, dass Pfarrer, die mehreren selbstständigen Pfarrbezirken vorstehen, schließlich auch Zeit und Kraft in mehrere Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände investieren müssten. Ina Germes-Dohmen, langjährige Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Josef in Kempen stellt mit Blick auf die Fusionen fest: „Bei aller Einsicht, dass ein Strukturwandel für die katholische Kirche im Bistum Aachen unabdingbar ist, halte auch ich die Fusionierung in vielen Fällen für das falsche Instrument. Sie ergibt keinen Gewinn, der den Verlust der Selbstständigkeit wett machen würde und der nicht durch die ,Gemeinschaft der Gemeinden‘ und die ab 2010 einzurichtenden Kirchengemeindeverbände gegeben wäre. Vor allem der Wegfall von gewählten und damit legitimierten Gremienvertretern vor Ort birgt in Zeiten des Priestermangels die große Gefahr, dass die Anliegen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort in der Gemeinde nicht mehr gehört werden. Vertreter als Organe des Laienapostolats sind Ausdruck einer Basis-Gemeinde, die ihre Mitverantwortung erkannt und angenommen hat, der man diese Mitverantwortung aber auch zugestehen muss, damit sie die Aufgaben der Leitung auch wahrnehmen kann. Genau diese Mitverantwortung will der Bischof uns jetzt entziehen. In Gemeinden wie in unserer Gemeinde St. Josef, in denen die Mitleitung der Laien über Jahrzehnte gelebte Realität war, ist die Auflösung der Gremien ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich jahrzehntelang eingesetzt haben. Die Folgen dieser Missachtung – Resignation und Enttäuschung, Abkehr und auch Wut – sind nun schon allenthalben spürbar. Aktives Gemeindeleben funktioniert nur dann, wenn Menschen kreativ und verantwortlich mitgestalten können, aber nicht, wenn sie sich zu Handlangern degradiert fühlen. Das werden mündige Christen nicht akzeptieren.“

Bittere Bilanz: „Nur ein toter Priester ist ein guter Priester“
Wie das Bistum Aachen künftig die Grenzen der Synodalität austariert liegt vor allem an der Bistumsleitung. „Der Bischof hat kein offenes Wunschkonzert, sondern eine eindeutige Absicht geäußert“, so Cremer. „Wir können uns dem Druck aus Pfarreien daher nicht beugen. Die Linie des Bischofs ist klar.“ Dass Aachen im Ruf eines „Rebellenbistums“ stehe, hänge auch mit seiner Struktur zusammen: Aachen sei „ein liberales Bistum“, das auch stark und erfolgreich durch Regionen geprägt sei. Die diözesanen Pfarrgemeinderatssatzungen sehen vor, dass der Pfarrgemeinderat Teil habe an der Gemeindeleitung. Dies zeige, „dass wir ein hohes Verständnis von Synodalität haben. Darauf sind wir auf jeden Fall stolz. Nur sind wir jetzt in einer Phase, in der auch Leitung und Entscheidungen durch den Bischof erforderlich sind.“

Mussinghoff hat in dieser Woche angekündigt, Laien in Zukunft noch stärker an der Leitung von Gemeinden zu beteiligen. Ab 2010 will das Bistum Aachen erstmals wieder Pastoral- und Gemeindereferenten ausbilden. Nach sieben Jahren Pause infolge der Finanzkrise sollen dann wieder Laien in den Seelsorgeberuf eingeführt werden. Schon jetzt zeichnet sich allerdings ab, dass weder mehr hauptamtliche Laien in der Seelsorge noch erhöhter Druck der Bistumsleitung auf Priester und Pfarreien mehr Freude am Gemeindeleben aufkommen lassen werden. Sogar Kleriker und Laien, die viele Reformen des Bistums in der Vergangenheit begleitet haben, äußern sich nun skeptisch. Der Mönchengladbacher Pfarrer und langjährige Regionaldekan Edmund Erlemann sieht die Diözese in einer tiefen geistlichen Krise. Sorgen bereitet ihm die Lage der Priester. „Viele wollen im Bistum Aachen nicht mehr Dienst tun.“ Eine Ursache erkennt Erlemann darin, dass sich die Geistlichen im Bistum immer weniger wertgeschätzt fühlten. Andere vermissten das Priesterhaus Maria Rast, in dem viele Priester zu Hause waren. Die Bitterkeit sitzt tief. „Nur ein toter Priester ist ein guter Priester“ zitiert Pfarrer Erlemann einen Mitbruder. Kritik übt der Geistliche an den Folgen der Fusionierungen, die unübersichtlich große Seelsorgekomplexe entstehen lasse. „Das Priesterbild wird verdunkelt, wenn der Priester zum Organisatoren und Liturgen wird ohne die Möglichkeit zu haben, die ihm Anvertrauten persönlich kennen lernen zu können. Das wird den Tod der Seelsorge und der Seelsorger bedeuten, denn der Priesterberuf wird dadurch zunehmend unattraktiver.“ Noch nie seit der Gründung im Jahr 1930 hat es Pfarrer Erlemann zufolge es im Bistum soviel Angst und Trauer gegeben wie jetzt. Bei dem Gedanken an die Lage in seiner Diözese kommt ihm ein Wort aus dem Alten Testament (1 Sam 3, 1) in den Sinn: „In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig.“
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o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. » Sonntag 21. September 2008, 08:54

Die Kritiker möchten doch mal bitte alternative Lösungsvorschläge bringen. Aber bitte katholische.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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cantus planus
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Neuordnung der Diözesen und der Seelsorge

Beitrag von cantus planus » Sonntag 21. Dezember 2008, 23:31

Abgetrennt aus "Neuer Bischof von Münster"
assisi1212 hat geschrieben:was haltet ihr davon das das BISTUM ESSEN wohl hoffentlich einen neuen Bischof bekommt, da Felix Genn nach Münster geht ? ...
Ich gehe mal schwer davon aus, dass Essen einen Administrator bekommt, der die ordentliche Auflösung abwickelt. Ich meine das mit vollem Ernst und absolut nicht polemisch. Die Strukturen der deutschen Diözesen werden sich in den nächsten Jahren ohnehin gravierend ändern. Ich halte es für sicher (und habe mehrfach entsprechende Gerüchte von "höherer Stelle" gehört), dass auch wenigstens drei bis vier Diözesen anderen Bistümern angegliedert werden. Neben Essen ist Görlitz dafür ein ganz heißer Kandidat.
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Niels
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Re: Bischof Felix Genn

Beitrag von Niels » Montag 22. Dezember 2008, 00:55

cantus planus hat geschrieben: Ich halte es für sicher (und habe mehrfach entsprechende Gerüchte von "höherer Stelle" gehört), dass auch wenigstens drei bis vier Diözesen anderen Bistümern angegliedert werden. Neben Essen ist Görlitz dafür ein ganz heißer Kandidat.
Welche wären die anderen beiden? Wohl Aachen. Und wer noch?
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Maurus
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Re: Bischof Felix Genn

Beitrag von Maurus » Montag 22. Dezember 2008, 01:05

Niels hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben: Ich halte es für sicher (und habe mehrfach entsprechende Gerüchte von "höherer Stelle" gehört), dass auch wenigstens drei bis vier Diözesen anderen Bistümern angegliedert werden. Neben Essen ist Görlitz dafür ein ganz heißer Kandidat.
Welche wären die anderen beiden? Wohl Aachen. Und wer noch?
Erfurt kommt wieder nach Mainz 8).

maliems
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Re: Neuer Bischof von Münster

Beitrag von maliems » Montag 22. Dezember 2008, 02:26

hui. das sind ja dolle gerüchte.

finde ich ich klasse, da traditonskonform.

ambo
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Re: Neuer Bischof von Münster

Beitrag von ambo » Montag 22. Dezember 2008, 11:26

In der Tat dürften wohl Essen und Görlitz heisse Kandidaten sein und hoffentlich auch Aachen. Wenn es nach Tradtion und Alter und sinnvoller Grösse geht, könnte man gleich auch Limburg mit dicht machen, auch wenn die ja wohl einen recht vernünftigen Bischof haben. Ich denke aber, dass der Vatikan nicht nur die Tradition, sondern auch die Landes- und Verwaltungsgrenzen berücksichtigen wird. Deshalb halte ich es für ausgeschlossen, dass Bistum Erfurt wieder nach Mainz einzugliedern. Wenn schon dürfte man eher Erfurt und Dresden/Meissen oder Erfurt mit Magedburg zusammenlegen, dann hat man ein geschlossenes Gebiet und vernünftige Strukturen, als Gegenüber für die jeweiligen Landesregierungen. Im übrigen, auch wenn es wahrscheinlich vielen Gläubigen weh tun würde, in Bayern gibt es mit 7 Bistümern auch mindestens 2 zuviel. Wenn man also 5 Bistümer auflösen würde hätte man bestimmt 60 - 80 Priester aus dem Ordinariatsdienst, die man in die Seelsorge stecken könnte.

Ordinariate in die Produktion.

Christian
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Re: Bischof Felix Genn

Beitrag von Christian » Dienstag 23. Dezember 2008, 09:19

cantus planus hat geschrieben:
assisi1212 hat geschrieben:was haltet ihr davon das das BISTUM ESSEN wohl hoffentlich einen neuen Bischof bekommt, da Felix Genn nach Münster geht ? ...
Ich gehe mal schwer davon aus, dass Essen einen Administrator bekommt, der die ordentliche Auflösung abwickelt. Ich meine das mit vollem Ernst und absolut nicht polemisch. Die Strukturen der deutschen Diözesen werden sich in den nächsten Jahren ohnehin gravierend ändern. Ich halte es für sicher (und habe mehrfach entsprechende Gerüchte von "höherer Stelle" gehört), dass auch wenigstens drei bis vier Diözesen anderen Bistümern angegliedert werden. Neben Essen ist Görlitz dafür ein ganz heißer Kandidat.
Es wäre schade , wenn das Bistum aufgelöst werden sollte . Von Bischof Felix bleibt eigentlich nur seine Strukturreform hier in Essen in Erinnerung. Feinfühlig ging der Generalvikar und Bischof Felix nicht mit den Gläubigen um , desöfteren sind viele Gläubige resigniert und vor dem Kopf gestoßen worden. Vielleicht wird jetzt in Münster ein Mann benötigt der sich mit Reformen auskennt. Jedenfalls werde ich Bischof Felix folgen , da ich im nächsten Jahr nach Münster umziehe ;D
Das Volk versteht wenig, aber es spürt das meiste richtig
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