EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

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Kleinwald
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Kleinwald » Sonntag 23. Juni 2013, 10:41

Zurück zum Thema: :regel:

Der bayerische Landesbischof hat die (Des-)Orientierungshilfe auf Facebook in hohen Tönen gelobt.

Meine Prognose: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Homo-Hochzeiten in Kirchen EKD-weit möglich sind... :kotz:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

Pilgerer
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pilgerer » Sonntag 23. Juni 2013, 11:40

Das Grundproblem ist, dass wenn eine Kirchenorganisation nicht mehr für Gott da ist, sie irgendwann auch nicht mehr wirklich für die Menschen da ist.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Basler
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Basler » Sonntag 23. Juni 2013, 12:32

Kleinwald hat geschrieben:Zurück zum Thema: :regel:

Der bayerische Landesbischof hat die (Des-)Orientierungshilfe auf Facebook in hohen Tönen gelobt.

Meine Prognose: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Homo-Hochzeiten in Kirchen EKD-weit möglich sind... :kotz:
Und was wäre daran jetzt schlimm?
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civilisation
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von civilisation » Sonntag 23. Juni 2013, 13:33

Es ist schon erstaunlich, wie diese seltsamen Gruppierungen immer wieder mit ihrem Zeigefinger auf andere zeigen. Dabei haben sie genug Leichen in ihrem eigenen Keller liegen.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Sonntag 23. Juni 2013, 13:58

civilisation hat geschrieben:Es ist schon erstaunlich, wie diese seltsamen Gruppierungen immer wieder mit ihrem Zeigefinger auf andere zeigen. Dabei haben sie genug Leichen in ihrem eigenen Keller liegen.


:klatsch:


Und deshalb sollten solche Sekten wie diese dubiose keltische "Kirche" gar nicht erst ernst genommen werden, indem man mit ihnen hier im Forum diskutiert.

Man sollte sie dahin verschieben, wo sie hin gehören, in den Gemüsegarten. Dort hat man dann was zu lachen, was ja auch in diesem Forum nicht zu kurz kommen sollte.

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Kleinwald
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Kleinwald » Sonntag 23. Juni 2013, 16:01

Geht's jetzt hier eigentlich in der Klausnerei nur noch um diese klerikalen Faschingsvereine? :narr:

:schnarch:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Radulf Thoringi » Sonntag 23. Juni 2013, 23:48

Basler hat geschrieben:
Kleinwald hat geschrieben:Die Frage, die sich mir nun wieder stellt: Was macht der Landeskirchler, der die Landeskirche (noch) nicht verlassen kann oder will? Kirchlicher Waldgang? :hae?:
Wieso sollte man denn die Landeskirche nicht verlassen können oder wollen?
Das stellt sich vielleicht so dar:
Man wohnt in einer katholischen Diaspora (das Wort Wüste trifft es bisweilen noch besser). SELK und Orthodoxie ist sowieso seltenst vor Ort. Wohin willst Du da wechseln? Zum Christenleben gehört nun einmal auch die Einbindung in eine Gemeinde.
Oder ein anderer (zum Glück für die Lutherischen) noch nicht ganz exotischer Fall. Man hat die Wahl zwischen einem konservativen, vielleicht sogar hochkirchlichen lutherischen aber einem pseudomodernen römischen Pfarrer. (Ja, ich weiß, die Sache mit der Weihe...)

So einfach ist es halt doch nicht. Natürlich gibt es immer irgendwo eine Grenze, aber wo diese liegt muß schon jeder selbst wissen. Einfach wird es nur, wenn man im (z.B., aber nicht nur, römischen) Elfenbeinturm sitzt und weiß, daß man selbst und sonst niemand DIE Kirche ist.

Das sind alles Spätfolgen unseliger Brüche in der Kirchengeschichte. Nicht nur in den letzten 500 Jahren.
"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von wigberti » Montag 24. Juni 2013, 09:54

Kleinwald hat geschrieben:
Basler hat geschrieben:
Kleinwald hat geschrieben:Die Frage, die sich mir nun wieder stellt: Was macht der Landeskirchler, der die Landeskirche (noch) nicht verlassen kann oder will? Kirchlicher Waldgang? :hae?:
Wieso sollte man denn die Landeskirche nicht verlassen können oder wollen?
Familiäre Gründe, berufliche, soziale etc. etc.

Außerdem sind wir zur Auferbauung der Kirche angehalten, nicht zur Flucht. Ich weiß wie schwer das ist, gegen den Mainstream dieses "Wir hängen uns ein Kreuz in den Raum und haben uns alle lieb"-Clubs anzukämpfen.
. Aber das ist nunmal der Auftrag. Auch wenn es so scheint, als gäbe es mittlerweile mehr verlorene Schafe, als eine Herde. Man muß den Finger in die Wunde legen und dabei bleiben - sonst versündigt man sich an Christi Auftrag.
Die Freude am Herrn ist unsere Stärke!

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Clemens » Montag 24. Juni 2013, 12:37

Ja, Er gibt den Auftrag zur Auferbauung der KIRCHE!
Ich glaube deshalb nicht, dass Christus irgendjemandem den Auftrag gibt, die EKD und ihre Gemeinschaften am Leben zu erhalten.
496 Jahre sind genug.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Basler » Montag 24. Juni 2013, 13:52

Kleinwald hat geschrieben:Was gibt's da zu lachen? Wenn in der Bibel von Sklaven die Rede ist sind in den allerwenigsten Fällen "baumwollpflückende Neger" gemeint, die mit der Peitsche auf die Plantage getrieben werden. Vielmehr meint Sklave und Knecht oftmals das gleiche.
Exgüsi, aber ich kann darüber nur schmunzeln.
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Kleinwald » Montag 24. Juni 2013, 14:10

Basler hat geschrieben:
Kleinwald hat geschrieben:Was gibt's da zu lachen? Wenn in der Bibel von Sklaven die Rede ist sind in den allerwenigsten Fällen "baumwollpflückende Neger" gemeint, die mit der Peitsche auf die Plantage getrieben werden. Vielmehr meint Sklave und Knecht oftmals das gleiche.
Exgüsi, aber ich kann darüber nur schmunzeln.
Ach ja? :schnarch:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pilgerer » Montag 24. Juni 2013, 19:21

Ein typischer Fall der Beeinflussung durch den Zeitgeist ist die Übernahme der "New Public Management"-Ideologie in der evangelischen Kirchenbürokratie. Das passt aber weder zum Staat noch zu gemeinnützigen Organisationen noch zur Kirchenorganisation.
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Kleinwald » Dienstag 25. Juni 2013, 09:44

Der EAK der CSU hat das Papier scharf kritisiert. Der Bundes-EAK CDU/CSU will sich noch nicht äußern... :patsch:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Basler » Dienstag 25. Juni 2013, 11:12

Die Kirche surft sich „endgültig ins Abseits“

Nachdem ich nun dieses Dokument gelesen habe, muss ich feststellen, dass der obige Artikel seine Richtigkeit hat. :traurigtaps:
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 26. Juni 2013, 18:52

Ich habe mir das Papier in Teilen durchgelesen. Hier ein kritischer Punkt mit Blick auf homosexuelle Partnerschaften:
EKD hat geschrieben:Die Frage nach der Segnung homosexueller Paare und der Gleichstellung homosexueller Partnerschaften, die sich darin ausdrückt, bewegt die evangelische Kirche seit Langem und ist nach wie vor umstritten. Im Kern geht es bei diesem Thema um das evangelische Verständnis der kirchlichen Trauung angesichts neuer Lebensformen. Es geht aber auch um die Frage, wie biblische Texte - zum Beispiel der Schöpfungsbericht - auszulegen sind und welche Rolle dabei die historische und gesellschaftliche Einordnung spielt. Deutet man die biblischen Aussagen, in denen Homosexualität als Sünde gekennzeichnet wird (3. Mose 18,22; 2,13; Röm 1,26-27), als zeitlos gültig, kann man zu der Meinung kommen, eine homosexuelle Partnerschaft sei mit einer heterosexuellen keinesfalls vergleichbar. Allerdings gibt es auch biblische Texte, die von zärtlichen Beziehungen zwischen Männern sprechen. Fragt man jenseits dieser einzelnen Textstellen nach dem, was menschliche Beziehung in Gottes Schöpfung ausmacht, dann ist zu konstatieren: Der Mensch wird von Anfang an als Wesen beschrieben, das zur Gemeinschaft bestimmt ist (1. Mose 2,18). Durch das biblische Zeugnis hindurch klingt als „Grundton“ vor allem der Ruf nach einem verlässlichen, liebevollen und verantwortlichen Miteinander, nach einer Treue, die der Treue Gottes entspricht. Liest man die Bibel von dieser Grundüberzeugung her, dann sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen sich Menschen zu einem verbindlichen und verantwortlichen Miteinander verpflichten, auch in theologischer Sicht als gleichwertig anzuerkennen. Nutzen homosexuelle Menschen heute die rechtliche Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft, dann erklären sie, wie heterosexuelle Menschen, bei der Eheschließung öffentlich ihren Willen, sich dauerhaft aneinander zu binden und füreinander Verantwortung zu tragen.
(Hervorhebungen von mir)

http://www.ekd.de/EKD-Texte/orientierun ... 8849.html

Der Fehler in der Argumentation liegt hier insbesondere darin, Treue und Sexualität in einen Topf zu werfen. Treue, die sich in Freundschaften oder brüderlicher Liebe zeigt, ist etwas völlig anderes als die homosexuelle Gier oder Praktik. Homosexualität hat nicht viel mit Treue zu tun, sondern ist primär das Benutzen des anderen zum Zweck des vergötzten Lustempfindens. Es gibt daher keine theologische Rechtfertigung dafür, homosexuelle Partnerschaften gegenüber heterosexuellen als gleichwertig anzuerkennen.
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Dieter
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Mittwoch 26. Juni 2013, 20:47

Pilgerer hat geschrieben:Ich habe mir das Papier in Teilen durchgelesen. Hier ein kritischer Punkt mit Blick auf homosexuelle Partnerschaften:
EKD hat geschrieben:Die Frage nach der Segnung homosexueller Paare und der Gleichstellung homosexueller Partnerschaften, die sich darin ausdrückt, bewegt die evangelische Kirche seit Langem und ist nach wie vor umstritten. Im Kern geht es bei diesem Thema um das evangelische Verständnis der kirchlichen Trauung angesichts neuer Lebensformen. Es geht aber auch um die Frage, wie biblische Texte - zum Beispiel der Schöpfungsbericht - auszulegen sind und welche Rolle dabei die historische und gesellschaftliche Einordnung spielt. Deutet man die biblischen Aussagen, in denen Homosexualität als Sünde gekennzeichnet wird (3. Mose 18,22; 2,13; Röm 1,26-27), als zeitlos gültig, kann man zu der Meinung kommen, eine homosexuelle Partnerschaft sei mit einer heterosexuellen keinesfalls vergleichbar. Allerdings gibt es auch biblische Texte, die von zärtlichen Beziehungen zwischen Männern sprechen. Fragt man jenseits dieser einzelnen Textstellen nach dem, was menschliche Beziehung in Gottes Schöpfung ausmacht, dann ist zu konstatieren: Der Mensch wird von Anfang an als Wesen beschrieben, das zur Gemeinschaft bestimmt ist (1. Mose 2,18). Durch das biblische Zeugnis hindurch klingt als „Grundton“ vor allem der Ruf nach einem verlässlichen, liebevollen und verantwortlichen Miteinander, nach einer Treue, die der Treue Gottes entspricht. Liest man die Bibel von dieser Grundüberzeugung her, dann sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen sich Menschen zu einem verbindlichen und verantwortlichen Miteinander verpflichten, auch in theologischer Sicht als gleichwertig anzuerkennen. Nutzen homosexuelle Menschen heute die rechtliche Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft, dann erklären sie, wie heterosexuelle Menschen, bei der Eheschließung öffentlich ihren Willen, sich dauerhaft aneinander zu binden und füreinander Verantwortung zu tragen.
(Hervorhebungen von mir)

http://www.ekd.de/EKD-Texte/orientierun ... 8849.html

Der Fehler in der Argumentation liegt hier insbesondere darin, Treue und Sexualität in einen Topf zu werfen. Treue, die sich in Freundschaften oder brüderlicher Liebe zeigt, ist etwas völlig anderes als die homosexuelle Gier oder Praktik. Homosexualität hat nicht viel mit Treue zu tun, sondern ist primär das Benutzen des anderen zum Zweck des vergötzten Lustempfindens. Es gibt daher keine theologische Rechtfertigung dafür, homosexuelle Partnerschaften gegenüber heterosexuellen als gleichwertig anzuerkennen.


In diesem Papier ist Homosexualität nur ein kleiner Teil. Der Hauptteil des Papiers geht um heterosexuelle Beziehungsformen. DARÜBER sollte man in diesem Zusammenhang diskutieren!

Ich habe den Eindruck, dass sich das gesamte Denken einiger Forumsteilnehmer um nichts andres als um Homosexualität dreht....

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Raphael » Donnerstag 27. Juni 2013, 07:58

Dieter hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, dass sich das gesamte Denken einiger Forumsteilnehmer um nichts andres als um Homosexualität dreht....
Du verwechselst Ursache und Wirkung! 8)

Wenn man die absonderlichen Wünsche der Homo-Lobby zurückweist, dann kreist nicht das Denken des Zurückweisenden um die Wünsche der Homo-Lobby.
Ein Arzt, der einen Kranken behandelt, muß nicht zwangsläufig selber 'mal krank gewesen sein, und ein Richter, der einen Straftäter verurteilt, muß nicht selber irgendwann einmal straffällig geworden sein.

Dein Einwand zeigt jedoch deutlich, wie verwirrt Dein Denken ist ...........
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von berneuchen » Donnerstag 27. Juni 2013, 13:15

Raphael hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, dass sich das gesamte Denken einiger Forumsteilnehmer um nichts andres als um Homosexualität dreht....
Du verwechselst Ursache und Wirkung! 8)

Wenn man die absonderlichen Wünsche der Homo-Lobby zurückweist, dann kreist nicht das Denken des Zurückweisenden um die Wünsche der Homo-Lobby.
Ein Arzt, der einen Kranken behandelt, muß nicht zwangsläufig selber 'mal krank gewesen sein, und ein Richter, der einen Straftäter verurteilt, muß nicht selber irgendwann einmal straffällig geworden sein.

Dein Einwand zeigt jedoch deutlich, wie verwirrt Dein Denken ist ...........
Eine bestechende Argumentation.... :zirkusdirektor:

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pilgerer » Donnerstag 27. Juni 2013, 22:40

Dieter hat geschrieben:

In diesem Papier ist Homosexualität nur ein kleiner Teil. Der Hauptteil des Papiers geht um heterosexuelle Beziehungsformen. DARÜBER sollte man in diesem Zusammenhang diskutieren!

Ich habe den Eindruck, dass sich das gesamte Denken einiger Forumsteilnehmer um nichts andres als um Homosexualität dreht....
Bei der Homosexualität lässt sich die Haltung des Papiers nicht durch Geschwätz verhüllen. Dort wird eher als bei anderen Punkten deutlich, ob das Papier nun "ja" oder "nein" sagt.
Ein Punkt im EKD-Papier bezüglich der Ehe knüpft an Luthers Wort vom "weltlich Ding" an. Durchaus hat Luther die Ehe nicht mehr als Sakrament. Doch immer noch steht klar in der Bibel, dass Mann und Frau "ein Fleisch werden", und was Gott verbunden hat, niemand trennen soll. An diese Grundsätze haben auch die Reformatoren und alle echten "Protestanten" (im Sinn der historischen Protestation auf dem Reichstag) festgehalten. Die EKD ist in diesem Sinn heute nicht mehr protestantisch, sondern eine eigene Entwicklung. In vielen wirtschaftlichen und sozialen Fragen neigt die EKD heute zur moralischen Gesetzlichkeit, die nicht mehr im vollen Einklang mit "Sola Fide" und "Sola Gratia" steht.
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Freitag 28. Juni 2013, 08:37

Pilgerer hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:

In diesem Papier ist Homosexualität nur ein kleiner Teil. Der Hauptteil des Papiers geht um heterosexuelle Beziehungsformen. DARÜBER sollte man in diesem Zusammenhang diskutieren!

Ich habe den Eindruck, dass sich das gesamte Denken einiger Forumsteilnehmer um nichts andres als um Homosexualität dreht....
Bei der Homosexualität lässt sich die Haltung des Papiers nicht durch Geschwätz verhüllen. Dort wird eher als bei anderen Punkten deutlich, ob das Papier nun "ja" oder "nein" sagt.
Ein Punkt im EKD-Papier bezüglich der Ehe knüpft an Luthers Wort vom "weltlich Ding" an. Durchaus hat Luther die Ehe nicht mehr als Sakrament. Doch immer noch steht klar in der Bibel, dass Mann und Frau "ein Fleisch werden", und was Gott verbunden hat, niemand trennen soll. An diese Grundsätze haben auch die Reformatoren und alle echten "Protestanten" (im Sinn der historischen Protestation auf dem Reichstag) festgehalten. Die EKD ist in diesem Sinn heute nicht mehr protestantisch, sondern eine eigene Entwicklung. In vielen wirtschaftlichen und sozialen Fragen neigt die EKD heute zur moralischen Gesetzlichkeit, die nicht mehr im vollen Einklang mit "Sola Fide" und "Sola Gratia" steht.


Dies ist das Problem jeder Volkskirche. Auch die katholische und anglikanische Kirche ist heute nicht mehr dieselbe wie vor einigen Hundert Jahren.

In den Volkskirchen muss - und kann auch- jeder für sich seine Nische finden.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Pilgerer » Freitag 28. Juni 2013, 22:09

Dieter hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:

In diesem Papier ist Homosexualität nur ein kleiner Teil. Der Hauptteil des Papiers geht um heterosexuelle Beziehungsformen. DARÜBER sollte man in diesem Zusammenhang diskutieren!

Ich habe den Eindruck, dass sich das gesamte Denken einiger Forumsteilnehmer um nichts andres als um Homosexualität dreht....
Bei der Homosexualität lässt sich die Haltung des Papiers nicht durch Geschwätz verhüllen. Dort wird eher als bei anderen Punkten deutlich, ob das Papier nun "ja" oder "nein" sagt.
Ein Punkt im EKD-Papier bezüglich der Ehe knüpft an Luthers Wort vom "weltlich Ding" an. Durchaus hat Luther die Ehe nicht mehr als Sakrament. Doch immer noch steht klar in der Bibel, dass Mann und Frau "ein Fleisch werden", und was Gott verbunden hat, niemand trennen soll. An diese Grundsätze haben auch die Reformatoren und alle echten "Protestanten" (im Sinn der historischen Protestation auf dem Reichstag) festgehalten. Die EKD ist in diesem Sinn heute nicht mehr protestantisch, sondern eine eigene Entwicklung. In vielen wirtschaftlichen und sozialen Fragen neigt die EKD heute zur moralischen Gesetzlichkeit, die nicht mehr im vollen Einklang mit "Sola Fide" und "Sola Gratia" steht.


Dies ist das Problem jeder Volkskirche. Auch die katholische und anglikanische Kirche ist heute nicht mehr dieselbe wie vor einigen Hundert Jahren.

In den Volkskirchen muss - und kann auch- jeder für sich seine Nische finden.
Auch die Volkskirche sollte das Seelenheil (und den Gehorsam gegenüber Gott) ihrer Mitglieder im Blick haben. Sie soll ins Himmelreich führen statt die Gleichgültigkeit gegenüber dem Jüngsten Gericht zu fördern.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Sonnabend 29. Juni 2013, 09:14

"In vielen wirtschaftlichen und sozialen Fragen neigt die EKD heute zur moralischen Gesetzlichkeit, die nicht mehr im vollen Einklang mit "Sola Fide" und "Sola Gratia" steht."



Das kann durchaus mit einer protestantischen, genauer: reformierten, Sicht der Dinge zu tun haben. Die Christen, die durch sola fide und sola gratia gerechtfertigt sind, sollen aus Dankbarkeit die Welt zum Positiven hin verbessern und damit am Reich Gottes mitbauen.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Fragesteller » Sonnabend 29. Juni 2013, 13:15

Dieter hat geschrieben:"In vielen wirtschaftlichen und sozialen Fragen neigt die EKD heute zur moralischen Gesetzlichkeit, die nicht mehr im vollen Einklang mit "Sola Fide" und "Sola Gratia" steht."



Das kann durchaus mit einer protestantischen, genauer: reformierten, Sicht der Dinge zu tun haben. Die Christen, die durch sola fide und sola gratia gerechtfertigt sind, sollen aus Dankbarkeit die Welt zum Positiven hin verbessern und damit am Reich Gottes mitbauen.
Das ist eine Selbstverständlichkeit. Aber genau diese Selbstverständlichkeit wird in evangelischen Kirchen landauf, landab gepredigt, während Gnade und Glaube, die das eigentlich fundieren, in den Hintergrund gedrängt werden. Übrigens kann dieser zweite Schritt der Weltverbesserung viele Formen annehmen, und aus der christlichen Offenbarung ergibt sich kein zusätzliches verbindliches Argument, das hier mehr Eindeutigkeit. Schon deshalb können hier konkrete Antworten innerhalb der Kirche nicht gegeben werden.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von pneumatikos » Sonnabend 29. Juni 2013, 23:05

Es ist katastrofal, dieses "Positionspapier", und die Kritiker sollten die Rücknahme von diesem fordern, und/oder zumindest ein alternatives Positionspapier erarbeiten, dass die biblisch-reformatorische Sicht von Ehe und Sexualität darlegt.

Kein Wort findet man in diesem darüber, dass homosexuelle Praxis laut Bibel vom Reich Gottes ausschließt!

Dieter hat geschrieben:Das kann durchaus mit einer protestantischen, genauer: reformierten, Sicht der Dinge zu tun haben. Die Christen, die durch sola fide und sola gratia gerechtfertigt sind, sollen aus Dankbarkeit die Welt zum Positiven hin verbessern und damit am Reich Gottes mitbauen.
Naja, es wäre zu fragen, wie das denn aussieht, die Welt zum Positiven verbessern..., am Reich Gottes mitbauen...Als gleichberechtigte Partner Gottes? Wohl eher kaum. Nicht umsonst beten wir "Dein Reich komme!"
Die reformierte Sicht der Dinge ist eher, dass der Gerechtfertige eine strikte, konsequente Ethik lebt; da ist die Laxheit, die quasi im Positionspapier zur Norm erhoben wird, genau das gegenteil davon.

Ich wundere mich dass sich die SELK nicht zu Wort meldet, hat sie als Bekenntniskirche nicht die Pflicht, sich dazu öffentlich zu Wort zu melden? Bekennen geschieht nicht nur qua formaler Zustimmung zu einem Bekenntnis , sondern muss immer wieder von neuem als ein öffentlicher Akt vollzogen werden !
Ökumenische Zurückhaltung gilt hier nicht (es haben sich ja auch röm.-kath. und andere Theologen kritisch zum Positionspapier geäußert).
Die ELFK hatte z.B. auf ihrer HP, als der Streikt in der EVLK Sachsen um die Homophilen im Pfarrhaus entbrannte, auf ihrer Homepage ein Statement zur Homosexualität gepostet.
Ist die SELK - die sowieso fast niemand kennt - zusehr mit sich selbst beschäftigt?
Ich bin kein Gnostiker, auch wenn dies mein Username suggeriert.


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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Bischof » Sonntag 30. Juni 2013, 06:40

@ pneumatikos:

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) hat sich geäußert, mehrfach.

a) In ihrem offiziellen Kirchenmagazin "Lutherische Kirche" Ausgabe Mai 213 hat sie die Thematik aufgenommen. Ausschnitte aus dem Heft kann man online nachlesen:
http://www.lutherischekirche.de/pdf/luk ... 5_www.pdf

b) Ebenso hat sie schon 26 eine Orientierungshilfe Sexualität im Leben eines Christen herausgeben.
Abrufbar: http://www.selk.de/download/Lutherische ... erung2.pdf . Auch dieses Heft lässt sich beim Kirchenbüro für einen wirklich sehr kleinen Beitrag erwerben (2 Euro?).

c) Weiterführende Informationen zum Thema Ehe und Familie in der Orientierungshilfe: Mit Christus leben. Eine Wegweisung für evangelisch-lutherische Christen. Dieses Heft kostet 2,5 Euro, ist aber leider nicht online abrufbar. Ich meine es stammt aus dem Jahr 211. Ganz sicher bin ich mir nicht.

d) Ebenso ist es wichtig, wie eine Kirche zu Positionen oder dann auch Negationen kommt. Die SELK hat 211 ein Hermeneutikpapier verabschiedet, das es zu kaufen gibt oder auch online einsehbar ist: http://www.selk.de/synode211/35_Bibli ... neutik.pdf . Auch das kostet nicht die Welt, so um die 2 Euro.

e) Duch den alle vier Jahre tagenden Allgemeinen Pfarrkonvent, wo alle Pfarrer zusammenkommen müssen, mag es durchaus sein, dass nicht sofort und prompt eine Stellungnahme erschienen ist. Wer aber die Position der SELK hören möchte, kann das aufgrund der vorliegenden Publikationen schon jetzt.

Gesegneten Sonntag.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Florianklaus » Montag 1. Juli 2013, 08:51


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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von HeGe » Montag 1. Juli 2013, 13:47

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Montag 1. Juli 2013, 15:20



Wie der Kommentator richtig bemerkt, wird durch diese Orientierungshilfe auch die Homo-Ehe geschwächt:

"Der zweite Kollateralschaden ist ein debattenstrategischer: Aus Sicht eines evangelischen Christen ist zu begrüßen, dass die EKD in diesem Text eine deutliche Aufwertung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften fordert. Aber wie will man die Homo-Ehe stärken, nachdem man die Form der Ehe allgemein geschwächt hat?"

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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Dienstag 2. Juli 2013, 17:37


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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Bischof » Mittwoch 3. Juli 2013, 11:04

Wie ich soeben mitbekommen habe, hat der Bischof der SELK, Bischof Hans-Jörg Voigt, Hannover, ein Hirtenwort am Tage der Heimsuchung Mariens (2. Juli 2013) verfasst. Es ist den Kirchengemeinden zugegangen und soll am kommenden Sonntag verlesen bzw. bekanntgegeben werden.

Thema des Hirtenwortes: Ehe und Familie als Gaben Gottes entdecken

Dieter
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Re: EKD - Geistliche und moralische Selbstauflösung

Beitrag von Dieter » Mittwoch 3. Juli 2013, 12:04

Bischof hat geschrieben:Wie ich soeben mitbekommen habe, hat der Bischof der SELK, Bischof Hans-Jörg Voigt, Hannover, ein Hirtenwort am Tage der Heimsuchung Mariens (2. Juli 2013) verfasst. Es ist den Kirchengemeinden zugegangen und soll am kommenden Sonntag verlesen bzw. bekanntgegeben werden.

Thema des Hirtenwortes: Ehe und Familie als Gaben Gottes entdecken


Da bin ich sehr gespannt.

Ich gehe mal davon aus, dass dieses Papier ab Sonntag auch im Internet aufrufbar sein wird.

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