Maria in den Kirchen der Reformation

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

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FranzSales
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Maria in den Kirchen der Reformation

Beitrag von FranzSales » Montag 6. Juni 2005, 20:56

Mod.-Hinweis: Hier wurden mehrere kleine Stränge zum Thema in einem zusammengefasst.

Keine kirchentrennenden Differenzen mehr in Bezug auf Maria sagt dieses Dokument der anglikanisch-katholischen Kommission:
http://www.ecumenism.net/archive/arcic/mary_en.htm#C
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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HeGe
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Beitrag von HeGe » Dienstag 7. Juni 2005, 11:06

Habe ich auch gelesen und begrüße ich natürlich sehr. Jeder, der sich in Richtung voller Einheit mit der Kirche bewegt, kann ja nur beglückwünscht werden.

Ich frage mich aber, ob die anglikanischen Gläubigen diese theologische Erklärung überhaupt lesen, geschweige denn, dass sie jetzt plötzlich alle danach leben. Hier scheint mir die Theologie doch sehr aus dem Elfenbeinturm zu handeln, ähnlich wie bei dem Rechtfertigungslehrenkram von vor einigen Jahren.

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Beitrag von FranzSales » Dienstag 7. Juni 2005, 20:03

Im Gegensatz zum Luthertum findet zumindest in Teilen der anglikanischen Kirche (high-church oder anglo-catholics) tatsächlich Marienverehrung statt. Es gibt sogar in Walsington einen Marien-Wallfahrtsort ...
;D
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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Beitrag von FranzSales » Sonnabend 11. Juni 2005, 13:07

Das Statement habe ich jetzt auch auf Deutsch. Wen es interessiert, kann mich anmailen.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 13. Juni 2005, 13:28

FranzSales hat geschrieben:Im Gegensatz zum Luthertum findet zumindest in Teilen der anglikanischen Kirche (high-church oder anglo-catholics) tatsächlich Marienverehrung statt. Es gibt sogar in Walsington einen Marien-Wallfahrtsort ...
;D
Ähem, der Ort heißt Walsingham *räusper*

Mehr Infos hier: The shrine of our Lady of Walsingham

Gruß
Stephen D.

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 13. Juni 2005, 13:38

HeGe hat geschrieben: Ich frage mich aber, ob die anglikanischen Gläubigen diese theologische Erklärung überhaupt lesen, geschweige denn, dass sie jetzt plötzlich alle danach leben. Hier scheint mir die Theologie doch sehr aus dem Elfenbeinturm zu handeln, ähnlich wie bei dem Rechtfertigungslehrenkram von vor einigen Jahren.

Hallo HeGe,

nein, so ist das nicht. Die Anglikaner haben die Verehrung der Jungfrau Maria nie aufgegeben. Natürlich gibt es einige Flügel, die sie stärker praktizieren (high church) und einige, die sie kaum beachten (low church). Es gibt aber im anglikanischen Heiligen- und Festkalender eine ganze Reihe von Marienfesten, die gehalten werden:

- Candlemas (Mariä Lichtmess - sehr wichtig!!)
- Mothering Sunday (in den Fasten, eine Mischung aus Muttertag und Marienfest)
- The Visit of the Blessed Virgin to Elisabeth
- The Annunciation
- der 15. August als Fest der Seligen Jungfrau
- einer der Adventssonntage ist in besonderer Weise ein "Mariensonntag"

Das "Ave Maria" gehört (meist in gesungener Form) zum festen Bestandteil anglikanischer Gottesdienste, ebenso wird es in vielen Gemeinden auch gebetet, manchmal als vollständiges Angelusgebet nach der oder am Ende der Messe.

Gruß
Steve

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Beitrag von HeGe » Montag 13. Juni 2005, 17:38

Na gut. Dann ist es vielleicht doch keine so große Kluft.

Auch bei den Katholiken gibt es ja einige, die mit der Marienverehrung nicht so viel anfangen können und da sozusagen nur das nötigste "machen".

Ist mir aber bei meinen Englandbesuchen irgendwie gar nicht so aufgefallen.

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Beitrag von Heike » Montag 13. Juni 2005, 19:57

HeGe hat geschrieben:... und da sozusagen nur das nötigste "machen".
Gibt es da überhaupt "Nötigstes" zu machen?

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Beitrag von HeGe » Dienstag 14. Juni 2005, 11:26

Heike hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:... und da sozusagen nur das nötigste "machen".
Gibt es da überhaupt "Nötigstes" zu machen?
Aber selbstverständlich. Manche Marienfeste sind ja Hochfeste und daher sollte man an diesen Tagen auch eine Hl. Messe besuchen.

Aber es muss ja nicht unbedingt jeder Katholik regelmäßig den Rosenkranz beten oder Marienwallfahrten machen, auch wenn ihnen dann m.E. einiges verlorengeht.

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Beitrag von Heike » Dienstag 14. Juni 2005, 13:38

HeGe hat geschrieben:Aber es muss ja nicht unbedingt jeder Katholik regelmäßig den Rosenkranz beten oder Marienwallfahrten machen, auch wenn ihnen dann m.E. einiges verlorengeht.
Ich vermisse nichts.

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Beitrag von Angelika » Dienstag 14. Juni 2005, 15:57

HeGe hat geschrieben:Manche Marienfeste sind ja Hochfeste und daher sollte man an diesen Tagen auch eine Hl. Messe besuchen.
Welche Marienfeste sind denn gebotene Feiertage, an denen man ein Messe besuchen muss ?
:hmm:

Gruß
Angelika

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Beitrag von HeGe » Dienstag 14. Juni 2005, 16:03

Ein gebotenes Hochfest, für das auch die Sonntagspflicht gilt, ist auf jeden Fall das Hochfest der Gottesmutter Maria am 01. Januar. Dies gilt für ganz Deutschland.

In den Diözesen Augsburg, Bamberg, Eichstätt, Fulda, Limburg, Mainz, München-Freising, Passau, Regensburg, Speyer (saarländischer Anteil), Trier (saarländischer Anteil), Würzburg kommt nach Maria Himmelfahrt am 15.08. dazu.

An den anderen Hochfesten kann man aber auch ruhig mal in dir Kirche gehen, oder? Insbesondere bei Immaculata bedaure ich es sehr, dass dies kein gebotener Feiertag ist.

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Beitrag von Angelika » Dienstag 14. Juni 2005, 16:19

HeGe hat geschrieben:Ein gebotenes Hochfest, für das auch die Sonntagspflicht gilt, ist auf jeden Fall das Hochfest der Gottesmutter Maria am 01. Januar. Dies gilt für ganz Deutschland.
Das wissen die meisten sicher nicht.
Ich hab's auch erst vor einigen Monaten erfahren.


HeGe hat geschrieben:An den anderen Hochfesten kann man aber auch ruhig mal in dir Kirche gehen, oder? Insbesondere bei Immaculata bedaure ich es sehr, dass dies kein gebotener Feiertag ist.
Ja, man kann ... wie an allen anderen Tagen auch. ;)

Gruß
Angelika

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Beitrag von Heike » Dienstag 14. Juni 2005, 16:59

HeGe hat geschrieben:Ein gebotenes Hochfest, für das auch die Sonntagspflicht gilt, ist auf jeden Fall das Hochfest der Gottesmutter Maria am 01. Januar. Dies gilt für ganz Deutschland.
Ich find' auch, dass man an Neujahr in die Kirche gehen sollte. :ja:

Angelika hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:An den anderen Hochfesten kann man aber auch ruhig mal in dir Kirche gehen, oder? Insbesondere bei Immaculata bedaure ich es sehr, dass dies kein gebotener Feiertag ist.
Ja, man kann ... wie an allen anderen Tagen auch. ;)
:ja: :ja: :ja:



Dann sind wir ja schon fast wieder einer Meinung. :mrgreen:

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Beitrag von Angelika » Dienstag 14. Juni 2005, 18:41

Heike hat geschrieben:Ich find' auch, dass man an Neujahr in die Kirche gehen sollte. :ja:
Ich find das an Silvester noch viel mehr. 8)

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 14. Juni 2005, 20:26

Heike hat geschrieben:Ich vermisse nichts.
Schwer vorstellbar, daß diese Verhärtung im Sinne Jesu sei.
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 14. Juni 2005, 20:29

HeGe hat geschrieben:Ein gebotenes Hochfest, für das auch die Sonntagspflicht gilt, ist auf jeden Fall das Hochfest der Gottesmutter Maria am 01. Januar.
Eigentlich eher ein Bastard-Fest, das man eingeführt hat, um das Fest der Beschneidung des Herrn zu übertünchen.
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Beitrag von Heike » Dienstag 14. Juni 2005, 20:33

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Heike hat geschrieben:Ich vermisse nichts.
Schwer vorstellbar, daß diese Verhärtung im Sinne Jesu sei.
Welche Verhärtung? Nur weil ich nichts vermisse?

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Beitrag von Petra » Dienstag 14. Juni 2005, 21:26

Zur Verehrung der Muttergottes sollte niemand gedrängt werden.

M.E. (und das mit der an Sicherheit grenzenden Ahnung, dass viele mit den Augen rollen werden) ist die Nähe zu Maria etwas Leises und nicht geeignet für den großen Diskussionsabend. Wer es braucht, dem wird sie als Schwester oder Mutter von Gott geschenkt. Damit wir, neben ihr stehend, sehend werden und mit ihr gemeinsam nachfolgen und anbeten (lernen). – Ihre Erscheinungen auf Erden sind mir fremd, damit kann ich auch nichts anfangen. Aber es gibt so viele Arten des Gerufenwerdens von Gott, warum die Methode, die für einen anderen funzt, ablehnen, nur weil sie einen selbst kalt lässt?


(Muss jetzt Desperate Housewives gucken.)

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 15. Juni 2005, 00:42

Heike hat geschrieben:Welche Verhärtung? Nur weil ich nichts vermisse?
Nee, die Bekennerhaltung, mit der du das verkündest. Ein wenig trotzig.

Petra hat Recht mit ihrer Anmerkung, finde ich:
Petra hat geschrieben:… die Nähe zu Maria etwas Leises und nicht geeignet für den großen Diskussionsabend. Wer es braucht, dem wird sie als Schwester oder Mutter von Gott geschenkt.
Darum – wenn du einen Rat hören willst – würde ich einfach sagen: Bleib offen, falls Gott dir eine Beziehung auch zu Seiner Mutter schenken möchte, für die du heute noch keinen rechten Sinn hast. »Falls«, mehr will ich gar nicht sagen.
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Beitrag von Heike » Mittwoch 15. Juni 2005, 07:49

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Heike hat geschrieben:Welche Verhärtung? Nur weil ich nichts vermisse?
Nee, die Bekennerhaltung, mit der du das verkündest. Ein wenig trotzig.
Eher genervt von der Vehemenz, mit der auf der Marienfrömmigkeit rumgeritten wird. Ich hab' mir in letzter Zeit zu oft anhören müssen, dass mir da was fehlen muss. Und mit den Formen, in denen diese Frömmigkeit sich oft zeigt kann ich erst recht nichts anfangen. Außerdem bin ich wohl Mai-geschädigt. :roll:
Sollen andere es ruhig tun - solange Christus im Zentrum bleibt - aber für mich ist es eben nichts und mir fehlt auch nichts dabei. Ich lass mir eben nur nicht gerne einreden, dass mir doch was fehlen müsste.

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 15. Juni 2005, 09:31

Heike hat geschrieben:Eher genervt von der Vehemenz, mit der auf der Marienfrömmigkeit rumgeritten wird.
Na gut, das kann ich prinzipiell verstehen. (Hier in diesem Strang hatte ich davon allerdings nichts bemerkt.)
Heike hat geschrieben:Ich hab' mir in letzter Zeit zu oft anhören müssen, daß mir da was fehlen muß.
Man muß sich ja nicht gleich jeden herrenlos herumstehenden Schuh anziehen, oder? (Ich würde übrigens durchaus zugeben, daß mir da was fehlt.)
Heike hat geschrieben:Und mit den Formen, in denen diese Frömmigkeit sich oft zeigt kann ich erst recht nichts anfangen.
Manche Formen halte ich sogar für schädlich. Aber wenn mich gewisse Überhitzungen eher abstoßen, dann bin ich gut beraten, nicht die Mutter mit dem Bade auszuschütten, sondern mich auf die Fakten zu besinnen – zum Beispiel, indem ich mal wieder das Stabat mater meditiere.
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Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus » Donnerstag 16. Juni 2005, 14:39

Hallo zusammen,

wenn ich mir den Verlauf der Diskussion hier so ansehe, meine ich feststellen zu können, daß die Bandbreite an praktizierter (und nicht praktizierter) Marienverehrung in der Anglikanischen und der Katholischen Kirche wohl in etwa gleich ist. Bloß die "Binnenverteilung" ist dann noch ein bißchen unterschiedlich. ;D

Gruß
Stephen

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Marcus
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Maria, die Glaubende

Beitrag von Marcus » Montag 14. Juli 2008, 21:59

Dazu eine Predigt von Propst Gert Kelter am 4. Sonntag im Advent 2002.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Dienstag 15. Juli 2008, 02:07

Sehr schöne Predigt.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

Johaennschen
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Beitrag von Johaennschen » Dienstag 15. Juli 2008, 02:18

Propst Kelter hat geschrieben:Ist es nicht auffällig, liebe Gemeinde, dass gerade in den Kirchen, die Maria schon lange nicht mehr selig preisen, im Bemühen um das Weibliche im Glauben und in der Kirche, sich anderes den Platz erobert hat, der eigentlich der Jungfrau und Gottesmutter Maria nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift zusteht?

Dieses „Andere", das sich feministische Theologie nennt und die Frau an sich vergöttlicht oder dieses „Andere", das gegen Frauendiskriminierung und für Gleichberechtigung und Frauenordination tobt und kämpft.
Schöne Denke. Ich mag unseren Propst! :freude:
Übrigens wird die Tatsache, daß die allerseligste und immerwährende Jungfrau Maria in der Ur-Kirche gerade kein sakramentales Amt inne hatte, als Beweis dafür gesehen, daß Frauen auch nicht ins Hirtenamt berufen sind. Wenn es nämlich geboten wäre, auch Frauen ins Amt der Kirche zu berufen, dann hätte ja gerade die Trocknerin der Tränen Evas ein bischöfliches Amt inne haben müssen, quasi als Urbischöfin einer weiblichen Sukzessionslinie. Dem war historisch aber nicht so! :P
Bei uns Protestanten mag diese Argumentation keine Rolle spielen, aber innerhalb der Orthodoxie hat sie allergrößtes Gewicht, wie ich heute erfuhr. :)

Pfarrer Martens habe ich am Fest der Heimsuchung gehört, war auch sehr schön (leider ist der Text (noch?) nicht online): Maria als fleischerne Bundeslade, das Bekenntnis zur Muttergottes als tiefster Ausdruck der Inkarnation usw. :jump:
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

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Raphael
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Re: Maria, die Glaubende

Beitrag von Raphael » Dienstag 15. Juli 2008, 10:11

Marcus hat geschrieben:Dazu eine Predigt von Propst Gert Kelter am 4. Sonntag im Advent 2002.
In der Tat eine sehr schöne Predigt, die in rechter Weise auf das Weihnachtsfest einstimmt! :jump: :jump: :jump:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Marcus
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Beitrag von Marcus » Sonnabend 6. September 2008, 19:22

Johaennschen hat geschrieben:Pfarrer Martens habe ich am Fest der Heimsuchung gehört, war auch sehr schön (leider ist der Text (noch?) nicht online): Maria als fleischerne Bundeslade, das Bekenntnis zur Muttergottes als tiefster Ausdruck der Inkarnation usw. :jump:
Hier kann die Predigt nachgelesen werden.

Das war eine sehr schöne, vielleicht sogar die schönste Marienpredigt, die ich jemals gelesen habe. Ich muss wirklich mal nach Berlin fahren...
Zuletzt geändert von Marcus am Montag 24. November 2008, 17:10, insgesamt 1-mal geändert.

Allons
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Beitrag von Allons » Montag 8. September 2008, 10:32

Marcus hat geschrieben: Ich muss wirklich mal nach Berlin fahren...
Nur zu... 8)

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Beitrag von overkott » Donnerstag 11. September 2008, 09:27

Allons hat geschrieben:
Marcus hat geschrieben: Ich muss wirklich mal nach Berlin fahren...
Nur zu... 8)
Seid ihr morgen in Paris mit dabei?

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Beitrag von Allons » Donnerstag 11. September 2008, 17:16

overkott hat geschrieben:
Allons hat geschrieben:
Marcus hat geschrieben: Ich muss wirklich mal nach Berlin fahren...
Nur zu... 8)
Seid ihr morgen in Paris mit dabei?
Aber nie ohne mein: :mrgreen:

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Marcus
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Beitrag von Marcus » Freitag 12. September 2008, 15:02

So Leute, nun geht´s mit der „gut lutherischen!!!“ Marienverehrung in die nächste Runde:
Um dieser persönlichen Vereinigung und Gemeinschaft willen der Naturen hat Maria, die hochgelobte Jungfrau, nicht einen purlauteren Menschen, sondern einen solchen Menschen, der wahrhaftig der Sohn Gottes des AIlerhöchsten ist, geboren, wie der Engel zeugt; welcher seine göttliche Majestät auch in Mutterleibe erzeigt [hat], daß er von einer Jungfrau unverletzt ihrer Jungsrauschaft geboren [ist]; darum sie wahrhaftig Gottes Mutter und gleichwohl eine Jungfrau geblieben ist.

Formula Concordiae, SD VIII, BSLK S. 1024
Diese dogmatischen Lehraussagen stehen in der sog. Konkordienformel. Demnach ist die hl. Maria nicht nur als Gottesmutter, sondern auch als immerwährende Jungfrau von jedem ev.-luth. Christen zu verehren. Das ist somit „de fide“ und für einige Protestanten, auch aus ev.-luth. Gemeinden, sicherlich ein großer Schock, vor allem für jene, die meinen, es sei gut protestantisch und auch lutherisch, das in Frage zu stellen bzw. abzulehnen.

Da die katholischen Schätze des Luthertums über Jahrhunderte nach und nach versenkt wurden, ist es an der Zeit, sie wieder zu bergen und der Öffentlichkeit, besonders der protestantischen, als übernommene Schätze des Glaubens und der hl. Tradition der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche zu präsentieren.

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