500 Jahre Reformation

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

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500 Jahre Reformation - Grund zur Freude?

Für mich ausnahmslos Grund zur Freude!
12
12%
Für mich nur bedingt ein Grund zur Freude!
7
7%
Für mich kein Grund zur Freude.
58
58%
Es gab gute Gründe, aber ich leide unter der Trennung!
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19%
Mir egal!
4
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500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Sonnabend 5. Mai 2012, 17:27

Weltweit wird 217 das Reformationsjubiläum gefeiert. Mit der Lutherdekade bereiten sich Kirche und Staat auf den 5. Jahrestags des Thesenanschlags in Wittenberg vor:

http://www.ekd.de/themen/luther217.html

Was habt ihr zu diesem Jubiläum zu sagen?
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pit » Sonnabend 5. Mai 2012, 17:36

Luther hatte einige gute Gründe für die Reformation- auch, wenn er leider manchmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet hatte -,aber ich leide unter der konfessionallen Trennung.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Sonnabend 5. Mai 2012, 18:15

lutherbeck hat geschrieben:Weltweit wird 217 das Reformationsjubiläum gefeiert. Mit der Lutherdekade bereiten sich Kirche und Staat auf den 5. Jahrestags des Thesenanschlags in Wittenberg vor:

http://www.ekd.de/themen/luther217.html

Was habt ihr zu diesem Jubiläum zu sagen?

Einen Thesenanschlag gab es offensichtlich gar nicht.

http://www.luther.de/legenden/tanschl.html

Ansonsten schliesse ich mich taddeo an. Im übrigen unterscheidet sich das heutige Luthertum der Käßmanns, Schneiders und wie sie alle heißen, deutlich von dem Luthers.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
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Marcus
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Marcus » Sonnabend 5. Mai 2012, 18:22

Zur Reformation: :ja:
Zum endgültigen Schisma, das aber letztlich die Konsequenz war: :(
Zu den späteren landeskirchlichen Entwicklungen bis heute: :roll:
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von asderrix » Sonnabend 5. Mai 2012, 18:31

Edi hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Weltweit wird 217 das Reformationsjubiläum gefeiert. Mit der Lutherdekade bereiten sich Kirche und Staat auf den 5. Jahrestags des Thesenanschlags in Wittenberg vor:

http://www.ekd.de/themen/luther217.html

Was habt ihr zu diesem Jubiläum zu sagen?

Einen Thesenanschlag gab es offensichtlich gar nicht.

http://www.luther.de/legenden/tanschl.html
Du findest immer im WWW jemand der irgend eine dumme Theorie verbreitet!
Übrigens finde ich es auch schade dass es zu dieser Trennung gekommen ist, wie schön wäre es gewesen, wenn die Römer sich reformieren lassen hätten und zu den biblischen Wahrheiten zurückgekehrt wären, hinter dehnen letztendlich auch Luther noch ein ganzes Stück zurückgeblieben ist.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Sonnabend 5. Mai 2012, 18:53

asderrix hat geschrieben: Du findest immer im WWW jemand der irgend eine dumme Theorie verbreitet!

Der Thesenanschlag wurde nie bewiesen bis heute. Diese Legende wurde lediglich oft genug kolportiert, ebenso wie man bis zum heutigen Tag Luther in evangelischen Kreisen übermässig hochhebt und weder seine charakterlichen noch seine theologischen Schwächen, die nicht gering waren, thematisiert. Das geht sogar bis in die Freikirchen/Wiedertäufer hinein, die Luther damals einen Kopf kürzer machen lassen wollte.

Ansonsten sind Luthers Thesen immer noch weit katholischer als die heutigen sog. Luthernachfolger der Grosskirche.

Luther war ein Kirchenkritiker, der gewisse Reformen wollte, aber keiner, der das Evangelium allzusehr propagierte.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von berneuchen » Sonnabend 5. Mai 2012, 19:04

Edi hat geschrieben:
asderrix hat geschrieben: Du findest immer im WWW jemand der irgend eine dumme Theorie verbreitet!

Der Thesenanschlag wurde nie bewiesen bis heute. Diese Legende wurde lediglich oft genug kolportiert, ebenso wie man bis zum heutigen Tag Luther in evangelischen Kreisen übermässig hochhebt und weder seine charakterlichen noch seine theologischen Schwächen, die nicht gering waren, thematisiert. Das geht sogar bis in die Freikirchen/Wiedertäufer hinein, die Luther einen Kopf kürzer machen lassen wollte.
Das der Thesenanschlag historisch umstritten ist, sind olle Kamellen, das hat schon vor 30 Jahren unser Prof für Kirchengeschichte gesagt(ein echter Lutheraner,).
Entscheidend für die weitere Entwicklungnaber war, das Luthers 95 Thesen im Druck in Windeseile verbreitet wurden ( übrigens auch in Niederbayern!)
Was rausgekommen ist, ist nach 500 Jahren z T zum Heulen, anderes ist Allgemeingut der abendländischen Christenheit geworden. Wichtiger als die Thesen ist jedenfalls die Augsburgische Konfession, mit ihr ist ein Gespräch zwischen den Konfessionen verheissungsvoller als mit einem Hurraprotestantismus zum Jubiläum.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pit » Sonnabend 5. Mai 2012, 19:06

Zwei Anmerkungen,Edi:

1)
Den Anschlag der Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg gab es nicht, wohl aber dieselbe als "Nachrichtenbörse", denn "x schlug seine Thesen/Ideen/Forderungen an die Tür der Schlosskirche" die ja auch Universitätskirche war, hiess damals in Wittenberg eigentlich nichts anderes als:
"x machte seine Thesen/...an der Uni bekannt!"
2)
Leider hast Du Recht, Luther würde sich in der SELK heimisch fühlen und warscheinlich als zu katholisch aus der EKD ausgeschlossen.
Edi hat geschrieben: ...
Einen Thesenanschlag gab es offensichtlich gar nicht.

http://www.luther.de/legenden/tanschl.html
...
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pit » Sonnabend 5. Mai 2012, 19:11

Marcus hat geschrieben:Zur Reformation: :ja:
Zum endgültigen Schisma, das aber letztlich die Konsequenz war: :(
...
Was wäre wohl geschehen, hätte Karl V anders auf Luther reagiert?
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Marcus » Sonnabend 5. Mai 2012, 19:21

asderrix hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Weltweit wird 217 das Reformationsjubiläum gefeiert. Mit der Lutherdekade bereiten sich Kirche und Staat auf den 5. Jahrestags des Thesenanschlags in Wittenberg vor:

http://www.ekd.de/themen/luther217.html

Was habt ihr zu diesem Jubiläum zu sagen?

Einen Thesenanschlag gab es offensichtlich gar nicht.

http://www.luther.de/legenden/tanschl.html
Du findest immer im WWW jemand der irgend eine dumme Theorie verbreitet!
Übrigens finde ich es auch schade dass es zu dieser Trennung gekommen ist, wie schön wäre es gewesen, wenn die Römer sich reformieren lassen hätten und zu den biblischen Wahrheiten zurückgekehrt wären, hinter dehnen letztendlich auch Luther noch ein ganzes Stück zurückgeblieben ist.
Bei den Römern war Luthers Latein am Ende. Er sprach und prägte schließlich das Hochdeutsche. Eine Sprache, die auch manche Sachsen bis heute nicht verstehen und sprechen können. Das erklärt auch die konfessionellen Spaltungen... :pfeif: ;D
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Marcus » Sonnabend 5. Mai 2012, 19:25

Pit hat geschrieben:
Marcus hat geschrieben:Zur Reformation: :ja:
Zum endgültigen Schisma, das aber letztlich die Konsequenz war: :(
...
Was wäre wohl geschehen, hätte Karl V anders auf Luther reagiert?
Über solche Fragen habe ich mir früher auch immer wieder meine Gedanken gemacht. Aber letztlich sind diese unnötig. Denn was geschehen ist, das ist geschehen. Wir beide könnten zwar darüber diskutieren, wie die Geschichte eventuell weiter hätte verlaufen können. Aber ändern können wir sie leider nicht.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von asderrix » Sonnabend 5. Mai 2012, 19:31

Marcus hat geschrieben: Er sprach und prägte schließlich das Hochdeutsche. Eine Sprache, die auch manche Sachsen bis heute nicht verstehen und sprechen können.
Verstehen allemal, ist ja eine Steigerung vom Hochdeutsch zum sächsischen. :pfeif:
Er sprach und prägte schließlich das Hochdeutsche.
A, deshalb sind die Bajowaren und Östreicher noch katholisch, die ham ihn net verstanden.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von taddeo » Sonnabend 5. Mai 2012, 20:19

asderrix hat geschrieben:
Er sprach und prägte schließlich das Hochdeutsche.
A, deshalb sind die Bajowaren und Östreicher noch katholisch, die ham ihn net verstanden.
:kugel:
Da kann was dran sein. Aber Luther hätte von einem Oberpfälzer oder niederbayerischen Bauern auch nix verstanden, wenn er damals dort hätte missionieren wollen. ;D
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von berneuchen » Sonnabend 5. Mai 2012, 21:45

taddeo hat geschrieben:
asderrix hat geschrieben:
Er sprach und prägte schließlich das Hochdeutsche.
A, deshalb sind die Bajowaren und Östreicher noch katholisch, die ham ihn net verstanden.
:kugel:
Da kann was dran sein. Aber Luther hätte von einem Oberpfälzer oder niederbayerischen Bauern auch nix verstanden, wenn er damals dort hätte missionieren wollen. ;D
Luther hat das sächsische Kanzleideutsch benutzt, von dem er glaubte, dass es in ganz Deutschland verstanden würde. Selber hat er vermutlich gesächselt . :heul:

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Granuaile » Sonntag 6. Mai 2012, 08:34

taddeo hat geschrieben: ...
Was hier "gefeiert" werden soll, ist von der Wirkung her die größte Tragödie in der Geschichte der Kirche Gottes.
....
Eine einheitliche christliche Kirche gab es nie. Bereits in Urchristentum wurde gestritten. Es gab immer wieder Spaltungen und Sonderwege. Die Römisch-katholische Kirche ging selbst aus einer Spaltung hervor ("Westkirche" und "Ostkirche" vor rund 1000 Jahren). Selbstverständlich glaubt jede Kirche, sie stehe in idealer oder zumindest optimaler Weise in der Tradition des Wanderpredigers aus Nazareth. Die eine oder andere glaubt gar, sie allein sei die Kirche Jesu Christi. Ich bin vorsichtig mit Superlativen bezüglich der Tragweite der Ereignisse des 16. Jahrhunderts.

Es scheint mir durchaus legitim zu sein, wenn wir Evangelischen der Reformation gedenken und diese auch feiern. Die Gedankengänge Luthers, Zwinglis usw. und deren nachhaltige Verbreitung, so dass sie nicht ideologische Eintagsfliegen blieben, sind eine Leistung, über die wir uns freuen dürfen, ohne damit in Arroganz und Triumphgeheule zu verfallen.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Altlutheraner » Sonntag 6. Mai 2012, 12:24

Granuaile hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: ...
Was hier "gefeiert" werden soll, ist von der Wirkung her die größte Tragödie in der Geschichte der Kirche Gottes.
....
Eine einheitliche christliche Kirche gab es nie. Bereits in Urchristentum wurde gestritten. Es gab immer wieder Spaltungen und Sonderwege. Die Römisch-katholische Kirche ging selbst aus einer Spaltung hervor ("Westkirche" und "Ostkirche" vor rund 1000 Jahren). Selbstverständlich glaubt jede Kirche, sie stehe in idealer oder zumindest optimaler Weise in der Tradition des Wanderpredigers aus Nazareth. Die eine oder andere glaubt gar, sie allein sei die Kirche Jesu Christi. Ich bin vorsichtig mit Superlativen bezüglich der Tragweite der Ereignisse des 16. Jahrhunderts.

Es scheint mir durchaus legitim zu sein, wenn wir Evangelischen der Reformation gedenken und diese auch feiern. Die Gedankengänge Luthers, Zwinglis usw. und deren nachhaltige Verbreitung, so dass sie nicht ideologische Eintagsfliegen blieben, sind eine Leistung, über die wir uns freuen dürfen, ohne damit in Arroganz und Triumphgeheule zu verfallen.
Gerade diese Arroganz, die du ansprichst, vermisse ich ein wenig. Das ist auch das Problem das die EKD hat, sie hat ihr Profil verloren. Die EKD ist auf "Kuschelökumene" aus, dabei sollte sie der Römisch-katholischen Kirche mal lieber Saures statt Süßes geben.

Auch finde ich es erschreckend, dass kaum ein landeskirchlich - evangelischer Christ eine Ahnung hat, ob er denn nun reformiert, lutherisch oder uniert ist. Wenn jede einzelne Landeskirche ihr jeweiliges Profil (reformiert, lutherisch, uniert (Unionen gehören sowieso abgeschafft)) schärfen würde hätten wir auch wieder ein Profil.

Bestes Beispiel für diese "Kuschelökumene" ist ja wohl die Heilig-Rock-Wallfahrt. Die römischen Katholiken dürfen tun und lassen was sie wollen, aber ich als evangelischer Christ erwarte von meiner Kirche, dass sie bei dieser "Bescheißerey zu Trier" nicht mitmacht.

Mit freundlichen Grüßen,

Altlutheraner
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dunkelmann » Sonntag 6. Mai 2012, 15:18

Meine laienhafte Sicht der Dinge ist diese:

Die Reformation konnte nur unter den besonderen Bedingungen des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit sowie insbesondere der schweren Krise der katholischen Kirche der Zeit stattfinden. Die Beschreibung der Missstände in der Kirche, die ein Martin Luther erlebte und die ihn zum Handeln bewogen, lassen einem heute die Haare zu Berge stehen. Ein erheblicher Reformbedarf war also bestimmt vorhanden.

Wäre Martin Luther im 19. oder 20. Jahrhundert Augustinermönch gewesen, so hätte er der katholischen Kirche sicherlich nie den Rücken gekehrt.

Die Reformation hat zwar die Spaltung des Christentums weiter vorangetrieben (vorher gab allerdings schon das Morgenländische Schisma), sie war aber wohl nicht zu vermeiden.

Feiern im Sinne von Jubeln ist wohl nicht angebracht, aber es gibt Gelegenheit, über den Stand der Dinge nachzudenken.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Sonntag 6. Mai 2012, 16:18

asderrix hat geschrieben:Übrigens finde ich es auch schade dass es zu dieser Trennung gekommen ist, wie schön wäre es gewesen, wenn die Römer sich reformieren lassen hätten und zu den biblischen Wahrheiten zurückgekehrt wären, hinter dehnen letztendlich auch Luther noch ein ganzes Stück zurückgeblieben ist.
Der aktuelle Papst ist aber doch sehr stark auf dem Weg "zu den biblischen Wahrheiten" und verkündigt diese nach meiner Meinung gut unter den Christen. Gerade indem er eindrücklich auf Jesus Christus hinweist, beugt er einer zu starken Heiligenverehrung vor. Ist das nicht eine Wendung hin zum Anliegen der Reformation und der Evangelikalen?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von tanatos » Sonntag 6. Mai 2012, 17:23

Dunkelmann hat geschrieben: Wäre Martin Luther im 19. oder 20. Jahrhundert Augustinermönch gewesen, so hätte er der katholischen Kirche sicherlich nie den Rücken gekehrt.
...was er ja bekanntlich im gegensatz zur kirche von trident nie gemacht hat... :D :D :D

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von tanatos » Sonntag 6. Mai 2012, 17:26

Pilgerer hat geschrieben:
asderrix hat geschrieben:Übrigens finde ich es auch schade dass es zu dieser Trennung gekommen ist, wie schön wäre es gewesen, wenn die Römer sich reformieren lassen hätten und zu den biblischen Wahrheiten zurückgekehrt wären, hinter dehnen letztendlich auch Luther noch ein ganzes Stück zurückgeblieben ist.
Der aktuelle Papst ist aber doch sehr stark auf dem Weg "zu den biblischen Wahrheiten" und verkündigt diese nach meiner Meinung gut unter den Christen. Gerade indem er eindrücklich auf Jesus Christus hinweist, beugt er einer zu starken Heiligenverehrung vor. Ist das nicht eine Wendung hin zum Anliegen der Reformation und der Evangelikalen?
eindeutig! alledings vermute ich doch stark, daß diese wende zu einer wirklichen erneuerung nicht duch den aktuellen bischof von rom, sondern durch seine vorgänger vollzogen wurde!

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Granuaile » Sonntag 6. Mai 2012, 18:24

Dunkelmann hat geschrieben:...

Wäre Martin Luther im 19. oder 20. Jahrhundert Augustinermönch gewesen, so hätte er der katholischen Kirche sicherlich nie den Rücken gekehrt.

....
Diese Aussage mag richtig sein, hat jedoch ein spekulatives Element. Man kann die Frage auch einen Schritt früher ansetzen: Wenn Martin Luther im 19. oder 20. Jahrhundert gelebt und sich der römisch-katholischen Kirche angehörig gefühlt hatte, wäre er dann Augustinermönch geworden? (Ich weiss es nicht.)

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Radulf Thoringi » Montag 7. Mai 2012, 10:01

Altlutheraner hat geschrieben:...Bestes Beispiel für diese "Kuschelökumene" ist ja wohl die Heilig-Rock-Wallfahrt. Die römischen Katholiken dürfen tun und lassen was sie wollen, aber ich als evangelischer Christ erwarte von meiner Kirche, dass sie bei dieser "Bescheißerey zu Trier" nicht mitmacht.
Gegen das Schärfen des eigenen Profiles hat sicher niemand etwas einzuwenden. Es sollte aber nicht zu einem Protest um des Protestes willen kommen. Wenn die vorhandenen Mißstände in dieser Sache ausgeräumt wurden (was sie aus meiner Sicht sind) so ist es richtig hier kein Tier zu Tode zu reiten. Ich habe mich gefreut, daß es möglich war einiges an Gemeinsamkeiten mit Römern und z.B. Ostkirchlern zu erleben. Ja, jetzt ist es raus, ich bin also Kryptopapist der an scheinheiligen Ökumeneveranstaltungen teilnimmt :maske: .

Noch etwas zum Erheitern: Eine römisch-demokratische Basisinitiative forderte auf einem Banner doch glatt "die Weihe von Laien", noch nicht mal von Laiinnen. Nun ja, Pudding hat keine Gräten.
Zuletzt geändert von Radulf Thoringi am Montag 7. Mai 2012, 12:39, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von taddeo » Montag 7. Mai 2012, 10:26

Radulf Thoringi hat geschrieben:... "die Weihe von Laien", ...
:hae?:
Nur Priester und Bischöfe werden geweiht, nachdem sie schon Kleriker sind. Da kann also nur die Diakonatsweihe gemeint sein. :hmm: ;D
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Montag 7. Mai 2012, 12:15

tantos hat geschrieben:eindeutig! alledings vermute ich doch stark, daß diese wende zu einer wirklichen erneuerung nicht duch den aktuellen bischof von rom, sondern durch seine vorgänger vollzogen wurde!
Meine Vermutung ist, dass diese Entwicklung schon mit dem Verlust des Kirchenstaates begann. Das war eine bittere, aber heilsame Fastenkur, um wieder ganz offen für Gott zu werden und sich nicht von weltlichem Besitz oder weltlicher Macht abhängig zu machen. Langfristig hat dies dazu geführt, dass die Päpste in ihrer Amtsführung immer schlichter wurden. Sie haben Stück für Stück den alten Prunk (z.B. die Sänfte) zurück gefahren. So nähern sie sich der Rolle an, die Petrus als Apostel hatte. Zu dieser Entwicklung gehört dann sicher auch die wachsende Rolle der Bibel (siehe "pro multis") und Jesus Christus als Den Mittler zwischen Gott und Menschen.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Raphael » Montag 7. Mai 2012, 14:57

Radulf Thoringi hat geschrieben:.......... Es sollte aber nicht zu einem Protest um des Protestes willen kommen. .........
Aber genau das ist doch die einzige verbleibende Existenzberechtigung, die den Protestanten (Nomen est omen! 8) ) noch zukommt, nachdem alle von dem katholischen Glauben übernommenen theologischen Grundlagen hinwegsäkularisiert worden sind! :hmm:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Sonnabend 12. Mai 2012, 21:11

Vom Staat wird Geld für das Jubiläum bereitgestellt:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=r ... kbEBYAf1Qg

daraus:
Die Bundesregierung bereitet gemeinsam mit den Ländern und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) das Reformationsjubiläum vor. Bis 217 sollen 35 Millionen Euro an Sondermitteln aus dem Etat des Kulturstaatsministers zur Verfügung gestellt werden.
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Reformationsjubiläum

Beitrag von Altlutheraner » Donnerstag 5. Juli 2012, 21:29

Grüß Gott!

Ich dachte mir, da wir uns hier in der Klausnerei befinden, einen Strang extra für das Reformationsjubiläum im Jahre 217 zu eröffnen. Hier könnte man zum Beispiel Artikel, Informationen usw. posten, in denen es darum geht (oder auch verwandte Themen, beispielsweise die Rolle Margot Käßmanns als Lutherbotschafterin etc.).

Auf die Idee kam ich, weil es mich einerseits etwas verlustigt, andererseits auch zum Nachdenken gebracht hat, da in einem Artikel, den ich unten verlinken werde, von einer "evangelischen Weltkirche" gesprochen wird. Es wird nämlich geplant, eine Art "Weltausstellung des Protestantismus" zu gestalten. Was haltet ihr davon?

Hier der Artikel: http://www.christundwelt.de/themen/deta ... che-kommt/

Und hier noch einer: http://www.ekd.de/melanchthon21/aktuelles/19145.html

Mit evangelischen Grüßen,

Altlutheraner
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Freitag 6. Juli 2012, 15:25

Danke!

:daumen-rauf:

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erwägt für das Jahr 217 eine "Weltausstellung der Reformation":

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=r ... -CLF5ptlAw

:doktor:
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von civilisation » Sonnabend 7. Juli 2012, 10:38

Ein seltsames Kirchen- und Sakramentenverständnis hat die Frau Käßmann da wieder mal an den Tag gelegt. - Ist ja schon immer so gewesen. :roll:
"Das Schönste wäre, wenn wir zum Jubiläum 217 gemeinsam sagen könnten: Wir bleiben in manchen Punkten verschieden, aber wir können zumindest das Abendmahl gemeinsam feiern“, sagte die Theologin und frühere hannoversche Landesbischöfin der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe).
Und natürlich - Schuldzuweisungen:
Auch die katholische Kirche „hat ihren Teil dazu beigetragen, dass es neue Gräben gibt: das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit von 187 etwa oder die Mariendogmen.“
-> http://www.domradio.de/news/artikel_82834.html

Eine seltsame Botschafterin ist das ... :/

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Clemens » Sonnabend 7. Juli 2012, 11:43

Was ist jetzt daran seltsam? Es ist halt protestantisch.
Den Link habe ich mir nicht angetan, nur die von dir zitierten Sätze: die sind ganz normal und für evangelische Theologie auch logisch und folgerichtig.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Sonnabend 7. Juli 2012, 12:43

civilisation hat geschrieben:Ein seltsames Kirchen- und Sakramentenverständnis hat die Frau Käßmann da wieder mal an den Tag gelegt. - Ist ja schon immer so gewesen. :roll:
"Das Schönste wäre, wenn wir zum Jubiläum 2017 gemeinsam sagen könnten: Wir bleiben in manchen Punkten verschieden, aber wir können zumindest das Abendmahl gemeinsam feiern“, sagte die Theologin und frühere hannoversche Landesbischöfin der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe).

Katholiken haben bekanntlich kein Abendmahl, also können sie das auch nicht mit den Protestanten zusammen feiern. Das weiss Käßmann auch sehr wohl, aber sie nimmt bekanntlich auf die Ansichten der KK keine Rücksicht, was sie schon sehr oft bewiesen hat mit ihrem trampeltierartigen Vorgehen.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Reinhard » Sonnabend 7. Juli 2012, 13:34

Edi hat geschrieben:Katholiken haben bekanntlich kein Abendmahl, also können sie das auch nicht mit den Protestanten zusammen feiern. ....
Nein, das weiß sie offenbar nicht. Sie glaubt ganz offensichtlich diesen aufklärerischen Müll (wie so einige katholische Theologen auch !), dass die ganzen Wunder, Gott und damit natürlich auch die Sakramente mehr oder weniger nur menschliche Projektion sind. (jedenfalls wenn ich sie richtig verstehe !)
Und aus der Position ist das was sie sagt, tatsächlich nur ehrlich gemeint.

Aber wie sagte Kurt Tucholsky: "Das Gegenteil von 'gut' ist nicht 'böse', sondern gut gemeint."

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