500 Jahre Reformation

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

Moderator: asderrix

500 Jahre Reformation - Grund zur Freude?

Für mich ausnahmslos Grund zur Freude!
11
12%
Für mich nur bedingt ein Grund zur Freude!
7
7%
Für mich kein Grund zur Freude.
54
57%
Es gab gute Gründe, aber ich leide unter der Trennung!
18
19%
Mir egal!
4
4%
 
Abstimmungen insgesamt: 94

PascalBlaise
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 2. November 2016, 17:32

Ein Klassiker:
zitat hat geschrieben:die Pforten der Hölle nichts wieder sie
wieder => wider
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

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martin v. tours
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von martin v. tours » Mittwoch 2. November 2016, 19:11

taddeo hat geschrieben:
PascalBlaise hat geschrieben:Glaubt Ihr, die Protestanten tun uns was?
Das Problem, das (nicht nur) ich mit dieser Art von "Ökumene" habe, ist dies: In aller Regel wird im Zuge dieser Ökumene erwartet, daß wir Katholiken Positionen der Protestanten "anerkennen" sollen, und zwar möglichst kritiklos und auch solche, die mit der Substanz der katholischen Glaubenslehre absolut unvereinbar sind und höchstlehramtlich als Häresien verurteilt wurden. Im Gegenzug ist nie auch nur der Funke einer Bereitschaft erkennbar, daß seitens der Protestanten katholische Positionen anerkannt werden könnten, und seien sie noch so harmlos oder biblisch begründet.

Entschuldige, aber so geht's halt einfach nicht. Nicht mal, wenn es der Papst höchstpersönlich vormacht. In der Wirtschaft nennt man sowas wohl "feindliche Übernahme".
:daumen-rauf: :daumen-rauf:
Ich bin da auch kein Experte, aber das die katholische Kirche "protestantischer" geworden ist, sieht jeder der es sehen will.
Was aber ist von protestantischer Seite passiert? Ich sehe nichts . (kann mich aber mangels Wissen täuschen)

Für wen genau wurde eigentlich die Einheizübersetzung geschaffen? Offensichtlich für uns Katholiken. Die paar Nichtkatholiken die ich kenne, fassen die nicht an.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Dieter
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Mittwoch 2. November 2016, 19:59

martin v. tours hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
PascalBlaise hat geschrieben:Glaubt Ihr, die Protestanten tun uns was?
Das Problem, das (nicht nur) ich mit dieser Art von "Ökumene" habe, ist dies: In aller Regel wird im Zuge dieser Ökumene erwartet, daß wir Katholiken Positionen der Protestanten "anerkennen" sollen, und zwar möglichst kritiklos und auch solche, die mit der Substanz der katholischen Glaubenslehre absolut unvereinbar sind und höchstlehramtlich als Häresien verurteilt wurden. Im Gegenzug ist nie auch nur der Funke einer Bereitschaft erkennbar, daß seitens der Protestanten katholische Positionen anerkannt werden könnten, und seien sie noch so harmlos oder biblisch begründet.

Entschuldige, aber so geht's halt einfach nicht. Nicht mal, wenn es der Papst höchstpersönlich vormacht. In der Wirtschaft nennt man sowas wohl "feindliche Übernahme".
:daumen-rauf: :daumen-rauf:
Ich bin da auch kein Experte, aber das die katholische Kirche "protestantischer" geworden ist, sieht jeder der es sehen will.
Was aber ist von protestantischer Seite passiert? Ich sehe nichts . (kann mich aber mangels Wissen täuschen)

Für wen genau wurde eigentlich die Einheizübersetzung geschaffen? Offensichtlich für uns Katholiken. Die paar Nichtkatholiken die ich kenne, fassen die nicht an.

Angesichts des Gedenkens an die Bestätigung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre", was mit einer großen Feier von Vertretern des Lutherischen Weltbunds und des Vatikans in Augsburg begangen wird, lässt sich fragen: Wie „katholisch" ist Luther? Wie „lutherisch" ist heute die katholische Kirche, sind heute die katholischen Christen? Wie „lutherisch" dürfen sie sein?
http://www.christ-in-der-gegenwart.de/a ... ag=2158487

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 2. November 2016, 20:18

@Dieter: Interessanter Artikel. Wie er Stück für Stück alles auseinander nimmt, ist schon rhetorisch nicht ungeschickt.
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Donnerstag 3. November 2016, 09:30

PascalBlaise hat geschrieben:@Dieter: Interessanter Artikel. Wie er Stück für Stück alles auseinander nimmt, ist schon rhetorisch nicht ungeschickt.

Interessant dabei ist, dass es sich bei dem Autor um einen katholischen Theologieprofessor handelt.

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Edi
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Donnerstag 3. November 2016, 14:18

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Dieter
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Mittwoch 16. November 2016, 16:25

"Lieber Ratten im Keller als Verwandte im Haus."

Martin Luther

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Tinius » Mittwoch 16. November 2016, 16:32

"Erstlich, daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke sehe ewiglich, und solches soll man tun unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien."

Martin Luther

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Donnerstag 17. November 2016, 12:18

Skulptur im Altenberge Dom:

Christus beugt sich vom Kreuz herab und umarmt Bernhard von Clairvaux und Martin Luther, die vor dem Kreuz knien.

Bernardvon Clairvaux und Martin Luther - die beiden großen Kreuzestheologen.

http://www.myheimat.de/rehburg-loccum/k ... 2783.html

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asderrix
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von asderrix » Sonnabend 7. Januar 2017, 18:21

Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

Dieter
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Sonnabend 7. Januar 2017, 18:51


In manchen Punkten ist Deutschland offensichtlich der Schweiz voraus.

Ich wüsste nicht, wann ich in Deutschland zum letzten Mal den Begriff "Sekte" für eine Freikirche gehört hätte.

Unabhängig davon gibt es in der Konfessionskunde den Begriff Sekte kaum noch, sondern man heute spricht von "Sondergemeinschaften in christlicher Tradition".

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonnabend 7. Januar 2017, 19:32

Daraus:
«Viele Freikirchen teilen dieselben theologischen Grundsätze wie die Landeskirchen», betont die Reformationsbeauftragte der Zürcher Landeskirche. «Die Reformatoren haben dazu aufgerufen, die Bibel zu lesen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.»
Wobei man ehrlicherweise dazu sagen muß, daß das heutzutage vielgerühmte "eigene Urteil" zu Reformationszeiten absolut nicht gefragt war. Spätestens wenn jemand zu einem "eigenen Urteil" kam, das den Interessen der bekannten Chefreformatoren und der evangelischen Landesfürsten nicht vollständig genehm war, war er in akuter Lebensgefahr. Um so jemanden umzubringen, bedurfte es nicht einmal einer Gerichtsverhandlung.

Das berühmte Wiedertäufermandat, das 1529 auf dem Reichstag zu Speyer von evangelischen und katholischen Fürsten und geistlichen Würdenträgern in seltener Einigkeit beschlossen wurde, lautete:
"Daß alle und jede Widertaeuffer und Widergetauffte, Mann- und Weibs-Personen, verstaendigs Alters, vom natürlichen Leben zum Tod, mit Feuer, Schwerdt, oder dergleichen, nach Gelegenheit der Personen, ohn vorhergehend der geistlichen Richter Inquisition, gericht und gebracht werden."
Aber bis die evangelischen Landeskirchler das 500-jährige Gedenken dazu mit viel Tamtam "feiern" können, haben sie ja noch ein paar Jahre Zeit.
Sie erinnert daran, dass Freikirchen wie Landeskirchen «Kinder der Reformation» seien.
Ja, das kann man heute sagen. Früher war es eher "Die Reformation frißt ihre Kinder", und wer sich am schnellsten mit der weltlichen Macht verbündet, steht in der Nahrungskette ganz oben.
Patriotism is the last refuge of a scoundrel.
(Samuel Johnson, 1709-1784)

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martin v. tours
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 7. Januar 2017, 19:36

Dieter hat geschrieben:

In manchen Punkten ist Deutschland offensichtlich der Schweiz voraus.

Ich wüsste nicht, wann ich in Deutschland zum letzten Mal den Begriff "Sekte" für eine Freikirche gehört hätte.

Unabhängig davon gibt es in der Konfessionskunde den Begriff Sekte kaum noch, sondern man heute spricht von "Sondergemeinschaften in christlicher Tradition".
:D :kugel: :roll:
Man sagt ja heute auch nicht mehr "Frau" sondern "Mensch mit Menstruationshintergrund " 8)
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Edi
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Sonntag 8. Januar 2017, 12:52

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Kleinwald » Sonntag 8. Januar 2017, 13:38

Geht es nur mir so oder sind manche Beiträge auf katholisches.info intellektuell ziemlich dürftig? :hmm:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonntag 8. Januar 2017, 13:53

Ja, leider. Die ganzen Intellektuellen sind zur Konkurrenz abgewandert und gestalten jetzt bei https://www.evangelisch.de/ die anspruchsvolleren Inhalte.

:kugel:
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von taddeo » Sonntag 8. Januar 2017, 14:26

Kleinwald hat geschrieben:
Geht es nur mir so oder sind manche Beiträge auf katholisches.info intellektuell ziemlich dürftig? :hmm:
Was mich mehr stört, ist die sprachliche Dürftigkeit. Einen Artikel mit durchgehend korrekter Grammatik zu finden, ist reiner Zufall.
Sowas könnte man aber wenigstens lernen, im Gegensatz zur Intellektualität.
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Siard » Sonntag 8. Januar 2017, 16:25

taddeo hat geschrieben:
Kleinwald hat geschrieben:
Geht es nur mir so oder sind manche Beiträge auf katholisches.info intellektuell ziemlich dürftig? :hmm:
Was mich mehr stört, ist die sprachliche Dürftigkeit. Einen Artikel mit durchgehend korrekter Grammatik zu finden, ist reiner Zufall.
Sowas könnte man aber wenigstens lernen, im Gegensatz zur Intellektualität.
Manche strotzen auch vor Unkenntnis, aber das gilt ja nicht nur für katholisches.info.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von overkott » Donnerstag 12. Januar 2017, 17:23

Was ist nach 500 Jahren geblieben von der Einheit im Glauben an Gott den Vater im Himmel?

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Edi
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Freitag 13. Januar 2017, 22:16

Martin Luther – ein Reformator? Warum feiern wir einen Judenhasser?

Diese Fragen stellt ein Priester der Piusbrüder, aber auch andere Christen können sie stellen. Selbst Atheisten haben sie schon gestellt.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von asderrix » Freitag 13. Januar 2017, 22:35

Edi hat geschrieben:Martin Luther – ein Reformator? Warum feiern wir einen Judenhasser?

Diese Fragen stellt ein Priester der Piusbrüder, aber auch andere Christen können sie stellen. Selbst Atheisten haben sie schon gestellt.
Der alte Luther, der unter anderem in der Judenfrage, wie auch ein großer Teil der rkK, sehr große Fehlentwicklungen hatte, wird nicht gefeiert.
Die Reformation, die er entscheiden angestoßen hat, ist ein Grund zum feiern und hoffentlich auch zum Rückbesinnen auf das, was Luther mit der Reformation erreichen wollte.
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Sonnabend 14. Januar 2017, 13:14

asderrix hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Martin Luther – ein Reformator? Warum feiern wir einen Judenhasser?

Diese Fragen stellt ein Priester der Piusbrüder, aber auch andere Christen können sie stellen. Selbst Atheisten haben sie schon gestellt.
Der alte Luther, der unter anderem in der Judenfrage, wie auch ein großer Teil der rkK, sehr große Fehlentwicklungen hatte, wird nicht gefeiert.
Die Reformation, die er entscheiden angestoßen hat, ist ein Grund zum feiern und hoffentlich auch zum Rückbesinnen auf das, was Luther mit der Reformation erreichen wollte.
Ja, Luther als Reformator wird gefeiert, der Rest wird weitgehend unterschlagen. Was Luther ursprünglich angestrebt hatte, war eine Reform der Kirche, aber keine Reformation, die eine Trennung bedeutete. Ohne Luther hätten sich die Protestanten sehr wahrscheinlich wieder mit den Katholiken geeinigt, zumal die Katholiken ihnen in etlichen Punkten entgegen gekommen sind. Die Einigung hat aber dann auch Luther mit verhindert. Den weltlichen Einfluss, der damals schon das Luthertum gefördert hat und vorangebracht hat, Stichwort Fürsten, haben wir heute noch viel mehr bei den Protestanten. Luthers Kritik war in Teilen berechtigt, aber er hat am Ende dann das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Seine Theologie war zum Teil auch haarsträubend. Stichwort: Freier und unfreier Wille.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
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der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Siard » Sonnabend 14. Januar 2017, 15:07

Edi hat geschrieben:Ohne Luther hätten sich die Protestanten sehr wahrscheinlich wieder mit den Katholiken geeinigt, ….
Das wage ich stark zu bezweifeln. Melanchton, Karlstadt, Calvin, Zwingli und viele andere waren einer Einigung sicher nicht geneigter, als Luther.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Sonnabend 14. Januar 2017, 15:24

Siard hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Ohne Luther hätten sich die Protestanten sehr wahrscheinlich wieder mit den Katholiken geeinigt, ….
Das wage ich stark zu bezweifeln. Melanchton, Karlstadt, Calvin, Zwingli und viele andere waren einer Einigung sicher nicht geneigter, als Luther.

Melanchton wohl.

Aber er hatte Angst vor den Tobsuchtsanfällen Luthers. Einen Brief von Calvin an Luther leitete Melanchton nicht weiter, weil er die Grobheiten Luthers fürchtete.

Vielleicht wäre die Reformation anders verlaufen, wenn Luther mehr auf Calvin eingegangen wäre.

Auch die CA, die federführend von Melanchton geschrieben wurde, sollte zeigen, dass die Anhänger Luthers rechtgläubige Katholiken waren.

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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von asderrix » Sonnabend 14. Januar 2017, 16:04

Edi hat geschrieben: Ja, Luther als Reformator wird gefeiert, der Rest wird weitgehend unterschlagen. Was Luther ursprünglich angestrebt hatte, war eine Reform der Kirche, aber keine Reformation, die eine Trennung bedeutete.
das sehe ich genau so.
Ohne Luther hätten sich die Protestanten sehr wahrscheinlich wieder mit den Katholiken geeinigt,
Das bezweifle ich.
zumal die Katholiken ihnen in etlichen Punkten entgegen gekommen sind.
In entscheidenden Punkten gab es keine Bewegung in der rkK
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

Tinius
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Tinius » Sonnabend 14. Januar 2017, 16:51

Hier muss ich Dieter als Historiker zustimmen.

Luther in seiner grenzenlosen Verblendung und seinen abartigen Grobheiten war sicherlich der zentrale Hemmschuh für alles.
Seine Theologie (eigentlich hatte er gar keine zusammenhängende Theologie) war wirr und situationbezogen, anekdotenhaft.
Erst Calvin baute eine neue und zusammenhängende Theologie auf, die diesen Begriff wirklich verdient.

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Edi
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Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Edi » Sonnabend 14. Januar 2017, 17:12

asderrix hat geschrieben:
Edi hat geschrieben: Ja, Luther als Reformator wird gefeiert, der Rest wird weitgehend unterschlagen. Was Luther ursprünglich angestrebt hatte, war eine Reform der Kirche, aber keine Reformation, die eine Trennung bedeutete.
das sehe ich genau so.
Ohne Luther hätten sich die Protestanten sehr wahrscheinlich wieder mit den Katholiken geeinigt,
Das bezweifle ich.
zumal die Katholiken ihnen in etlichen Punkten entgegen gekommen sind.
In entscheidenden Punkten gab es keine Bewegung in der rkK
Es gab eine deutliche Hinbewegung, umgekehrt aber auch. Lies mal die Kirchengeschichte. Sicher konnte man auch zweifeln, ob einige Einigung gelingen würde. Von Luthers Sicht freilich mit seinen Maximalforderungen war nicht auszugehen: Der wollte ja auch keine Einigung mehr, weil er offenbar als der "neue lutherische Papst" (so hat er sich ja benommen) aus seiner Sicht zu sehr beleidigt worden war. Er hat ja dann auch noch die übelsten Schmähschriften geschrieben. Übrigens ist er seine Mitreformatoren zum Teil auch übelst angegangen, von den Juden erst gar nicht zu reden. Hätte er aus seiner Sicht der Vorherbestimmung ja auch nicht machen dürfen, mal ganz abgesehen vom Ton der Musik.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
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Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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