Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

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Linus
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Linus » Donnerstag 26. November 2009, 13:02

Bernado hat geschrieben:Sowohl die fachlichen als auch die ökonomischen Veränderungen im Gesundheitswesen allgemein, Krankenhaus insbesondere, haben dazu geführt, daß dort heute fast ausschließlich Gesichtspunkte der Effizienz (oft wissenschaftlich aufgeputzt) und der Betriebswirtschaft herrschen. Eher ruft man nach dem Sterbehelfer, als unausgebildete und keiner Tarifgruppe angehörende, am Ende gar für Gotteslohn tätige Kräfte auf Leidende loszulassen. Die in vielem durchaus positive "Professionalisierung" des Gesundheitswesens hat hier eine ganz hässliche Rückseite.
Die Todeskandidaten werden interesanterweise dann gern in Ordensspitäler abgeschoben. Weiß ich von nem Freund, der kfm. GF eines Ordensspitals ist.
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Senensis
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Senensis » Donnerstag 26. November 2009, 13:16

Ich glaube schon, daß Luther als Mönch gescheitert ist. Nur ein Aspekt: Das Streben des Ordenschristen soll ja nicht (menschlicher) Perfektion gelten, sondern der (christlichen) Vollkommenheit in der Liebe. Das ist ein grundlegender Unterschied, in dem die Gnade eine sehr wichtige Rolle spielt. Luther hat das offensichtlich nicht richtig verstanden in seinem Perfektionsstreben, was sich auch in seiner späteren Theologie niederschlägt (Überbetonung des sola gratia - immanente Akzentverschiebung) und er hatte auch nicht wirklich einen Zugang zum Sühneleben, das in irgendeiner Weise immer Teil des Ordenslebens ist.

Diakonissen, wenigstens weiß ich das von denen, die Wilhelm Löhe in Neuendettelsau gegründet hat, haben per definitionem keine ewigen Gelübde, was sie von den klassischen (katholischen) Orden grundsätzlich unterscheidet. Eine Diakonisse hatte in der Urkirche die Aufgabe, dem Priester bei der Taufe weiblicher Erwachsener zu assistieren - und ähnliches. Löhes Anliegen war es, den sehr jungen Frauen ein Auskommen, eine Ausbildung und ähnliches mehr zu sichern, damit sie nicht auf der Straße standen und womöglich auf Abwege kamen,
ehe sie heirateten. Eine spätere Heirat war ausdrücklich vorgesehen. Fand eine solche Heirat nicht statt, hatte die Frau ihr Leben trotzdem sinnvoll und im Dienst des Herrn verbracht. Vgl. Löhes Diakonissenspruch:
„Was will ich? Dienen will ich. –
Wem will ich dienen? – Dem Herrn Jesu in Seinen Elenden und Armen.
Und was ist mein Lohn? Ich diene weder um Lohn noch um Dank, sondern aus Dank und Liebe; mein Lohn
ist, daß ich darf!
Und wenn ich dabei umkomme? Komme ich um, so komme ich um, sprach Esther, die Königin, die doch Ihn
nicht kannte, dem zu lieb ich umkäme, und der mich nicht umkommen läßt. –
Und wenn ich dabei alt werde? – So wird mein Herz doch grünen wie ein Palmbaum [Anspielung auf
Ps 92, 13: „Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum.“] und der Herr wird mich sättigen mit Gnade
und Erbarmen. Ich gehe in Frieden und fürchte nichts.“

Leider muß man sagen, daß sich die Neuendettelsauer Diakonie als Ganze so weit von ihrem Gründerideal entfernt hat, daß die Feier des Löhejahres (2008) dort von Kennern Löhes nicht anders denn als Heuchelei empfunden wurde.
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 26. November 2009, 13:18

songul hat geschrieben:Was ist mit Mutter Martyria und den Marienschwestern?
Früher habe ich mal einige ihrer Schriften gelesen und es war sehr änlich dem was auch in kath. Orden so geschrieben wird. (den Tätigen)
Sogar eine Marienverehrung ist vorhanden.
Allerdings man hört nicht viel mehr.

LG Songul
Seit dem Tod der beiden Leiterinnen Martyria und Basilea ist es ruhig geworden. Die Schwesternschaft tritt auch öffentlich nicht mehr so in Erscheinung (z. B. gegen Rockkonzerte), wie das noch vor etlichen Jahren der Fall war. Offenbar hat man die Tätigkeit mehr auf die eigenen Werke, inbesondere die Werke auf dem "Kanaan"-Gelände verlegt, und geht weniger offensiv nach außen.

Genaueres kann ich aber auch nicht sagen.
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Senensis
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Senensis » Donnerstag 26. November 2009, 13:20

Darmstädter Marienschwestern: Ursprünglich handelte es sich bei dieser Gemeinschaft um eine ökumenische Gemeinschaft, wie man auf alten Veröffentlichungen noch lesen kann. Die Schriften von Mutter Basilea sind in der Tat auch für Katholiken lesenswert. Jedenfalls gibt es sie noch, und ein Besuch lohnt sich immer.
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 26. November 2009, 13:27

Senensis hat geschrieben:Darmstädter Marienschwestern: Ursprünglich handelte es sich bei dieser Gemeinschaft um eine ökumenische Gemeinschaft, wie man auf alten Veröffentlichungen noch lesen kann. Die Schriften von Mutter Basilea sind in der Tat auch für Katholiken lesenswert. Jedenfalls gibt es sie noch, und ein Besuch lohnt sich immer.
Ja, das stimmt. Bei den Ausführungen über die Kirchenmusik im Gesamtwerk Joseph Ratzingers findet man übrigens ein paar Fußnoten, in denen M. Basilea Schlink zitiert wird.
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Bernado » Donnerstag 26. November 2009, 14:20

Senensis hat geschrieben:
Und wenn ich dabei umkomme? Komme ich um, so komme ich um, sprach Esther, die Königin, die doch Ihn nicht kannte, dem zu lieb ich umkäme, und der mich nicht umkommen läßt.
Dieser etwas schwer verständliche Satz ist ein Hinweis auf die konkreten Entstehungsumstände vieler evangelischer Schwesterngemeinschaften, die oft in ganz konkretem Zusammenhang mit einem Krieg und zur Versorgung der Verwundeten soagr in Schlachtfeldnähe (natürlich nicht direkt im Schützengraben) entstanden sind.

Das wird heute von der Hausgeschichtsschreibung dieser Gemeinschaften gerne zurückgedrängt, obwohl man dabei ja nun wirklich nichts Ehrenrühriges finden kann.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Clemens
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Clemens » Donnerstag 26. November 2009, 15:38

Aber die Löhesche Schwesternschaft entstand lange vor dem 1.WK und hatte gewiss keinerlei kriegerischen Hintergrund. Kaiserswerth ebensowenig.
Zu Liebenzell und Aidlingen passt deine Angabe auch nicht. Welche meinst du denn?
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 26. November 2009, 15:42

Auf Anfrage hatte mir mal Sr. Meike für eine Bakannte eine Liste von evangelischen Gemeinschaften gesendet. Da ich diese auf meinem Computer nie gelöscht habe. stelle ich sie einfach hier ein:
in Marburg gibts den Christustreff, ist allerdings keine Kommunität im engeren Sinn, eher eine Familiengemeinschaft
Gethsemanekloster in 38644 Goslar: http://www.gethsemanekloster.de (Brüder)
Station der Christusbruderschaft-Schwestern in Wülfinghausen: http://www.kloster-wuelfinghausen.de bei Hannover
bisschen weiter östlich in Schönebeck bei Magdeburg: http://www.schniewind-haus.com/ (schwestern, vermutlich nur Teilnahme an Freizeiten möglich)
hier eine allerdings nciht ganz aktuelle ÜBersicht: http://www.kommunitaeten.de/inhalt.htm

Die Mail ist allerdings schon zwei Jahre alt... Dazu noch die Homepage der Gemeinschaft von Sr. Meike: http://www.lza.de

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Christ86
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Christ86 » Donnerstag 26. November 2009, 15:47

Raphaela hat geschrieben:Auf Anfrage hatte mir mal Sr. Meike für eine Bakannte eine Liste von evangelischen Gemeinschaften gesendet. Da ich diese auf meinem Computer nie gelöscht habe. stelle ich sie einfach hier ein:
in Marburg gibts den Christustreff, ist allerdings keine Kommunität im engeren Sinn, eher eine Familiengemeinschaft
Gethsemanekloster in 38644 Goslar: http://www.gethsemanekloster.de (Brüder)
Station der Christusbruderschaft-Schwestern in Wülfinghausen: http://www.kloster-wuelfinghausen.de bei Hannover
bisschen weiter östlich in Schönebeck bei Magdeburg: http://www.schniewind-haus.com/ (schwestern, vermutlich nur Teilnahme an Freizeiten möglich)
hier eine allerdings nciht ganz aktuelle ÜBersicht: http://www.kommunitaeten.de/inhalt.htm

Die Mail ist allerdings schon zwei Jahre alt... Dazu noch die Homepage der Gemeinschaft von Sr. Meike: http://www.lza.de
Diese Gemeinschaft von Sr. Meike ist eine gemischte Kommunität? Gibt's das im evangelischen Bereich häufig?
Wie bewundernswert sind deine Werke, o Herr, alles hast du mit Weisheit gemacht! Ps 104

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Stephen Dedalus » Donnerstag 26. November 2009, 16:07

Christ86 hat geschrieben: Diese Gemeinschaft von Sr. Meike ist eine gemischte Kommunität? Gibt's das im evangelischen Bereich häufig?
Ja. Es gibt auch Kommunitäten, in denen Paare und Familien leben.
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Stephen Dedalus » Donnerstag 26. November 2009, 16:09

Senensis hat geschrieben:Eine spätere Heirat war ausdrücklich vorgesehen. Fand eine solche Heirat nicht statt, hatte die Frau ihr Leben trotzdem sinnvoll und im Dienst des Herrn verbracht.
Das mit der Heirat ist mir neu. In jedem Fall ist das schon lange nicht mehr so. Wer in eine Schwesternschaft eintrat, tat dies in der Regel für das gesamte Leben. Späteres Ausscheiden war zwar möglich, aber ähnlich "belastet" wie bei einer Nonne, die einen Orden verläßt.
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Lutheraner
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Lutheraner » Donnerstag 26. November 2009, 18:27

Senensis hat geschrieben:Eine Diakonisse hatte in der Urkirche die Aufgabe, dem Priester bei der Taufe weiblicher Erwachsener zu assistieren - und ähnliches.
Wie kommst Du darauf?
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Niels » Donnerstag 26. November 2009, 18:33

Lutheraner hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Eine Diakonisse hatte in der Urkirche die Aufgabe, dem Priester bei der Taufe weiblicher Erwachsener zu assistieren - und ähnliches.
Wie kommst Du darauf?
Da hat Senensis recht, die altkirchliche "Diakonisse" assistierte dem Priester bei der Taufe weiblicher Katechumeninnen aus Gründen der Schicklichkeit; ich suche die entsprechenden Belege mal heraus...
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von NurNochKatholisch » Donnerstag 26. November 2009, 19:30

Lutheraner hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Eine Diakonisse hatte in der Urkirche die Aufgabe, dem Priester bei der Taufe weiblicher Erwachsener zu assistieren - und ähnliches.
Wie kommst Du darauf?
Das altkirchliche Amt, von dem Senensis spricht, war ursprünglich das AMT der Witwe. Das waren Frauen, die - wie schon beschrieben - aus Gründen der Schicklichkeit bei der Taufe von Frauen halfen. Ab dem 4. Jahrhundert setzte sich der Titel Diakonisse durch. Das findet man in einem Standartwerk für Kirchengeschichte; z.B.: Wolf-Dieter Hausild " Lehrbuch der Kirchen- und Dogmengeschichte - Band 1: Alte Kirche und Mittelalter" in §2 11.7 (S.92).

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von songul » Donnerstag 26. November 2009, 19:38

Der Text kann auch erhellend sein:

http://www.thedegree.org/Tover9.1.pdf

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Florianklaus
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Florianklaus » Freitag 27. November 2009, 08:53

KatholischAB hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Eine Diakonisse hatte in der Urkirche die Aufgabe, dem Priester bei der Taufe weiblicher Erwachsener zu assistieren - und ähnliches.
Wie kommst Du darauf?
Das altkirchliche Amt, von dem Senensis spricht, war ursprünglich das AMT der Witwe. Das waren Frauen, die - wie schon beschrieben - aus Gründen der Schicklichkeit bei der Taufe von Frauen halfen. Ab dem 4. Jahrhundert setzte sich der Titel Diakonisse durch. Das findet man in einem Standartwerk für Kirchengeschichte; z.B.: Wolf-Dieter Hausild " Lehrbuch der Kirchen- und Dogmengeschichte - Band 1: Alte Kirche und Mittelalter" in §2 11.7 (S.92).

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Wie ist denn dieses Buch? Ist es gut lesbar? Kannst Du es empfehlen? Bemüht es sich um eine objektive Darstellung oder nimmt es einen dezidierten konfessionellen Standpunkt ein?

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von NurNochKatholisch » Freitag 27. November 2009, 10:21

Florianklaus hat geschrieben:Wie ist denn dieses Buch? Ist es gut lesbar? Kannst Du es empfehlen? Bemüht es sich um eine objektive Darstellung oder nimmt es einen dezidierten konfessionellen Standpunkt ein?
Zwei dicke Bände Kirchengeschichte bis in die Neuzeit. Der erste Band ist auch für Katholiken durchaus brauchbar. Hauschild ist natürlich ev. Theologe, aber als Kirchengeschichtler bemüht er sich um Objektivität. An bestimmten Stellen merkt man die Schwächen, aber damit kann man leben.

Für ev. Theologen ist das derzeit Examens relevates Standartwerk. Es bietet viel Stoff und noch mehr Literaturhinweise. Für den theol. Laien vielleicht manchmal etwas üppig. Da gibt es sicherlich "leichtere" Kost.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Florianklaus » Freitag 27. November 2009, 10:24

KatholischAB hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:Wie ist denn dieses Buch? Ist es gut lesbar? Kannst Du es empfehlen? Bemüht es sich um eine objektive Darstellung oder nimmt es einen dezidierten konfessionellen Standpunkt ein?
Zwei dicke Bände Kirchengeschichte bis in die Neuzeit. Der erste Band ist auch für Katholiken durchaus brauchbar. Hauschild ist natürlich ev. Theologe, aber als Kirchengeschichtler bemüht er sich um Objektivität. An bestimmten Stellen merkt man die Schwächen, aber damit kann man leben.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Bischof » Montag 25. Januar 2010, 20:43

Hier noch eine Bruderschaft: http://www.elgb.plainsong.de/ - etwas befremdlich...

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Clemens
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Clemens » Montag 25. Januar 2010, 21:23

Wie meinen?
Was stört dich daran, außer dass sie Lutheraner sind?

Der Gesamtälteste ist SELKi, der Süd-Älteste Landeskirchlicher Pfarrer.

Allesamt wirken sie und ihre Selbstdarstellung sehr seriös.
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Raphaela » Freitag 12. März 2010, 16:54


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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von lutherbeck » Freitag 12. März 2010, 17:06

Hie der Wiki - Link zu den Berneuchener Gemeinschaften:

http://de.wikipedia.org/wiki/Berneuchener_Bewegung

Und noch einer:

http://www.klosterkirchberg.de/

Lutherbeck :)
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Evagrios Pontikos » Freitag 12. März 2010, 19:06

Wurden diese beiden bzw. drei schon genannt?

Communität Casteller Ring, evangelische Benediktinerinnen auf dem Schwanberg bei Würzburg: http://www.schwanberg.de

Kleine Anmerkung: Der frühere Schwanberg-Pfarrer Johannes Halkenhäuser hat vor vielen Jahrzehnten über das Thema Mönchtum evangelisch beim damaligen katholischen Theologieprofessor und späteren Bischof Paul Werner Scheele promoviert. Sein Buch war geradezu eine Pionierarbeit im Blick auf ein evangelisches Ordensleben. Hier ein interessanter Link über den Jubilar, der am 1. Mai 21 8 Jahre alt wird: http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news ... _9_1.htm

Christusträger Bruderschaft, evangelische Mönche im Kloster Triefenstein bei Würzburg: http://www.christustraeger-bruderschaft.de

Christusträger Schwesternschaft, evangelische Nonnen auf dem Hergershof bei Schwäbisch Hall: http://www.christustraeger-schwestern.de

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von benli » Sonntag 14. März 2010, 00:53

Ich möchte noch eine hinzufügen. Ich habe ihr 25 Jahre, natürlich vor meiner Konversion, angehört. Eine Bruderschaft, die sich in der Nachfolge des Hl Benedikt (daher mein Name) versteht. Ein evangelisch gewordenes Kloster (ohne residierende Brüder) http://www.kloster-amelungsborn.de/home.html . Sie beten die Stundengebete und versuchen, Christentum auf evangelisch-lutherisch-kirchlich-klug-und entschieden zu leben. Als Männer im Alltag.

Ich habe immens viel dort erhalten und gelernt

Grüsse
Benedikt

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Lioba » Montag 15. März 2010, 20:45

Siard hat geschrieben: - aber das ist alles offtopic -
:ja:
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Lioba » Dienstag 16. März 2010, 21:41

HÜSTEL:
Lioba hat geschrieben:
Siard hat geschrieben: - aber das ist alles offtopic -
:ja:
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Lioba » Mittwoch 17. März 2010, 09:47

Hier kann es jetzt mit den Ordensgemeinschaften weitergehen.
Zum Thema Taufriten geht´s da lang:

viewtopic.php?f=2&t=11112
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Lioba » Mittwoch 17. März 2010, 12:55

Obwohl nicht hochkirchlich möchte ich hier die Jesusbruderschaft noch vorstellen. Sie begann in Friesland, hat ihre erste Niderlassung in Gnadenthal und hat noch 3 relativ selbstständige Aussenstellen in Volkenroda, Latrun/Israel und in Makak/Kamerun.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus-Bruderschaft

http://www.jesus-bruderschaft.de/

http://www.kloster-volkenroda.de/
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Mellon » Donnerstag 20. Mai 2010, 19:00

Nicht, um eine neue Diskussion anzuregen, sondern nur zur Information ...

Ich glaube, dieser Link paßt hier am besten rein:

http://www.die-tagespost.de/28/index. ... 1&Itemid=1
Er kennet seine Scharen / am Glauben, der nicht schaut / und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut;
der aus dem Wort gezeuget / und durch das Wort sich nährt / und vor dem Wort sich beuget / und mit dem Wort sich wehrt.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Niels » Donnerstag 20. Mai 2010, 20:33

Mellon hat geschrieben:Nicht, um eine neue Diskussion anzuregen, sondern nur zur Information ...

Ich glaube, dieser Link paßt hier am besten rein:

http://www.die-tagespost.de/28/index. ... 1&Itemid=1
Kurioserweise ist Harm Klueting vor einiger Zeit (24/5?) zum Katholizismus übergetreten und mittlerweile Diakon des Erzbistums Köln.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Bischof » Freitag 21. Mai 2010, 08:13

Danke für den Link. Interessante Ausführungen. Ob es wirklich so viele Sympatisanten innerhalb der Landeskirchen gibt, wie etwas nebulös behauptet wird, wage ich doch zu bezweifeln. Teile der Pfarrerschaft der SELK mit der hochkirchlichen Bewegung in Verbindung zu bringen, ich weiß nicht. Bei den Altlutheranern ist halt vieles erhalten geblieben, was es einmal in der alten lutherischen Kirche selbstverständlich gab. Anderes wiederum kommt auch bei den Altlutheranern wieder aus der Versenkung und ist neu wiederbelebt worden. Aber, ob die Anliegen der hochkirchlichen Bewegung mit denen der SELK kongruent sind, wage ich doch zu bezweifeln. Denn es geht da ja vor allem um inhaltliche Positionen.

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overkott
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von overkott » Donnerstag 24. Juni 2010, 14:17

Niels hat geschrieben:
Mellon hat geschrieben:Nicht, um eine neue Diskussion anzuregen, sondern nur zur Information ...

Ich glaube, dieser Link paßt hier am besten rein:

http://www.die-tagespost.de/28/index. ... 1&Itemid=1
Kurioserweise ist Harm Klueting vor einiger Zeit (24/5?) zum Katholizismus übergetreten und mittlerweile Diakon des Erzbistums Köln.
Aus welchen Motiven?

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