Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

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Dieter
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Donnerstag 14. November 2013, 09:22

Clemens hat geschrieben:Ich war viele Jahre in der Peters- und Pauls-Bruderschaft um Peter Beyerhaus.
Sie ist auch in Franken aktiv. Per PN (oder besser noch per Telefon) kann ich dich beraten, wenn es dich wirklich interessiert.


Beyerhaus ist einer dieser Namen, die immer und überall wieder auftauchen, seit Jahrzehnten. Daran kann man sehen, wie klein die hochkirchliche "Szene" in Deutschland ist.

Grundsätzlich gilt: Auch die Hochkirchler sind als Protestanten sozialisiert, mit allen Vor- und Nachteilen. Ein Nachteil ist das oft kleinkarierte Starren auf Bibelstellen. Es fehlt die katholische (nicht-römisch-katholische) Weite des Denkens.

Die in den ev. hochkirchlichen Gemeinschaften aktiv sind, sind oft Pfarrer, die verheiratet und in der Landeskirche fest angestellt sind. Sie bewundert -von außen- die RKK, wollen aber nicht den letzten Schritt tun, weil sie eben verheiratet sind und sie ein gutes Gehalt von ihrer Kirche bekommen. Das alles wollen sie nicht aufgeben, deswegen versuchen sie eher, ihre eigene Kirche zu ändern. Da das aber nicht gelingt, werden sie immer unzufriedener und nörgeln herum.

Oft treffen sich dort ev. Theologiestudenten, die aber irgendwann wieder verschwinden. Erstaunlich hoch ist auch der Anteil an schwulen Männern.

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Kleinwald
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Kleinwald » Donnerstag 14. November 2013, 09:47

Dieter hat geschrieben:Erstaunlich hoch ist auch der Anteil an schwulen Männern.
Ist diese Aussage belegbar oder ist das dein reines Bauchgefühl? :regel:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Alt-Katholik » Donnerstag 14. November 2013, 10:44

Kleinwald hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Erstaunlich hoch ist auch der Anteil an schwulen Männern.
Ist diese Aussage belegbar oder ist das dein reines Bauchgefühl? :regel:
Überall, wo viel Klim-Bim herrscht, sind viele Schwule. Siehe RKK, AKK (!), SELK und hochkirchliche Kommunitäten.

Lese dazu folgenden Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=2413

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Kleinwald
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Kleinwald » Donnerstag 14. November 2013, 11:01

Alt-Katholik hat geschrieben:
Kleinwald hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Erstaunlich hoch ist auch der Anteil an schwulen Männern.
Ist diese Aussage belegbar oder ist das dein reines Bauchgefühl? :regel:
Überall, wo viel Klim-Bim herrscht, sind viele Schwule. Siehe RKK, AKK (!), SELK und hochkirchliche Kommunitäten.

Lese dazu folgenden Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=2413
Na ob der jetzt unbedingt als Referenz gilt... :roll:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

Dieter
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Donnerstag 14. November 2013, 11:04

Alt-Katholik hat geschrieben:
Kleinwald hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Erstaunlich hoch ist auch der Anteil an schwulen Männern.
Ist diese Aussage belegbar oder ist das dein reines Bauchgefühl? :regel:
Überall, wo viel Klim-Bim herrscht, sind viele Schwule. Siehe RKK, AKK (!), SELK und hochkirchliche Kommunitäten.

Lese dazu folgenden Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=2413


und nicht die Christ-Katholische Kirche (Deutschland) vergessen!

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von TillSchilling » Donnerstag 14. November 2013, 12:23

Dieter hat geschrieben: Grundsätzlich gilt: Auch die Hochkirchler sind als Protestanten sozialisiert, mit allen Vor- und Nachteilen. Ein Nachteil ist das oft kleinkarierte Starren auf Bibelstellen. Es fehlt die katholische (nicht-römisch-katholische) Weite des Denkens.
Nun, Dieter, es ist eben ein Wesenszug evangelischer Theologie, dass sie sich - ohne deswegen die Dogmengeschichte zu ignorieren - intensiv mit der Schrift und der Lehre der Schrift beschäftigt. Dass das Interesse an, in der evangelischen Kirche weniger bekannten, liturgischen Formen diese Grundausrichtung der evangelischen Theologie auch in den Hochkirchlern nicht überdeckt, sehe ich positiv.

Aber vielleicht willst du uns mal erhellen und uns an deiner Sicht der "katholischen Weite des Denkens" teilhaben lassen. Bis dahin muss ich leider glauben dass dieser Satz nur irgendwie so daher geredet war und substanzlos ist.

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Clemens
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Clemens » Donnerstag 14. November 2013, 13:30

Schwule kommen in diesen Kreisen tatsächlich vereinzelt vor. Wer allerdings echter Hochkirchlicher sein will, lebt diese Neigung nicht, sondern ist keusch und zölibatär. Es gibt auch "Klerikal-Faschingisten". Aber das darf man m.E. nicht verallgemeinern.
Das Problem an den "richtigen" Hochkirchlern ist IMHO, dass sie nur latent katholisch sein wollen, nicht prinzipiell. Sie sind papsttreu, solange der Papst derselben Meinung ist, wie sie (was meistens der Fall ist). Wenn der Papst ihrer Meinung nach irrt, dann steht ihr eigenes Lehramt jedoch höher.
Das aber ist der Kern des Protestantismus, und in diesem Sinne sind auch evangelische Hochkirchler Protestanten, auch wenn sie es selbst nur höchst ungern hören (oder lesen :huhu: ).
Und ja, die Szene ist klein. Sehr klein.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von St. Joseph » Donnerstag 14. November 2013, 16:27

[quote="Kleinwald"][quote="St. Joseph"]Mir scheint die Christ-Katholische Kirche in Deutschland die interessanteste Möglichkeit zu sein.

Ich möchte noch mal betonen, dass es mir um [b]lutherische hochkirchliche[/b] Vereinigungen geht, und nicht um ein katholisch sein ohne den Papst.[/quote]


Nein, mir ging es nicht darum Dir zu empfehlen katholisch (in welcher form auch immer) zu werden. Da es jedoch nicht viele hochkirchliche Gruppen gibt und einige davon auch nicht besonders empfehlenswert erscheinen, bestand meine Anregung in der Überlegung ob es nicht auch in anderen Kirchen ökumenische Gruppen gäbe, mit denen Du zusammen Deine Spiritualität leben könntest. An einen Konfessionswechsel habe ich dabei nicht gedacht.

St. Joseph
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von St. Joseph » Donnerstag 14. November 2013, 16:33

[quote="Alt-Katholik"][quote="Kleinwald"][quote="Dieter"]Erstaunlich hoch ist auch der Anteil an schwulen Männern.[/quote]

Ist diese Aussage belegbar oder ist das dein reines Bauchgefühl? :regel:[/quote]

Überall, wo viel Klim-Bim herrscht, sind viele Schwule. Siehe RKK, AKK (!), SELK und hochkirchliche Kommunitäten.


Dieter und die Schwuchteln, warum ist das so ein großes Thema für manche???

Es wird wohl keine Kirche geben, ohne das es in dieser auch homosexuell veranlagte Menschen geben wird. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wie man damit umgeht. Und hier denke ich hat Clemens recht.

[quote="Clemens"]Schwule kommen in diesen Kreisen tatsächlich vereinzelt vor. Wer allerdings echter Hochkirchlicher sein will, lebt diese Neigung nicht, sondern ist keusch und zölibatär. Es gibt auch "Klerikal-Faschingisten". Aber das darf man m.E. nicht verallgemeinern.
Das Problem an den "richtigen" Hochkirchlern ist IMHO, dass sie nur latent katholisch sein wollen, nicht prinzipiell. Sie sind papsttreu, solange der Papst derselben Meinung ist, wie sie (was meistens der Fall ist). Wenn der Papst ihrer Meinung nach irrt, dann steht ihr eigenes Lehramt jedoch höher.
Das aber ist der Kern des Protestantismus, und in diesem Sinne sind auch evangelische Hochkirchler Protestanten, auch wenn sie es selbst nur höchst ungern hören (oder lesen :huhu: ).
Und ja, die Szene ist klein. Sehr klein.[/quote]

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Donnerstag 14. November 2013, 17:17

Man sollte nicht meinen, dass ein lutherischer Pfarrer, nur weil er sich ein Messgewand angezogen hat, katholisch ist.

Was ist das Kennzeichen des Protestantismus?

Antwort: Die 4 Soli der Reformation.

Was ist das Kennzeichen des Katholizismus?

Antwort: Die Heilsnotwendigkeit der Kirche.

Die beiden Dinge lassen sich grundsätzlich nicht vermischen, denn wenn jemand ALLEIN aus dem Glauben gerechtfertigt ist, braucht er eigentlich keine Kirche mehr. Denn was sollte die Kirche ihm noch bieten, das zum Heil notwendig ist, wenn er schon allein durch den Glauben die ganze Fülle des Reiches Gottes erbt?

Also: Protestantismus und Katholizismus sind so unterschiedlich, dass man sie -streng genommen- nicht vereinen kann. Man kann zar die Unterschiede totschweigen oder großzügig übersehen, man kann auch vieles "ökumenisch" zusammen unternehmen, aber bei einer Vereinigung beider Großkirchen muss eine Seite Wesentliches aufgeben. Nicht umsonst ist das große Hindernis immer noch die Frage nach dem Amt.

Hochkirchliche Gruppierungen innerhalb der EKD sind also weiterhin durch und durch reformatorisch-evangelisch. Da sollte man sich von der katholischen Folklore nicht täuschen lassen.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 14. November 2013, 18:09

Dieter hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Von der Kommunität Beuggen würde ich persönlich abraten. Wenn ein Fest auf dem Gelände der Gemeinschaft ist, wird dort zwar mitgeholfen, dafür aber nicht unbedingt in den Gottesdienst gegangen.
Weiterhin gibt es keine Leitung, einige der Mitglieder sind geschieden oder lassen ihr Kind nur segnen und nicht taufen usw. - Ich weiß nicht, was ich davon halten soll....
Jedenfalls äußert liberal


Ich kenne die Kommunität Beuggen nicht, aber grundsätzlich muss es in einer evangelischen Gemeinschaft möglich sein, neue Formen des Zusammenlebens zu finden. Genau so ist es auch mit dem Rogate-Kloster in Berlin. Was jahrhundertelang in alten katholischen Orden wie den Benediktinern und Zisterziensern richtig war, muss nicht 1 : 1 von modernen Kommunitäten übernommen werden. Was in einem abgelegenen Kloster in den Bergen richtig ist, muss nicht für ein modernes Stadtkloster in Berlin-Schöneberg gelten.

Lutheraner sind gerechtfertigt allein durch den Glauben. Äußere Formen sind zweitrangig. Das hat schon Luther immer wieder betont. Warum also soll es nicht möglich sein, dass Männer und Frauen in einem Kloster zusammen leben, Zölibatäre und Nicht-Zölibatere, Verheiratete und Singels? Warum können nicht einige ihr Leben lang in einem solchen Kloster bleiben, andere aber nur für einige Jahre?
Was du schreibst ist alles okay, aber ich kenne da noch einige Hintergründe, die ich hier lieber nicht schreibe.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Dieter
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Donnerstag 14. November 2013, 21:12

Raphaela hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Von der Kommunität Beuggen würde ich persönlich abraten. Wenn ein Fest auf dem Gelände der Gemeinschaft ist, wird dort zwar mitgeholfen, dafür aber nicht unbedingt in den Gottesdienst gegangen.
Weiterhin gibt es keine Leitung, einige der Mitglieder sind geschieden oder lassen ihr Kind nur segnen und nicht taufen usw. - Ich weiß nicht, was ich davon halten soll....
Jedenfalls äußert liberal


Ich kenne die Kommunität Beuggen nicht, aber grundsätzlich muss es in einer evangelischen Gemeinschaft möglich sein, neue Formen des Zusammenlebens zu finden. Genau so ist es auch mit dem Rogate-Kloster in Berlin. Was jahrhundertelang in alten katholischen Orden wie den Benediktinern und Zisterziensern richtig war, muss nicht 1 : 1 von modernen Kommunitäten übernommen werden. Was in einem abgelegenen Kloster in den Bergen richtig ist, muss nicht für ein modernes Stadtkloster in Berlin-Schöneberg gelten.

Lutheraner sind gerechtfertigt allein durch den Glauben. Äußere Formen sind zweitrangig. Das hat schon Luther immer wieder betont. Warum also soll es nicht möglich sein, dass Männer und Frauen in einem Kloster zusammen leben, Zölibatäre und Nicht-Zölibatere, Verheiratete und Singels? Warum können nicht einige ihr Leben lang in einem solchen Kloster bleiben, andere aber nur für einige Jahre?
Was du schreibst ist alles okay, aber ich kenne da noch einige Hintergründe, die ich hier lieber nicht schreibe.



Ich kenne auch Hintergründe von einigen Ordensgemeinschaften, evangelische und katholische (römisch- und christ-), die man besser nicht im Detail besprechen sollte.

Das zeigt aber nur, dass Mönche und Nonnen auch Menschen sind und keineswegs halbe Heilige.

Am ärgerlichste ist die Doppelmoral und das Heucheln. Es muss immer die fromme Fassade aufrecht erhalten werden. Da ist es vielleicht sogar ehrlicher, von vorne herein gar nicht erst auf den Zölibat zu bestehen. Ein Ehepaar kann sehr gut auch Teil einer Klostergemeinschaft bzw einer Kommunität sein.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von umusungu » Donnerstag 14. November 2013, 23:03

Raphaela hat geschrieben:Was du schreibst ist alles okay, aber ich kenne da noch einige Hintergründe, die ich hier lieber nicht schreibe.
entweder wird was geschrieben - oder du unterlässt auch solche merkwürdigen Anspielungen.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von kephas » Freitag 15. November 2013, 12:44

umusungu hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Was du schreibst ist alles okay, aber ich kenne da noch einige Hintergründe, die ich hier lieber nicht schreibe.
entweder wird was geschrieben - oder du unterlässt auch solche merkwürdigen Anspielungen.
:klatsch:

TillSchilling
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von TillSchilling » Freitag 15. November 2013, 12:55

Dieter hat geschrieben: Grundsätzlich gilt: Auch die Hochkirchler sind als Protestanten sozialisiert, mit allen Vor- und Nachteilen. Ein Nachteil ist das oft kleinkarierte Starren auf Bibelstellen. Es fehlt die katholische (nicht-römisch-katholische) Weite des Denkens.

Dieter, bitte erläutere die "katholische (nicht-römisch-katholische) Weite des Denkens" die den "kleinkariert auf Bibelstellen starrenden" Protestanten abgeht?

Auf jetzt. Du kannst nicht immer mit Behauptungen um dich werfen und - wenn man dann nachfragt - nicht Rede und Antwort stehen.

Dieter
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Freitag 15. November 2013, 15:05

Während die Protestanten die vier Soli haben, also die vier "ALLEIN", haben die Romkatholiken immer beides: Glaube UND Werke, Bibel UND Tradition, Gott UND die Heiligen, die angerufen werden können (ein Zugeständnis der Alten Kirche an den Polytheismus). Schon das gibt eine gewisse Weite.

Der Protestantismus bezieht sich zwar auf die Bibel, aber in den Landeskirchen nur noch in der Auslegung von angesehenen Theologieprofessoren. Es sind die "kleinen Leute" vor Ort, die die Bibel wortwörtlich auslegen, mit dem Finger auf eine BIbelstelle zeigen und sagen "Siehste, da steht's ja!". Es ist sicher richtig, wenn gesagt wird, dass in den Landeskirchen mehr als 50 % der sonntäglichen Gottesdienstbesucher -im Gegensatz zu den Amtsträgern- als evangelikal einzuordnen sind.

Die RKK dagegen hängt die Latte der Moral so hoch, dass die Leute mühelos drunter durch laufen können. Da so gut wie KEIN Katholik alle Gesetze der Kirche einhalten kann, hat jeder für den anderen Verständnis. In den USA sind z.B. die Katholiken an der Basis (nicht die offizielle Amtskirche) die liberalsten Christen, liberaler als Presbyterianer, Anglikaner, Lutheraner und auch liberaler als die Juden. (Ich habe jetzt aber keine Lust zu googlen!).

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von TillSchilling » Freitag 15. November 2013, 15:49

Dieter hat geschrieben:Während die Protestanten die vier Soli haben, also die vier "ALLEIN", haben die Romkatholiken immer beides: Glaube UND Werke, Bibel UND Tradition, Gott UND die Heiligen
:hmm:

Auch als Protestant darfst du gute Werke tun. Ja, es wird sogar ermutigt um nicht zu sagen von dir erwartet und gefordert. Und mit der Dogmen- und Theologiegeschichte darfst du dich so intensiv beschäftigen wie du möchtest. Verschiedene, traditionelle Formen der (christlichen und nichtchristlichen) Spiritualität kannst du allerorten studieren und ausprobieren. Und das Leben der Heiligen darfst du studieren und sie dir zum Vorbild nehmen wie es dein Herz begehrt. Nichts soll dir fehlen.

Was du nicht tun sollst ist

- zu glauben, dass deine Werke dir den Himmel öffnen
- die Tradition zu akzeptieren auch wo sie der biblischen Offenbarung widerspricht
- Spiritualitäsformen, Praktiken oder kirchliche Strukturen, die vom Wort nicht vorgeschrieben sind, als heilsnotwendig erachten
- die schon gestorbenen Heiligen im Gebet anrufen


Wenn dir das zu eng ist, wenn dir die "katholische Weite" fehlt, dann ist das wohl so. Irrtum, Irrlehre und unbiblische Praxis sind IMHO aber keine "Weite" sondern einfach nur falsch, schädlich und den Glauben zerstörend.

Dieter hat geschrieben: Der Protestantismus bezieht sich zwar auf die Bibel, aber in den Landeskirchen nur noch in der Auslegung von angesehenen Theologieprofessoren. Es sind die "kleinen Leute" vor Ort, die die Bibel wortwörtlich auslegen, mit dem Finger auf eine BIbelstelle zeigen und sagen "Siehste, da steht's ja!". Es ist sicher richtig, wenn gesagt wird, dass in den Landeskirchen mehr als 50 % der sonntäglichen Gottesdienstbesucher -im Gegensatz zu den Amtsträgern- als evangelikal einzuordnen sind.
Und wo ist das Problem? Wo ist hier die "Weite", die dir fehlt? Die "Weite" der Spekulation, die rumphilosophiert und sich irgendetwas ausdenkt? Darfst du alles machen. Du bist frei dich mit jeder Form von Wissen und Weisheit zu beschäftigen, die deinen Verstand reizt. Aber was zum Heil und zum gottgefälligen Leben notwendig ist, wurde - dafür hat Gott gesorgt - in die heiligen Schriften aufgenommen. Wenn wir uns daran halten, haben wir Offenbarung und Einsicht genug um seelig zu werden.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von asmussen » Sonnabend 4. Januar 2014, 18:25

Neugründung aus Berlin: http://www.lutherische-emmaus-bruderschaft.de
Für "Theologen und an lutherischer Liturgie und Spiritualität interessierte Laien" - Anliegen vor allem:
"die regelmäßige Feier des Abendmahls in der Form der Messe sowie der Stundengebete zu fördern".

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Kleinwald
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Kleinwald » Sonnabend 4. Januar 2014, 19:55

asmussen hat geschrieben:Neugründung aus Berlin: http://www.lutherische-emmaus-bruderschaft.de
Für "Theologen und an lutherischer Liturgie und Spiritualität interessierte Laien" - Anliegen vor allem:
"die regelmäßige Feier des Abendmahls in der Form der Messe sowie der Stundengebete zu fördern".
Die letzten Gottesdiensttermine auf der Homepage sind vom Juni 211 :hae?:

Ausserdem hüpft auf den Bildern eine Frau mit Albe und Überstola rum... :hmm:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Bischof » Sonnabend 4. Januar 2014, 21:44

Wer in Berlin lutherische Kirche sucht, findet sie in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, die dort mit 8 Gemeinden vertreten ist.

Z.B. http://www.lutherisch.de

Auch dieser Gottesdienst ist trotz der Gewänder ein unierter. Denn der Sup. Höcker dort auf dem Bild in Kasel ist unierter leitender Geistlicher des Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte. Ebenfalls ist dort die unierte Agende auf dem Altar zu sehen. Uniert bleibt uniert.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von asmussen » Sonntag 5. Januar 2014, 14:40

@ bischof: Ich glaube kaum, dass der Leiter der Gemeinschaft oder besagter Sup. Höcker die hier gefeierten Gottesdienste vom eigenen Selbstverständnis her als "uniert" bezeichnen würde.Es gibt auch kein "uniertes" Gottesdienstbuch, sondern das EKD-Gottesdienstbuch, dessen Grundform I die lutherische Messe ist und dessen Grundform II auf den mittelalterlichen "Prädikantengottesdienst" zurück geht (wird in reformierten Gemeinden, aber auch in lutherischen Gemeinden Württembergs gefeiert). Die Landeskirche Berlin-Brandenburg versteht sich soviel mir bekannt ist als eine Kirche der lutherischen Reformation, auch wenn sie einige reformierte Gemeinden unter ihrem Dach hat. Auch in anderen "unierten" Landeskirchen (z.B. Westfalen) haben lutherische Gemeinden ihren Bekenntnisstand bis heute wahren können - und Pfarrer/innen, die das für sich begehren, werden "lutherisch" ordiniert und haben manchmal ein ausgeprägteres konfessionelles Selbstbewußtsein als viele Amtsgeschwister in rein "lutherischen" Landeskirchen. Daher ist das deutsche Luthertum nicht nur in der VELKD oder gar SELK präsent und lebendig, auch wenn ich persönlich sehr froh bin, dass es diese kleine Kirche als Hort der lutherischen Orthodxie bis heute gibt. Der Verweis von "bischof"auf die SELK-Gemeinden in Berlin ist sicher angemessen.Dort gibt es ohne Zweifel authentisches Luthertum. Nur sollte jede/r wissen, dass die Teilnahme am Hl. Abendmahl dort nicht jedem/jeder mit landeskirchklichem Hintergrund offen steht. Ich selbst habe vor einigen Jahren an einem SELK-Gottesdienst in einer Stadt in Westfalen teilgenommen und durfte bei der Beichte am Altar kniend die Absolution mit Handauflegung empfangen (eine sehr schöne und bewegende Erfahrung!). Zur Teilnahme am Abendmahl hätte ich aber vorher - wenn ich mich recht erinnere -ein Gespräch mit dem diensthabenden Pfarrer führen müssen, was aus zeitlichen Gründen nicht möglich war. Dass die SELK die Zulassung zum Hl. Abendmahl sehr streng handhabt, kann ich auf Grund ihrer Geschichte und Prägung verstehen und respektieren, auch wenn meine Sicht an dieser Stelle eine andere ist. Für Menschen mit landeskirchlichem Hintergrund, die "lutherische Messen" feiern wollen, sind entsprechende Angebote von Gemeinden auf landeskirchlichem "Terrain" in Berlin oder anderswo wohl weiterhin unverzichtbar - da eben mit weniger "Hürden" versehen und weniger "exklusiv" als in der SELK.
@ kleinwald: die überholten Terminangaben auf der homepage finde ich auch "schwach". Aktuellere gibt es aus der Gemeinde des Leiters der Gemeinschaft unter http://www.jacobiluisenstadt.de - dann pdf-Datei "Gottesdienste". Mit Frauen im Amt und in Gewandung habe ich persönlich keine
Probleme, aber da gibt es ja nun mal - je nach persönlicher biblischer Hermeneutik - unterschiedliche Sichtweisen, auch unter Lutheranern!

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Montag 27. Juli 2015, 18:35


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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Freitag 21. August 2015, 11:07

asmussen hat geschrieben:Neugründung aus Berlin: http://www.lutherische-emmaus-bruderschaft.de
Für "Theologen und an lutherischer Liturgie und Spiritualität interessierte Laien" - Anliegen vor allem:
"die regelmäßige Feier des Abendmahls in der Form der Messe sowie der Stundengebete zu fördern".


Von der lutherischen Emmaus-Bruderschaft in Berlin hatte ich bisher nichts gehört. Gibt es sie noch?

Pfarrer Schmidt ist allerdings als Hochkirchler bekannt.

Übermorgen findet in der Melanchthon-Kirche wieder eine evangelische Messe mit Pfr. Schmidt statt:

http://www.melanchthongemeinde-kreuzber ... fffff1.pdf

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Re: Ordens- und Klosternachrichten II

Beitrag von umusungu » Montag 19. September 2016, 21:13


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Re: Ordens- und Klosternachrichten II

Beitrag von Reinhard » Dienstag 20. September 2016, 00:02

umusungu hat geschrieben:https://youtu.be/4tJIuJGWImc
Uh. - - Wo ist da geistliches Leben ?? - Nicht einmal fällt der Begriff "beten"... Das erscheint mir schaurig-bezeichnend.
(Ein Freund von mir hat im Kloster Loccum sein (ev.) Pfarrersexamen gemacht. Dort war es verpönt, in einer persönlichen Gottesbeziehung zu leben !)
- auch dort nirgends ein Ort des Gebets ! -

Wenn ich nicht das Kloster Schwanberg kennen würde, müsste ich wohl glauben, dass es im Protestantischen gar keine Hoffnung mehr gibt.

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Re: Bilder/Videos von Ordensgemeinschaften!

Beitrag von umusungu » Dienstag 20. September 2016, 10:51

Kloster Wienhausen

https://youtu.be/-jDD_0sRQfk

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Re: Bilder/Videos von Ordensgemeinschaften!

Beitrag von umusungu » Dienstag 20. September 2016, 10:56


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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Kleinwald » Mittwoch 4. Januar 2017, 10:44

*mal den Faden raufziehen*

Was gibts neues von der hochkirchlichen Front?

Die Internetseiten der HV sind wohl seit über einem Jahr nicht mehr aktualisiert worden. Mit Bürgener hatte ich vor Jahren mal Briefkontakt, der dann irgendwie abriss, die Seite ist auch nicht aktualisert worden. Der "farbenfrohe" Internetauftritt von Dr. Knoche ist auch nicht mehr aktuell, von den Bemühungen von einer Annährung an Rom hört man auch nichts mehr, Beyerhaus wird 88 und Diestelkamp ist tod. Die CCSA macht zumindst auf Facebook einen noch ganz frischen Eindruck, ist mir auf der anderen Seite irgendwie suspekt :hmm:. St. Michael Cottbus ist zumindest die Seite aktuell und auch mit aktuellen Terminen bestückt, aber ja wohl doch eher ein regionales Phänomen.

Auf Facebook scheint man etwas aktiv...

Hochkirchlich und evangelisch - abgehakt? :/
Zuletzt geändert von Kleinwald am Mittwoch 4. Januar 2017, 10:52, insgesamt 1-mal geändert.
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Raphael » Mittwoch 4. Januar 2017, 10:52

Kleinwald hat geschrieben:.......
Hochkirchlich und evangelisch - abgehakt? :/
Das wäre sehr schade, weil man dort auch als Katholik noch etwas hinzulernen konnte ............
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Dieter » Mittwoch 4. Januar 2017, 11:35

In Berlin z.B. gibt es verschiedene kleinere Organisationen mit zusammen etwa 1 Mitgliedern, die man der Hochkirche zurechnen kann.

Einmal im Monat findet in der Bonhoefferkirche in Berlin-Reinickendorf eine evangel. Messe statt.

http://eft-pch.de/

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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 4. Januar 2017, 15:57

Und immer mal wieder hört man aus dem Kölner Raum auch etwas von Henrica ...

Die Bilder sind übrigens vom Schwanberg (Communität Casteller Ring). Die gehören ja auch "irgendwie" dazu.

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Heike
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Re: Hochkirchliche und sonstige evang. Ordensgemeinschaften

Beitrag von Heike » Freitag 6. Januar 2017, 11:09

Reinhard hat geschrieben:Und immer mal wieder hört man aus dem Kölner Raum auch etwas von Henrica ...
Danke für den Hinweis auf meinen Blog! ;-)

Der Regionalkonvent West der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft hat übrigens eine neue und sehr aktuelle Website: http://west.johannesbruderschaft.eu

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