Weitgehende Ungültigkeit kopt.-orthdox. Taufen?

Ostkirchliche Themen.

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Isidor Matamoros
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Weitgehende Ungültigkeit kopt.-orthdox. Taufen?

Beitrag von Isidor Matamoros » Montag 8. Januar 2018, 15:25

An den Schriftführer der Una Voce Korrespondenz:

Sehr geehrter Herr N.

vor Jahren bin ich ab und an noch mit Herrn Dr. Kaschewsky in Verbindung gewesen. Aber das ist schon etliche Jahre her.

Ich wende mich an Sie, weil vor ungefähr neun Monaten Franziskus und der koptische Patriarch Tewadros II. ein Abkommen über die wechselseite Anerkennung der Taufen abgeschlossen haben. Grund genug sich die Taufpraxis der Kopten näher anzuschauen. Diese besitzen zwei Taufliturgien:
  • Das längere mit einer ungültigen Form der Taufe.
  • Das kürzere, welches wohl noch aus der Zeit von vor dem monophysitischen Schisma stammt, mit genau unserer grammatikalisch aktiven Form (ich taufe dich etc.).
Die zum Punkt 1 gehörende Form lautet:
  • a) Ich taufe dich im Namen des Vaters. Amen. (1. Akt der Immersion)
  • b) Ich taufe dich im Namen des Sohnes. Amen. (2. Akt der Immersion)
  • c) Ich taufe dich im Namen des Heiligen Geistes. Amen. (3. Akt der Immersion)
Diese Art der Taufzeremonie können Sie sich in englischer Sprache hier als Video ansehen:

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=PB9Zlr8H-J4[/youtube]
Dabei fällt auf, daß es sich dabei um eine Verdreifachung des göttlichen Namens bei in Wahrheit drei verschiedenen Taufakten handelt, denn zu jeder Immersion gehört anscheinend ein jeweils vollständiger Satz. Die Verdreifachung des göttlichen Namens ist, wenn nicht tritheistisch (wie Renaudot, einer der Übersetzer koptischer Riten in Denzingers "Ritus Orientalium in administrandis Sacramentis" behauptet), so doch wenigstens eine Leugnung der einen göttlichen Energie und Wirksamkeit (Siehe Eugen IV. in "cantate Domino" an die Adresse der monophysitischen Jakobiten in Denzingers Euchyridion). Die eine göttliche Kraft und Wirksamkeit muß nach dem einmütigen Urteil der Moraltheologie und der Dogmatik notwendig durch "in nomine" im Singular ausgedrückt werden. Denn das ist der passende Ausdruck für die Konsubstantialität der drei göttlichen Personen. Ich habe diese fragliche Tripelform nicht nur in Denzingers Werk "Ritus Orientalium in administrandis Sacramentis Band 1" ausfindig gemacht, sondern auch in Videoszenen der Plattform Youtube, wo Kopten in englischer Sprache tauften.
So konnte ich eine weitere ungültige Taufpraxis feststellen, die so lautete:

Im Video 4min 50sec:

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=W-_hll-d2FM
[/youtube]

"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen."

Und nun kommen die Worte, welche das dreifache Übergießen begleiten:

a) Gepriesen sei Gott der Vater. Amen. (1. Akt des Übergießens)
b) Gepriesen sei sein eingeborener Sohn unser Herr Jesus Christus. Amen. (2. Akt des Übergießens)
c) Gepriesen sei der Hl. Geist der Tröster. Amen (3. Akt des Übergießens)

Selbst wenn bei der Aufnahme des Videos die Worte "ich taufe dich" im Einleitungssatz abgeschnitten sein sollten, so ist die Taufe trotzdem ungültig, weil nämlich etwas zum Taufakt gesprochen wurde, was keine Form sein kann. Siehe hierzu Denz. 398, 1317, 1321 entsprechender Dekrete von Alexander III. und dem VIII.

Die katholischen Kopten promulgierten auf der Gründungssynode von Kairo (Januar bis Juni 1898) ihres durch Leo XIII. neu errichteten Patriarchates ein Euchologium, welches diese falsche Form nicht enthielt, zumal ja die andere Form aus der kürzeren Taufliturgie zur Verfügung stand, die ohne Zweifel gültig ist. Die getrennten Kopten hingegen benutzen sehr gerne das lange Ritual. In den Jahrzehnten der sogenannten Phase der Entlatinisierungen der Ostkirchen nach dem II. vatikanischen Konzil fingen auch unierte Kopten wieder an, die ungültige Form zu benutzen. Was das aber für einen langfristigen Einfluß auf die Spendung anderer Sakramente hat, z. B. den Abbruch der Weihesukzession, können Sie sich denken.
Sie können sich meinen vollständigen Artikel von 14 Seiten DIN A 4 von meiner Dropbox über den unten stehenden Link herunterladen und sich den gesamten Sachverhalt anschauen.

https://www.dropbox.com/s/6qrxh9y1r3vmb ... n.pdf?dl=0

Mit vorzüglicher Hochachtung, etc.

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Petrus
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Re: Weitgehende Ungültigkeit kopt.-orthdox. Taufen?

Beitrag von Petrus » Dienstag 9. Januar 2018, 15:13

es interessiert mich, wer der Autor des dropbox-Artikels ist.
fr. petrus, OCant.

Isidor Matamoros
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Re: Weitgehende Ungültigkeit kopt.-orthdox. Taufen?

Beitrag von Isidor Matamoros » Dienstag 9. Januar 2018, 15:29

Meine Wenigkeit! :cowboy:

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Petrus
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Re: Weitgehende Ungültigkeit kopt.-orthdox. Taufen?

Beitrag von Petrus » Dienstag 9. Januar 2018, 19:15

danke Dir.
fr. petrus, OCant.

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