Ein offener Brief an die Archonten

Ostkirchliche Themen.

Moderator: Walter

Benutzeravatar
ad-fontes
Beiträge: 9290
Registriert: Sonntag 28. Juni 2009, 12:34

Ein offener Brief an die Archonten

Beitrag von ad-fontes » Donnerstag 22. Dezember 2016, 08:15

betreffend S.H. Bartholomäus:

http://www.orthodoxwitness.org/an-open- ... the-faith/
Patriarch Bartholomew is praised for promoting “without fear” the heretical ecumenism and syncretism. Decide what you want to defend: the honorable Orthodox See of the Ecumenical Patriarchate or the dishonorable Patriarch that occupies the Ecumenical cathedra.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

Benutzeravatar
Jeremias
Beiträge: 272
Registriert: Mittwoch 24. März 2010, 14:41

Re: Ein offener Brief an die Archonten

Beitrag von Jeremias » Freitag 23. Dezember 2016, 21:10

Traurig.

Ich stehe zu meinem Patriarchen. Ich würde mir natürlich wünschen, er wäre noch weiter auf die Liberalen zugegangen, aber der Rückschritt gen Traditionalismus, den sich die Russen wünschen, der ist erst recht unerträglich.
Orthodoxer. Physikdidaktiker. Rollenspieler. Liberaler. Konservativer. Modernist. Ökumenist.
Alles Titel, mit denen man mich bedenken kann, die deswegen mich trotzdem nicht gänzlich beschreiben.

Benutzeravatar
ad-fontes
Beiträge: 9290
Registriert: Sonntag 28. Juni 2009, 12:34

Re: Ein offener Brief an die Archonten

Beitrag von ad-fontes » Montag 26. Dezember 2016, 13:20

Jeremias hat geschrieben:Traurig.

Ich stehe zu meinem Patriarchen. Ich würde mir natürlich wünschen, er wäre noch weiter auf die Liberalen zugegangen, aber der Rückschritt gen Traditionalismus, den sich die Russen wünschen, der ist erst recht unerträglich.
An welche Punkte denkst du, wenn du schreibst "noch weiter auf die Liberalen" und "gen Traditionalismus"?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

Benutzeravatar
Jeremias
Beiträge: 272
Registriert: Mittwoch 24. März 2010, 14:41

Re: Ein offener Brief an die Archonten

Beitrag von Jeremias » Dienstag 27. Dezember 2016, 07:52

Kalenderfrage: Warum wir immer noch über den julianischen Kalender diskutieren.
Fastenzeiten: Die Anpassung an die Moderne ist überfällig.
Ökumene: Die unnötige Diskussion darüber, ob Rom eine Kirche ist oder nicht.

Und natürlich mein Lieblingsthema: Das Priesteramt und die Geschlechterfrage. (Wobei niemand sich auch nur wagte, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen).

Letztlich hat das Konzil da wenig bewegt. Aber es ist wenigstens nicht in die konservative Richtung marschiert.
Orthodoxer. Physikdidaktiker. Rollenspieler. Liberaler. Konservativer. Modernist. Ökumenist.
Alles Titel, mit denen man mich bedenken kann, die deswegen mich trotzdem nicht gänzlich beschreiben.

Germanus
Beiträge: 601
Registriert: Dienstag 17. Oktober 2006, 20:39

Re: Ein offener Brief an die Archonten

Beitrag von Germanus » Dienstag 27. Dezember 2016, 10:35

Lieber Jeremias,
Dein Ansinnen in den von Dir genannten Punkten ist verständlich, allerdings nur bedingt, wie ich meine, da mir scheint, sie seien fast alle (Ausnahme: Kalender) schon längst umgesetzt worden:
- Kalenderfrage: Der Kalender ist heikel, da hier die Empfindsamkeit des Menschen besonders betroffen ist: sie betrifft ja Gläubige wie weniger Praktizierende (Familienfeiern und - traditionen etc.). Die Diktatormethode ("Das machen wir jetzt endlich vernünftig und Schluss!") verletzt und wäre daher wohl noch "dümmer" als die jetzige Situation.
- Fastenzeiten: Das Fasten ist doch kein Punktesammeln, bei dem man sich voreinander messen müsste. Seit jeher gilt doch quasi allgemein: Es gibt die bewährten Fastenregeln der Kirche und es gibt die Praxis der Anpassung für jeden einzelnen Gläubigen an seine je eigene Situation. Das Beispiel der kath. und reformat. Kirchen mit scheinbar moderner Fastenordnung sollte eigentlich genügen, um Dir die Modernität der orth. Praxis klar zu zeigen. Der Mensch gilt da viel mehr, da er als Person wahrgenommen wird.
- Priesteramt und Geschlecht: Da unterscheidet sich, wenn ich das richtig weiß, die orthodoxe Lehre von der Kirche zu grundlegend von der katholischen. Ich stelle mir, vielleicht zu unrecht, vor, dass Du da z.B. auf die evangel. Pfarrerinnen schaust. Die Schwierigkeit daran wird aber sein, dass dort eine sehr enge Sicht aus der kath. Theologie übernommen wurde, die sich dort auch erst spät etablieren konnte. Orthodoxerseits gilt ja seit je her, dass der Klerus nur sein kann, weil er Teil des Kirchenvolkes ist. Daher ja auch die Verunmöglichung der Liturgie, wenn nicht alle Teile dieser Kirche zusammenwirken (also: nur der Priester, oder nur der Nichtklerikerteil der Kirche). Etwas zu lange hat sich allerdings auch in der orth. Kirche eine westlich beeinflusste Sicht der Dinge etablieren können, als dass man heute diese Feinheiten (und die Würde der Geschlechter, die dahintersteht) noch sehen könnte. Das finde ich persönlich sehr schade.
Ökumene: Auch da ist wohl die klassische Sicht auf die anderen Gruppen der Christen viel mehr in Deinem Sinne, als das heute vermittelt wird. Mir wurde gesagt, dass es orthodoxerseits gar nicht so "orthodox" sei, Pauschalverurteilungen auszusprechen, wie sich das manche Vertreter wohl wünschen.
Gruß G.
"Her, denke an mui, wenn diu met duinem Ruike kümmes." (Lk 23,42)

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast