Einführung in die Spiritualität

Ostkirchliche Themen.

Moderator: Walter

Tinius
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Einführung in die Spiritualität

Beitrag von Tinius » Sonntag 26. April 2015, 14:11

Beeindruckend.

https://www.youtube.com/watch?v=lzNHvdnP2YY

Professor Felmy ist 27 zur Orthodoxie konvertiert:

https://www.youtube.com/watch?v=tOLTOhHMUI8


Es gibt von ihm ein gelobtes Buch über orthodoxe Theologie in der Gegenwart:

http://www.pfarrerblatt.de/rezension_94.htm

Coturnix
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Re: Einführung in die Spiritualität

Beitrag von Coturnix » Sonntag 26. April 2015, 17:02

Ich lese das Buch zur Zeit und bin sehr angetan, habe schon viel daraus gezogen. Gerade die Vergleiche zwischen katholischen, orthodoxen und protestantischen Positionen zu verschiedenen dogmatischen/spirituellen Fragen gefallen mir sehr gut.

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Petrus
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Re: Einführung in die Spiritualität

Beitrag von Petrus » Mittwoch 21. September 2016, 14:21

sorry,

ja, ich weiß, ich hebe einen thread aus 2015 wieder nach oben.

und das kam so: ich habe ein bißchen in diesem Unterforum herumgestöbert, und dann ist mir Karl-Christian Felmy eingefallen - ob es zu ihm in diesem Forum etwas gibt?

Den Felmy habe ich kennengelernt, als er noch lutherischer Pfarrer war. Seine Liebe galt schon damals dem Weihrauch :) :freude:

2007 ist der dann konvertiert, und ist nun Diakon. wir beide haben noch mal telefoniert.

das erwähnte Buch kann ich sehr empfehlen (es gehört zu den wenigen Büchern, die ich der AWM noch nicht zu treuen Händen anvertraut habe).


disclaimer: nein, mir ist nicht langweilig; nein, ich will hier meine Beitragszahl nicht erhöhen; ich habe einfach mal mit der Suchfunktion gekuckt, ob ich hier was über den Karl-Christian Felmy finde.

Danke, für Eure Geduld.

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umusungu
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Re: Einführung in die Spiritualität

Beitrag von umusungu » Donnerstag 22. September 2016, 18:45

„Willst du den Leib Christi ehren?
Erlaube nicht, dass er in seinen Gliedern verachtet wird, das heißt in den Armen, denen die Kleidung fehlt, um sich zu bedecken. Ehre ihn nicht hier in der Kirche mit Seidentüchern, während du ihn draußen bei Seite lässt und er an Kälte und Nacktheit leidet. Jener, der gesagt hat: „Das ist mein Leib“ und diese Tatsache mit dem Wort bestätigt hat, der sagte auch: „Ihr habt mich hungrig gesehen und mir nicht zu essen gegeben“ und auch „was ihr jeweils nicht an diesen Kleinen getan habt, habt ihr nicht an mir getan“ (Mt.25. 42-45). Der Leib Christi auf dem Altar braucht keine Tücher, sondern reine Seelen, während der, der draußen ist, viel Aufmerksamkeit braucht. Lernen wir, so zu denken und Christus zu ehren, wie Er es will. In der Tat, die Ehre, die am meisten dem entspricht, den wir verehren wollen, ist die, die er selbst möchte, nicht die wir denken. Auch Petrus glaubte, dass er ihn ehren würde, als er verhindern wollte, dass er ihm die Füße wasche. Das war keine Ehre, sondern eine wirkliche Unhöflichkeit. Ehre du ihn ebenso, wie er befohlen hat. Sieh zu, dass die Armen von deinem Reichtum genießen. Gott braucht keine Kelche aus Gold, sondern Seelen aus Gold.“
Johannes Chrisostomus aus Antiochien, Kirchenvater, 2. Patriarch von Konstantinopel (Jahr 344-407).

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Niels
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Re: Einführung in die Spiritualität

Beitrag von Niels » Donnerstag 22. September 2016, 18:52

In welchem Buch hat der hl. Chrysostomus das geschrieben?
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Niels
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Re: Einführung in die Spiritualität

Beitrag von Niels » Donnerstag 22. September 2016, 18:53

Gefunden: https://www.unifr.ch/bkv/kapitel459-2.htm
Glaubet also, dass es auch jetzt noch das gleiche Mahl ist, an dem er selber zugegen war. Denn jenes ist von diesem in nichts unterschieden. Es ist nicht etwa so, dass dieses von Menschen bereitet wird und jenes von ihm selber hergerichtet war: vielmehr bereitet er selbst sowohl dieses wie jenes. Wenn du also siehst, wie der Priester dir1 austeilt, so denke nicht, dass es der Priester sei, der dies tut, sondern dass es Christi Hand ist, die dir entgegengehalten wird, Wenn du getauft wirst, ist es ja auch nicht der Priester, der dich tauft, sondern Gott ist es, der mit unsichtbarer Macht dein Haupt hält; kein Engel und kein Erzengel noch sonst jemand wagt es, hinzuzutreten und dich zu berühren. Geradeso ist es auch hier. Wenn Gott einem Menschen die Widergeburt zuteil werden läßt, so ist dies einzig und allein seine Gabe. Oder siehst du nicht, wie die Menschen es machen, wenn sie jemand an Kindesstatt annehmen? wie sie das auch nicht ihren Dienern überlassen, sondern in eigener Person vor Gericht erscheinen? Ebenso hat auch Gott die Zuweisung dieses Geschenkes nicht den Engeln übergeben, sondern ist selbst zugegen und befiehlt: "Heißet niemanden Vater auf der Erde"2 , nicht aus Geringschätzung gegen unsere Eltern, sondern damit du ihnen allen den vorziehest, der dich gemacht und dich unter seine eigenen Kinder aufgenommen hat. Denn wer das Größere gegeben hat, das heißt sich selbst, der wird es um so weniger unter seiner Würde finden, dir auch seinen Leib zu schenken. Hören wir es also, Priester und Laien, wessen wir gewürdigt worden sind; hören wir es und erschaudern wir! Christus hat uns erlaubt, mit seinem heiligen Fleische uns zu sättigen; sich selbst hat er als Schlachtopfer hingegeben! Wie können wir uns also rechtfertigen, wenn wir trotz dieser erhabenen Speise doch so viele und so schwere Sünden begehen? wenn wir das Lamm essen und zu Wölfen werden? wenn wir vom Lamme uns nähren und dann gleich Löwen zu rauben anfangen? Dieses Geheimnis verlangt ja, dass wir nicht bloß von Raub, sondern auch von bloßer Feindschaft uns vollkommen frei halten. Dieses Geheimnis ist eben ein Geheimnis des Friedens; es verträgt sich nicht damit, dass man3 dem Reichtum nachjage. Wenn Christus selbst sich um unseretwillen nicht schonte, was verdienen wir dann, wenn wir auf unser Geld achten und um unsere Seele uns nicht kümmern, um derentwillen er seiner selbst nicht schonte? Den Juden hat Gott zur Erinnerung an die Wohltaten, die sie empfingen, ihre Feste vorgeschrieben; dir hat er es sozusagen jeden Tag durch diese Geheimnisse anbefohlen. Schäme dich also des Kreuzes nicht; das ist unsere Ehre, das unser Geheimnis; dieses Geschenk ist unser Schmuck und unsere Zierde. Wenn ich sage, Gott hat das Himmelszelt gespannt, hat die Erde und das Meer gebildet, hat die Propheten und die Engel gesandt, so sage ich nichts, was dem gleich käme. Das ist eben die höchste aller Gaben, dass er des eigenen Sohnes nicht schonte, um seine verirrten Knechte zu retten. Keine Judas möge also diesem Tische sich nahen, kein Simon4 ;diese sind ja beide wegen ihrer Habsucht zugrunde gegangen.

Fliehen wir also diesen Abgrund und glauben wir nicht, es genüge zu unserem Heile, einen goldenen, mit Edelsteinen besetzten Kelch für den Altar zu opfern, nachdem wir zuvor Witwen und Waisen beraubt haben. Wenn du das Opfer ehren willst, so opfere deine eigene Seele, um derentwillen5 geschlachtet wurde; sie soll aus Gold sein. Wenn dagegen sie wertloser ist als Blei und Scherben, während der Kelch6 aus Gold ist, welchen Nutzen hast du dann davon? Achten wir also nicht bloß darauf, dass wir goldene Gefäße darbringen, sondern dass wir sie auch mit ehrlichem Verdienste bezahlt haben. Das ist noch mehr wert als Gold, dass kein ungerechtes Gut dabei im Spiele ist. Die Kirche ist ja kein Goldoder Silberladen, sondern ein Lobpreis der Engel. Dazu kommt es auf unsere Seelen an; denn nur der Seelen wegen nimmt Gott solche7 Gefäße an. Jener Tisch8 war ja damals auch nicht aus Silber und der Kelch nicht aus Gold, aus dem Christus seinen Jüngern sein eigenes Blut reichte; dennoch war alles kostbar und schaudererregend, weil es eben voll des Hl. Geistes war.

Willst du also Christi Leib ehren? Geh nicht an ihm vorüber, wenn du ihn nackt siehst; ehre ihn nicht hier9 mit seidenen Gewändern, während du dich draußen auf der Straße nicht um ihn kümmerst, wo er vor Kälte und Blöße zugrunde geht! Derselbe, der da gesagt hat: "Dies ist mein Leib"1 , und durch das Wort die Tatsache bekräftigte, derselbe hat auch gesagt: "Ihr habt mich hungern gesehen, und habt mich nicht genährt"11 , und: "Was ihr einem, von diesen geringsten nicht getan habt, habt ihr auch mir nicht getan"12 . Dazu bedarf es ja keiner13 Decken, wohl aber einer reinen Seele; jenes dagegen braucht viele Sorgfalt. Lernen wir also, weise zu sein, und Christus so zu ehren, wie er selbst geehrt sein will. Dem Geehrten ist ja d i e Ehrenbezeugung die liebste, die er selber wünscht, nicht die, die wir dafür halten. Auch Petrus glaubte ihn ja dadurch zu ehren, dass er ihn hindern wollte, seine Füße zu waschen; gleichwohl war es kein Ehrenerweis, was er tat, sondern das Gegenteil. So erweise auch du ihm die Ehre, die er selbst verlangt hat, und verwende deinen Reichtum zugunsten der Armen. Gott braucht keine goldenen Kelche, sondern goldene Seelen.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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umusungu
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Re: Einführung in die Spiritualität

Beitrag von umusungu » Donnerstag 22. September 2016, 20:02

Niels hat geschrieben:In welchem Buch hat der hl. Chrysostomus das geschrieben?
Da ich keine Seminararbeit an der Uni schreibe, interessiert mich das nicht.

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Lupus
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Re: Einführung in die Spiritualität

Beitrag von Lupus » Donnerstag 22. September 2016, 20:34

umusungu hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:In welchem Buch hat der hl. Chrysostomus das geschrieben?
Da ich keine Seminararbeit an der Uni schreibe, interessiert mich das nicht.
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Was kann es Interessanteres und Bereicherenderes geben, als im Stande des Pfarrpensionärs endlich das zu tun, was ein langes Seelsorgerleben kaum einmal möglich war, nämlich zu den Kirchenvätern und ihren Werken zu greifen und so eine gewisse Bestätigung zu bekommen, dass man ein Leben lang nicht umsonst gelaufen, sondern gewusst hat, wem man gefolgt ist!

Da ich zur Zeit mich vertiefe in die "Fontes Christiani", ebenfalls "Väter", fand ich es dankbar als Bereicherung, nun auch in der "Bibliothek der Kirchenväter" (BKV) immer wieder Gelegenheit zu finden, meinen Glauben bestätigt zu finden.

Vergelts Gott an Niels für den entsprechenden Link!

+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

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