Westliche Orthodoxie

Ostkirchliche Themen.

Moderator: Walter

Gibt es oder kann es eine "Westliche Orthodoxie" geben?

Ja, wenn sie im orthodoxen Glauben stehen, können sie auch in nach einem anderen als dem byzantinischen Ritus feiern
29
37%
Nein, wahre Orthodoxie lebt aus dem byzantinischen Ritus
9
12%
Ich befürworte dies empathisch, da es die einzige Möglichkeit darstellt, den verlorenen Westen in die Kirche zurückzuholen
6
8%
Ich bin skeptisch, da ich "Eigenbrötler" und "Exzentriker" als deren Protgaonisten vermute
17
22%
Ich bin vorsichtig ablehnend, da man etwas Untergegangenes nicht wiederbeleben oder rekonstruieren kann, sondern nur aus der lebendigen Tradition bezieht
5
6%
Ich bin vorsichtig befürwortend, da der Glaubensausdruck in einem bestimmten, auch kulturell mitgeprägten Ritus ein legitimes Anliegen in der Orthodoxie ist
12
15%
 
Abstimmungen insgesamt: 78

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Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 3. März 2010, 00:30

Auf Englisch gibt es auch Blogs zum Thema Westliche Orthodoxie:
http://westernritecritic.wordpress.com/

http://sarisburium.blogspot.com/
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 3. März 2010, 02:02

Also, nachdem ich mich so durch verschiedene Seiten geklickt habe, kommt mir das vor wie "weder Fisch noch Fleisch".

Ehrlich gesagt, es stößt mich eher ab.

Ich halte es auch für keine Zufall, daß es Western Orthodoxy fast nur in USA und Gb gibt.
(Wir Deutschen wären viel zu pinkelig, genau, skrupulös als daß wir aufs gradewohl etwas revitalisieren würden.)

By the way:
Therefore, most merciful Father, we humbly pray and beseech thee through Jesus Christ thy Son our Lord, that thou wouldst be pleased to accept and bless these gifts, these offerings, these holy, spotless sacrifices, which we offer thee in the first place for thy holy Catholic Church, that thou wouldst vouchsafe to keep her in peace under thy protection, to bring her to unity and to guide her throughout the world: likewise for IGNATIUS our Patriarch, for PHILIP our Metropolitan, for the Holy Synod of Antioch, for the President of these United States, and for all Orthodox believers who hold the Catholic and apostolic faith.
http://web.archive.org/web/218111132 ... iturgy.htm
An so prominenter Stelle - die dem christlichen Kaiser reserviert ist (war) - für einen nichtorthodoxes Staatsoberhaupt* zu beten, halte ich auch für fragwürdig. Wie seht ihr das?


*Er ist es ja nicht von Gottes Gnaden, sondern durch Volkes Wille.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Mittwoch 3. März 2010, 02:20

Römer 13,1 "Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten (oder: den vorgesetzten Obrigkeiten) untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, ohne von Gott (bestellt zu sein), und wo immer eine besteht, ist sie von Gott verordnet."

Im Übrigen ist das kein Sonderproblem des westlichen Ritus. Auch im byzantinischen Ritus wird für das jeweilige Staatsoberhaupt gebetet, z.B. den Präsidenten der USA, die Königin von Kanada... zu Sowjetzeiten wurde für Stalin gebetet, in der Stadt Antiochien seit jeher auch für den Kalifen bzw. heute für Abdullah Gül. Und beteten die Christen nicht schon zu Zeiten der schlimmsten Verfolgungen für die heidnischen Kaiser?

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 3. März 2010, 02:26

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Römer 13,1 "Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten (oder: den vorgesetzten Obrigkeiten) untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, ohne von Gott (bestellt zu sein), und wo immer eine besteht, ist sie von Gott verordnet."

Im Übrigen ist das kein Sonderproblem des westlichen Ritus. Auch im byzantinischen Ritus wird für das jeweilige Staatsoberhaupt gebetet, z.B. den Präsidenten der USA, die Königin von Kanada... zu Sowjetzeiten wurde für Stalin gebetet, in der Stadt Antiochien seit jeher auch für den Kalifen bzw. heute für Abdullah Gül. Und beteten die Christen nicht schon zu Zeiten der schlimmsten Verfolgungen für die heidnischen Kaiser?
Ja, in den Fürbitten.

In der Strophe "Inprimis" des Canon Romanus ist das offerre pro auch dahingehend zu verstehen: es wird ausgesagt, wer zum - über den konkreten irdischen Ort der Darbingung - Kreis derjenigen gehört, die darbingen. Das können nur diejenigen sein, mit denen man (im gleichen Glauben) vereint ist...una cum...
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Mittwoch 3. März 2010, 02:37

Bis wann wurde denn historisch der Kaiser erwähnt? Im Missale romanum von 1962 finde ich es nicht mehr.

Siehe auch http://www.sanctamissa.org/en/rubrics/

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 3. März 2010, 02:40

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Bis wann wurde denn historisch der Kaiser erwähnt? Im Missale romanum von 1962 finde ich es nicht mehr.

Siehe auch http://www.sanctamissa.org/en/rubrics/
Das hängt von ab, ob du eine orthodoxe Antwort hören willst oder eine römisch-katholische.

Im ersteren Fall bis in die 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts.
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 3. März 2010, 02:57

Das Ganze "The Divine Liturgy according to the Rite of Saint Gregory" zu nennen, ist natürlich auch bekloppt.
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Mittwoch 3. März 2010, 03:17

Und im zweiten, also römisch-katholischen Falle? Soweit ist weiss, ist im Sarum-Usus des römischen Ritus der König im Hochgebet.

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 3. März 2010, 03:19

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Und im zweiten, also römisch-katholischen Falle? Soweit ist weiss, ist im Sarum-Usus des römischen Ritus der König im Hochgebet.
Ich vermute, 1806 war außerhalb der Donaumonarchie und Napos Frankreich Schluß.
(Das waren natürlich auch keine römischen Kaiser.)
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 3. März 2010, 03:20

Bemerkenswert:
A genuine Western Rite is neither more American nor more “Western” than an Eastern Rite. The West has deviated so much from her own Orthodox beginnings, that she can no longe really recogize what’s truly Western.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Nassos » Mittwoch 3. März 2010, 22:47

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Römer 13,1 "Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten (oder: den vorgesetzten Obrigkeiten) untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, ohne von Gott (bestellt zu sein), und wo immer eine besteht, ist sie von Gott verordnet."

Im Übrigen ist das kein Sonderproblem des westlichen Ritus. Auch im byzantinischen Ritus wird für das jeweilige Staatsoberhaupt gebetet, z.B. den Präsidenten der USA, die Königin von Kanada... zu Sowjetzeiten wurde für Stalin gebetet, in der Stadt Antiochien seit jeher auch für den Kalifen bzw. heute für Abdullah Gül. Und beteten die Christen nicht schon zu Zeiten der schlimmsten Verfolgungen für die heidnischen Kaiser?
Hallole MND,

schön Dich wieder zu lesen!

Was die Fürbitten angeht: bist Du Dir da sicher?

Gruß,
Nassos
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Donnerstag 4. März 2010, 03:12

Guten Abend Nassos,

Die Freude ist ganz meinerseits.

In den Fürbitten bin ich mir sicher, dass für jede Form von Autorität zu beten ist. Frag mal Joseph, die beten dort auch für die kanadische Königin.

In der Tat spricht ad-fontes mit der Erwähnung im Hochgebet (eucharistischen Gebet) aber einen Sonderfall an.

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Joseph
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Joseph » Donnerstag 4. März 2010, 08:26

Nassos hat geschrieben: Was die Fürbitten angeht: bist Du Dir da sicher?
Gruß,
Nassos
Ja da ist er sich sicher sicher.... :breitgrins:

The Divine Liturgy of
Our Father among the Saints
JOHN CHRYSOSTOM

As offered at St. Herman of Alaska’s Orthodox Church, Langley, B.C.

PRIEST: Blessed is the kingdom of the Father and of the Son and of the Holy Spirit, now and ever and unto ages of ages.

PEOPLE: Amen.

PRIEST: In peace let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For the peace from above and for the salvation of our souls, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For the peace of the whole world, for the welfare of the holy churches of God, and for the union of all, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For this holy house and for those who enter with faith, reverence and the fear of God, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For our Metropolitan, for our Bishop, for the honourable priesthood, for the diaconate in Christ, and for all the clergy and the people, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For her Majesty our Queen, Elizabeth, for all civil authorities and for the armed forces, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For this city, for every city and country, and for the faithful dwelling therein, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For seasonable weather, for abundance of the fruits of the earth, and for peaceful times, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For travelers by land, by sea and by air, for the sick and the suffering, for captives and their salvation, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For our deliverance from all afflictions, danger, and necessity let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: Help us, save us, have mercy on us, and keep us, O God, by Your grace.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: Commemorating our most holy, most pure, most blessed and glorious Lady, the Theotokos, and ever-virgin Mary, with all the Saints, let us commend ourselves and each other and all our life unto Christ our God.

PEOPLE: To You, O Lord.

PRIEST: O Lord, our God, Your power is incomparable; Your glory is incomprehensible,
Your mercy is immeasurable; Your love for man is inexpressible. Look down on us and on this holy house with pity, O Master, and impart the riches of Your mercy and Your compassion to us and to those who pray with us. For to You are due all glory, honour and worship to the Father and to the Son and to the Holy Spirit, now and ever and unto ages of ages.

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Hallo MND... :huhu:
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Niels » Donnerstag 4. März 2010, 10:09

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Bis wann wurde denn historisch der Kaiser erwähnt? Im Missale romanum von 1962 finde ich es nicht mehr.

Siehe auch http://www.sanctamissa.org/en/rubrics/
Hallo MND :huhu:
Ich habe ein Missale von 193, in welchem die Fürbitte für den imperator noch enthalten ist. Sie ist wohl im Zuge der Karwochenreform unter Pius XII. "rausgeflogen", denn in "Die Liturgie der Karwoche" von Schott (1957) fehlt sie auch schon.
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Nassos » Freitag 5. März 2010, 01:16

Ich weiß, Joseph, ich weiß.
Aber das ist halt nicht überall so. Darauf wollte ich hinweisen.

Trotzdem Dank für den Post, es ist auf jeden Fall interessant. Mir gefällt die englische Sprache in der Liturgie sehr - auch die deutsche. Aber - und sorry für diese Selbstbeweihräucherung - kommen diese Sprachen nicht an das Ehrwürdige der Altgriechischen Spache an (auch nicht der Lateinischen).

Gruß,
King Kong.
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Joseph » Freitag 5. März 2010, 01:37

Nassos hat geschrieben:.... Mir gefällt die englische Sprache in der Liturgie sehr - auch die deutsche. Aber - und sorry für diese Selbstbeweihräucherung - kommen diese Sprachen nicht an das Ehrwürdige der Altgriechischen Spache an (auch nicht der Lateinischen).
Gruß,
King Kong.
Deswegen darfsteseja auch behalten...... obwohl es ist und war immer die Tradition der OK in der jeweiligen Sprache des Volkes zu singen. Altgriechisch mag vieleicht die Sprache der Engel sein, aber solange es keine "Altgriechen" in der Gemeinde gibt, abgesehen von alten Griechen, ist das nicht förderlich zur Katechese und die meisten verstehen nur Σταθμός, wobei die Russen natürlich mit ihrem Kirchenslawisch auch nur Станция verstehen....
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Freitag 5. März 2010, 23:41

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Guten Abend Nassos,

Die Freude ist ganz meinerseits.

In den Fürbitten bin ich mir sicher, dass für jede Form von Autorität zu beten ist. Frag mal Joseph, die beten dort auch für die kanadische Königin.

In der Tat spricht ad-fontes mit der Erwähnung im Hochgebet (eucharistischen Gebet) aber einen Sonderfall an.
Totz allem Patriotismus, der den Amis zu eigen ist, ist es mir unerfindlich, daß die Antiochenische Kirche in ihrem "Western Vicariate" eine mit der orthodoxen Sichtweise inkompatible Wendung duldet, in welcher Barrack Obama und seine Vorgänger in die Gemeinschaft der Gläubigen ("orthodox believer") eingereiht wird:
St. Gregory Liturgy hat geschrieben: likewise for IGNATIUS our Patriarch, for PHILIP our Metropolitan, for the Holy Synod of Antioch, for the President of these United States, and for all Orthodox believers who hold the Catholic and apostolic faith.
Im Falle des Präsidenten der russischen Föderation wäre das was anderes, ebenso, wenn des US-Präsidenten oder der englischen Königin in den Fürbitten gedacht wird.
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Joseph » Sonnabend 6. März 2010, 02:20

ad-fontes hat geschrieben:
St. Gregory Liturgy hat geschrieben: likewise for IGNATIUS our Patriarch, for PHILIP our Metropolitan, for the Holy Synod of Antioch, for the President of these United States, and for all Orthodox believers who hold the Catholic and apostolic faith.
ad fontes,
......for the President of these United States, and for all Orthodox believers who hold the Catholic and apostolic faith.

Im Englischen macht man vor 'and' kein Komma. Das Komma hier besagt, daß es sich um eine neue Fübitte handelt. Zuerst wird für den Presidenten als Staatsoberhaupt gebittet, danach für alle Orthodoxen Gläubigen.... aus dem Satz geht einwandfrei hervor, daß der President nichts mit den nachfolgenden Gläubigen gemein hat "orthodoxerweise".... Sollte es einen Orthodoxen Presidenten geben, dann würde für ihn zweimal gebittet, einmal als President und dann als OGläubiger.

Nur nebenbei, wenn wir in Kanada für die Königin beten, beten wir für sie als Staatsoberhaupt, denn sie ist ja nicht nur nicht Orthodox sondern sogar das Oberhaupt einer anderen Kirche, der Anglikanischen...

Gruß
Joseph

PS: Ich kann den Thread nicht finden, aber ja Anneke hatte Recht, Paul von Finland hat das geschrieben mit den nichtexistierenden Beichtzwang (Ich weiß aber nicht mehr wo) und das ist, ich denke, auch korrekt...
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 16. März 2010, 21:37

Joseph hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben: Was die Fürbitten angeht: bist Du Dir da sicher?
Gruß,
Nassos
Ja da ist er sich sicher sicher.... :breitgrins:

The Divine Liturgy of
Our Father among the Saints
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PRIEST: Blessed is the kingdom of the Father and of the Son and of the Holy Spirit, now and ever and unto ages of ages.

PEOPLE: Amen.

PRIEST: In peace let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For the peace from above and for the salvation of our souls, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For the peace of the whole world, for the welfare of the holy churches of God, and for the union of all, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For this holy house and for those who enter with faith, reverence and the fear of God, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For our Metropolitan, for our Bishop, for the honourable priesthood, for the diaconate in Christ, and for all the clergy and the people, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For her Majesty our Queen, Elizabeth, for all civil authorities and for the armed forces, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For this city, for every city and country, and for the faithful dwelling therein, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For seasonable weather, for abundance of the fruits of the earth, and for peaceful times, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For travelers by land, by sea and by air, for the sick and the suffering, for captives and their salvation, let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: For our deliverance from all afflictions, danger, and necessity let us pray to the Lord.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: Help us, save us, have mercy on us, and keep us, O God, by Your grace.

PEOPLE: Lord, have mercy.

PRIEST: Commemorating our most holy, most pure, most blessed and glorious Lady, the Theotokos, and ever-virgin Mary, with all the Saints, let us commend ourselves and each other and all our life unto Christ our God.

PEOPLE: To You, O Lord.

PRIEST: O Lord, our God, Your power is incomparable; Your glory is incomprehensible,
Your mercy is immeasurable; Your love for man is inexpressible. Look down on us and on this holy house with pity, O Master, and impart the riches of Your mercy and Your compassion to us and to those who pray with us. For to You are due all glory, honour and worship to the Father and to the Son and to the Holy Spirit, now and ever and unto ages of ages.

PEOPLE: Amen.


Hallo MND... :huhu:
Kennt jemand (Nassos... :huhu: ) einen Link zur griechischen Fassung der "Inständigen Ektenie"?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von songul » Dienstag 16. März 2010, 21:47

Zu Deutsch.

Für unser Volk und Vaterland,
für alle die es regieren, beschützen
und die ihm dienen,
lasst uns beten zum Herrn.

In den jeweiligen Landeskirchen wird immer auch noch die alte Heimat bedacht zusätzlich zu Deutschland.

Die Regierung eines Landes in dem man wohnt muss nicht immer orthodox sein, um sie zu bedenken, gemäss dem Wort: des Kaisers was des Kaisers ist, und der war ja bekanntlich Römer und damals noch Heide. 8)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 16. März 2010, 21:57

songul hat geschrieben:Zu Deutsch.

Für unser Volk und Vaterland,
für alle die es regieren, beschützen
und die ihm dienen,
lasst uns beten zum Herrn.
Ich denke, hier handelt es sich um eine den Gegebenheiten angepaßte Übersetzung (die relativ abstrakt bleibt, da sie keine Namen nennt).

In älteren Texten dürften sich aber Adjektive, wie religiosus, , christianissimus oder piissimus in Bezug auf die imperatores oder principes, finden.

Auch diese muß(te) man (Beleg fehlt noch!) natürlich streichen. Ich vermute, dies geschah bei den Griechen nach dem Untergang des Römischen Reiches 1453.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von anneke6 » Dienstag 16. März 2010, 22:04

In dem Buch von der Auslandskirche, heißt es in der Großen Ektenie nur von "Für diese Stadt (oder dieses Dorf, oder dieses heilige Kloster), für jede Stadt und jedes Land und für die Gläubigen, die darin leben" und in der Flehentlichen Ektenie von "Wir beten auch für dieses Land, die es regieren und beschützen", außerdem "Wir beten auch für die seligen und heiligsten Patriarchen ewigen Angedenkens, für die rechtgläubigen und gottesfürchtigen Herrscher, die rechtgläubigen Herrscherinnen…"
???

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von songul » Dienstag 16. März 2010, 22:36

anneke6 hat geschrieben:In dem Buch von der Auslandskirche, heißt es in der Großen Ektenie nur von "Für diese Stadt (oder dieses Dorf, oder dieses heilige Kloster), für jede Stadt und jedes Land und für die Gläubigen, die darin leben" und in der Flehentlichen Ektenie von "Wir beten auch für dieses Land, die es regieren und beschützen", außerdem "Wir beten auch für die seligen und heiligsten Patriarchen ewigen Angedenkens, für die rechtgläubigen und gottesfürchtigen Herrscher, die rechtgläubigen Herrscherinnen…"
Die Auslandskirche gefällt sich manchmal in antiquierten Formulierungen. Wobei in München ist mir das mit den "Herrschern und Herrscherinnen" noch nicht vorgekommen.

In der russischen Kirche liesst man auf deutsch gerne:
Für unser von Gott behütetes Land,
für seine Regierung und sein Heer
lasst und beten zu dem Herrn.

Es gibt auch in einem Buch die Empfehlung, jemanden namentlich zu nennen.

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von anneke6 » Dienstag 16. März 2010, 22:43

Das Buch selbst ist auch schon etwas älter. Erstens gibt es da noch Gebete "für unseren Herrn, den höchstgeweihten Metropoliten Vitalij" (mittlerweile verstorben) und Adresse des Herausgebers ist in "8000 München 60". Weiß jemand, wann die neuen, einteiligen, fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt wurden? Muß so um 1990 gewesen sein…
Lange Rede, kurzer Sinn, vielleicht hat die Auslandskirche mittlerweile neue Bücher drucken lassen.
???

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Niels » Dienstag 16. März 2010, 22:45

anneke6 hat geschrieben:Weiß jemand, wann die neuen, einteiligen, fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt wurden? Muß so um 1990 gewesen sein…
1993, wenn ich mich recht erinnere.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von songul » Dienstag 16. März 2010, 22:50

ad-fontes hat geschrieben:In älteren Texten dürften sich aber Adjektive, wie religiosus, , christianissimus oder piissimus in Bezug auf die imperatores oder principes, finden.

Auch diese muß(te) man (Beleg fehlt noch!) natürlich streichen. Ich vermute, dies geschah bei den Griechen nach dem Untergang des Römischen Reiches 1453.
Früher hiess es in deutsch:

Für unseren gottesfürchtigsten, gottgeschützten Monarchen (Kaiser, oder König, oder Fürst des betreffenden Landes) N.N., für all' seinen Hof und all' sein Kriegsheer, lassset uns beten zu dem Herrn.
(Michael Rajevsky, Erzpriester der rus. Botschaft in Wien. 1861)
Das war in Berlin (Maltzew) so und auch in Wien.

Bei den Griechen weiss ich es von der Vergangenheit nicht, denn ich habe keine Texte aus dieser Zeit in Deutsch.

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 17. März 2010, 00:07

Früher wurde bei den Altkatholiken für den König und den Kaiser gebetet (wenn nicht in Personalunion).

Müßte man nicht - wenn man namentlich Fürbitte hält - heutzutage in der BRD sowohl für den Ministerpräsidenten des Landes als auch für den Bundespräsidenten beten? Und da dieser fast nur Repräsentationsaufgaben hat, auch für unsere Kanzlerin?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Joseph
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Joseph » Mittwoch 17. März 2010, 01:18

ad-fontes hat geschrieben:Früher wurde bei den Altkatholiken für den König und den Kaiser gebetet (wenn nicht in Personalunion).
Müßte man nicht - wenn man namentlich Fürbitte hält - heutzutage in der BRD sowohl für den Ministerpräsidenten des Landes als auch für den Bundespräsidenten beten? Und da dieser fast nur Repräsentationsaufgaben hat, auch für unsere Kanzlerin?
Wo willst Du dann aufhören, beim Bügermeister von Poppenhofen? Ad fontes unsere Liturgien dauern normalerweise eh schon zwei Stunden.... so sehr wir unsere Kirche lieben, irgendwann wollen wir dann aber auch mal wieder nach Hause gehen. :pfeif:
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Linus
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Linus » Mittwoch 17. März 2010, 13:06

Das klingt so, lieber Joseph, als gingst du nur zur liturgie, damit sie möglichst bald aufhören möge :D Da hättest römer werdeen müssen. ;)
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ad-fontes
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 17. März 2010, 13:57

Joseph und "seine Schmemanniten" bleiben ja schön länger als so manche Katholens und Orthos... Weniger Eifrige sagen sich: "Wenn's am schönsten ist, soll man gehen." (nach der Wandlung).
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von Joseph » Mittwoch 17. März 2010, 17:49

Linus hat geschrieben:Das klingt so, lieber Joseph, als gingst du nur zur liturgie, damit sie möglichst bald aufhören möge :D Da hättest römer werdeen müssen. ;)
Linus, nein, nein, nein..... wir würden am liebsten in unsrer Kirche wohnen, leben und sterben (zumindest was die neuen, 187% Orthodox, Konvertiten betrifft) der Rest von uns muß Heim um den Hund zu füttern....

Erinnerst Du Dich an meinen Freund Richard den Oblaten.... nun er war neulich mal mit zur Liturgie gekommen, nach 35 Minuten (seiner standard Messe) fiel er mir fast um. Eine junge Frau hat ihm dann schnell einen Stuhl aus dem Narthex unter den Hintern geschoben. Ich glaube den kann ich leider nicht orthodoxidisen...

Gruß
Joseph
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Re: Westliche Orthodoxie

Beitrag von anneke6 » Mittwoch 17. März 2010, 18:10

Zwei Anzeichen dafür, daß man orthodox ist:
1. Man ist 20 und hat Krampfadern.
2. Man ist 80 und kann immernoch den Boden berühren.
???

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