Kritik an der FSSPX

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.

Moderator: Hubertus

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Maurus
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Maurus » Freitag 19. September 2014, 19:18

Siard hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Nein, sind sie nicht; wir haben zu dem Thema den Strang Kirchenaustritt und Glaubensabfall (Omnium in mentem).
Die Bischöfe in Deutschland und Österreich sehen dies aber leider wie Vir Probatus.
Nein (außer in Köln glaube ich).
Da habe ich aber andere Äußerungen aus bischöflichem Mund gehört – und auch von diversen Pfarrern.
Die sollten halt ab und an mal ins Amtsblatt gucken: http://www.sueddeutsche.de/politik/neur ... -1.1474291

Siard
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Siard » Sonnabend 20. September 2014, 10:13

Maurus hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Nein, sind sie nicht; wir haben zu dem Thema den Strang Kirchenaustritt und Glaubensabfall (Omnium in mentem).
Die Bischöfe in Deutschland und Österreich sehen dies aber leider wie Vir Probatus.
Nein (außer in Köln glaube ich).
Da habe ich aber andere Äußerungen aus bischöflichem Mund gehört – und auch von diversen Pfarrern.
Die sollten halt ab und an mal ins Amtsblatt gucken: http://www.sueddeutsche.de/politik/neur ... -1.1474291
Inhaltlich ist es gleich und wird auch so verstanden – es heißt nur anders.

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overkott
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von overkott » Freitag 26. September 2014, 14:16

Der rechte kirchliche Rand ist versöhnungsunfähig, wird ähnlich den Protestanten in den nächsten 100 Jahren nicht in den Schoß der Kirche zurückfinden.

Der Papst sollte für den Frieden mit allen Gutwilligen offen bleiben. Eine Versöhnungsgeste bis 2016 könnte die europäische Geschichte umkehren.

CIC_Fan
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 26. September 2014, 14:26

das paßt nich hier her

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Sempre
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Re: Warum die FSSPX böse ist

Beitrag von Sempre » Donnerstag 22. Februar 2018, 15:35

Warum die "Recognize & Resist" Haltung (den Papst als solchen anerkennen, seine Lehren aber nur selektiv anerkennen) unhaltbar ist:

John Baptist Purcell war von 1850 bis 1833 Erzbischof von Cincinnati (Ohio, USA). Als er vom Vatikanischen Konzil zurückkehrte, hielt er eine Ansprache zur Unfehlbarkeit des Papstes. Er hielt die Definition nicht für opportun, reiste vor der Abstimmung wieder ab, bekannte sich jedoch zu dem Inhalt des Dogmas.

Die Ansprache wird in dem Buch "The Life and the Life-Work of Pope Leo XIII." von Rev. James J. McGovern, D.D. wiedergegeben, das sich auf archive.org lesen und herunterladen lässt.

In der Rede berichtet Erzbischof Purcell über Diskussionen unter den Konzilsvätern (meine Übersetzung):
Ein Kardinal stellte auch die Frage, "Was ist mit dem Papst zu tun, wenn er ein Häretiker wird?" Es wurde geantwortet, dass es nie einen solchen Fall gegeben hat; das Konzil der Bischöfe könnte ihn wegen Häresie absetzen, denn in dem Moment in dem er Häretiker wird, ist er nicht mehr das Haupt oder auch nur Glied der Kirche. Die Kirche wäre nicht einmal einen Moment lang verpflichtet, ihm zuzuhören, wenn er anfinge eine Lehre zu lehren, von der die Kirche weiß, dass sie falsch ist, und er hörte auf Papst zu sein, von Gott selbst abgesetzt.

Würde der Papst beispielsweise sagen, dass der Glaube an Gott falsch ist, wären Sie nicht verpflichtet, ihm zu glauben, ebenso wenn er den Rest des Glaubensbekenntnisses "Ich glaube an Christus etc." leugnen würde. Die Annahme beleidigt den Heiligen Vater, bereits die Idee selbst, aber sie dient dazu, Ihnen die Vollständigkeit zu zeigen, mit der das Thema betrachtet wurde, und wie weitgehend jede Möglichkeit bedacht wurde. Leugnete er irgendein Dogma der Kirche, an dem jeder wahre Gläubige festhält, wäre er genausowenig Papst wie Sie oder ich;
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Raphael
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Re: Warum die FSSPX böse ist

Beitrag von Raphael » Donnerstag 22. Februar 2018, 16:33

Sempre hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 15:35
John Baptist Purcell war von 1850 bis 1833 Erzbischof von Cincinnati (Ohio, USA).
Das ist aber ein höchst interessante Amtsperiode! :pfeif:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Sempre
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Re: Warum die FSSPX böse ist

Beitrag von Sempre » Donnerstag 22. Februar 2018, 16:36

Raphael hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 16:33
Sempre hat geschrieben:
Donnerstag 22. Februar 2018, 15:35
John Baptist Purcell war von 1850 bis 1833 Erzbischof von Cincinnati (Ohio, USA).
Das ist aber ein höchst interessante Amtsperiode! :pfeif:
Korrektur: nicht bis 1833 sondern bis 1883.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Pilger83
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Pilger83 » Freitag 23. März 2018, 20:37

Servus.
Ich führe diesen Strang mal weiter.

In einer der letzten "Die Tagespost" wurde gefragt, ob eine Messe der FSSPX gültig sei.
Die Antwort war Nein, sie sei nicht gültig im Sinne der Feiertagspflicht.
Bis vor einigen Monaten wusste ich nicht mal, dass es zwei verschiedene Liturgien gibt.
Und bei der normalen, also "neuen" Liturgie vermisse ich als Katholik auch nichts.
Ich kenne es eben nicht anders.
Klar, das Beten und Feiern mit dem Pfarrer gemeinsam Richtung Hochaltar hat was.
Aber ich bete ja nicht den Pfarrer an, sondern die Eucharistie in seinen Händen.
Schließlich knie ich beim Empfang auch nicht vor dem Pfarrer, sondern vor der Eucharistie.
Ich bin römisch-katholisch.

In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum.

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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von CIC_Fan » Sonnabend 24. März 2018, 10:58

So ist das falsch die Messe als solche ist gültig den die Priester zelebrieren ja gültig es wird nur die Rechtsvorschrift der Sonntagspflicht nicht erfüllt

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Cath1105
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Cath1105 » Sonnabend 24. März 2018, 12:07

Nach welchem Recht?
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Hubertus
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 24. März 2018, 13:02

Pilger83 hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 20:37
Servus.
Ich führe diesen Strang mal weiter.

In einer der letzten "Die Tagespost" wurde gefragt, ob eine Messe der FSSPX gültig sei.
Die Antwort war Nein, sie sei nicht gültig im Sinne der Feiertagspflicht.
Diese Formulierung ist irreführend.
Gemeint ist wohl: gültig ja, Sonntagspflicht erfüllt: nein.

Diese Behauptung kann sich aber nicht auf das Kirchenrecht stützen.


Siehe auch:
Mons. Perl, Sekretär der Kommission Ecclesia Dei, schreibt am 18. Januar [2003] an einen Gläubigen: „Im strikten Sinn können Sie Ihre Sonntagspflicht erfüllen, indem Sie einer Messe beiwohnen, die von einem Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. zelebriert wird.“ „Es scheint, dass ein bescheidener Beitrag zur Sonntagskollekte gerechtfertigt sein kann.“
http://www.kathnews.de/die-beziehungen- ... jahre-2000
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Cath1105 » Sonnabend 24. März 2018, 13:09

Es gibt darüber einen Artikel auf kathpedia.com. Sehr erhellend!
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Hubertus
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 24. März 2018, 13:32

Siehe in dem Zusammenhang auch die Leserbriefe, u.a. von P. Schmidberger und Dr. Heinz-Lothar Barth:

https://www.die-tagespost.de/leserbrief ... 632,185338

Cath1105 hat geschrieben:
Sonnabend 24. März 2018, 13:09
Es gibt darüber einen Artikel auf kathpedia.com. Sehr erhellend!
Link?
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Cath1105 » Sonnabend 24. März 2018, 13:33

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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 24. März 2018, 14:46

Cath1105 hat geschrieben:
Sonnabend 24. März 2018, 13:33
http://www.kathpedia.com/index.php?titl ... agspflicht
Ach so, ich dachte jetzt speziell zur Fragestellung FSSPX und Sonntagspflicht. Das ist ja nur der allgemeine Art. zur Sonntagspflicht.
Es erstaunt, daß in diesem Zusammenhang nicht auf die zugrundeliegenden rechtlichen Normen eingegangen wird.
Diese sind (einfachheitshalber aus dem KKK kopiert):
Eines der Kirchengebote bestimmt das Gesetz des Herrn genauer: „Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet" (CIC, can. 1247). „Dem Gebot zur Teilnahme an der Meßfeier genügt, wer an einer Messe teilnimmt, wo immer sie in katholischem Ritus am Feiertag selbst oder am Vorabend gefeiert wird" (CIC, can. 1248, § 1).
All diese Bedingungen sind bei der Piusbruderschaft erfüllt.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Cath1105 » Donnerstag 5. April 2018, 09:52

Sind das Dein Ortspfarrer auch so?
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Re: Kritik an der FSSPX

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Donnerstag 5. April 2018, 10:02

Darüber entscheiden Ortpfarrer nicht.
Ich bestreite nicht, dass man die Sonntagspflicht durch die Teilnahme an einer Messe der FSSPX als erfüllt betrachten kann. Das ändert aber nichts daran, dass sie verboten ist.

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