Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Sonntag 9. November 2014, 21:09

Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 15. November 2014, 20:35

Mal eine Frage zur Zählung der Sonntage: Für den morgigen Tag scrheibt der lit. Kalender:
So. 23. Sonntag nach Pfingsten (gilt als 4. im Nov)
Entsprechend wird der darauffolgende Sonntag lt. diesem Kalender als 5. im November gezählt.

Warum ist das so? Der 2. d.M. war noch der 1. Sonntag im November.
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Protasius » Sonnabend 15. November 2014, 21:08

Wenn ich mich nicht irre, hängt das mit der Änderung der Definition von erster Sonntag des Monats zusammen, die es unter Johannes XXIII. gab. Der erste Sonntag im Monat war zuvor der Sonntag, der am nächsten am Montasersten dran war; ab Rubricarum instructum war der erste Sonntag im Monat selbst der erste Sonntag des Monats. Dadurch stößt man auf Probleme mit den Schriftlesungen in der Matutin, sodaß in manchen Monaten der dritte Sonntag (oder ein anderer) fehlt, weil sonst nicht alle Bücher der heiligen Schrift wenigstens angefangen werden können. Die Lesungen der Matutin sind der bei weitem unausgegorenste Teil des 1962er Ritus (die dritte Lesung in der Sonntagsmatutin war vorher die siebte Lesung, also die erste der dritten Nokturn; die Homilie, die in den drei Lesungen der dritten Nokturn gelesen wurde, ist also unvollständig, und mehr als einmal endet die Homilie mit einer Frage, die dann notwendigerweise unbeantwortet bleibt, weil zwei Drittel der Homilie fehlen). Nur etwa 30% der vorherigen Lesungen haben es vom Divino afflatu-Brevier (Brevierreform Pius' X.) in das Rubricarum instructum-Brevier (Brevierreform Johannes' XXIII.) geschafft.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 15. November 2014, 22:15

Vielen Dank! :)
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Protasius » Sonntag 16. November 2014, 07:46

Hier ist der Artikel auf New Liturgical Movement, den ich dabei im Kopf hatte, und der das Phänomen ausführlicher erklärt: Calculation of September Ember Days. Daher auch eine kleine Korrektur: Im November entfällt immer die zweite Woche und manchmal die erste (wenn der 6./7. auf einen Sonntag fällt).
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Sonntag 16. November 2014, 11:20

Protasius hat geschrieben:Hier ist der Artikel auf New Liturgical Movement, den ich dabei im Kopf hatte, und der das Phänomen ausführlicher erklärt: Calculation of September Ember Days. Daher auch eine kleine Korrektur: Im November entfällt immer die zweite Woche und manchmal die erste (wenn der 6./7. auf einen Sonntag fällt).
Vielen Dank. Im Zusammenhang mit den Quatembertagen hatte ich von der Problematik der Zählung der Sonntage auch schon mal gelesen, hier ein Beitrag von Berolinensis:
http://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=444665#p444665
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Protasius » Sonntag 16. November 2014, 12:01

Hubertus hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Hier ist der Artikel auf New Liturgical Movement, den ich dabei im Kopf hatte, und der das Phänomen ausführlicher erklärt: Calculation of September Ember Days. Daher auch eine kleine Korrektur: Im November entfällt immer die zweite Woche und manchmal die erste (wenn der 6./7. auf einen Sonntag fällt).
Vielen Dank. Im Zusammenhang mit den Quatembertagen hatte ich von der Problematik der Zählung der Sonntage auch schon mal gelesen, hier ein Beitrag von Berolinensis:
http://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=444665#p444665
Wenn es nicht den Grund "status quo unmittelbar vor dem Konzil" gäbe, wäre 1962 auch die bei weitem schlechteste Wahl für die außerordentliche Form, weil es so viele unausgegorene Baustellen gibt: der Unsinn mit den Matutinlesungen, das Durcheinander in der Karwoche, die reichlichen Diskrepanzen zwischen Caeremoniale Episcoporum und Missale; mW hat auch keine Gemeinschaft, die vor dem 84er-Indult die alte Messe gefeiert hat, den Stand von '62 übernommen, sondern den vor der Karwochenreform Pius' XII., also editio typica von 1947 oder so, mithin eine tridentinische Liturgie (modulo neue Feste und die neue Psalmenverteilung Pius' X.).
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 21. November 2015, 07:00

Der lit. Kalender für 2016 ist nun online und kann hier im pdf-Format heruntergeladen werden:

http://www.pro-missa-tridentina.org/new ... al16-3.pdf
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von overkott » Mittwoch 23. Dezember 2015, 14:41

Darf man darüber debattieren?

CIC_Fan
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 23. Dezember 2015, 14:50

nein warum?

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 23. Dezember 2015, 15:02

Overkott, Du willst ernsthaft über Tagesbezeichnungen diskutieren?

Nee, bitte liebe Mods, löscht diese Beiträge auch noch.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

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Hubertus
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 23. Dezember 2015, 15:23

overkott hat geschrieben:Darf man darüber debattieren?
Mir ist nicht ganz klar, worüber genau bzw. was damit bezweckt werden sollte.
Aber bitte, ich kann die Beiträge schon wieder aus der Versenkung holen...

Hubertus als Mod.
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 23. Dezember 2015, 15:28

Hubertus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Darf man darüber debattieren?
Mir ist nicht ganz klar, worüber genau bzw. was damit bezweckt werden sollte.
Aber bitte, ich kann die Beiträge schon wieder aus der Versenkung holen...

Hubertus als Mod.
Bitte hier weiterdiskutieren:

http://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=78658#p78658

Hubertus als Mod.
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Hubertus » Dienstag 8. November 2016, 09:42

Der lit. Kalender für das Jahr 217 wurde online gestellt und kann hier heruntergeladen werden:

http://www.pro-missa-tridentina.org/new ... kal17i.pdf
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von ad-fontes » Freitag 11. November 2016, 20:39

War nicht eines der Ziele der Reformen Pius X., mehr Ferialtage zu schaffen?

Mir sind der Priesterdonnerstag und der Herz Mariä Sühnesamstag aufgefallen. Kamen die unter Pius XII. dazu und sind vollständig propria?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von ad-fontes » Freitag 11. November 2016, 22:16

Eine Frage zum alten Ritus vor dem Dekret von 1882 bzgl. der Simplifizierung: Wohin müßte das Fest des hl. Wolfgang (semiduplex) bei Okkurrenz mit einem Sonntag verlegt werden? Gilt Allerseelen als nicht gehinderter Tag?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Lycobates » Freitag 11. November 2016, 22:38

ad-fontes hat geschrieben:Eine Frage zum alten Ritus vor dem Dekret von 1882 bzgl. der Simplifizierung: Wohin müßte das Fest des hl. Wolfgang (semiduplex) bei Okkurrenz mit einem Sonntag verlegt werden? Gilt Allerseelen als nicht gehinderter Tag?
Wo ist Wolfgang denn semi-duplex?
In drei mir gut bekannten Diözesen ist er duplex, und in Regensburg und vielleicht anderswo wird er wohl dupl. I. cl. sein.
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von ad-fontes » Freitag 11. November 2016, 22:44

Lycobates hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Eine Frage zum alten Ritus vor dem Dekret von 1882 bzgl. der Simplifizierung: Wohin müßte das Fest des hl. Wolfgang (semiduplex) bei Okkurrenz mit einem Sonntag verlegt werden? Gilt Allerseelen als nicht gehinderter Tag?
Wo ist Wolfgang denn semi-duplex?
In drei mir gut bekannten Diözesen ist er duplex, und in Regensburg und vielleicht anderswo wird er wohl dupl. I. cl. sein.
Mea culpa. duplex per totam Germaniam
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Lycobates » Freitag 11. November 2016, 22:51

ad-fontes hat geschrieben:War nicht eines der Ziele der Reformen Pius X., mehr Ferialtage zu schaffen?

Mir sind der Priesterdonnerstag und der Herz Mariä Sühnesamstag aufgefallen. Kamen die unter Pius XII. dazu und sind vollständig propria?
Die Andacht des ersten Donnerstags (Votivmesse Juravit Dominus), zur Heiligung des Klerus, existiert seit 1935, also unter Papst Pius XI. (s. AAS 28 (1936) p. 52-53).
Der erste Samstag (Votivmesse Adeamus cum fiducia) seit 1942, Papst Pius XII.

Diese Votivandachten können, müssen nicht, dann aber nach den Regeln der Herz Jesu-Votivmessen am ersten Freitag des Monats (diese existieren seit 1889) gehalten werden, u.U. als Votivämter pro re gravi et publica simul causa, im Auftrag des Ordinarius.
Die Regeln für diese Votivmessen an den ersten Tagen des Monats sind ziemlich komplex. Sie können bei weitem nicht in jedem Monat stattfinden.
Wenn ich Zeit habe, ich stehe aber vor einer kurzen Reise, schreibe ich sie einmal aus, im Parlatorium.
Zuletzt geändert von Lycobates am Freitag 11. November 2016, 22:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Lycobates » Freitag 11. November 2016, 22:54

ad-fontes hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Eine Frage zum alten Ritus vor dem Dekret von 1882 bzgl. der Simplifizierung: Wohin müßte das Fest des hl. Wolfgang (semiduplex) bei Okkurrenz mit einem Sonntag verlegt werden? Gilt Allerseelen als nicht gehinderter Tag?
Wo ist Wolfgang denn semi-duplex?
In drei mir gut bekannten Diözesen ist er duplex, und in Regensburg und vielleicht anderswo wird er wohl dupl. I. cl. sein.
Mea culpa. duplex per totam Germaniam
Dachte ich mir.
Einem Lycobates kann man zum Thema Wolfgang keinen Bären aufbinden.
(Nicht, daß das je beabsichtigt wäre, stelle ich klar).
;)
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von ad-fontes » Freitag 11. November 2016, 23:07

Lycobates hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:War nicht eines der Ziele der Reformen Pius X., mehr Ferialtage zu schaffen?

Mir sind der Priesterdonnerstag und der Herz Mariä Sühnesamstag aufgefallen. Kamen die unter Pius XII. dazu und sind vollständig propria?
Die Andacht des ersten Donnerstags (Votivmesse Juravit Dominus), zur Heiligung des Klerus, existiert seit 1935, also unter Papst Pius XI. (s. AAS 28 (1936) p. 52-53).
Der erste Samstag (Votivmesse Adeamus cum fiducia) seit 1942, Papst Pius XII.

Diese Votivandachten können, müssen nicht, dann aber nach den Regeln der Herz Jesu-Votivmessen am ersten Freitag des Monats (diese existieren seit 1889) gehalten werden, u.U. als Votivämter pro re gravi et publica simul causa, im Auftrag des Ordinarius.
Die Regeln für diese Votivmessen an den ersten Tagen des Monats sind ziemlich komplex. Sie können bei weitem nicht in jedem Monat stattfinden.
Wenn ich Zeit habe, ich stehe aber vor einer kurzen Reise, schreibe ich sie einmal aus, im Parlatorium.
Können oder müssen die Votivoffizien anstelle der ferialen rezitiert werden? Der Liturgische Kalender (nach den Regeln von 1960/62) im KG vermittelt den Eindruck, als gälte letzeres, aber vielleicht täusche ich mich da. Im Diurnale von Ramm und bei Morant finde ich nichts dazu (letzerer empfiehlt ja auch ein Direktorium).

Ansonsten, ich bin gespannt auf Ew. Liebden Ausführungen.
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Protasius » Freitag 11. November 2016, 23:17

Im Offizium tauchen Herz-Jesu-Freitag und Priesterdonnerstag gar nicht auf. Es ist lediglich optional, eine Votivmesse von diesem Formular zu feiern, wenn er nicht durch ein Fest II. Klasse oder höher gehindert ist.

Votivoffizien gibt es mW seit Pius' X. Brevierreform gar nicht mehr.
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Lycobates » Freitag 11. November 2016, 23:23

ad-fontes hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:War nicht eines der Ziele der Reformen Pius X., mehr Ferialtage zu schaffen?

Mir sind der Priesterdonnerstag und der Herz Mariä Sühnesamstag aufgefallen. Kamen die unter Pius XII. dazu und sind vollständig propria?
Die Andacht des ersten Donnerstags (Votivmesse Juravit Dominus), zur Heiligung des Klerus, existiert seit 1935, also unter Papst Pius XI. (s. AAS 28 (1936) p. 52-53).
Der erste Samstag (Votivmesse Adeamus cum fiducia) seit 1942, Papst Pius XII.

Diese Votivandachten können, müssen nicht, dann aber nach den Regeln der Herz Jesu-Votivmessen am ersten Freitag des Monats (diese existieren seit 1889) gehalten werden, u.U. als Votivämter pro re gravi et publica simul causa, im Auftrag des Ordinarius.
Die Regeln für diese Votivmessen an den ersten Tagen des Monats sind ziemlich komplex. Sie können bei weitem nicht in jedem Monat stattfinden.
Wenn ich Zeit habe, ich stehe aber vor einer kurzen Reise, schreibe ich sie einmal aus, im Parlatorium.
Können oder müssen die Votivoffizien anstelle der ferialen rezitiert werden?
Jedenfalls nicht mehr seit den Rubriken von 1911/1920.
Die Messe wäre die Votivmesse, das Offizium aber das der Feria oder auch des kommemorierten Festes, das kann bei einer Votivmesse pro re gravi auch ein Duplex-Fest sein, sofern es kein Fest des Herrn, oder eine Vigil oder eine Oktav eines solchen ist.

Näheres aber bitte später, ubi sunt leones, ich werde einige Zeit auswärts verbringen, ein Freundesbesuch, in questo popoloso deserto che appellano Parigi.
:)
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Lycobates » Freitag 11. November 2016, 23:32

Lycobates hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:War nicht eines der Ziele der Reformen Pius X., mehr Ferialtage zu schaffen?

Mir sind der Priesterdonnerstag und der Herz Mariä Sühnesamstag aufgefallen. Kamen die unter Pius XII. dazu und sind vollständig propria?
Die Andacht des ersten Donnerstags (Votivmesse Juravit Dominus), zur Heiligung des Klerus, existiert seit 1935, also unter Papst Pius XI. (s. AAS 28 (1936) p. 52-53).
Der erste Samstag (Votivmesse Adeamus cum fiducia) seit 1942, Papst Pius XII.

Diese Votivandachten können, müssen nicht, dann aber nach den Regeln der Herz Jesu-Votivmessen am ersten Freitag des Monats (diese existieren seit 1889) gehalten werden, u.U. als Votivämter pro re gravi et publica simul causa, im Auftrag des Ordinarius.
Die Regeln für diese Votivmessen an den ersten Tagen des Monats sind ziemlich komplex. Sie können bei weitem nicht in jedem Monat stattfinden.
Wenn ich Zeit habe, ich stehe aber vor einer kurzen Reise, schreibe ich sie einmal aus, im Parlatorium.
Können oder müssen die Votivoffizien anstelle der ferialen rezitiert werden?
Jedenfalls nicht mehr seit den Rubriken von 1911/1920.
Die Messe wäre die Votivmesse, das Offizium aber das der Feria oder auch des kommemorierten Festes, das kann bei einer Votivmesse pro re gravi auch ein Duplex-Fest sein, sofern es kein Fest des Herrn, oder eine Vigil oder eine Oktav eines solchen ist.
Ich sehe nun, Protasius hat schon in bewährter Manier sinngemäß geantwortet.
Gar nicht schlecht, der junge Mann.

Und damit, ab ins Körbchen.
:huhu:
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Re: Liturgischer Kalender (alter Ritus)

Beitrag von Niels » Dienstag 7. November 2017, 11:44

Der liturgische Kalender für 2018 ist online: http://www.una-voce.de/uploads/1/2/8/3/ ... r_2018.pdf
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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