Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.

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Juergen
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Juergen » Freitag 18. November 2016, 12:50

Wobei beim zweiten Buch natürlich die Fassung von 1962 zu nehmen ist und die älteren Fassungen allenfalls – wenn überhaupt – von historischem Interesse sein könnten.
Gruß
Jürgen

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Raphael
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Raphael » Freitag 18. November 2016, 12:54

Lycobates hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Sehr interessant. Danke! :daumen-rauf:
Wieder was gelernt. :anton:
Die Lektüre des römischen Pontifikale (Erstdruck 1595, das Exemplar unserer Hausbibliothek ist von 1765) ist in der Tat immer sehr anregend und kann nur empfohlen werden!
:blinker:
Wow! :glubsch:
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Niels
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 12:55

@Lycobates
Stimmt.

Meine Ausgabe, die ich gerade aus dem Regal geholt habe, ist von 1934 (Nachdruck der Ausgabe von 1895).

Mein protestantischer Direx hätte jetzt gesagt: "Niels, lesen Sie mal. Das Schwarze sind die Buchstaben." :onkel:
Das war so einer seiner Standardsprüche. Nur in diesem Falle passt das nicht zu 100%... :breitgrins: :anton:
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Lycobates » Freitag 18. November 2016, 13:20

Niels hat geschrieben: Meine Ausgabe, die ich gerade aus dem Regal geholt habe, ist von 1934 (Nachdruck der Ausgabe von 1895).
Folgt also der typica von Papst Leo XIII. Das ist ganz in Ordnung so.
Mein Exemplar 1765 folgt noch der typica von Papst Benedikt XIV.
Das hat aber praktisch kaum Folgen (der Wortlaut der Rubriken etwa hat kleinere Änderungen erfahren), jedenfalls für unsere direkten Bedürfnisse, die eher minimal sind.
(Man hat im übrigen auch früher kaum je immer die neuesten Bücher verwendet, sondern immer die, die gerade in einer Kirche vorhanden waren; ich wüßte übrigens gern, wie oft mein Exemplar zur Verwendung gelangt ist, das wäre schwer zu rekonstruieren).

Für die Bischofsweihe, aber nur wenn mehr als ein Konsekrator zugegen ist, was ich noch nicht erlebt habe, ist allerdings die neue Rubrik von 1944 zu beachten (dazu unten).
Alles weitere ist allenfalls – wenn überhaupt – lediglich von historischem Interesse für Fachliturgiker, die sich mit dem graduellen Descensus ad inferos der römischen Liturgie von den 50ern bis in unsere Tage befassen. Ein fesselndes Thema allerdings. :blinker:
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 13:31

Lycobates hat geschrieben:
Niels hat geschrieben: Meine Ausgabe, die ich gerade aus dem Regal geholt habe, ist von 1934 (Nachdruck der Ausgabe von 1895).
Folgt also der typica von Papst Leo XIII. Das ist ganz in Ordnung so.
Genau.
Lycobates hat geschrieben:Mein Exemplar 1765 folgt noch der typica von Papst Benedikt XIV.
Das hat aber praktisch kaum Folgen (der Wortlaut der Rubriken etwa hat kleinere Änderungen erfahren), jedenfalls für unsere direkten Bedürfnisse, die eher minimal sind.
Das weiß ich wohl.
Lycobates hat geschrieben:(Man hat im übrigen auch früher kaum je immer die neuesten Bücher verwendet, sondern immer die, die gerade in einer Kirche vorhanden waren; ich wüßte übrigens gern, wie oft mein Exemplar zur Verwendung gelangt ist, das wäre schwer zu rekonstruieren).
Genauso hat man an Hochfesten auch immer die prächtigsten Gewänder benutzt, die Farbe war zweitrangig.
Lycobates hat geschrieben:Für die Bischofsweihe, aber nur wenn mehr als ein Konsekrator zugegen ist, was ich noch nicht erlebt habe, ist allerdings die neue Rubrik von 1944 zu beachten (dazu unten).
Wo unten?
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Juergen » Freitag 18. November 2016, 13:35

Niels hat geschrieben:Wo unten?
Im Keller.
Wo der Rennwolf sich meist rumtreibt.
Gruß
Jürgen

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Lycobates » Freitag 18. November 2016, 13:47

Niels hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:(Man hat im übrigen auch früher kaum je immer die neuesten Bücher verwendet, sondern immer die, die gerade in einer Kirche vorhanden waren; ich wüßte übrigens gern, wie oft mein Exemplar zur Verwendung gelangt ist, das wäre schwer zu rekonstruieren).
Genauso hat man an Hochfesten auch immer die prächtigsten Gewänder benutzt, die Farbe war zweitrangig.
Wenn es nicht gerade diese :panisch: Kasel ist:

Bild

... denn 1905 wurde auf das Dubium (damals gab es auf Dubia noch Antworten): An in dictis [= sc. in Missis defunctorum] paramentis repraesentari possint calvaria cum ossibus decussatis defunctorum ? ganz lakonisch geantwortet: Negative et servetur Caeremoniale Episcoporum, loc. cit. [sc. lib. II, cap. XI n. I]
;)
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Lycobates » Freitag 18. November 2016, 13:50

Niels hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:Für die Bischofsweihe, aber nur wenn mehr als ein Konsekrator zugegen ist, was ich noch nicht erlebt habe, ist allerdings die neue Rubrik von 1944 zu beachten (dazu unten).
Wo unten?
Mein Beitrag vom 10. November 2016, 12:32 in diesem Strang, weiter unten.
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Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 15:10

Lycobates hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:(Man hat im übrigen auch früher kaum je immer die neuesten Bücher verwendet, sondern immer die, die gerade in einer Kirche vorhanden waren; ich wüßte übrigens gern, wie oft mein Exemplar zur Verwendung gelangt ist, das wäre schwer zu rekonstruieren).
Genauso hat man an Hochfesten auch immer die prächtigsten Gewänder benutzt, die Farbe war zweitrangig.
Wenn es nicht gerade diese :panisch: Kasel ist:

Bild

... denn 1905 wurde auf das Dubium (damals gab es auf Dubia noch Antworten): An in dictis [= sc. in Missis defunctorum] paramentis repraesentari possint calvaria cum ossibus decussatis defunctorum ? ganz lakonisch geantwortet: Negative et servetur Caeremoniale Episcoporum, loc. cit. [sc. lib. II, cap. XI n. I]
;)
Wir nehmen hier immer diese:

Bild

:ikb_nopity: ;)
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Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 15:11

Lycobates hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:Für die Bischofsweihe, aber nur wenn mehr als ein Konsekrator zugegen ist, was ich noch nicht erlebt habe, ist allerdings die neue Rubrik von 1944 zu beachten (dazu unten).
Wo unten?
Mein Beitrag vom 10. November 2016, 12:32 in diesem Strang, weiter unten.
Ah, vielen Dank! :daumen-rauf:
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Lycobates » Freitag 18. November 2016, 15:21

Niels hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:(Man hat im übrigen auch früher kaum je immer die neuesten Bücher verwendet, sondern immer die, die gerade in einer Kirche vorhanden waren; ich wüßte übrigens gern, wie oft mein Exemplar zur Verwendung gelangt ist, das wäre schwer zu rekonstruieren).
Genauso hat man an Hochfesten auch immer die prächtigsten Gewänder benutzt, die Farbe war zweitrangig.
Wenn es nicht gerade diese :panisch: Kasel ist:

Bild

... denn 1905 wurde auf das Dubium (damals gab es auf Dubia noch Antworten): An in dictis [= sc. in Missis defunctorum] paramentis repraesentari possint calvaria cum ossibus decussatis defunctorum ? ganz lakonisch geantwortet: Negative et servetur Caeremoniale Episcoporum, loc. cit. [sc. lib. II, cap. XI n. I]
;)
Wir nehmen hier immer diese:

Bild

:ikb_nopity: ;)
:blinker:
Wobei die dem guten Mann zwischen den Beinen entglittene, wenn ich recht sehe, Freiherrenkrone eine ernste Mahnung an das biblische vanitas vanitatum et omnia vanitas sein dürfte ...
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Beitrag von Niels » Freitag 18. November 2016, 15:26

Was macht der grinsende dürre Knabe da eigentlich mit der rechten Hand? Tippt der was ein? :hmm:
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Lycobates » Freitag 18. November 2016, 15:31

Niels hat geschrieben:Was macht der grinsende dürre Knabe da eigentlich mit der rechten Hand? Tippt der was ein? :hmm:
Ein iPad des 17. Jh. ?
:breitgrins:
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von ad-fontes » Freitag 18. November 2016, 18:52

Niels hat geschrieben:Sehr interessant. Danke! :daumen-rauf:
Wieder was gelernt. :anton:
Dito!

Ich erlaube mir eine Nachfrage: Ein Regulare soll demnach das Superpelliz anlegen; aber, gleich Bischof aus dem Ordensstand oder Abt, steht ihm doch Prälatiz zu (und damit auch das Rochettum), oder nicht?

Zur Not ginge auch Rochett unter dem Superpelliz - was meint Ihr?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Protasius » Freitag 18. November 2016, 20:39

ad-fontes hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Sehr interessant. Danke! :daumen-rauf:
Wieder was gelernt. :anton:
Dito!

Ich erlaube mir eine Nachfrage: Ein Regulare soll demnach das Superpelliz anlegen; aber, gleich Bischof aus dem Ordensstand oder Abt, steht ihm doch Prälatiz zu (und damit auch das Rochettum), oder nicht?

Zur Not ginge auch Rochett unter dem Superpelliz - was meint Ihr?
Nein, ein Rochett stand Bischöfen aus dem Ordensstand nicht zu, vgl. das Caeremoniale Episcoporum. Daß tatsächlich alle Bischöfe das Rochett tragen, ist mW erst seit Beginn des 20. Jh. so. Äbte, Bischöfe und Kardinäle aus dem Ordensstrand trugen gemäß vorkonziliarem Recht das Rochett ausschließlich auf Basis eines persönlichen Privilegs (wie es auch mit dem Pileolus während der Messe war; während man zelebrierte, durfte man keinen Pileolus tragen, es sei denn auf Grund eines Privilegs, das seit spätestens dem 19. Jh. alle Kardinäle und Bischöfe erhielten).
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Lycobates » Sonnabend 19. November 2016, 14:54

ad-fontes hat geschrieben: Ich erlaube mir eine Nachfrage: Ein Regulare soll demnach das Superpelliz anlegen; aber, gleich Bischof aus dem Ordensstand oder Abt, steht ihm doch Prälatiz zu (und damit auch das Rochettum), oder nicht?
Zur Not ginge auch Rochett unter dem Superpelliz - was meint Ihr?
Ergänzend zu Protasius, der sachgemäß geantwortet hat, verlinke ich hier noch ein sehr interessant annotiertes (prolegomenis et commentariis illustratum) Pontificale aus dem Jahre 1738, in dessen Prolegomenis auf S. XV-XVI De Rochetto, et Superpelliceo ausgeführt wird.
Namentlich die Punkte III, IV.

https://books.google.be/books?id=Pzz9TW ... &q&f=false

Daraus, Anfang IV:
Mos [...] invaluit, et pluribus quidem abhinc s[a]eculis, ut Fratres Mendicantes, et Monachi, facti Episcopi Superpelliceum gestent, Clerici autem tam s[a]eculares, quam Regulares Rochettum
Superpelliz also für Mendikanten und Mönche, aber nicht unbedingt für andere Regulare.
Es wird auch auf das Dekret der Ritenkongregation d.J. 1659 verwiesen, das sich inzwischen in den Decreta authentica unter Nr. 1131 findet (obwohl sich dies in erster Linie auf Praelati episcopo inferiores bezieht).
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von ad-fontes » Sonntag 4. Dezember 2016, 17:47

Lycobates hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben: Ich erlaube mir eine Nachfrage: Ein Regulare soll demnach das Superpelliz anlegen; aber, gleich Bischof aus dem Ordensstand oder Abt, steht ihm doch Prälatiz zu (und damit auch das Rochettum), oder nicht?
Zur Not ginge auch Rochett unter dem Superpelliz - was meint Ihr?
Ergänzend zu Protasius, der sachgemäß geantwortet hat, verlinke ich hier noch ein sehr interessant annotiertes (prolegomenis et commentariis illustratum) Pontificale aus dem Jahre 1738, in dessen Prolegomenis auf S. XV-XVI De Rochetto, et Superpelliceo ausgeführt wird.
Namentlich die Punkte III, IV.

https://books.google.be/books?id=Pzz9TW ... &q&f=false

Daraus, Anfang IV:
Mos [...] invaluit, et pluribus quidem abhinc s[a]eculis, ut Fratres Mendicantes, et Monachi, facti Episcopi Superpelliceum gestent, Clerici autem tam s[a]eculares, quam Regulares Rochettum
Superpelliz also für Mendikanten und Mönche, aber nicht unbedingt für andere Regulare.
Es wird auch auf das Dekret der Ritenkongregation d.J. 1659 verwiesen, das sich inzwischen in den Decreta authentica unter Nr. 1131 findet (obwohl sich dies in erster Linie auf Praelati episcopo inferiores bezieht).
Benediktinerabt Hieronymus Schuh:


Abt Thomas Bossart OSB:

Das sieht dich sehr nach einem Rochett aus.. :hmm:



Wo sind hier die Ärmel? :hae?:
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Beitrag von Siard » Montag 5. Dezember 2016, 06:24

ad-fontes hat geschrieben:Wo sind hier die Ärmel? :hae?:
Ich vermute stark, daß sie hier aufgrund des Materials und der geringen Auflösung dieses Bildes, nicht zu erkennen sind.


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Beitrag von Niels » Dienstag 20. Dezember 2016, 12:01

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Beitrag von ad-fontes » Sonntag 1. Januar 2017, 16:31

Folgt die Zuordnung der Apostelnamen zu den Apostelkreuzen in Kirchen einem festen Schema? Wenn ja, welchem?
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Beitrag von umusungu » Sonntag 1. Januar 2017, 18:45

ad-fontes hat geschrieben:Folgt die Zuordnung der Apostelnamen zu den Apostelkreuzen in Kirchen einem festen Schema? Wenn ja, welchem?
Die Leuchter sind keinem Apostel zugeordnet.

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Beitrag von Protasius » Sonntag 1. Januar 2017, 18:51

umusungu hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Folgt die Zuordnung der Apostelnamen zu den Apostelkreuzen in Kirchen einem festen Schema? Wenn ja, welchem?
Die Leuchter sind keinem Apostel zugeordnet.
In manchen Kirchen stehen unter den Apostelleuchtern die Namen der Apostel; heute morgen habe ich das zB in St. Petri, Hüsten gesehen (z.B. neben der Sakristeitür [auf der Evangelienseite] Jakobus d. Ä.). Ich habe es allerdings nicht allzu oft gesehen, so daß das wohl keine allgemeine Praxis ist.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Beitrag von Schwenkelpott » Sonntag 1. Januar 2017, 19:08

Protasius hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Folgt die Zuordnung der Apostelnamen zu den Apostelkreuzen in Kirchen einem festen Schema? Wenn ja, welchem?
Die Leuchter sind keinem Apostel zugeordnet.
In manchen Kirchen stehen unter den Apostelleuchtern die Namen der Apostel; heute morgen habe ich das zB in St. Petri, Hüsten gesehen (z.B. neben der Sakristeitür [auf der Evangelienseite] Jakobus d. Ä.). Ich habe es allerdings nicht allzu oft gesehen, so daß das wohl keine allgemeine Praxis ist.
Ich kenne das auch mit Bildern oder Skulpturen. Nahe dem Altar/Übergang Kirchenschiff-Chor sind sind eigentlich immer Petrus und Paulus - ob es ein bestimmtes "Muster" für die anderen gibt, müsste ich erst in meiner Fotosammlung nachschauen.
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von ad-fontes » Montag 2. Januar 2017, 15:36

Schwenkelpott hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Folgt die Zuordnung der Apostelnamen zu den Apostelkreuzen in Kirchen einem festen Schema? Wenn ja, welchem?
Die Leuchter sind keinem Apostel zugeordnet.
In manchen Kirchen stehen unter den Apostelleuchtern die Namen der Apostel; heute morgen habe ich das zB in St. Petri, Hüsten gesehen (z.B. neben der Sakristeitür [auf der Evangelienseite] Jakobus d. Ä.). Ich habe es allerdings nicht allzu oft gesehen, so daß das wohl keine allgemeine Praxis ist.
Ich kenne das auch mit Bildern oder Skulpturen. Nahe dem Altar/Übergang Kirchenschiff-Chor sind sind eigentlich immer Petrus und Paulus - ob es ein bestimmtes "Muster" für die anderen gibt, müsste ich erst in meiner Fotosammlung nachschauen.
Peter und Paul links und rechts vorne konnte ich mir merken bzw. war mir auch aufgefallen (Matthias fällt dann unter den Tisch!?).

Ja, das Muster würde mich interessieren, und ich wäre dir dankbar, wenn du in deiner Photosammlung mal nachschauen könntest!
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Beitrag von umusungu » Montag 2. Januar 2017, 15:39

Schwenkelpott hat geschrieben: Nahe dem Altar/Übergang Kirchenschiff-Chor sind sind eigentlich immer Petrus und Paulus - ob es ein bestimmtes "Muster" für die anderen gibt, müsste ich erst in meiner Fotosammlung nachschauen.
Paulus gehört nicht zu den Aposteln der Apostelleuchter.

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von ad-fontes » Montag 2. Januar 2017, 15:47

umusungu hat geschrieben:
Schwenkelpott hat geschrieben: Nahe dem Altar/Übergang Kirchenschiff-Chor sind sind eigentlich immer Petrus und Paulus - ob es ein bestimmtes "Muster" für die anderen gibt, müsste ich erst in meiner Fotosammlung nachschauen.
Paulus gehört nicht zu den Aposteln der Apostelleuchter.
umusungu hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Folgt die Zuordnung der Apostelnamen zu den Apostelkreuzen in Kirchen einem festen Schema? Wenn ja, welchem?
Die Leuchter sind keinem Apostel zugeordnet.
:irritiert:
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Beitrag von Fragesteller » Montag 2. Januar 2017, 16:01

Da es sich um zwölf Leuchter handelt, ist auch ohne detaillierte Namenszuordnung klar, dass Paulus in dem zugrundeliegenden Apostelkatalog nicht enthalten ist.

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von ad-fontes » Freitag 6. Januar 2017, 23:48

Wann wurden die Verbote, in der Christmette, im Requiem (?, zumindest unüblich) und in der Karfreitagsmesse der vorgeweihten Gaben die Kommunion an das Volk zu spenden, aufgehoben? Gab es weitere Messen, wo dies untersagt war?

Wird in der Weihnachtsmatutin nach Te Deum und Benedicamus, obwohl Fidelium animae ausfällt, ein stilles Paternoster gesprochen (analog zum Officium defunctorum)?
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Beitrag von Lycobates » Sonnabend 7. Januar 2017, 00:22

ad-fontes hat geschrieben: Wird in der Weihnachtsmatutin nach Te Deum und Benedicamus, obwohl Fidelium animae ausfällt, ein stilles Paternoster gesprochen (analog zum Officium defunctorum)?
Wenn ich recht sehe (Decr. auth. 4120 VIII. vom 20.11.1903) entfällt auch das Paternoster, jedenfalls wenn danach die Konventmesse ansetzt.
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Lycobates » Sonnabend 7. Januar 2017, 00:48

ad-fontes hat geschrieben:Wann wurden die Verbote, in der Christmette, im Requiem (?, zumindest unüblich) und in der Karfreitagsmesse der vorgeweihten Gaben die Kommunion an das Volk zu spenden, aufgehoben?
Im 19. Jh. (1871) wurde zuerst nach dem Drängen einiger Frauenklöster (in Spanien, vorher schon, 1720, in Görz, Decr. auth. 3254 u. 2267) erlaubt, in der Missa in nocte an Weihnachten die hl. Kommunion zu empfangen. Bis dahin wurde in der Mitternachtmesse niemals die Kommunion gespendet.
Unter dem hl. Pius X. wurde die Erlaubnis, in der Mitternachtmesse die Kommunion zu erteilen, erweitert. Meine Mutter erzählte, daß (weit vor dem Krieg) die eucharistische Nüchternheit ab etwa 18 Uhr strikte eingehalten wurde (damals auch noch ohne Genuß von Wasser, so bis 1953), falls man in der Mitternachtmesse kommunizieren wollte. Die meisten disponierten Gläubigen kommunizierten aber in der Missa in aurora (das Gesinde) oder erst in der Tagesmesse (die Herrschaften).

In Begräbnisämtern wird (bei uns) bis heute niemals die Kommunion erteilt, in gewöhnlichen Requiemmessen schon. Ob das consuetudo, oder lex ist, weiß ich auf Anhieb nicht. In den Decreta SRC findet sich dazu nichts, soweit ich heute abend sehe.

Am Karfreitag verzehrt nur der Celebrant die am Vortag konsekrierte Hostie.
Das hl. Blut wird nicht genossen, und eine Kommunionspendung an das Volk kann (jedenfalls bei uns, Praxis prä-1955), außer Viatikum, am Karfreitag nie stattfinden.
Seit 1955 gibt es, dort, wo Maxima redemptionis grassiert, die Communio fidelium, eheu.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
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... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

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ad-fontes
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von ad-fontes » Donnerstag 12. Januar 2017, 20:32

Bestand die eucharistische Nüchternheit vor 1953 auch in der Abstinenz von Wasser? (Daß Celebrans die Ablutionen der 1. und 2. Weihnachtsmesse nicht trinken darf, wenn er alle drei Messen feiert, liegt nicht am Wein allein, sondern auch am Wasser?)

Aber galt nicht die eucharistische Nüchternheit uneingeschränkt ab Mitternacht und die sechsstündige im Fall von Abenmessen wurde erst um 1953 eingeführt? Da das Engelamt ja erst um Mitternacht beginnt, wäre die Nüchternheit ja auch ohne Sechsstundenfrist gewahrt (deswegen gab es wohl davor auch keine Gläubigenkommunion; wäre interessant zu erfahren, welche Regelung für Priester galt).
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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