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Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Mittwoch 13. Dezember 2017, 11:54
von Lycobates
Wahlkatholik hat geschrieben:
Mittwoch 13. Dezember 2017, 09:30
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 8. Dezember 2017, 12:55
Die Vigil von Weihnachten fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag, und somit entfällt die übliche Fastenpflicht an Heiligabend (die Abstinenz ist nach 1922 bei uns indultiert).
Was ich nicht verstehe: Warum entfällt die Fastenpflicht, wenn wir doch an diesem Tag die Vigil von Weihnachten feiern (der. 4. Adventsonntag entfällt und wird nicht mal kommemoriert)? Besteht dann auch "Sonntagspflicht" für die Vigil in diesem Jahr? Dass hieße ja die Vigil würde zu einem gebotenen Feiertag wenn sie auf einen Sonntag fällt :hae?: Sonntagspflicht könnte ich ja nicht erfüllen, weil die Sonntagsmesse nirgendwo gefeiert wird (außer im NOM)...
Wie Protasius bereits ausführte : an Sonntagen wird nicht gefastet.
Was die Sonntagspflicht angeht, die hängt mit dem Wochentag Sonntag, nicht mit der an diesem Tag gefeierten Messe, bzw. mit dem u.U. an einem Sonntage okkurrierenden Feste zusammen.
Wenn in einem breiten Umkreis nur der NOM zu haben ist, gilt, nach meiner Einschätzung, die hier nicht alle teilen, natürlich Dispens für die Sonntagspflicht.

Der 4. Advent weicht in diesem Jahr zwar der Weihnachtsvigil, die eine privilegierte Vigil der 1. Klasse ist, aber der Sonntag wird sehr wohl kommemoriert, nach dem Graduale wird der Alleluia-Vers Crastina die gebetet, es gibt auch das Credo, die Präfation ist die Dreifaltigkeitspräfation, Schlußevangelium bleibt aber der Johannesprolog. Es gibt keine dritte Oration.
Die Sonntage des Advents sind dominicae majores, der 1. der ersten Klasse, die drei anderen der 2. Klasse; d.h. sie weichen nur Duplex-Festen der 1. Klasse, und der 1. Adventssonntag auch diesen nicht. (Okkurrierende Duplicia der 2. Klasse, und am 1. Advent auch jene der 1. Klasse, werden auf einen freien Wochtentag verschoben, andere Feste werden kommemoriert)

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Mittwoch 13. Dezember 2017, 14:31
von Wahlkatholik
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 8. Dezember 2017, 12:55
In Tradi-hard-Kreisen (sagen wir das mal so) gilt hierzulande aber nach wie vor die Regelung des CIC/1917 mit dem Indult von 1922 für das Deutsche Reich.
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db ... _00041.jpg
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db ... _00042.jpg
Ich sehe gerade, dass es dort keine Dispens vom Fasten für Schwangere gibt. Ist das so richtig? Schwangeren wird ja (zumindest heutzutage) von den Ärzten das Fasten verboten.

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Mittwoch 13. Dezember 2017, 14:36
von Wahlkatholik
Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 13. Dezember 2017, 11:54
Der 4. Advent weicht in diesem Jahr zwar der Weihnachtsvigil, die eine privilegierte Vigil der 1. Klasse ist, aber der Sonntag wird sehr wohl kommemoriert, nach dem Graduale wird der Alleluia-Vers Crastina die gebetet, es gibt auch das Credo, die Präfation ist die Dreifaltigkeitspräfation, Schlußevangelium bleibt aber der Johannesprolog. Es gibt keine dritte Oration.
Die Sonntage des Advents sind dominicae majores, der 1. der ersten Klasse, die drei anderen der 2. Klasse; d.h. sie weichen nur Duplex-Festen der 1. Klasse, und der 1. Adventssonntag auch diesen nicht. (Okkurrierende Duplicia der 2. Klasse, und am 1. Advent auch jene der 1. Klasse, werden auf einen freien Wochtentag verschoben, andere Feste werden kommemoriert)
Auch nach den 1962er-Rubriken? Im liturgischen Kalender steht der 4. Adventsonntag wird nicht kommemoriert. Kam mir aber auch komisch vor.

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Mittwoch 13. Dezember 2017, 14:44
von Lycobates
Wahlkatholik hat geschrieben:
Mittwoch 13. Dezember 2017, 14:36
Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 13. Dezember 2017, 11:54
Der 4. Advent weicht in diesem Jahr zwar der Weihnachtsvigil, die eine privilegierte Vigil der 1. Klasse ist, aber der Sonntag wird sehr wohl kommemoriert, nach dem Graduale wird der Alleluia-Vers Crastina die gebetet, es gibt auch das Credo, die Präfation ist die Dreifaltigkeitspräfation, Schlußevangelium bleibt aber der Johannesprolog. Es gibt keine dritte Oration.
Die Sonntage des Advents sind dominicae majores, der 1. der ersten Klasse, die drei anderen der 2. Klasse; d.h. sie weichen nur Duplex-Festen der 1. Klasse, und der 1. Adventssonntag auch diesen nicht. (Okkurrierende Duplicia der 2. Klasse, und am 1. Advent auch jene der 1. Klasse, werden auf einen freien Wochtentag verschoben, andere Feste werden kommemoriert)
Auch nach den 1962er-Rubriken? Im liturgischen Kalender steht der 4. Adventsonntag wird nicht kommemoriert. Kam mir aber auch komisch vor.
Nein, nicht nach 1962.
Nr. 30 der sog. Rubricae generales:
vigilia Nativitatis Domini quæ, in occurrentia, locum tenet dominicæ IV Adventus, de qua, proinde, nulla fit commemoratio.
Pistoia läßt grüßen. :maske:

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Mittwoch 13. Dezember 2017, 22:55
von Lycobates
Wahlkatholik hat geschrieben:
Mittwoch 13. Dezember 2017, 14:31
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 8. Dezember 2017, 12:55
In Tradi-hard-Kreisen (sagen wir das mal so) gilt hierzulande aber nach wie vor die Regelung des CIC/1917 mit dem Indult von 1922 für das Deutsche Reich.
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db ... _00041.jpg
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db ... _00042.jpg
Ich sehe gerade, dass es dort keine Dispens vom Fasten für Schwangere gibt. Ist das so richtig? Schwangeren wird ja (zumindest heutzutage) von den Ärzten das Fasten verboten.
Was Ärzte heutzutage nicht alles verbieten! :unbeteiligttu:

Der Moralist Heribert Jone (eine Autorität) unterscheidet (Katholische Moraltheologie 1953, 15. Auflage) zwischen Dispensen (die es sonst nicht gäbe), und Entschuldigungsgründe, die von Rechts wegen greifen:
Vom Fasten sind entschuldigt wegen physischer oder moralischer Unmöglichkeit:
Kranke, Genesende, schwächliche Personen, solche, die sehr nervös sind oder, wenn sie fasten, starkes Kopfweh bekommen oder nicht schlafen können; schwangere, stillende Frauen, wahrscheinlich auch Frauen zur Zeit der Menstruation; Arme, die nicht auf einmal soviel haben, daß es ihnen zur Sättigung hinreicht [...]

Re: Liturgischer Kalender 2017

Verfasst: Sonnabend 23. Dezember 2017, 21:45
von Lupus
Hubertus hat geschrieben:
Sonnabend 23. Dezember 2017, 18:44
25. Dezember
Gedächtnis* der

hl. Anastasia
Märtyrin
4. Klasse



(Bildquelle) — * in der Zweiten Messe.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------Zu diesem Bild eine kleine Erklärung: Es ist der Altar in der Rokokokapelle des Klosters Benediktbeuern. Die dort aufbewahrte Hauptreliquie der Hl. Anastasia kam auf abenteuerlichem Weg (geklaut!) nach Benediktbeuern und bekam durch die Mönche eine herrliche Kapelle als Anbau an die frühbarocke Basilika minor des Klosters:
+L.

Re: Liturgischer Kalender 2018

Verfasst: Montag 8. Januar 2018, 16:59
von Wahlkatholik
1.) Wann endet in diesem Jahr die liturgische Weihnachtszeit? Septuagesima ist ja vor Lichtmess.

2.) Kann mir jemand einen kurzen Überblick über die Veränderungen der Fest in der Weihnachtszeit (vor 62 / 62 / NOM) geben? Der Kalender bei Introibo stimmt beispielsweise nicht mit meinem Schott überein. Was genau sind die Hintergründe der ganzen Verschiebungen?

Re: Liturgischer Kalender 2017

Verfasst: Donnerstag 11. Januar 2018, 00:42
von Lycobates
Wahlkatholik hat geschrieben:
Montag 8. Januar 2018, 16:59
1.) Wann endet in diesem Jahr die liturgische Weihnachtszeit? Septuagesima ist ja vor Lichtmess.

2.) Kann mir jemand einen kurzen Überblick über die Veränderungen der Fest in der Weihnachtszeit (vor 62 / 62 / NOM) geben? Der Kalender bei Introibo stimmt beispielsweise nicht mit meinem Schott überein. Was genau sind die Hintergründe der ganzen Verschiebungen?
Ich stelle das mal hier ein.

Ad 1)
Die liturgische Weihnachtszeit endet an Lichtmeß, unabhängig davon, wann Septuagesima ist.
Beide Zyklen greifen ineinander.
Das Missale sieht ja auch einen Tractus an Lichtmeß vor, wenn das Fest nach Septuagesima fällt. Die Allelujas entfallen dann.
Aber die Orationes pro diversitate temporum sind an Septuagesima, falls vor Lichtmeß, oder an Lichtmeß (Lichtmeß wird dann um einen Tag verschoben), Deus qui salutis, wie in der Weihnachtszeit, und die dritte für Kirche (contra persecutores) oder Papst (falls möglich); falls aber nach Lichtmeß, als zweite A cunctis, und die dritte ad libitum.

Ad 2)
Das wäre eine Heidenarbeit. Mal sehen, ob es gelingt, stückweise.
Zu den Gründen kann man nur sagen: pruritus non iam faciendi quod facit Ecclesia.

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Donnerstag 11. Januar 2018, 20:23
von Niels
Ich wage mal den Versuch einer Antwort.
Das "Fest der Heiligen Familie Jesus, Maria und Joseph" ist mehrfach hin- und hergeschoben worden.
Da es sich um ein "Ideenfest" handelt, ist das durchaus verständlich.
Leo XIII. führte es ein (3. Sonntag nach Epiphanie), Pius X. strich es, Benedikt XV. legte es auf den Sonntag nach Epiphanie.

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Donnerstag 11. Januar 2018, 21:07
von Protasius
Das auffälligste ist in Bezug auf die Feste um Weihnachten der Wegfall aller Oktaven außer der Weihnachts-, Oster- und Pfingstoktav unter Pius XII. Weiterhin wurde das Fest der Unschuldigen Kinder verändert, das sich dadurch auszeichnete, daß es – außer es fiel auf einen Sonntag – in violetter Farbe, ohne Gloria und mit Tractus statt Alleluja gefeiert wurde (der Oktavtag aber immer in Rot, mit Gloria und Alleluja); WIMRE ab 1960 wurde es stets in rot und mit Gloria und Alleluja gefeiert. Dann verbleiben noch die Feste des hl. Thomas von Canterbury und das Fest des hl. Silvester; diese Feste hatten früher Vorrang gegenüber der Oktav von Weihnachten (allerdings nicht vor dem Sonntag in der Oktav), wurden aber zu Kommemorationen herabgestuft. Darüber hinaus hat seit 1960 der Sonntag Vorrang vor Festen II. Klasse.

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Freitag 12. Januar 2018, 10:38
von Niels
Stimmt. (Das wollte ich heute schreiben.)

Re: Kommentare zu den Tagesheiligen/zum Lit. Kalender

Verfasst: Freitag 12. Januar 2018, 12:48
von ad-fontes
Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 21:07
Das auffälligste ist in Bezug auf die Feste um Weihnachten der Wegfall aller Oktaven außer der Weihnachts-, Oster- und Pfingstoktav unter Pius XII. Weiterhin wurde das Fest der Unschuldigen Kinder verändert, das sich dadurch auszeichnete, daß es – außer es fiel auf einen Sonntag – in violetter Farbe, ohne Gloria und mit Tractus statt Alleluja gefeiert wurde (der Oktavtag aber immer in Rot, mit Gloria und Alleluja); WIMRE ab 1960 wurde es stets in rot und mit Gloria und Alleluja gefeiert. Dann verbleiben noch die Feste des hl. Thomas von Canterbury und das Fest des hl. Silvester; diese Feste hatten früher Vorrang gegenüber der Oktav von Weihnachten (allerdings nicht vor dem Sonntag in der Oktav), wurden aber zu Kommemorationen herabgestuft. Darüber hinaus hat seit 1960 der Sonntag Vorrang vor Festen II. Klasse.
Und Te Deum in der Matutin (arglos ging ich von aus, daß in den ersten drei Tagen nach Weihnachten in der Matutin alles gleich ist und habe letztens nach einem solchen semimodernistischen Brevier gebetet (nur die Matutin); - daß ich damit aufs Glatteis geführt wurde, ist mir erst nachher bewußt geworden. Das neunte Responsorium mit Gloria Patri habe ich dann außerhalb der Hore nachgeholt..ärgerlich.)

Re: Liturgischer Kalender 2017

Verfasst: Montag 15. Januar 2018, 16:23
von ad-fontes
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 00:42
Wahlkatholik hat geschrieben:
Montag 8. Januar 2018, 16:59
1.) Wann endet in diesem Jahr die liturgische Weihnachtszeit? Septuagesima ist ja vor Lichtmess.

2.) Kann mir jemand einen kurzen Überblick über die Veränderungen der Fest in der Weihnachtszeit (vor 62 / 62 / NOM) geben? Der Kalender bei Introibo stimmt beispielsweise nicht mit meinem Schott überein. Was genau sind die Hintergründe der ganzen Verschiebungen?
Ich stelle das mal hier ein.

Ad 1)
Die liturgische Weihnachtszeit endet an Lichtmeß, unabhängig davon, wann Septuagesima ist.
Das zeigt sich ja auch an der marianischen Antiphon (Alma Redemptoris Mater bis Lichtmeß).