Film und Kino

Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.

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Maja
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Re: Film und Kino

Beitrag von Maja » Donnerstag 9. Juli 2015, 05:10

"Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin." 1 Kor 12

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overkott
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Freitag 21. August 2015, 22:16

Die Welt interessiert sich derzeit für Modells im Monroe-Format. Das hat aktuelle Gründe. Vor allem geht gerade die Londoner Groschenoper Anna Nicole über die Bühne. Sie erzählt die vulgäre Tragödie eines B-Film-Sternchens, das als Frittenbudenkellnerin zur Stripperin aufsteigt, von einem Milliardär ein üppiges Taschengeld erbt, auf dem Vulkan tanzt und mit 37 Jahren ihrer Rauschgiftsucht erliegt.

Zuvor sorgte das Modell noch für Verkehrsunfälle durch einen halbnackten Auftritt im Winter für Unterwäsche eines Herstellers, den die meisten nicht wahrgenommen haben, auf Werbeplakaten an jeder dritten Bushaltestelle dieser Welt. Forscher haben jetzt wohl herausgefunden, dass eine Reizüberflutung nicht verkaufsfördernd ist.

Der Name des Sternchens Anna Nicole Smith ist ebenso ein Kunstprodukt wie der Name Marilyn Monroe. Echt ist der Name von Kate Upton, die ebenfalls im Monroe-Format agiert. Sie wurde kurz nach der Wende in St. Joseph an den großen Seen im Norden der USA geboren. Aufgewachsen ist sie allerdings in Florida. Ihre Eltern sind sportlich - sie spielt Tennis, er unterrichtet Leibesübungen - , ihr Onkel ist politisch - kandidiert für die Republikaner. Trotz einer normalen Taille macht sie Werbung für Bademode. Mit MM hat sie die blondierten Haare und die dunklen Augenbrauen gemeinsam. Sie soll vor vier Jahren in Aushilfsgangster mitgespielt haben, einer ganz netten Komödie mit Ben Stiller und Eddy Murphy, die bei Amazon zu sehen ist. Aufgefallen ist sie dabei nicht. Außerdem hat sie in zwei Komödien nachgelegt. Sie soll sich ein Kreuz unter den Finger tätowieren lassen haben. Hoffentlich wird sie älter als 46.

Caviteño
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Re: Film und Kino

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 22. August 2015, 11:33

Er ist wieder da, der Führer. Knapp 7 Jahre nach seinem unrühmlichen Abgang erwacht Adolf Hitler im Berlin der Gegenwart. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Angela Merkel und vielen tausend Ausländern startet er, was man am wenigsten von ihm erwartet hätte: eine Karriere im Fernsehen. Denn das Volk, dem er bei einer Reise durch das neue Deutschland begegnet, hält ihn für einen politisch nicht ganz korrekten Comedian und macht ihn zum gefeierten TV-Star. Und das, obwohl sich Adolf Hitler seit 1945 äußerlich und innerlich keinen Deut verändert hat.
ER IST WIEDER DA ist keine Romanverfilmung im üblichen Sinne. Denn Hauptdarsteller Oliver Masucci spielt Adolf Hitler nicht nur an der Seite von erstklassigen Kollegen wie Fabian Busch, Christoph Maria Herbst und Katja Riemann – er begegnet in dokumentarischen Szenen auch dem normalen Bürger auf der Straße, außerdem Kleintierzüchtern, Unternehmern, Prominenten, Jungpolitikern, Journalisten, Nipstern und Neonazis.

ER IST WIEDER DA ist eine Produktion von Mythos Film in Co-Produktion mit Constantin Film. Produzenten sind Christoph Müller und Lars Dittrich, Executive Producer sind Oliver Berben und Martin Moszkowicz. Der Film wurde gefördert von MBB, FFA, Film- und Medienstiftung NRW sowie DFFF.

Kinostart: 8. Oktober 215 im Verleih der Constantin Film
teaser:
http://www.youtube.com/watch?v=7fJY-rb_w

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Sonnabend 22. August 2015, 12:29

Der Film wird seinen Erfolg bei einem an flacher Comedy interessierten jungen Kinopublikum nicht verfehlen. Es darf ablachen über einen einen der größten Schurken der Geschichte - und seine bedenkliche Verharmlosung. Wer jedoch eine Geschichte im Film erwartet, wird enttäuscht. Auch das Wort Politsatire ( Die Zeit ) ist fehl am Platz. Rezensenten der Buchvorlage lagen mit der Wertung als Klamauk ( Die Welt ) richtig. Wer eine Klamotte erwartet, einen derben Schwank ohne geistiges Niveau, wird nicht enttäuscht. Es gibt jedoch Niveau vollere Filme.

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Sonntag 23. August 2015, 14:06


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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Montag 24. August 2015, 18:16


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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Montag 24. August 2015, 23:00

Von Leuten, die Gott nicht verstanden haben:

http://www.kino.de/kinofilm/pfarrer/143612

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Dienstag 25. August 2015, 14:31

Drei Affen und die Wahrheit - hat den jemand gesehen?

http://www.kino.de/kinofilm/drei-affen- ... gen/11428

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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Dienstag 25. August 2015, 14:55

Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Dienstag 25. August 2015, 14:56

Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Dienstag 25. August 2015, 14:57

Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Donnerstag 27. August 2015, 16:00

Der Augustinusfilm hat bei Amazon eine erstaunlich hohe Bewertung.

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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Donnerstag 27. August 2015, 19:14

Ich habe alle drei von mir genannten Filme auf DVD und habe sie auch alle angesehen.

overkott hat geschrieben:Der Augustinusfilm hat bei Amazon eine erstaunlich hohe Bewertung.
Vielleicht ist die Zeit wieder reif für solche Filme, die etwas an die Monumentalfilme der 1950er/60er Jahre erinnern.
Der Film zeichnet des Leben des Augustinus in einigen Lebensphasen nach und orientiert sich grob an den „Bekenntnissen“. Vieles ist allerdings recht vereinfacht dargestellt.

Vorschau:



Den Petrus-Film fand ich sehr gut. Petrus sitzt im Gefängnis und er erzählt seine Geschichte, die in Rückblicken eingespielt wird, dem Wärter (Martinianus), der sich dann zu Christus bekennt.

Vorschau:



Den Film über den Duns der aus Scotus kam, ist m.E. der intellektuell anspruchsvollste. Duns Scotus zeigte ja bekanntlich aufgrund seines sehr umfassenden Seinsbegriffs (ens est id cui non repugnat esse) die Denkmöglichkeit der unbefleckte Empfängnis auf.

Vorschau:
Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von Schwenkelpott » Sonntag 30. August 2015, 00:24

Django spielt Augustinus?
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 30. August 2015, 07:56

Ja und er spielt ihn sehr gut.
Habe den Film schon mal gesehen und kann ihn auch empfehlen. Sehr professionell gemacht.
Kann man sich auch gut mit Leuten anschauen die normalerweise mit kirchlichen Themen nicht so viel am Hut haben.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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overkott
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Mittwoch 2. September 2015, 22:46

Vor allem regt er auch an, mal zu nehmen und zu lesen.

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Niels
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Re: Film und Kino

Beitrag von Niels » Donnerstag 3. September 2015, 08:51

overkott hat geschrieben:Vor allem regt er auch an, mal zu nehmen und zu lesen.
Was hast Du denn daraufhin gelesen? Was vom Hl. Bonaventura? :detektiv:

Ich habe bislang nur den Film "Apostel Petrus und das letzte Abendmahl" gesehen und fand ihn irgendwie ganz nett.
Die Synchronisation hatte allerdings ihre Tücken - die haben augenscheinlich irgendeine Version der Lutherbibel benutzt, und es es gab zudem einige Stellen, wo sich - wohl unbeabsichtigt - Häresien eingeschlichen haben. Einen vernünftigen theologischen Berater haben die wohl nicht gehabt.

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Donnerstag 3. September 2015, 13:18

Niels hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Vor allem regt er auch an, mal zu nehmen und zu lesen.
Was hast Du denn daraufhin gelesen? Was vom Hl. Bonaventura? :detektiv:

Ich habe bislang nur den Film "Apostel Petrus und das letzte Abendmahl" gesehen und fand ihn irgendwie ganz nett.
Die Synchronisation hatte allerdings ihre Tücken - die haben augenscheinlich irgendeine Version der Lutherbibel benutzt, und es es gab zudem einige Stellen, wo sich - wohl unbeabsichtigt - Häresien eingeschlichen haben. Einen vernünftigen theologischen Berater haben die wohl nicht gehabt.
Den Reisebericht des Hl. Bonaventuras. Er ist schon in primo principium ganz nett und entfaltet die Lehre auch ganz schöpferisch bis zum siebten Kapitel, in dem alle Sinne zur Ruhe kommen.

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Donnerstag 3. September 2015, 17:15

Einen Film über Duns Scotus kann ich mir ebenso wenig vorstellen wie über Bonaventura, weil einfach zu wenig relevante äußere Geschichte da ist und zuviel Geistigkeit, zuviel mündliche Botschaft.

Ein dramatischer Film bedarf jedoch der Aktion, die über ein paar schöne bewegte Fotografien zur vita hinausgehen. Als Film würde sich schon eher die actionreiche Franziskanermission in Deutschland eignen, mehr noch die franziskanischen Reisen in die Mongolei. Diese lebensgefährlichen Abenteuer, die interkulturelle Begegnung, die politischen Aspekte und die weltweite Perspektive könnten das Kino mit einem Historiendrama bereichern.

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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Donnerstag 3. September 2015, 21:08


(Die Qualität dieser Kopie ist allerdings grottenschlecht. Es sieht fast so aus als habe das jemand vom Bildschirm
abgefilmt. Vermutlich ist die Kopie auch illegal, aber das ist ja letztlich ein Problem des Hochladenden und Youtubes.)
Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von Cath1105 » Sonnabend 5. September 2015, 13:45

Der letzte Film, den ich im Kino gesehen habe, war "Honig im Kopf". Hat den noch jemand geschaut?
ET VERBUM CARO FACTUM EST

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Torsten
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Re: Film und Kino

Beitrag von Torsten » Donnerstag 17. September 2015, 23:46


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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Sonntag 20. September 2015, 19:04

Ich habe mir vor zwei Tagen mal den Film "M" angesehen.
Gefunden habe ich ihn mit einer recht guten Qualität (jedenfalls für meinen Fernseher mit 55cm Bildröhre ausreichend) bei Youtube.

Im Wikipedia-Artikel liest man:
Das Cahiers du cinéma listete M 2008 in ihrer Liste der 100 besten Filme aller Zeiten auf Platz 6, er nimmt damit die beste Platzierung für eine deutsche Filmproduktion ein.
Da muß ich sagen: Dort steht er zurecht.

Kein Vergleich mit dem, was uns heutzutage teilweise als Krimi/Thriller so aufgetischt wird.
Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von JosefBordat » Montag 28. September 2015, 01:04

Für Unterhaltung sorgen allenfalls die Namen der Charaktere. In dieser Beziehung kann es die Mini-Serie problemlos mit dem Herrn der Ringe aufnehmen. - https://jobo72.wordpress.com/215/9/28/blochin/

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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Sonntag 11. Oktober 2015, 19:36

Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Dienstag 13. Oktober 2015, 18:30

"R ist wieder da" ist schwache Kleinkunst ohne Story. Der Film wird ein Publikum finden, dass sich auch im Stadion eine Carrerabahn mit realen Comicfiguren anschaut. Gar nicht lustig.

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Re: Film und Kino

Beitrag von JosefBordat » Montag 26. Oktober 2015, 14:38

Wieder einmal ein Tatort mit ethischem Tiefgang. Hervorragend! - https://jobo72.wordpress.com/215/1/26 ... gen-leben/

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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Montag 26. Oktober 2015, 14:52

JosefBordat hat geschrieben:Wieder einmal ein Tatort mit ethischem Tiefgang. Hervorragend! - https://jobo72.wordpress.com/215/1/26 ... gen-leben/
Hervorragend? — Nein! Scheiße!

Ich habe die Schnauze gestrichen voll von den Krimis „mit Anspruch“. Hinzu kommt, die unselige Verquickung von Kriminalfall mit dem Privatleben der Ermittler. Zum Kotzen ist das.
Welches Bild von Polizisten liefern diese Filme eigentlich? Da kann man Tatort und auch andere in einen Sack stecken. Es gibt kaum noch Hauptpersonen, die in einer intakten Beziehung leben. Welches Bild von Beziehung oder Familie wird vermittelt, wenn schon „Filmhelden“ es nicht schaffen, eine normale Familie zu haben? Sollen sie mit ihren verkrachten Familien etwa ein „Beispiel“ oder gar „Vorbild“ sein?

Da lobe ich mir doch Tatorte mit Trimmel, Lutz, Veigl etc. – ja, sogar solche mit dem Frauenheld Kressin.

Was dem Zuschauer in den letzten Jahren an Tatort-Folgen zugemutet wird, ist ein wahre Zumutung. Über die Gewaltorgien in manchen Folgen ist es besser zu schweigen. Wahrscheinlich sind die der Blödheit der Menschen geschuldet, die schon so abgestumpft sind, daß sie kein Abstraktionsvermögen mehr haben, und nur noch dann einem Toten für tot halten, wenn er mit zwei Litern Kunstblut überschüttet ist.
Gruß
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Dienstag 27. Oktober 2015, 10:19

Juergen hat geschrieben:
JosefBordat hat geschrieben:Wieder einmal ein Tatort mit ethischem Tiefgang. Hervorragend! - https://jobo72.wordpress.com/215/1/26 ... gen-leben/
Hervorragend? — Nein! Scheiße!

Ich habe die Schnauze gestrichen voll von den Krimis „mit Anspruch“. Hinzu kommt, die unselige Verquickung von Kriminalfall mit dem Privatleben der Ermittler. Zum Kotzen ist das.
Welches Bild von Polizisten liefern diese Filme eigentlich? Da kann man Tatort und auch andere in einen Sack stecken. Es gibt kaum noch Hauptpersonen, die in einer intakten Beziehung leben. Welches Bild von Beziehung oder Familie wird vermittelt, wenn schon „Filmhelden“ es nicht schaffen, eine normale Familie zu haben? Sollen sie mit ihren verkrachten Familien etwa ein „Beispiel“ oder gar „Vorbild“ sein?

Da lobe ich mir doch Tatorte mit Trimmel, Lutz, Veigl etc. – ja, sogar solche mit dem Frauenheld Kressin.

Was dem Zuschauer in den letzten Jahren an Tatort-Folgen zugemutet wird, ist ein wahre Zumutung. Über die Gewaltorgien in manchen Folgen ist es besser zu schweigen. Wahrscheinlich sind die der Blödheit der Menschen geschuldet, die schon so abgestumpft sind, daß sie kein Abstraktionsvermögen mehr haben, und nur noch dann einem Toten für tot halten, wenn er mit zwei Litern Kunstblut überschüttet ist.
Vor allem machen sich so genannte Lebensschützer unglaubwürdig, wenn sie bei Exekutionen großes Verständnis zeigen. Ein moralisch anspruchsvoller Krimi - und das wäre wirklich mal was Neues - würde zeigen, wie sich ein Polizist im Konflikt für das Leben eines Täters entscheidet und ihm trotzdem das Handwerk legt. Damit dieses Happy End nicht zu glatt wirkt, könnte man zeigen, dass er es nicht geschafft hat, bei der Entbindung seiner Frau vom ersten Kind dabei zu sein.

Wer etwas bürgerlichere Krimis lieber mag, der sollte sich an den guten alten Nikotin und Alkohol abhängigen Maigret halten. Zwar können er und seine Frau keine Kinder bekommen, aber dafür helfen sie den Kinder reichen Verwandten im Elsass und gehen ansonsten gemeinsam öfter mal ins Kino.

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Dienstag 3. November 2015, 19:08

Jesus war ein ganz Lieber, ein bisschen soft und ein bisschen hübsch. Erst ein Jahr alt, der Film. Son of God. Kennt jemand den?


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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Dienstag 3. November 2015, 21:22

Der neue Film nach dem letzten von 2004 ( Passion ) zehn Jahre zuvor wirkt auf den ersten Blick solide, unspektakulär und nicht übertrieben. Amerikaner neigen zum Historisieren, wobei die Bibel mit vier Versionen der Evangelien ja ganz unterschiedliche Erzählperspektiven anbietet in und erstaunlicher Offenheit auch gegensätzliche Glaubenszeugnisse zulässt. Jesus als Gottes Sohn zu verkünden, entspricht jedenfalls dem eigentlichen Anliegen der Evangelien und vermeidet eine apotheotische Überhöhung.

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Mittwoch 4. November 2015, 10:32


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