Film und Kino

Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.

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Knecht Ruprecht
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Film - allgemein

Beitrag von Knecht Ruprecht » Dienstag 13. Juli 2004, 21:20

Im Rahmen meines Deutschbrückenkurses hab ich die Tage den Film ,,Barry Lyndon" von Stanley Kubrick gesehen. Ich glaube ich war nach keinem Film so erschöpft und das allein vom einfachen sitzen und ansehen, wie nach diesem Film.

Es-Ergo-Cogito
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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Sonnabend 17. Juli 2004, 15:54

Wie war doch gleich die Frage?
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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf » Sonnabend 17. Juli 2004, 22:56

Kordian fährt mal wieder einen ganz krassen Film. Du auch?

Es-Ergo-Cogito
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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Sonntag 18. Juli 2004, 22:09

(höflich räusper) - meinst du mich? :roll:

(Wo liegt Untergurkenburg?)
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Edith
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Beitrag von Edith » Sonntag 18. Juli 2004, 22:41

Es-Ergo-Cogito hat geschrieben:(höflich räusper) - meinst du mich? :roll:

(Wo liegt Untergurkenburg?)
nahe bei Rumburk. 8)

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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf » Sonntag 18. Juli 2004, 22:53

Ich habe bloß die Frage formuliert. Offensichtlich wollte Kordian genau das vermitteln, was ich oben sagte. Oder?

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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Sonntag 18. Juli 2004, 23:32

äh (iezichabagaaanzdooofschau) ich blicks jetzt wirklich nicht, was du damit gemeint hast - vielleicht weil ich aus "Frangn" komme :/ ???
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Juergen
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Beitrag von Juergen » Sonntag 18. Juli 2004, 23:35

Es-Ergo-Cogito hat geschrieben:(Wo liegt Untergurkenburg?)
Bei solchen Ortsnamen denke ich immer an "Ossi-Land" :kratz:

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Sonntag 18. Juli 2004, 23:36

Es-Ergo-Cogito hat geschrieben:äh (iezichabagaaanzdooofschau) ich blicks jetzt wirklich nicht, was du damit gemeint hast - vielleicht weil ich aus "Frangn" komme :/ ???
Nietenolaf wollte sagen, dass er nur Kordians Frage ausformuliert hat, die in dessen Beitrag verborgen war und die Du zu lesen erbeten hattest.

Seine Übersetzung der kordianischen Frage lautet also: "Kordian fährt mal wieder einen ganz krassen Film. Du auch?"
Zuletzt geändert von Dr. Dirk am Sonntag 18. Juli 2004, 23:39, insgesamt 2-mal geändert.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 18. Juli 2004, 23:37

Juergen hat geschrieben:
Es-Ergo-Cogito hat geschrieben:(Wo liegt Untergurkenburg?)
Bei solchen Ortsnamen denke ich immer an "Ossi-Land" :kratz:
Nu laß den Erich in Ruhe!
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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Sonntag 18. Juli 2004, 23:43

ah - gaaanz langsam hellt sichs auf - lasst mir bitte noch ein bisschen Zeit zu überlegen, ob ich mich verabschieden soll oder nicht....
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Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Sonntag 18. Juli 2004, 23:47

Häh? :kratz:

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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Sonntag 18. Juli 2004, 23:49

Wörtliche Übersetzung:

"Ich blicks immer noch nicht!"
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Es-Ergo-Cogito
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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Sonntag 18. Juli 2004, 23:57

Jetzt hab ich Untergurkenburg gefunden - wirklich originell - liegt im Westen...
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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Montag 19. Juli 2004, 00:07

Dirk hat geschrieben:
Es-Ergo-Cogito hat geschrieben:äh (iezichabagaaanzdooofschau) ich blicks jetzt wirklich nicht, was du damit gemeint hast - vielleicht weil ich aus "Frangn" komme :/ ???
Nietenolaf wollte sagen, dass er nur Kordians Frage ausformuliert hat, die in dessen Beitrag verborgen war und die Du zu lesen erbeten hattest.

Seine Übersetzung der kordianischen Frage lautet also: "Kordian fährt mal wieder einen ganz krassen Film. Du auch?"
Wie lautet die in Kordians Beitrag verborgene Frage?
«::: pax tecum :::»

Es-Ergo-Cogito
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Beitrag von Es-Ergo-Cogito » Montag 19. Juli 2004, 00:17

Nietenolaf:

Meinst Du die Analogie der Geschichte Barry Lyndons mit der erschöpfenden Tätigkeit der "Sisyphos-Typen" heutiger Zeit? :kratz:
...oder werd' ich hier einfach nur ein bisschen verhunepipelt :mrgreen:
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Micha

Beitrag von Micha » Montag 19. Juli 2004, 00:52

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Lucia

Beitrag von Lucia » Montag 19. Juli 2004, 01:02

...
Zuletzt geändert von Lucia am Mittwoch 16. Februar 2005, 18:00, insgesamt 1-mal geändert.

Micha

Beitrag von Micha » Montag 19. Juli 2004, 01:09

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Montag 19. Juli 2004, 08:39

Micha hat geschrieben:So wie ich Kordian zu verstehen meinen möchte, wollte er gar nix fragen, sonde rn einfach nur im Forum etwas ausruhen, uns mitteilen, was er so treibt und wie's ihm geht. Finde ich vollkommen okay.
Barry Lyndon- mir kommt so dumpf eine Vorabendserie aus den 70ern in den Sinn... :kratz: aber die Kubrickversion kenne ich nicht.
Außerdem hab ich, seit wir am 11. Geburtstag einer Klassenkameradin in 2001 geschleppt wurden (ich war damals wohl auch 11 und langweilte mich fürchterlich) ein Kubrick-Trauma!
So, jetzt wisst ihr auch wieder was von mir...
Ich hab hier nur geschrieben, dass der von mir angegebene Film der erschöpfenste war, denn ich bischer gesehen hab.

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Clown
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Beitrag von Clown » Montag 19. Juli 2004, 08:42

Kubrick rulez da scene. ;)

Nein im Ernst Full Metal Jacket, Clockwerk Orange und Eyes Wide Shut sind geniale Filme.
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Montag 19. Juli 2004, 08:47

Ich fand nur Dr. Seltsam gut. Alles andere war nichts besonderes.

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Robert Ketelhohn
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Tal der Wölfe

Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 20. Februar 2006, 11:40

Wer von euch hat schon den türkischen Film »Tal der Wölfe«
gesehen, der gerade in den Kinos läuft? Was ist euer Eindruck?
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Montag 20. Februar 2006, 12:03

Ich kaufe mir keine Döner und genauso wenig werde ich mir diesen türkisch-moslemisch Film anschauen.

Den Film, den ich mir anschauen würde, müßte über den Sieg König Sobieskis vor Wien handeln. Aber so etwas wird ja nicht gedreht. Vielleicht produziert in ein paar Jahren Mel Geibson, der seiner christlichen cummunity wieder mal einen Kinofilm gönnen wird, einen König Sobieski Film.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 20. Februar 2006, 12:04

Das war eine Nicht-Antwort.
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Cosimo
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Beitrag von Cosimo » Montag 20. Februar 2006, 12:57

Nun schlechter und billiger als die Propaganda, die laufend aus Übersee importiert wird kann er sicher nicht sein. Nur da darf dann die Einseitigkeit und das Schüren von Ressentiments nicht kritisiert sondern nur noch über das nicht zu überbietende Heldentum und die grenzenlose Opferbereitschaft Amerikas gejubelt werden. Robert hast Du ihn bereits gesehen? In den heutigen Zeiten der offenen Gesellschaft wäre mir das zu riskant...
http://www.kurtlarvadisi.net/filmdenkareler.asp

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz » Montag 20. Februar 2006, 13:12

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Ich kaufe mir keine Döner und genauso wenig werde ich mir diesen türkisch-moslemisch Film anschauen.

Den Film, den ich mir anschauen würde, müßte über den Sieg König Sobieskis vor Wien handeln. Aber so etwas wird ja nicht gedreht. Vielleicht produziert in ein paar Jahren Mel Geibson, der seiner christlichen cummunity wieder mal einen Kinofilm gönnen wird, einen König Sobieski Film.
Ja wenn das dein Vorbild ist müsstest allerdings den Film anschauen denn, schlielich war er Geheimbotschafter in der TÜrkei, lernte Türkisch und studierte die türkische Kultur.....

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
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nemesis
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Beitrag von nemesis » Montag 20. Februar 2006, 20:43

Ich hab den Film nicht gesehen und weiß auch nicht, ob ich da reingehe. Der Film beruht auf einer Serie, die schon seit langem in der Türkei läuft. Die Serie ist hemmungslos nationalistisch. Nun das er antiamerikanisch ist, will ich nicht leugnen, aber das sehe ich nicht als Makel, dafür sind die Amis schon selbst schuld. Der Vorwurf, das er antisemitisch ist, wird mit der Tatsache des jüdischen Arzt scheinbar bewiesen. Anscheinend soll man Juden entweder nicht mehr darstellen oder am besten nur in "schönen" Rollen. Komische Logik, daraus Antisemitismus abzuleiten.

Jürgen Elsässer über den Film.
Der türkische Actionfilm »Das Tal der Wölfe« liefert der Friedensbewegung gute Munition – und Stoff für Diskussionen
Von Jürgen Elsässer

»Was ist schlecht daran, einen guten Actionfilm zu sehen, in dem einmal die Amerikaner die schlechtere Rolle haben?« Der deutsch-türkische Wortkünstler Feridun Zaimoglu ist der einzige aus dem Kulturestablishment, der den Kopf oben hält. Die deutsche Presse dagegen überbietet sich in Schmähungen: »übles Machwerk« (taz), »alle Klischees des Kampfs der Kulturen« (Tagesspiegel), »offenkundige antiwestliche und antisemitische Hetze« (FAZ), »rassistische Einstellungen« (Grünen-Abgeordneter Cem Özdemir). Der Zentralrat der Juden forderte die Kinobetreiber gar dazu auf, die Produktion nicht vorzuführen.

Im Herz der Finsternis

Die Aufregung gilt dem teuersten türkischen Film aller Zeiten. »Kurtlar Vadisi Irak – Tal der Wölfe« hat die zehn Millionen Euro Produktionskosten allerdings schon längst wieder eingespielt. Im Heimatland drängten zehn Millionen Türken schon in den ersten drei Tagen in die Kinos, in Deutschland nach dem Start am 9. Februar jeden Tag etwa 30000 – trotz einer geringen Kopienzahl von nur 65 Stück. Sie sahen packende hundert Minuten, die ganz nach der Rezeptur von Hollywood – nur eben politisch andersrum – mit wildem Geballere, sadistischen Foltereien, schmachtender Liebe und ein paar Späßeken gefüllt sind.

Der Film beginnt mit der Verhaftung einer türkischen Eliteeinheit im Nordirak kurz nach dem Sturz von Saddam Hussein. Die Soldaten werden von ihren eigenen Vebündeten, den US-Amerikanern, umzingelt und mit Säcken über den Kopf abgeführt. Der türkische Kommandeur erschießt sich aus Scham, sein Bruder zieht mit drei Freunden aus, die Schmach zu rächen. Im Zweistromland geraten sie in eine Hölle: Eine massakrierte Hochzeitsgesellschaft, eine bombardierte Moschee, brutale Razzien, schließlich Abu Ghraib als Herz der Finsternis.

Alle diese Rahmenelemente der Handlung sind tatsächlich passiert und hundertprozentig verbürgt. Mehr noch: Die Realität, etwa die echten Fotos aus Abu Ghraib, sind schlimmer als die cineastische Reprise. Der Aufschrei, der Film sei hetzerisch, kommt zumeist von Leuten, deren Geschäft die Verharmlosung der irakischen Realität ist. Auch der Vorwurf des Antisemitismus ist unzutreffend: Es gibt im Film zwar einen jüdischen Arzt, der Gefangenen Organe entnimmt und weiterverkauft. Doch er versucht, die Killer an einigen Stellen zu bremsen. Im Vergleich zu ihnen ist er eine eher harmlose Figur – nicht, wie im Klischee, der Drahtzieher, sondern eher der kleine Profiteur der US-Aggression. Wer wollte bestreiten, daß das eine recht zutreffende Allegorie des Verhältnisses zwischen den Regierungen in Jerusalem und in Washington ist?

Orientalische Party

»Im Tal der Wölfe sind nur diejenigen Brüder und Schwestern, die sich zum ethnischen Türkentum bekennen«, behauptet die FAZ. Eine glatte Lüge: Unter den vier Helden der Story ist mindestens ein Kurde, und in einer der faszinierendsten Sequenzen feiern Turkmenen, Araber und Kurden gemeinsam eine orientalische Party. Auch von Fundamentalismus keine Spur: Der Scheich warnt die Witwe eines von den Yankees Ermordeten vor einem Racheanschlag, und den Entführern eines US-amerikanischen Journalisten hält er eine Standpauke: »Wer hat euch das gelehrt? Das steht nicht im Koran! Wollt ihr werden wie die Tyrannen und Unschuldige töten?« Die vier Protagonisten ihrerseits sind gar nicht religiös: Die glattrasierten Sunnyboys lehnen lässig an ihrem Benz, wenn der Muezzin zum Gebet ruft. Doch sie haben Verständnis für und Respekt vor dem Geistlichen, spüren seine innere Stärke, stehen ihm gegen den Terror bei.

Kein Kanonenfutter

An allen diesen Punkten verbreitet der Film Inhalte, die auch der deutschen Linken gefallen müßten. An einem Punkt wird er manche provozieren: Er weist deutlich darauf hin, daß nicht die Kurden per se, wohl aber die kurdischen Parteien nichts anderes als Marionetten der US-Amerikaner sind. Gemeinsam sorgen sie für die ethnische Säuberung von Mossul und Kirkuk von Sunniten und anderen Unruhestiftern, um die Ölquellen ungestört ausbeuten zu können. Deswegen mußte die US-Armee den türkischen Einfluß im Nordirak – im kurdischen Autonomiegebiet – ausschalten. Der Film transportiert eine mächtige Botschaft: Die Türkei, während des Kalten Krieges ein NATO-Kettenhund gegen die Sowjetunion, ist nach deren Untergang zu einem Hindernis für die US-Politik geworden. Der Aggression gegen den Irak 2003 verweigerte sich Ankara. Deswegen spielen die Kriegsbrandstifter in Washington jetzt die kurdische Karte gegen die Türkei – und bekommen dabei objektiv Rückendeckung durch die Reste der PKK-freundlichen Solidaritätsbewegung hierzulande.

Jede Partei, die sich die Message dieses Filmes zu eigen macht, wird die nächsten Wahlen in der Türkei gewinnen, schrieb die Tageszeitung Hürriyet. Die Menschen zwischen Istanbul und Diyarbakir wollen offensichtlich nicht weiter das Kanonenfutter der US-Armee sein. Ihre Verwandten in Deutschland, das zeigt der Erfolg des Blockbusters, sehen das genauso. Müßte die Friedensbewegung nicht endlich versuchen, mit ihnen in direkten Kontakt zu kommen? Der Film bietet die Möglichkeit dazu. Jeder Kriegsgegner sollte ihn sehen. Jede Initiative sollte Flugblätter vor den Kinos verteilen, möglichst zweisprachig, und zu Diskussionsveranstaltungen einladen. In kleineren Städten, wo »Tal der Wölfe« nicht gezeigt wird, könnte man eigene Vorführungen organisieren – Videokopien werden sich auftreiben lassen. Nicht immer über sie, sondern endlich mit den Moslems zu reden, sich kennenzulernen und sich durchaus auch die Meinung zu sagen – das ist das beste Mittel gegen den Kampf der Kulturen, den die Neoliberalen zur Vorbereitung des vierten Weltkriegs entfesselt haben.
Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehn. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen. - Kurt Tucholsky

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prim_ass
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Beitrag von prim_ass » Dienstag 21. Februar 2006, 15:15

Ich will ihn mir ansehen, habs aber noch nicht...

Dass einige Politiker ihn verbieten wollen, zeigt mir aber doch wie Geheuchelt einige kurz zuvor die Pressefreiheit verteidigten, als es um Muhammed Karikaturen ging...

Im übrigen spielt der Film auf wahre Begebenheiten und - in Form eines Befehlshabers - auf einige Aussagen von George W. Bush an.

Sowas kommt halt von sowas...

;)
Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.

1.Tim 3:15

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Dienstag 21. Februar 2006, 16:59

Die Netzeitung sieht in dem Film auch antijüdische und antichristliche Züge. Der Bösewicht ist fanatischer Christ, der die ganze Welt christianisieren will und wird bezeichnenderweise am Ende mit dem Krummsäbel besiegt.

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Raphael
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Beitrag von Raphael » Montag 13. März 2006, 10:39

Zu diesem Thema lese ich heute in der FAZ folgenden Leserbrief:
Eckhart Riehm aus Stuttgart hat geschrieben:Die Ereignisse am Ende der Welt

Zu den Artikeln „Eurabien 2048 - Muslimische Machtergreifung: Ein Roman entzweit Rußland'' von Kerstin Holm und „Tal der Wölfe frei ab sechzehn'' von Heinrich Wefing (F.A.Z.-Feuilleton vom 21. Februar): Der Roman „Die Moschee Notre-Dame von Paris" (2005) der Russin Jelena Tschudina schildert die Ereignisse am Ende der Welt. Wichtigste Quelle für solche Werke ist stets die Offenbarung des Johannes. Danach kehre Christus erst wieder, wenn zuvor der Antichrist erschienen sei und seine Herrschaft errichtet habe. Es ist dies ein Szenario, das dem Leser aus amerikanischen Endzeitromanen vertraut ist. Hier allerdings ruht die Hoffnung der wahren Christen am Ende allein auf Rußland, dem letzten Bollwerk gegen den Ansturm der Muslime. So wie in diesem endzeitlichen Geschichtsmodell die Muslime den kollektiven Antichrist abgeben, entspricht Rußland dem kollektiven Erlöser, der das Tausendjährige Reich errichten wird. Dies erinnert an die „Kurze Erzählung vom Antichrist" (1899) des Fin-de-siècle-Philosophen Wladimir Solowjew. Durchgängig ist die Kritik an der Demokratisierung und Modernisierung von Rußland.
In dem türkischen Politthriller „Das Tal der Wölfe" (2006), der gerade in verschiedenen deutschen Großstädten angelaufen ist, wird der vermeintliche Kampf des Westens geschildert, die muslimischen Länder zu erobern und die ganze Welt zu unterjochen. Am Ende werden die Amerikaner geschlagen, und das Gute siegt. Das dem Film zugrundeliegende Geschichtsmodell erinnert an die Vorstellung der verschiedenen Zeitalter: Auf eine Periode der Kämpfe folgt das Goldene Zeitalter. In einer Szene sieht man, wie ein Arzt, der als Jude zu erkennen ist, muslimischen Gefangenen Organe entnimmt, damit diese reichen Kranken im Westen und in Israel eingesetzt werden können. Die Episode erinnert an Geschichten, die man vor Jahren hören konnte: Daß irgend jemandem heimlich ein Organ entnommen worden sei, das ein reicher Patient benötigte. Es ist dies bekanntlich eine Großstadtsage, bei der beteuert wird, daß der Fall sich wirklich zugetragen habe. Tatsächlich handelt es sich um einen den Historikern bekannten Topos. Seit dem Mittelalter kursierten immer wieder Geschichten von Ritualmorden, bei denen Christenkinder geschlachtet wurden. Derartige Geschichten waren stets der Auftakt zu anschließenden Pogromen. Sie schienen in Vergessenheit geraten zu sein, als sie im Zweiten Weltkrieg von den Nazis wieder aufgebracht worden sind. Heute kursiert in arabischen Ländern die Geschichte jenes Palästinensers, der sich in Israel in einem Krankenhaus habe behandeln lassen, um nach seiner Entlassung feststellen zu müssen, daß ihm unter Narkose heimlich eine Niere entfernt worden sei.
Die Juden erscheinen in diesem Weltbild als Dämonen, die zu ihrem Wachsen und Gedeihen Blut oder Fleisch von menschlichen Opfern benötigen. Den Amerikanern kommt dabei die Rolle von niederen Dämonen zu, welche die Aufträge ihrer Meister auszuführen haben. Es ist somit festzustellen, daß dem antiamerikanischen und antisemitischen, antiwestlichen und antiglobalistischen Affekt eine ideologische Geschichtsphilosophie zugrunde liegt, die sich der Methoden der Lüge, der Fälschung und des Gerüchts bedient. Dieses absurde Weltbild ist - soweit man erkennen kann - in praktisch allen Ländern verbreitet (wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen). Die Obskurantisten bedienen sich geschickt der modernen Medien (Trivialroman, Spielfilm, Internet). Dieses Weltbild ist zu einem erheblichen Teil im Bereich des Aberglaubens anzusiedeln, dem fortwährend neue Kräfte aus den jeweiligen Religionen zufließen. Vorschub für dieses eigentümlich archaisch wirkende Weltbild leisten die „Protokolle der Weisen von Zion", die heute in zahllosen Ausgaben in aller Welt verbreitet sind - unter orthodoxen Christen ebenso wie unter Muslimen. Wenn man den türkischen Film und den russischen Roman ernst nimmt, ahnt man, was auf uns zukommt.
Es hat in der Tat etwas Bestechendes, wenn man davon ausgeht, daß die zukünftige Geschichte in Form von künstlerischen Werken (Romanen, Filmen etc.) quasi "vorweggenommen" werden kann; die Kunst als Drehbuch für die Zukunft! Hier steht dann der einzelne Künstler als Prophet vor einer unaufgeklärten Masse der im Mainstream verfangenen Mehrheit, die mehr oder weniger blind durch das Leben stolpern.

Allein, das ist nicht wahr und diese Aussage gilt auch für Bücher wie Huxley's "Brave, new world" oder Orwell's "1984", die sicherlich zumindest teilweise zur Realität geworden sind.

Demzufolge ist wohl der Film „Tal der Wölfe'' eher als ideologisches Machwerk einzustufen, der unterschwellige Haltungen der orientalischen und der aus dem Orient stammenden Bevölkerung trifft und an die Oberfläche fördern will, um damit ein Gegeneinander zu fördern. Eine subtile Form der Volksverhetzung .......

Cui bono?
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 13. März 2006, 10:53

Der Leserbrief, Raphael, vermengt so hemmungslos Clichés und Brocken
aufgeschnappten Halbwissens mit ein paar wenigen Richtigkeiten, daß es
mich Tage kostete, darauf fundiert zu antworten …
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