Film und Kino

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overkott
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Freitag 22. Januar 2016, 07:59

Passend zum Terror in Frankreich und dem algerischen Hintergrund sollte man sich den Film Der Schakal aus dem Jahr 1973 ansehen.

Der amerikanische Altmeister Fred Zinnemann ( + 1997 ) inszenierte darin ganz großes britisches Erzählkino mit klassischem Bildschnitt und sparsamen Dialogen.

Der Schakal ist ein Terroristenfilm im weiteren und ein Mörderfilm im engeren Sinn. Er erzählt die Geschichte der Terrorgruppe OAS ( die sich selbst nicht als Terrorgruppe versteht ) und zweier Anschläge auf den französischen Präsidenten. Im engeren Sinn erzählt er die Geschichte eines Berufskillers mit Tarnnamen Schakal, seinem gescheiterten Anschlag und eigenen Tod. Ähnlich Macbeth handelt es sich also um die Tragödie eines großes Schurken und seines gerechten Endes. Der Film flimmert über die Leinwand, als der US-Kongress sich mit der französischen Doktrin in der Variante der Operation Phoenix beschäftigt. Er zeigt die französische Doktrin am Beispiel des Verhörs eines OAS-Mitglieds mit Folter und tödlichem Ausgang.

Die Einbettung der Story in die Realität ist Stärke und Schwäche zugleich. Einerseits verhilft sie zur Aufarbeitung politischer Geschichte, andererseits nimmt sie den Ausgang des Films vorweg. Der Zuschauer weiß von vornherein, dass der Protagonist scheitern wird, wenn auch nicht, wie. Außerdem fehlt dem Zuschauer die Möglichkeit, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Tatsächlich gelingt es Zinnemann, den smarten, gut aussehenden Killer als konsequent böse darzustellen: Er handelt für Geld und bringt jeden um, der ihn gefährden könnte. Bei den Opfern handelt es sich um freiwillige oder unfreiwillige Helfer mit moralisch mehr oder weniger Integrität: einen erpressenden Gauner, eine fremdgehende Aristokratin, einen leichtfertigen Homosexuellen, eine freundliche Concièrge ( Hausmeisterin in einem Pariser Wohnhaus ). Gegenspieler der OAS ist der französische Geheimdienst, Gegenspieler des Protagonisten ist ein Sondermittler. Sie erweisen sich als Hauptfiguren zweiter Klasse und damit als Nebenfiguren, in dem sie distanzierter gezeigt werden. Der Film hätte auch umgekehrt als Agenten- und Cop-Komödie erzählt werden können, als Komödie, mit strahlendem Ausgang für die Ermittler. Durch die tragische Variante vermeidet der Regisseur allerdings, die schmutzigen Methoden der Ermittler zu glorifizieren.

Der Film erhält dadurch seine Spannung, dass sich das Netz um den Schakal immer weiter zuzieht, bis er selbst auf dem Höhepunkt seines fehlschlagenden Attentats erschossen wird. Die Schlussszene zeigt die Beerdigung des Attentäters im Beisein nur des Sonderermittler und der Totengräber. Auch die erste und letzte Identität des Täters löst sich in Luft auf. Als Anonymer ohne Namen und ohne Begriff symbolisiert er das unbegreifliche Böse.

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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Donnerstag 28. Januar 2016, 12:57

Am Dienstagabend lief im Bayerischen Fernsehen eine ganz interessante Doku, auf die ich gerne noch hinweisen möchte, da sie derzeit noch in der Mediathek verfügbar ist:

http://www.br.de/mediathek/video/sendun ... u-1.html

Thema der Doku war ein etwa 8-jähriger Bauer in Tirol, der seinen seit 4 Jahren in Familienbesitz befindlichen Hof seit vielen Jahrzehnten alleine bewirtschaftete und aufgrund seines Alters den Betrieb nun an einen Nachfolger übergeben wollte. Interessant fand ich den Bericht insbesondere dahingehend, dass dieser den Hof im Prinzip noch nach den gleichen Methoden bewirtschaftete und den gleichen Lebensstil pflegte, wie vor 5 Jahren. Alleine wenn man erkennt, was in dieser Zeit an Alltagsfrömmigkeit verloren gegangen ist, war dies wirklich traurig.
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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 30. Januar 2016, 20:15

Wurde zwar schon mehrfach empfohlen, aber weil ich in gerade wieder gesehen habe:
http://www.gloria.tv/media/rEdeEtfZNKD
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Film und Kino

Beitrag von guatuso » Sonnabend 30. Januar 2016, 23:42

Ganz gruselig, der neue Film von Justin Kurzel "MacBeth" von William Shakespeare , sollte man dazu sagen, damit man weiss dass es der klassiche sein soll. Faellt erst mal gar nicht auf. Ich sah den Film auf amerikanisch (also der Unterschied zwischen klassischem in Versen gesprochenen Oxfordenglisch eines Shakespeare und dem Gringogeplappere in Mannhaft-Wehrhaften ganzen Saetzen ist schon tiefgehend!) , und mir straeubten sich die Nackenhaare.
Nix mit schoener Sprache eines Shakespeare , da wird im klassichen Vollsatz gefluestert, gehaucht, angedeutet.
Geschichtsfaelschung bis zum erbrechen, typische Gringoscheise, die Menschen in den US Filmen tragen ja seit einigen Jahren grundsaetzlich die Schwerter auf dem Ruecken (!), so auch Macbeth natuerlich. Irgendein Amidepp hat das erfunden und nun machen es alle und so lernt die Jugend korrekte Geschichte. Bis so ein Ritter sein Langschwert vom Ruecken gezogen hatte (dre musste Affenarme besessen haben) , hatte der Gegner ihn bereits mehrmals perforiert und er konnte als Sieb seine Zukunft verbringen.
Und sie wedeln mit diesen Schwertern wie mit Holzstoeckchen, so leichthaendig wie im Kindergarten. So ein Schwert konnte man hoechstens ein paar Minuten schwingen und dannn war man muede, habe ich mir mal von einem Waffenschmied erzaehlen lassen.
Wie auch immer:
Nachdem ich mir einige Minuten von diesem neuem Machwerk angetan habe, habe ich ausgeblendet. Es hat mir in der Seele weh getan, zumal ich den Macbeth im Original gelesen hatte.
Die beste Verfilmung lieferte noch immer Roman Polanski (auch wenn er ein uebler Kinderschaender war).
Zum Trotz habe ich mir seinen Macbeth wieder mal auf Youtuibe angeschaut. Wohltat.

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Re: Film und Kino

Beitrag von guatuso » Mittwoch 3. Februar 2016, 17:50

Im Internet habe ich mir gestern den Film (2014) "Exodus" angesehen, die Geschichte der Auswanderung der Juden aus Aegypten.
Hauptdarsteller,als Moses, war Christian Bale.
Nun, ich haette mir ebenso gut Batman anschauen koennen.
Um Religion dreht es sich hier ueberhaupt nicht, auch wenn ab und zu der Begriff fiel. Es drehte sich um Schlacht, um einen Gott der ein Kind ist (Moses Gotteserfahrung bekommt er nachdem er mit dem Kopf hart auf einen Stein aufschlug und so eine Vision erhaelt, die Vision eines Kindes,) also hoechst moderne Erkenntnisse, was Ursachen von Visionen sind, dumpfe Schlaege auf den Hinterkopf.
Der kindliche Gott spricht keineswegs vom Land in dem Milch und Honig fliesst, sondern dass die Hebraeer einen General brauchen. Das ist die woertliche Aufforderung des Kindgottes an Moses. Und wie es der Zufall will, Christian Bale, aeh, Moses, ist General. Er lehrt die Hebraeer das Kaempfen und Bogen,schiessen. Er wurde auch nicht vom Hof des Pharaos verbannt, weil er irgendwelche Waerter totschlug, sondern weil er Jude ist, wie man im Film erfaehrt.
Es gibt keinerlei Aufforderung des Moses an den Pharao, die Juden ziehen zu lassen, aber jede Menge technischen Schnickschnack, wenn etwa riesige Nilkrokodile die Fischerboote mitsamt den Maennern angreifen und die Menschen in Stuecke zerreisen -und daher sich das Wasser blutrot faerbt, also alles hoechst moderne Erklaerungen.
Ueberhaupt ist es ein modernes Schlachtheer dass der Pharao so bei sich hat, man waehnt sich in einem Ritterfilm aus dem 12. Jahrhundert, ueberall bunte Fahnen (kein, keine Regenbogenfahne, Gottseidank!) und Gott teilte auch nicht das Meer, sondern Batmen, also Moses, findet eine Furt, wobei aber die Frage auftaucht, wo spaeter die gigantischen Wassermassen her kommen, die das Heer des Pharao ertrinken lassen. Doch Schuld des Kindgottes?
Dem Film fehlt jeglicher religioese Atem, es ist ein Abenteuerfilm, na ja, der gleiche Regiseur drehte ja den "Gladiator" und aehnliche Schlachtengemaelde.
Dennoch, die Darstellungskunst des Christian Bale ist beeindruckend, weil er glaubwuerdig agiert, aber wie gesagt, es wiegt leider nicht die religioes fehlende Komponente auf.

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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Donnerstag 4. Februar 2016, 10:48

Gegenüber dem Original des Schakals ist das Remake in freier Anlehnung flach. Ihm fehlt der historische Hintergrund. Er ist für den Weltmarkt der nördlichen und westlichen Hemisphäre ein bisschen aufgeblasen worden: Neben Russland und Finnland sind vor allem angelsächsische Länder zu sehen. Damit wurden die Entfernungen größer. Auch technisch sollte alles ein bisschen bombastischer rüber kommen. Aber eine First Lady bei einer Krankenhauseröffnung ist nun mal nicht vergleichbar mit Charles de Gaulle am Staatsfeiertag in Paris. Aus dem intelligent historisierenden Original ist eine James-Bond-Klamotte geworden.

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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Donnerstag 4. Februar 2016, 11:01

guatuso hat geschrieben:Im Internet habe ich mir gestern den Film (2014) "Exodus" angesehen, die Geschichte der Auswanderung der Juden aus Aegypten.
Ich hatte hier schon mal was zu dem Film geschrieben, mein Fazit war auch eher durchwachsen.
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Re: Film und Kino

Beitrag von guatuso » Donnerstag 25. Februar 2016, 15:02

overkott hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Kennt den jemand? Gibt's den auch in 3D?

http://www.filmstarts.de/kritiken/1251 ... bsweg.html
Ich las das Buch des Narren und war ergriffen von dem ganzen seichten, teils sinnlosem Geplappere unseres Berufsschwulen.
Sorry, der Film kann nicht anders sein. Mir wuerde jeder Pfennig weh tun ihn dafuer auszugeben. Lieber beschenke ich einen Bettler.
Jakobsweg ist natürlich ein christlich-europäisches Thema im Selbstfindungsbereich. Dass Kerkeling es aufgegriffen hat, ist dankbar angenommen worden, weil nicht alle so hochgeistig sind wie diejenigen, die sich dafür halten. Aber er hätte sich in dem Film selbst spielen müssen, um ein weiteres Absinken des Wirkungsgrades zu verringern.
Wie gesagt, ich habe das Buch gelesen, es ist ist von einer derartigen Seichtigkeit und Albernheit durchzogen, dass ich in Zusammenhang damit den Begriff "Selbstfindung" als Verhoehung wahrer Selbstfindung verstehe. Auch wenn ich mich hier in Lateinamerika verstecke, ist mir der Jacobsweg sehr vertraut, auch die urchristlichen Umstaende damit.
Die Frage ist doch: Darf man um jeden Preis irgendwelchen angeblich christlich-religioesen Brei verbreiten um damit eine "Wirkung" zu erreichen? Ich hatte nie dne Eindruck ihm ging es um Selbstfindung, eher um Wichtigmacherei. Jeder Furz hat da bei solchen Leuten weltbewegende Bedeutung. Das ist laecherlich.
Auch die Welthure Madonna hat sich bei Konzerten ans Kreuz fesseln lassen. Und, sind nun Millionen Jugendliche frommer geworden.
Nein, fuer mich eigentlich ist klar, einen derartigen Missbrauch des christlichen Glaubens (hier insbesondere des katholischen) um eine neu, wichtigtuerische Einkommensquellen zu haben, sollte man nicht unterstuetzen, weder finanziell (Eintrittspreis) noch mental.
Ginge es ihm wahrhaft um Religion und etwa Gotteserfahrung, sollte er ueber sein Schwulsein reflektieren und daraus ernsthafte oeffentliche Konsequenzne des sexuellen Verzichts ziehen. DAS waere fuer mich glaubwuerdig.
Im uebrigen bin ich noch lange nicht ueberzeugt, dass, weil er darueber schrieb, nun das "gemeine dumpfe Volk" sich auf den Weg macht an Gott zu glauben. Man liest es wie ein Witzbuch, Kerkeling halt.
Leider bin ich nicht hochgeistig, aber ich sehe noch den Maurer der in Berlin die Pulle Bier in sich stuerzte, das Buch in der Hand hielt und begeistert rief: was, Jacobsweg, das muss ich auch machen, Danke Kerkeling.

Um zu wissen wie es viel anders sein kann, glaubwuerdig, tiefgehend ohne langeweile, ergreifend, solltest du diesne Film ueber dne Jacobsweg sehen, dann wirst du auch meinen Verriss ueber Kerkelings Dreck verstehen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dein_Weg

Es ist die Geschichte eines Vaters der stellvertretend fuer den verstorbenen Sohn (mit der Asche seines Sohnes!) den Jacobsweg geht, ein leiser, spiritualer Film, mit Martin Sheen in der Hauptrolle. Ernsthaft, serioes, die ganzen inneren Kaempfe einiger "Schauspieler" (Teils echte Pilger) kommen zu Ausdruck.

P.S. In Zukunft unterlasse deine zynischen Nebenschlaege von wegen "es kann nicht jeder hochgeistig sein" und ahnliche sueffisante Bemerkungen ueber meine Person, die meiner Ansicht nach deinem gestoertem Verhaeltnis zum Menschen entspringen. Kannst du auch ohne dreckige Bemerkungen Kommentare geben?
Guten Tag noch.

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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Donnerstag 17. März 2016, 15:31

Läuft heute im Kino an, sieht durchaus interessant aus. Bei kath.net bzw. idea gibt es auch schon eine erste Bewertung: http://www.kath.net/news/54378

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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 20. März 2016, 19:40

Habe mir den Film heute angesehen. Wirklich gut gemacht und für jeden Christen empfehlenswert.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Montag 21. März 2016, 11:06

martin v. tours hat geschrieben:Habe mir den Film heute angesehen. Wirklich gut gemacht und für jeden Christen empfehlenswert.
Leider muss man die Kinos lange suchen, wo der läuft, und dann läuft er noch zu unmöglichen Uhrzeiten. :/ Ich hoffe aber, dass ich es trotzdem diese Woche schaffe.

Aber schon einmal Danke für die erste Einschätzung!
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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Montag 21. März 2016, 18:13

Auch wenn manches Fiktion ist in dem Film, so zeigt er doch, für mich glaubhaft, wie es gewesen sein könnte. Speziell die Ratlosigkeit der Jünger nach der Kreuzigung.
Vor allem ist er, für eine Hollywood-Produktion sehr glaubensnah und spart sich die sonst üblichen spekulativen "Dan Brown" Einlagen.
Maria Magdalena hat kein erotisches Verhältnis zu Jesus. Die Charaktere der Römer und Hohepriester sind nicht primitiv schwarz/weiss gezeichnet. Bei den einzelnen Jüngern nimmt man es dem Film ab, das sie solche "Typen" gewesen sind.
Die schauspielerische Leistung ist auf hohem Niveau und es fehlt der sonst oft vorhandene süssliche Kitsch bei Bibelverfimungen.
Viel Spass.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Mittwoch 23. März 2016, 12:56

Ich habe mir den Film gestern auch angesehen und kann deine positive Bewertung bestätigen. Zwar war der Film für mich nicht in gleicher Weise beeindruckend wie damals "Die Passion Christi", als ich den Rest des Tages kaum zu vernünftigen Gedanken fähig war, aber insgesamt war es ein gut gemachter und sehr glaubensnaher Film. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass ein glaubensferner, skeptischer Mensch den Film teilweise als etwas kitschig empfindet.

(Ein zufällig mitgehörter Kommentar eines anderen Besuchers im Kino vor dem Film war übrigens: "Hoffentlich wird der Film nicht zu liberal." Der schien mir zwar eher dem protestantischen Bereich zu entstammen, trotzdem dachte ich mir: "Yay, hier bin ich richtig." :) )

Im Vorfeld des Filmes kam auch ein Trailer für diesen Film:



Vielleicht ist der ja auch vernünftig, basiert auf einem Buch von Anne Rice.
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Re: Film und Kino

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 23. März 2016, 22:58

HeGe hat geschrieben:Im Vorfeld des Filmes kam auch ein Trailer für diesen Film:



Vielleicht ist der ja auch vernünftig, basiert auf einem Buch von Anne Rice.
Ach kraß, sie haben die Geschichte mit den Tonspatzen drin ...
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Film und Kino

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 23. März 2016, 23:02

Überhaupt finde ich interessant, daß wieder mehr Filme ins Kino kommen, die biblische Stoffe aufgreifen - vllt. zum ersten Mal im größeren Stil wieder seit der Ära der "Sandalenfilme" - v.a., daß darin mit der biblischen Botschaft konstruktiv umgegangen wird.
Woher kommt dieser Trend? Weiß jemand etwas näheres zu den Hintergründen dieser Entwicklung?
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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Donnerstag 24. März 2016, 16:16

kath.net hat geschrieben:Irritation über Österreich vorenthaltenen Film 'Auferstanden'

Jesusfilm "Auferstanden" wird trotz vorangegangener Trailer-Ankündigung in heimischen Kinos nicht in Österreich gezeigt [...]
@Martin: Wo hast du denn den Film gesehen? :hmm:
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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Donnerstag 24. März 2016, 16:19

Hubertus hat geschrieben:Überhaupt finde ich interessant, daß wieder mehr Filme ins Kino kommen, die biblische Stoffe aufgreifen - vllt. zum ersten Mal im größeren Stil wieder seit der Ära der "Sandalenfilme" - v.a., daß darin mit der biblischen Botschaft konstruktiv umgegangen wird.
Woher kommt dieser Trend? Weiß jemand etwas näheres zu den Hintergründen dieser Entwicklung?
Gute Frage. Vielleicht gehen Hollywood die Ideen aus und man besinnt sich auf altbewährte Vorlagen. :achselzuck: Nach "Die Passion Christ" war das biblische Thema ja erst einmal etwas verbrannt, vielleicht haben sich in dieser Zeit auch die Ideen ein wenig angesammelt und kommen deswegen so geballt ins Kino. Ob das gut oder schlecht ist, ist eine andere Frage, die Qualität und Vorlagentreue ist sehr unterschiedlich bei den Filmen.
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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Donnerstag 24. März 2016, 17:12

HeGe hat geschrieben:
kath.net hat geschrieben:Irritation über Österreich vorenthaltenen Film 'Auferstanden'

Jesusfilm "Auferstanden" wird trotz vorangegangener Trailer-Ankündigung in heimischen Kinos nicht in Österreich gezeigt [...]
@Martin: Wo hast du denn den Film gesehen? :hmm:
Wir sind, weil er in Österreich nicht läuft, nach Deutschland gefahren. Halb so wild, wir wohnen ja relativ grenznah.
Wir waren schon lange nicht mehr im Kino und haben für zwei Karten 19 euro bezahlt. Bei den preisen kann man auch auf die DVD warten. 8)

Über diesen Film wurde hier auch schonmal hier geschrieben und gerätselt, ob er in deutscher Sprache erscheinen wird.
https://www.youtube.com/watch?v=pc52KiGQU8
Gibt es jetzt auf DVD.
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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Donnerstag 24. März 2016, 17:19

martin v. tours hat geschrieben:Wir sind, weil er in Österreich nicht läuft, nach Deutschland gefahren. Halb so wild, wir wohnen ja relativ grenznah.
Wir waren schon lange nicht mehr im Kino und haben für zwei Karten 19 euro bezahlt. Bei den preisen kann man auch auf die DVD warten. 8)
19 € für zwei Karten ist aber günstig, für aktuelle 3D-Filme bezahlt man eher 12 - 13 € pro Karte. :bedrippelt: Aber das der in Österreich überhaupt nicht läuft, ist schon krass. Hier bei uns musste ich wie gesagt aber auch suchen, der lief im näheren Umkreis auch nur in einem Kino.
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Re: Film und Kino

Beitrag von Petra » Freitag 25. März 2016, 21:08

Warum laeuft der Film nicht in Oesterreich?

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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 4. Juni 2016, 21:10

Dieser Film ( Athos) kommt demnächst in Deutschland in die Kinos:
https://www.youtube.com/watch?v=tPcmBKxDCg4

In Österreich läuft er schon und ich habe ihn heute gesehen. Ich würde sagen, nicht schlecht, bleibt aber weit unter seinen Möglichkeiten.
Ich hatte mir mehr Informationen über die Orthodoxie erwartet. Es sind aber trotzdem ganz schöne Aufnahmen geworden. Wer aber nicht schon vorher ein bisschen Ahnung hat, wird vieles nur als skurrile und mystische Kulisse wahrnehmen - schade.
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Sonnabend 4. Juni 2016, 23:11

Wir dürfen gespannt und skeptisch sein, ob der im Kinopolis in Bad Godesberg laufen wird. Schließlich ist die Zielgruppe im Publikum doch eng definiert. In einem touristischen Film über Rhodos geht man jedoch nicht aus der Perspektive des Mönchs ins Kloster. Es stellt sich sogar die Frage, ob man das Musikbett und damit die Atmosphäre des Films wechseln kann. Schreiende Babys bei einer Taufe etwa erforderten vom Publikum schon eine gewisse Psalmenfestigkeit: Aus dem Mund der Kinder schaffst du dir Lob. Von daher ist es sicherlich leichter, eine Musik zu wählen, die dem aufgeschlossenen Urlauber eher entspricht, als dem in mystischer Stille versunkenen Betrachter.

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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Montag 4. Juli 2016, 13:31

Hubertus hat geschrieben:Vor ein paar Tagen ist die DVD herausgekommen. Kennt jemand den Film "Gott ist nicht tot"?

Der Trailer hat mich jetzt irgenwie so gar nicht vom Hocker gerissen ...

https://www.youtube.com/watch?v=0DL6bpQyzzM
TWIMC: Der Film ist jetzt bei Netflix verfügbar. Ich werde ihn mir gelegentlich mal ansehen und dann evtl. berichten.

Im FGH wird der Film ziemlich niedergemacht, was zwar noch keine Qualitätsgarantie ist, aber zunächst auch erst einmal nicht gegen den Film spricht. Mal sehen.
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Re: Film und Kino

Beitrag von overkott » Montag 4. Juli 2016, 16:59

Gott, ja. Ein amerikanischer Film. Dieser Gott, jener Gott, Gott lieben, Gott hassen im bible belt. Man muss die Gefühle der Leute ernst nehmen, wenn man vor Ort ist, darf die Leute nicht für blöd halten, selbst wenn sie wenig gelesen haben oder sich nur an der Kinderkatechese ihrer Heimatgemeinde reiben.

Wer die Bibel sprachlich und inhaltlich verstehen will, braucht diesen Film nicht.

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Re: Film und Kino

Beitrag von HeGe » Mittwoch 6. Juli 2016, 13:58

Noch ein Film, der sich äußerst interessant anhört: :ja:

Der Kinofilm des Jahres: Mary's Land
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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Mittwoch 6. Juli 2016, 18:53

https://www.amazon.de/Auferstanden-Jose ... ferstanden

Vor einigenMonaten im Kino -ab 21.7. auf dvd zu haben.
Habe ich im Kino gesehen, werde mir aber trotzdem die dvd kaufen.
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Re: Film und Kino

Beitrag von JosefBordat » Freitag 16. September 2016, 04:16

Bewegend wie Das Leben ist schön, verstörend wie Die Wand – sehenswert: Raum. - https://jobo72.wordpress.com/216/9/12/raum-und-welt/

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Re: Film und Kino

Beitrag von Peti » Mittwoch 19. Oktober 2016, 17:10

Letzten Sonntag war ich mit meiner Frau im Kino, und danach waren wir uns eing:
Der schönste Film , den wir seit langem gesehen haben:
"Frantz" von Francois Ozon.
Ein Film über die deutsch-französische Aussöhnung nach dem ersten Weltkrieg.
Eine junge Deutsche trifft auf den Franzosen, der im Krieg ihren Verlobten getötet hat.
"Frantz zieht den Zuschauer in eine Erzählung nicht nur von Krieg und Frieden, von Aussöhnung,
Leid, Schuld und Sühne, sondern auch von der universellen Frage nach Wahrheit und Lüge hinein."
http://www.textezumfilm.de/sub_detail.php?id=1781
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Film und Kino

Beitrag von Hubertus » Sonntag 23. Oktober 2016, 15:24

Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Film und Kino

Beitrag von Raphaela » Montag 7. November 2016, 09:44

Es gibt auf Youtube einen guten Film über Pater Pio. Vor allem zeigt dieser auch, wie Pater Pio mit Personen umgegangen ist, die meinten, sie müssen negativ über Papst und Bischöfe reden. Daher sollten diesen Film mal die Leute hier ansehen, die negativ über unsere Bischöfe und den Papst schreiben und denken:
https://www.youtube.com/watch?v=U-xffvaJCoI
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Film und Kino

Beitrag von Juergen » Dienstag 8. November 2016, 17:45

Gruß
Jürgen

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martin v. tours
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Re: Film und Kino

Beitrag von martin v. tours » Montag 19. Dezember 2016, 19:13

Müsste demnächst in Deutschland in den Kinos laufen:
https://www.youtube.com/watch?v=1deoB1gJmrI
Ich habe ihn in Österreich schon gesehen. Dafür das es ein moderner Film ist, nicht schlecht.

Auffallend: Normalerweise wird bei "historischen" Filmen ja auf Authentizität wert gelegt, aber in dem Film empfängt Bernadette die erste Kommunion mit den Worten: "Der Leib Christi" und im Hintergrund steht ein Volksaltar. :roll:
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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