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Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.

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lifestylekatholik
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von lifestylekatholik » Sonntag 13. Mai 2012, 08:28

Ida Oberstein hat geschrieben:Ich warte immer noch... :roll:
Oh, auch Wolfsheimfan? ;D

Paulus Minor
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Paulus Minor » Dienstag 15. Mai 2012, 07:43

Ein Brief von C.S.Lewis

A. per Magdalene College
Cambridge

9 Jan. 63

Dear Herr M.

I wish I could write German half as well as you write English!

1. There are seven Narnian books: The Magician's Nephew, The Lion, The Witch and the Wardrobe, The Horse and his Boy, Prince Caspian, The Voyage of the Dawn-Treader, The Silver Chair, The Last Battle..

2. Though I am Celtic by blood, the chief conscious influences on me have been Germanic (Old Norse) and Greek.

3. Bernardus S. is responsible only for the name Oyarsa (almost certainly a corruption of ousiarchos). B's form is Oyarses.

4. I claim no knowledge about Eldils. They are merely the product of my own imagination worked upon by ordinary medieval angelology. I say "medieval" to avoid any association with the insipid feminine angels of 19th century art.

5. Yes, Tolkien is a very old and dear friend of mine. His The Lord of the Rings (3 vols) is far better than The Hobbit.

With cordial good wishes,
yours sincerely
C. S. Lewis


Anmerkungen:

1957 begegnete ich erstmals Büchern von C.S. Lewis. In einer Fastenpredigt erwähnte ein Jesuitenpater die "Dienstanweisung für einen Unterteufel"; in einer Buchausstellung fand ich die Übersetzungen der ersten 4 Narnia-Bücher; als SF-Fan stieß ich auf den ersten Band der Planetentrilogie, "Jenseits des Schweigenden Sterns".

Nachdem ich dann Tolkiens "Hobbit" kennengelernt hatte, vermutete ich, dass diese beiden so phantasievollen englischen Professoren miteinander befreundet sein müssten, aber mehr konnte ich in Deutschland darüber nicht erfahren. Als ich im Herbst 1962 Anglistik zu studieren begann, schrieb ich kurzerhand zwei Briefe mit den lakonischen Adressen "Prof. Tolkien, Oxford" und "Prof. Lewis, Cambridge". Zu meiner Überraschung antworteten beide dem unbekannten Studenten aus Deutschland.

C.S. Lewis schrieb mit Federhalter, in seiner kleinen, teilweise schwer lesbaren Schrift. Er übernahm dabei die Numerierung meiner Fragen. U.a. hatte ich ihn nach einer Beeinflussung durch die keltische Mythologie und nach dem neuplatonischen Philosophen Bernardus Silvestris (der in "Jenseits ..." zitiert wird) und nach den Quellen für die Beschreibungen der Eldils gefragt.

Mit Befriedigung stellte ich fest, dass meine Vermutungen über eine Freundschaft zwischen Lewis und Tolkien richtig waren; durch Lewis erfuhr ich zum ersten Mal vom "Herrn der Ringe", der damals noch nicht ins Deutsche übersetzt worden war.

Einige Monate später schrieb ich einen zweiten Brief an Lewis, auf den ich keine Antwort mehr erhielt. Erst im Frühjahr 1964 hörte ich in einer anglistischen Vorlesung, dass C.S. Lewis gestorben sei; das Todesdatum (23. 11. 1963) erfuhr ich dann aus einem Brief von J.R.R. Tolkien.

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ziphen
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von ziphen » Dienstag 15. Mai 2012, 19:37

Danke, eine schöne Geschichte! :ja:
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

Paul Gerhardt: O Welt, sieh hier dein Leben

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Niels
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Niels » Mittwoch 16. Mai 2012, 09:18

:daumen-rauf:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: C.S.Lewis

Beitrag von HeGe » Dienstag 19. November 2013, 14:05

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Nassos
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Nassos » Montag 27. Januar 2014, 20:18

Anselmus hat geschrieben:
Petra hat geschrieben: @Anselmus
Wenn möglich, lies auch mal die Dienstanweisungen für einen Unterteufel. :daumen-rauf:
Das steht schon auf meiner imaginären Liste (würde ich eine wirkliche Liste schreiben, würde ich sie eh nur verlieren).

Denn der Buchtipp wurde mir direkt zu dem "Große-Scheidung"-Geschenk übermittelt...
Ich weiß, ich bin ein Spätzünder, aber ich habe nun endlich auch C.S. Lewis gelesen.
Angefangen mit den Dienstanweisungen und inzwischen auch die Perelandra-Trilogie. Jetzt steht demnächst "Pardon, ich bin Christ" an.

Ich bin schwer beeindruckt von der Geistlichkeit Lewis'. Er fängt bei den Dienstanweisungen im Vorwort schon sehr gut an, indem er die Materialisten und die Geisterbeschwörer anführt (die, die nicht an Dämonen glauben und die, die sich zu sehr mit ihnen auseinandersetzen).
Die Geschichte ist charmant verpackt. Aber wenn man sich nicht mit der Oberfläche befasst, dann hat es die Geschichte in sich. Wenn schon ein Mensch in der Lage ist (und dazu auch noch ein glaubender Mensch, der sicherlich die Väter gelesen hat und über eine entsprechende Erfahrung verfügt), sich solche Fallen auszudenken und schriftlich so gut wiederzugeben, dann frage ich mich, wie weit der uralte Feind und seine Scharen hierzu in der Lage sind.
Das Geimeine ist, dass die Feinde stets versuchen, das seelische Pendel zum Extremausschlag zu bringen, und zwar egal in welche Richtung. Was ich meine, ist, dass sie versuchen aus jeder Situation die Katastrophe herbeizuführen. Ein schrecklicher Gedanken, weil sie das ohne Unterlass machen und nie schlafen. Und genau bescheid wissen.

Ich habe dieses Werk sehr, sehr ernst genommen. Während der Lektüre hatte ich stets die Ikone des Hl. Antonius vor meinen Augen, auf der er eine Schriftrolle hält mit dem Spruch: "Ich sah die Fallen des Teufels ausgebreitet über der Erde".
Dann dachte ich mir, wären unsere geistigen Augen nich blind, dann würden wir auch etliches sehen, das uns dazu führen würde, unser Verhalten zu ändern.
Aber das würde den freien Willen einschränken. Der freie Wille ist nicht nur Geschenk, sondern auch eine sehr hohe Verantwortung (und somit erweist sich mal wieder, dass Freiheit immer mit Verantwortung einhergeht).

Zur Perelandra-Trilogie möchte ich nicht so viel schreiben. Manchmal zäh zu lesen, aber immer mit Stellen drin, die die Seele zu erheben vermögen, zum Gebet motivieren und eine sehr schöne Version davon geben, wie der Mensch vor dem Fall war.

Super!
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Linus
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Linus » Dienstag 28. Januar 2014, 08:03

Wenn schon ein Mensch in der Lage ist (und dazu auch noch ein glaubender Mensch, der sicherlich die Väter gelesen hat und über eine entsprechende Erfahrung verfügt), sich solche Fallen auszudenken und schriftlich so gut wiederzugeben, dann frage ich mich, wie weit der uralte Feind und seine Scharen hierzu in der Lage sind.
C.S. Lewis hatte vor seiner Hinwendung zu Christus praktische Erfahrungen mit Spiritismus gemacht.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Nassos
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Nassos » Mittwoch 29. Januar 2014, 21:51

Aha! Danke, Linus! Kannst Du hierzu etwas mehr sagen?
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Linus
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Linus » Donnerstag 30. Januar 2014, 10:02

Surprised by Joy. The Shape of My Early Life. 1955
Steht in seiner Autobiographie (deutsch Überrascht vor Freude) er war da etwa 17 Jahre alt...
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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Nassos » Dienstag 4. Februar 2014, 21:45

Merci!

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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Nassos » Sonntag 9. Februar 2014, 13:10

Hey Nassos,

Lioba hatte mal darum gebeten, dass ich neben Dir hier auch mal meine Meinung kundtue. Und das mach ich jetzt.

Schön, dass Du die christlichen Botschaften erkannt und hier noch mal gewürdigt hast. Aber man muß auch den Mut haben, Kritik an den Büchern zu üben, so wie Gamaliel es auch getan hatte.
Du hast es schon angedeutet, aber die Bücher sind manchmal säääähr zäääääh zu lesen. Und gib ruhig zu, dass Du ein paar Seiten einfach übersprungen hast, weil Dir das zu viel an "philosophischem Gedudel" (gib zu, Du hast Dir gedacht, was der gute Lewis da wohl geraucht haben könnte...). Es hat Dich schlichtweg nicht angesprochen.

Ja, und genau das selbe gibt es auch bei "Herr der Ringe". Irgendwie fesselnd, aber so manchen Teil hast Du stillschweigend übersprungen gehabt. Damals. Und jetzt das Sakrileg: gib ruhig zu, dass Dich der HdR heute nicht mehr so anspricht wie früher (der Film übrigens auch nicht mehr, ganz zu schweigen, dass die Hobbit-Verfilmungen das ganze schon fast zu Grabe getragen haben).
Du kannst jetzt zetern und abwehren wie Du willst. Aber ich kenne Dich, Freund. Oder wie sagt ein griechisches Sprichwort: "ich habe dich geboren."

Zumindest in einer Sache sind wir uns heute einig. Wir beide finden Lewis ansprechender als Tolkien (was nicht heißt, dass Tolkien nicht ansprechend ist). Zumindest haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Geistlichkeit Lewis empfiehlt, und nicht Tolkien.

In diesem Sinne: schönen Sonntag.
Nassos (ach, Du weißt schon).

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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Nassos » Montag 10. Februar 2014, 00:44

Nassos hat geschrieben:Hey Nassos,

Lioba hatte mal darum gebeten, dass ich neben Dir hier auch mal meine Meinung kundtue. Und das mach ich jetzt.

Schön, dass Du die christlichen Botschaften erkannt und hier noch mal gewürdigt hast. Aber man muß auch den Mut haben, Kritik an den Büchern zu üben, so wie Gamaliel es auch getan hatte.
Du hast es schon angedeutet, aber die Bücher sind manchmal säääähr zäääääh zu lesen. Und gib ruhig zu, dass Du ein paar Seiten einfach übersprungen hast, weil Dir das zu viel an "philosophischem Gedudel" (gib zu, Du hast Dir gedacht, was der gute Lewis da wohl geraucht haben könnte...). Es hat Dich schlichtweg nicht angesprochen.

Ja, und genau das selbe gibt es auch bei "Herr der Ringe". Irgendwie fesselnd, aber so manchen Teil hast Du stillschweigend übersprungen gehabt. Damals. Und jetzt das Sakrileg: gib ruhig zu, dass Dich der HdR heute nicht mehr so anspricht wie früher (der Film übrigens auch nicht mehr, ganz zu schweigen, dass die Hobbit-Verfilmungen das ganze schon fast zu Grabe getragen haben).
Du kannst jetzt zetern und abwehren wie Du willst. Aber ich kenne Dich, Freund. Oder wie sagt ein griechisches Sprichwort: "ich habe dich geboren."

Zumindest in einer Sache sind wir uns heute einig. Wir beide finden Lewis ansprechender als Tolkien (was nicht heißt, dass Tolkien nicht ansprechend ist). Zumindest haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Geistlichkeit Lewis empfiehlt, und nicht Tolkien.

In diesem Sinne: schönen Sonntag.
Nassos (ach, Du weißt schon).
Sag mal, wie kommst Du an meine Zugangsdaten?

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Re: C.S.Lewis

Beitrag von Nassos » Mittwoch 12. Februar 2014, 00:24

Nassos hat geschrieben:Sag mal, wie kommst Du an meine Zugangsdaten?
Ich habe versucht Dich deswegen anzurufen. Aber bei Dir ist dauernd besetzt! :motz:

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Peregrin
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Beitrag von Peregrin » Mittwoch 12. Februar 2014, 01:46

Alles in Ordnung bei euch? :hae?:
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Beitrag von Raphael » Mittwoch 12. Februar 2014, 11:18

Peregrin hat geschrieben:Alles in Ordnung bei euch? :hae?:
Wenn's bei dem Einen nicht stimmt, dann gleicht das der Andere wieder aus! ;D
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Nassos
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Beitrag von Nassos » Donnerstag 20. Februar 2014, 20:35

Sorry, das musste mal geklärt werden...

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Beitrag von Nassos » Donnerstag 20. Februar 2014, 20:38

Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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