Heinz Erhardt

Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.

Moderator: Ecce Homo

Stefan
Beiträge: 3963
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 17:22

Heinz Erhardt

Beitrag von Stefan » Dienstag 1. März 2005, 19:50

Heinz Erhardt hat geschrieben: Zu wenig

Ich kenne keine Beine,
die schöner wär'n als deine,
deshalb bedaure ich es fast,
daß du nur zweie hast...

Benutzeravatar
Angelika
Beiträge: 1948
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 12:23
Wohnort: Berlin

Beitrag von Angelika » Dienstag 1. März 2005, 19:55

Heinz Erhardt hat geschrieben:Die Made

Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.

Sie ist Witwe, denn der Gatte,
den sie hatte, fiel vom Blatte.
Diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made:
»Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol. So leb denn wohl!
Halt, noch eins! Denk, was geschah,
geh nicht aus, denk an Papa!«

Also sprach sie und entwich.-
Made junior aber schlich
hinterdrein; und das war schlecht!
Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade
Made ohne Gnade. Schade!

Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde..

Stefan
Beiträge: 3963
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 17:22

Beitrag von Stefan » Dienstag 1. März 2005, 19:56

Heinz Erhardt hat geschrieben:Der Berg

Hätte man sämtliche Berge der ganzen Welt,
zusammengetragen und übereinandergestellt
und wäre zu Füßen dieses Massivs,
ein riesiges Meer, ein breites und tiefs.
Und stürzte nun, unter Donnern und Blitzen
der Berg in dieses Meer — na das würd' spritzen!
Bild

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 21556
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Juergen » Dienstag 1. März 2005, 20:20

Mich dünket gar sehr
kommt der Admin daher
wird er wohl sagen:
Hier geht's um Litteratur
gemäß der Boardstruktur!!
Gruß
Jürgen

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 21556
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Juergen » Dienstag 1. März 2005, 20:48

Noch 'n Gedicht....


Ich fand einmal ein Finkennest,
und in demselben lag ein Rest
von einem Kriminalroman.
Nun sieh mal an:
der Fink konnt lesen!
Kein Wunder, es ist ein Buchfink gewesen.
Gruß
Jürgen

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 21556
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43
Kontaktdaten:

Beitrag von Juergen » Dienstag 1. März 2005, 20:49

Noch 'n Gedicht.....


Fußball

Vierundvierzig Beine rasen
durch die Gegend ohne Ziel,
und weil sie so rasen müssen,
nennt man das ein Rasenspiel.

Rechts und links steh'n zwei Gestelle,
je ein Spieler steht davor.
Hält den Ball er, ist ein Held er,
hält er nicht, schreit man:"Du Toooor!"

Fußball spielt man meistens immer
mit der unteren Figur.
Mit dem Kopf, obwohls erlaubt ist,
spielt man ihn ganz selten nur.
Gruß
Jürgen

Stefan
Beiträge: 3963
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 17:22

Beitrag von Stefan » Dienstag 1. März 2005, 21:19

Noch 'n Gedicht.....


Es scheint so

Es scheint so, daß auf dem Planeten,
den wir so gern mit Füßen treten
und ihn dadurch total verderben
— daß also hier nur Gute sterben!

Denn: las man je im Inserat,
daß ein Verblichner Böses tat,
daß er voll Neid war und verdorben,
und daß er nun mit Recht gestorben?
Es kann hier keinen Zweifel geben:
die Schlechten bleiben alle leben!

Benutzeravatar
Heike
Beiträge: 422
Registriert: Dienstag 18. November 2003, 18:29
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von Heike » Dienstag 1. März 2005, 21:35

Und noch eins:

Hirngespinst

Eine runde weiche Sache
ist das Hirn bei Frau und Mann,
und es ist nicht auszudenken,
was man damit machen kann.
Aber leider kennen viele
nicht den Wert dieser Substanz:
hilflos gehen sie durchs Leben
wie 'ne Katze ohne Schwanz.

Petra
Beiträge: 6157
Registriert: Sonnabend 4. Oktober 2003, 19:30

Beitrag von Petra » Dienstag 1. März 2005, 22:01

Der Spatz

Es flog ein Spatz spazieren
hinaus aus großer Stadt.
Er hatte all die Menschen
und ihr Getue satt.

Er spitzte keck den Schnabel
und pfiff sich was ins Ohr.
Er kam sich hier weit draußen
wie eine Lerche vor.

Er traf hier auch manch Rindvieh,
sah auch manch Haufen Mist...
Er sah, daß es woanders
auch nicht viel anders ist.

Stefan
Beiträge: 3963
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 17:22

Beitrag von Stefan » Dienstag 1. März 2005, 23:10

Der Spatz II

Es war einmal ein grauer Spatz,
der saß ganz oben auf dem Dache,
und unten hielt die Mietzekatz
schon seit geraumer Weile Wache.

Da sagte sich das Spätzlein keck:
"Mich kann das Biest nicht überlisten!"
Bums, kam ein Habicht um die Eck
und holte sich den Optimisten. -

So kann es allen denen gehn,
die glauben, nur sie wärn die Schlauen.
Man darf nicht nur nach unten sehn,
man muß auch mal nach oben schauen!

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema