Harry Potter

Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.

Moderator: Ecce Homo

Über Harry Potter gelesen habe ich

nichts, was'n das?
5
12%
nur Artikel über das Buch
6
15%
ein paar Seiten
3
7%
nur einen Band
1
2%
zwei, drei Bände
3
7%
alles
21
51%
nichts, ich lehne diese Reihe ab
2
5%
 
Abstimmungen insgesamt: 41

Petra
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Harry Potter

Beitrag von Petra » Sonntag 2. November 2003, 14:27

Am 8. November erscheint der fünfte Harry Potter Band auf Deutsch.

Habt ihr schon mal Harry Potter gelesen? Was haltet ihr davon?
Würde mich mal interessieren. 8)

Lucia

Beitrag von Lucia » Montag 3. November 2003, 01:26

ich find's spannend. Allerdings: Wenn ich mich eine ganze Weile nicht damit beschäftigt habe, fällt der "Wiedereinstieg" schwer - viele der Charaktere und Besonderheiten sind vergessen - eigentlich müsste ich alle Bände noch mal "in einem Rutsch" durchlesen, um den nächsten genießen zu können. Aber dazu fehlt mir die Muße.

Edith
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Beitrag von Edith » Montag 3. November 2003, 07:31

Gelesen: nichts

Filme: beide mit Genuß gesehen, im engl. Original....
ein akustischer Gaumenschmauß 8) endlich mal ein Film mit nur englischen Darstellern. Endlich mal englisch, nicht immer amerikanisches "Englisch"!
(Was Amerika und England am meisten trennt, ist ihre gemeinsame Sprache) 8)

Und dabei so herrlich witzig gemacht! Was habe ich über Dobbie gelacht!

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 3. November 2003, 08:55

Beim Lesen einiger Auszüge der deutschen Übersetzungen bot sich mir folgendes Bild:

1. Sprachlich sind die Texte schlicht minderwertig, voll von Ungeschicklichkeiten im Ausdruck, ja sogar zahlreichen syntaktischen Fehlern.

2. Die Schilderung der Handlungsabläufe im Detail – die größeren Zusammenhänge der Handlungsstränge kann ich mangels fortlaufender Lektüre nicht beurteilen – ist von bescheidenster Trivialität. Wenn man sich gelegentlich vorm Fernseher eine jener unsäglichen vor- oder nachmittäglichen Selbstentblößungssendungen antut, wo Familien oder Schulklassen oder was für Kanonenfutter auch immer einander vorm regiegemäß johlenden Studiopublikum Obszönitäten um die Löffel haut, dann werden einem auch die geistigen Zusammenhänge klar.

3. Was der Autorin offenkundig kranke Phantasie an Details magischer Praktiken ausbreitet, erinnert mich eher an Ekeltraining denn an Kinderbücher.

4. Was gut und was böse sei, richtet sich allein nach dem Interesse des Protagonisten; höhere Maßstäbe existieren nicht. Allein jenes Interesse ist darum der Zweck, der jedes Mittel heiligt.

Das Fazit kann darum nur lauten, daß diese Machwerke in keiner Hinsicht taugen, gelesen zu werden.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Stefan
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Beitrag von Stefan » Montag 3. November 2003, 09:05

Ich habe die Bücher nicht gelesen.
Ich hätte aber nichts dagegen, es zu tun und würde sie als "moderne Märchen" einstufen. Sie regen gewiß die Phantasie an und haben einen gewissen Unterhaltungswert. Ich kann aber nicht beurteilen, ob sie einen pädagogischen Wert haben, wie es in klassischen Märchen die Regel ist.

Lucia

Beitrag von Lucia » Montag 3. November 2003, 13:32

Ketelhohn hat geschrieben: 1. Sprachlich sind die Texte schlicht minderwertig, voll von Ungeschicklichkeiten im Ausdruck, ja sogar zahlreichen syntaktischen Fehlern.
Ist mir auch aufgefallen - die ersten beiden Bände wurden noch einigermaßen sorgfältig übersetzt - der letzte, den ich gelesen habe, war mit der glühenden Nadel gestrickt, und bestimmt nicht in Harry Rowohlt - Qualität.

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Renata
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Re: Harry Potter

Beitrag von Renata » Montag 3. November 2003, 15:22

Habt ihr schon mal Harry Potter gelesen? Was haltet ihr davon?
Würde mich mal interessieren. 8)
Mir hat nur der erste Band wirklich gut gefallen. Danach ging es wie so oft: "Wo ich nunmal schon so weit gekommen bin, will ich doch wissen, wie es weitergeht". Im 5. Band (Originalversion) habe ich allerdings nach vier Fünfteln dann doch die Lust verloren.

Gruß
Renata ;)

Edith
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Beitrag von Edith » Dienstag 4. November 2003, 07:42

Ketelhon,... wenn Du Harry Potter Übersetzungen als Literatur behandelst.... muß Du natürlich scheitern! :lol:
(Wie übrigens oft, bei Übersetzungen... ich darf das sagen, ich bin Übersetzerin - nein, ich habe kein Potter-Buch übersetzt.... 8) )

Ich sehe wie gesagt die Filme - im Original - mit viel Genuß und lache mich schief mit den handelnden Personen. Kann mir jemand sagen, ob Dobbie in den Bänden 3-x noch vorkommt? Oder muß ich mir nun ewig den 2. teil als Vidoe immerdar ansehen?? 8)

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Renata
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Beitrag von Renata » Dienstag 4. November 2003, 10:32

Kann mir jemand sagen, ob Dobbie in den Bänden 3-x noch vorkommt? Oder muß ich mir nun ewig den 2. teil als Vidoe immerdar ansehen?? 8)
Hi Edith,
er kommt später auch nochmal vor - ich weiß nicht mehr, ob im 4. oder im 5. Band oder auch in beiden.

Gruß
Renata :wink:

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HeGe
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Beitrag von HeGe » Dienstag 4. November 2003, 16:46

Hallo,

also ich habe mir vor 2 Jahrenden ersten Band durchgelesen (und das immerhin in Englisch, so dass ich jedenfalls unter keiner Übersetzung zu leiden hatte) und kann Robert in seiner Kritik nur 100% zu stimmen. Die Handlung war absolut langweilig und vorhersehbar, die Charaktere absolut oberflächlich. Und wegen des Inhalts taugt es nicht einmal als Kinderbuch etwas. Diese Bücher sind nicht empfehlenswert!

HeGe

Petra
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Beitrag von Petra » Mittwoch 5. November 2003, 22:39

Fein, dass ich hier nicht die einzige bin, die Potter gelegentlich liest. Damit habe ich erst angefangen, als mir Erwachsene, einige von ihnen Lehrer, die Bücher dringend empfohlen haben. (Ist jetzt m.E. kein Anzeichen dafür, dass es mit PISA in Zukunft noch schlechter aussieht....ähmm...)

Was die literarische Qualität betrifft, so ist es mit Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen auch nicht weit her. (Was Karl May heutzutage so pädagogisch wertvoll macht, entgeht vollends meinem Verständnis, da schau ich noch nicht mal die Filme an. Sind das nicht die Bücher, die man ganz früher nur mit Taschenlampe unter der Bettdecke lesen konnte, wenn man aus einem anständigen Elternhaus kam?)

Die Gefahr, die von HP ausgeht, soll bitte schön welche sein? Dass sich die lieben Kleinen berufen fühlen, Hexen und Magier zu werden? Hm, könnte evtl. hinkommen. Dass sie für das Gute kämpfen gegen das Böse, Verdunkelte oder Angstmachende der Welt? Bravo!

In meiner frühesten Jugend hat man mir uralte, kitschige Heiligenheftchen für Kinder zum Lesen aufgedrängt. Die Bilder waren unerträglich, die Texte noch schlimmer. Eindruck: die Existenz einer Vorzeigechristin ist dermaßen knallhart und freudlos, dass sich das Leben als Heilige oder Ordensfrau für mich ausschloss. Das wird jetzt auch lebenslang durchgezogen!

Wirklich begeistert war ich von Pippi Langstrumpf: mutig, unabhängig, unglaublich stark, ihren eigenen Weg gehend und immer voller Lebensfreude.....ahh, mein Vorbild.
„Pippi“ habe ich später, viel später, in einigen seriösen Heiligenbiografien wiedergefunden, „na so was, ist ja eine echte Pippi die Frau!“.

Es ist imho Aufgabe von Kinderbüchern Rückgrat (oder zumindest den Wert von Rückgrat) zu vermitteln. Und die Welt zu zeigen wie sie ist, mit all dem Unangenehmen; die Leute zu zeigen, wie sie sind, nämlich manchmal als diejenigen, die uns auf unserem Weg behindern; und die Kinder darin zu versichern, du kannst es schaffen, zusammen mit deinen Freunden. HP hat all dies. - Dass sich Erwachsene in der Nachfolge Christi an zuviel Magie stören, kann man wohl ihrem Beschützerinstinkt für Kinder zuschreiben, daher sei es in keinster Weise bemängelt. Aber Kindern müssen auch Flügel geschenkt werden, und zwar zu einem Zeitpunkt zu dem sie sie für ihre Entwicklung dringend brauchen.

Naja, Harry Potter hin oder her, Hauptsache:

Astrid lebe hoch, hoch, hoch!

Edith
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Beitrag von Edith » Donnerstag 6. November 2003, 07:26

Renata hat geschrieben:
Kann mir jemand sagen, ob Dobbie in den Bänden 3-x noch vorkommt? Oder
Hi Edith,
er kommt später auch nochmal vor - ich weiß nicht mehr, ob im 4. oder im 5. Band oder auch in beiden.

Gruß
Renata :wink:

Uuuiiii,.... *vor-froi* :D :roll: :D

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Donnerstag 6. November 2003, 13:38

Hallo, allesamt,
ich bin neu hier im Forum. Hier etwas zu Harry Potter:

"Rowling wolle keine "anti-christliche Ideologie" verbreiten, meinte Peter Fleetwood, Mitglied des Päpstlichen Kulturrats, vor Journalisten.

Vatikan (www.kath.net) Wer Schneewittchen und die sieben Zwerge gut überstanden hat, braucht Harry Potter nicht zu fürchten. Eine deutliche Entwarnung gab der Vatikan am Rande einer Pressekonferenz zur Präsentation des neuen vatikanischen New-Age-Dokuments am Montag, wie der BBC und "Canadian Television" berichten. Auf die Frage, wie Harry Potter und seine Zauberei in diesen Kontext einzuordnen seien, meinte Peter Fleetwood, Mitglied des Päpstlichen Kulturrats und Sekretär im Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE): "Ich glaube, es gibt keinen in diesem Raum, der ohne Märchen, Magie und Engel in einer imaginären Welt aufgewachsen ist." Rowlings Zauberer und Hexen seien nicht "böse" und wollten keine "anti-christliche Ideologie" verbreiten. "Wenn ich die Absichten der Autorin gut verstanden habe, dann helfen sie Kindern, den Unterschied zwischen Gut und Böse zu sehen", sagte Fleetwood. Rowling sei eine "überzeugte Christin, vielleicht nicht in dem Sinn, wie sich ein Bischof das wünscht". Sie drücke ihren christlichen Glauben jedoch in ihrem Lebensstil und "sogar in ihrer Art des Schreibens" aus. Der Vatikan nahm zum ersten Mal öffentlich zum Phänomen "Harry Potter" Stellung. "
******
Ich habe alle Bände meinen Kindern vorgelesen, mit viel Vergnügen (weil sie einfach toll vorzulesen sind!!!), habe aber gerade beim letzten Band auch zensiert, im Interesse meines jüngeren Sohnes, denn da wurde es dermaßen spannend und auch komplex, das hätte er so nicht begriffen. Die Autorin beschreibt sehr schlüssig, wie es zur Machtübernahme von Bösem kommen kann, wenn man es nicht stoppt - dagegen unterstreicht sie vehement Solidarität, Opferbereitschaft, wenn's um Freunde geht, Freundschaft überhaupt - aber auch wie leicht man zum Verräter werden kann, ohne es zu wissen oder zu wollen. Hat mir bis jetzt gut gefallen. So weit ich gehört habe, soll Harry im neuen Band den ersten Kuss bekommen :) - naja, so wächst die Story mit den Lesern.


Geronimo

Petra
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Beitrag von Petra » Donnerstag 6. November 2003, 13:49

Hallo Geronimo,

willkommen bei kreuzgang.

Danke für die vatikanische Stellungnahme zu Potter. Meines Wissens sind auch nur freikirchliche Christen massiv gegen die Bücher, von einigen Ausnahmen bei Katholens abgesehen natürlich. 8)

Lieben Gruß
Petra

Stefan
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Beitrag von Stefan » Dienstag 11. November 2003, 14:27

Die FAZ meldet im Literatur-Teil:

"Kardinal Ratzinger warnt vor Harry Potter

10. November 2003 Der Vatikan kritisiert den Kult um Zauberlehrling Harry Potter. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, spricht von „subtilen Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das Christentum in der Seele zersetzen“. Dies schreibt der frühere Münchner Erzbischof in einem Brief an die oberbayerische Publizistin Gabriele Kuby, die ein Potter-kritisches Buch veröffentlicht hat.

Ratzinger lobt Kuby in dem am Montag vom „PUR-Magazin“ veröffentlichten Brief für ihr Buch mit den Worten: „Es ist gut, daß Sie in Sachen Harry Potter aufklären.“ Die bei Rosenheim lebende Autorin sagte der katholischen Zeitschrift, durch Harry Potter werde Magie in die Kinderzimmer gebracht, und damit würden christliche Werte zerstört. Junge Leser verlören durch die Lektüre das Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Böse. „Die Qualität von Liebe ist im Potter-Universum nicht existent und nicht erfahrbar“, sagte Kuby. Die Bücher lieferten jüngeren Lesern den Stoff für Albträume und ein Angstpotenzial, das sich dann entfalte, wenn es in der wirklichen Welt Grund zur Angst gebe, kritisierte die Soziologin."

Petra
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Beitrag von Petra » Dienstag 11. November 2003, 21:57

Trotz intensiver fünfminütiger Suche :wink: , habe ich von Frau Kubys Ratzinger-Zitat nur das Datum (Feb. 2003) ermitteln können, der Rest des Briefes, soweit vorhanden, ist im Netz scheinbar nicht dokumentiert.

Weitere katholische Aussagen zum Thema:

Stellungnahme Pater Zimmers von der Petrusbruderschaft im Pur-Magazin (ohne Datum)

Auszug aus dem verlinkten Artikel:
In einer Stellungnahme im "Pur-Magazin" meint er wörtlich: "Die Abenteuer des Harry Potter sind sicherlich keine spezifisch christlichen Geschichten. Wer solche für seine Kinder sucht, wird ihnen Bücher von Hünermann oder Weiser geben. Die Harry-Potter-Bücher aber sind spannende Kinderbücher, die mit echtem Okkultismus nichts zu tun haben. Ich sehe keinen Grund, warum man seinen Kindern verbieten sollte, sie zu lesen."

Liebe Lucia, bitte klär mir mal auf.

Pater Amorth, „Chefexorzist des Vatikans“, outet sich als Potter-Gegner (ohne Datum)

Vatikan gibt grünes Licht für Harry Potter. - Feb 2003

Weitere Pros und Contras bei kath.net Nachrichten

Wenn der Vatikan ein eigenes Forum hat, geht’s da sicher pottermäßig heftig hin und her. Da würde ich gerne mal mitlesen. Schade dass sie wahrscheinlich in Latein schreiben..... :wink:

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 11. November 2003, 22:22

Petra (kath.net-Artikel zitierend) hat geschrieben:»Vatikan gibt grünes Licht für Harry Potter. - Feb 2003«
Petra, dieser Artikel ist leider ein Beispiel für Journalismus der unseriösesten Art. (Nicht das Normale in diesem Internetmagazin, aber auch kein isolierter Einzelfall.) Tatsächlich hat lediglich am Rande einer Pressekonferenz zweier Päpstlicher Räte ein gewisser Peter Fleetwood, Mitarbeiter des Sekretariats des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, einem Jornalisten ein Interview gegeben und darin seine persönliche Meinung mitgeteilt. Das ist nicht einmal eine Nachricht, geschweige mehr.
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Petra
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Beitrag von Petra » Dienstag 11. November 2003, 23:20

Mag sein, dass „dieses Internetmagazin“ mal etwas verkürzt, und daher missverständlich, berichtet hat. (An der Stelle mal ein herzlicher Dank und ein lieber Gruß in den Süden.)

Mir lag auch hauptsächlich daran, den kompletten Text des Briefes von Kardinal Ratzinger an Frau Kuby im Netz zu finden, als ich über die oben verlinkten Meldungen gestolpert bin. Gefunden habe ich nur die von Frau Kuby verbreiteten Worte. Schon möglich, dass sie den Inhalt gänzlich oder in der Tendenz darstellen. – Zu einem Weltphänomen, was HP nun mal ist (oder zu dem es von Marketingstrategen gemacht wurde), sollten aber mehr offizielle Stellungnahme von Rom kommen als freundliche Briefe an eine katholische Buchautorin.

Die Meinungen scheinen unter den Christen doch ziemlich unterschiedlich zu sein.
Meine ist: bei allem Respekt, den ich denen zolle, die Kinder vor Gefahren schützen wollen - dennoch: man kann es auch übertreiben!

Was Gabriele Kubys Auffassung betrifft:

Hier ihre Kritikpunkte, die sie in dem von Kardinal Ratzingers beglückwünschten Buch ausführt

Vorab, ihr auch Respekt, Jugendlichen und Eltern eine Anleitung geben zu wollen, um bei Zeitgeisterscheinungen nicht blauäugig zu sein.... aber: einige Punkte aus dieser Kritik sind noch nicht mal „erwiesen“, sind Vorwürfe, die sich im Bereich der Spekulation befinden. Z.B.: “HP ist ein globales Langzeitprojekt zur Veränderung der Kultur“. Mit Verlaub: kicher! Mit der gleichen Argumentation könnte man Bibi Blocksberg oder viele von Grimms Märchen von Kinderohren fernhalten.

Frau Kubys Buch „Mein Weg zu Maria“ habe ich übrigens mit großem Gewinn gelesen. Ihr Potter-Buch hingegen scheint mir nur für diejenigen interessant, die ihren Kampf gegen die Entchristlichung der Gesellschaft in den Kinderzimmern der Nation führen wollen. - Ich bin auch eine Verfechterin von „Wehret den Anfängen“, aber nicht so verstanden, dass bereits Kinder durch Eltern oder Erzieher von ihren Altersgenossen abgegrenzt werden. Zumindest nicht wegen der Dämonisierung eines Kinderbuches.

Denk ich mal so vor mich hin.

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Benedikt
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Beitrag von Benedikt » Mittwoch 12. November 2003, 10:29

Was Frau Kuby macht, ist meiner Meinung nach unmöglich. Sie schreibt private Briefe an vatikanische Stellen und leitet die Antworten als Quasi-offiziell an Journalisten weiter. Ein bißchen persönliche Eitelkeit mag da auch noch dabei sein. "...lobt Frau Kuby" Der Durchschnittsnichtkathole denkt sich dann, die Kirche habe Harry Potter offiziell "verurteilt". Gratulation.

max72
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Beitrag von max72 » Mittwoch 12. November 2003, 16:37

Also ich sehe nicht ganz, warum Ratzinger und andere Harry Potter als bedenklich einstufen. Warum dann nicht "Herr der Ringe"? Auch da gibt's Magie und Zauberer auf der guten Seite. Nur weil Tolkien Katholik war?

Obwohl mir der neuste Potter Band auch nicht so gefallen hat. Irgendwie sehr negative Stimmung in dem Buch...

max

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Mittwoch 12. November 2003, 17:53

Hallo Max,

das stimmt. Die Tendenz dazu war schon im letzten Band zu merken, auch dass die nun folgenden Bände wirklich nichts mehr für jüngste und jüngere Kinder sein werden. Das liegt in der Natur der Dramaturgie, die Rowling gewählt hat - Potter wird älter, also auch die Leser, die Bücher werden "erwachsener". Für einen sechsjährigen ist das ja nun wohl nichts mehr. Da sind die Eltern in der Verantwortung.
Es ist aber völliger Unsinn, wenn Fr. Kuby schreibt, da werde Magie in die Kinderzimmer getragen. Was ist denn mit dem SaMs oder Pumuckl, dem Kleinen Vampir und der Kleinen Hexe? Na ja, und wie du richtig sagst - der Herr der Ringe, wo ja ein richtiger Hype im christlichen Lager ausgebrochen ist. Wird wohl so sein, dass Tolkien als straighter Katholik gilt , wo man dann eben was christliches interpretiert (was ich persönlich nun nicht erkenne).
Merkwürdig ist aber, dass Leute wie Frau Kuby die positiven Seiten an den Potter-Büchern gar nicht wahrnehmen. Wem nicht aufgegangen ist, welcher pädagogische Wert z. B. in der Geschichte um Cedricds Tod im vierten Band steckt, dem ist nicht zu helfen. Der will's nicht verstehen.

Nun, ich hab inzwischen einen Krampf in den Händen wegen der 1000 Seiten ;-))

Gruß
Geronimo

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Gabriele
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Beitrag von Gabriele » Dienstag 30. Dezember 2003, 13:22

Hallo,
ich hab vom ersten band paar Seiten gelesen,für
mich ist dass absolut nichts.
Noch was zu GK.
In der letzten Ausgabe vom Pur-Magazin kommt ein
Interview mit ihr,über ihr neues Buch.
Ich finde schon dass sie ziemlich übertreibt.Ganz unrecht hat sie aber auch nicht.
Da gibts noch ein anderes Buch der Unterschied zwischen HP und
HDR.Habs nicht gelesen.
Aber ich denke dass es da keinen großen Unterschied gibt.
Was mich aber wundert,dass die HP Filme schon ab zwölf Jahren
freigegeben sind.Ich finde das zu früh.
Gruss gabi

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Dienstag 6. Januar 2004, 22:32

Wieso sind die Harry-Potter-Bücher so erfolgreich? Nun, die Menschen haben Sehnsucht nach Erlösung und nach Unsterblichkeit. Und diese Themen werden in den Potter-Büchern angeschnitten. Deren Erfolg sind ein weiterer Beweis dafür, dass wir nicht, wie es prophezeit worden ist, einer religionslosen Zeit entgegen gehen, sondern dass es eine regelrechte Wiederkehr des Religiösen, eine neue Faszination für das Heilige gibt - auch wenn die Menschen den Weg, um diese Sehnsucht zu stillen, zunächst nicht in die Kirchen und in die traditionnellen Religionen finden, da sie als Mitglieder einer individualisierten Gesellschaft, in der sich jeder seine Existens selber zusammenbastelt - und das gilt vor allem auch für den Bereich der Religion - generell ein Problem damit haben, sich an Institutionen zu binden.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Petra
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Beitrag von Petra » Dienstag 6. Januar 2004, 23:16

cathol01 hat geschrieben:Nun, die Menschen haben Sehnsucht nach Erlösung und nach Unsterblichkeit.
Unsterblichkeit soll in HP thematisiert werden? Hab’ ich jetzt nicht bemerkt.

Übrigens sind bisher bei der Abstimmung immerhin 36% (8 Personen), die alles gelesen haben. Überrascht mich jetzt doch etwas. Also 7 Leute außer mir. Wobei ich nur lese, um mitreden zu können. Viele, auch Erwachsenen, aus meinem Umfeld sind Fans, die kaum noch den Erscheinungstermin des nächsten Bandes erwarten können. – Für mich ist es ein netter, manchmal langweiliger, Zeitvertreib, mehr nicht. (Für den 5. Band hab’ ich 3 Wochen gebraucht.... :roll: ) – Bei den Fans meines Umfeldes scheint wohl die Serienstrategie zuzuschlagen. Man will einfach wissen wie es weitergeht. Scheint m.E. auch die geplante Marketingstrategie zu sein.
Kritik an HP sehe ich gelegentlich auch unter diesem Aspekt, des sich einfach an einen Erfolg dranhängen und dadurch in die Medien kommen. – Aus dem Hype würde ich keinerlei Schlüsse ziehen auf die Sehnsüchte der Menschen oder gar eine Beeinflussung in Richtung Esoterik oder Religion. Es ist ein Kinderbuch. Es ist leicht zu verstehen, was abläuft, es ist spannend, wirft keine Fragen auf, die im normalen Leben vorkommen, einfach eine gute Ablenkung vom Alltagstrott.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 6. Januar 2004, 23:39

Wer kennt eigentlich Muff Potter?
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Lucia

Beitrag von Lucia » Mittwoch 7. Januar 2004, 01:16

Tom Sawyer und Huck Finn - ich nicht.

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Mittwoch 7. Januar 2004, 15:28

Petra hat geschrieben:
Aus dem Hype würde ich keinerlei Schlüsse ziehen auf die Sehnsüchte der Menschen oder gar eine Beeinflussung in Richtung Esoterik oder Religion. Es ist ein Kinderbuch. Es ist leicht zu verstehen, was abläuft, es ist spannend, wirft keine Fragen auf, die im normalen Leben vorkommen, einfach eine gute Ablenkung vom Alltagstrott.
Genau. Alles andere ist reine Überintepretation eines spanndenden Kinder bzw. Jugendbuches. Das Erstaunen der Welt rührt wohl eher daher, dass es niemand mehr für möglich gehalten hätte, dass ein Buch bzw. eine Romanfigur in unserer heutigen Zeit wirklich Millionen von Kindern noch mal so fesselnd könnte wie dieses. Leute, die noch mit Karl May aufgewachsen sind, kennen dies ....

Mal was anderes - ich bemale hier gerade zahllose kleineOrks mit Acrylfarben und fiebere mit den Rangen zusammen der nächsten Ausgabe des Strategiespieles von "Der Herr der Ringe" entgegen. Und es geht noch mal ans Vorlesen des "Kleinen Hobbit". "Die Rückkehr des Königs" hat uns ja wieder völlig in die Kinosessel gehauen.

Gruß
Geronimo

Petra
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Beitrag von Petra » Donnerstag 8. Januar 2004, 23:58

Vor ein paar Jahren hatte ich mal versucht HdR zu lesen. Hab's auf ca. 20 Seiten gebracht. Was daran so toll sein soll, keine Ahnung. Sehr ungewöhnlich vor allem auch die überaus positive Bewertung aus katholischen Kreisen. Nur weil Tolkien Katholik war? :/

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Freitag 9. Januar 2004, 00:24

Petra hat geschrieben:Sehr ungewöhnlich vor allem auch die überaus positive Bewertung aus katholischen Kreisen. Nur weil Tolkien Katholik war? :/

Ich wusste bis neulich gar nicht, dass Tolkien Katholik war. Er hat außer Herr der Ringe noch ein paar sehr hübsche Erzählungen geschrieben, z.B. "Farmer Giles von Ham", was mein Sohn neulich mal als Buchbesprechung in der Schule vorstellte.
Nun, ich denke, man wollte sich kirchlicherseits angesichts dieses weltweiten Hype, den die Filme entfacht haben, einfach äußern, um zu signalisieren, dass es okay ist für einen braven Katholiken, in solche mythischen Welten abzutauchen ;)

Geronimo

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D » Freitag 9. Januar 2004, 00:38

Petra hat geschrieben:Vor ein paar Jahren hatte ich mal versucht HdR zu lesen. Hab's auf ca. 20 Seiten gebracht. Was daran so toll sein soll, keine Ahnung. Sehr ungewöhnlich vor allem auch die überaus positive Bewertung aus katholischen Kreisen. Nur weil Tolkien Katholik war? :/
Liebe Petra,
für den 'Herrn der Ringe' braucht man vor allem eines: Geduld (darum ist - nebenbei gesagt - imo die Verfilmung eigentlich ein einziges Mißverständnis, den 3. Teil habe ich mir gar nicht mehr angeschaut).
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

Edith
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Beitrag von Edith » Freitag 9. Januar 2004, 07:41

Petra hat geschrieben:Vor ein paar Jahren hatte ich mal versucht HdR zu lesen. Hab's auf ca. 20 Seiten gebracht. Was daran so toll sein soll, keine Ahnung. Sehr ungewöhnlich vor allem auch die überaus positive Bewertung aus katholischen Kreisen. Nur weil Tolkien Katholik war? :/
Kann ich mir vorstellen. bei mir versagte das Interesse auch schon bei den Filmen (die ich aus rein sprachlichen Gründen als DVD habe - das englisch ist schön, mal kein amerikanisch). Aber wirklich sinnig finde ich die Handlung nicht.... und eher todlangweilig.

Erstaunt war ich auch, daß einige von mir hochgeschätze Theologen sich damit intensiv beschäftigen... und Vorträge halten..... *grübel*

Samurai
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Beitrag von Samurai » Freitag 23. Januar 2004, 01:56

Hallo!

Zu beginn habe ich nur aus neugierde gelesen, aber inzwischen habe ich gefallen daran gefunden. Den Anfang des fünften Bandes habe ich für meine Freundin übersetzt und war geschockt, als ich die Version aus der Obdachlosenzeitung las. Nachdem ich mich vergewissert hatte, daß es der Original Übersetzer war ging eine Schublade auf und ein Übersetzer verschwand darin..
Ich kann die Büch jedem empfehlen schon aus dem Grund, weil große Teile unserer Jugend sie liest. Es ist interessant die Motive des Buches zu suchen und was einen so fleißig weiterlesen läßt.
Ich finde es gut, daß so viele Kinder es lesen. In dem Buch stecken viele kluge Ideen. Gerade die unterschiedlichen Lehrer bis zu Dumbledore finde ich sehr gut rausgearbeitet.
Auch die Idee mit den 4 Häusern innerhalb der Schule gefällt mir.
Davon abgesehen, daß auf viele unterschiedliche Ängste vorbereitet wird...

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