Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Gespräche über ausgewählte litterarische Texte.

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Niels
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Niels » Mittwoch 22. Juni 2016, 08:24

Danke für den Hinweis auf Simar.
Leider gibt's das Buch nirgendwo zum Download als PDF-Datei. Oder weiß jemand wo?
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Siard
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Siard » Mittwoch 22. Juni 2016, 09:33

Lycobates hat geschrieben:(Er leugnet, zumindest bagatellisiert, die Unfehlbarkeit und Verbindlichkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramts, wir kennen die Folgen).
:hae?:

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Lycobates
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 22. Juni 2016, 12:07

Niels hat geschrieben:Danke für den Hinweis auf Simar.
Leider gibt's das Buch nirgendwo zum Download als PDF-Datei. Oder weiß jemand wo?
Nein, anscheinend nicht.
Ist aber antiquarisch zu kaufen, etwa bei abebooks.de (Stichwort: Simar Dogmatik), im Moment 19 Stück, die zweibändige 4. Auflage schon ab 16 Euro.
http://www.abebooks.de/?cm_sp=TopNav-_-Home-_-Logo
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Florianklaus
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 22. Juni 2016, 12:13

Lycobates hat geschrieben:
Otts einbändigen Grundriß, hier empfohlen, würde ich Uninformierten nicht empfehlen.
Seine Behandlung, namentlich der theologischen Gewißheitsgrade, ist bereits modernistisch, oder modernisierend, zumindest minimalistisch, obwohl er Cartechini zitiert, man darf sich wundern. (Er leugnet, zumindest bagatellisiert, die Unfehlbarkeit und Verbindlichkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramts, wir kennen die Folgen).
Kannst Du diese Kritik vielleicht noch konkretisieren?

Tinius
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Tinius » Mittwoch 22. Juni 2016, 17:19

Lycobates hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Danke für den Hinweis auf Simar.
Leider gibt's das Buch nirgendwo zum Download als PDF-Datei. Oder weiß jemand wo?
Nein, anscheinend nicht.
Ist aber antiquarisch zu kaufen, etwa bei abebooks.de (Stichwort: Simar Dogmatik), im Moment 19 Stück, die zweibändige 4. Auflage schon ab 16 Euro.
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 22. Juni 2016, 23:40

Tinius hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Danke für den Hinweis auf Simar.
Leider gibt's das Buch nirgendwo zum Download als PDF-Datei. Oder weiß jemand wo?
Nein, anscheinend nicht.
Ist aber antiquarisch zu kaufen, etwa bei abebooks.de (Stichwort: Simar Dogmatik), im Moment 19 Stück, die zweibändige 4. Auflage schon ab 16 Euro.
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Jawohl.
Mit Ausnahme der lateinischen Zitate, falls dies ein Trost ist ;)
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Siard » Mittwoch 22. Juni 2016, 23:46

Lycobates hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:Alles Fraktur, oder?
Jawohl.
Mit Ausnahme der lateinischen Zitate, falls dies ein Trost ist ;)
Die gebrochenen Schriften sind für die deutsche Sprache besser geeignet, als die Antiqua oder Grotesken lateinischer Prägung.

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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 22. Juni 2016, 23:48

Florianklaus hat geschrieben:
Lycobates hat geschrieben:
Otts einbändigen Grundriß, hier empfohlen, würde ich Uninformierten nicht empfehlen.
Seine Behandlung, namentlich der theologischen Gewißheitsgrade, ist bereits modernistisch, oder modernisierend, zumindest minimalistisch, obwohl er Cartechini zitiert, man darf sich wundern. (Er leugnet, zumindest bagatellisiert, die Unfehlbarkeit und Verbindlichkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramts, wir kennen die Folgen).
Kannst Du diese Kritik vielleicht noch konkretisieren?
Kann ich.
Dazu brauche ich aber etwas mehr Zeit als ich heute abend habe. Ich stehe vor einer kurzen Reise.
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 29. Juni 2016, 00:42

Ich bin Florianklaus, und möglicherweise Siard, dessen lakonisches :hae?: sich mir nicht auf Anhieb erschließt (obwohl ich seinerzeit in der Gräzistik, meiner ersten Liebe, über Lakonisch gearbeitet habe ;) ), noch eine weitere Erklärung schuldig.

Daher kurz:

Ott schreibt in seinem Grundriß, 2. Aufl. 1954, S. 11(-12):
Bezüglich der kirchlichen Lehrverkündigung ist wohl zu beachten, daß nicht alle Äußerungen des kirchlichen Lehramtes über Fragen des Glaubens und der Sitten unfehlbar und deswegen unwiderruflich sind. Unfehlbar sind nur die Entscheidungen der den Gesamtepiskopat repräsentierenden allgemeinen Konzilien und die päpstlichen Kathedralentscheidingen. Die ordentliche und gewöhnliche Form der päpstlichen Lehrtätigkeit ist nicht unfehlbar.
Das ist, prout iacet, irrig, weil, was von mir hier in Schrägschrift gesetzt ist, sträflich verkürzend, und somit verfälschend ist.
(Dabei setze ich gern Ludwig Otts bona fides zunächst voraus, darum geht es mir nicht, der gute Mann ist definitiv ad patres, beten wir für seine Seele, es wäre aber im einzelnen zu prüfen, und darum schrieb ich, "Uninformierten nicht zu empfehlen", inwiefern die von Ott in der Folge seines Werkes angegebenen Gewißheitsgrade von diesen z.T. irrigen Voraussetzungen beeinflußt sind, zumal er sich auch etwas widerspricht, was ich hier schon aus Zeitgründen nicht tun kann und werde).

Gegen Ott ist unbedingt festzuhalten:

J.B. Heinrich, Lehrbuch der kath. Dogmatik, 19, 7:
Unfehlbar ist die Kirche [...] sowohl in ihrem gewöhnlichen Magisterium, kraft dessen sie ununterbrochen alle Völker in der Glaubens- und Sittenlehre zu unterrichten hat, sowie in ihren förmlichen Lehrentscheidungen. Daher ist von der öffentlichen und allgemeinen Lehrautorität der Kirche jeglicher Irrtum wider den Glauben und wider das natürliche und übernatürliche Sittengesetz gänzlich ausgeschlossen. Es ist also nicht möglich, daß in die öffentliche und allgemeine Lehre der Kirche gegen den Glauben und gegen das Sittengesetz, wozu auch das natürliche Recht gehört, verstoßende Irrtümer sich einschleichen. [...] Die entgegenstehende Behauptung ist durch die Bulle Auctorem fidei (prop. 1) als häretisch verworfen. [...] Es ist also nicht genügend, nur dasjenige als katholische Wahrheit anzuerkennen, was durch förmliche Lehrentscheidungen deklariert ist; wir müssen vielmehr alles glauben, was die katholische Kirche in der ordentlichen Übung ihres Lehramtes allgemein und konstant als geoffenbarte Wahrheit lehrt. Alle förmlichen Lehrentscheidungen sind ja auf Grund dieser allgemeinen und konstanten Lehre der Kirche erlassen und die Behauptungen der Häretiker gerade deshalb als häretisch verworfen worden, weil sie mit dem öffentlichen Glauben und der allgemeinen Lehre der Kirche in Widerspruch standen.

Matthias Premm, Kath. Glaubenskunde I, 1951, 14:
Es kann die Kirche auf einem zweifachen Wege eine Wahrheit als Offenbarungslehre hinstellen, entweder in feierlicher Form durch den Ausspruch eines Konzils, beziehungsweise eines Papstes, der ex cathedra spricht. Oder aber in bloß einfacher Weise durch das sogenannte Magisterium ordinarium, d.h. durch die regelmäßige Lehrverkündigung in der ganzen Kirche. Eine solche nicht feierliche Lehrverkündigung in der ganzen Kirche liegt vor, wenn eine Wahrheit überall von der Kanzel herab als Offenbarungslehre gepredigt oder in den Katechismen als solche gelehrt wird. Oder auch, wenn eine Lehre als Offenbarungswahrheit in der Liturgie oder Praxis der Kirche aufgenommen wurde, ohne feierlich definiert zu sein. Diese zweite Form ist zwar nicht so bestimmt und eindringlich, aber sie genügt zu einem Dogma.
Man kann die Belege aus orthodoxen Dogmatiken beliebig vermehren, auch in Französisch oder Latein, ich möchte es aber hierbei belassen.

Ganz klar ist, daß das Herrenwort "ecce vobiscum sum, omnibus diebus" sich nicht auf "einmal pro Jahrhundert" beschränkt, sondern eben omnibus diebus gilt. Das legitime Lehramt der Kirche, legitimer Papst und legitime Bischöfe, ist uns von Tag zu Tag regula proxima fidei, nächste Glaubensregel, und deshalb notwendigerweise, insofern es die ganze Kirche in Sachen des Glaubens und der Sitten verbindlich aus dem Offenbarungsgut belehrt, vollends irrtumslos.

Das definiert ja auch gerade das Vatikanum: fide divina et catholica ea omnia credenda sunt, quae in verbo Dei scripto vel tradito continentur, et ab Ecclesia sive solemni iudicio (das wäre etwa "einmal pro Jahrundert") sive ordinario et universali magisterio (und das wären ein paar Dutzend Male, in fast jeder Lehräußerung, Enzyklika, Predigt, Katechismus, usw., vom Papst allein oder von Papst und Bischöfen, die Form ist einerlei) tamquam divinitus revelata credenda proponuntur, natürlich insofern es Offenbarungsgut betrifft, und dies der ganzen Kirche verbindlich als zu glauben vorgelegt (bzw. dessen Gegenteil verbindlich als zu verwerfen auferlegt, wie in Auctorem fidei, Pascendi, Humani generis, usw.) wird.

Was die Folgen angeht, dieser defekten Interpretation der lehramtlichen Tätigkeit der Kirche, empfehle ich die Lektüre dieses Aufsatzes, mit weiteren Gesichtspunkten und Nuancen, des in diesem Jahre in der Karwoche selig verstorbenen Anton Holzer:

http://www.katolikus-honlap.hu/152/holzer-lerin.pdf
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Hubertus
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 28. März 2018, 19:11

Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 29. Juni 2016, 00:42
Daher kurz:

Ott schreibt in seinem Grundriß, 2. Aufl. 1954, S. 11(-12):
Bezüglich der kirchlichen Lehrverkündigung ist wohl zu beachten, daß nicht alle Äußerungen des kirchlichen Lehramtes über Fragen des Glaubens und der Sitten unfehlbar und deswegen unwiderruflich sind. Unfehlbar sind nur die Entscheidungen der den Gesamtepiskopat repräsentierenden allgemeinen Konzilien und die päpstlichen Kathedralentscheidingen. Die ordentliche und gewöhnliche Form der päpstlichen Lehrtätigkeit ist nicht unfehlbar.
Das ist, prout iacet, irrig, weil, was von mir hier in Schrägschrift gesetzt ist, sträflich verkürzend, und somit verfälschend ist.
Das ist sträflich verkürzend!
Man beachte, in welchen Kontext das Zitat einzuordnen ist: es geht hier um die theologischen Gewißheitsgrade, steht noch in der Einleitung (!) und soll m.E. nichts anderes aussagen als: Wenn der Student eine päpstliche Aussage findet, so ist diese nicht schon deshalb, weil sie vom Papst geäußert wurde, per se unfehlbar. Die angeblichen "Gegenbelege" betreffen diese Frage gar nicht; Ott spricht hier nicht vom ordentlichen Lehramt als solchem. Vgl.:
Ott, [i]Grundriß der Dogmatik[/i] hat geschrieben:Die ordentliche und gewöhnliche Form der päpstlichen Lehrtätigkeit ist nicht unfehlbar.[/i]

J.B. Heinrich, [i]Lehrbuch der kath. Dogmatik[/i], 19, 7: hat geschrieben:Unfehlbar ist die Kirche [...] sowohl in ihrem gewöhnlichen Magisterium, kraft dessen sie ununterbrochen alle Völker in der Glaubens- und Sittenlehre zu unterrichten hat, sowie in ihren förmlichen Lehrentscheidungen. Daher ist von der öffentlichen und allgemeinen Lehrautorität der Kirche jeglicher Irrtum wider den Glauben und wider das natürliche und übernatürliche Sittengesetz gänzlich ausgeschlossen. Es ist also nicht möglich, daß in die öffentliche und allgemeine Lehre der Kirche gegen den Glauben und gegen das Sittengesetz, wozu auch das natürliche Recht gehört, verstoßende Irrtümer sich einschleichen. [...]


Matthias Premm,[i] Kath. Glaubenskunde I[/i], 1951, 14: hat geschrieben:Es kann die Kirche auf einem zweifachen Wege eine Wahrheit als Offenbarungslehre hinstellen, entweder in feierlicher Form durch den Ausspruch eines Konzils, beziehungsweise eines Papstes, der ex cathedra spricht. Oder aber in bloß einfacher Weise durch das sogenannte Magisterium ordinarium, d.h. durch die regelmäßige Lehrverkündigung in der ganzen Kirche. Eine solche nicht feierliche Lehrverkündigung in der ganzen Kirche liegt vor, wenn eine Wahrheit überall von der Kanzel herab als Offenbarungslehre gepredigt oder in den Katechismen als solche gelehrt wird. Oder auch, wenn eine Lehre als Offenbarungswahrheit in der Liturgie oder Praxis der Kirche aufgenommen wurde, ohne feierlich definiert zu sein. Diese zweite Form ist zwar nicht so bestimmt und eindringlich, aber sie genügt zu einem Dogma.

Und selbstverständlich lehrt Ott (10. Aufl./1981: S. 362 [IV/2, 4. Kap., § 13]) sehr wohl die Unfehlbarkeit des ordentlichen Lehramts:
Auf o r d e n t l i c h e Weise üben die Bischöfe ihre unfehlbare Lehrgewalt aus, wenn sie in ihren Diözesen in moralischer Einheit mit dem Papst einmütig dieselben Glaubens- und Sittenlehren verkünden. Das Vatikanum erklärte ausdrücklich, daß auch die vom ordentlichen und allgemeinen Lehramt der Kirche vorgelegten Offenbarungswahrheiten mit göttlichem und katholischem Glauben festzuhalten sind (D 1792). Träger des ordentlichen und allgemeinen Lehramtes ist aber der über den ganzen Erdkreis zerstreute Episkopat. Die Übereinstimmung der Bischöfe in der Lehre läßt sich feststellen aus den von ihnen herausgegebenen Katechismen, aus ihren Hirtenschreiben, aus den von ihnen approbierten Gebetbüchern und den Beschlüssen von Partikularsynoden. Es genügt eine moralisch allgemeine Übereinstimmung, wobei die ausdrückliche oder stillschweigende Zustimmung des Papstes als des Oberhauptes des Episkopates nicht fehlen darf.
Sollte also sonst nichts gegen Ott vorgebracht werden, kann man diese Argumentation getrost ad acta legen.


Gesperrt im Orig.; Unterstreichungen in den Zitaten von mir.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Sempre » Mittwoch 28. März 2018, 23:58

Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 29. Juni 2016, 00:42
http://www.katolikus-honlap.hu/152/holzer-lerin.pdf
The requested URL was not found on this server.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Lycobates » Donnerstag 29. März 2018, 00:10

Sempre hat geschrieben:
Mittwoch 28. März 2018, 23:58
Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 29. Juni 2016, 00:42
http://www.katolikus-honlap.hu/152/holzer-lerin.pdf
The requested URL was not found on this server.
Aus irgend einem Grund ist eine Ziffer im Link entfallen (152 statt 1502)
Dieser sollte funktionieren:
http://www.katolikus-honlap.hu/1502/holzer-lerin.pdf

Das weitere später.
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Sempre » Donnerstag 29. März 2018, 00:16

Danke!
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 4. April 2018, 22:47

Hubertus hat geschrieben:
Mittwoch 28. März 2018, 19:11
Lycobates hat geschrieben:
Mittwoch 29. Juni 2016, 00:42
Daher kurz:

Ott schreibt in seinem Grundriß, 2. Aufl. 1954, S. 11(-12):
Bezüglich der kirchlichen Lehrverkündigung ist wohl zu beachten, daß nicht alle Äußerungen des kirchlichen Lehramtes über Fragen des Glaubens und der Sitten unfehlbar und deswegen unwiderruflich sind. Unfehlbar sind nur die Entscheidungen der den Gesamtepiskopat repräsentierenden allgemeinen Konzilien und die päpstlichen Kathedralentscheidingen. Die ordentliche und gewöhnliche Form der päpstlichen Lehrtätigkeit ist nicht unfehlbar.
Das ist, prout iacet, irrig, weil, was von mir hier in Schrägschrift gesetzt ist, sträflich verkürzend, und somit verfälschend ist.
Das ist sträflich verkürzend!
Man beachte, in welchen Kontext das Zitat einzuordnen ist: es geht hier um die theologischen Gewißheitsgrade, steht noch in der Einleitung (!) und soll m.E. nichts anderes aussagen als: Wenn der Student eine päpstliche Aussage findet, so ist diese nicht schon deshalb, weil sie vom Papst geäußert wurde, per se unfehlbar. Die angeblichen "Gegenbelege" betreffen diese Frage gar nicht; Ott spricht hier nicht vom ordentlichen Lehramt als solchem. Vgl.:
Ott, [i]Grundriß der Dogmatik[/i] hat geschrieben:Die ordentliche und gewöhnliche Form der päpstlichen Lehrtätigkeit ist nicht unfehlbar.[/i]

J.B. Heinrich, [i]Lehrbuch der kath. Dogmatik[/i], 19, 7: hat geschrieben:Unfehlbar ist die Kirche [...] sowohl in ihrem gewöhnlichen Magisterium, kraft dessen sie ununterbrochen alle Völker in der Glaubens- und Sittenlehre zu unterrichten hat, sowie in ihren förmlichen Lehrentscheidungen. Daher ist von der öffentlichen und allgemeinen Lehrautorität der Kirche jeglicher Irrtum wider den Glauben und wider das natürliche und übernatürliche Sittengesetz gänzlich ausgeschlossen. Es ist also nicht möglich, daß in die öffentliche und allgemeine Lehre der Kirche gegen den Glauben und gegen das Sittengesetz, wozu auch das natürliche Recht gehört, verstoßende Irrtümer sich einschleichen. [...]


Matthias Premm,[i] Kath. Glaubenskunde I[/i], 1951, 14: hat geschrieben:Es kann die Kirche auf einem zweifachen Wege eine Wahrheit als Offenbarungslehre hinstellen, entweder in feierlicher Form durch den Ausspruch eines Konzils, beziehungsweise eines Papstes, der ex cathedra spricht. Oder aber in bloß einfacher Weise durch das sogenannte Magisterium ordinarium, d.h. durch die regelmäßige Lehrverkündigung in der ganzen Kirche. Eine solche nicht feierliche Lehrverkündigung in der ganzen Kirche liegt vor, wenn eine Wahrheit überall von der Kanzel herab als Offenbarungslehre gepredigt oder in den Katechismen als solche gelehrt wird. Oder auch, wenn eine Lehre als Offenbarungswahrheit in der Liturgie oder Praxis der Kirche aufgenommen wurde, ohne feierlich definiert zu sein. Diese zweite Form ist zwar nicht so bestimmt und eindringlich, aber sie genügt zu einem Dogma.

Und selbstverständlich lehrt Ott (10. Aufl./1981: S. 362 [IV/2, 4. Kap., § 13]) sehr wohl die Unfehlbarkeit des ordentlichen Lehramts:
Auf o r d e n t l i c h e Weise üben die Bischöfe ihre unfehlbare Lehrgewalt aus, wenn sie in ihren Diözesen in moralischer Einheit mit dem Papst einmütig dieselben Glaubens- und Sittenlehren verkünden. Das Vatikanum erklärte ausdrücklich, daß auch die vom ordentlichen und allgemeinen Lehramt der Kirche vorgelegten Offenbarungswahrheiten mit göttlichem und katholischem Glauben festzuhalten sind (D 1792). Träger des ordentlichen und allgemeinen Lehramtes ist aber der über den ganzen Erdkreis zerstreute Episkopat. Die Übereinstimmung der Bischöfe in der Lehre läßt sich feststellen aus den von ihnen herausgegebenen Katechismen, aus ihren Hirtenschreiben, aus den von ihnen approbierten Gebetbüchern und den Beschlüssen von Partikularsynoden. Es genügt eine moralisch allgemeine Übereinstimmung, wobei die ausdrückliche oder stillschweigende Zustimmung des Papstes als des Oberhauptes des Episkopates nicht fehlen darf.
Sollte also sonst nichts gegen Ott vorgebracht werden, kann man diese Argumentation getrost ad acta legen.


Gesperrt im Orig.; Unterstreichungen in den Zitaten von mir.
Ich danke für die Rückmeldung.
Ich hatte erst heute abend Gelegenheit, den Ott aus den Remota zu holen und die Angelegenheit noch einmal vorzunehmen.
Zum Kontext: die Frage war, welche Dogmatik empfehlenswert ist, bzw. empfehlenswerter als eine andere, und dabei hatte ich geschrieben, Otts Dogmatik sei "Uninformierten nicht zu empfehlen".
Dabei muß ich bleiben, da die hier gebotene pia interpretatio mich doch nicht überzeugt.

Natürlich behandelt Ott auch die Unfehlbarkeit des ordentlichen (täglichen) Lehramts der Kirche (von Papst und Bischöfen), in meiner Ausgabe, der 2., steht das oben gebotene Zitat S. 347, gerade deshalb schrieb ich: "zumal er sich auch etwas widerspricht".
Denn einen Widerspruch zu den aus seiner Einleitung zitierten Sätzen gibt es sehr wohl.
Es geht nicht an, dort, gerade in der Einleitung, die vielleicht einige nur lesen zur ersten Orientierung, nur D 1839 zu zitieren, und nicht auch, wie korrekt S. 347, D 1792. Beides gehört untrennbar zusammen.
Es stimmt nämlich nicht, daß "unfehlbar *nur* [sic! ich hebe hervor] die Entscheidungen der den Gesamtepiskopat repräsentierenden allgemeinen Konzilien und die päpstlichen Kathedralentscheidingen [sind]", und es stimmt nicht, so, wie es schlichtweg formuliert ist, daß "die ordentliche und gewöhnliche Form der päpstlichen Lehrtätigkeit nicht unfehlbar [ist]", denn sie kann es sein, und ist es sehr oft, und das nicht zu vermerken ist verkürzend und verfälschend, zumindest mißverständlich, irreführend.
Daher bleibt nach der Lektüre der Einleitung ein fauler Geschmack, wenn auch die richtige, vollständige Lehre später zum Zuge kommt. Das genügt aber nicht.
Das, nur das, wollte ich hervorheben.
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Re: Welche Dogmatik ist empfehlenswert ?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Donnerstag 5. April 2018, 10:13

Was hat man denn davon, wenn die Unfehlbarkeit gegeben sein kann, solange sie nicht gegeben sein muß? In jedem Einzelfall steht man dann genauso dumm da, als wenn es sie nicht gäbe.

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