Ständiger Diakon

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

Moderator: Ecce Homo

Benutzeravatar
TeDeum
Beiträge: 152
Registriert: Montag 8. Juli 2013, 09:07

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von TeDeum » Dienstag 8. August 2017, 16:59

Wahre Worte, denen nichts hinzuzufügen ist.

(TeDeum, selber Papa von zwei Kindern)

Vir Probatus
Beiträge: 3475
Registriert: Freitag 28. Januar 2011, 19:45
Wohnort: EB PB

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 10. August 2017, 09:30

TeDeum hat geschrieben:
Dienstag 8. August 2017, 16:59
Wahre Worte, denen nichts hinzuzufügen ist.

(TeDeum, selber Papa von zwei Kindern)
Das Wort "nicht" im ersten Satz würde ich für mich streichen.
Wer sich selbst erhöht... : Das gilt auch für den Klerus. Der ist da keine Ausnahme.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

Raphaela
Beiträge: 5000
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F
Kontaktdaten:

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 10. August 2017, 16:13

Vir Probatus hat geschrieben:
Freitag 4. August 2017, 13:40
Ein Beitrag zum Umgang der Kirche mit einem ständigen Diakon:

Einen 89 jährigen Diakon zu laiisieren, weil der nach dem Tod (!) seiner ersten Frau noch einmal geheiratet hat: Da kann der Klerikermangel ja so schlimm nicht sein, wenn man sich das leisten kann.
Und welchen Sinn das machen soll, dazu braucht es wohl eine besondere Form von Katechese.
Sobald jemand Diakon ist, entscheidet er sich damit auch, nicht nochmals zu heiraten, bzw gar nicht zu heiraten. - Es gehört zum Sakrament der Weihe.
Übrigens kenne ich aus einem Bistum in Deutschland zwei Fälle von Diakonen, die geheiratet haben: Einer war jung und hatte Kinder zu versorgen. Er durfte weiterhin Diakon sein. Der andere war über 70 Jahre, seine Frau ist an Krebs gestorben. Er heiratete nochmals und wurde laiisiert.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Raphaela
Beiträge: 5000
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F
Kontaktdaten:

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 10. August 2017, 16:19

ar26 hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 14:36
umusungu hat geschrieben:
Freitag 4. August 2017, 20:49
Hubertus hat geschrieben:
Freitag 4. August 2017, 18:24
Einer 'besonderen Form der Katechese' (was soll das eigentlich sein?) bedarf allerhöchstens die Frage, warum die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen grundsätzlich dem Ehestand vorzuziehen ist. Allgemein kann zu dieser Frage empfohlen werden:
Pius XII.: Enzyklika "Sacra virginitas" über die heilige Jungfräulichkeit (25. März 1954)
Diese Bevorzugung der Ehelosigkeit gegenüber der Ehe war in meinen Augen eine Beweihrächerung des eigenen ehelosten Standes.
Es wurde völlig übersehen, dass die Ehe ein Sakrament ist - die Ehelosigkeit aber keinesfalls.
Diese Bevorzugung der Ehelosigkeit hat die Eheleute schwer verletzt! Das haben meine Eltern oft genug zum Ausdruck gebracht.
Es ist gut, dass dieses Denken in unserer Kirche überwunden ist....
So. Jetzt mal von Ehemann (2 geborene, ein ungeborenes Kind) zu zölibaterem Kleriker. Ich fühle mich nicht(!) davon verletzt, dass die Kirche lehrt, Dein Stand steht über meinem. Vielmehr erwarte ich, dass Du die Freiheiten Deines Standes nutzt, um mehr mit Gott zu kommunizieren und ihm zu dienen, als ich es durch meinen Stand, jedenfalls gegenwärtig, je könnte; also beten, die Sakramente spenden und die Gläubigen lehren. Der Zölibat ist nicht mein Thema, ich kann mir aber kaum vorstellen, daß man Kleriker sein kann, wenn man gleichzeitig familiäre Pflichten hat, wie ich sie habe.
Da ich eine zölibatäre Berufung lebe:
Welche Vorteile deines Standes als verheirateter Familienvater nutzt du denn? Beziehungsweise welche Pflichten? Oder gehörst du auch zu den Personen, die sagen, dass die Religionslehrer und die Kirche dafür zuständig sind, den Kindern den Glauben an Gott beizubringen???
Gläubige lehren nennst du als einen Punkt. Das geht nur, wenn die Eltern auch offen dafür sind, mit ihrem Kind selbst über den Glauben sprechen, dies im Glauben erziehen! Das ist also ein Thema von dir und eine familiere Pflicht! Du bist dazu berufen, mit deinen Kindern zu beten und sie zu gläubigen Menschen zu erziehen.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Benutzeravatar
polyglotta
Beiträge: 92
Registriert: Dienstag 7. Oktober 2003, 15:11

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von polyglotta » Donnerstag 10. August 2017, 17:43

Raphaela hat geschrieben:
Donnerstag 10. August 2017, 16:19
ar26 hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 14:36
So. Jetzt mal von Ehemann (2 geborene, ein ungeborenes Kind) zu zölibaterem Kleriker. Ich fühle mich nicht(!) davon verletzt, dass die Kirche lehrt, Dein Stand steht über meinem. Vielmehr erwarte ich, dass Du die Freiheiten Deines Standes nutzt, um mehr mit Gott zu kommunizieren und ihm zu dienen, als ich es durch meinen Stand, jedenfalls gegenwärtig, je könnte; also beten, die Sakramente spenden und die Gläubigen lehren. Der Zölibat ist nicht mein Thema, ich kann mir aber kaum vorstellen, daß man Kleriker sein kann, wenn man gleichzeitig familiäre Pflichten hat, wie ich sie habe.
Da ich eine zölibatäre Berufung lebe:
Welche Vorteile deines Standes als verheirateter Familienvater nutzt du denn? Beziehungsweise welche Pflichten? Oder gehörst du auch zu den Personen, die sagen, dass die Religionslehrer und die Kirche dafür zuständig sind, den Kindern den Glauben an Gott beizubringen???
Gläubige lehren nennst du als einen Punkt. Das geht nur, wenn die Eltern auch offen dafür sind, mit ihrem Kind selbst über den Glauben sprechen, dies im Glauben erziehen! Das ist also ein Thema von dir und eine familiere Pflicht! Du bist dazu berufen, mit deinen Kindern zu beten und sie zu gläubigen Menschen zu erziehen.
Raphaela, was bringt Dich dazu, aus dem Halbsatz "mehr als ich es je könnte" zu schließen, ar26 würde Elternpflichten auch nur im Mindesten vernachlässigen oder abschieben?

-edited-

Raphaela
Beiträge: 5000
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F
Kontaktdaten:

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 10. August 2017, 19:21

polyglotta hat geschrieben:
Donnerstag 10. August 2017, 17:43
Raphaela hat geschrieben:
Donnerstag 10. August 2017, 16:19
ar26 hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 14:36
So. Jetzt mal von Ehemann (2 geborene, ein ungeborenes Kind) zu zölibaterem Kleriker. Ich fühle mich nicht(!) davon verletzt, dass die Kirche lehrt, Dein Stand steht über meinem. Vielmehr erwarte ich, dass Du die Freiheiten Deines Standes nutzt, um mehr mit Gott zu kommunizieren und ihm zu dienen, als ich es durch meinen Stand, jedenfalls gegenwärtig, je könnte; also beten, die Sakramente spenden und die Gläubigen lehren. Der Zölibat ist nicht mein Thema, ich kann mir aber kaum vorstellen, daß man Kleriker sein kann, wenn man gleichzeitig familiäre Pflichten hat, wie ich sie habe.
Da ich eine zölibatäre Berufung lebe:
Welche Vorteile deines Standes als verheirateter Familienvater nutzt du denn? Beziehungsweise welche Pflichten? Oder gehörst du auch zu den Personen, die sagen, dass die Religionslehrer und die Kirche dafür zuständig sind, den Kindern den Glauben an Gott beizubringen???
Gläubige lehren nennst du als einen Punkt. Das geht nur, wenn die Eltern auch offen dafür sind, mit ihrem Kind selbst über den Glauben sprechen, dies im Glauben erziehen! Das ist also ein Thema von dir und eine familiere Pflicht! Du bist dazu berufen, mit deinen Kindern zu beten und sie zu gläubigen Menschen zu erziehen.
Raphaela, was bringt Dich dazu, aus dem Halbsatz "mehr als ich es je könnte" zu schließen, ar26 würde Elternpflichten auch nur im Mindesten vernachlässigen oder abschieben?

-edited-
Ich weiß,wie oft ein Beitrag negativ beantwortet wird, nur weil der Beitrag von umusungu ist.
Für mich hat sich es so gelesen, als ob ar26 sich eben über umusungu aufregen will.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Vir Probatus
Beiträge: 3475
Registriert: Freitag 28. Januar 2011, 19:45
Wohnort: EB PB

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 11. August 2017, 07:15

Raphaela hat geschrieben:
Donnerstag 10. August 2017, 16:19
ar26 hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 14:36
umusungu hat geschrieben:
Freitag 4. August 2017, 20:49
Hubertus hat geschrieben:
Freitag 4. August 2017, 18:24
Einer 'besonderen Form der Katechese' (was soll das eigentlich sein?) bedarf allerhöchstens die Frage, warum die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen grundsätzlich dem Ehestand vorzuziehen ist. Allgemein kann zu dieser Frage empfohlen werden:
Pius XII.: Enzyklika "Sacra virginitas" über die heilige Jungfräulichkeit (25. März 1954)
Diese Bevorzugung der Ehelosigkeit gegenüber der Ehe war in meinen Augen eine Beweihrächerung des eigenen ehelosten Standes.
Es wurde völlig übersehen, dass die Ehe ein Sakrament ist - die Ehelosigkeit aber keinesfalls.
Diese Bevorzugung der Ehelosigkeit hat die Eheleute schwer verletzt! Das haben meine Eltern oft genug zum Ausdruck gebracht.
Es ist gut, dass dieses Denken in unserer Kirche überwunden ist....
So. Jetzt mal von Ehemann (2 geborene, ein ungeborenes Kind) zu zölibaterem Kleriker. Ich fühle mich nicht(!) davon verletzt, dass die Kirche lehrt, Dein Stand steht über meinem. Vielmehr erwarte ich, dass Du die Freiheiten Deines Standes nutzt, um mehr mit Gott zu kommunizieren und ihm zu dienen, als ich es durch meinen Stand, jedenfalls gegenwärtig, je könnte; also beten, die Sakramente spenden und die Gläubigen lehren. Der Zölibat ist nicht mein Thema, ich kann mir aber kaum vorstellen, daß man Kleriker sein kann, wenn man gleichzeitig familiäre Pflichten hat, wie ich sie habe.
Da ich eine zölibatäre Berufung lebe:
Welche Vorteile deines Standes als verheirateter Familienvater nutzt du denn? Beziehungsweise welche Pflichten? Oder gehörst du auch zu den Personen, die sagen, dass die Religionslehrer und die Kirche dafür zuständig sind, den Kindern den Glauben an Gott beizubringen???
Gläubige lehren nennst du als einen Punkt. Das geht nur, wenn die Eltern auch offen dafür sind, mit ihrem Kind selbst über den Glauben sprechen, dies im Glauben erziehen! Das ist also ein Thema von dir und eine familiere Pflicht! Du bist dazu berufen, mit deinen Kindern zu beten und sie zu gläubigen Menschen zu erziehen.
"Zölibatäre Berufung": Was ist das?
Gibt es das überhaupt "offiziell"?
Und was ist daran besser als eine Mutter, egal wie viele Kinder sie hat? Gibt es Dir das Recht, dich über diese Mutter zu erheben?

In der Kirche gibt es letztlich so ziemlich alles, nur oft inoffiziell. So auch den wiederverheirateten Diakon.
Meine Frage ging aber dahin, ob man sich diese Regeln heute noch leisten kann.
Und es ist auch ein humanitärer Gesichtspunkt dabei. Wenn ein 89 jähriger heiratet, hat das wohl ach Gründe in der Altersversorgung und zwar auf beiden Seiten.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

Benutzeravatar
ar26
Beiträge: 2642
Registriert: Sonntag 19. November 2006, 10:46
Wohnort: Kurfürstentum Sachsen

Re: Ständiger Diakon - Erfahrungen?

Beitrag von ar26 » Montag 14. August 2017, 23:17

@Raphaela
Ich denke, nach ein paar Tausend Beiträgen hier, kann man den Nutzer ein wenig einschätzen. Religion ist Teil unseres familiären Lebens, das ist selbstverständlich. Unter der Woche erschöpft sich das bei mir allerdings damit, mit meiner Tochter im Auto zu beten, während wir zum Kindergarten fahren, Credo, Vater unser und
Ave Maria kann sie schon mitbeten, wenn sie sich konzentriert; zudem formuliert sie auch ein eigenes Gebet für die Familie usw. Mein Sohn ist erst etwas mehr als ein Jahr.

Umusungus Beitrag war für mich kein Aufreger, ihm war aber zu widersprechen. Denn er hat aus einer Rolle heraus argumentiert, die nicht seine ist, aber meine.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Benutzeravatar
HeGe
Moderator
Beiträge: 12552
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: Ständiger Diakon

Beitrag von HeGe » Mittwoch 22. November 2017, 13:24

katholisch.de hat geschrieben: "Der Römerkragen widerte mich an"

Wolfgang Speicher zählt zu den weltweit ersten verheirateten Männern, die zum Ständigen Diakon geweiht wurden. Im katholisch.de-Interview berichtet er von der wichtigen Rolle, die der Kölner Kardinal Joseph Frings dabei spielte. Außerdem erklärt er, warum seine Weihe im April 1968 für Ärger sorgte. [...]
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 21771
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13
Kontaktdaten:

Re: Ständiger Diakon

Beitrag von Niels » Mittwoch 22. November 2017, 14:41

"Der Römerkragen widerte mich an"
:patsch:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

Benutzeravatar
Petrus_Agellus
Beiträge: 166
Registriert: Freitag 19. Februar 2016, 15:02

Re: Ständiger Diakon

Beitrag von Petrus_Agellus » Mittwoch 22. November 2017, 22:50

Das ist drastisch, aber angesichts derartiger Erfahrungen nicht ganz unnachvollziehbar:
Ein Priester schrieb mir: "Wie können Sie die Heilige Kommunion austeilen, wenn Sie doch mit Ihren Händen eine Frau berühren?" Manche wurden in ihrer Kritik noch deutlicher und wünschten mir, dass der Herrgott mich vor der Steinigung und dem Feuertod bewahren möge.

Benutzeravatar
Cath1105
Beiträge: 570
Registriert: Freitag 1. Oktober 2010, 11:34
Wohnort: Balve
Kontaktdaten:

Re: Ständiger Diakon

Beitrag von Cath1105 » Sonnabend 25. November 2017, 14:10

Heute morgen auf EWTN Weihe von Ständigen Diakonen im Kölner Dom.
ET VERBUM CARO FACTUM EST

Benutzeravatar
Cath1105
Beiträge: 570
Registriert: Freitag 1. Oktober 2010, 11:34
Wohnort: Balve
Kontaktdaten:

Re: Ständiger Diakon

Beitrag von Cath1105 » Donnerstag 30. November 2017, 19:54

Wenn ich mit dem Fernkurs Theologie im Jahr 2005 weiter gemacht hätte, wäre ich jetzt auch einer von denen.
ET VERBUM CARO FACTUM EST

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema