Jungfrauenweihe

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

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Clemens
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Jungfrauenweihe

Beitrag von Clemens » Donnerstag 27. März 2008, 14:42

Ich habe noch nicht gewusst, was die "Jungfrauenweihe" ist.

Wie häufig/selten sind solche heute in Deutschland?

Alles Gute für Euren Dienst,

Clemens

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Linus
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Beitrag von Linus » Donnerstag 27. März 2008, 14:48

"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Chiara
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Beitrag von Chiara » Donnerstag 27. März 2008, 15:02

Die Häufigkeit variiert, v.a. gibt es außerhalb Deutschlands viel mehr Jungfrauenweihen - und dies mit einer weitaus größeren Selbstverständlichkeit und Öffentlichkeit.

Ein Überblick für die Erzdiözese Paderborn in den letzten zehn Jahren:
1997: zwei Neugeweihte (ein Termin)
2002: vier Neugeweihte (zwei Termine)
2004: eine Neugeweihte
2008: eine Neugeweihte, eine Kandidatin (Weihe in diesem Jahr), eine Bewerberin für die Kandidatur
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songul
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Beitrag von songul » Donnerstag 27. März 2008, 15:15

Mich hätte schon interessiert von was leben diese Frauen konkret,
weshalb wählen sie diesen Weg und nicht ein Säkulärinstitut oder eine Beginen Gemeinschaft oder auch als Erimitin z. B.?

Die tätigen Orden brauchen dringend Nachwuchs; was bewegt eine sich nicht einer solchen Gemeinschaft anzuschließen?

Beim Lesen dieser Links kam mir so ein bischen der Eindruck auf, eine gewisse Bindungsangst könnte auch der Grund sein, sich nicht einer Gemeinschaft anzuschließen oder auch Regeln befolgen zu müssen.

Also, das ist jetzt nicht meine Meinung; nur so ein Eindruck.

Ich hätte da schon noch gerne etwas mehr Aufklärung.

LG Songul

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Beitrag von Linus » Donnerstag 27. März 2008, 15:22

Ich kenne eine Wiener Jungfrau - die auch vorher in einigen Klöstern scvhnuppern war - die Bindungsangst mag uA (ich orte eher ein Problem beim thema Gehorsam) ausschlaggebend sein
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Beitrag von Ecce Homo » Donnerstag 27. März 2008, 16:36

Es ist eben eine andere Berufung als im Kloster - ähnlich, aber anders... Wie kann man jemanden, der die Klosterberufung nicht hat, dazu "zwingen"? Ebenso kann man eine Ordensschwester nicht zwingen, gottgeweihte Jungfrau werden zu wollen... genausowenig kann man jemanden, der nicht zur Ehe berufen ist, zwingen zu heiraten.
Zum gemeinschaftlichen lebenden Orden - auch wenn es ein tätiger Orden ist, muss man ja auch berufen sein -

wer es fassen kann, der fasse es...

NIcht immer alles auf "Bindungsangst" o.Ä. runterpsychologisieren... seien wir lieber froh, dass es viele verschiedene Berufungen gibt...
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
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Beitrag von Chiara » Donnerstag 27. März 2008, 16:49

Ecce Homo hat geschrieben: Es gibt die Jungfrauenweihe auch für Frauen, die in der Welt leben (nicht in einem Orden)...
Eigentlich müsste es umgekehrt heißen: neben der eigentlichen, eine besondere kanonische Lebensform begründenden Jungfrauenweihe gibt es in einigen wenigen Orden den Brauch, sie bei der Ewigen Profess zu spenden. Sie hat dort natürlich keine rechtliche Bedeutung.
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Beitrag von Ecce Homo » Donnerstag 27. März 2008, 19:46

Ich weiß schon, aber ich hatte es nur so geschrieben, weil der Ausgangspunkt ja die Frage war, welcher Orden das denn (wenn überhaupt) sei... :kiss:
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Beitrag von elvira » Donnerstag 27. März 2008, 21:01

songul hat geschrieben:Mich hätte schon interessiert von was leben diese Frauen konkret,
weshalb wählen sie diesen Weg und nicht ein Säkulärinstitut oder eine Beginen Gemeinschaft oder auch als Erimitin z. B.?

Die tätigen Orden brauchen dringend Nachwuchs; was bewegt eine sich nicht einer solchen Gemeinschaft anzuschließen?

Beim Lesen dieser Links kam mir so ein bischen der Eindruck auf, eine gewisse Bindungsangst könnte auch der Grund sein, sich nicht einer Gemeinschaft anzuschließen oder auch Regeln befolgen zu müssen.

Also, das ist jetzt nicht meine Meinung; nur so ein Eindruck.

Ich hätte da schon noch gerne etwas mehr Aufklärung.

LG Songul
Hey Songul,
ich habe Jahre in einem Kloster verbracht und kenne daher diese und jene Lebensform. Die klösterliche ist nicht die einzige. Bei mir waren es gewiss nicht Bindungsängste, sondern ich habe erkannt, dass ich hier in meinem Dienst Gott und den Menschen besser dienen kann. Du darfst vielleicht auch nicht vergessen, dass es in der Kirche zuerst die geweihten Jungfrauen gab, die zuhause lebten, arbeiteten, beteten etc. und sich erst im Laufe der Jahrhunderte daraus feste Zusammenschlüsse solcher Frauen in fixen Häusern (heute Klöster) herausbildeten. Also die Klausur kam bei Gott erst viel später; davor lebten (gott-)geweihte Frauen in ihren Familien weiter. Die wären nicht auf die Idee gekommen, sich von den anderen abzukapseln.
Es sind auch nicht die Orden, die Nachwuchs brauchen, sondern zuerst sind es aktive, engagierte Laien die die Kirche braucht. Wenn sich die aktiven Frommen alle in Klöstern zusammenrotten - wer soll denn noch in der Welt Zeugnis von Gott geben? Also es soll ins Kloster gehen wer will, ich freue mich; ich habe auch noch immer sehr gute Kontakte zum Orden. Doch wir brauchen ganz dringend aktive Christen, die in dieser Welt Zeugnis von Gott geben! Wir müssen in dieser Welt leben aber nicht von dieser Welt sein.
Und hätte ich auch alle begehbaren Sünden auf dem Gewissen, ich ginge hin, das Herz von Reue gebrochen, mich in die Arme von Jesus zu werfen, denn ich weiss, wie sehr Er das verlorene Kind liebt, das zu Ihm zurückkehrt (Thérèse von Lisieux).

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Beitrag von Raphaela » Donnerstag 27. März 2008, 21:49

Chiara hat geschrieben:Die Häufigkeit variiert, v.a. gibt es außerhalb Deutschlands viel mehr Jungfrauenweihen - und dies mit einer weitaus größeren Selbstverständlichkeit und Öffentlichkeit.

Ein Überblick für die Erzdiözese Paderborn in den letzten zehn Jahren:
1997: zwei Neugeweihte (ein Termin)
2002: vier Neugeweihte (zwei Termine)
2004: eine Neugeweihte
2008: eine Neugeweihte, eine Kandidatin (Weihe in diesem Jahr), eine Bewerberin für die Kandidatur
In diesen letzten Jahren die Hälfte von denen, die es im Bistum gibt?
Wann war die erste Jungfrauenweihe.
Und wer war Person Nr. 2 1997? - Ich kenne nur C.B., und die hat nie erzählt, dass sie nicht alleine war

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Chiara
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Beitrag von Chiara » Donnerstag 27. März 2008, 21:54

@ songul

Man darf nicht den Fehler machen, das gottgeweihte Leben in der Welt und ohne "vita communis" vs. Kloster parallel zu setzen zu Singleleben vs. Ehe/Familie.

Und die mir bekannten heutigen Beginen haben leider extrem wenig mit Christsein oder Gottgeweihtsein zu tun...

Generell bitte ich immer darum, die Virgines nicht an Orden oder Säkularinstituten zu messen, weil eine gottgeweihte Jungfrau dann nichts anderes mehr ist als eine
- gemeinschaftslose
- klausurlose
- äbtissinlose
- professlose
- habitlose...
...Nonne.
Also ein defizitäres Wesen, sozusagen noch weniger als die "halben Ordensleute" der Säkularinstitute (das ist nicht meine Meinung, aber so hat man die Säkularinstitute zu Beginn angesehen).

Wir haben achthundert Jahre eigene Geschichte, die durch die Schriften der Kirchenväter (i. d. R. Bischöfe, die für die Praxis ihrer eigenen Jungfrauen schrieben) gut dokumentiert ist. Viel davon ist grundsätzlich heute anwendbar - z.B. der Dienst des Stundengebets.
Zuletzt geändert von Chiara am Donnerstag 27. März 2008, 23:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Raphaela » Donnerstag 27. März 2008, 21:55

songul hat geschrieben:Mich hätte schon interessiert von was leben diese Frauen konkret,
weshalb wählen sie diesen Weg und nicht ein Säkulärinstitut oder eine Beginen Gemeinschaft oder auch als Erimitin z. B.?

Die tätigen Orden brauchen dringend Nachwuchs; was bewegt eine sich nicht einer solchen Gemeinschaft anzuschließen?

Also, das ist jetzt nicht meine Meinung; nur so ein Eindruck.

Ich hätte da schon noch gerne etwas mehr Aufklärung.

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Gegenfrage:
Warum gibt es Diözesanpriester, die alleine leben?
Warum gehen diese Priester nicht in ein Kloster, wo dort doch auch Nachwuchsmangel herrscht?

Dies ist das gleiche "Problem".
Berufungen sind verschieden, bei Priestern finden es die Leute normal, dass diese alleine leben. Und es gibt eben ebenso gottgeweihte Jungfrauen.
Und zu den Eremitinnen: Nicht alle Eremitinen gehören einer Gemeinschaft an. Im Gegensatz zu Jungfrauen suchen sie mehr Einsamkeit. Jungfrauen können auch einen ziemlich anstrengenden Beruf haben, sind ziemlich gefordert.

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Chiara
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Beitrag von Chiara » Donnerstag 27. März 2008, 22:05

Raphaela hat geschrieben:In diesen letzten Jahren die Hälfte von denen, die es im Bistum gibt?
Wann war die erste Jungfrauenweihe.
Und wer war Person Nr. 2 1997? - Ich kenne nur C.B., und die hat nie erzählt, dass sie nicht alleine war
Ich hätte es auch nicht erzählt. ;D Deswegen sage ich es jetzt auch nicht. Aber das hast du hoffentlich auch nicht erwartet...

Die erste Weihe war 1984, und das machte vier von jetzt siebzehn oder achtzehn aus (ich weiß nicht, ob eine Verstorbene in der Statistik mitgezählt wurde).

In den letzten Jahren ist viel passiert, weil wir keine so strenge Arkandisziplin geübt haben wie die ersten. Das lag auch am damaligen Bischofsvikar, der der Ansicht war, dass diejenigen, die berufen sind, irgendwie von alleine auf den Trichter kommen (ob er bei der Sorge für die Priester- und Ordensberufungen genauso gesprochen hätte? :hmm: ).
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Chiara
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Beitrag von Chiara » Donnerstag 27. März 2008, 22:18

Das Alleinsein und oft eben der Zölibat bedeuten für nicht wenige Priester auch ein gewisses Leiden - vor allem, wenn sie beides nur funktional sehen sollen... Meine Studienfreunde haben mir gelegentlich gesagt, dass in den Momenten, wenn die priesterliche Lebensform ihnen schwer fällt, meine sehr ähnliche Lebensform ihnen ein Trost ist. Eine gewisse geschwisterliche Solidarität...
Mein Kandidaturleiter (ein damals 36jähriger, also recht junger Priester) hat mir damals nach dem ersten geistlichen Gespräch sinngemäß gesagt: "An Ihrer Berufung sieht man den Sinn des (priesterlichen) Zölibats sogar deutlicher, weil er bei Ihnen nicht durch das Amt funktionalisiert werden kann."
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Beitrag von elvira » Freitag 28. März 2008, 07:36

Chiara hat geschrieben:Das Alleinsein und oft eben der Zölibat bedeuten für nicht wenige Priester auch ein gewisses Leiden - vor allem, wenn sie beides nur funktional sehen sollen... Meine Studienfreunde haben mir gelegentlich gesagt, dass in den Momenten, wenn die priesterliche Lebensform ihnen schwer fällt, meine sehr ähnliche Lebensform ihnen ein Trost ist. Eine gewisse geschwisterliche Solidarität...
Mein Kandidaturleiter (ein damals 36jähriger, also recht junger Priester) hat mir damals nach dem ersten geistlichen Gespräch sinngemäß gesagt: "An Ihrer Berufung sieht man den Sinn des (priesterlichen) Zölibats sogar deutlicher, weil er bei Ihnen nicht durch das Amt funktionalisiert werden kann."
Ganz genau! Auch ich sehe das unter diesen zwei Aspekten: die Priester in diesem Lebensstand "bestärken"; genau dadurch, dass wir den Zölibat ganz bewusst und frei gewählt haben, was ja der Priester nicht wirklich kann sondern muss. Also wahrhaft keine Konkurrenz zu den Priestern, sondern ein bewusstes mit ihnen gehen in dieser Lebensform, freiwillig. Und wir tun es ja nicht für uns, für unser Ansehen, sondern weil wir unsere ganze Hoffnung, oft wider alle Hoffnung, auf diesen einen Gott setzen, der gesagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das volle Leben.
Und hätte ich auch alle begehbaren Sünden auf dem Gewissen, ich ginge hin, das Herz von Reue gebrochen, mich in die Arme von Jesus zu werfen, denn ich weiss, wie sehr Er das verlorene Kind liebt, das zu Ihm zurückkehrt (Thérèse von Lisieux).

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Linus
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Beitrag von Linus » Freitag 28. März 2008, 10:49

elvira hat geschrieben: Ganz genau! Auch ich sehe das unter diesen zwei Aspekten: die Priester in diesem Lebensstand "bestärken"; genau dadurch, dass wir den Zölibat ganz bewusst und frei gewählt haben, was ja der Priester nicht wirklich kann sondern muss.
Bitte fall doch nicht - gerade als zölibatär Lebende - auf die Lüge des "Zwangszölibats für Priester" rein. (Mich schockt deine Aussage doch). :shock: Erstens ist er freiwillig (mich hat im Gegenzug auch niemand gezwungen meiner Frau anzuhangen) und zweitens ist er keine durch göttliches Gesetz gegebene unumstößliche Pflicht (Ich sag nur Priesterweihe ED Wien, 2007: H. Höbart(h?)
Also wahrhaft keine Konkurrenz zu den Priestern, sondern ein bewusstes mit ihnen gehen in dieser Lebensform, freiwillig. Und wir tun es ja nicht für uns, für unser Ansehen, sondern weil wir unsere ganze Hoffnung, oft wider alle Hoffnung, auf diesen einen Gott setzen, der gesagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das volle Leben.
Das klingt schon viel besser :ja: :freude:
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Beitrag von cantus planus » Freitag 28. März 2008, 12:12

Linus hat geschrieben:Erstens ist [der Zölibat] freiwillig (mich hat im Gegenzug auch niemand gezwungen meiner Frau anzuhangen) und zweitens ist er keine durch göttliches Gesetz gegebene unumstößliche Pflicht.
Da bin ich aber froh, dass dein holdes Eheweib keine Gewalt angewendet hat, um dich zum Altar zu schleppen. :D
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Beitrag von Raphaela » Freitag 28. März 2008, 14:04

@ Elvira und Chiara
Nur zum besseren Verständnis: Die Gegenfrage habe ich mit Absicht an Songul gerichtet, da ich eigentlich keinen kenne, der das Argument liefert, wenn jemand Priester wird, solle dieser doch in ein Kloster einteten.
Ich selber lebe auch bewusst zölibatär.

Ansonsten nochmals für Songul und die Allgemeinheit:
Warum soll also nicht das, was bei Priestern für selbstverständlich erachtet wird, auch bei Frauen sein dürfen?

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Maria Walburga
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Beitrag von Maria Walburga » Freitag 28. März 2008, 14:08

Linus hat geschrieben: Ich sag nur Priesterweihe ED Wien, 2007: H. Höbart(h?)
Der war, bzw. ist aber Konvertit und war vorher evangelischer Pfarrer. Für solche Fälle gelten Sonderregeln.

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songul
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Beitrag von songul » Freitag 28. März 2008, 23:03

Hallo Mädels (Chiara, Elvira, Raphaela...),
@ Elvira und Chiara
Nur zum besseren Verständnis: Die Gegenfrage habe ich mit Absicht an Songul gerichtet, da ich eigentlich keinen kenne, der das Argument liefert, wenn jemand Priester wird, solle dieser doch in ein Kloster einteten.
Ich selber lebe auch bewusst zölibatär.
Also, ich kann mich jetzt nicht richtig daran erinnern so etwas als Argument angeführt hätte. :kratz:

Ich bin sowieso orthodox; bei uns dürfen Priester vor der Weihe heiraten, danach allerdings nicht mehr. Und komm mir jetzt keiner und vergleiche unsere Priester mit denen der Evangelischen; die unsrigen haben vollgültige Weihen, die auch von der r-katholischen Kirche anerkannt werden.
Insofern....?
Ich stehe auch überhaupt auf dem Standpunkt, dass es über das Zölibatsgebot r-katholischer Priester nichts zu diskutieren gibt; darüber hat der Hl. Stuhl im Vatikan zu entscheiden. Dort wurde es einmal eingesetz und nur sort kann es wieder aufgehoben werden.

Wem das nicht zusagt, kann sich ja für ein Aternativ Modell entscheiden, wenn er Priester werden möchte.

Ausserdem, angesichts des allgemeinen Priestermangels, wäre es wirklich nicht nützlich jeden zölibatär lebenden Priester ins Kloster zu schicken.(das wären dann alle :hmm: )

Ich wusste wirklich nicht dass es Euch gibt; ich habe meine Fragen einfach so gestellt wie sie mir einfielen, was mich halt zu dem Thema interessiert hat.

Auch bei uns gibt es Diskussionen wie Frauen ausser als Nonne Formen des Gottgeweihten Lebens für sich in Anspruch nehmen können.
Mindestens zwei Orthodoxe Kirchen haben das Amt der Diakonisse wieder eingeführt. Es gab auch immer wieder Frauen die sich von Gesellschaft insofern getrennt haben, um sich ganz dem Herrn zu widmen, ohne gleich ins Kloster zu gehen.

Man kann sich darüber mit seinem geistlichen Vater besprechen.

Alles hat seine Zeit, und so denke ich in einer immer religionsloser werdenden Gesellschaft können solche Frauen ein Beispiel dafür geben, dass man sich völlig Christus übergibt und trotzdem voll im Leben steht; also wenn ich richtig verstanden habe, ist das bei Euch so.

In unserer ziemlichen Single Gesellschaft wäre das vielleicht überhaupt ein Lebensmodell für Frauen, zumindest als Impuls und wie ich meine nicht nur für Frauen auch für Männer.

Würde unserer Gesellschaft sicher nicht schaden.

Es sollte sich wohl nur noch mehr herumsprechen.

LG Songul

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Beitrag von elvira » Sonnabend 29. März 2008, 07:44

Hallo Songul,
ich wusste nicht, dass du orthodox bist. Und es ist gut, dass du deine Fragen stellst; die Antworten waren ja auch nicht böse gemeint.

Du sagst, dass ihr Diakonissen habt. Das finde ich super. Doch was die Jungfrauenweihe anbelangt, so hat sie nichts mit einem Amt in der Kirche zu tun, sie bringt eine mystische Verbindung mit Christus zum Ausdruck. Natürlich wird eine Gottgeweihte, sofern sie nicht einen kirchlichen Beruf hat, sich in ihrer Freizeit in der oder der Form in der Pfarre/Kirche einbringen, aber wie gesagt ohne amtliche Funktion. Auch die Ordensprofess bringt dir ja keine amtliche Funktion in der Kirche.

"In unserer ziemlichen Single Gesellschaft wäre das vielleicht überhaupt ein Lebensmodell für Frauen, zumindest als Impuls und wie ich meine nicht nur für Frauen auch für Männer."

Ja, wäre schön. Leider ist das Verständnis für ein religiös motiviertes "SingleLeben" ziemlich 0. Ich habe mit den Firmbegleitern geredet, dass sie die Firmlinge auf kirchliche Berufe ansprechen sollen. Dann hat mir eine, die in der Pfarre sehr aktiv ist, gesagt, dass wenn eines ihrer Kinder Pfarrer werden oder ins Kloster gehen wollte, sie das bestimmt nicht akzeptieren werde. Tja, was sagt man da drauf?
Leider wurden wir dann unterbrochen und so habe ich ihre Beweggründe nicht mehr erfahren.
Unter Singleleben, denke ich, versteht man doch heute nur noch, dass jemand zur Zeit niemanden für Tisch und Bett hat; das kann morgen schon anders sein und übermorgen ist wieder jemand anderer da. Single drückt nur einen momentanen Zustand aus, keine Lebenseinstellung. Genauso ist der Begriff "kirchlich ledig": die leben seit 8 Jahren zusammen, haben 2 Kinder und sind "kirchlich ledig"!!?? Was soll denn das sein?

Ich bete bei fast jeder hl. Messe, dass der Herr seinen Hl. Geist ausgießen möge über die Pfarrgemeinde und alle etwas vom Feuer des Hl. Geistes spüren mögen; dass ER ihre Herzen öffne für Seine Stimme und so manche(r) über eine Berufung in den kirchlichen Dienst nachdenken möge. Unser Pfarrer sagt immer: "Wir brauchen den Hl. Geist blutig notwendig!"
Und hätte ich auch alle begehbaren Sünden auf dem Gewissen, ich ginge hin, das Herz von Reue gebrochen, mich in die Arme von Jesus zu werfen, denn ich weiss, wie sehr Er das verlorene Kind liebt, das zu Ihm zurückkehrt (Thérèse von Lisieux).

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Beitrag von Ecce Homo » Sonnabend 29. März 2008, 08:30

Kurze Zwischenbemerkung zur "Weihe"-Frage... da lag jetzt eben die Crux... Das deutsche Wort kennt nur ein Wort: "Weihe" eben.

Im Lateinischen wird da etwas differenziert:

Priesterweihe (Amt etc.): "Ordinatio"
Abtsweihe: "Benedictio"
Jungfrauenweihe: "Consecratio"

Vielleicht hilft das Außenstehenden etwas---

Weihe ist nicht gleich Weihe... auch wenn das deutsche Wort das nahelegt... es geht also bei der Jungfrauenweihe wirklich nicht um ein "Amt" oder so was... sondern es ist, wie Elvira es schon sagte... :ja:
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Beitrag von Margret » Sonnabend 29. März 2008, 09:25

Unser Pfarrer sagt immer: "Wir brauchen den Hl. Geist blutig notwendig!"
Der Hl. Geist ist doch da! Weiß das der Herr Pfarrer denn nicht?
"Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder" - von welchem Geist wird Herr Pfarrer denn getrieben?
Was hat er eigentlich gelernt? Woraus hat er diese "Weisheit" geschöpft?

*kopfschüttel*

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Beitrag von Margret » Sonnabend 29. März 2008, 09:26

Ecce Homo hat geschrieben:Kurze Zwischenbemerkung zur "Weihe"-Frage... da lag jetzt eben die Crux... Das deutsche Wort kennt nur ein Wort: "Weihe" eben.

Im Lateinischen wird da etwas differenziert:

Priesterweihe (Amt etc.): "Ordinatio"
Abtsweihe: "Benedictio"
Jungfrauenweihe: "Consecratio"

Vielleicht hilft das Außenstehenden etwas---

Weihe ist nicht gleich Weihe... auch wenn das deutsche Wort das nahelegt... es geht also bei der Jungfrauenweihe wirklich nicht um ein "Amt" oder so was... sondern es ist, wie Elvira es schon sagte... :ja:
Wer hats erfunden?

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Beitrag von Ecce Homo » Sonnabend 29. März 2008, 09:32

Die Schweizer?
OK, viele davon (nicht alle) sind nur scheinbar katholisch...

Die "Römer", sprich, die Römisch-katholische Kirche? ! ;) :D :mrgreen: ;)
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Beitrag von Chiara » Sonnabend 29. März 2008, 09:33

Hallo songul,

nichts für ungut! ;)

Ansonsten teile ich Elviras Beobachtungen:

"Natürlich beten wir um geistliche Berufungen...
... aber bitte im Nachbarhaus!"

Die Eltern der meisten meiner Mitschwestern hatten große Probleme, ihre Entscheidung zu akzeptieren - wenn sie überhaupt davon wissen. Und das war selbst bei denen der Fall, wo die Eltern wegen des fortgeschrittenen Alters nicht mehr ernsthaft mit einer Heirat und ggf. Enkelkindern rechnen konnten, oder wo noch andere Söhne und Töchter da waren, die bereits verheiratet/auf dem Weg zur Eheschließung waren und für Enkel gesorgt hatten...
Die Arkandisziplin führte außerdem dazu, dass noch nicht mal die Beteiligung des Diözesanbischofs die Verwandten davon überzeugen konnte, dass das Ganze gut katholisch ist...
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Beitrag von Chiara » Sonnabend 29. März 2008, 09:46

Vielleicht ein Hinweis zur Begrifflichkeit für diejenigen, die weniger damit zu tun haben (so in Liturgiewissenschaft gelernt):

- unter "ordinatio" war immer die Anteilgabe am Weihesakrament, dem "Ordo", zu verstehen (allerdings kann das Wort "Ordo" auch in Zusammenhang mit den Virgines gebraucht werden, nämlich "Ordo consecrationis virginum" = "Die Feier der Jungfrauenweihe" oder "Ordo Virginum" = "Stand der Jungfrauen" - beides hat aber nichts mit dem Weihesakrament und dem Begriff "Ordinatio" zu tun!)
- unter "benedictio" versteht man Segnungen, also Sakramentalien, die die zu segnende Person oder den Gegenstand in ihrem bisherigen Sinnzusammenhang belassen, z.B. Pilgersegen, Segnung von Kerzen...
- unter "consecratio" versteht man die Aussonderung eines Gegenstandes oder einer Person für den Dienst Gottes, also ein Hineinstellen des "Objekts" in einen neuen Sinnzusammenhang. Das bezog sich nach früherer Nomenklatur z.B. auch auf Kirche, Altar, Kelch..., allerdings verwendet man da in den liturgischen Büchern inzwischen wieder einen anderen Begriff, nämlich "dedicatio"...

Auch "consecrationes" an sich sind Sakramentalien, auch wenn der Begriff an zwei Stellen (der Tradition wegen) für eindeutig sakramentale Handlungen gebraucht wird: die Konsekration der eucharistischen Gaben und die Bezeichnung der Bischofsweihe als "consecratio episcopi" (letzteres stammt allerdings aus einer Zeit, als die Sakramentalität der Bischofsweihe nicht eindeutig geklärt war).
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Beitrag von Wanda » Sonnabend 29. März 2008, 11:05

Als Mitleserin habe ich eine Verständnisfrage: Was bedeutet "Arkandisziplin" konkret im Zusammenhang mit der Jungfrauenweihe?
Dass (vollständige) Verschwiegenheit darüber bewahrt wird...? Und welche Gründe gibt es dafür? Würde mich über Antwort freuen. Danke schon mal!

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Beitrag von Clemens » Sonnabend 29. März 2008, 11:07

Margret hat geschrieben:
Unser Pfarrer sagt immer: "Wir brauchen den Hl. Geist blutig notwendig!"
Der Hl. Geist ist doch da! Weiß das der Herr Pfarrer denn nicht?
"Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder" - von welchem Geist wird Herr Pfarrer denn getrieben?
Was hat er eigentlich gelernt? Woraus hat er diese "Weisheit" geschöpft?

*kopfschüttel*
Und warum betet man dann "Komm, heiliger Geist.... (veni sancte spiritus)"?

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Beitrag von songul » Sonnabend 29. März 2008, 11:43

Margret hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Unser Pfarrer sagt immer: "Wir brauchen den Hl. Geist blutig notwendig!"


Der Hl. Geist ist doch da! Weiß das der Herr Pfarrer denn nicht?
"Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder" - von welchem Geist wird Herr Pfarrer denn getrieben?
Was hat er eigentlich gelernt? Woraus hat er diese "Weisheit" geschöpft?

*kopfschüttel*
Und warum betet man dann "Komm, heiliger Geist.... (veni sancte spiritus)"?
Vollkommen richtig!

Es ist nicht so wie bei vielen Evangelikalen, die einfach behaupten, alles steht immer zu Verfügung, alles ist OK ,die Heilsgewissheit sowiso garantiert - Hauptsache man glaubt an Jesus.

Ich glaube auch die Herzen müssen sich schon öffnen; in einem verhärteten Herzen kann der Hl Geist nicht wirken.
Es heißt nicht umsonst "Sursum corda".

Gerade unsere Priester, denke ich, empfinden sehr stark die Defizite ihrer Gläubigen, gerade wärend der Hl Liturgie (Hl Messe).

Wie dem auch sei, ohne die tägliche Unkehr und ohne Anstrengung geht gar nichts.

LG Songul

Raphaela
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Beitrag von Raphaela » Sonnabend 29. März 2008, 12:01

@ Songul
Ich wusste auch nicht, dass du othodox bist. - Und die Gegenfrage habe ich nicht gestellt, weil du da was zum Zölibat der Priester geäußerst hättest, sondern einfach "zum besseren Verständnis" (weiß gerade nicht, wie ich mich da ausdrücken soll...)
Du kannst ja gerne mal von der orthodoxen Kirche mehr berichten, wie die Diakonissen z. B. leben oder was für Möglichkeiten es da noch gibt.

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Jacinta
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Beitrag von Jacinta » Sonnabend 29. März 2008, 12:25

Maria Walburga hat geschrieben: Der war, bzw. ist aber Konvertit und war vorher evangelischer Pfarrer. Für solche Fälle gelten Sonderregeln.
Gibt es solche Sonderregeln auch für Jungfrauen?

Es wäre doch denkbar, daß eine Frau in jungen Jahren ohne Ehe oder nur standesamtlich Kinder hat, später dann aber katholische wird und die Lebensform als geweihte Jungfrau als Weg für sich entdeckt. Das kann ja auch erst sein, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

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