Bücherregal

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

Moderator: Ecce Homo

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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Sonnabend 5. April 2008, 13:40

Sorry, Sr. Meike, ich hatte oben die Zeile in Deinem Beitrag nicht gesehen - Du meinst dieses Buch: Wenn das Glas zerbirst: Tagebuch einer Novizin (Taschenbuch)
von Martin Werlen (Vorwort), Ulrike Wolitz (Autor)


Mal sehen, vielleicht lege ich mir das zu...

Hat sie, da Du ja das Buch gelesen hast, denn vor dem Eintritt alles verkauft oder verschenkt, da sie nach Deinen Worten mit leeren Händen dasteht?
Interessant ist auch von dieser Seite der Kommentar der Verlegerin (daraus hier ein Auszug)...
"Wenn das Glas zerbirst - Tagebuch einer Novizin" ist ein besonderes Buch. Es ist entstanden, weil viel Glas zerschlagen wurde.(...) Ich bin überzeugt, dass es an die Öffentlichkeit muss. Denn die Autorin hat uns einiges zu sagen. Was sie schreibt, geht nicht nur die Klöster an - die selbstverständlich auch. Es geht uns als Kirche an, als christliche Gemeinschaften, als Pfarreien, als Familien. Es geht uns an - auf welcher Insel auch immer wir leben." (Aus dem Vorwort von Abt Martin Werlen OSB)
"Das Scheitern an menschlichen Unzulänglichkeiten ist nicht das Letzte und kann das Entscheidende, das dahinter und darüber steht, nicht in Frage stellen. Der Blick auf das Ziel, die Bestimmung des Menschen, relativiert den Zustand des Weges, der dorthin führt. Dieses Buch müsste dazu beitragen, dass mehr Menschen sich bewusst, kompromisslos und ohne falsche romantische oder idealisierende Vorstellungen für genau diesen Weg entscheiden." (Aus dem Nachwort der Verlegerin)
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incarnata
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Beitrag von incarnata » Montag 28. April 2008, 00:58

John W. Kiser: die Mönche von Tibhirine:
1996 dringen islamistische terroristen in ein Trappistenkloster im algerischen Atlas-Gebirge ein und nehmen sieben französische Mönche als Geiseln.Wochen später werden deren abgeschnittene Köpfe an einem Baum aufgehängt gefunden-eine Schreckenstat,welche die Weltöffentlichkeit erschüttert.Aber die Ermordung der im Volk beliebten Mönche wird zum Fanal des Friedens für das vom Bürgerkrieg zerrissene Algerien.Ihr leben und Sterben machte sie zu Märtyrern der Nächstenliebe zwischen Christen und Muslimen.

Das Thema ist heute aktueller denn je.Eine wahre Geschichte über die Möglichkeit des Sieges der Liebe über den Hass

Ansata(Econ-Ullstein-List)Verlag ISBN 3-7787-7196-5
hab`s über einen religiösen Handel im Netz als "Schnäppchen" gekauft;
hat sich aber gelohnt !
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HeGe
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Beitrag von HeGe » Montag 28. April 2008, 16:37

Ein gutes Buch. Habe ich damals antiquarisch für 3 Euro gekauft, hat sich aber wirklich gelohnt. :ja:
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Re: in der stille vieler stunden

Beitrag von Chrysostomus » Dienstag 29. April 2008, 18:27

Hallo, das ist mein erstes Posting hier :ikb_shy:
Ich hoffe, es ist ok, wenn ich mich hier einfach so frech in die Diskussion einmische!
sr.meike hat geschrieben:So, hab das "Monumentalwerk" [d.i. Fünf Kartäuser-Novizen auf der Suche nach Gott] jetzt auch gelesen. Kann man lesen, muss man aber nicht.
Dass von 5 Novizen nur einer bleibt, ist mal wieder nicht sehr ermutigend.
Ich hab das Buch auch daheim, da ich persönlich mich sehr für die Kartäuser interessiere und fand es zwar auch nicht ermutigend, dass nur einer bleibt - zumal waren mir die Gründe für das Gehen irgendwie zu unplausibel dargestellt, aber was weiß ich - aber irgendwie ist es ja auch realistisch, dass es nur so wenige sind.
sr.meike hat geschrieben:Diese Freundschaft mit Jesus kommt mir in den Lebensbeschreibungen der Kartäusernovizen einfach zu kurz, bleibt unkonkret. Liturgie und Studium dominieren.
Das Problem dabei ist wahrscheinlich, dass die Autorin ja sicherlich gut recherchiert hat und eine Menge Stoff gesammelt hat und sich sicherlich sehr viel mit Mönchen und den Ex-Mönchen ausgetauscht hat, aber richtig authentisch doch die Erzählung nur dann gewesen wäre, wenn alle fünf Novizen für sich selbst gesprochen hätten. Sie hat ja nur wiedergegeben, aber wer weiß, was die Novizen selber für Worte gefunden hätten, hätten sie selber schreiben wollen. Mir ging es so, dass mir die konkret persönliche Erfahrung einfach in diesem Buch gefehlt hat, notwendigerweise, denn die Autorin selber war ja nicht dabei. Aber so, für einen Einblick, denke ich, wenn man mehr nach den Gegebenheiten als den tiefen geistigen Inhalten sucht, ist es sicher ein lohnenswerter Einblick in eine Kartause, eben weil dann doch mehr "hineingeguckt" wird als bei Literatur, wo der Orden aus der Sicht von Besuchern geschrieben ist (wie beim Buch von Serrou/Valx).


Noch ein in Deutschland eher ungekannter Klassiker:
Pierre de Calan: Cosmas or the Love of God
(im Moment nur auf Englisch erhältlich)
Loyola Classics
978-0-8294-2395-2
ca. 230 Seiten (nur so ein kleines Taschenbuch)
Es geht darin um einen Trappistennovizen, der glaubt, eine Berufung zu haben, aber vom Mönchsleben zutiefst enttäuscht ist. Er kann seine Berufung nicht leben, zweifelt aber trotzdem nicht daran, dass Gott ihn gerufen hat. Die Frage, die das Buch stellt, ist letztendlich, ob er die Berufung nun wirklich hat, auch wenn er sie nicht leben kann, oder ob er sie doch hat, obwohl er sie nicht leben kann.

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Beitrag von HeGe » Dienstag 29. April 2008, 19:43

Herzlich Willkommen im Forum! :huhu: Und vielen Dank für den Buchtipp. Werde ich mal nach Ausschau halten.
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Beitrag von Ecce Homo » Dienstag 29. April 2008, 20:30

Herzlich willkommen hier im Forum, Chrysostomus... :huhu:

Und den Buchtipp, den muss ich mir zu Gemüte führen! Gibt es übrigens hier: *klick*
:mrgreen: :kiss: ;)
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Beitrag von Chrysostomus » Mittwoch 30. April 2008, 15:03

Danke!! :) Ja ich hab das Buch auch von Amazon, nur wollte ich keine Schleichwerbung machen! :D

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Beitrag von HeGe » Donnerstag 1. Mai 2008, 12:17

Mir hat gestern jemand folgendes Buch geschenkt:

Der Heilige Bruno
Vater der Kartäuser

von Gerardo Posada

Wienand Verlag, Köln 1987

ISBN 3-87909-157-9

335 Seiten

Bin mal gespannt, wie es ist. Enthält viele Zitate aus Primärquellen usw., scheint also wissenschaftlich ganz ordentlich zu sein.
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Beitrag von Chrysostomus » Montag 12. Mai 2008, 20:22

Wie gefällt es dir denn? Steht wirklich mehr über den Hl. Bruno drin als anderswo? Meine Erfahrung mit diversen Biographien war eigentlich immer, das es recht wenig Informationen gab...

Ich hab hier noch von den Fontes Christiani die Kartäuserbriefe, falls dich Originaltexte interessieren, die eine (eigentlich ausreichende) Einleitung besitzen plus eben alle erhaltenen Briefe von Bruno, Guigo und Antelm.

Frühe Kartäuserbriefe - Epistulae Cartusianae (lat./dt.)
Bruno Guigo Antelm
bei Herder
3-451-22120-9

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Beitrag von Germanus » Montag 12. Mai 2008, 20:30

Ecce Homo hat geschrieben:Herzlich willkommen hier im Forum, Chrysostomus... :huhu:

Und den Buchtipp, den muss ich mir zu Gemüte führen! Gibt es übrigens hier: *klick*
:mrgreen: :kiss: ;)
Das Buch ist auch in deutscher Sprache erschienen, und zwar 1978 im Verlag Herder, Freiburg, unter dem Titel:
Cosmas oder Die Begierde nach Gott.
Im ZVAB gibt es, so habe ich gerade gesehen, zwei Exemplare - für teures Geld.... Das Buch an sich berührt sehr. Ein junger Zisterziensernovize überfordert sich und wird auch von anderen überfordert. Eine ziemlich bewegende Geschichte eines Franzosen (Original in Französisch), den seine Begierde nach Gott nicht losläßt.
Herzliche Grüße, Germanus

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Beitrag von HeGe » Montag 12. Mai 2008, 23:19

Chrysostomus hat geschrieben:Wie gefällt es dir denn? Steht wirklich mehr über den Hl. Bruno drin als anderswo? Meine Erfahrung mit diversen Biographien war eigentlich immer, das es recht wenig Informationen gab...

Ich hab hier noch von den Fontes Christiani die Kartäuserbriefe, falls dich Originaltexte interessieren, die eine (eigentlich ausreichende) Einleitung besitzen plus eben alle erhaltenen Briefe von Bruno, Guigo und Antelm.

Frühe Kartäuserbriefe - Epistulae Cartusianae (lat./dt.)
Bruno Guigo Antelm
bei Herder
3-451-22120-9
Ich habe es noch nicht angefangen zu lesen. :ikb_whistling: Das Wetter ist mir einfach zu schön (bzw. heiß) für Lektüre, auf die man sich konzentrieren muss.

Ansonsten Danke für den Tipp mit den Briefen. Ich werde mich mal im Antiquariat meines Vertrauens umsehen.
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Artikel auf "Zeit"

Beitrag von Maja » Mittwoch 23. Juli 2008, 10:45

Liebe Leute,

auf der ZEIT - Homepage sind auch einige (!) ziemlich gute Artikel zum Ordensleben u.ä. zu finden:

der inzwischen mit einem Preis ausgezeichnete Artikel "Meine Freundin, die Nonne": http://hermes.zeit.de/pdf/archiv/2008/15/Nonne-15.pdf

über eine junge Schwester aus Sießen: http://www.zeit.de/online/2007/20/schwe ... e-portraet

über das Eintrittsprozedere: http://www.zeit.de/online/2008/14/interview-nonne

Priesterausbildung: http://www.zeit.de/campus/2008/02/priester-zoelibat

Kloster auf Zeit: http://www.zeit.de/online/2008/10/bg-haus-der-stille

Viele Spaß beim Lesen wünscht Maja
"Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin." 1 Kor 12

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incarnata
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Re: Bücherregal

Beitrag von incarnata » Sonntag 1. Februar 2009, 23:07

Anton Rotzetter:Aus Liebe zum Leben: Die evangelischen Räte neu entdeckt
Herder 1996;ISBN 3-451-23935-3
Zeigt die Räte als Ausdruck einer Spiritualität des Lebens statt des Verzichts;stellt jeweils die theologisch-mystische Dimension,die gemeinschaftsdimension und die Wirkung nach "draussen" dar und situiert sie zuletzt auch politisch angesichts der aktuellen religiösen ökonomischen und sozialen Problematik unserer Zeit. Lesenswert auch für Nicht-Ordensleute !
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overkott
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Re: Bücherregal

Beitrag von overkott » Freitag 4. September 2009, 15:33


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Re: Bücherregal

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 10. September 2009, 20:34

Ein neues "Enthüllungsbuch" über die "Machenschaften" eines Ordens ist erschienen: http://www.amazon.de/Das-m%C3%B6ge-Gott ... 383219519X

Da das Buch derzeit aktiv beworben wird, und kirchenfeindliche Literatur immer hohen Absatz findet, sei hier zur Information auch auf die Gegendarstellung des Ordens hingewiesen:
Missionsschwestern vom Kostbaren Blut
7. September 29 16:9

Stellungnahme der Missionsschwestern von Kostbaren Blut zu Pressemitteilungen und Buchveröffentlichung von Majella Lenzen: „Das möge Gott verhüten“

„Wenn alle schweigen, wird sich nie etwas ändern“ (siehe Rückseite des genannten Buches)


Heute wie vor 13 Jahren, als Frau Lenzen erstmalig an die Medien ging, haben wir uns aus Rücksicht auf die Betroffene mit Gegendarstellungen weitgehend zurückgehalten. Ferner gab es in diesen 13 Jahren Gespräche zwischen der Ordensleitung und Frau Lenzen, deren Ausgang wie eine Klärung erschien. Eine erneute Veröffentlichung ist daher für uns schwer nachvollziehbar. Wir möchten klären:

Majella Lenzen sagt, sie sei aus dem Orden entlassen worden bzw. gezwungen worden, diesen zu verlassen, weil sie Kondome verteilt habe.
Fakt ist: Der befristete Arbeitsvertrag mit der Diözese Moshi, Tansania, in der sie im Rahmen der Gesamtgesundheitsfürsorge als „Aids-Koordinatorin“ tätig war, lief Ende 1993 aus und wurde vom Bischof der Diözese nicht erneuert. Die Nichterneuerung des Arbeitsvertrages hat keinerlei Wirkung auf die Mitgliedschaft in unserer Ordensgemeinschaft.

Frau Lenzen sagt und schreibt, dass sie als Provinzoberin in Simbabwe „abgewählt“ worden sei, obwohl sie sehr viel Zuspruch erfahren habe. Fakt ist: Die Amtszeit einer Provinzoberin endet turnusmäßig nach 5 Jahren. Die Mehrzahl der Schwestern ihrer Provinz sprach sich nicht für eine zweite Amtszeit von Sr. Maria-Lauda aus. Die Ordensleitung hat dem Wunsch der Schwestern entsprochen. Daraufhin bat Sr. Maria-Lauda um eine Auszeit, um ihren Beruf und ihre geistliche Berufung zu klären, welche ihr gewährt wurde.

Frau Lenzen sagt und schreibt in ihrem Buch, dass die damalige Generaloberin ihr gesagt habe, sie habe keine Verwendung mehr für sie. Fakt ist: Frau Lenzen hat mehrere Angebote bekommen, in denen sie sich mit ihrem Fachwissen und ihrer Kompetenz gut hätte einbringen können (u.a. bei „Solwodi“). Sie lehnte alle Angebote ab.

Frau Lenzen spricht von Mobbing. Fakt ist: Sr. Maria-Lauda bat nach der Nichterneuerung des Arbeitsvertrages1993 um Sonderurlaub zur Pflege ihrer Mutter, der ihr gewährt wurde. Trotz mehrmaliger mündlicher und schriftlicher Bitte kehrte sie nicht mehr in eine unserer Gemeinschaften zurück. Zu keiner Zeit hat die Absicht bestanden, sie aus unserer Ordensgemeinschaft zu entlassen.

Immer wieder veröffentlicht Frau Lenzen, dass keine Sozialabgaben und keine Krankenkassenbeiträge für sie bezahlt wurden. Fakt ist: Frau Lenzen erhielt monatlich angemessene finanzielle Zuwendungen für ihren täglichen Lebensunterhalt. Alle weiteren anfallenden Kosten trug weiterhin die Ordensgemeinschaft. Frau Lenzen war sowohl in einer gesetzlichen, als auch in einer privaten Zusatzversicherung rentenversichert und nach ihrem Ausscheiden wurde ihre Krankenversicherung ein halbes Jahr weiter für sie gezahlt. Außerdem erhielt sie eine angemessene Summe als Hilfe für den Einstieg in ihre neue Lebenssituation. Heute erhält Frau Lenzen eine Rente, die sich in dem finanziellen Rahmen bewegt, wie jemand, der 3-4 Jahre erwerbstätig war.

Frau Lenzen sagt und schreibt, dass es sie schmerzt, dass ihr Name in der Gemeinschaft nicht mehr ausgesprochen werden dürfe und ehemalige Mitschwestern sie nicht mehr grüßten. Fakt ist: Mitschwestern, die versuchten, auch nach dem Austritt von Frau Lenzen Kontakt mit ihr zu halten oder aufzunehmen, wurden von ihr abgewiesen.

Am Ende ihres Buches bedauert Frau Lenzen, dass sie immer wieder in ihrem (Ordens-)Leben behindert wurde, „so dass der Durchbruch zu einer Karriere nie gelang“. Fakt ist: Viele unserer Missionsschwestern, gestandene und selbstbewusste Frauen, arbeiten mit hohem Engagement aus christlicher Überzeugung vor allem in Südafrika, Simbabwe, in Mosambik, im Kongo und auch in Ostafrika in der Aids-Prävention, sowie in der Sorge um und in der Pflege für Aids-Kranke und deren Familien. Dass ihr selbstverständlicher und unermüdlicher Einsatz, der den Menschen vor Ort und nicht der eigenen Karriere dient, nicht diffamiert wird, ist uns ein Anliegen. Deshalb wollten wir hier den „Erinnerungen“ und der „persönlichen Meinung, die sich durch subjektive Empfindungen gebildet hat“ (Majella Lenzen auf der Buch-Innenseite) einige objektive Fakten gegenüberstellen.
Da lebt offenbar jemand seine Neurose öffentlich aus und macht noch Geld damit... Leider kein Einzelfall.
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overkott
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Re: Bücherregal

Beitrag von overkott » Donnerstag 10. September 2009, 21:33

Dabei ist die Geschichte nicht frisch, sondern schon anderthalb Jahrzehnte her. Wenn es immer noch darum geht, schmutzige Gewänder zu waschen, finde ich das bedenklich. 33 Jahre für ihren Orden in Afrika dürften aber auch nicht so spurlos an einem vorbeigehen:

Bild

Ich denke, dass AIDS mit mehreren Lösungsansätzen bekämpft werden muss. Eine Lebensgemeinschaft, die sich selbst zu sexueller Enthaltsamkeit verpflichtet hat, dürfte sich mit der Verbreitung von Verhütungsmitteln nicht leichttun. Präservative sind sicher nur ein Ansatz. Allerdings können sie eheliche Treue nicht ersetzen. In der Suche nach dem richtigen Weg seelsorglicher und medizinischer Begleitung nach dem Gebot der Nächstenliebe, bleiben auch einer Schwesterngemeinschaft Konflikte nicht erspart. Das dürfte aber jede Schwester wissen, die sich mit einer Schwesterngemeinschaft auf den Weg macht.

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Re: Bücherregal

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 1. Oktober 2009, 19:11

Vielleicht lohnt es sich auch, einen eigenen Tread zu diesem Buch zu machen. - Ich wurde bei dieser Seite etwas nachdenklich.
Da muss doch einiges mehr passierst sein, dass der Orden der Schwester gesagt hat, sie muss gehen. Mich würden die Meinungen der anderen interessieren.

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Re: Bücherregal

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 1. Oktober 2009, 19:18

Der Orden hat die Schwester nicht entlassen, wie oben schon gesagt wurde. Sie hat die Gemeinschaft eigenmächtig verlassen, und ist dann erst entlassen worden. Ich sehe hier das nachgerade typische Problem einer unsicheren Berufung. Auch die "Abwahl" als Oberin, die mangelnde Unterstützung etc. dürften projiziert sein.
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Evagrios Pontikos
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Gabriel Bunge, Irdene Gefäße

Beitrag von Evagrios Pontikos » Sonnabend 26. Dezember 2009, 15:04

Als „Novize“ im Kreuzgang möchte ich Euch herzlich grüßen! Ich bin gespannt auf viele anregende und hilfreiche Gespräche. Wie Ihr an meinem Avatar erkennen könnt, lese ich gerne die altkirchlichen Väter. Durch die Philokalie bin ich auf Evagrios Pontikos gestoßen, der mich tief beeindruckt hat. Passend hierzu mein erster Beitrag im Forum. Ich hoffe, Ihr habt Freude daran.

Gerne möchte ich Euch auf ein Buch hinweisen, das ich in der Adventszeit mit großem Gewinn gelesen habe:

Gabriel Bunge, Irdene Gefäße: Die Praxis des persönlichen Gebetes nach der Überlieferung der heiligen Väter, Würzburg: Verlag „Der Christliche Osten“, 4., vollständig überarbeitete Auflage 29. (http://www.christlicher-osten.de)

Kurz zum Autor: Gabriel Bunge ist Benediktinerpater, der als Eremit im Tessin lebt. Er ist, soweit ich ihn bisher durch seine Bücher kennengelernt habe, ein großer Kenner altkirchlicher Spiritualität, besonders im Umfeld der Wüstenväter. Wahrscheinlich ist er einer der bedeutendsten Kenner von Evagrios Pontikos (+399), den mit Johannnes Cassianus (+435) wichtigsten Überlieferer der spirituellen Lehre von Antonios dem Großen und der ägyptischen Wüstenmönche. Evagrios ist deshalb besonders wichtig, sagt Bunge, weil er Schüler von Makarios dem Großen und Makarios von Alexandrien war, die beide wiederum direkte Schüler von Antonios waren. Dieser aber war laut Bunge über Clemens von Alexandrien und Origenes besonders nahe an der alexandrinischen urchristlich-apostolischen Tradition.

In seiner Einleitung stellt Bunge sein Buch in die geistliche Situation unserer Zeit hinein: „In kirchlichen Kreisen hört man heute oft die Klage, „der Glaube verdunste“. Trotz eines nie dagewesenen „pastoralen Einsatzes“ scheint der Glaube in der Tat bei vielen Christen zu „erkalten“ oder eben, salopp ausgedrückt, zu „verdunsten“. Es ist die Rede von einer großen Glaubenskrise, des Klerus nicht weniger als der Laien.“

Bunge sieht einen wesentlichen Grund für dieses Verdunsten des Glaubens darin, dass die heutige westliche Christenheit die apostolische Lehre des Gebetes vergessen habe. Nach Bunge gibt es eine mündlich überlieferte apostolische Tradition des persönlichen Gebets, die besonders bei Antonios dem Großen und dann literarisch bei Evagrios Pontikos greifbar sei (Vorwort des Buches und Kapitel I: „Wer vom alten Wein getrunken hat“). Aus diesem Grund nimmt Evagrius in Bunges Buch einen großen Raum ein. Als Begründung dieser These sind dann im Verlauf seines Buches vor allem auch seine Belege durch entsprechende Kirchenväterzitate sehr interessant. Diese apostolische Tradition des persönlichen Gebets entfaltet dann im Fortgang des Buches: Kapitel II: Orte und Zeiten, Kapitel III: Weisen des Gebetes, Kapitel IV: Gebetsgesten.

Besonders wichtig ist, dass Bunge in der Einführung des Buchs, überschrieben mit „Herr, lehre uns beten!“, eine kleine Theologie des Gebets von der Gottebenbildlichkeit des Menschen her entwirft. Weil Gott ein Antlitz hat, hat auch der Mensch ein Antlitz. Dies meint Gottebenbildlichkeit. Von da her leitet sich das personale Bezogensein des Menschen auf Gott ab. Im Beten ist der Mensch Gott von Antlitz zu Antlitz zugewandt und darin Person. „Allein im Gebet ist der Christ wirklich er selbst.“ (S. 18) Weil der Mensch aber eine Einheit aus Leib und Seele ist, ist das christliche Beten nicht beliebig: das personale Bezogensein auf Gott „von Antlitz zu Antlitz“ äußert sich in einer spezifisch christlichen Form, die apostolisch ist. Interessant, dass ausgerechnet Origenes (+254) diese untrennbare Verbindung von seelisch-innerlichem und leiblich-äußerlichem betont hat.

Bei der Entfaltung dieses Ansatzes durch Bunge ist mir noch besonders lebhaft die Ostung („Orient“-ierung im ursprünglichen Sinne des Wortes) des Gebets in Erinnerung: Schon die Beobachtungen, die Bunge beim Lesen der Bibel macht, sind erstaunlich. Lässt man sich dann noch von den Kirchenvätern die biblischen Texte erläutern, war es für mich manchmal so, als ob ich die Bibel zu diesen Fragen das erste Mal richtig gelesen habe. Schmerzlich wurde mir bewusst, was wir Heutigen verloren haben.

Im Schlusskapitel seines Buches kommt Bunge dann auf die Frage, die er schon anfangs gestellt hat, zu sprechen, ob Christen auch nichtchristliche Meditationspraktiken übernehmen könnten. Er weist dies sehr entschieden zurück mit dem Hinweis darauf, dass der „Geist“ den „Buchstaben“ bestimmt, dass sich also ein bestimmter Geist des Betens Ausdruck verleiht in den Formen etc. Auch dies eine Unterscheidung und Argumentation, die Evagrios Pontikos (und auch schon Origenes) bereits vertreten hat. Und entsprechend ist es auch umgekehrt: Wer gewisse Formen praktiziert, wird auch vom Geist geprägt werden, der sich in diesen Formen Ausdruck verliehen hat. Wer z.B. im Sinne des Zen-Buddhismus meditiert, für den wird sich Gott als personales Gegenüber auflösen. Hier kommt Bunge dann ausführlich auf eine Beobachtung zu sprechen, die er als Frage schon an den Anfang seines Buches gestellt hat, nämlich, warum im heutigen Christentum mehr und mehr „der Glaube verdunstet“ und die Menschen sich anderen Religionen und ihren Formen zuwenden. Es gilt deshalb, so Bunge, die Notwendigkeit der apostolischen Tradition des Betens neu zu praktizieren und den Menschen zu vermitteln. Er schließt mit einem Zitat von Evagrios: „…für die, die den Fuß in dieselbe Spur setzen, [die der Fuß der heiligen Väter gezeichnet hat,] werden diese Dinge indessen deutlich sein.“ (Praktikos, Prol. 9)

In einem kurzen Anhang folgen dann noch praktische Hinweise für das persönliche Beten als Konsequenz der Lehre der heiligen Väter: Die Einrichtung eines Ortes zum Beten (ein „Oratorium“), die Gebetszeiten, das „kleine Offizium“, Weisen und Gesten des Gebetes. Die dort skizzierten Regeln muss dann jeder nach seiner persönlichen Lebenssituation füllen. Hier bleibt meinem Eindruck nach ein großer Raum der Gestaltung entsprechend der eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten.

Zusammenfassend mein Eindruck, den Gabriel Bunges Buch bei mir hinterlassen hat:

Ein überaus wertvolles und gutes Buch, sowohl für das eigene Beten, als auch für diejenigen, die in Predigt, Lehre und Vorbild andere leiten sollen. Eine Rückkehr zu den altchristlichen Prinzipien täte uns allen gut. Beim Beten, sei es im öffentlichen Gottesdienst, sei es im persönlichen Beten, schleicht sich z.B. eine „Formlosigkeit“ und ein Subjektivismus ein, die für die Väter des Glaubens undenkbar gewesen wäre. Entsprechend „bequem“ und gefühlsorientiert wird der Glaube. Wie sich hier die heiligen Engel schämen müssen, die bei unserem Beten um uns sind und in Ehrfurcht vor Gott stehen (Lk 1,19 u.a.), während die Gemeinde es sich bequem macht. Dass der Mensch eine Einheit aus Leib und Seele ist und dass deshalb unsere Haltung beim Gebet etwas verrät von unserer Gottesbeziehung, ja diese prägt, ist heute kaum noch bewusst. Ob hier das fehlende Bewusstsein der Heiligkeit Gottes nicht seinen Ursprung hat? Bunge und mit ihm die altkirchlichen Väter sehen das auf jeden Fall so.

Der zweite große Gewinn, der mir Bunges Buch ist: Ihm gelingt es auf sehr überzeugende Weise, die Sukzession der Kirche im Blick auf das Beten deutlich zu machen. Sein erstes Kapitel „Wer vom alten Wein getrunken hat“, in dem er mit Bezug auf Lk 1,2, 1 Joh 1,1-4 und viele andere biblische Texte die Begriffe der „Tradition“ und der „Gemeinschaft“ mit dem „Ursprung“ entfaltet, ihn dann auf die heute so oft missbrauchten Begriffe „Spiritualität“ und „geistliches Leben“ anwendet, von daher dann verdeutlicht, was die Alte Kirche im Unterschied zum späteren Gebrauch unter „Aktion“ und „Kontemplation“ verstanden hat, und schließlich die so gewonnenen Einsichten auf die Begriffe „Psalmodie“, „Gebet“ und „Meditation“ anwendet, ist mit das Beste, was ich je zu diesem Thema gelesen habe.

Gabriel Bunges Ansatz, die geistlichen Väter der Alten Kirche zu verstehen, unterscheidet sich wohltuend von den heute oft üblichen psychologisierenden Ansätzen wie z.B. bei Anselm Grün, der zwar manchmal durchaus lesenswert ist, wenn er über die Altväter schreibt, der aber bei weitem nicht zu der geistlichen Tiefe und vor allem auch biblisch-theologischen Geschlossenheit durchdringen kann, wie dies bei Bunge der Fall ist. Letztlich sind viele moderne Lehrer christlicher Spiritualität Kinder der Entmythologisierungstheologie, nur dass sie den angeblichen „Mythos“ psychologisch deuten. Bunge dagegen ist tief in einem biblischen Realismus verwurzelt. Für ihn sind etwa der Teufel und seine Dämonen Realitäten, personale geistliche Mächte, die uns vom Weg zur Rettung abbringen wollen und mit denen wir kämpfen in einem geistlichen Kampf. Und auch Rettung und Verlorenheit sind für ihn die beiden höchst realen Weisen, wie ein Menschenleben enden kann. Explizit sagt er dies in seinem Buch „Akedia (hier im Thread von jemand anderem schon empfohlen): Die geistliche Lehre des Evagrios Pontikos vom Überdruss, ebenfalls im Verlag „Der christliche Osten“ erschienen. Auch dies ein sehr lesenswertes Buch.

Nun hoffe ich, dass meine kleine Buchrezension euch gefallen hat und vielleicht sogar etwas neugierig gemacht hat, das Buch selber zu lesen.

Petra
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Re: Bücherregal

Beitrag von Petra » Sonnabend 26. Dezember 2009, 16:34

Vielen Dank für die ausführliche Buchvorstellung. Das hört sich sehr interessant an. Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch. Trotzdem vielen Dank für den Tip.

Und Willkommen als Schreibender. Evagrios Ponitkos :huhu:

Evagrios Pontikos
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Re: Bücherregal

Beitrag von Evagrios Pontikos » Sonnabend 26. Dezember 2009, 17:07

Petra hat geschrieben:Vielen Dank für die ausführliche Buchvorstellung. Das hört sich sehr interessant an. Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch. Trotzdem vielen Dank für den Tip.

Und Willkommen als Schreibender. Evagrios Ponitkos :huhu:
Danke für die freundliche Antwort. Das Buch ist neu zu haben; siehe hier: http://christlicher-osten.de/webshop/in ... &Itemid=27. Wahrscheinlich meinst Du eine voherige Auflage. Die aktuelle Auflage ist 29 erschienen.

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Re: Bücherregal

Beitrag von Niels » Sonnabend 26. Dezember 2009, 17:38

Danke für den interessanten Hinweis. (Von P. Bunge besitze ich schon ein sehr schönes Buch über die Dreifaltigkeitsikone von Rubljow, welches im selben Verlag erschienen ist, und ich sehr zur Lektüre empfehlen kann.)

Übrigens: Herzlich willkommen im Kreuzgang! :huhu:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Nassos
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Re: Bücherregal

Beitrag von Nassos » Sonnabend 26. Dezember 2009, 17:52

Hallo Pontikos,

habe aufmerksam Deinen Erstbeitrag durchgelesen. Sehr interessant. Über das Buch hinaus war ich beeindruckt, weil die Themen "Verdunsten des Christentums im Westen" sowie Infiltration des Christentums durch Zen-Buddhismus und Hindusismus und im Gegensatz dazu das Wahren der Traditionen in den letzten Tagen Themen hier waren.

Ich werde das von Dir vorgestellte Buch mal in Orthodoxen Forum vorstellen, vielleicht kennt das jemand dort.

Kennst Du Vater Seraphim Rose?

Herzlich willkommen.

Nassos
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Re: Bücherregal

Beitrag von Evagrios Pontikos » Sonntag 27. Dezember 2009, 11:30

Vielen Dank für die freundlichen Antworten auf meine kleine Buchvorstellung. Vater Serafim Rose kenne ich nicht. Serafim von Sarow, seinen Namensvetter oder gar -patron, dagegen natürlich schon.

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Re: Bücherregal

Beitrag von cantus planus » Sonntag 27. Dezember 2009, 11:39

Auch von mir noch ein herzliches Willkommen im Kreuzgang!
Pax et bonum,
c. p.
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Re: Bücherregal

Beitrag von Nassos » Sonntag 27. Dezember 2009, 13:13

Evagrios Pontikos hat geschrieben:Vielen Dank für die freundlichen Antworten auf meine kleine Buchvorstellung. Vater Serafim Rose kenne ich nicht. Serafim von Sarow, seinen Namensvetter oder gar -patron, dagegen natürlich schon.
Kann ich empfehlen: Die Seele nach dem Tod, Orthodoxie und die Religion der Zukunft.

Starte mal die Suchfunktion in hiesigem Forum, vielleicht trifft das Deinen Geschmack. Es geht u.a. um die Infiltration des Christentums durch die von Dir erwähnte Dämonolatrie.

Gruß,
Nassos
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Re: Bücherregal

Beitrag von Nassos » Sonntag 27. Dezember 2009, 13:14

@ad-fontes: hier noch ein Name, der mit "gut" anfängt und ich bisher nicht kannte. Evagrios. Ist das aus dem Griechischen (schäääääm)?
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Re: Bücherregal

Beitrag von Evagrios Pontikos » Sonntag 27. Dezember 2009, 14:39

Nassos hat geschrieben:@ad-fontes: hier noch ein Name, der mit "gut" anfängt und ich bisher nicht kannte. Evagrios. Ist das aus dem Griechischen (schäääääm)?
Ja, aus dem Griechischen. "Ev" ist "eu" und bedeutet "gut. "Agrios" bedeutet "wild" oder auch "auf dem Felde oder in der Wildnis lebend". "Pontikos" bedeutet "der aus Pontus" am Schwarzen Meer. Evagrius wurde 345 in Pontus geboren und starb 399 in Ägypten. Durch die Philokalie ist er manchen Freunden der Ostkirche und des Herzensgebets bekannt.

Aber das wäre schon ein weiterer Buchtipp: Philokalie der heiligen Väter der Nüchernheit, Würzburg: Verlag "Der christliche Osten", 24ff (inzwischen in weiteren Auflagen erschienen). http://www.philokalie.de.

Die Philokalie ist das Grundbuch orthodoxer Frömmigkeit. In der Westkirche gibt es von der Bedeutung her wahrscheinlich kein vergleichbares Werk.

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Re: Bücherregal

Beitrag von Nassos » Montag 28. Dezember 2009, 00:39

Pontikos ist der Pontier???? Hm, bei uns heißt er (auf neugriechisch) "Pontios".
Pontikos ist die Maus (im griechischen maskulin).

Kann es sein, dass es eine lateinisierte Version ist?

Jetzt bin ich aber auf jeden Fall beruhigt!

Vielen Dank für diesen Hinweis. Unsere Loukia muss das eigentlich wissen, die ist Pontia. (Sind übrigens die griechsichen Ostfriesen, nochmal sorry).

Gruß,
Nassos
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Re: Bücherregal

Beitrag von Evagrios Pontikos » Montag 28. Dezember 2009, 11:07

@Nassos: In meiner Philokalie-Ausgabe (Bd. 1, Seite 67; s.o.) steht in der Einleitung zu Evagrios Pontikos:

"Evagrios wurde um das Jahr 345 in der Stadt Ibora geboren, welche sich im Norden der heutigen Türkei in der Provinz Pontus befand (daher der Beiname Pontikos). Nicht weit davon lag jenes Landgut, auf dem Basileios d. Gr. wenige Jahre später seine ersten Erfahrungen im Mönchsleben machen sollte."

Auf der gegenüberliegenden Seite ist dann ganzseitig ein schönes Bild zu sehen, das Evagrios in seinem Kellion in der Nitrischen Wüste darstellt, wie er gerade in die Lektüre versunken ist. Überschrieben ist das Bild mit "Evagrios der Pontier".

Evagrios wurde von Basielios dem Großen zum Lektor geweiht, dann war er in Konstantinopel Diakon unter Gregorios von Nazianz, mitten in einer arianischen Übermacht, wo nur noch eine kleine Gemeinde zum nizänischen Bekenntnis hielt. Später verließ Evagrios die Stadt fluchtartig, weil sich die Frau eines Stadtpräfekten in ihn verliebt hatte. Über verschiedene Stationen gelangte er dann schließlich zu den Mönchen in der Nitrischen Wüsten in Ägypten. Zunächst lebte er dort in einer Mönchskolonie, zuletzt weiter südlich in einer "Kellia", einer Kolonie von Eremiten.

Seine reichen literarischen Werke wurden leider großteils ein Opfer der origenistischen Streitigkeiten. Über Jahrhunderte lag auf Evagrios, wie auch auf Johannes Cassianus, der Schatten, ein Origenes-Anhänger zu sein (verschiedene Lehren des Origenes wurden ja nicht ganz zu Unrecht später als ketzerisch verdammt). In neuester Zeit wurde Evagrios "von allen Vorurteilen befreit, die sich im Laufe der Geschichte mit seinem Namen verbunden hatten." (Ebd., S. 68)

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Re: Bücherregal

Beitrag von HeGe » Dienstag 26. Januar 2010, 15:48

Mönche der Abtei Heiligenkreuz haben offensichtlich eine neue Ausgabe des Kyriale Cisterciense geschrieben, das sich bereits an den Ordo Missae des MR22 hält: http://bebeverlag.at/fileadmin/bilder/p ... EUTSCH.pdf

Hier zum Inhalt:
Das KC 21 beinhaltet:
- 26 ORDINARIEN, davon
3 zisterziensische Ordinarien und
23 römische Ordinarien;
- 4 CREDO, davon
1 zisterzienisches Credo
3 römische Credo
- das GESAMTE REQUIEM (Proprium & Ordinarium);
- den GESAMTEN ORDO MISSAE des Missale Romanum 22, mit Noten:
(Ritus Initiales, Liturgia Verbi, Liturgia Eucharistica,
4 Preces Eucharisticae, Ritus Communionis und Ritus Conclusionis)
- das MEHRSTIMMIGE „KYRIE FONS BONITATIS“ aus dem Codex Sancrucensis 157
von 1375, das hiermit erstmals veröffentlicht wird
Mit 28,9 € durchaus im erschwinglichen Bereich.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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incarnata
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Re: Bücherregal

Beitrag von incarnata » Dienstag 2. Februar 2010, 23:27

Hat jemand schon die Jesus-Biographie von P.Seewald gelesen ?
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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