Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

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Dieter
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Dieter » Mittwoch 19. Oktober 2016, 12:14

Juergen hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Wenn er ein großes Bier trinkt, gibt es nichts dagegen einzuwenden. Wenn er mehr trinkt, könnte er ein Ärgernis werden, zumal andere am Tisch, die keine Priester sind, alkoholfreie Säfte trinken.
Das hat nichts mit der Kleidung zu tun:
Ein besoffener Priester – egal ob man ihn sofort als solchen erkennt oder ihn sowieso kennt oder ihn nicht kennt – ist immer ein Ärgernis.

Da stimme ich dir zu!

Vir Probatus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 11. November 2016, 06:49

Weil das Bistum Essen mit dem knapper werdenden Geld nachhaltig wirtschaften muss, wird die seit über 20 Jahren in dieser Form arbeitende Diözesanstelle Berufungspastoral zum Jahresende 2016 geschlossen. Ihre bisherigen Aufgaben werden von anderen pastoralen Mitarbeitern im Bistum Essen übernommen.
http://www.bistum-essen.de/presse/artik ... ensglueck/

Man hat den Eindruck, die Kirche möchte sich in den nächsten 20 Jahren nur noch komfortabel selbst abwickeln.
Ich denke, viele haben bereits resigniert und irgendwie verstanden, daß es keine Zukunft gibt.
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Lilaimmerdieselbe
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 11. November 2016, 18:17

Das setzt voraus, dass es diese Diözesanstelle tatsächlich braucht. Zumindest um potentiellen Priesternachwuchs kümmert in Essen sich der Bischof persönlich, von den lokalen Priestern ganz abgesehen. Junge Mädchen wurden da immer schon übersehen, auch mit Diözesanstelle.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 11. November 2016, 20:52

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Das setzt voraus, dass es diese Diözesanstelle tatsächlich braucht. Zumindest um potentiellen Priesternachwuchs kümmert in Essen sich der Bischof persönlich, von den lokalen Priestern ganz abgesehen. Junge Mädchen wurden da immer schon übersehen, auch mit Diözesanstelle.
Der jetzige Bischof wirkt doch eher abschreckend. Zumindest wenn er im Fernsehen auftritt fällt mir das immer auf, daß Empathie für ihn irgendwie ein Fremdwort ist.
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Lilaimmerdieselbe
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 11. November 2016, 21:57

War der letztlich im Fernsehn? Dafür ist er allerdings völlig ungeeignet und hatte das nach einem talkshow-Auftritt kurz nach seiner Einführung auch eingesehen.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Vir Probatus » Sonnabend 12. November 2016, 13:31

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:War der letztlich im Fernsehn? Dafür ist er allerdings völlig ungeeignet und hatte das nach einem talkshow-Auftritt kurz nach seiner Einführung auch eingesehen.
Es ist schon länger her. Da ging es in einer Talkshow um Missbrauchsthematik. Er musterte die Opfer in einer Art und Weise, die für mich geringschätzig aussah.
Einen vernünftigen Eindruck hinterließ da immer WB Jaschke. Absolut kein Medienprofi aber unverstellt, ehrlich und bescheiden.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Donnerstag 8. Dezember 2016, 13:24

Weil ich es gerade sehe, hier mal eine Übersicht über die Anzahl derzeit im Priesterseminar in PB befindlichen Kurse (2016/27):

Propädeutikum: 5
1. Semester: 3
3. Semester: 2
5. Semester = Feisemester (Studium außerhalb von PB): 6
7. Semester: 2
9. Semester: 3
11. Semester: 1

Zudem in Lantershofen für PB: 1
Gruß
Jürgen

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Protasius
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Protasius » Freitag 30. Dezember 2016, 21:37

Ein Bericht über die Diözese Lincoln, Nebraska: Why aren't other dioceses looking to Lincoln? Der Artikel untersucht, warum in der Diözese Lincoln kein Mangel an Berufungen herrscht.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Schwenkelpott » Sonnabend 31. Dezember 2016, 00:49

Protasius hat geschrieben:Ein Bericht über die Diözese Lincoln, Nebraska: Why aren't other dioceses looking to Lincoln?
:daumen-rauf:
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
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Niels
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Niels » Sonnabend 31. Dezember 2016, 07:51

Protasius hat geschrieben:Ein Bericht über die Diözese Lincoln, Nebraska: Why aren't other dioceses looking to Lincoln? Der Artikel untersucht, warum in der Diözese Lincoln kein Mangel an Berufungen herrscht.
Keine Sorge, sowas wird es hierzulande niemals geben. Da passt die "rote Tonne" schon auf. :ikb_nopity:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von umusungu » Sonnabend 31. Dezember 2016, 22:39

Niels hat geschrieben:Keine Sorge, sowas wird es hierzulande niemals geben. Da passt die "rote Tonne" schon auf. :ikb_nopity:
Wer einen Erzbischof unserer Kirche und Kardinal und Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz als "Rote Tonne" bezeichnet, outet sich als kirchlich unterbelichtet - und ohne gute Erziehung.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Sempre » Sonnabend 31. Dezember 2016, 22:57

umusungu hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Keine Sorge, sowas wird es hierzulande niemals geben. Da passt die "rote Tonne" schon auf. :ikb_nopity:
Wer einen Erzbischof unserer Kirche und Kardinal und Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz als "Rote Tonne" bezeichnet, outet sich als kirchlich unterbelichtet - und ohne gute Erziehung.
Was aber, wenn es vernünftig ist, denselben als rote Tonne zu bezeichnen, umusungu? Muss derselbe dann nicht im Orkus verschwinden? Oder habe ich Dich im anderen Strang missverstanden?
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von umusungu » Sonnabend 31. Dezember 2016, 22:59

Sempre hat geschrieben:Was aber, wenn es vernünftig ist, denselben als rote Tonne zu bezeichnen, umusungu? Muss derselbe dann nicht im Orkus verschwinden? Oder habe ich Dich im anderen Strang missverstanden?
Es könnte auch vernünftig sein, dich als "Idioten" zu bezeichnen, oder?

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Sempre » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:04

umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Was aber, wenn es vernünftig ist, denselben als rote Tonne zu bezeichnen, umusungu? Muss derselbe dann nicht im Orkus verschwinden? Oder habe ich Dich im anderen Strang missverstanden?
Es könnte auch vernünftig sein, dich als "Idioten" zu bezeichnen, oder?
:D
Du ehrst die rote Tonne doch eh nur aus politischen Gründen! :freude:
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von umusungu » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:10

Sempre hat geschrieben:Du ehrst die rote Tonne doch eh nur aus politischen Gründen! :freude:
Wurde Kaffeesatz-Leserei nicht durch den Antimodernisten-Eid verboten?

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Vir Probatus » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:18

umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Was aber, wenn es vernünftig ist, denselben als rote Tonne zu bezeichnen, umusungu? Muss derselbe dann nicht im Orkus verschwinden? Oder habe ich Dich im anderen Strang missverstanden?
Es könnte auch vernünftig sein, dich als "Idioten" zu bezeichnen, oder?
Wir hatten mal einen Deutschlehrer. Der sagte immer: "Es gibt Idealisten und Idioten."
Wir sind Gourmets des Geistes, wir Intellektuellen: Wir lieben es, zum Frühstück ein Kolumbus-Ei zu pellen!

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Sempre » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:24

umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Du ehrst die rote Tonne doch eh nur aus politischen Gründen! :freude:
Wurde Kaffeesatz-Leserei nicht durch den Antimodernisten-Eid verboten?
Auch das sagst Du nur aus politischen Gründen. Du bist halt in etwa so glaubwürdig wie Du die Kirche für glaubwürdig erachtest. Niemand glaubt an rote Tonnen oder weiße.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von umusungu » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:52

Sempre hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Du ehrst die rote Tonne doch eh nur aus politischen Gründen! :freude:
Wurde Kaffeesatz-Leserei nicht durch den Antimodernisten-Eid verboten?
Auch das sagst Du nur aus politischen Gründen. Du bist halt in etwa so glaubwürdig wie Du die Kirche für glaubwürdig erachtest. Niemand glaubt an rote Tonnen oder weiße.
Du wirst aber sehr seicht!

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Sempre » Sonntag 1. Januar 2017, 00:01

umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Du ehrst die rote Tonne doch eh nur aus politischen Gründen! :freude:
Wurde Kaffeesatz-Leserei nicht durch den Antimodernisten-Eid verboten?
Auch das sagst Du nur aus politischen Gründen. Du bist halt in etwa so glaubwürdig wie Du die Kirche für glaubwürdig erachtest. Niemand glaubt an rote Tonnen oder weiße.
Du wirst aber sehr seicht!
Man muss die Leute abholen, wo sie stehen. Der Glaube egal, der irdische Chef ganz wichtig.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von umusungu » Sonntag 1. Januar 2017, 00:40

Sempre hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Du ehrst die rote Tonne doch eh nur aus politischen Gründen! :freude:
Wurde Kaffeesatz-Leserei nicht durch den Antimodernisten-Eid verboten?
Auch das sagst Du nur aus politischen Gründen. Du bist halt in etwa so glaubwürdig wie Du die Kirche für glaubwürdig erachtest. Niemand glaubt an rote Tonnen oder weiße.
Du wirst aber sehr seicht!
Man muss die Leute abholen, wo sie stehen. Der Glaube egal, der irdische Chef ganz wichtig.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Sempre » Sonntag 1. Januar 2017, 00:53

umusungu hat geschrieben:Foren-Vielschreiber sind die Wichtigsten!
Mag ja sein. Und?
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von HeGe » Montag 20. März 2017, 14:13

2016 nur ein Eintritt ins Münchner Priesterseminar

Da man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, die Kirche wolle sich weiter mit voller Absicht zu einer Art internationaler NGO/Hilfsorganisation entwicklen, verwundert das nicht. Dafür würde ich auch nicht zölibatär leben wollen.
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overkott
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von overkott » Dienstag 21. März 2017, 10:12

HeGe hat geschrieben:
Montag 20. März 2017, 14:13
2016 nur ein Eintritt ins Münchner Priesterseminar

Da man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, die Kirche wolle sich weiter mit voller Absicht zu einer Art internationaler NGO/Hilfsorganisation entwicklen, verwundert das nicht. Dafür würde ich auch nicht zölibatär leben wollen.
Das eheliche Leben ist eine Berufung. Das kann man nicht einfach wollen. Schauen Sie sich die vielen Geschiedenen an, die heiraten wollten.

Nein.

Auch das zölibatäre Leben ist eine Berufung. Nicht mein Wille geschehe. Das ist heute der Punkt.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Schwenkelpott » Mittwoch 22. März 2017, 17:15

http://www.rheinpfalz.de/lokal/bad-duer ... r-geweiht/
RHEINPFALZ.de hat geschrieben:28-jähriger Gönnheimer wird in Rom zum Priester geweiht

Interview: Als einziger Deutscher in seinem Jahrgang ist Maximilian Brandt aus Gönnheim ein „Exot“ an der „Pontifica Accademia Alfonsiana“ in Rom. Sein Berufsziel mutet ebenso an: Der 28-Jährige will Priester werden – und hat es fast geschafft.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von umusungu » Mittwoch 22. März 2017, 21:37

HeGe hat geschrieben:
Montag 20. März 2017, 14:13
Da man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, die Kirche wolle sich weiter mit voller Absicht zu einer Art internationaler NGO/Hilfsorganisation entwicklen, verwundert das nicht. Dafür würde ich auch nicht zölibatär leben wollen.
Ich weiß nicht, woher du diesen irren Eindruck hast.
Die hiesigen Kontakte zu Indien, Rumänien, Brasilien und Burundi werden vor allem von der Gottesdienst-Gemeinde getragen.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von HeGe » Donnerstag 23. März 2017, 10:35

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 22. März 2017, 21:37
HeGe hat geschrieben:
Montag 20. März 2017, 14:13
Da man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, die Kirche wolle sich weiter mit voller Absicht zu einer Art internationaler NGO/Hilfsorganisation entwicklen, verwundert das nicht. Dafür würde ich auch nicht zölibatär leben wollen.
Ich weiß nicht, woher du diesen irren Eindruck hast.
Die hiesigen Kontakte zu Indien, Rumänien, Brasilien und Burundi werden vor allem von der Gottesdienst-Gemeinde getragen.
Gegen karitative Arbeit ist ja auch gar nichts zu sagen, ganz im Gegenteil. Sie darf aber auch nicht alles sein. Aufgabe der Kirche ist es zuallererst, die Gläubigen zu Gott zu führen, ihnen den Weg Jesu Christi, den Weg ohne Sünde aufzuzeigen, speziell auch im Hinblick auf das ewige Leben. Die Nächstenliebe ist nur ein Aspekt dieses Weges.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Maja » Freitag 24. März 2017, 06:57

HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 23. März 2017, 10:35
Gegen karitative Arbeit ist ja auch gar nichts zu sagen, ganz im Gegenteil. Sie darf aber auch nicht alles sein. Aufgabe der Kirche ist es zuallererst, die Gläubigen zu Gott zu führen, ihnen den Weg Jesu Christi, den Weg ohne Sünde aufzuzeigen, speziell auch im Hinblick auf das ewige Leben. Die Nächstenliebe ist nur ein Aspekt dieses Weges.
Falls ich, gerade in Bezug auf letzteren Satz, mal kurz das heutige Tagesevangelium zitieren dürfte:

"In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das Erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.

Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer."

(Mk 12, 28-33)

Demnach ist Nächstenliebe nicht "nur ein Aspekt", sondern geradezu zentral!
HeGe hat geschrieben:
Montag 20. März 2017, 14:13
Da man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, die Kirche wolle sich weiter mit voller Absicht zu einer Art internationaler NGO/Hilfsorganisation entwicklen, verwundert das nicht. Dafür würde ich auch nicht zölibatär leben wollen.
Ein Aspekt des Zölibats widerum ist, ehelos zu leben um sich "ganz von dem Dienst in der Gemeinde [...] einfordern und binden" zu lassen (Krenzer 2004: Morgen wird man wieder glauben, S. 152). Also der Hinwendung zum Nächsten.
Dabei stimme ich HeGe zu, dass die karitative Arbeit nicht das einzige sein sollte, was von Kirche sichtbar wird. Wobei es vielleicht gerade die Sichtbarkeit ist, weshalb bei manch einem der Eindruck entsteht, dass die Kirche vor allem in diesem Bereich sehr aktiv ist: Einrichtungen der Caritas, Suppenküchen und Kindergarten fallen optisch und quantitativ deutlicher auf, als der stille Beter in seiner Kammer.
"Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin." 1 Kor 12

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Protasius » Freitag 24. März 2017, 07:36

Nächstenliebe und Gottesliebe! Und die Gottesliebe ist insbesondere auch in der Liturgie verwirklicht.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Raphael » Freitag 24. März 2017, 07:45

Protasius hat geschrieben:
Freitag 24. März 2017, 07:36
Nächstenliebe und Gottesliebe! Und die Gottesliebe ist insbesondere auch in der Liturgie verwirklicht.
Entschuldigung, aber dies ist wichtig! :ja:
Die Reihenfolge lautet: Gottesliebe und Nächstenliebe! :doktor:

Wobei das Letztere durch das Erstere ermöglicht wird, das Letztere aber auch nicht durch das Erstere ersetzt werden kann und das Erstere durch das Letztere nicht voll umfänglich verwirklicht wird.
Sprachphilosophie ist Theologie für den weltlichen Bereich!

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von HeGe » Freitag 24. März 2017, 14:25

Maja hat geschrieben:
Freitag 24. März 2017, 06:57
Falls ich, gerade in Bezug auf letzteren Satz, mal kurz das heutige Tagesevangelium zitieren dürfte:

"In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das Erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.

Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer."

(Mk 12, 28-33)

Demnach ist Nächstenliebe nicht "nur ein Aspekt", sondern geradezu zentral!
Ich sehe keinen wirklichen Widerspruch zwischen unseren Aussagen, Aspekt war nicht abwertend gemeint. :neinfreu: Eine ähnliche Stelle gibt es ja noch im Matthäus-Evangelium:
34 Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie (bei ihm) zusammen.4 35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: 36 Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 37 Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. 38 Das ist das wichtigste und erste Gebot. 39 Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.
Hier bezeichnet Jesus die beiden Gebote als "gleich wichtig", die Gottesliebe aber als das erste Gebot. Wie auch immer man das auslegen möchte. Ich erinnere auch noch an die Geschichte von Maria und Martha.

Das Gebot der Nächstenliebe heißt ja außerdem, den Nächsten zu lieben, wie sich selbst. Zur Selbst- und Nächstenliebe gehört für mich nicht nur das materielle Wohlergehen in dieser Welt, sondern auch der Blick auf das ewige Leben. Mission ist daher für mich beispielsweise ganz klar Teil der Nächstenliebe. Auch das wird heute immer seltener so gesehen, für viele heißt Nächstenliebe immer nur Geld- und Sachspenden.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von maliems » Freitag 24. März 2017, 23:34

HeGe hat geschrieben:
Montag 20. März 2017, 14:13
2016 nur ein Eintritt ins Münchner Priesterseminar

Da man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, die Kirche wolle sich weiter mit voller Absicht zu einer Art internationaler NGO/Hilfsorganisation entwicklen, verwundert das nicht. Dafür würde ich auch nicht zölibatär leben wollen.
Hat jemand näheren Einblick? (auch gerne aus Trier oder Paderborn, aber gut, der KM ist ja seitdem auch älter geworden und hat sich vllt. etwas geändert) Kann es sein, dass dem Kardinal das Thema nicht näher interessiert? Würde mich mal interessieren.

SIMONBLN
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von SIMONBLN » Montag 3. April 2017, 21:02

Ich hab mal eine Frage zum Thema Kandidaten fürs Priesterseminar:
Wer definiert eigentlich ob jemand tiefe homosexuelle Tendenzen hat oder ob es nur eine Phase ist? Was heißt das konkret? Gibts da auch so einen tschechischen Penistest?
Und was ist eigentlich mit den Bisexuellen?
Die neuen Regelungen passen doch gar nicht zum Rest des Barmherzigkeitsgerede des heiligen Vaters.
Mir ist es ehrlich gesagt wurscht auf was ein Priester steht so lange er mich und andere in Ruhe lässt und sowieso zölibatär lebt.

Und noch eine Frage:
Hat die Priesterausbildung weltweit in etwa ähnliche Standards?

Danke für Eure Antworten :huhu:

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