Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

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Christ86
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Christ86 » Sonnabend 9. Januar 2016, 15:50

Siard hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben: Es wäre allerdings zu fragen, ob hier "Mittagshore" als terminus technicus für die Sext uzu verstehen ist oder einfach als unscharfer Begriff für "mittägliche Gebetszeit" - es gibt durchaus Klöster, in denen die kleinen Horen zusammengefaßt werden. Es wäre also theoretisch denkbar, daß Terz, Sext und Non nacheinander am Mittag verrichtet werden.
In der Regel entspricht die Mittagshore einer der drei kleinen Stunden, ich kenne es z.B. auch im wöchentlichen Wechsel von Terz, Sext und Non. Alle drei nacheinander ist mir noch nirgendwo begegnet und ich habe noch nie davon gehört, meine mich aber daran erinnern zu können, daß ich mal davon gelesen habe, daß zwei jeweil direkt nacheinander gebetet werden.
Das werde ich abklären, intressiert mich jetzt 8)

Ich nehme aber an, es handelt sich um eine der drei kleinen Horen, weil das dauert eine Viertelstunde und fertig is'.
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Siard
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Siard » Sonnabend 9. Januar 2016, 15:59

Christ86 hat geschrieben:Ich nehme aber an, es handelt sich um eine der drei kleinen Horen, weil das dauert eine Viertelstunde und fertig is'.
Bei der Dauer möchte ich darauf wetten. 8)

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Senensis
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Senensis » Sonnabend 9. Januar 2016, 20:11

Was mir mehrfach begegnet ist, sind Zusammenfassungen folgender Art:

Terz vor der Hl. Messe bzw. direkt danach (deshalb nicht extra aufgeführt)

oder

Terz und Sext vor dem Mittagessen, Non danach

usw.
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Niels
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Niels » Sonntag 10. Januar 2016, 02:50

Senensis hat geschrieben: Terz vor der Hl. Messe
Das ist ganz traditionell: (Pontifikal-)Terz mit anschließendem Hochamt.
:daumen-rauf:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Siard » Sonntag 10. Januar 2016, 09:43

Niels hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben: Terz vor der Hl. Messe
Das ist ganz traditionell: (Pontifikal-)Terz mit anschließendem Hochamt.
:daumen-rauf:
Die Kombination von Laudes und Messe ist mir häufig begegnet. Mal duch eine kurze Stille getrennt, mal ineinander verwoben.

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Christ86
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Christ86 » Sonntag 10. Januar 2016, 13:21

Siard hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben: Terz vor der Hl. Messe
Das ist ganz traditionell: (Pontifikal-)Terz mit anschließendem Hochamt.
:daumen-rauf:
Die Kombination von Laudes und Messe ist mir häufig begegnet. Mal duch eine kurze Stille getrennt, mal ineinander verwoben.
Stimmt. Ihr hattet Recht. Terz vor dem Konvent- resp. Hochamt und Sext und Non wurden zur Mittagshore zusammengelegt. Des Rätsels Lösung ;D Danke
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 12. Januar 2016, 10:56

Christ86 hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben: Terz vor der Hl. Messe
Das ist ganz traditionell: (Pontifikal-)Terz mit anschließendem Hochamt.
:daumen-rauf:
Die Kombination von Laudes und Messe ist mir häufig begegnet. Mal duch eine kurze Stille getrennt, mal ineinander verwoben.
Stimmt. Ihr hattet Recht. Terz vor dem Konvent- resp. Hochamt und Sext und Non wurden zur Mittagshore zusammengelegt. Des Rätsels Lösung ;D Danke
So handhaben es auch die orthodoxen Benediktiner von Eisbergen:

Werktag
6: Matutin
7: Laudes
7:45 Prim
8:45 Terz
9: Konventamt
12:3 Sext
12:45 Non
18: Vesper
19:3 Komplet

http://www.benediktinerkloster-eisberge ... etszeiten/
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Christ86 » Dienstag 12. Januar 2016, 11:49

ad-fontes hat geschrieben: So handhaben es auch die orthodoxen Benediktiner von Eisbergen:

Werktag
6: Matutin
7: Laudes
7:45 Prim
8:45 Terz
9: Konventamt
12:3 Sext
12:45 Non
18: Vesper
19:3 Komplet

http://www.benediktinerkloster-eisberge ... etszeiten/
Wusste gar nicht, dass es orthodoxe Benediktiner gibt....
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Siard » Dienstag 12. Januar 2016, 19:00

Christ86 hat geschrieben:Wusste gar nicht, dass es orthodoxe Benediktiner gibt....
Die gehören zur Auslandskirche, westlicher Ritus.

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Debora » Freitag 12. Februar 2016, 20:29

Aus aktuellem Anlass suche ich das große Stundenbuch für die Fasten- und Osterzeit. Ich besitze es zwar schon, aber es ist ziemlich zerbetet :pfeif:

Ich möchte aber eine Ausgabe in Echtleder, kann auch gerne gebraucht sein, wenn es in gutem Zustand ist. Ich finde aber im ganzen Internet nur die Kunstlederausgabe.

Wäre ziemlich dringend, bräuchte es schon in zwei Wochen.

Hat jemand eine Idee, wo ich noch suchen könnte, bin schon ziemlich ratlos :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:

Danke!

Debora
Die Eucharistie ist das tägliche Brot, das wir als Heilmittel gegen die tägliche Schwachheit brauchen. Hl. Augustinus

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Hubertus » Freitag 12. Februar 2016, 22:27

Debora hat geschrieben:Aus aktuellem Anlass suche ich das große Stundenbuch für die Fasten- und Osterzeit. Ich besitze es zwar schon, aber es ist ziemlich zerbetet :pfeif:

Ich möchte aber eine Ausgabe in Echtleder, kann auch gerne gebraucht sein, wenn es in gutem Zustand ist. Ich finde aber im ganzen Internet nur die Kunstlederausgabe.

Wäre ziemlich dringend, bräuchte es schon in zwei Wochen.

Hat jemand eine Idee, wo ich noch suchen könnte, bin schon ziemlich ratlos :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:

Danke!

Debora
Also neu wirst Du es als Lederausgabe nicht bekommen können. Sieh da: http://www.theologische-buchhandlung.de/stundenbuch.htm

Daraus:
Hg. Bischofskonferenzen
Stundenbuch - Bd. 2. Fastenzeit und Osterzeit (ohne Lektionar)

Herder Verlag, 21,
1632 Seiten, Kunstleder,
1, x 19, cm
978-3-451-18615-8
58, EUR [bestellbar]

Herder Verlag, 28,
1632 Seiten, Leder,
1, x 19, cm
978-3-451-2742-6
vergriffen
Immerhin hast Du jetzt die ISBN und kannst gezielt danach suchen ...
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Amanda » Sonnabend 13. Februar 2016, 10:33

Debora hat geschrieben:Aus aktuellem Anlass suche ich das große Stundenbuch für die Fasten- und Osterzeit. Ich besitze es zwar schon, aber es ist ziemlich zerbetet :pfeif:

Ich möchte aber eine Ausgabe in Echtleder, kann auch gerne gebraucht sein, wenn es in gutem Zustand ist. Ich finde aber im ganzen Internet nur die Kunstlederausgabe.

Wäre ziemlich dringend, bräuchte es schon in zwei Wochen.

Hat jemand eine Idee, wo ich noch suchen könnte, bin schon ziemlich ratlos :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:

Danke!

Debora
Meistens kommt doch eh ein Schutzumschlag drum. Die Buchhülle kannst Du ja dann in Echtleder, wahlweise mit Prägung Deines Namens und/oder eines sonstigen Motivs, anfertigen lassen. Am besten bei Kalos.
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 13. Februar 2016, 13:30

Amanda hat geschrieben:
Debora hat geschrieben:Aus aktuellem Anlass suche ich das große Stundenbuch für die Fasten- und Osterzeit. Ich besitze es zwar schon, aber es ist ziemlich zerbetet :pfeif:

Ich möchte aber eine Ausgabe in Echtleder, kann auch gerne gebraucht sein, wenn es in gutem Zustand ist. Ich finde aber im ganzen Internet nur die Kunstlederausgabe.

Wäre ziemlich dringend, bräuchte es schon in zwei Wochen.

Hat jemand eine Idee, wo ich noch suchen könnte, bin schon ziemlich ratlos :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:

Danke!

Debora
Meistens kommt doch eh ein Schutzumschlag drum. Die Buchhülle kannst Du ja dann in Echtleder, wahlweise mit Prägung Deines Namens und/oder eines sonstigen Motivs, anfertigen lassen. Am besten bei Kalos.
Die Betonung bei Debora - würde ich sagen - liegt auf "zerbetet". Weißt du, wie ein Stundenbuch aussieht, wenn man es mindestens 20 Jahre betet, täglich in die Hand nimmt....
Gut, die Fasten- und Osterzeit wird zwar nicht so oft wie der Jahreskreis in die Hand genommen, aber ich kann Debora sehr gut verstehen.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von taddeo » Sonnabend 13. Februar 2016, 14:17

Debora hat geschrieben:Aus aktuellem Anlass suche ich das große Stundenbuch für die Fasten- und Osterzeit. Ich besitze es zwar schon, aber es ist ziemlich zerbetet :pfeif:

Ich möchte aber eine Ausgabe in Echtleder, kann auch gerne gebraucht sein, wenn es in gutem Zustand ist. Ich finde aber im ganzen Internet nur die Kunstlederausgabe.

Wäre ziemlich dringend, bräuchte es schon in zwei Wochen.

Hat jemand eine Idee, wo ich noch suchen könnte, bin schon ziemlich ratlos :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:

Danke!

Debora
Am Montag kann ich mal wo fragen, ob es dort als Doublette vorhanden ist. Kann aber nichts garantieren. Ich geb Dir dann per PN Bescheid.

Du könntest auch selber per Mail beim Missionszirkel im Priesterseminar Regensburg nachfragen, ob es dort ein Exemplar gibt. Zu meiner Zeit verkaufte der MiZi solche gebrauchten Sachen aus den Nachlässen von Geistlichen: http://www.priesterseminar-regensburg.d ... onszirkel/
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Amanda » Sonnabend 13. Februar 2016, 16:05

Raphaela hat geschrieben:
Amanda hat geschrieben:
Debora hat geschrieben:Aus aktuellem Anlass suche ich das große Stundenbuch für die Fasten- und Osterzeit. Ich besitze es zwar schon, aber es ist ziemlich zerbetet :pfeif:

Ich möchte aber eine Ausgabe in Echtleder, kann auch gerne gebraucht sein, wenn es in gutem Zustand ist. Ich finde aber im ganzen Internet nur die Kunstlederausgabe.

Wäre ziemlich dringend, bräuchte es schon in zwei Wochen.

Hat jemand eine Idee, wo ich noch suchen könnte, bin schon ziemlich ratlos :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:

Danke!

Debora
Meistens kommt doch eh ein Schutzumschlag drum. Die Buchhülle kannst Du ja dann in Echtleder, wahlweise mit Prägung Deines Namens und/oder eines sonstigen Motivs, anfertigen lassen. Am besten bei Kalos.
Die Betonung bei Debora - würde ich sagen - liegt auf "zerbetet". Weißt du, wie ein Stundenbuch aussieht, wenn man es mindestens 20 Jahre betet, täglich in die Hand nimmt....
Gut, die Fasten- und Osterzeit wird zwar nicht so oft wie der Jahreskreis in die Hand genommen, aber ich kann Debora sehr gut verstehen.
Oh, da habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt:

Was ich meinte, war, dass Debora sich natürlich schon ein neues Stundenbuch anschaffen soll; da aber die Echtlederausgabe nun mal vergriffen ist, kann man das Buch stattdessen mit einer echt ledernen Schutzhülle aufwerten.
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Debora » Sonnabend 13. Februar 2016, 17:41

Liebe Amanda,

eine Brevierhülle aus echtem Leder habe ich, ich hätte gerne das Buch aus echtem Leser auch wenn eine Hülle drumherum ist :unbeteiligttu:
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Amanda » Sonnabend 13. Februar 2016, 18:11

Liebe Debora,

dann bleibt nur zu hoffen, dass Du noch ein ledergebundenes Exemplar auftreiben kannst...
Viel Erfolg bei der Suche!

:huhu:
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Senensis » Sonnabend 13. Februar 2016, 19:41

Das Augsburger Priesterseminar hat auch so einen Missionskreis - die haben ihren Bücherverkauf einmal im Jahr, aber wenn man lieb fragt, gucken sie vielleicht auch unterm Jahr einmal ins Depot (sofern vorhanden)...
http://www.priesterseminar-augsburg.de/ ... tail?id=76
Ich war einmal dort und hab eine Menge Buch erstanden. Vieles ist im Bereich Dauerbestand/benutzung. :)
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Kleinwald
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Kleinwald » Dienstag 5. April 2016, 09:29

Ich muss immer mehr - sehr zu meinem Leidwesen - feststellen, dass sich das Stundengebet nur schwer in meinen Tagesablauf integrieren lässt oder ich dazu einfach unfähig bin :achselzuck: :(

Vielleicht liegt es auch an der mangelnden Selbstdisziplin. Aber sich zum Gebet zwingen? Will ER das? :hmm:

Wie hält es der gemeine Laie mit einem normalen Arbeits- und Freizeitleben denn mit dem Stundengebet? Habt ihr gute Ratschläge für mich, wie es weitergehen kann? :achselzuck: :traurigtaps:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 5. April 2016, 13:38

Kleinwald hat geschrieben:Ich muss immer mehr - sehr zu meinem Leidwesen - feststellen, dass sich das Stundengebet nur schwer in meinen Tagesablauf integrieren lässt oder ich dazu einfach unfähig bin :achselzuck: :(

Vielleicht liegt es auch an der mangelnden Selbstdisziplin. Aber sich zum Gebet zwingen? Will ER das? :hmm:

Wie hält es der gemeine Laie mit einem normalen Arbeits- und Freizeitleben denn mit dem Stundengebet? Habt ihr gute Ratschläge für mich, wie es weitergehen kann? :achselzuck: :traurigtaps:
Bete am Morgen
Domine, labia mea aperies. Et os meum annuntiabit laudem tuam.

Deus, in adjutorium meum intende. Domine, ad adjuvandum me festina. Gloria Patri.

Dann Ps. 50 Miserere mei. (An Sonn- und Festtagen Ps. 92 oder 117). Gloria Patri.
Ps. 62+66. Gloria Patri.
Ps. 148+149+150. Gloria Patri.
Cant. Benedictus. Gloria Patri. Ad libitum.
versus.
Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Pater noster. Ggf. Credo (Apostolikum).
Domine exaudi orationem meam. Et clamor meus ad te veniat. Oremus.
Dómine Deus omnípotens, qui ad princípium huius diéi nos perveníre fecísti: tua nos hódie salva virtúte; ut in hac die ad nullum declinémus peccátum, sed semper ad tuam iustítiam faciéndam nostra procédant elóquia, dirigántur cogitatiónes et ópera.
Per Dóminum nostrum Iesum Christum, Fílium tuum: qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti Deus, per ómnia sǽcula sæculórum.
R. Amen.
V. Dómine, exáudi oratiónem meam.
R. Et clamor meus ad te véniat.
V. Benedicámus Dómino.
R. Deo grátias.

Am Abend:
Converte nos, Deus, salutaris noster. Et averte iram tuam a nobis.
Deus, in adjutorium.
Ps. 4. Gloria Patri.
Ps. 90 Gloria Patri.
Ps. 133 Gloria Patri.
Cant. Ad libitum.
Versus. Custodi nos.
Kyrie eleison (wie oben). Oration Visita.

Geht natürlich in jeder beliebigen Sprache.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Maja » Dienstag 5. April 2016, 15:13

Kleinwald hat geschrieben:Ich muss immer mehr - sehr zu meinem Leidwesen - feststellen, dass sich das Stundengebet nur schwer in meinen Tagesablauf integrieren lässt oder ich dazu einfach unfähig bin :achselzuck: :(

Vielleicht liegt es auch an der mangelnden Selbstdisziplin. Aber sich zum Gebet zwingen? Will ER das? :hmm:

Wie hält es der gemeine Laie mit einem normalen Arbeits- und Freizeitleben denn mit dem Stundengebet? Habt ihr gute Ratschläge für mich, wie es weitergehen kann? :achselzuck: :traurigtaps:
Irgendwannmal habe ich auch probiert alleine täglich Laudes, Sext, Vesper und Komplet zu beten. Ging nicht. Teils wegen mangelnder Selbstdisziplin, teils wegen mangelnder zeitlicher Möglichkeiten. Zudem war es oft eher ein "runterrattern", dass ich dann auch nicht wirklich als Gebet empfand. Stundengebet kann ich eigentlich nur in einer Gemeinschaft aufrecht halten.

Inzwischen bete ich daher täglich eine Gebetszeit vom Stundengebet in Gemeinschaft. Daneben halte ich in ignatianischer Weise einen Tagesrückblick, an den sich zwei mir wichtige Gebete anschließen. Und ich versuche mir täglich Zeit für das kontemplative Beten zu nehmen.

Wenn es mir nicht möglich ist, an täglich einer Gebetszeit des Stundengebetes in einem Kloster teilzunehmen, bete ich eine Gebetszeit bei Radio Horeb mit.

Zum Gebet zwingen: Mir hilft das Bild der Beziehung: In den Gebetszeiten nehme ich aktiv den Kontakt, die Beziehung zu Ihm auf - und das geschieht aus einer Sehnsucht heraus. Ja, manchmal will ich abends nur noch ins Bett und nicht mehr Tagesrückblick halten und so, auch dann hilft mir das Bild. ... Auch einem menschlichen Partner würde ich mich ja nochmal zuwenden.

Und wenn es gar nicht geht... auch OK. Ich weiß mich trotzdem von Gott geliebt.

Warum möchtest du das Stundengebet beten?
"Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin." 1 Kor 12

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von marcus-cgn » Dienstag 5. April 2016, 16:05

Kleinwald hat geschrieben:Ich muss immer mehr - sehr zu meinem Leidwesen - feststellen, dass sich das Stundengebet nur schwer in meinen Tagesablauf integrieren lässt oder ich dazu einfach unfähig bin :achselzuck: :(

Vielleicht liegt es auch an der mangelnden Selbstdisziplin. Aber sich zum Gebet zwingen? Will ER das? :hmm:

Wie hält es der gemeine Laie mit einem normalen Arbeits- und Freizeitleben denn mit dem Stundengebet? Habt ihr gute Ratschläge für mich, wie es weitergehen kann? :achselzuck: :traurigtaps:
Ich kann ja nicht herauslesen, was genau die Probleme bei der Pflege des täglichen Stundengebets sind und welche persönlichen Ansprüche gestellt werden. Bereitet das Pensum Mühe oder bestehen inhaltliche Schwierigkeiten oder ist es eine Kombination von beidem. In allen Fällen ist es ratsam, sich seines Standes zu vergewissern: Als Laie ist man zu keinem Gebetsgottesdienst verpflichtet. Entscheidet man sich persönlich für das Breviergebet, ist es nicht das kirchliche Stundengebet das verrichtet wird, sondern ein privates Gebet, dass freilich dem Gebet der Kirche ähnelt, aber nicht identisch mit ihm ist. Das befreit von der Bindung an die Rubriken auf die Kleriker verpflichtet sind und eröffnet Spielräume das Gebet den persönlichen Bedürfnissen anzupassen ohne die Ähnlichkeit mit dem offiziellen Gebetsgottesdienst ganz aufzukündigen: Dem privaten Beter ist es also durchaus erlaubt eine Auswahl an Psalmen zu treffen oder einzelne Gebetsstunden, selbst Laudes oder Vesper ganz oder gelegentlich wegzulassen.

Andachten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts bieten Beispiele, wie die Liturgie der Kirche zu einem "Officium parvum", einem volksgemäßen Gebet umgeformt wurde, das die Züge des kirchlichen Gebets unverkennbar in sich trug. Heute muss der Benutzer der Stundenbücher dieses Arbeit selber stemmen, wenn er sich nicht Gebetsszeitschriften wie Magnificat halten möchte die (zumindest für das moderne Stundengebet) eine Orientierungshilfe bieten.
ad-fontes hat geschrieben: Bete am Morgen
Domine, labia mea aperies. Et os meum annuntiabit laudem tuam.

Deus, in adjutorium meum intende. Domine, ad adjuvandum me festina. Gloria Patri.

Dann Ps. 50 Miserere mei. (An Sonn- und Festtagen Ps. 92 oder 117). Gloria Patri.
Ps. 62+66. Gloria Patri.
Ps. 148+149+150. Gloria Patri.
Cant. Benedictus. Gloria Patri. Ad libitum. (...)
Wahrscheinlich dürfte gerade zu wenig Abwechslung die tägliche Benutzung des Breviers erschweren. Was spricht dagegen, dass ein Laie, der Abends nur vor der Nachtruhe aus dem Brevier betet, anstelle der für den Kleriker üblichen Kompletpsalmen, auch auf Psalmen aus der Vesper zurückgreift. Auch würde es nicht schaden nur Samstags und Sonntags die Laudes zu beten, wenn dies Werktags nicht gelingt. In diesem Fall wäre man auch nicht immer an die vorgeschriebenen Psalmen gebunden, sondern könnte entsprechend der Kirchenjahreszeit eine Auswahl treffen.

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Kleinwald » Dienstag 5. April 2016, 16:32

Maja hat geschrieben:Warum möchtest du das Stundengebet beten?
Ich bin einfach auf der Suche nach etwas Ordnung im Gebetsleben. Aber ggf. ist das Stundengebet auch das falsche...
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Kleinwald » Dienstag 5. April 2016, 16:33

marcus-cgn hat geschrieben:Ich kann ja nicht herauslesen, was genau die Probleme bei der Pflege des täglichen Stundengebets sind und welche persönlichen Ansprüche gestellt werden.
Das Problem ist einfach die Regelmäßigkeit einzuhalten, die es ja als Laie - wie du auch schreibst - gar nicht braucht. Aber man, bzw. zumindest ich, habe halt doch ein schlechtes Gefühl, wenn man dann mal eine Gebetszeit "ausfallen" lässt.
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Raphaela » Dienstag 5. April 2016, 16:41

Kleinwald hat geschrieben:
Maja hat geschrieben:Warum möchtest du das Stundengebet beten?
Ich bin einfach auf der Suche nach etwas Ordnung im Gebetsleben. Aber ggf. ist das Stundengebet auch das falsche...
Hast du den Ordnung in so alltäglichen Sachen wie Frühstück, Abendessen? Dann könntest du zum Beispiel vorher oder nachher das Brevier beten.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Kleinwald » Dienstag 5. April 2016, 16:45

Raphaela hat geschrieben: Hast du den Ordnung in so alltäglichen Sachen wie Frühstück, Abendessen? Dann könntest du zum Beispiel vorher oder nachher das Brevier beten.
Eben nicht. Vielleicht fängt das Problem ja da schon an... :/ :hmm:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von marcus-cgn » Dienstag 5. April 2016, 17:13

Kleinwald hat geschrieben:
Eben nicht. Vielleicht fängt das Problem ja da schon an... :/ :hmm:
Wenn es keinen festen Tagesablauf gibt macht es auch keinen Sinn für das Stundengebet einen zu schaffen. Aber vielleicht gibt es ja so etwas wie einen Wochenplan. Ich würde mich auch nicht scheuen, das Gebet an sehr profane Gewohnheiten zu knüpfen. Nach - oder vor - einer bestimmten Fernsehsendung, die man regelmäßig schaut oder sportliche Aktivitäten etc. Wie gesagt, wenn sich nicht an jedem Tag das vorgenommene Pensum realisieren lässt, muss man sich das eingestehen und muss ggf. an dieser Stelle eine Lücke lasse.

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Senensis
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Senensis » Dienstag 5. April 2016, 20:55

Anknüpfen ist eine sehr gute Methode. Halt wo möglich, zum Beispiel auch (es gibt viele andere Möglichkeiten, siehe oben) immer vor der Mahlzeit (Laudes, Sext, Vesper); oder nach dem Aufstehen/vor dem Schlafengehen (Lesehore, Komplet). Falls die Uhrzeiten von Radio Horeb für Dich integrierbar sind - das habe ich eine Zeitlang als sehr hilfreich empfunden. Man betet dann nicht allein. (Das muß man natürlich auch mögen.)
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Kantorin
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Kantorin » Freitag 25. November 2016, 11:05

Ich hoffe, dass meine Frage zur Tagzeitenliturgie hier richtig ist...

Ich bin seit einem halben Jahr bei den Laudes am Freitag in der Gemeinde dabei und unterstütze als Vorsängerin und durch die Vorbereitung des Liedblatts diese liturgische Feier. Der Verantwortliche für die Laudes (angehender ständiger Diakon) möchte im Advent als Segen "Sei gesegnet, wenn ..." haben, um die Menschen persönlicher anzusprechen. Ich bin der Meinung, dass Laien bei liturgischen Feiern "Segne uns, ..." verwenden und "Gott segne dich/euch, ..." dem Priester vorbehalten ist. Die Laudes sind ja keine private Veranstaltung, sondern stehen offiziell im Gemeindeblatt.

Wie seht ihr das? Ist "Sei gesegnet, ..." ok und bin ich liturgisch zu pingelig? Heute hatten wir uns deswegen in der Wolle und ich wurde angeraunzt, dass ich SEINE Gebete nicht umformulieren soll. :irritiert:
Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen. (Psalm 59)

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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Freitag 25. November 2016, 11:30

Kantorin hat geschrieben:Ich hoffe, dass meine Frage zur Tagzeitenliturgie hier richtig ist...

Ich bin seit einem halben Jahr bei den Laudes am Freitag in der Gemeinde dabei und unterstütze als Vorsängerin und durch die Vorbereitung des Liedblatts diese liturgische Feier. Der Verantwortliche für die Laudes (angehender ständiger Diakon) möchte im Advent als Segen "Sei gesegnet, wenn ..." haben, um die Menschen persönlicher anzusprechen. Ich bin der Meinung, dass Laien bei liturgischen Feiern "Segne uns, ..." verwenden und "Gott segne dich/euch, ..." dem Priester vorbehalten ist. Die Laudes sind ja keine private Veranstaltung, sondern stehen offiziell im Gemeindeblatt.

Wie seht ihr das? Ist "Sei gesegnet, ..." ok und bin ich liturgisch zu pingelig? Heute hatten wir uns deswegen in der Wolle und ich wurde angeraunzt, dass ich SEINE Gebete nicht umformulieren soll. :irritiert:
Ich kann nicht mit dem allgemeinen Stundengebet dienen, sondern nur mit dem monastischen (für die Benediktiner des dt Sprachgebiets). Dort steht in den Rubriken eindeutig,
wenn ein Priester oder Diakon der Feier vorsteht: "Es segne euch..." und wenn nicht "Der Herr segne uns und unsere abwesenden Brüder...".

Hausbrauch war, daß immer die letztere Form genommen wurde, egal ob ein Priester oder Diakon dem Gebet vorstand oder nicht.

Ich vermute das von Dir genannte "Sei gesegnet, wenn..." ist jenes Lied der Band Ararat.
Es wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in keinem der approbierten liturgischen Bücher finden. Die Laudes hat eine vorgeschriebene Form, es gilt
Sacrosanctum Concilium hat geschrieben:22 § 3. Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.
Wenn er meint, es sei SEIN Gebet, soll er doch den Kassenzettel dafür vorlegen. Ansonsten ist es immer noch Gebet der Kirche.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Hubertus
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von Hubertus » Freitag 25. November 2016, 12:58

Kantorin hat geschrieben:Ich hoffe, dass meine Frage zur Tagzeitenliturgie hier richtig ist...

Ich bin seit einem halben Jahr bei den Laudes am Freitag in der Gemeinde dabei und unterstütze als Vorsängerin und durch die Vorbereitung des Liedblatts diese liturgische Feier. Der Verantwortliche für die Laudes (angehender ständiger Diakon) möchte im Advent als Segen "Sei gesegnet, wenn ..." haben, um die Menschen persönlicher anzusprechen. Ich bin der Meinung, dass Laien bei liturgischen Feiern "Segne uns, ..." verwenden und "Gott segne dich/euch, ..." dem Priester vorbehalten ist. Die Laudes sind ja keine private Veranstaltung, sondern stehen offiziell im Gemeindeblatt.

Wie seht ihr das? Ist "Sei gesegnet, ..." ok und bin ich liturgisch zu pingelig? Heute hatten wir uns deswegen in der Wolle und ich wurde angeraunzt, dass ich SEINE Gebete nicht umformulieren soll. :irritiert:
Schau mal hier:

Dort heißt es:
Neben der oben bereits angegebenen einfachen Form können alle feierlichen Segensformeln aus dem
Messbuch verwendet werden (MB S. 533-565). Besonders bietet sich hier an: Feierlicher Schlusssegen – Im
Jahreskreis I: der sog. Aaronitische Segen: „Der Herr segne uns und behüte uns; der Herr lasse sein Angesicht
über uns leuchten und sei uns gnädig; er wende uns sein Antlitz zu und schenke uns seinen Frieden.“ Der
Wettersegen darf von Laien nicht verwendet werden, ebenfalls nicht die Segensgebete über das Volk
(MB S. 568 ff.).
Es ist immer darauf zu achten, dass der Segen des Messbuchs im Optativ steht, dieser muss von Laien
umformuliert werden. Wenn ein Laie der Vesper vorsteht geschieht der Segen i m m e r in der Uns-Form
(Segensbitte).
Auch die Einleitung: „Der Herr sei mit euch…“ und der Segensgestus in Form der ausgebreiteten
Hände unterbleibt, ebenso der Segensgestus selbst. Auch der oder die LeiterIn bekreuzigt sich „normal“.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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ziphen
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Re: Alles zum Thema Stundengebet (2nd)

Beitrag von ziphen » Freitag 25. November 2016, 13:19

Kantorin hat geschrieben:Ich hoffe, dass meine Frage zur Tagzeitenliturgie hier richtig ist...

Ich bin seit einem halben Jahr bei den Laudes am Freitag in der Gemeinde dabei und unterstütze als Vorsängerin und durch die Vorbereitung des Liedblatts diese liturgische Feier. Der Verantwortliche für die Laudes (angehender ständiger Diakon) möchte im Advent als Segen "Sei gesegnet, wenn ..." haben, um die Menschen persönlicher anzusprechen. Ich bin der Meinung, dass Laien bei liturgischen Feiern "Segne uns, ..." verwenden und "Gott segne dich/euch, ..." dem Priester vorbehalten ist. Die Laudes sind ja keine private Veranstaltung, sondern stehen offiziell im Gemeindeblatt.

Wie seht ihr das? Ist "Sei gesegnet, ..." ok und bin ich liturgisch zu pingelig? Heute hatten wir uns deswegen in der Wolle und ich wurde angeraunzt, dass ich SEINE Gebete nicht umformulieren soll. :irritiert:
Mir stellen sich die Fragen, ob du dies ehrenamtlich tust oder ob du dafür bezahlt wirst und ob der angehende Diakon anwesend ist oder nicht. Ich kenne es so, dass es nicht nur Vorsänger sondern auch Vorbeter gibt. Der Diakon sollte die Rolle des Vorbeters einnehmen, der u.a. den Segen spricht. Geht natürlich nur, wenn er auch an der Laudes teilnimmt. Bist du ehrenamtlich tätig, also nur Gemeindeglied, das zum besseren Ablauf eine Aufgabe in dem Gottesdienst übernimmt, und er nicht dabei, könntest du ihm sagen, dass du das mit dem Segen nicht für richtig hältst und du dich dabei nicht wohl fühlst, den Segen in der von ihm gewünschten Form zu sprechen. Sollte er stur bleiben, dann könntest du ihn vor die Wahl stellen, entweder "Segne uns, ..." oder er kann sich einen anderen Dummen Freiwilligen suchen, der seine Arbeit macht. Bist du beruflich tätig, dann musst du wohl den Anweisungen deines Vorgesetzten folgen.
Zuletzt geändert von ziphen am Freitag 25. November 2016, 13:42, insgesamt 1-mal geändert.
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