Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

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taddeo
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von taddeo » Sonntag 4. Juli 2010, 12:42

Raimund Josef H. hat geschrieben:Vor allem, und das sehr intensiv, sollte man prüfen, ob es sich denn tatsächlich um eine Berufung oder nur um eine
Schwärmerei handelt.
Das entscheidet sich vor allem dadurch, wie man mit auftretenden Schwierigkeiten umgeht.
Die Grundfrage sollte immer die sein: Bin ich bereit, meine ganze Existenz unter den Anspruch des Evangeliums
und unter die Treue zur Lehre der Katholischen Kirche zu stellen, oder geht es mir nicht doch zuerst um die
Verwirklichung meiner eigenen "Lebensplanung", um meine eigenen Vorstellungen? Dann wird es nix.
Jede Berufung muß auf der Demut basieren, daß "Dich ein anderer gürten und führen wird, wohin Du [möglicherweise] nicht willst".
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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holzi
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von holzi » Sonntag 4. Juli 2010, 15:12

AxelLCH hat geschrieben:[Ja das stimmt natürlich!! Das trifft ja z.B. auf die Karmeliten zu, die mich ja sehr anziehen :)
Und gerade die Regensburger Karmeliten bräuchten dringend einen neuen Destillateur für den Karmelitergeist!
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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cantus planus
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von cantus planus » Sonntag 4. Juli 2010, 15:25

Vorsicht, falls es sich dabei um die Karmeliten der Bamberger Provinz handelt! Meine Meinung zu dieser Truppe ist hier ja hinlänglich bekannt.
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Siard
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Siard » Sonntag 4. Juli 2010, 15:58

AxelLCH hat geschrieben:
Auch in Priesterorden gibt es Brüder (also "Nichtordiniertes" Personal, ein zwang zum Priesterweihenlassen gibts mW nicht)
...
Aber auf die Prämonstratenser meines WIssens nicht, das sind ja nur Priester :/
Doch, bei den Prämonstratensern gibt es sehr wohl ›Laienbrüder‹, sogenannte ›Konversen‹, wenn sie heute auch zahlenmäßig längst nicht mehr so viele sind, wie in der Frühzeit des Ordens.
Voraussetzung ist ein Mindestalter von 18. Jahren und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Eine spätere Weihe ist nicht ausgeschlossen, die Konversen legen heute dieselbe feierliche Profeß ab, wie die Kleriker.

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AxelLCH
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von AxelLCH » Sonntag 4. Juli 2010, 16:10

Doch, bei den Prämonstratensern gibt es sehr wohl ›Laienbrüder‹, sogenannte ›Konversen‹, wenn sie heute auch zahlenmäßig längst nicht mehr so viele sind, wie in der Frühzeit des Ordens.
Voraussetzung ist ein Mindestalter von 18. Jahren und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Eine spätere Weihe ist nicht ausgeschlossen, die Konversen legen heute dieselbe feierliche Profeß ab, wie die Kleriker.
oh okay, das wusste ich nicht!! hm na dann ist das ja doch nicht ausgeschlossen ;D
Vorsicht, falls es sich dabei um die Karmeliten der Bamberger Provinz handelt! Meine Meinung zu dieser Truppe ist hier ja hinlänglich bekannt.
nein, ich meine die unbeschuhten Karmeliten OCD :) Warum, was ist an den Bambergern so schlecht? :glubsch:

sr.meike
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von sr.meike » Sonntag 4. Juli 2010, 20:57

Ich hab mich mit 21 entschieden, mit 23 nach abgeschlossener Ausbildung dann das Noviziat begonnen und bin mittlerweile seit 9 Jahren dabei - lebenslänglich. Ein entscheidender Anstoß war für mich eine Predigt über Jeremia 1,7 :blinker: Also einen Beruf zu haben fänd ich schon nicht schlecht. Ich konnte das Noviziat wirklich als Probezeit sehen, wäre im Fall eines Weggangs nicht völlig in der Luft gehangen. Aber sonst: Warum nicht die besten Jahre für den Herrn?? Ich denk ich hab mich leichter in die Gemeinschaft eingelebt, als junger Mensch ist man vielleicht noch formbarere, flexibler, wächst mit der Gemeinschaft. Stelle mir das mit 40 viel schwerer vor, man hatte schon Wohnung, Karriere, Entscheidungsbefugnis... und dann im Kloster ganz unten anfangen. Aber ist nur ne Vorstellung, so alt bin ich ja noch länger nicht... Jesus wird schon zur rechten Zeit deutlich werden.
Grüßle, Sr.Meike

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Lioba
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Lioba » Sonntag 4. Juli 2010, 21:59

:huhu: :hops: Hallöchen Meike, lange nichts gehört von dir!
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Schmetterling
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Schmetterling » Donnerstag 15. Juli 2010, 16:05

http://www.youtube.com/user/OCist33#p/u/77/4wXP6R41Ztc

Etwas vom "Monastic Channel" zum Thema "Berufung" (englisch)

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Serviam
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Montag 19. Juli 2010, 11:03

Diese Gemeinschaften bitte nicht vergessen:

meine liebsten Franziskaner (Franziskaner der Immaculata: gibt's in Österreich):
http://www.youtube.com/watch?v=T7V3iYeZU0E

und eine neue dominikanische Gemeinschaft (Gemeinschaft vom Lamm) - diese möchte ich persönlich näher kennenlernen:
http://www.communautedelagneau.org/comm ... triche.php

die meiste Information über die Gemeinschaft bekommt man eigentlich, wenn man ihre Geschichte sich durchliest:
http://www.communautedelagneau.org/admi ... Harris.pdf
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Johannes XXIII
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 11:19

Hallo!

das ist also die Ecke um sich zu "outen", dann will ich das auch mal tun^^ Ich habe vor nach meinem Zivi Postulant zu werden in einer franz. Missionskongregation. Ich glaube, das wir in Deutschaldn weniger gute Priester als mehr gute Missionare brauchen. Oder anders ausgedrückt: Back to Christenlehre ;)
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 22. Juli 2010, 11:26

Johannes XXiii hat geschrieben:Hallo!

das ist also die Ecke um sich zu "outen", dann will ich das auch mal tun^^ Ich habe vor nach meinem Zivi Postulant zu werden in einer franz. Missionskongregation. Ich glaube, das wir in Deutschaldn weniger gute Priester als mehr gute Missionare brauchen. Oder anders ausgedrückt: Back to Christenlehre ;)
Amen!
Und Gottes Segen für deinen Weg!
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Johannes XXIII
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 11:43

Danke!
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 13:59

Johannes XXiii hat geschrieben:Hallo!

das ist also die Ecke um sich zu "outen", dann will ich das auch mal tun^^ Ich habe vor nach meinem Zivi Postulant zu werden in einer franz. Missionskongregation. Ich glaube, das wir in Deutschaldn weniger gute Priester als mehr gute Missionare brauchen. Oder anders ausgedrückt: Back to Christenlehre ;)
Aber die Priester sind die "ersten Missionare".
Aber ich stimme dir zu: Deutschland braucht gut Missionare.

Ich suche im Moment noch, ob es überhaupt eine solche Ordensgemeinschaft innerhalb Deutschlands gibt.

In Frankfreich scheinen ja besonders traditionelle Gemeinschaften richtig aufzublühen...
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 22. Juli 2010, 14:02

Es ist sehr schwierig in Deutschland, wenn's nicht kontemplativ sein soll. Da fielen mir im Augenblick überhaupt nur die SJM ein.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 14:06

cantus planus hat geschrieben:Es ist sehr schwierig in Deutschland, wenn's nicht kontemplativ sein soll. Da fielen mir im Augenblick überhaupt nur die SJM ein.
Ich suche an sich eine Gemeinschaft nach dominikanischem Vorbild. Mir scheint, dass es hier in Deutschland das Problem gibt, dass die "alt-eingesessenen" Orden sich etwas zu stark von ihrem eintigen Ideal entfernt haben.
In Frankreich gäbe es z.B. die Fraternität des Hl. Sankt Vinzen Ferrer: so etwas gibt es hier in der BRD leider nicht.

Die Servi Jesu et Mariae sind mir nicht unbekannt: sie scheinen aber doch schon mehr auf Pfadfindergruppen fokusiert zu sein.
Ich meine, dass wir auch mal zurück schauen müssen: Menschen auch auf den Straßen ansprechen, an Türen klopfen, usw..
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 14:25

Vllt ein kleiner Tipp: Gründer ist der Hlg. EUgen von Mazenod ;)
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:09

Johannes XXiii hat geschrieben:Vllt ein kleiner Tipp: Gründer ist der Hlg. EUgen von Mazenod ;)

OMI

wäre nichts für mich :nuckel:
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:12

Wieso?
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:14

Johannes XXiii hat geschrieben:Wieso?
nicht meine Berufung

und ich habe mir die Missionen auf der Webseite angeschaut: die Art und Weise der Liturgiefeier sagt mir auch nicht ganz zu...
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:17

Nun, ich habe nie erlebt bis jetzt, dass in einer Messe geltendes (Kirchen)recht übertreten wurde. Ich finde die Spiritualität sher interessant, die Art der Mission, gerade auch in Deutschland. Kaum ein Orden, der so viele Gemeindemissionen betreibt wie die Oblaten.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:20

Johannes XXiii hat geschrieben:Nun, ich habe nie erlebt bis jetzt, dass in einer Messe geltendes (Kirchen)recht übertreten wurde. Ich finde die Spiritualität sher interessant, die Art der Mission, gerade auch in Deutschland. Kaum ein Orden, der so viele Gemeindemissionen betreibt wie die Oblaten.
Auf der Missionswebseite in Kanda sind einige Fotos von Messen zu sehen: Ordentliche Form: Volk sitzt auf Stühlen und "umzingelt" den Altar von 3 Seiten.

Bei Missionen würde ich eher auf die Franziskaner der Immaculata tippen: sie leben das Evangelium wirklich. Aber ich bin auch nicht zum Franziskanersein berufen :D
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:22

Nun, ich werte das "umzingelt" wie ein "mit dem Rücken zum Volk", dass ist -mit Verlaub- ebenso ein Schwachsinn.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:26

Johannes XXiii hat geschrieben:Nun, ich werte das "umzingelt" wie ein "mit dem Rücken zum Volk", dass ist -mit Verlaub- ebenso ein Schwachsinn.
Nein, ein Schwachsinn ist es nicht: es ist eine Beschreibung eines Bildes: eben deswegen mit den Gänsefüßchen.

Die Frage richtete sich nach meinem Empfinden: ich mag es eben nicht. Freilich wird es nicht überall so sein. Aber das war ja auch kein Hauptgrund, nur eine Nebenaussage.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:30

Nunja, jedem nach seinem GEschmack aber auf jeden fall katholisch....SOlange es in der Wahrheit passiert kannes nicht falsch sein. Das aber begreift freilich nicht jeder.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:33

Johannes XXiii hat geschrieben:Nunja, jedem nach seinem GEschmack aber auf jeden fall katholisch....SOlange es in der Wahrheit passiert kannes nicht falsch sein. Das aber begreift freilich nicht jeder.
Und zu diesen Menschen zähle ich mich nicht.

Dass es auf jeden Fall eine Messe ist, ist klar. Ich habe aber dennoch eine gewisse Vorliebe für Orthopraxie: nicht nur für Orthodoxie: und das hat auch für mich einen missionarischen Hintergrund. Besonders die Liturgie sollte den Glauben, den man verkündet, klar zum Ausdruck bringen.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von songul » Donnerstag 22. Juli 2010, 16:58

Serviam hat geschrieben:Dass es auf jeden Fall eine Messe ist, ist klar. Ich habe aber dennoch eine gewisse Vorliebe für Orthopraxie: nicht nur für Orthodoxie: und das hat auch für mich einen missionarischen Hintergrund. Besonders die Liturgie sollte den Glauben, den man verkündet, klar zum Ausdruck bringen.
Wie darf man denn bei dir die Orthopraxie und die gewisse Vorliebe für die Orthodoxie verstehen?

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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 17:05

Wikipedia hat geschrieben: Im Christentum ist „Orthodoxie“ ursprünglich der Begriff für das Festhalten an der trinitätstheologischen Entscheidung des 1. Konzils von Nicaea (325) („homooúsios tô patrí“ „mit dem Vater wesenseins“) in Abgrenzung von den Arianern. Sodann wird damit das Bekenntnis zum christologischen Dogma des Konzils von Chalkedon (451) bezeichnet. Erst in nachreformatorischer Zeit ist damit das Beharren auf bestimmten traditionellen Lehrmeinungen, Ideologien oder Handlungsweisen gemeint, im Gegensatz zu Erneuerungsbewegungen (Heterodoxie):
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 22. Juli 2010, 17:12

Lieber Johannes XXiii,

lass dir zunächst einmal deinen Weg und deine Suche nicht von überkritischen Nachfragen madig machen. Prüfe dich selbst, lasse dich prüfen und gönn dir Zeit. Oft genug endet ein Berufungsweg ganz woanders, als er begonnen hat. Das muss man der Gnade Gottes überlassen.

Ein wenig vorsichtiger wäre ich allerdings bei der Beschreibung der Gebetsrichtung "mit dem Rücken zum Volk" als Blödsinn. Ich glaube kaum, dass 1900 Jahre lang in der Kirche von den bedeutendsten Heiligen und Kirchenvätern "Blödsinn" gefeiert wurde. Im Gegenteil: es gibt sehr gute Gründe für die gemeinsame Gebetshaltung zum Herrn hin. Ein Hochgebet, dass sich an Gott richtet, mit Blickrichtung zur Gemeinde und verstärkt durch Mikrophone zu beten, ist nämlich schon rein optisch wesentlich unsinniger.

Ich verstehe aber, was dich daran irritiert. Bei meiner ersten Messe - in der neuen Messe, wohlgemerkt! - die mit dem Rücken zum Volk zelebriert wurde, kam ich mir auch etwas merkwürdig vor. Heute kann ich hingegen mit der Gebetsrichtung zum Volk hin nichts mehr anfangen, und halte sie für eine der schädlichsten Neuerungen der nachkonziliaren Liturgiereform überhaupt.

Aber das ist hier nicht das Thema.

Wenn du meinst, dass du bei den OMIs glücklich wirst, fahr hin, guck's dir an und lebe einige Tage dort mit. Man fühlt sehr schnell, ob man dort zu Hause ist, oder nicht. Und halte Auge, Ohr und Herz auf, ob der Herr möglicherweise auch etwas anderes mit der vor hat.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 17:24

Du hast mich falsch verstanden, ich finde versus deum alles andere als schwachsinnig, ich schätze diese Art der Zelebration sehr, ich wollte darauf hinweisen, dass beide Zelebrationsrichtungen ihre Berechtigung haben. Ich finde es nicht in Ordundg sowohl die eine als auch die andere Zelebrationsrichtung zu diskreditieren. Man darf eine persönliche Meinung haben nur sollte man diese nicht verabsolutieren. (was ja serviam auch nicht gemacht hat). Ein interessanter Aspekt hierzu ist , dass sich zur Collecta in einigen gewesteten Kirchen das versammelte Volk samt Priester gen Oriens (als das Volk mit dem Rücken zum Priester) gedreht haben. Insofern war das nicht als Kritik meinerseits Gedacht.

Zu den Oblaten: Ich bin oft mit Oblaten in Kontakt, oft auch im Noviziat, aber auch so zwischendurch und muss sagen, dass mir die Spiritualität sehr gut tut, vor allem auch, dass ich in jedem Kloster der Oblaten sofort das Gefühle habe ein Stück Heimat zu betreten. Deswegen denke ich, doch auf dem richtigen Weg zu sein.
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Berolinensis » Donnerstag 22. Juli 2010, 17:34

1) Johannes meinte - so habe ich ihn verstanden - nicht, daß die Zelebration versus Deum Blödsinn sei, sondern das Um-den-Altar-herum-Sitzen als "Umzingeln" zu bezeichnen, sei genau so Blödsinn, wie versus Deum als "mit dem Rücken zum Volk" zu bezeichnen.

2) Dennoch halte ich vom "um den Altar herum Sitzen" auch überhaupt nichts.

3) Nochmal weise ich auf die Gefährlichkeit der Aussage "Nunja, jedem nach seinem GEschmack aber auf jeden fall katholisch....SOlange es in der Wahrheit passiert kannes nicht falsch sein. Das aber begreift freilich nicht jeder." hin. Damit kann man alles rechtfertigen. Wie wir schon an anderer Stelle besprochen - und ich dachte, übereingestimmt - hatten, kommt es auch auf Einhaltung der Gesetze (incl. Rubriken) an. Diese garantieren gerade, daß unser Tun in der Wahrheit und katholisch bleibt. Darüber hinaus sollen wir uns auch dort, wo rein "rechtlich" ein Freiraum ist, bemühen, dem Geist der Liturgie zu dienen, und ihn nicht nach eigenem Gutdünken ausfüllen. Die gemeinsame Ausrichtung auf Gott, das Ihm entgegensehen und -gehen entspricht - in Übereinstimmung mit der Tradition der Kirche - dem Wesen der hl. Messe am besten. Dies sind auch nicht alles Nebensächlichkeiten, denn
Joseph Cardinal Ratzinger hat geschrieben:"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche.
4) Ich sage dies nur, weil das Thema hier jetzt aufgekommen ist. Ansonsten stimme ich cantus zu: lass dir zunächst einmal deinen Weg und deine Suche nicht von überkritischen Nachfragen madig machen. Prüfe dich selbst, lasse dich prüfen und gönn dir Zeit. Oft genug endet ein Berufungsweg ganz woanders, als er begonnen hat. Das muss man der Gnade Gottes überlassen.

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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Serviam » Donnerstag 22. Juli 2010, 18:17

Wer hat hier bitte "überkritische Anfragen" gepostet?

Das Thema kam, nachdem johannesXiii mich gefragt hat, weshalb ich sagte, dass die OMI nichts für mich wäre: diese Frage habe ich beantwortet. Ein Wort zu seiner Berufung habe ich - glaube ich - nicht verloren. Ich habe auch schon versucht klar zu machen, dass auch eine Gemeinschaft, deren Praxis mir gut gefällt (FI), auch für mich nicht das Richtige sein kann: eben wegen der Berufung. Zuletzt habe ich auch verdeutlicht, dass sich der Weg zunächst über den Punkt der Berufung entscheidet: nicht über die bevorzugte Form / den bevorzugten Ritus einer Ordensgemeinschaft.

Ich hoffe mal, dass damit die Sache geklärt ist.

und, um die Frage kurz zu beantworten:

Orthodoxie ist für mich das Festhalten an allen Lehren der Kirche.
Orthopraxie im liturgischen Sinne: die würdige Feier der Liturgie nach den Rubriken: dazu gehören auch die neueren Dokument wie z.B. Redemptionis Sacramentum
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Re: Junge Leute, die in einen Orden eintreten

Beitrag von Johannes XXIII » Donnerstag 22. Juli 2010, 19:00

Um das mit der Wahrheit zu klären: Das Rechtfertigt all das, was im Willen der katholischen Kirche und in Einheit mit deren Lehren und Grundsätzen geschieht, ist also kein Freifahrtschein für Liturgieheuchler ;)

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