Opus Dei

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

Moderator: Ecce Homo

Benutzeravatar
cooltobecatholic
Beiträge: 69
Registriert: Mittwoch 4. April 2007, 20:58

Beitrag von cooltobecatholic » Donnerstag 4. Oktober 2007, 15:41

Ecce Homo hat geschrieben:Robert, ich habe Cool nicht in dieser Weise verallgemeinernd verstanden, wie du es jetzt darstellst... aber OK, das sind halt die unterschiedlichen Meinungen... ich hab das echt nicht in dieser Weise als wie du schreibst "pauschale, generalisierende
Verurteilung" empfunden... es war nicht wirklich neutral, schon klar, aber es war auch für mich nicht wirklich das, was du schriebst...

Was meinst, soll ich den ganzen Teil mal versenken? :hmm:
Danke ecce homo.

Verleumdung finde ich ein sehr starkes Wort. Und bei mir fällt auch kein Groschen. Ich weiß zwar nicht, was sonst klimpern soll...
maliems hat geschrieben: Es liegt in der Natur der Sache, dass persönliche Enttäuschungen nicht öffentlich breit getreten werden wollen.
Das ist keine persönliche Enttäuschung. Ich bin ja nicht die einzige, die so etwas erlebt hat. Es ist einfach nicht persönlich. Und darum werde ich, wo ich es mitbekomme, in solche Diskussionen eingreifen und warnen, damit nicht noch mehr Leute gutgläubig in dieses System reingezogen werden. Da spüre ich eine Verantwortung in mir.

Und wenn ich dafür von einigen von Euch diffamiert werde: mir egal. Ich schreibe das, weil ich es weiß!

Benutzeravatar
Esperanto
Beiträge: 735
Registriert: Dienstag 20. März 2007, 01:18

Beitrag von Esperanto » Donnerstag 4. Oktober 2007, 15:43

cooltobecatholic hat geschrieben:
Peregrin hat geschrieben:Diese Menschenfischerhunde!
meinst Du damit, daß die Apostell die Angelegenheit auch so systematisch durchgeführt haben? Meiner Meinung nach sind nach Predigten die Leute dort freiwillig gekommen, um sich taufen zu lassen.

Ob die Apostel gläubige Juden in der Synagoge beobachtet haben, und dann entsprechend zwei von sich darauf angesetzt haben, mit Gesprächen und dem Angebot von Freundschaft, zum Christentum zu bekehren, bleibt in der Apostelgeschichte jedenfalls unerwähnt.


Denn das hat ja auch System im OD - man bietet seine Freundschaft an. Dass diese Freundschaft absichtlich geschlossen wird, mit dem Ziel, daß der Freund ins OD eintritt, läßt für mich schon alleine den Begriff Freundschaft merkwürdig erscheinen. Aber klar, man tut dem Freund ja was gutes, indem auch er bald den besten Weg zu Christus geht. :| :/

Über diese seine befreundeten Aktivitäten hat man dann Rechenschaft abzugeben, ob man auch stetig dran bleibt. So kommen die Leute schon unter Druck und es kann ein penetrantes Werben erfolgen.

Sowas habe ich mal vor Jahren in der kath. Jugend erlebt: da war auch ein Opus-Dei-Kaplan (von dem wir es allerdings erst später erfuhren, dass er zum Opus gehört), der eine Freundschaft mit einem Jugendlichen von uns geschlossen hatte. Kam mir damals schon merkwürdig vor. Später ist dann herausgekommen, dass das auch so eine strategische Freundschaft war...Ich kann das also bestätigen.

Benutzeravatar
Pit
Beiträge: 8105
Registriert: Freitag 23. April 2004, 17:57

Beitrag von Pit » Donnerstag 4. Oktober 2007, 16:33

Meinst Du mit "sie" die Opus-Dei-Mitglieder?
Dann kann ich Dich ein wenig beruhigen:
Die Mitglieder des OD sind genauso gutz oder schlecht, ehrlich oder unehrlich wie etliche andere Menschen auch.
Aber was mich schon ein wenig stört, ist Folgendes:
Als ich einmal die Möglichkeit hatte, hier vor Ort mit ODlern ins Gespräch zu kommen, habe ich - verständlicherweise - Fragen über das OD gestellt, und - keine einzige Antwort erhalten, da meine Gesprächspartner nur (!) ausgewichen sind, leider!
Ich betrachte das Gespräch als vertane Chance.
John Allen hat ein Buch über das OD herausgebracht, das ich sehr gut finde, weil es sehr ehrlich ist und sowohl die positiven als auch die negativen Aspkete erwähnt.
Er schreibt aber auch, daß Neumitglieder anfangs sogar den Eltern gegenüber verschweigen (!) sollen, daß sie dem Opus angehören. Warum ?

Gruß, Pit
maliems hat geschrieben:ein Opus Dei Mitglied hat mich einmal so kaltblütig-cool im 6-Augen-Gespräch angelogen, dass ich "sie" lieber von hinten sehe.
carpe diem - Nutze den Tag !

Benutzeravatar
cooltobecatholic
Beiträge: 69
Registriert: Mittwoch 4. April 2007, 20:58

Beitrag von cooltobecatholic » Donnerstag 4. Oktober 2007, 19:58

Pit hat geschrieben:Meinst Du mit "sie" die Opus-Dei-Mitglieder?

Aber was mich schon ein wenig stört, ist Folgendes:
Als ich einmal die Möglichkeit hatte, hier vor Ort mit ODlern ins Gespräch zu kommen, habe ich - verständlicherweise - Fragen über das OD gestellt, und - keine einzige Antwort erhalten, da meine Gesprächspartner nur (!) ausgewichen sind, leider!
Ja, habe ich auch erlebt. Ich habe einmal einen OD Priester gefragt, ob das denn stimmt, dass die Frauen bei denen auf Brettern schlafen müssen, weil sie, laut OD-Lehre sinnlicher seien, und daher der Sünde gegen die Keuschheit eher zugeneigt. Ich habe nur ein Lächeln bekommen.

Na, wenigstens nicht gelogen... :cry: weiß schon, man kanns mir nie recht machen. :/

ad_hoc
Beiträge: 4877
Registriert: Mittwoch 14. Januar 2004, 12:14

Beitrag von ad_hoc » Freitag 5. Oktober 2007, 00:13

Ecce Homo hat geschrieben:
Hey, wir sind Menschen - und auch OD-Menschen können mal lügen. Warum auch immer.
Ad hoc, wenn dich noch keiner angelogen hat, dann freu dich.
Ich werde vermutlich jeden Tag mal angelogen; aber bei den meisten stört es mich nicht. :)

In Bezug auf den stillen Vorwurf von cooltobecatholic fällt mir nur die Antwort von Willi Brandt ein, als er von allen möglichen Seiten den Vorwurf hören mußte, er hätte in einer bestimmten Angelegenheit gelogen.
Auch Willi Brandt befand sich in der Ecke, wo er sich nicht mehr drehen und wenden konnte. Also gab er zur Antwort:
"Ich habe nicht gelogen, ich habe nur nicht die Wahrheit gesagt."
Darüber muß man mal nachdenken, dass er damit sagen wollte, dass er eine Behauptung aufstellte, von der er mangels besserer Informationen annahm, dass sie der Wahrheit entsprechen würde, was sie aber tatsächlich nicht tat.

cooltobecatholic
Vielleicht bin ich ein wenig forsch in meiner Antwort auf Deinen Beitrag gewesen. Aber ich wollte Dich keinesfalls diffamieren. :)

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

maliems
Beiträge: 2696
Registriert: Dienstag 24. Juli 2007, 22:36

Beitrag von maliems » Freitag 5. Oktober 2007, 00:37

Jeden Tag einmal angelogen werden?
Nein das glaube ich nicht.

Drehe ich das mal um - dann müßte ich ja auch jeden Tag ein mal lügen. - hmmm muss jeder selbst wissen.

Ich möchte mal behaupten, dass man viele Lügen, die man vorgesetzt bekommt, auch (innerlich) enttarnt. (Meine ich ehrlich!) Und dann gibt´s im Alttag gar nicht so viele Lügen.

Ich meine hier existenzielle Fragen im zwischenmenschlichen Kontext. Dass ich als Lehrer von Schülern oft angelogen werde, zählt für mich hier nicht (obwohl ich es falsch finde). Auch Lügen in Politik und Medien meine ich nicht.

koenigstochter
Beiträge: 200
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2007, 23:32

Beitrag von koenigstochter » Freitag 5. Oktober 2007, 00:48

@maliems:
Drehe ich das mal um - dann müßte ich ja auch jeden Tag ein mal lügen. - hmmm muss jeder selbst wissen.
Ganz ehrlich:
Belügst Du Dich selbst nie?
Bist Du immer ganz wahrhaftig Du selbst?
Wenn ja, hast Du meine vollste Bewunderung!

Benutzeravatar
Ecce Homo
Moderator
Beiträge: 9479
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 5. Oktober 2007, 09:52

Um mal wieder zum Thema zurückzukommen: Auf der Seite vom Opus habe ich unter Anderem das hier gefunden:
EINGLIEDERUNG

Wer um die Aufnahme in das Opus Dei nachsucht, tut dies auf Grund einer göttlichen Berufung. Diese besteht in einer spezifischen Konkretisierung der mit der Taufe erhaltenen christlichen Berufung, nämlich darin, gemäß dem Geist, den der hl. Josefmaria von Gott empfangen hat, die Heiligkeit zu suchen und am Auftrag der Kirche teilzunehmen.

Der Beitritt zum Opus Dei setzt einerseits voraus, dass die oder der Betreffende aus freiem Willen und in der Überzeugung um die Aufnahme bittet, dazu eine Berufung erhalten zu haben. Andererseits müssen die zuständigen Leiter/innen der Prälatur den Antrag annehmen. Beides setzt in der Regel einen längeren Prozess gründlichen gegenseitigen Kennenlernens voraus: Der formlose Aufnahmeantrag wird schriftlich gestellt und frühestens nach sechs Monaten mit der Zulassung (Admission) beantwortet.

Nach Ablauf von mindestens weiteren zwölf Monaten kann die oder der Betreffende auf begrenzte Zeit in die Prälatur aufgenommen werden, und zwar durch eine gegenseitige, formelle vertragliche Erklärung, die jährlich erneuert werden muss. In Übereinstimmung mit dem Kirchenrecht kann dem Opus Dei nicht beitreten, wer nicht volljährig, d.h. unter achtzehn Jahre alt ist. Eine endgültige Aufnahme ist frühestens nach fünfmaliger Vertragserneuerung möglich, d. h. mindestens fünf Jahre nach dem ersten befristeten Beitritt und daher in einem Alter von nicht weniger als 23 Jahren.

Mit der Aufnahme verpflichtet sich die Prälatur, das neue Mitglied eingehend im katholischen Glauben und im Geist des Opus Dei zu bilden und durch ihre Priester seelsorglich zu betreuen.

Das Mitglied unterstellt sich der Jurisdiktion des Prälaten in dem, was sich auf das Ziel der Prälatur bezieht, sowie den Normen, nach denen diese organisiert ist.

Die Bindung an die Prälatur endet, wenn die Vertragsfrist ausläuft, oder im Einvernehmen mit der Leitung auch früher, falls der oder die Betreffende dies wünscht. Mit dem Austritt aus der Prälatur erlöschen die gegenseitigen Rechte und Pflichten.
Eigentlich klingt das recht "einfach", was Eintritt und auch möglichen Austritt angeht...
Weiß jemand, was Rechte und Pflichten genau sind? Hat jemand mit Eintritt/Austritt schon mal Berührung gehabt? War das wirklich so "einfach", wie es klingt?
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

Nueva
Beiträge: 938
Registriert: Freitag 29. Juni 2007, 13:55
Wohnort: München

Beitrag von Nueva » Freitag 5. Oktober 2007, 12:04

So einfach, wie es auf dem Papier steht, ist es natürlich nicht.
Die nehmen ja schließlich nicht jeden x-Beliebigen. Das OD hat auch seine mehr oder weniger unausgesprochenen Vorstellungen von seinen zukünftigen Mitgliedern. Am liebsten haben sie Kandidaten , die irgendwelche Schlüsselstellen in Staat, Gesellschaft, Kunst und Kultut inne haben, und verheiratet sind und regelmäßig die Kirche besuchen.
Da wird man halt in den GEbetskreis eingeladen, es werden Freundschaften angebahnt und irgendwannmal kommt dann die Einladung zu einem Fest in den hl. Hallen des OD. Am Anfang ist es eine Gemeinschaft, die Zusammenhält, die sich auf regionaler Ebene durch dick und dünn geht - und ehe man sich versieht ist man drin - vorausgesetzt man ist Akademiker mit entsprechender Position. Alle anderen, die vielleicht so eine Gemeinschaft suchen, aber nicht den entsprechenden Beruf haben, werden abgelehnt ( zu deutsch :Rausgeekelt). Das ist ein sehr elitärer Verein, der mit ganz simplen psychologischen Mitteln arbeitet.
Aber soll ja jeder nach seiner Fasson (psychologischem Profil) selig werden...

Raphaela
Beiträge: 4999
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F
Kontaktdaten:

Beitrag von Raphaela » Freitag 5. Oktober 2007, 13:06

@ Pit:
Schade, dass du keine Antwort von dem Opus Dei Mitglied bekommen hast. - Der OD-Priester, der einige Zeit mein geislicher Begleiter war, hat mir Auskunft gegeben. - Ich kannte vorher nur die Infos aus verschiedenen Zeitschriften wie Stern, Spiegel.......
Da habe ich ihn natürlich mit meinen Fragen durchlöchert.
Und ich habe ehrliche Auskunft bekommen! :ja:

Und noch etwas für die Allgemeinheit, die hier mitdiskutiert: Eine Bekannte von mir hat auch sehr schlechte Erfahrungen mit OD gemacht. - Diese Erfahrung habe ich dem OD- Priester erzählt, der mich geistlich begleitet hatte. Er war darüber entsetzt. Es gibt eben überall solche und solche..... :ja:

Benutzeravatar
Pit
Beiträge: 8105
Registriert: Freitag 23. April 2004, 17:57

Beitrag von Pit » Freitag 5. Oktober 2007, 16:50

Nicht uninteressant ist auch, daß von OD-Seite immer behauptet wird, daß es keine Firmen gibt, die dem OD gehören, und in den meisten Fällen stimmt das sogar.
Aber da wird mit einem simplen "Trick" gearbeitet.
Wenn nämlich z.B. der Inhaber einer Firma Mitglied des OD ist, dann wird er seine Geschäftsführung sicher auch im Sinne des OD durchzuführen versuchen, also die Firma im Sinne des OD führen- ohne, daß die Firma dem OD gehört (!).

Gruß, Pit
Nueva hat geschrieben: ...
Das ist ein sehr elitärer Verein, der mit ganz simplen psychologischen Mitteln arbeitet.
Aber soll ja jeder nach seiner Fasson (psychologischem Profil) selig werden...
carpe diem - Nutze den Tag !

Benutzeravatar
Ecce Homo
Moderator
Beiträge: 9479
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 5. Oktober 2007, 16:57

Und was ist daran grundsätzlich schlimm, wenn die Führung einer Firma christlich ist? :hmm:

Pit, ganz ehrlich, du sprichst davon, als ginge es um die Durchsetzung einer Firma durch Scientology... :/ :shock: :sauer:
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

Nueva
Beiträge: 938
Registriert: Freitag 29. Juni 2007, 13:55
Wohnort: München

Beitrag von Nueva » Freitag 5. Oktober 2007, 16:58

Richtig, so kenne ich das auch. Es ist mitunter ganz angenehm in so einer Firma als Angestellte(r) zu arbeiten. Das Arbeitsklima ist bestimmt ganz gut.
Aber wehe der Firmeninhaber verstirbt plötzlich, dann sind die OD Anwälte ganz schnell dabei die Firma ohne Rücksicht auf Verluste zu verkaufen. Das erzielte Geld geht natürlich an die Witwe, die eine große Spende an das OD macht... Gott sei Dank kommt sowas nun nicht alle Tage vor...dafür darf der Firmeninhaber 10% seines Einkomens ans OD abgeben...

Benutzeravatar
Ecce Homo
Moderator
Beiträge: 9479
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 5. Oktober 2007, 17:05

Und du kennst bestimmt soundsoviele Firmen, wo das so war, oder? :roll: :/
Also, ich glaube, da ist weit mehr Spekulation und Vorurteil (besonders Letzteres!) dran als wahres... :/
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

Benutzeravatar
Linus
Beiträge: 15073
Registriert: Donnerstag 25. Dezember 2003, 10:57
Wohnort: 4121 Hühnergeschrei

Beitrag von Linus » Freitag 5. Oktober 2007, 17:56

Nueva hat geschrieben:So einfach, wie es auf dem Papier steht, ist es natürlich nicht.
Die nehmen ja schließlich nicht jeden x-Beliebigen. Das OD hat auch seine mehr oder weniger unausgesprochenen Vorstellungen von seinen zukünftigen Mitgliedern. Am liebsten haben sie Kandidaten , die irgendwelche Schlüsselstellen in Staat, Gesellschaft, Kunst und Kultut inne haben, und verheiratet sind und regelmäßig die Kirche besuchen.
Da wird man halt in den GEbetskreis eingeladen, es werden Freundschaften angebahnt und irgendwannmal kommt dann die Einladung zu einem Fest in den hl. Hallen des OD. Am Anfang ist es eine Gemeinschaft, die Zusammenhält, die sich auf regionaler Ebene durch dick und dünn geht - und ehe man sich versieht ist man drin - vorausgesetzt man ist Akademiker mit entsprechender Position. Alle anderen, die vielleicht so eine Gemeinschaft suchen, aber nicht den entsprechenden Beruf haben, werden abgelehnt ( zu deutsch :Rausgeekelt). Das ist ein sehr elitärer Verein, der mit ganz simplen psychologischen Mitteln arbeitet.
Aber soll ja jeder nach seiner Fasson (psychologischem Profil) selig werden...
Das stimmt so nicht, ich kenne einige Nichtakademiker (Hausfrauen, Köche,...) die Mitglied sinds. Wiewohl das Zielpublikum doch eher akademisch gebildet ist.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

Raphaela
Beiträge: 4999
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F
Kontaktdaten:

Beitrag von Raphaela » Freitag 5. Oktober 2007, 21:29

Zu dem Thema OD und (eigene) Firma:
Ich kenne ein Unternehmen, dass eine egene Firma hat, die Familie gehört zu OD. Sie haben sich letztes Jahr dann mit der Firma OBI angeschlossen. - Nicht ganz OBI in Deutschland gehört OD

Und was ich in der Firma Klasse finde: Jedes Jahr im Advent werden Mitglieder der Seligpreisungen an Nikolaus eingeladen und führen ein christliches Nikolausspiel für die Kinder auf.

Raphaela
Beiträge: 4999
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F
Kontaktdaten:

Beitrag von Raphaela » Sonntag 27. Juli 2008, 11:38

Dadurch, dass unser Pfarrverbund von einem OD-Mitglied geleitet wird, ist immer wieder ein Stück Weltkirche zu erleben:
Seminaristen aus Rom machen bei ihm immer wieder für ein paar Wochen ein Praktikum. Diese Seminaristen kommen aus der ganzen Welt.
Einige sind inzwischen Priester, ein anderer war jetzt als Diakon da (kommt aus Uganda) und hat z. B. auch eine Taufe übernommen.
Während der Wallfahtszeit war ein Bischof aus Peru da.

Dieses Erleben der Weltkirche ist wirklich schön.

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Beitrag von cantus planus » Sonntag 27. Juli 2008, 11:50

Magst du - so anonymisiert, dass man die Gemeinde nicht erkennt - vielleicht darüber berichten, wie die Pfarreien die Nachricht aufgenommen hat, dass sie künftig von einem OD-Mitglied geleitet werden?

Gab es da Probleme? Haben Leute von heute auf morgen die Flucht ergriffen wegen Vorurteilen?

An St. Pantaleon in Köln gab es da schon ziemliche Schwierigkeiten bei der Übernahme.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Raphaela
Beiträge: 4999
Registriert: Dienstag 11. September 2007, 17:53
Wohnort: Erzbistum Freiburg;südlichster Südschwarzwald "Dreiland": CH-D-F
Kontaktdaten:

Beitrag von Raphaela » Sonntag 27. Juli 2008, 13:47

cantus planus hat geschrieben:Magst du - so anonymisiert, dass man die Gemeinde nicht erkennt - vielleicht darüber berichten, wie die Pfarreien die Nachricht aufgenommen hat, dass sie künftig von einem OD-Mitglied geleitet werden?
Der Pfarrer ist schon länger in der Gemeinde als ich dort wohne
Gab es da Probleme? Haben Leute von heute auf morgen die Flucht ergriffen wegen Vorurteilen?

An St. Pantaleon in Köln gab es da schon ziemliche Schwierigkeiten bei der Übernahme.
Glaube nicht, dass es Probleme gab, da die meisten Leute es gar nicht wissen. Ich habe es auch nicht von ihm erfahren, sondern von einem seiner Freunde. Und ich habe den Pfarrer dann erst mal mit Fragen durchlöchert (Im Gegensatz zu Pit habe ich auch Antworten bekommen)
Er geht damit also nicht "hausieren", dass er zum OD gehört.

Außerdem: So ganz anonym ist das gar nicht. Schau doch mal die Veranstaltungshinweise der letzten Monate an. Da habe ich, so wie es im Progamm stand, geschrieben von welcher Prälatur der eingeladene Bischof ist. Die Leute denken sich einfach bei solchen Wörtern wie"Prälatur" nichts.

Benutzeravatar
Birgitta
Beiträge: 11
Registriert: Donnerstag 4. September 2008, 19:28

Beitrag von Birgitta » Freitag 5. September 2008, 11:35

Habe mal zwei Fragen zum Opus Dei, die vermutlich nur von Spezialisten oder Insidern beantwortbar sind...

1. Ich finde, daß es eine gewisse Nähe im Ansatz zwischen dem hl. Franz von Sales und dem hl. Josemaria Escriva gibt. Spielt der hl. Franz von Sales irgendeine besondere Rolle im OD, oder ist er kein Heiliger mit besonderer Bedeutung? Jeder Orden und jede Gemeinschaft hat ja so ihre "Spezis".

2. Wie steht denn das OD zur Messe im außerordentlichen Ritus?

Will bitte keine ideologischen Grabenkämpfe provozieren, mich interessiert das einfach.

Benutzeravatar
overkott
Beiträge: 19639
Registriert: Donnerstag 8. Juni 2006, 11:25

Beitrag von overkott » Freitag 5. September 2008, 11:42

Ich sehe manches Bonaventuranische im Opus, zum Beispiel in den Comics über den Gründer.

Zum Teil vermisse ich aber auch geistliche Weite.

Benutzeravatar
Ecce Homo
Moderator
Beiträge: 9479
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 5. September 2008, 12:36

Und wo ist die Antwort auf die gestellten Fragen?
Bitte nicht ständig OT´s! :sauer:
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

maliems
Beiträge: 2696
Registriert: Dienstag 24. Juli 2007, 22:36

Beitrag von maliems » Freitag 5. September 2008, 15:10

Birgitta hat geschrieben:Habe mal zwei Fragen zum Opus Dei, die vermutlich nur von Spezialisten oder Insidern beantwortbar sind...

1. Ich finde, daß es eine gewisse Nähe im Ansatz zwischen dem hl. Franz von Sales und dem hl. Josemaria Escriva gibt. Spielt der hl. Franz von Sales irgendeine besondere Rolle im OD, oder ist er kein Heiliger mit besonderer Bedeutung? Jeder Orden und jede Gemeinschaft hat ja so ihre "Spezis".

2. Wie steht denn das OD zur Messe im außerordentlichen Ritus?

Will bitte keine ideologischen Grabenkämpfe provozieren, mich interessiert das einfach.

Das Opus Dei in Köln und Hamburg lehnt die Alte Messe ab.

Benutzeravatar
overkott
Beiträge: 19639
Registriert: Donnerstag 8. Juni 2006, 11:25

Beitrag von overkott » Freitag 5. September 2008, 15:33

maliems hat geschrieben:
Birgitta hat geschrieben:Habe mal zwei Fragen zum Opus Dei, die vermutlich nur von Spezialisten oder Insidern beantwortbar sind...

1. Ich finde, daß es eine gewisse Nähe im Ansatz zwischen dem hl. Franz von Sales und dem hl. Josemaria Escriva gibt. Spielt der hl. Franz von Sales irgendeine besondere Rolle im OD, oder ist er kein Heiliger mit besonderer Bedeutung? Jeder Orden und jede Gemeinschaft hat ja so ihre "Spezis".

2. Wie steht denn das OD zur Messe im außerordentlichen Ritus?

Will bitte keine ideologischen Grabenkämpfe provozieren, mich interessiert das einfach.

Das Opus Dei in Köln und Hamburg lehnt die Alte Messe ab.
guter hinweis

Benutzeravatar
Leguan
Altmoderator
Beiträge: 1924
Registriert: Sonnabend 4. März 2006, 14:30

Beitrag von Leguan » Freitag 5. September 2008, 15:56

Birgitta hat geschrieben:Habe mal zwei Fragen zum Opus Dei, die vermutlich nur von Spezialisten oder Insidern beantwortbar sind...

1. Ich finde, daß es eine gewisse Nähe im Ansatz zwischen dem hl. Franz von Sales und dem hl. Josemaria Escriva gibt. Spielt der hl. Franz von Sales irgendeine besondere Rolle im OD, oder ist er kein Heiliger mit besonderer Bedeutung? Jeder Orden und jede Gemeinschaft hat ja so ihre "Spezis".
Da das Opus Dei immer so tut, als sei die Berufung von Normalos zur Heiligkeit eine sensationelle Neuentdeckung des hl. Josemaria Escriva gewesen, habe ich den Eindruck, daß der hl. Franz von Sales eher unter den Tisch fallen gelassen wird.
2. Wie steht denn das OD zur Messe im außerordentlichen Ritus?
Ich würde annehmen, eher pragmatisch. Man will es sich wohl mit niemandem deswegen verscherzen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß das OD aus ideologischen Gründen gegen die alte Messe ist.

Benutzeravatar
overkott
Beiträge: 19639
Registriert: Donnerstag 8. Juni 2006, 11:25

Beitrag von overkott » Freitag 5. September 2008, 16:17

Leguan hat geschrieben:Da das Opus Dei immer so tut, als sei die Berufung von Normalos zur Heiligkeit eine sensationelle Neuentdeckung des hl. Josemaria Escriva gewesen, habe ich den Eindruck, daß der hl. Franz von Sales eher unter den Tisch fallen gelassen wird.
Die Bindung einer Gemeinschaft an ihren Gründer und seine besondere Verehrung ist verständlich.

Von Bonaventura können wir Bescheidenheit lernen, er war ein Schüler des Herrn wie sein Namenspatron Johannes und Paulus. Er hat den Epheserbrief gründlich studiert und zitiert im Hexaemeron II,11 eine wichtige Stelle:

Mihi omnium Sanctorum minimo data est haec gratia, in gentibus evangelizare investigabiles divitias gratiae Christi et illuminare omnes, quae sit dispensatio sacramenti absconditi a saeculis in Deo, qui omnia creavit, ut innotescat Principatibus et Potestatibus in caelestibus per Ecclesiam multiformis sapientia Dei.

Er war im besten Sinne Epigone und schätzte nicht nur seinen Gründer Franziskus, sondern auch viele andere Heilige.

Benutzeravatar
Ecce Homo
Moderator
Beiträge: 9479
Registriert: Montag 28. März 2005, 14:33

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 5. September 2008, 16:37

NUr, dass es hier ums OD geht und nicht um Bonaventura. Bitte hier keinen weiteren Exkurs zu Bonaventura. Dafür gibt es schon bestimmte Threads. Ende hier, ja? :sauer: Weitere B-OT´s werde ich entfernen. :sauer:
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

Benutzeravatar
Birgitta
Beiträge: 11
Registriert: Donnerstag 4. September 2008, 19:28

Beitrag von Birgitta » Freitag 5. September 2008, 16:52

Kannst Du mir auch sagen, mit welcher Begründung, bzw. wie weitreichend diese Ablehnung ist? Ich nehme dann mal an, daß ein OD-Priester keine Messe im außerordentlichen Ritus zelebrieren wird. Aber wenn ein OD- Mitglied eine Messe im außerordentlichen Ritus besuchen will, was dann?

Aber schonmal danke für die Antwort, vermutet hatte ich es, ohne es begründen zu können.

Benutzeravatar
Birgitta
Beiträge: 11
Registriert: Donnerstag 4. September 2008, 19:28

Beitrag von Birgitta » Freitag 5. September 2008, 16:54

Leguan hat geschrieben: Da das Opus Dei immer so tut, als sei die Berufung von Normalos zur Heiligkeit eine sensationelle Neuentdeckung des hl. Josemaria Escriva gewesen, habe ich den Eindruck, daß der hl. Franz von Sales eher unter den Tisch fallen gelassen wird.
Was ich sehr schade finden würde, ich schätze den hl. Franz von Sales sehr.

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Beitrag von cantus planus » Freitag 5. September 2008, 21:22

Ergänzend zur Aussage Leguans und Overkotts sei angemerkt, dass das ganze franziskanische Prinzip eigentlich auf der Mission durch das gelebte Vorbild beruht.

Natürlich gibt es Unterschiede, aber ich denke, dass man die Alltags- und Selbstheiligung in fast jeder geistlichen Gemeinschaft findet. Das Opus Dei mag eine neue Gemeinschaft gewesen sein, die das eben konkret auf die Laien bezog - aber hier wäre zum Beispiel auch Schönstatt zu erwähnen, wo die Selbsterziehung in diesem Sinne auch zu den Grundpfeilern des Lebens gehört.

Wenn man das Buch von María del Carmen Tapia über ihre Zeit im Opus Dei liest - ungeachtet der Tatsache, dass ich dieses Buch nicht ausschließlich als Referenz gegen das Opus lesen kann, sondern auch stellenweise fragwürdige Einstellungen der Autorin durchschimmern - fühlt man sich eigentlich sehr an die zu dieser Zeit entstehenden Säkularinstitute in anderen Ländern erinnert.

Inwiefern das Opus Dei nun tatsächlich Vorreiter war, kann man kaum beurteilen. Wie gesagt: Ansätze dieser Haltung - wenn auch nicht immer expliziert ausgedrückt - findet man in vielen anderen, älteren Bewegungen auch.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

maliems
Beiträge: 2696
Registriert: Dienstag 24. Juli 2007, 22:36

Beitrag von maliems » Sonnabend 6. September 2008, 00:23

Birgitta hat geschrieben:Kannst Du mir auch sagen, mit welcher Begründung, bzw. wie weitreichend diese Ablehnung ist?
begründung in köln: ein protokoll einer priesterratssitzung im nov 2007, der kardinal hatte gesagt...

man tut päpstlich. aber in köln ist der papst weit und der erzbischof nah.

aus meiner antwort klingt heraus, dass es mit meisners päpstlichkeit nicht so weit her ist, wie es immer heißt. er war woytila-freund, nicht ratzinger-freund.

und hamburg: na, die haben eben die kölner in schutz genommen. den hamburgern ist eben das opus dei als verein näher als der papst.

es gibt wohl auch offenere OD Priester, bsp soll Klaus Martin Becker recht offen sein. Er war lange Jahre Vizeoffizial in Köln. Wo er heute lebt, weiß ich nicht. im Münsteraner Raum?

Auch aus dem Romanischen habe ich irgendwo mal gehört, dass es offnere OD Priester gibt. Ich habe mir die Quelle nicht gemerkt.

Benutzeravatar
Birgitta
Beiträge: 11
Registriert: Donnerstag 4. September 2008, 19:28

Beitrag von Birgitta » Sonnabend 6. September 2008, 12:16

Ich weiß nicht, ob das für mich wirklich eine Frage der Offenheit ist...eher in welcher Tradition man sich sieht und was da ganz wesentlich dazu gehört und was eben nicht.

Die für mich interessantere Frage ist ohnehin die nach dem hl. Franz von Sales. Bei einigen Gemeinschaften habe ich eine ziemlich- extreme Fokussierung nur auf den Gründer oder einen bestimmten Heiligen gesehen, zumindest in der offiziellen Präsentation oder von Leuten, die dabei sind. Und nun würde es mich halt interessieren, wie das beim OD ausschaut. Daß der hl. Josemaria eine herausgehobene Stellung hat, ist klar, aber sonst?

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema