Der "Game of thrones"-Strang

Sonstiges und drumherum.

Moderator: HeGe

Wie oft seht ihr "Game of thrones"?

Ich sehe jede Folge.
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Ich sehe öfter Folgen davon.
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Sehe ich öfter. Unrealistisch, aber spannend.
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Sehe ich öfter. Ist ganz unterhaltsam.
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Keine Stimmen
Wenn ich es sah, war es manchmal unterhaltsam.
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Was ich sah war eher wenig unterhaltsam.
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Was ich sah, war langweilig und unrealistisch.
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Nur einmal. Zu brutal und obszön.
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Selten solch einen Schund gesehen.
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Hab ich noch nie gesehen.
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Ich werde das niemals sehen (wollen).
6
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Yeti
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Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Yeti » Sonntag 26. Juni 2016, 01:28

Was haltet Ihr von dieser Serie? Ich habe mir jetzt die ersten Folgen angesehen. Sieht aus wie "Mittelalter für Amerikaner" und eigentlich passt nichts zusammen: "Christliche" Kirchen mit Mönchen, aber ohne Kreuz, weil "Götter" angebetet werden (Fantasy eben). Aber vielleicht ist jemand von euch mehr "drin" und hat auch schon mehr Folgen gesehen. Was denkt ihr darüber?
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Senensis
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Senensis » Sonntag 26. Juni 2016, 09:18

Ich habe zwar weder die Serie jemals gesehen noch die Bücher gelesen (weil Fantasy nicht so mein Genre ist, ich schlafe dann schlecht), aber es interessiert mich trotzdem. Daher möchte ich zu Yetis Frage ergänzen: "... und wie sieht es damit in der Buchvorlage aus?"
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Donnerstag 30. Juni 2016, 14:40

Gerade ist ja die 6. Staffel zu Ende gegangen, wobei ich der RTLII-Ausstrahlung folge und daher leider noch etwas warten muss, bis ich die sehen werde. Die Bücher lese ich derzeit parallel, wenn auch langsam, weil ich gleichzeitig noch mit der "Shannara"-Welt angefangen habe und dem "Rad der Zeit". Anders ausgedrückt: genug Lesestoff für die nächsten Jahre gesichert. Bild

Für diejenigen, die sich einen kleinen Überblick über die verwandschaftlichen und sonstigen Beziehungen einiger Protagonisten bei GoT verschaffen möchten, hat HBO jetzt eine kleine Grafik veröffentlicht.

Aber Vorsicht: die Grafik enthält massive Spoiler, insbesondere im Hinblick auf die Abstammung Jon Snows! Angucken also auf eigene Verantwortung!

http://www.serienjunkies.de/news/review ... grafik.jpg
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Donnerstag 30. Juni 2016, 15:44

Ich bin sicher zu Lebensunerfahren und zu beschlagen, um zu begreifen, wie eine derartige pure Fantasiewelt, in der sich im realen Leben Schauspieler oeffentlich beklagen, im Film auf ihre Sexualitaet reduziert zu werden, in denene Prostituierte im ralen Leben auch im Film Prostituierte spielen, in denen Drachen vorkommen und anscheinend jede Menge Gewalt, Begeisterung bei erwachsenen Menschen ausloesen kann.

Und wenn ich diesen proletenhaft-und ueberaus widerlich verfetteten "Autor (Verzeihung an alle Schriftsteller!) dieser Gewaltorgien als Foto sehe, verstehe ich nicht, wie er von begeisterten Zuschauen umjubelt werden kann wie ein Idol, wie jemand, dessen Leben man nacheifern moechte, der einem Vorbild ist, - fuer die diese Gewaltorgien, in denen fliegende Feuerspeiende Drachen, auf denen junge blonde, leicht bekleidete Maedchen sitzen, begeistert umjubelt wird.

Tut mir leid, das ist mir intellektuell zu hoch, da muss ich wohl versuchen meine schlichte Denkform tuechtig hochzuschrauben (mit Hilfe von Intellektuellen Lesern natuerlich) um endlich aus dem Dunstkreis meiner Welt, in der Gewalt geaechtet wird, herauszukommen und Lebenserfahrung, pardon, Gewalterfahrung zu machen.

Und nein, ich habe noch nie eine Serie angeschaut, noch nie einen, wie nennt sich das, ein Kapitel komplett gesehen, ich habe mal reingeschaut und fand es saubloede, nachgeaefft, und bin, durch mein Leben auf dem amerikanischem Kontinent, vergewaltigt, fast taeglich die Werbung fuer diesen -Pardon- Dreck- im Fernsehen erleben zu muessen. Daher meine "Kenntnisse".

Aber wie gesagt, ich bin halt intellektuell unterbelichtet. ;D

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Donnerstag 30. Juni 2016, 15:54

Tja, wat den einen sin Uhl is den annern sin Nachtigall. :achselzuck:
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Sarandanon » Donnerstag 30. Juni 2016, 16:52

HeGe hat geschrieben:,Die Bücher lese ich derzeit parallel, wenn auch langsam, weil ich gleichzeitig noch mit der "Shannara"-Welt angefangen habe ...
Dann weißt Du ja inzwischen, woher ich meinen Nick habe :breitgrins: . Die Shannara-Reihe hab ich in meiner späten Jugend verschlungen, wie nichts Gutes. Eine TV-Serie ist ja seit letztem Jahr auch schon mit einer Staffel auf dem Markt.

Ich habe das erste Buch der GoT-Reihe (englische Version - dauert etwas länger 8) ), fast durch. Die ausführlich dargestellten Sexszenen findet man im Buch nicht in dieser Art. Ich denke, das ist sicherlich speziell für die Serie entsprechend "aufbereitet" worden. Sex sells!

Was die Gewalt angeht: Wenn man in solche fantastische Welten eintaucht, sei es Fantasy oder (was ich heute bevorzuge) historische Romane, trifft man natürlich in nahezu jeder Erzählung darauf. Das erzeugt natürlich eine Art der Spannung, die sicherlich Geschmackssache ist. Das heißt allerdings nicht, dass sich alle Leser / Zuschauer an Gewalt ergötzen oder diese gerne in Realität ausleben würden. Für mich gesprochen kann ich Phantasie und Realität sehr gut auseinander halten.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Donnerstag 30. Juni 2016, 20:28

Wieso kenne ich die Shannara-Reihe nicht? Ich habe ab dem 4.Lebensjahr (1951) ganze Bibliotheken leer gelesen, aber anscheinend war ich in den 70ern dann bei Wallraff, BoelL und Engelmann stecken geblieben.

Den kleinen Hobbit las ich - falsch, da quaelte ich mich durch . Dem Herrn der Ringe noch mehr. An Phantasienamen konnte ich mich nie gewohnen, mich nie damit identizifieren. Mag sein dass deshalb mir Shannara keines Blickes wuerdig war.

Dennoch interessant. Zumal der Name so wunderschoen exostisch, arabisch, ostelich klingt, da werden Dschungel und Tiger und Elephanten wach, schoene Frauen natuerlich, Bauchtaenze, Geschmeide, baertige Boesewichte und geniesserische Sultane - also den Namen finde ich perfek und verlockend.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Donnerstag 30. Juni 2016, 20:29

HeGe hat geschrieben:Tja, wat den einen sin Uhl is den annern sin Nachtigall. :achselzuck:
Ich will den Leser/Seher damit nicht abwertend, eher ausdruecken: nee, verstehe ich nicht, ist nicht meine Welt.

Man sollte natuerlich auch sehen, dass hier auf dem amerikanischem Kontinent eine wahnsinsfuelle an Gewalttraechtigen und moerderischen Orgien im Fernsehen zu sehen ist, da klatschen zarte Frauen gleich 3 Maenner von je 100 Kilo wie nichts an die Wand, da wird abgeknallt wie Lust, ohne Gefuehlsregung und Hemmschwelle, da traegt eine jede Peson spezielle Schlizzmesser im Guertel, auch beim Joggen, man weiss ja nie, da werden mit Lust Augen ausgestochen, Kopfhaeute abgeseabelt, da wird gequaelt nur aus Lust an der sadistischen Qual, es gibt extra Filme; da werde ich doch empfindlicher gegen Gewaltphantasien, die ich im Thronfilm ausschnittsweise sah. Too much!

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Freitag 1. Juli 2016, 11:31

guatuso hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Tja, wat den einen sin Uhl is den annern sin Nachtigall. :achselzuck:
Ich will den Leser/Seher damit nicht abwertend, eher ausdruecken: nee, verstehe ich nicht, ist nicht meine Welt.

Man sollte natuerlich auch sehen, dass hier auf dem amerikanischem Kontinent eine wahnsinsfuelle an Gewalttraechtigen und moerderischen Orgien im Fernsehen zu sehen ist, da klatschen zarte Frauen gleich 3 Maenner von je 100 Kilo wie nichts an die Wand, da wird abgeknallt wie Lust, ohne Gefuehlsregung und Hemmschwelle, da traegt eine jede Peson spezielle Schlizzmesser im Guertel, auch beim Joggen, man weiss ja nie, da werden mit Lust Augen ausgestochen, Kopfhaeute abgeseabelt, da wird gequaelt nur aus Lust an der sadistischen Qual, es gibt extra Filme; da werde ich doch empfindlicher gegen Gewaltphantasien, die ich im Thronfilm ausschnittsweise sah. Too much!
Eine Kritik, die ich nur teilweise nachvollziehen kann. Die Realität ist wesentlich brutaler, gewalttätiger und mörderischer, als jeder Film, den ich bislang gesehen habe. Soll man den Leuten in Büchern und Filmen eine heile Welt vorgaukeln? Wer mit visueller Gewalt nicht klar kommt, muss es sich ja nicht ansehen. :achselzuck:

Die gleiche Diskussion gab es damals bei dem Film "Die Passion Christi", dem man auch übertriebene Gewaltdarstellung vorwarf. Wie man eine "Geißelung" und "Kreuzigung", schon damals als die grausamste Hinrichtungsart bekannt, auch nur ansatzweise "zu brutal" darstellen kann, ist mir bis heute ein Rätsel.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Senensis » Freitag 1. Juli 2016, 15:11

Die Frage ist doch: ist es sinnvoll, in solchen Darstellungen zu schwelgen. Gerade bei der Passion Christi geht dabei gern mal der Blick aufs Wesentliche verloren - ein Zuviel an Sinnlichkeit schadet der geistigen Dimension.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Freitag 1. Juli 2016, 16:19

HeGe hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Tja, wat den einen sin Uhl is den annern sin Nachtigall. :achselzuck:
Ich will den Leser/Seher damit nicht abwertend, eher ausdruecken: nee, verstehe ich nicht, ist nicht meine Welt.

Man sollte natuerlich auch sehen, dass hier auf dem amerikanischem Kontinent eine wahnsinsfuelle an Gewalttraechtigen und moerderischen Orgien im Fernsehen zu sehen ist, da klatschen zarte Frauen gleich 3 Maenner von je 1 Kilo wie nichts an die Wand, da wird abgeknallt wie Lust, ohne Gefuehlsregung und Hemmschwelle, da traegt eine jede Peson spezielle Schlizzmesser im Guertel, auch beim Joggen, man weiss ja nie, da werden mit Lust Augen ausgestochen, Kopfhaeute abgeseabelt, da wird gequaelt nur aus Lust an der sadistischen Qual, es gibt extra Filme; da werde ich doch empfindlicher gegen Gewaltphantasien, die ich im Thronfilm ausschnittsweise sah. Too much!
Eine Kritik, die ich nur teilweise nachvollziehen kann. Die Realität ist wesentlich brutaler, gewalttätiger und mörderischer, als jeder Film, den ich bislang gesehen habe. Soll man den Leuten in Büchern und Filmen eine heile Welt vorgaukeln? Wer mit visueller Gewalt nicht klar kommt, muss es sich ja nicht ansehen. :achselzuck:

Die gleiche Diskussion gab es damals bei dem Film "Die Passion Christi", dem man auch übertriebene Gewaltdarstellung vorwarf. Wie man eine "Geißelung" und "Kreuzigung", schon damals als die grausamste Hinrichtungsart bekannt, auch nur ansatzweise "zu brutal" darstellen kann, ist mir bis heute ein Rätsel.
Das ist korrekt, die Wirklichkeit kann grausamer sein als die Gewaltverherrlichung im Film.
Mit einem Unterschied:
In der Wirklichkeit werde ich nicht Tag fuer Tag visuell damit konfrontiert und mit blutigen Einzelheiten beladen.
Im Fernsehen/Kino kommt es Stunde um Stunde wie ein Tsunami auf mich zu.
Natuerlich schalte ich das Programm um (das heisst, ich versuche es und finde auf anderen US-Kanaelen den gleichen Sadismus) oder schalte ganz ab. Aber schon dass ich ueberhaupt reagieren muss zeugt davon, wie selbstverstaendlich diese Gewaltorgien geworden sind.
Das halte ich fuer das eigentliche Problem. Die Selbstverstaendlichkeit (bei uns in Costa Rica werden solche Szenen, die besonders blutig sind, durch einen Fernsehtrick entschaerft, es legt sich ein Schleier uber die betreffenden Stellen, man ahnt dann nur noch....) ist es, die verstoert.
Und ja, ich moechte so gerne mal sehen, wie eine halbnackte Frau schwerbewaffnet (Maschinenpistole in der Hand, Knarre am Bein, gebogene Schlitzmesser im Guertel) durch die Strasse geht, von drei Muskelmaennern angeriffen wird und sie mit jeweils einem einzigen Fusstritt mit einer derartigen Wucht an die Wand tritt, dass die Wand zerbroeselt und dann den Typen im vorbeigehen die Kehle aufschlitzt.
Ich wusste nicht dass es dies in der Realitaet gibt

Viel Spass beim erleben der US-Kultur. Tag fuer Tag im Fernsehen!
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Freitag 1. Juli 2016, 17:10

Senensis hat geschrieben:Die Frage ist doch: ist es sinnvoll, in solchen Darstellungen zu schwelgen. Gerade bei der Passion Christi geht dabei gern mal der Blick aufs Wesentliche verloren - ein Zuviel an Sinnlichkeit schadet der geistigen Dimension.
Dass man über die Botschaft der Gewaltdarstellungen im Einzelfall diskutieren muss, da gebe ich dir recht. Gewalt sollte natürlich nicht als normales Mittel der Konfliktlösung dargestellt werden, sondern grundsätzlich negativ oder als letztes Mittel zur Verteidigung. Das kann man sicherlich an vielen Filmen, Büchern und Serien kritisieren. Die Passion Christi wiederum halte ich da für das falsche Beispiel, weil die Gewalt hierin im Sinne der Botschaft Christi als absolut negativ dargestellt wird.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Freitag 1. Juli 2016, 17:15

guatuso hat geschrieben:Das ist korrekt, die Wirklichkeit kann grausamer sein als die Gewaltverherrlichung im Film.
Mit einem Unterschied:
In der Wirklichkeit werde ich nicht Tag fuer Tag visuell damit konfrontiert und mit blutigen Einzelheiten beladen.
Im Fernsehen/Kino kommt es Stunde um Stunde wie ein Tsunami auf mich zu.
Und jetzt könnte man lange diskutieren, ob es Gewalt eher fördert oder verhindert, wenn man damit entweder visuell konfrontiert wird oder die Augen vor den Auswirkungen von Gewalt verschließt. :achselzuck:
guatuso hat geschrieben:Und ja, ich moechte so gerne mal sehen, wie eine halbnackte Frau schwerbewaffnet (Maschinenpistole in der Hand, Knarre am Bein, gebogene Schlitzmesser im Guertel) durch die Strasse geht, von drei Muskelmaennern angeriffen wird und sie mit jeweils einem einzigen Fusstritt mit einer derartigen Wucht an die Wand tritt, dass die Wand zerbroeselt und dann den Typen im vorbeigehen die Kehle aufschlitzt.
Ich wusste nicht dass es dies in der Realitaet gibt
Ich redete von Gewaltdarstellung als solcher. Fantasy/Science Fiction ist ein anderes Thema und natürlich muss man differenzieren können, was real ist und was Fiktion.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Senensis » Freitag 1. Juli 2016, 19:37

HeGe hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Die Frage ist doch: ist es sinnvoll, in solchen Darstellungen zu schwelgen. Gerade bei der Passion Christi geht dabei gern mal der Blick aufs Wesentliche verloren - ein Zuviel an Sinnlichkeit schadet der geistigen Dimension.
Dass man über die Botschaft der Gewaltdarstellungen im Einzelfall diskutieren muss, da gebe ich dir recht. Gewalt sollte natürlich nicht als normales Mittel der Konfliktlösung dargestellt werden, sondern grundsätzlich negativ oder als letztes Mittel zur Verteidigung. Das kann man sicherlich an vielen Filmen, Büchern und Serien kritisieren. Die Passion Christi wiederum halte ich da für das falsche Beispiel, weil die Gewalt hierin im Sinne der Botschaft Christi als absolut negativ dargestellt wird.
Mir geht es um etwas anderes. In der Liturgie der Kirche heißt es am Fest Septem Dolorum B. M. V. - genauer in der Homilie des Hl. Ambrosius, Lectio VII in meinem Brevier (1928) - "Spectabat piis oculis Filii vulnera, per quae sciebat omnibus futuram redemptionem." Mit frommen Augen betrachtete sie (die Muttergottes) die Wunden ihres Sohnes, durch welche sie die zukünftige Erlösung aller erkannte. Darum geht es bei der Betrachtung des Leidens Christi: die Größe der Liebe Gottes zu uns zu erkennen, die Schrecklichkeit der Sünde, und das Ziel, die Erlösung aller. Die Muttergottes hat nicht so sehr die Wunden als solche gesehen, sondern sie hat im Leiden Christi und in ihren eigenen Mitleiden die Erlösung leuchten gesehen.
Eine allzu drastische Darstellung führt aber oft dazu, daß man bei der Gewaltbetrachtung hängenbleibt und gar nicht mehr zum tieferen geistlichen Gehalt findet.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Freitag 1. Juli 2016, 20:41

HeGe hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Das ist korrekt, die Wirklichkeit kann grausamer sein als die Gewaltverherrlichung im Film.
Mit einem Unterschied:
In der Wirklichkeit werde ich nicht Tag fuer Tag visuell damit konfrontiert und mit blutigen Einzelheiten beladen.
Im Fernsehen/Kino kommt es Stunde um Stunde wie ein Tsunami auf mich zu.
Und jetzt könnte man lange diskutieren, ob es Gewalt eher fördert oder verhindert, wenn man damit entweder visuell konfrontiert wird oder die Augen vor den Auswirkungen von Gewalt verschließt. :achselzuck:
guatuso hat geschrieben:Und ja, ich moechte so gerne mal sehen, wie eine halbnackte Frau schwerbewaffnet (Maschinenpistole in der Hand, Knarre am Bein, gebogene Schlitzmesser im Guertel) durch die Strasse geht, von drei Muskelmaennern angeriffen wird und sie mit jeweils einem einzigen Fusstritt mit einer derartigen Wucht an die Wand tritt, dass die Wand zerbroeselt und dann den Typen im vorbeigehen die Kehle aufschlitzt.
Ich wusste nicht dass es dies in der Realitaet gibt
Ich redete von Gewaltdarstellung als solcher. Fantasy/Science Fiction ist ein anderes Thema und natürlich muss man differenzieren können, was real ist und was Fiktion.
Tut mir leid, ich bin konsequent und prinzipiell gegen jegliche Form von Gewalt und Gewaltdarstellung. Natuerlich bin ich nicht konsequent und schau mir hin und wieder so einen Mist an, Bumm Bumm du bist tot.
Doch es ist mir egal, ob es "nur" die Gewalt ist, die man in Wirklichkeit sieht. Wenn ja, dann muss sie nicht explizit noch dargestellt werden.
Und es ist mir egal, ob ich dabei die Augen verschliesse oder nicht. Mich erschrickt eher die legitimierungsversuche, Gewalt darzustellen.Nach dem Motto: na horsche mal, gehoert doch zum Lebe....
Zum Leben gehoeren auch Ausscheidungen - und, machen wir es ueberall hin?

Wozu muss man zum Beispiel im Film herausgestochene Augen zeigen?
Natuerlich weiss ich, dass allein meine Anwesenheit auf der Erde fuer andere Menschen eine Form der Gewalt sein kann. Sprechen kann Gewalt sein. Blicken ebenso. Aber ich rede von der ausfuehrenden koerperlichen Gewalt (obwoh, der eine toetet mit dem Schwert, der andere mit dem Wort, O.Wilde)

Ich habe das mal erwaehnt: Meine Kinder sind voller brutaler Gewalt vor meiner Zeit "erzogen" worden, mit dem Elektrokabel blutig geschlagen, am Hals gewuergt, vergewaltigt und geschwaengert , vom eigen Misterzeuger dem Lumpensack, - was soll ich persoenlich da noch ueber irgendeine Form von Gewalt diskutieren. Oder gar akzeptieren?

Ich glaube sowieso es gibt eine seelische Saettigung von Gewalt, ich will das nicht mehr sehen, wozu soll ich es mir antun¿
Und in Laendern, in denen Frieden herrscht, wird mit der Gewalt gespielt, wie mit dem Fussball. Man denkt sich ja nichts dabei.
Gewalt um der Gewalt willen.

Wenn Gewalt so etwas normales ist - warum haben tausende und abertausende von Soldaten damals so grosse unendliche Sehnsucht nach Frieden gehabt? Fluechten die Syrier "nur" vor Bomben, oder auch weil sie die Gewalt einfach nicht mehr ertragen koennen und es satt haben bis obenhin?
Aber "wir", die Friedenslaender, spielen mit dem Schrecken und dem Sadismus.
Nein, im Menschen steckt zwar Gewalt, aber sie muss nie explizit gezeigt oder geaeussert werden.
Jesus Christus sagte ganz deutlich zu Petrus: Wer das Schwert zieht, wird durch das Schwert umkommen.
Und an ihm hat man Gewalt ausgeuebt,er selber war der Leidende.

Wenn euch die Spannung im Leben fehlt, die mit Gewalt dann kompensiert wird, kommt zu mir, und wir machen zusammen einen Trip in den Dschungel (ohne Gewehr!) ueber mehrere Tage und Naechte fern aller Zivilisation (habe ich schon oefter gemacht, auch alleine, mit riesiger Begeisterung, frueher, lang ist es her), und dann habt ihr Lebenspannung fuer den Rest eurer Tage....wenn ich nicht am naechsten Infarkt den Abschied nehme....dann habe ich einen Kollegen, der zeigt euch dann schon wo es lang geht....
Aber aengstliche Typen, die begeistert gewaltorgien in Filmen anschauen und dann sagen "was, da soll ich runter, bin ich lebensmuede" :panisch: , die koennen Zuhause bleiben und sich weiter selber hintergehen.

Also, wer meldet sich als erster? (Wir nehmen auch Damen!)

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Freitag 1. Juli 2016, 20:43

Senensis hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Die Frage ist doch: ist es sinnvoll, in solchen Darstellungen zu schwelgen. Gerade bei der Passion Christi geht dabei gern mal der Blick aufs Wesentliche verloren - ein Zuviel an Sinnlichkeit schadet der geistigen Dimension.
Dass man über die Botschaft der Gewaltdarstellungen im Einzelfall diskutieren muss, da gebe ich dir recht. Gewalt sollte natürlich nicht als normales Mittel der Konfliktlösung dargestellt werden, sondern grundsätzlich negativ oder als letztes Mittel zur Verteidigung. Das kann man sicherlich an vielen Filmen, Büchern und Serien kritisieren. Die Passion Christi wiederum halte ich da für das falsche Beispiel, weil die Gewalt hierin im Sinne der Botschaft Christi als absolut negativ dargestellt wird.
Mir geht es um etwas anderes. In der Liturgie der Kirche heißt es am Fest Septem Dolorum B. M. V. - genauer in der Homilie des Hl. Ambrosius, Lectio VII in meinem Brevier (1928) - "Spectabat piis oculis Filii vulnera, per quae sciebat omnibus futuram redemptionem." Mit frommen Augen betrachtete sie (die Muttergottes) die Wunden ihres Sohnes, durch welche sie die zukünftige Erlösung aller erkannte. Darum geht es bei der Betrachtung des Leidens Christi: die Größe der Liebe Gottes zu uns zu erkennen, die Schrecklichkeit der Sünde, und das Ziel, die Erlösung aller. Die Muttergottes hat nicht so sehr die Wunden als solche gesehen, sondern sie hat im Leiden Christi und in ihren eigenen Mitleiden die Erlösung leuchten gesehen.
Eine allzu drastische Darstellung führt aber oft dazu, daß man bei der Gewaltbetrachtung hängenbleibt und gar nicht mehr zum tieferen geistlichen Gehalt findet.
:ikb_thumbup: :ikb_thumbup: Sehr fein erkannt.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Senensis » Sonnabend 2. Juli 2016, 19:59

Bild
Ich habe lediglich im Katechismusunterricht ein bißchen aufgepaßt.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Sonnabend 2. Juli 2016, 22:06

Senensis hat geschrieben:Bild
Ich habe lediglich im Katechismusunterricht ein bißchen aufgepaßt.
Zwei Moeglichkeiten:

Du musst noch recht jung sein, um das noch behalten zu haben
oder du hast im Katechismus geblaettert....
Wenn es ersters ist: Respekt. Ich weiss gar nichts mehr.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Marcus » Sonntag 3. Juli 2016, 00:28

Da gefühlt mein halber Kollegenkreis "Games of thrones" schauen dürfte, habe ich mal jemanden gefragt, um was es in der Serie, die mir nur dem Namen nach und aus der Werbung bekannt ist, denn genau gehen würde. Seine Antwort: "Um Sex und Macht."
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 3. Juli 2016, 16:20

Marcus hat geschrieben:Seine Antwort: "Um Sex und Macht."
Stimmt. Aber das lässt sich vmtl. für 99% aller Belletristikliteratur, Unterhaltungsfilme und -serien feststellen - mehr oder weniger.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Protasius » Sonntag 3. Juli 2016, 20:58

Ich habe in meinem beruflichen Umfeld festgestellt, daß die meisten Gespräche, in denen etwas gesagt wird, das wie "Gott" klingt, sich um GoT = Game of Thrones drehen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Sonntag 3. Juli 2016, 21:31

Also ich habe mal ein-zwei Fotos gesehen, vom Autor dieser Serie, der irgendwo (wars in Germania?) zu Besuch war und wie ein Lebensretter, oder wie der Superheld der Nation, umjubelt und umkreischt wurde, soweit das auf dem Foto erkennbar war.

Nun werde ich ganz haesslich: Ich habe mir den Kerl angeschaut. Fett wie ein Bierfass, wabbelig wie Schweinespeck, Backen wie ein vollgefressener Hamster, selbstverstaendlich unrasiert, haesslich wie eine Regennacht bei Regen.

So einer kann ja nur noch an perversen Sex und an Abschlachtung denken, der hat ja sonst keine Freude mehr im Leben, ausser Suff und Fressen vielleicht.

Dann verstand ich wie man auf so eine Serie kommen kann.

Und so einer hat Anhaenger. Wie sagte Nietzsche? Du suchst Anhaenger? Suche Nullen.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Montag 4. Juli 2016, 11:07

guatuso hat geschrieben:Nun werde ich ganz haesslich: Ich habe mir den Kerl angeschaut. Fett wie ein Bierfass, wabbelig wie Schweinespeck, Backen wie ein vollgefressener Hamster, selbstverstaendlich unrasiert, haesslich wie eine Regennacht bei Regen.
Wenn du danach die Qualität von Literatur beurteilst, hast du hoffentlich noch nie etwas von Thomas von Aquin gelesen. Der war ja, obgleich immerhin Dominikaner, angeblich so dick, dass seine Mitbrüder extra für ihn eine Ausbuchtung in den Tisch sägen mussten.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Montag 4. Juli 2016, 11:12

Senensis hat geschrieben:Mir geht es um etwas anderes. In der Liturgie der Kirche heißt es am Fest Septem Dolorum B. M. V. - genauer in der Homilie des Hl. Ambrosius, Lectio VII in meinem Brevier (1928) - "Spectabat piis oculis Filii vulnera, per quae sciebat omnibus futuram redemptionem." Mit frommen Augen betrachtete sie (die Muttergottes) die Wunden ihres Sohnes, durch welche sie die zukünftige Erlösung aller erkannte. Darum geht es bei der Betrachtung des Leidens Christi: die Größe der Liebe Gottes zu uns zu erkennen, die Schrecklichkeit der Sünde, und das Ziel, die Erlösung aller. Die Muttergottes hat nicht so sehr die Wunden als solche gesehen, sondern sie hat im Leiden Christi und in ihren eigenen Mitleiden die Erlösung leuchten gesehen.
Eine allzu drastische Darstellung führt aber oft dazu, daß man bei der Gewaltbetrachtung hängenbleibt und gar nicht mehr zum tieferen geistlichen Gehalt findet.
Bei dieser Aussage des Hl. Ambrosius sehe ich keinen Widerspruch zur filmischen Darstellung in "Die Passion Christi". Für mich wurde genau diese Botschaft dargestellt.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Montag 4. Juli 2016, 16:41

HeGe hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Nun werde ich ganz haesslich: Ich habe mir den Kerl angeschaut. Fett wie ein Bierfass, wabbelig wie Schweinespeck, Backen wie ein vollgefressener Hamster, selbstverstaendlich unrasiert, haesslich wie eine Regennacht bei Regen.
Wenn du danach die Qualität von Literatur beurteilst, hast du hoffentlich noch nie etwas von Thomas von Aquin gelesen. Der war ja, obgleich immerhin Dominikaner, angeblich so dick, dass seine Mitbrüder extra für ihn eine Ausbuchtung in den Tisch sägen mussten.
Da ich nie ein Buch von diesem Menschen las und lese werde, kann ich nichts ueber dessen literarische Qualitaet sagen. Nur ueber die Teile des Films die ich mir angetan habe (in masochistischer Manier). (Und nebenbei, auch Rilke war kein gerade huebscher Mann! Und dennoch ein genialer Poet...)

Dass Thomas von Aquin so dick gewesen sei, ist mir neu, gelesen habe ich frueher durchaus von ihm. Ich halte ihn fuer einen der groessten Denker unserer Kirche.
Aber mir ging es gar nicht um das "dick" an sich, sondern um sein doch ziemlich schlampiges Aussehen, (fett, wabbelig,unrasiert, wirr die Haare) dass fuer mich die Attraktivitaet eines Muelleimers besass. Daraus schlussfolgerte ich: Keine attraktivitaet, also muss der Sex herbeigeschrieben werden.....ist eine altbekannte Ersatzhandlung.
Ich kenne viele dicke Menschen, besonders Frauen, bei uns, die sehr graziell sind und mehr Charm aufbieten als so manche schlanke Frau.
Nein, es ist nicht das dick an sich, es ist die Gesamtkomposition, die ich abstossend fand.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Senensis » Montag 4. Juli 2016, 19:52

HeGe hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Mir geht es um etwas anderes. In der Liturgie der Kirche heißt es am Fest Septem Dolorum B. M. V. - genauer in der Homilie des Hl. Ambrosius, Lectio VII in meinem Brevier (1928) - "Spectabat piis oculis Filii vulnera, per quae sciebat omnibus futuram redemptionem." Mit frommen Augen betrachtete sie (die Muttergottes) die Wunden ihres Sohnes, durch welche sie die zukünftige Erlösung aller erkannte. Darum geht es bei der Betrachtung des Leidens Christi: die Größe der Liebe Gottes zu uns zu erkennen, die Schrecklichkeit der Sünde, und das Ziel, die Erlösung aller. Die Muttergottes hat nicht so sehr die Wunden als solche gesehen, sondern sie hat im Leiden Christi und in ihren eigenen Mitleiden die Erlösung leuchten gesehen.
Eine allzu drastische Darstellung führt aber oft dazu, daß man bei der Gewaltbetrachtung hängenbleibt und gar nicht mehr zum tieferen geistlichen Gehalt findet.
Bei dieser Aussage des Hl. Ambrosius sehe ich keinen Widerspruch zur filmischen Darstellung in "Die Passion Christi". Für mich wurde genau diese Botschaft dargestellt.
Sieht unser Hochwürden explizit anders.
@guatuso: Erwachsenenkatechese - Tradis machen sowas auch mal mit dem Katechismus.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von HeGe » Dienstag 5. Juli 2016, 10:07

Senensis hat geschrieben:Sieht unser Hochwürden explizit anders.
Dann haben wir ein anderes Textverständnis oder du hast einen anderen Film gesehen. :achselzuck:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Dienstag 5. Juli 2016, 15:33

Senensis hat geschrieben: @guatuso: Erwachsenenkatechese - Tradis machen sowas auch mal mit dem Katechismus.
Nichts neues gelernt, aber neues bestaetigt. Ich habe dir eine P.N. geschickt.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Senensis » Dienstag 5. Juli 2016, 20:32

HeGe hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Sieht unser Hochwürden explizit anders.
Dann haben wir ein anderes Textverständnis oder du hast einen anderen Film gesehen. :achselzuck:
Ich habe den Film gar nicht gesehen. Ich weiß aber, daß unser Hochwürden weiß, wovon er spricht, und es ist sicher von demselben Film die Rede. Es kann höchstens sein, daß ich es unvollkommen wiedergegeben habe. Ich denke aber, der springende Punkt ist benannt worden.
Macht nichts - man kann nicht alles klären.
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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von Stephanie » Dienstag 5. Juli 2016, 22:29

Ich habe vor ein paar Jahren die Bücher angefangen zu lesen und war total begeistert und habe deshalb mir die Nächte um die Ohren geschlagen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Da aber George R.R. Martin dann eine ganze Weile gebraucht hat, um seine Fortsetzungen zu veröffentlichen, hatte ich die Bücher aus dem Sinn verloren. Irgendwann dann, als alle Welt von der Serie sprach, habe ich mir die Episoden (alle bisherigen) angesehen und bin nach wie vor ein Fan.
Im Grunde entsprechen die verschiedenen Königshäuser verschiedenen Zeitepochen und Kulturen Europas/Asiens (natürlich mit fantastischen Elementen, es handelt sich schließlich nicht um eine historische Darstellung). Die Starks sind Germanen, die Graufreuds eher Wikinger oder Angelsachsen, Lannisters sind eher so eine italienische Renaissance Familie wie die Medici, die Hauptstadt Königsmund erinnert auch stark an Rom, Dorne sind Araber, Dothrakis sind wohl die Mongolen usw.
Ebenso finden sich bei den verschiedenen Religionen entsprechende Analogien div. Strömungen usw. Die Spatzen sind eine Büßerbewegung, die 7 Götter sind ja verschiedene Aspekte einer einzigen Gottheit, die alten Wehrbäume sollen wohl heidnische Kulte darstellen usw. usf.

Autoren schreiben nicht im luftleeren Raum, hat J.R.R. Tolkien ja auch nicht gemacht. Und grausam ist LotR auch, auf seine Art. Ich habe mich damals jedenfalls sehr gefreut ein spannendes Fantasyepos gefunden zu haben, dass mich lange fesseln kann. Und so harre ich mehr oder weniger geduldig des Erscheines der 7ten Staffel. ;-)
Wird kaum der Gerechte gerettet, wo werde ich Sünder erscheinen? Die Last und Hitze des Tages habe ich nicht getragen. Die um die elfte Stunde kamen, denen zähle mich bei, Gott, und sei mein Erretter.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von guatuso » Mittwoch 6. Juli 2016, 01:30

Stephanie hat geschrieben:
Autoren schreiben nicht im luftleeren Raum, hat J.R.R. Tolkien ja auch nicht gemacht.
Ich bewunderee immer wieder mal die Vorstellungen, die der brave Buerger von den Intellektuellen der Welt, den Autoren hat.
So so, sie schreiben nicht in den luftleeren Raum....
Nein,ich werde keinen Vortrag halten, aber die allermeisten Autoren, die sich der Fantasy hingeben, schreiben in bluehender Phantasie den bluehensten Unsinn, damit der Leser nur alles erdenkliche hinein interpretieren kann. Das hat er zwar nicht vor, der Autor, aber der Leser will es unbedingt so sehen und finden, und was man will, das findet man. Es gibt einige sogenannte Schriftstellerforen, schau mal rein und lese mal, was die alles fuer einen bluehenden Quark zusammen wuerfeln, und wer dann will, entdeckt garantiert historische Bezuege, zwar entfremdet aber garantiert vorhanden. Die muessen ja in die Vergangenheit gehen, weil fuer die Zukunft haben sie zuwenig Phantasie, und Vergangenheit kann immer verzerrt werden.

Tolkin nahm die nordischen Goetter- und Heldensagen zu Vorbild, er war auch Sprachwissenschaftler, also ein etwas doch hoeheres Level als die Thronspiele.
Tolkin und die Thronspielerchen in einem Atemzug zu nennen, das ist schon frivol.

Aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

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Re: Der "Game of thrones"-Strang

Beitrag von ziphen » Mittwoch 6. Juli 2016, 18:55

Yeti hat geschrieben:Was haltet Ihr von dieser Serie? Ich habe mir jetzt die ersten Folgen angesehen.
Ich hatte vor ein paar Jahren bei einem Freund Teile der ersten Staffel gesehen. Daraufhin kaufte ich mir die Bücher, weil mir das, was ich in den Episoden mitbekommen hatte, sehr gut gefallen hatte. Die Bücher haben mich sehr gut unterhalten. Wenn die Serie irgendwann mal komplett abgedreht ist, könnte ich mir vorstellen, sie mir komplett anzuschauen, so während eines Winters. Diese Aufteilung in mehrere Staffeln mit jeweils 1 oder 12 Episoden ist bei der Komplexität und Fülle der Handlungsstränge nicht wirklich gut. Mit der aktuellen Staffel soll die Handlung der Serie die der Bücher überholt haben. Mal schauen, wann Martin den sechsten Band fertigstellt.
Yeti hat geschrieben:Sieht aus wie "Mittelalter für Amerikaner" und eigentlich passt nichts zusammen: "Christliche" Kirchen mit Mönchen, aber ohne Kreuz, weil "Götter" angebetet werden (Fantasy eben).
Genau, Fantasy eben. Eine erdachte Welt auf dem Entwicklungsstand des Mittelalters mit einem feudalen Herrschaftssystem, mit Magie und mit Phantasiewesen.
Yeti hat geschrieben:Was denkt ihr darüber?
Nichts für Kinder, zart besaitete oder prüde Menschen. Sex und Nacktheit sollen angeblich in der Serie eine größere Rolle als in den Büchern spielen. Ich vermute mal, dass die im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Episoden verglichen mit dem amerikanischen Original im Hinblick auf Gewalt entschärft sind.

Wer Serie oder Bücher kennt, sollte sich auch mal die drei Southpark Episoden, in denen die Jungs Game of Thrones spielen und im Konsolenkrieg gebeneinander kämpfen, anschauen. Zum Totlachen.
https://www.youtube.com/watch?v=MxMuRPfnytA
https://www.youtube.com/watch?v=1ukz8MEyYq
https://www.youtube.com/watch?v=MCadjRCyhcw
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

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