Rezepte und Lieblingsspeisen

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PaceVeritas
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von PaceVeritas » Donnerstag 13. November 2014, 23:59

taddeo hat geschrieben:http://de.wikipedia.org/wiki/Tarte_Tatin
Schmeckt genial, wenn man Kuchen mit sehr wenig Teig und viiiielen Äpfeln mag.
Sehr interessantes Rezept, vielen Dank!
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taddeo
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von taddeo » Freitag 14. November 2014, 07:58

PaceVeritas hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:http://de.wikipedia.org/wiki/Tarte_Tatin
Schmeckt genial, wenn man Kuchen mit sehr wenig Teig und viiiielen Äpfeln mag.
Sehr interessantes Rezept, vielen Dank!
Das macht meine Tante jedes Jahr zu Allerheiligen, wenn die Verwandtschaft nach dem Gräbergang bei ihr zusammen beim Kaffee sitzt ... der Kuchen gehört warm gegessen und schmeckt besonders gut, wenn man etwas flüssige Sahne (oder auch einfach geschlagene Sahne) drübergibt. Ich mag ihn total gern, anderen ist da einfach zuwenig Teig dran.
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martin v. tours
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von martin v. tours » Freitag 14. November 2014, 14:38

Noch besser schmeckt mir die Tarte Tatin, so wie in Frankreich üblich mit cremiger saurer Sahne dazu. (passt super zum süssen Apfelkuchen -probier es mal)
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Juergen
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Montag 5. Januar 2015, 18:43

Vorab:
da hat wer eine Rezept von mir nachgekocht und gleich ein Video davon gemacht
https://www.youtube.com/watch?v=h4wRJ4yEy_c

-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

Aber jetzt zur Frage:

In 213 hatte ich ja schonmal was zu selbstgemachtem, im Schraubglas vergorenen, Sauerkraut geschrieben:
http://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=694938#p694938

Letztes Jahr habe ich mir einen Gärtopf zugelegt und am 31. Oktober das Sauerkraut angesetzt.
Im Dezember habe ich schon 1x etwas entnommen. Da schmeckte es zwar schon schön sauer, aber es war noch sehr bißfest.

Heute wollte ich wieder was entnehmen und auf den „Steinen“, die etwas aus der Brühe herausragten, war eine ekelige Schimmer-Oder-Wasauchimmer-Schicht. Ich habe die vorsichtig Steine rausgenommen und diese dicke Schicht konnte man in einem Stück abziehen. Die Konsistenz war irgendwie glibberig, wie fest zusammenhaldenter Wackelpudding. :erschrocken:

Nunja,
dann habe ich mal die Geruchsprobe gemacht und konnte nichts Verdächtiges feststellen. Der Saft ist auch ganz klar und nicht eingetrübt.
Also habe ich mich auch noch an die Geschmacksprobe gemacht: sauer, weich, lecker – kein seltsamer Beigeschmack

Habe jetzt eine gehörige Portion ins Gulasch gegeben. Da köchelt es sowieso jetzt noch gute 2 Minuten.

Ich vermute, daß es sich um hoffentlich ungefährliche Kahmhefen o.ä. handelt.
Kennt jemand das Phänomen/Problem?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht.


Was wäre Euer Rat für den Rest:
Einfrieren oder einwecken?
Oder einfach im Gärtopf lassen?
Gruß
Jürgen

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Juergen
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Montag 5. Januar 2015, 18:57

Und da ich seit August konsequent hier nicht mehr geschrieben habe,
habt ihr natürlich auch meine Aljotta-Rezept verpasst. — Außer es gibt
Leute, die auch mal in meinen Blog schauen.

Also… here we go:

Al­jot­ta

Die Al­jot­ta ist die mal­te­si­sche Ant­wort auf die Bouil­la­bais­se. Sie ist al­so ei­ne Fisch­sup­pe (meist ohne Fisch(stücke)). Wie der Na­me schon erah­nen läßt, enthält sie auch ei­ni­ges an Knob­lauch (vgl. ital Aglio).
Wer nach Re­zep­ten für die­se Sup­pe im In­ter­net sucht, wird so ei­ni­ges fin­den und je­des Re­zept ist et­was an­ders, so­wohl was die Zuta­ten an­be­langt als auch was die Zu­be­rei­tung an­geht. Nach­fol­gend will ich mal mei­ne Va­ri­an­te vor­stel­len. Die­se kann der ge­neig­te Le­ser nach be­lie­ben verändern und ver­bes­sern, da sie si­cher noch nicht per­fekt ist. Ich habe sie aber so ge­kocht und für gut be­fun­den. Ich würde sa­ge, sie kommt zu 80% an die Al­jot­ta her­an, die ich im September auf Mal­ta ge­ges­sen ha­ben.
Ich ha­be das Re­zept in drei Kom­po­nen­ten auf­ge­teilt: Einen Fisch­fond, die To­q­li­ja und die Ein­la­ge, wel­che im­mer aus Reis und op­tio­nal zusätz­lich aus Fisch be­steht.
Keine Angst! Das hört sich jetzt nach viel Arbeit an, aber letztlich hält es sich doch in Grenzen.

Fisch­fond
Vie­le Re­zep­te, die man im In­ter­net für ei­ne Al­jot­ta fin­det, ver­wen­den fer­ti­gen Fisch­fond aus dem Han­del. Man kann die­sen aber mit recht ein­fa­chen Mit­teln und hin­rei­chend schmack­haft selbst zu­be­rei­ten. Die Zuta­ten sind äußert preis­wert, da man nur Fisch­tei­le ver­wen­det, die sonst beim Händ­ler im Müll lan­den würden. Es ist teil­wei­se rat­sam die­se vor­zu­be­stel­len.
  • ca. 600g Fischab­schnit­te (Köpfe, Flos­sen etc)
  • 1 EL Oli­ven­öl
  • 1 Früh­lings­zwie­bel
  • 1 kl. Möhre
  • ca. 1/4 Fen­chel (ei­ne La­ge/Schif­fchen)
  • 1 wal­nuß­gro­ßes Stück Ing­wer
  • 1 ge­häuf­ten TL Salz
  • 1 TL leicht zer­sto­ße­ne Pfef­fer­kör­ner
  • 1/4 Li­ter Weiß­wein
  • 1 1/2 Li­ter Was­ser
Früh­lings­zwie­beln, Möhre, Fen­chel und Ing­wer in klei­ne Stü­cke schnei­den. Öl in ei­nem Topf er­hit­zen und das Ge­mü­se kurz dar­in an­schwen­ken. Mit Weiß­wein ab­lö­schen. Ge­wa­sche­ne Fisch­stü­cke dar­auf­le­gen und mit Was­ser auf­fül­len. Al­les zu­sam­men ei­ne Stun­de lang bei klei­ner Hit­ze zie­hen las­sen. Das Was­ser soll­te so ge­ra­de nicht mehr ko­chen.
Nach der Koch­zeit den Fond durch ein Haar­sieb oder bes­ser so­gar durch ein Tuch ab­sei­hen, so daß man einen recht kla­ren Fond be­kommt.
In die­ser Form ist der Fond be­wußt nicht be­son­ders sal­zig und auch sonst nur mo­de­rat ge­würzt. Es ist aber bes­ser nach­her die Sup­pe nach­zu­sal­zen als den Fond zu sal­zig zu ma­chen. Der Fond soll hauptsächlich Träger des fri­schen „Fisch­ge­schmacks“ sein.

Sau­ce (To­q­li­ja)
Ei­ne To­q­li­ja ist all­ge­mein ge­spro­chen ei­ne dick­flüssi­ge Sau­ce, die im We­sent­li­chen aus gedüns­te­ten Zwie­beln, Knob­lauch und To­ma­ten be­steht.
  • 3 EL Oli­ven­öl
  • 2 Zwie­beln
  • 10 (in Worten: zehn.) Knob­lauch­ze­hen
  • 500g To­ma­ten: gr. Do­se (480g net­to) oder ge­häu­te­te, fri­sche, aro­ma­ti­sche
  • 1 EL To­ma­ten­mark
  • 1 EL fri­scher Ma­jo­ran
  • 1 EL fri­sche Min­ze
  • 1/2 Zi­tro­ne
  • zum Ab­schme­cken: Salz, Pfef­fer, Zi­tro­nen­saft
Zwie­beln fein ha­cken und im Oli­ven­öl et­wa 10 Mi­nu­ten an­düns­ten bis sie gla­sig wer­den. To­ma­ten­mark hin­zu­ge­ben. Dann den ge­hack­ten Knob­lauch hin­zu­ge­ben und mit­düns­ten. Der Knob­lauch darf da­bei nicht braun wer­den. Da­nach die To­ma­ten hin­zu­ge­ben. Zi­tro­ne fi­let­tie­ren und die Fi­lets klein schnei­den und hin­zu ge­ben. Die Min­ze und den Ma­jo­ran fein zer­schnei­den und eben­falls hin­zu­ge­ben.
Wenn die To­ma­ten an­fan­gen zu zer­fal­len mit dem Fisch­fond auf­gie­ßen und al­les ein­mal kurz auf­ko­chen las­sen. Dann die Ein­la­ge (s.u.) hin­zu­ge­ben. Am En­de al­les mit Salz, Pfef­fer und Zi­tro­nen­saft ab­schme­cken.

Ein­la­ge und Bei­ga­be
  • Reis
  • ggf. weißer Fisch, Scam­pi
  • Zi­tro­nen­spal­te oder Zi­tro­nen­schei­be
Die Sup­pe wird nor­ma­ler­wei­se oh­ne Fisch ser­viert, je­doch kommt im­mer Reis hin­ein. Je nach Reis­sor­te kann man die­ses un­ge­kocht in die Sup­pe ge­ben und dort quel­len las­sen oder aber kurz vor­ko­chen, bis er fast gar ist (2/3 Koch­zeit) und dann hin­ein­ge­ben und gar zie­hen las­sen.
Soll ei­ne Fisch­ein­la­ge in die Sup­pe, so ist es rat­sam, den Fisch se­pa­rat in et­was Was­ser, mit et­was Weiß­wein, Salz und Lor­beer­blatt ge­würzt, zu ga­ren oder zu düns­ten und vor dem Ser­vie­ren in die Sup­pe zu ge­ben. Es eig­net sich je­de Art nicht zu fet­ten Fi­sches mit wei­ßem Fleisch. Zusätz­lich kann man auch lu­xu­riös Scam­pis o.ä. hi­n­en­ge­ben.
Die Sup­pe kann man gut vor­ko­chen. Sie schmeckt bes­ser, wenn sie et­was durch­ge­zo­gen ist. Der Fisch kommt dann frei­lich erst kurz vor dem Ser­vie­ren in die Sup­pe.
Klas­si­scher­wei­se wird beim Ser­vie­ren ei­ne Zi­tro­nen­spal­te oder -schei­be an die Sup­pen­tas­se ge­steckt, so daß der Gast sich zusätz­lich fri­sche Zi­tro­ne hin­ein­drücken kann.
Gruß
Jürgen

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PaceVeritas
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von PaceVeritas » Freitag 23. Januar 2015, 23:08

Etwas Lehrreiches, Biblisches und Essbares in Einem:

(Die Zutaten stehen unter den angegeben Bibelstellen im Alten und Neuen Testament)

1,5 Tassen Sprichwörter 30,33 (das Ergebnis)
6 Stück Hiob 39,14
2 Tassen Richter 14,18
4,5 Tassen 2. Könige 4, 41
0,5 Tassen 1. Korintherbrief 3,2
2 Tassen 2. Samuel 6,19 (nicht: Brot)
1 Tasse klein geschnittene Hohelied 7,9 (das letztgenannte)
1 Tasse zerkleinerte 4. Mose 17,23
1 Prise Markus 9,50
2 Teelöffel Jeremia 6,20
2 Teelöffel Offenbarung 18,13 (das erstgenannte)
3 Teelöffel Backpulver

Nun alle Zutaten der Reihenfolge nach in eine große Schüssel zusammen rühren.
Dann den _________________ (2. Samuel 13,10) im __________________ (Hosea 7,4) backen
über den Zeitraum von (Matth. 20,12) bei 150-175° C. Beim Kuchenessen unter
Christen gilt Lukas 14,12-14: ________________________
Bedenke, dass nicht nur der Körper, sondern auch die Seele
gute Nahrung braucht, denn ______________________ (Matthäus 4,4).
» Sic enim dilexit Deus mundum ... «
(Joh. 3,16)
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Juergen
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Montag 9. Februar 2015, 19:03

Ich habe mich heute mal an Mutzenmandeln versucht. Zuletzt habe ich die Dinger vor fast 30 Jahren gemacht.

Da ich das Rezept von Damals nicht mehr zuhanden hatte, habe ich im Internet gesucht und festgestellt, daß dort Hunderte von Rezepten rumgeistern. So habe ich mir irgendeins rausgesucht und etwas abgewandelt (pimp my mutzenmandel), so daß nun folgende Zutaten drin sind:

250g Mehl
100g Butter
100g gemahlene Mandeln
50g Zucker
1 Päckchen Vanillzucker
1 TL Backpulver
3 Spritzer Bittermandelaroma
3 Spritzer Rumaroma
Schalenabrieb von 1/2 Zitrone

Dann die Dinger ausgerollt und versucht sie zu formen, um am Ende festzustellen, daß es einfacher geht, wenn man sie komplett mit etwas bemehlten Händen formt.
In 180°C heißem Fett in der Fitteuse ausgebacken und dann mit Puderzucker bestreut.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis weitgehend zufrieden.


Folgendes könnte m.E. noch verändert werden — Werde ich dann nächstes Jahr ausprobieren
- mehr Rumaroma oder einen kräftigen Schuß Rum
- es könnte „mandeliger“ schmecken. Evtl. also mehr Bittermandelaroma oder vielleicht auch 50g Mehl durch 50g geriebene Mandeln ersetzen.
- Zimt wäre vielleicht auch nicht schlecht



Für Hinweise, wie Ihr Mutzemandeln macht und welches Rezept Ihr benutzt wäre ich dankbar.

:koch:
Gruß
Jürgen

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Rumkugel
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Rumkugel » Montag 16. Februar 2015, 19:40

Wenn um Rumkugeln Rumkugeln rumkugeln,
kugeln um Rumkugeln Rumkugeln rum.

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Süße Chilisauce

Beitrag von Juergen » Montag 27. April 2015, 11:33

Die Grillsaison ist inzwischen ja gestartet und im TV sah ich passend daszu Werbung eines bekannten Ketchup- und Saucenherstellers für eine »Sweet Chili Sauce«. Der Preis für 220ml liegt je Anbieter zwischen 1,50€ und 2,50€ – Mein erster Gedanke war: Das kann man doch sicher auch selbst machen.


Hier also mein Vorschlag für eine süße Chilisauce

250g Wasser
50g Weinessig
20g Zucker
15g frische Chilis
5g Salz
5g Stärke

Chilis sehr(!) fein hacken. Je nach Schärfegrad mehr oder weniger Kerne drin lassen.
Stärke im Wasser auflösen, die übrigen Zutaten hinzugeben und unter Rühren alles in einem Topf kurz aufkochen damit die Stärke abbindet. Dann heiß in ein passendes Glas oder Flasche füllen.

Anmerkungen:
Ich habe mich für die Kochvariante mit Stärke entschieden, da man gleichzeitig mögliche Keime abtötet. Das wirkt sich vermutlich positiv auf die Haltbarkeit aus. Zudem dürfte durch das Kochen mehr Aroma aus den Chilis in die Sauce gelangen. Man könnte die Sauce aber wahrscheinlich auch kalt anrühren und mit Xantan, Johannisbrotkernmehl oder ähnlichem andicken.

Im heißen Zustand schmeckt der Essig recht stark durch. Das legt sich, wenn die Sauce kalt wird. Wem es dennoch zu sauer ist, der kann auch weniger Essig nehmen und dafür mehr Wasser. Insgesamt sollten es aber 250g sein. Etwas Säure braucht nach meinem Geschmack die Sauce auf jeden Fall.

Bei den Chilis habe ich zwei gelbe Cayenne und eine kleine, rote „Rawit“. Ich habe ein Chili-Mix gekauft, wo sich immer verschiedene Arten, die unterschiedlich scharf sind, in einer Packung befinden. Nach dem Packungsaufdruck mit einer 10 Stufigen Schärfeskala liegen die Cayenne bei 7 und die Rawit/Bird's Eye bei 8. Leider waren in der Packung keine Habaneros drin. Die sind zwar noch viel schärfer, aber sie haben ein unvergleichbares Aroma.
Bei den Cayenne habe ich alle Kerne und Rippen entfernt; die Rawit habe ich komplett mit Kernen genommen. Diese drei Chilis zusammen ergaben fein gehackt 15g. Wären es 20g gewesen, würde jetzt im Rezept 20g stehen. Wenn man sehr scharfe Chilis hat (Habanero oder gar Bhut Jolokia) sollte man weniger nehmen und den Rest (für die Optik) durch einfache Paprika ersetzen.

Da ich mehrheitlich gelbe Chilis genommen habe, sieht die Sauce natürlich gelb aus. In dem Industrieprodukt schwimmen hingegen rote Chiliflocken in der Sauce. Es sähe vielleicht auch gut aus, wenn man eine bunte Sauce macht mit gelben, (grünen), roten, und orangene Chilis.

Bild



Tipp:
Kerne nicht wegwerfen!
Bei der Verarbeitung von Chilis will man oft nicht die ganze Schärfe haben. Der größte Teil sitzt in den Kernen und den Rippen, an denen die Kerne wachsen. Also schneidet man Rippen raus und entfernt die Kerne.
Da ich recht viel Chilis verarbeite, war es mir auf die Dauer zu Schade, die Kerne und Rippen wegzuwerfen. Ich lege sie daher jetzt immer auf einen kleinen Teller und stelle sie zwei, drei Tage ins Warme, damit sie trocknen. Dann kommen sie ein eine Pfeffermühle. So hat man immer frisch gemahlenen Chili zum Nachschärfen parat. Aber Obacht! Immer nur sparsam verwenden. Das knallt so richtig. Man spart sich damit den Kauf von Chilipulver.
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Sonnabend 1. August 2015, 12:54

Eine Frage zu Hülsenfrüchten:

Ich habe bisher getrockne­te Hülsenfrüc­h­te (Erb­sen, Bohnen, Linsen) im­mer in Was­ser ohne Salz gekocht, weil ich irgendwann, irgendwo gehört habe, daß die­se Früc­h­te nicht weich wer­den bzw. ei­ne end­los lange Kochzeit ha­ben, wenn man sie in ge­salze­nem Was­ser kocht.

Heute fand ich folgende Seite:
http://www.wissenschaft-im-dialog.de/pr ... chlechter/
Dort wird ge­nau das Gegen­teil behauptet: Im Salzwas­ser sol­len die Früc­h­te schnel­ler gar wer­den.

Geht man auf die Suche nach Infos, findet man wider­sprüch­liche An­gaben – teils sogar auf ein und der­selben Seite.
z.B.
http://krueger.de/magazin/kuechenmythen-im-check

72. Hülsenfrüchte werden schneller weich
Hülsenfrüchte werden schneller weich und bekömmlicher, wenn man etwas Natron zugibt und erst nach dem Kochen salzt.

73. Hülsenfrüchte zubereiten
Getrocknete Hülsenfrüchte vor der Zubereitung über Nacht einweichen, in Salzwasser ansetzen und gar kochen.
Ja was denn nun? Vorher oder hinterher salzen?


Die Sa­che mit dem Na­tron scheint zu stimmen. Ich habe heu­te Erb­sensuppe gekocht und dem Was­ser etwas Na­tron zugefügt. Sie wa­ren erstaunlich schnell weich und gar.
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Siard » Sonnabend 1. August 2015, 14:52

Vermutlich sind hier zwei verschiedene Möglichkeiten gemeint. Die erste ohne, die zweite mit einweichen.

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Reinhard
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Reinhard » Sonnabend 1. August 2015, 15:43

Die Geschichte mit dem Salz hat ja was mit dem osmotischen Partialdruck zu tun: da das Salz schlecht wandern kann, wandert das Wasser immer in Richtung der höheren Salzkonzentration.

Wenn Du also Erbsen ohne Salz kochst, dann drückt das Wasser schneller in sie hinein und füllt sie mit Wasser (-> lässt sie quellen), als wenn Du das mit Salzwasser versuchst. (für das eigentliche Garwerden der Stärke ist es aber egal)
Umgekehrt kommt viel Fleischsaft aus dem Fleisch heraus, wenn Du es vorher (außen) salzt. Also wirst Du das Fleich besser ohne Salz braten, dann bleibt es saftiger.

Alles nur eine Frage der Osmose ! ;D

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Sonnabend 1. August 2015, 15:57

Und warum weiß das Prof. Dr. Thomas Vilgis vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz nicht? :hmm: Für mich hört sich plausibel an, was er sagt. Aber vielleicht solltest Du ihm das mit der Osmose und der Hülsenfrucht mal erklären.

Interessant sind neben den wissenschaftlichen Überlegungen auch Lebenswirklichkeiten aus dem Volk als Quelle der Kochwahrheit.
http://www.chefkoch.de/forum/2,53,61738 ... ochen.html


Die Sache mit dem Salzen des Fleisches ist auch Unsinn – außer Du salzt es und läßt es dann lange rumliegen, bevor Du es in die Pfanne gibst. Wenn man es salzt und dann sofort in die Pfanne gibt, entstehen gar keine Probleme. – Das sagen (inzwischen) auch TV-Köche.
Vgl. auch http://www.zeit.de/21/33/Stimmts-Fleisch-Salzen
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von ziphen » Donnerstag 6. August 2015, 12:23

Die Zugabe von Natron werde ich bei meinem nächten Bohnengericht mal ausprobieren. Bei dem verkalkten Wasser hier müsste sich demnach ein deutlicher Effekt zeigen.
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

Paul Gerhardt: O Welt, sieh hier dein Leben

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Donnerstag 6. August 2015, 12:52

ziphen hat geschrieben:Die Zugabe von Natron werde ich bei meinem nächten Bohnengericht mal ausprobieren. Bei dem verkalkten Wasser hier müsste sich demnach ein deutlicher Effekt zeigen.
Ich habe auch recht kalkhaltiges Wasser.
Aus dem Grunde nehme ich nicht nur für Kaffee und Tee, sondern auch bei Hülsenfrüchten gefiltertes Wasser.
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Sonnabend 12. September 2015, 12:40

„Nudeln machen“ ist ja auch so etwas wie Kochen…

Sehr einfach zu machen sind „Spaghetti alla Carbonara“. Wenn man nach einem Rezept sucht, wird man sehr viele verschiedene Arten der Zubereitung finden. Ich mache es ganz einfach und mit wenig Aufwand. – Keep it simple, simple is best.
  • 500g Spaghetti
  • 100g geräucherter Schinken oder geräucherter Speck (gewürfelt)
  • 100g Parmesan (gerieben)
  • 4 Eier (Größe M)
  • schwarzer Pfeffer
  • ggf. etwas Schweineschmalz
Schinkenwürfel leicht in der Pfanne anbraten, wodurch der Geschmack intensiver wird. Bei magerem Schinken sollte man etwas Schweineschmalz beim Braten hinzufügen damit der Schinken nicht anbrennt. Alternativ kann man auch geräucherten Schweinespeck nehmen. Dann entfällt natürlich der Schmalz.
Nudeln bißfest kochen, abgießen und dann zügig die Eier, Schinken und Parmesan unterheben und gut verrühren. Mit (viel) frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken.

:koch:


Man kann statt des Schinkens/Specks auch gekochten Schinken nehmen. Dann entfällt das Anbraten. Allerdings finde ich, daß es dann alles etwas „labberig“ schmeckt.
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Torsten » Sonnabend 12. September 2015, 20:04

Juergen hat geschrieben:Man kann statt des Schinkens/Specks auch gekochten Schinken nehmen. Dann entfällt das Anbraten. Allerdings finde ich, daß es dann alles etwas „labberig“ schmeckt.

Ach, einen Wein dazu, oder Bier, dann passt das schon. :)

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Sonnabend 12. September 2015, 20:32

Torsten hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Man kann statt des Schinkens/Specks auch gekochten Schinken nehmen. Dann entfällt das Anbraten. Allerdings finde ich, daß es dann alles etwas „labberig“ schmeckt.
Ach, einen Wein dazu, oder Bier, dann passt das schon. :)
In diesem Strang geht es um's Kochen und nicht um's Saufen. :regel:
Gruß
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Senensis » Sonntag 13. September 2015, 18:50

Da dieser Strang nicht nur "Rezepte" heißt, sondern auch "Lieblingsspeisen", muß ich eben mal was loswerden. Kennt ihr diese Ufos aus Eßpapier mit Brause drin. Ja, ihr kennt sie. Das ist definitiv eine Lieblingsspeise von mir. Wenn ich mit denen anfange, würde ich am liebsten gar nicht mehr aufhören. Habe eben wieder die Tüte weggesperrt und beschlossen, ganz schnell was Anständiges zu kochen...
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Sonntag 13. September 2015, 19:23

Senensis hat geschrieben:Da dieser Strang nicht nur "Rezepte" heißt, sondern auch "Lieblingsspeisen", muß ich eben mal was loswerden. Kennt ihr diese Ufos aus Eßpapier mit Brause drin. Ja, ihr kennt sie. Das ist definitiv eine Lieblingsspeise von mir. Wenn ich mit denen anfange, würde ich am liebsten gar nicht mehr aufhören. Habe eben wieder die Tüte weggesperrt und beschlossen, ganz schnell was Anständiges zu kochen...
Meinst Du sowas: http://www.amazon.de/Kuroczik-Bunte-Sup ... BWFK6JS
Amazon Produktbeschreibung hat geschrieben:Eine Begegnung der besonderen Art. Bunte Super Ufos bringen Abwechslung in Deine Genusswelt. Denn die bunten Oblaten punkten nicht nur mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Erdbeere, Apfel, Orange oder Zitrone, sie sind auch fruchtig-frisch und super-sauer. Koste die herrlichen Oblaten und lasse Dich von den Ufos in eine herrliche Geschmacksumgebung entführen.
Habe ich gerade im Netz gesucht; „in echt“ kenne ich die nicht.


Ähm…
Produktbezeichnung Oblaten gefüllt mit Schleckpulver
Schleckpulver? Das hört sich irgendwie DDR-mäßig an; also wie Broiler nur ohne Hähnchen und anders.
Zuletzt geändert von Juergen am Sonntag 13. September 2015, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Senensis » Sonntag 13. September 2015, 19:25

Die gibt's bei uns in fast jedem Süßwarenregal, von einem der zwei bekannten Anbieter mit H.
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von taddeo » Freitag 25. Dezember 2015, 20:51

Auf allgemeinen Wunsch eines einzelnen Herrn hier mein Rezept für eine Asia-Suppe, die den Magen aufräumt und besonders nach üppigen Feiertagen sehr zu empfehlen ist.

Ein Problem dabei ist die Menge: Die Zutaten hier sind für einen größeren Topf genannt (ca. 3 Liter Suppe am Ende), es ist vom Einkaufen her schwierig, kleinere Mengen zu machen. Die Suppe hält sich, wenn man sie kalt stellt, etwa einen ganzen Tag; danach schmeckt sie nicht mehr richtig und verdirbt auch bald. Außerdem macht sie ziemlich viel Arbeit wegen der Schnippelei, ich hab es noch nie mit großen Stücken ausprobiert.

Als erstes die Zutaten vorbereiten:

- Verschiedene Gemüse in kleine bzw. dünne Streifen schneiden. Unentbehrlich sind: 2 große Karotten, 1 Zwiebel, 1 rote und 1 grüne Paprikaschote. Dazu nach Geschmack passen: Lauch, Zucchini, Chinakohl, (andere Kohlarten, aber nicht zuviel,) grüne Bohnen, Asia-Pilze (Shitake, Austernpilze o. ä.), oder was sonst noch an kochbarem Gemüse daheim rumliegt und den Essern schmeckt. Außerdem Mungbohnen-Sprossen oder fertiges Asia-Gemüse aus dem Glas, auch Bambus-Sprossen sind gut. Wer frischen Ingwer mag und hat, sollte davon einiges reingeben - der ist sehr gut für den Magen und den Geschmack.
- Ca. 500 Gramm mageres Geflügelfleisch (Hähnchenbrustfilet, Putenschnitzel) in kleine Würfelchen schneiden und kräftig mit Chinagewürz, nach Geschmack noch Pfeffer und/oder Chili würzen. Darf ruhig pikant werden, das macht einen Gutteil der positiven Wirkung der Suppe aus. Man könnte wohl auch Rindfleisch nehmen, aber das dauert halt länger und wird nicht so weich.
- 100 Gramm Glasnudeln (aus Mungbohnen- und Erbsenstärke, nicht aus Reisstärke - das sind die, die dann durchsichtig bleiben) ca. 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen, abseihen und auf passende Länge zuschneiden.
- Einige Stücke getrocknete Mu Err-Pilze mit kochendem Wasser übergießen und ca. 1 Stunde einweichen.

Zubereitung:

Zuerst das Fleisch in etwas Sonnenblumen- oder Sesamöl anbraten, dann Zwiebeln und Karotten dazu geben und kurz mitdünsten. Mit ca. 2 - 2,5 Litern fertiger Brühe aufgießen (oder mit Wasser aufgießen und Brühwürfel dazugeben) und aufkochen. Alle anderen Gemüse, die Sprossen und die Mu Err-Pilze dazugeben und alles solange kochen, bis das Gemüse fast nach Wunsch weich ist (Chinakohl und Lauch zuletzt), dann die Glasnudeln dazugeben (die müssen nur kurz ziehen).
Abgeschmeckt wird dann: mit einer kräftigen Portion süß-sauer-scharfer Asia-Soße (ich nehm immer die Magic Asia von Maggi) - etwa 1/3 der Flasche darf es schon sein. Schließlich ein guter Schuß milder Essig (Reis- oder Weißweinessig o. ä.) und ca. 2 Teelöffel Zucker dazu, damit es etwas süß-säuerlich schmeckt. Auch Sojasauce paßt gut rein, wenn man den Geschmack mag. Man kann dann noch zwei, drei Teelöffel Stärke in etwas kaltem Wasser anrühren und reingeben, das bindet die Suppe "glasig" ab. Wenn die Suppe zu dick ist (bzw. zuviel Gemüse drin ist), noch mit Wasser oder Brühe auffüllen. Am Ende nach Bedarf noch nachsalzen.
Dann nochmal alles kurz aufkochen lassen - fertig. Vorsicht, man verbrennt sich sehr leicht den Mund am Anfang! Und wirklich satt wird man nicht davon, egal, wieviel man ißt - aber das ist ja der Sinn der Sache.
nemini parcetur

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Sonntag 6. März 2016, 17:49

Wie bekannt, mache ich ja mein Sauerkraut selber. Dieses Jahr waren es rund 7kg. Das sollte für meinen Zweipersonenhaushalt also erstmal reichen.

Zusätzlich habe ich mit Rotkraut experimentiert. – Dazu muß ich sagen, daß ich mein erstes (weißes) Sauerkraut nach der gleichen Methode im gleichen Gefäß gemacht habe. Es handelt sich um ein überdimensionales Marmeladenglas. Es passen etwa 1kg Kraut rein. Der Beginn des Experiments war also mit dem ziemlich sicheren Wissen gepaart, daß es normalerweise funktionieren müßte.

Anfang November habe ich Rotkohl mit Salz (10g/kg) in ein Twist-Off-Glass eingestampft. Auf das Kraut kam noch eine Plastikabdeckung in Form eines Deckels von einem Honigglas und um das ganze zu „beschweren“, d.h. um von oben etwas Druck auszuüben und um etwas Platz im Glas zu lassen wurde, als Abstandshalter ein Schnapsglas drauf gestellt. Im offenen Zustand schaute das Schnapsglas etwas über den Rand hinaus, so daß der Deckel, wenn er aufgeschraubt wird, das Schnapsglas etwas nach unten drückt. Danach wurde das Glas in der Küche in eine Ecke gestellt (und vergessen).

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Geöffnet

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und probiert

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1 Portion gleich gegessen, drei weitere wurden eingefroren. Insgesamt waren es 1,2Kg Fertigkraut.
Lecker !


Nachdem das mit dem Rotkohl so gut geklappt hatte, war das Glas leer und bereit für neue Schandtaten.
Das Glas wurde mit ca. 700g Gemüsepaprika gefüllt. Als Flüssigkeit habe ich einfach Wasser mit etwas Salz und Zucker sowie einem kleinen Schuß Essig aufgegossen. Der Zucker soll den Milchsäurebakterien zusätzliches Futter liefern, der Essig schafft ein leicht saures Milieu.
Als „Starthilfe“ ca. 3 Eßlöffel von dem Sauerrotkrautsaft hinzugegeben (daher auch die rötliche-blaue Farbe).
Gewürzt habe ich das Ganze gar nicht, außer daß noch der Rest einer Habanero mit reingewandert ist.

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Nach drei Wochen habe ich es probiert. Sie waren schon leicht säuerlich, aber ich habe sie noch etwas stehen lassen. Nach 6 Wochen waren sie dann aber doch aufgefuttert. Es war nur etwa eine halbe Habi mit im Glas, doch die hat ausgereicht, daß alles eine leckere Schärfe hatte. Interessanterweise waren die Paprikastücke genauso scharf wie die Habi-Stücke. Es hatte sich also alles gut verteilt.

Ich habe gleich ein neues Glas angesetzt. Diesmal mit Paprikas und Zucchini.
Als Starthilfe habe ich ca. 100ml vom Saft des letzten Ansatzes hinzugekippt. – Ist fast so wie beim Sauerteig… Der Rest des letzten Glases wird der Beginn des neuen Glases.

Das steht jetzt sei dem 21. Februar in der Küche und gärt vor sich hin.
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Senensis » Sonntag 6. März 2016, 20:37

Klasse:) Gibt's dazu einen Literaturhinweis? (Ich lese immer gern vorher nach, was man alles richtig/falsch machen kann.)
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Sonntag 6. März 2016, 20:59

Nein, das ist alles „frei Schnauze“ gemacht.

Beim Sauerkrautmachen kann man nicht viel falsch machen. Wichtig ist immer – wie bei jedem Umgang mit Lebensmitteln – ein sauberes Arbeiten.
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Dienstag 8. März 2016, 18:54

Ich habe – ursprünglich für ein anderes Forum – mein Rezepte online gestellt.
als: ePUB E-Book
als PDF
als Webseite
und in einer experimentellen Webversion (läuft unter Umständen nicht mit jedem Browser)
Es gibt keine Gelinggarantie.

Die Dateien werden hin und wieder aktualisiert.
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Freitag 11. März 2016, 16:10

Gestern kam in einem anderen Forum das Gespräch auf eine Sauce mit Curry und Kokos, die vielleicht in Richtung einer Currypaste gehen könnte.

Also… frisch ans Werk… Die nachfolgend angegebenen Zutaten entstammen dem ersten Versuch. Jetzt muß die Sauce bei mir erst einmal abkühlen und dann sehe ich wie die Konsistenz und der Geschmack ist.

165ml Kokosmilch (kl. Dose)
75,0g grüne Paprika
12,5g gelb/orangene Habanero (entspr. etwa zwei kleinen)
12,5g Zitronensaft
6,25g Ingwer
6,25g Salz
6,25g unraffinierten Rohrzucker
3,125g Currypulver (1 gehäufter TL)
3,125g Knoblauchzehe (1 Zehe)
1,25g Zitronengraspulver
5g Stärke zum Abbinden
(3 Tropfen blaue Lebensmittelfarbe) – genaueres siehe unten

Bitte nicht über die „krummen“ Gewichtsangaben wunden. Es handelt sich (außer bei der Kokosmilch, denn da mußte ich nehmen, was zu bekommen war) um ganzzahlige Teiler von 1000. Wenn man die vierfache Menge macht, dann relativiert sich das mit den „krummen“ Zahlen.
;)


Paprika und Habis von Kernen und Plazente befreien, Ingwer und Knoblauch schälen. Kokosmilch und Currypulver in einen Topf geben. Die anderen Zutaten inkl. der Stärke in den Standmixer geben und fein pürieren. Wenn alles fein ist, die Masse ebenfalls in den Topf geben. Kurz aufkochen lassen, so daß die Sauce bindet und dann in ein Glas mit Schraubdeckel füllen.

Zu der Farbe.
Der Curry ist bekanntlich gelb und so bekommt man keine richtig grüne Sauce. So dachte ich dann kurz an den Physik oder auch Kunstunterricht zurück und kam auf die Idee, blaue Lebensmittelfarbe zuzusetzen, da Gelb und Blau sich zu Grün mischt.

Im Topf sieht es noch nicht so schlimm aus…

Bild

…aber abgefüllt sieht es aus, als sei die Sauce einem Science-Fiction Film entsprungen

Bild
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Senensis » Freitag 11. März 2016, 21:21

Vielleicht hab ich's überlesen, oder die Begründung stand in dem anderen von Dir erwähnten Forum: Warum genau wolltest Du, daß die Sauce schön grün wird? Currysauce muß ja per se jetzt nicht grün sein, oder?
Ich find sie sehr schick so :breitgrins:
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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von taddeo » Freitag 11. März 2016, 21:30

Senensis hat geschrieben:Ich find sie sehr schick so :breitgrins:
Kermit-Curry wär sicher ein passender Name. :pfeif:
nemini parcetur

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Freitag 11. März 2016, 21:55

Senensis hat geschrieben:Vielleicht hab ich's überlesen, oder die Begründung stand in dem anderen von Dir erwähnten Forum: Warum genau wolltest Du, daß die Sauce schön grün wird? Currysauce muß ja per se jetzt nicht grün sein, oder?
Ich find sie sehr schick so :breitgrins:
Ausgangspunkt war ein anderes Rezept für Ketchup, der eine Farbe hatte wie Baby-AA :auweia:

Bild

Da die Konsistenz schon etwas pastös war, hatte ich die Idee, ob man nicht auch eine Curry-Paste machen kann. Die Lebensmittelindustrie versorgt zumeist und mit Curry-Paste in den Farben Rot, Gelb oder Grün.
Da ich schon bei dem Ketchup grüne Paprika verarbeitet hatte, lag es nahe, daß die nächste Sauce auch eine grüne Farbe bekommt.

Und da dachte ich mir: „Wenn schon Grün, dann aber richtig“. :maske:
Gruß
Jürgen

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Senensis » Montag 14. März 2016, 20:20

Grüne Paprika im Ketchup... darum ist es so gelb. Irgendwie hätte ich trotzdem erwartet, daß die roten (?) Tomaten mehr durchschlagen, oder tust Du keine rein?
et nos credidimus caritati

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Re: Rezepte und Lieblingsspeisen

Beitrag von Juergen » Montag 14. März 2016, 21:43

Senensis hat geschrieben:Grüne Paprika im Ketchup... darum ist es so gelb. Irgendwie hätte ich trotzdem erwartet, daß die roten (?) Tomaten mehr durchschlagen, oder tust Du keine rein?
Guckstu:
http://chiliforum.hot-pain.de/threads/k ... ost-66357

Und heute eine neue Variante. Ich muß ja irgendwie die Habis verarbeiten, die es im Supermarkt mal wieder gab und die da so lecker aussahen. Diesmal eine noch kleinere Menge. Ich kann mir ja nicht den ganzen Kühlschrank mit Literflaschen an Saucen vollstellen. – Ähm… warum eigentlich nicht. :roll:

Also diesmal von 2g „Gemüse“ und den Rest wie üblich plus selbstgemixtes Currypulver.
Die 2g bestanden aus:
- 1 gelbe/orangene Habanero aus dem Supermarkt (ohne Plazenta und Kerne)
- 1 grünen Jalapeño aus dem Supermarkt
- 1 kleinen, orangenen „Snack-Paprika“ vom Discounter (Aldi)
- 1 Apfel
- und grünen Paprika. Ich hatte gerade Friggitelli da, also habe ich die genommen.
- 1 EL Currypulver
Currypulver – guckstu da: http://kikreukreu.blogspot.de/214/2/currypulver.html

In den nächsten Tagen gibt es eine revolutionäre Curryvariante ohne GELB.
Gruß
Jürgen

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