Ehesakrament

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overkott
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von overkott » Dienstag 26. Oktober 2010, 20:39

cantus planus hat geschrieben:Ich kenne nicht wenige Priester, die u. a. mit dem Ehesakrament ziemliche Gewissensnöte haben. Einerseits haben sie den Eindruck, dass die Leute dafür weder reif noch sonstwie geeignet sind, andererseits ist dieser Eindruck nicht konkret zu belegen. Für viele ein schwieriger Spagat, wo die Worte des Heiligen Vaters hilfreich sein können. :ja:
Auch die Bischofskonferenz könnte ein christlich-soziales Wort dazu schreiben.

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Pombear » Mittwoch 10. August 2011, 16:51

Hallo,
wir haben heute die Mitteilung erhalten, dass die Vorehe meiner Frau aufgelöst wurde. (privilegium fidei).

Muss meine Frau jetzt bevor wir kirchlich heiraten, katholisch werden oder dürfen wir auch katholisch heiraten, wenn sie weiterhin evangelisch bleibt?

Grüße pombear

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Melody » Mittwoch 10. August 2011, 17:01

"Privilegium fidei" sagte mir jetzt nichts, daher für Interessierte mal ein Link: http://www.bistum-eichstaett.de/offizia ... -petrinum/

Sicher darf ein Katholik auch einen Protestanten heiraten. Der Protestant muss nur versichern, dass die Kinder katholisch getauft und erzogen werden.

Genaueres weiß dann aber Dein Pfarrer.

PS: Herzlichen Glückwunsch!!! :huhu:
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Mittwoch 10. August 2011, 17:13

Pombear hat geschrieben:Hallo,
wir haben heute die Mitteilung erhalten, dass die Vorehe meiner Frau aufgelöst wurde. (privilegium fidei).

Muss meine Frau jetzt bevor wir kirchlich heiraten, katholisch werden oder dürfen wir auch katholisch heiraten, wenn sie weiterhin evangelisch bleibt?

Grüße pombear
Das müßtest Du bzw. müßtet Ihr eigentlich vom Offizial erfahren können, der den Antrag auf Auflösung der Ehe bearbeitet hat.
(Den Pfarrer würd ich, ehrlich gesagt, als letzten fragen ... :pfeif: )

Prinzipiell ist Deine (künftige :blinker: ) Frau mit der Entscheidung des Papstes, ihre erste natürliche Ehe zugunsten einer christlichen Ehe aufzulösen, wieder einer Ledigen gleichgestellt. Es müßten also demnach für Euch die Regeln gelten, die generell für Ehen zwischen Katholiken und nichtkatholischen Christen gelten - falls nicht der Papst seine Entscheidung unter eine Bedingung gestellt hat, die das verbietet. Das muß aber in dem Dekret drinstehen.

Unabhängig davon - und auch fern davon, Euch Euer Eheglück durch ungebetene Ratschläge vermiesen zu wollen - wäre es aber vielleicht für Deine Frau durchaus eine Überlegung wert, sich zum Glauben der Kirche zu bekennen, die ihr auf diesem überaus seltenen Weg diese Eheschließung ermöglicht. Nicht jeder kann behaupten, daß sich der Papst höchstpersönlich mit seiner Ehe befaßt hat.
Euch wird - ob Ihr das wollt oder nicht - künftig immer ein besonderes Gnadenband mit dem Nachfolger Petri vereinen. Ich kann mir vorstellen, daß dieses Bewußtsein Deiner Frau den Weg in die katholische Kirche und Euch beiden das Führen einer gläubigen Ehe erleichtern könnte. Ihr würdet damit zudem all den praktischen Problemen aus dem Weg gehen, die solche "Mischehen" zwangsläufig mit sich bringen.

(Und noch ein kleiner, persönlicher Tip an Dich: Wenn alles geklappt hat und Ihr endlich mit dem Segen der Kirche "unter der Haube" seid, dann melde dich und Deine Frau bei ner Generalaudienz des Papstes für die "prima fila" an! Bei jeder Audienz dürfen junge Eheleute - natürlich auch im Hochzeitsgewand - ganz vorne mit dabei sein, und mit denen in der ersten Reihe redet der Papst selber ein paar Worte. Da könntet Ihr Euch persönlich dafür bedanken, daß er Euch diesen Weg ermöglicht hat. Dieses Erlebnis würde ich mir bei Eurer "Vorgeschichte" nicht entgehen lassen!)

Alles Gute Euch beiden!
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Melody » Mittwoch 10. August 2011, 17:33

taddeo hat geschrieben:Euch wird - ob Ihr das wollt oder nicht - künftig immer ein besonderes Gnadenband mit dem Nachfolger Petri vereinen. Ich kann mir vorstellen, daß dieses Bewußtsein Deiner Frau den Weg in die katholische Kirche und Euch beiden das Führen einer gläubigen Ehe erleichtern könnte. Ihr würdet damit zudem all den praktischen Problemen aus dem Weg gehen, die solche "Mischehen" zwangsläufig mit sich bringen.
Ich bin auch im Jahr der endgültigen positiven Entscheidung meines Ehenichtigkeitsverfahrens konvertiert, und das ganz ohne Papst...

Und natürlich halte ich es auch für besser, wenn Eheleute denselben Glauben teilen.

Ich hatte mich halt nur darauf beschränkt, auf die kurze Frage auch kurz zu antworten, denn erlaubt ist eine Mischehe ja eigentlich... dass das - insbesondere wenn man Kinder haben möchte - später zu vielfältigen Problemen führt, steht auf einem anderen Blatt...

Ich halte halt nichts davon, wenn jemand "nur" wegen einer Eheschließung konvertiert. M. E. muss es von Gott ausgehen. Man sollte aufgrund des Glaubens konvertieren. Es wäre aber natürlich sehr schön, wenn im konkreten Fall hier so ein Umdenkprozess angestoßen werden würde... :ja:
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Mittwoch 10. August 2011, 17:41

Melody hat geschrieben:Ich bin auch im Jahr der endgültigen positiven Entscheidung meines Ehenichtigkeitsverfahrens konvertiert, und das ganz ohne Papst...
Ein normales Nichtigkeitsverfahren ist aber eine kanonistische Formalie, auf die jeder Gläubige ein Anrecht hat, und die von Kirchenbehörden entschieden wird.
In Pombaers Fall hingegen ging es um einen Gnadenakt, den nur der Papst höchstpersönlich entscheiden kann - und selbst wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen, muß er dem Ansuchen nicht zustimmen. Insofern ist das schon nochmal eine andere Kategorie von Rechtsfall.

Ich wollte ja gerade darauf hinaus, daß diese Gnade ein Anstoß sein könnte, nicht nur wegen der Eheschließung zu konvertieren, sondern sich wirklich aus Überzeugung dem Glauben der Kirche anzuschließen, die eine solche Gnade erst ermöglicht hat.
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Melody » Mittwoch 10. August 2011, 17:46

taddeo hat geschrieben:Ich wollte ja gerade darauf hinaus, daß diese Gnade ein Anstoß sein könnte, nicht nur wegen der Eheschließung zu konvertieren, sondern sich wirklich aus Überzeugung dem Glauben der Kirche anzuschließen, die eine solche Gnade erst ermöglicht hat.
Ja, da stimme ich Dir zu. Auch wenn es bei mir ein normaler Rechtsakt war und nichts mit der persönlichen Gnade des Papstes zu tun hatte, spielte wohl trotzdem auch ein wenig Dankbarkeit mit hinein, ich denke, das kann ich nicht leugnen.

Insofern wäre es wirklich schön, wenn das im Falle von Pombaers zukünftiger Frau ähnlich wäre. Das ist ja wirklich ein ganz besonderes Privileg, das sie da erfahren durften.

PS: Taddeo, vielen Dank für den Hinweis mit den Ehepaaren bei Papstaudienzen, der mir gänzlich neu war... sollte ich jemals heiraten... :pfeif:
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Mittwoch 10. August 2011, 17:50

Melody hat geschrieben:PS: Taddeo, vielen Dank für den Hinweis mit den Ehepaaren bei Papstaudienzen, der mir gänzlich neu war... sollte ich jemals heiraten... :pfeif:
:D
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Niels » Mittwoch 10. August 2011, 18:42

taddeo hat geschrieben: ( Wenn alles geklappt hat und Ihr endlich mit dem Segen der Kirche "unter der Haube" seid, dann melde dich und Deine Frau bei ner Generalaudienz des Papstes für die "prima fila" an! Bei jeder Audienz dürfen junge Eheleute - natürlich auch im Hochzeitsgewand - ganz vorne mit dabei sein, und mit denen in der ersten Reihe redet der Papst selber ein paar Worte. Da könntet Ihr Euch persönlich dafür bedanken, daß er Euch diesen Weg ermöglicht hat. Dieses Erlebnis würde ich mir bei Eurer "Vorgeschichte" nicht entgehen lassen!)

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Ergänzung: Selbiges ist mittlerweile ebenso Voraussetzung wie der Ehenachweis (sprich: die vom Pfarrer besiegelte Eheurkunde im Stammbuch).
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Raimund J. » Mittwoch 10. August 2011, 21:35

taddeo hat geschrieben: Unabhängig davon - und auch fern davon, Euch Euer Eheglück durch ungebetene Ratschläge vermiesen zu wollen - wäre es aber vielleicht für Deine Frau durchaus eine Überlegung wert, sich zum Glauben der Kirche zu bekennen, die ihr auf diesem überaus seltenen Weg diese Eheschließung ermöglicht. Nicht jeder kann behaupten, daß sich der Papst höchstpersönlich mit seiner Ehe befaßt hat.
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Pombear » Donnerstag 11. August 2011, 13:18

Hallo Foren Gemeinde,
vielen Dank für die schnellen Antworten und insbesondere auch für den Tip "taddeo" :)
Wir hatten jetzt gestern noch abends ein Gespräch mit unserem Diakon der das Ehevorgespärch geführt hat. Er meinte auch, dass es formal keinen Grund gibt, warum Julia katholisch werden MUSS.

In unserem Anschreiben aus Freiburg steht die Schlussbemerkung:
"Die Genehmigung der konfessionsverschiedenen Eheschließung ist bereits vom Apostolischen Stuhl erteilt worden und braucht also nicth mehr eigens beantragt werden."
Anstatt diesem Satz wäre doch dann ein Zusatz wie taddeo ihn meinte gestanden, oder ?

8)

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Freitag 12. August 2011, 11:13

Pombear hat geschrieben:In unserem Anschreiben aus Freiburg steht die Schlussbemerkung:
"Die Genehmigung der konfessionsverschiedenen Eheschließung ist bereits vom Apostolischen Stuhl erteilt worden und braucht also nicth mehr eigens beantragt werden."
Also wenn das schon so ausdrücklich drinsteht, dann gibt es da nichts mehr zu fragen. Noch eindeutiger kann man es nicht kriegen.
Ihr müßt also nur die üblichen Formalitäten bzgl. der Eheschießungsform einhalten, aber nicht mehr die Erlaubnis dazu vom Bischof einholen.
Wie ich früher in diesem Strang schon mal bemerkt habe: Die Kirche hat sichtlich keinerlei Interesse daran, jemandem das Heiraten unnötig zu erschweren.
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Ecce Homo » Freitag 12. August 2011, 11:49

taddeo hat geschrieben:
Pombear hat geschrieben:In unserem Anschreiben aus Freiburg steht die Schlussbemerkung:
"Die Genehmigung der konfessionsverschiedenen Eheschließung ist bereits vom Apostolischen Stuhl erteilt worden und braucht also nicth mehr eigens beantragt werden."
Also wenn das schon so ausdrücklich drinsteht, dann gibt es da nichts mehr zu fragen. Noch eindeutiger kann man es nicht kriegen.
Ihr müßt also nur die üblichen Formalitäten bzgl. der Eheschießungsform einhalten, aber nicht mehr die Erlaubnis dazu vom Bischof einholen.
Wie ich früher in diesem Strang schon mal bemerkt habe: Die Kirche hat sichtlich keinerlei Interesse daran, jemandem das Heiraten unnötig zu erschweren.
Aha? Das hier? Hatte grade einen Anruf, was denn unter "Eheschießung" zu verstehen sei---

Bild Das hier? Bild Oder das hier?

:unbeteiligttu: :kussmund: :blinker:
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Melody » Freitag 12. August 2011, 12:25

OT
@Ecce

Zu Deinen netten Amor-Fotos (insbesondere zu dem ersten, der so hinterhältig guckt... :breitgrins: ) hätte jetzt ganz wunderbar ein 6minütiges Filmchen gepasst, das ich im März 21 mal auf FB gepostet hatte, aber jetzt rege ich mich grad tierisch auf, weil man es anscheinend aufgrund der GEMA in Dt. nicht mehr sehen kann, grmpf (in dem Filmchen spielte Israel Kamakawiwoʻoles Version von "Over the rainbow" die ganze Zeit im Hintergrund, die ich darin erstmalig hörte).
Es gibt ja wohl irgendwelche Möglichkeiten, gesperrte Filmchen doch noch zu sehen, also hier trotzdem der Link, es lohnt sich: http://www.struckthefilm.com/
(Warum hab ich Depp mir den Film seinerzeit nicht downgeloaded, Mist... :()

PS: Hier, hab was gefunden: http://davidcrew.wordpress.com/21/5/ ... film-ever/
Und UNBEDINGT die "Credits" angucken, am Ende des Films wisst Ihr, warum ich bei dem hinterhältigen Grinsen an "Amor" denken musste... ;D

/OT
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Freitag 12. August 2011, 13:50

Ecce Homo hat geschrieben:Aha? Das hier? Hatte grade einen Anruf, was denn unter "Eheschießung" zu verstehen sei---
:tuete:
Das kann schon mal passieren, wenn man selber 15 Jahre mit derselben Frau verheiratet ist ... :pfeif:
... "an Scheidung hab ich nie gedacht, an Mord schon ein paarmal" sagte der Ehemann bei seiner Goldenen Hochzeit ...
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 13. August 2011, 20:17

taddeo hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:PS: Taddeo, vielen Dank für den Hinweis mit den Ehepaaren bei Papstaudienzen, der mir gänzlich neu war... sollte ich jemals heiraten... :pfeif:
:D
Bei Bedarf bitte per PN melden, dann schick ich Dir die Adresse ... :huhu:
:dudu:
Du bist doch schon verheiratet!
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Sonnabend 13. August 2011, 20:18

:kugel:
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Raimund J. » Sonnabend 13. August 2011, 20:30

Hubertus hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:PS: Taddeo, vielen Dank für den Hinweis mit den Ehepaaren bei Papstaudienzen, der mir gänzlich neu war... sollte ich jemals heiraten... :pfeif:
:D
Bei Bedarf bitte per PN melden, dann schick ich Dir die Adresse ... :huhu:
:dudu:
Du bist doch schon verheiratet!
taddeo hat geschrieben: :kugel:
:D Genau das wollt ich neulich auch schon fast schreiben.
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von NiklasB. » Freitag 11. April 2014, 17:14

Moin,

Der letzte Eintrag ist zwar hier schon etwas her, aber nun hat mich beim Durchlesen eine Frage -selbst nach dem Allioli Zitat- nicht mehr losgelassen:
Wenn man nun bei Matthäus (sowohl 5,32 als auch 19,9) annimmt, dass mit dem Terminus Scheidung keine Scheidung im heutigen Sinne, sondern eine Scheidung von Tisch und Bett, also tatsächlich eine Trennung gemeint ist, so bleibt doch anhand der genannten Stelle als einziger möglicher Grund für eine solche Trennung der Ehebruch, oder die Unzucht (oder wie man porneia auch immer übersetzen will), oder etwa nicht?
Aber nach katholischem Verständnis gibt es doch denke ich auch noch viele andere Gründe für eine Trennung und sei es auch nur um für eine Zeit Abstand voneinander zu gewinnen.
Ich kenne zwar auch die Regel "positiv heisst nicht exklusiv" aber hier ist die Klausel ja nun einmal wie es mir scheint als nichts anderes als exklusiv zu bezeichnen.
Wie also liesse sich eine Trennung ohne den Grund der "porneia" begründen?
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Freitag 11. April 2014, 17:51

NiklasB. hat geschrieben:Wie also liesse sich eine Trennung ohne den Grund der "porneia" begründen?
CIC 1983, Can. 1153 — § 1 Wenn einer der Gatten eine schwere Gefahr für Seele oder Leib des anderen Gatten oder der Kinder herbeiführt oder auf andere Weise das gemeinschaftliche Leben unerträglich macht, gibt er dem anderen einen rechtmäßigen Grund, sich zu trennen, und zwar auf Grund eines Dekrets des Ortsordinarius und, wenn Gefahr im Verzug ist, auch kraft eigener Entscheidung.
Der hauptsächliche, im Kirchenrecht für eine Trennung vorgesehene Grund ist nach wie vor der Ehebruch, das geht aus den Canones 1151-1155 eindeutig hervor.
Aber, wie oben genannt, kommen auch schwere Gefahr für Seele und Leib des Gatten oder der Kinder in Betracht, sowie ein Verhalten, das das Zusammenleben unerträglich macht. Das kann man nun einen "Gummiparagraphen" nennen, aber es ist nur realitätsnah, daß das nicht exakt definiert ist. Es untersteht nämlich dem Urteil des Ortsordinarius, ob ein solcher Grund vorliegt (also in der Praxis wohl dessen Ehegericht, das darüber nach den Kriterien befinden wird, die auch in Ehenichtigkeitsverfahren zur Geltung kommen).
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von NiklasB. » Freitag 11. April 2014, 18:45

Vielen Dank Taddeo,

Mir schwebte gerade noch eine Stelle im NT durch den Kopf, wo ich dachte, dass Paulus sagte, dass Ehepartner sich auch trennen können, um zu beten. Nun habe ich die Stelle gefunden: 1.Kor. 7,5 ,

"Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn eine Zeit lang, wenn beide es wollen, damit ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, weil ihr euch nicht enthalten könnt"

Aber ich schätze hiermit ist keine Trennung im katholischen Sinne gemeint, sondern wirklich nur der zeitweilige Verzicht auf den Eheakt. Oder wäre auch dies bereits schon eine wirkliche Trennung? Überhaupt was heisst Trennung ganz konkret? Auf jeden Fall getrenntes Wohnen, kein Umgang miteinander, oder liegt die "Umsetzung der Trennung" bei den Partnern? Gibt es da Richtlinien?

Viele Fragen, ich weiss, aber ich bin neugierig und bei allem was ich bisher gehört, gelesen (und vielleicht verstanden) habe, ist die katholische Vorstellung von Ehe wohl die Biblischste! Da möchte ich gerne tiefer einsteigen.
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von taddeo » Freitag 11. April 2014, 19:06

NiklasB. hat geschrieben:"Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn eine Zeit lang, wenn beide es wollen, damit ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, weil ihr euch nicht enthalten könnt"

Aber ich schätze hiermit ist keine Trennung im katholischen Sinne gemeint, sondern wirklich nur der zeitweilige Verzicht auf den Eheakt. Oder wäre auch dies bereits schon eine wirkliche Trennung? Überhaupt was heisst Trennung ganz konkret? Auf jeden Fall getrenntes Wohnen, kein Umgang miteinander, oder liegt die "Umsetzung der Trennung" bei den Partnern? Gibt es da Richtlinien?
Was bei Paulus steht, meint nur den ehelichen Verkehr, dem man sich nicht entziehen solle, bzw. im gegenseitigen Einverständnis (!) und zum Gebet (!). Das ist aber keine Trennung, ganz im Gegenteil.

Trennung heißt kirchenrechtlich: Aufhebung des ehelichen Zusammenlebens an "Tisch und Bett", also räumliches Verlassen der gemeinsamen Wohnung und Verzicht auf jeglichen sexuellen Verkehr (miteinander, aber natürlich auch mit anderen). Wie das konkret ausschaut, regelt das Kirchenrecht nicht ausdrücklich, aber eindeutig sollte es halt sein.
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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von NiklasB. » Freitag 11. April 2014, 19:27

Wunderbar, vielen Dank nochmal Taddeo,
Das scheint mir wirklich allen relevanten Bibelstellen Rechnung zu tragen, wenn ich mich nicht irre! Bin begeistert!
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von NiklasB. » Donnerstag 17. April 2014, 21:28

Neulich bin ich nachts aufgewacht und musste wieder an diese Bibelstelle in Matthäus denken:

Nun habe ich doch noch eine Frage:
Gehen wir davon aus, dass Matthäus von Trennung spricht, wohingegen Markus und Lukas von Scheidung sprechen? Tun wir das, so wäre es doch "praktisch", wenn Markus und Lukas diesen Unterschied zu Matthäus auch duch einen anderen Begriff kenntlich machen, oder? Aber wie ich nun im griechischen Grundtext nachgeschaut habe benutzen die drei das gleiche Wort:apoluo.

Nun könnte man ja sagen, dass in Anlehnung an das AT zwischen beidem sprachlich nicht so genau differenziert wurde, da es im Judentum doch glaube ich faktisch eine Scheidung war, wenn man seine Frau fortschickte !?

In der LXX steht aber in Deuteronomium 24,1-4 für fortschicken exapostelo, also wieder ein anderes Wort, auf das sich die Evangelisten anscheinend nicht beziehen.

Zur Krönung des Ganzen benutzt Paulus das Wort chorizo in 1. Kor. 7, 10/11

Wie nun erklärt man die Übereinstimmung der Begriffe dort, wo wir sie nicht erwarten und die Verschiedenheit der Begriffe, wo wir sie ebenso nicht erwarteb?
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von NiklasB. » Mittwoch 23. April 2014, 17:40

NiklasB. hat geschrieben:Neulich bin ich nachts aufgewacht und musste wieder an diese Bibelstelle in Matthäus denken:

Nun habe ich doch noch eine Frage:
Gehen wir davon aus, dass Matthäus von Trennung spricht, wohingegen Markus und Lukas von Scheidung sprechen? Tun wir das, so wäre es doch "praktisch", wenn Markus und Lukas diesen Unterschied zu Matthäus auch duch einen anderen Begriff kenntlich machen, oder? Aber wie ich nun im griechischen Grundtext nachgeschaut habe benutzen die drei das gleiche Wort:apoluo.

Nun könnte man ja sagen, dass in Anlehnung an das AT zwischen beidem sprachlich nicht so genau differenziert wurde, da es im Judentum doch glaube ich faktisch eine Scheidung war, wenn man seine Frau fortschickte !?

In der LXX steht aber in Deuteronomium 24,1-4 für fortschicken exapostelo, also wieder ein anderes Wort, auf das sich die Evangelisten anscheinend nicht beziehen.

Zur Krönung des Ganzen benutzt Paulus das Wort chorizo in 1. Kor. 7, 10/11

Wie nun erklärt man die Übereinstimmung der Begriffe dort, wo wir sie nicht erwarten und die Verschiedenheit der Begriffe, wo wir sie ebenso nicht erwarteb?

Hat keiner eine Idee? Oder gehört das vielleicht auch mehr in die Exegese-Abteilung?
Wenn man nicht einmal mehr glauben kann, dass Menschen Heilige sein können, die ja Ebenbilder Gottes sind, wie soll man dann noch glauben, dass Orte, Gegenstände und Handlungen heilig sind und Ehrfurcht gebieten?

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Protasius » Sonnabend 11. Oktober 2014, 19:49

Ein Blogbeitrag zum praktischen Problem der Sakramentenvorbereitung bei der Ehe: On making girls cry
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Frage zum Ehesakrament

Beitrag von Gallus » Sonnabend 11. Oktober 2014, 21:06

Protasius hat geschrieben:Ein Blogbeitrag zum praktischen Problem der Sakramentenvorbereitung bei der Ehe: On making girls cry
Und wenn Barbie jetzt einen Lokalreporter oder eine örtliche WiSiKi-Gruppe findet, die das richtig schön aufblasen, und wenn der Pfarrer dann noch einen rückgratlosen Bischof hat, der sich mehr als Sozialarbeiter denn als katholischer Hirte sieht, dann kann Father Longenecker schonmal den Möbelwagen bestellen, denn die Versetzung ist dann nicht mehr weit.

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Re: Papa pro ecclesia - was Franziskus der Kirche Gutes tut

Beitrag von taddeo » Freitag 23. Januar 2015, 17:51

Ich stelle das mal bewußt in diesem Strang hier zur Diskussion:
Papst: Viele Ehen sind wegen Glaubensmangel ungültig

Damit greift der Papst eine alles andere als neue Diskussion unter Dogmatikern und Kanonisten auf: muß für das Zustandekommen einer Ehesakramentes der Glaube vorhanden sein oder nicht? Da eine solche Ansprache des Papstes vor der Rota schon immer auch Einfluß auf die entsprechende Rechtsprechung hatte, dürften sich die kanonistischen Überlegungen zu diesem Thema wohl künftig verstärken, und das wäre ausgesprochen hilfreich. Wichtig scheint mir dabei ganz besonders die folgende Aussage des Papstes (Hervorhebung von mir):
Wenn eine Unkenntnis des katholischen Eheverständnisses festzustellen sei, könne das nach dem Kirchenrecht ein Grund für die Ehenichtigkeit sein, erklärte der Papst. Diese Möglichkeit dürfe heute anders als früher nicht mehr als Ausnahme betrachtet werden.
Mit anderen Worten, die bisherige Rechtsvermutung, daß bei der Heirat von zwei Katholiken diese auch soviel vom katholischen Eheverständnis wissen und bejahen, daß es für eine gültige Ehe reicht, ist eigentlich obsolet - und da hat der Papst ganz zweifellos recht. Welche Folgen das für das kanonische Recht haben könnte, wird spannend.
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Re: Papa pro ecclesia - was Franziskus der Kirche Gutes tut

Beitrag von overkott » Freitag 23. Januar 2015, 18:09

Dass der Papst frei vom Evangelium vor sich hin philosophiert, entspricht der Struktur des CIC und dem Neoformalismus. Die personale Bindung an den Papst sorgt für ein Abnicken von Partikularvorstellungen. Dass die Sakramente gratis seien, ist mit Blick auf Exkommunikation und Kirchensteuer nicht nachvollziehbar.

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Re: Papa pro ecclesia - was Franziskus der Kirche Gutes tut

Beitrag von Hubertus » Freitag 23. Januar 2015, 19:46

taddeo hat geschrieben:Mit anderen Worten, die bisherige Rechtsvermutung, daß bei der Heirat von zwei Katholiken diese auch soviel vom katholischen Eheverständnis wissen und bejahen, daß es für eine gültige Ehe reicht, ist eigentlich obsolet - und da hat der Papst ganz zweifellos recht.
Tatsächlich? Ich glaube auch, daß nicht wenige heutzutage geschlossene Ehen ungültig sind. Ich sehe die Urasche aber viel weniger im fehlenden Mindestwissen über die Ehe (das ja ohnehin nach c. 1096 CIC/1983 unfähig macht, eine Ehe einzugehen) als vielmehr regelmäßig im nicht hinreichenden Ehewillen, wohl meist Vorbehalt gegen die Unauflöslichkeit der Ehe oder Ausschluß von Nachkommenschaft.

In Deutschland scheidet diese Fragestellung schon von vornherein aus, da ja im Ehevorbereitungsprotokoll dokumentiert wird, daß die Brautleute über das Wesen der Ehe informiert wurden:
[quote=""Ehevorbereitungsprotokoll"]II. Fragen an beide Partner
Der Ehebund, den beide Partner in freier Entscheidung miteinander eingehen, besteht nach Glaube und Lehre
der Kirche wesentlich in der ausschließlichen und unauflöslichen Lebensgemeinschaft eines Mannes und einer
Frau bis zum Tod. Eine Ehe ist ihrer Natur nach auf das Wohl der Gatten sowie auf die Zeugung und Erziehung
von Nachkommenschaft hingeordnet. Die Ehe von Getauften ist von Christus zur Würde eines Sakramentes
erhoben (c. 1055). Alle Partner, die eine vor Gott und der Kirche gültige Ehe schließen möchten, müssen durch
ihr Jawort erklären, dass sie keinen Kernbereich der Ehe ausschließen, weder die eheliche Treue, noch die
Unauflöslichkeit, noch die Hinordnung auf das beiderseitige Wohl und auf Nachkommenschaft.

14. Wollen Sie eine Ehe in diesem Sinne vorbehaltlos miteinander eingehen? [/quote]
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Papa pro ecclesia - was Franziskus der Kirche Gutes tut

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 23. Januar 2015, 19:55

taddeo hat geschrieben:Ich stelle das mal bewußt in diesem Strang hier zur Diskussion:
Papst: Viele Ehen sind wegen Glaubensmangel ungültig

Damit greift der Papst eine alles andere als neue Diskussion unter Dogmatikern und Kanonisten auf: muß für das Zustandekommen einer Ehesakramentes der Glaube vorhanden sein oder nicht? Da eine solche Ansprache des Papstes vor der Rota schon immer auch Einfluß auf die entsprechende Rechtsprechung hatte, dürften sich die kanonistischen Überlegungen zu diesem Thema wohl künftig verstärken, und das wäre ausgesprochen hilfreich. Wichtig scheint mir dabei ganz besonders die folgende Aussage des Papstes (Hervorhebung von mir):
Wenn eine Unkenntnis des katholischen Eheverständnisses festzustellen sei, könne das nach dem Kirchenrecht ein Grund für die Ehenichtigkeit sein, erklärte der Papst. Diese Möglichkeit dürfe heute anders als früher nicht mehr als Ausnahme betrachtet werden.
Mit anderen Worten, die bisherige Rechtsvermutung, daß bei der Heirat von zwei Katholiken diese auch soviel vom katholischen Eheverständnis wissen und bejahen, daß es für eine gültige Ehe reicht, ist eigentlich obsolet - und da hat der Papst ganz zweifellos recht. Welche Folgen das für das kanonische Recht haben könnte, wird spannend.
Man glaubt es kaum innerhalb von 2 Tagen 2 goldrichtige aussagen dieses Papstes die Leute wissen heute nichts über den kath. glauben woher sollen sie in der Lage sein zu wissen was eine katholische Ehe ist? auch das die Verfahren gratis sein sollen ist gut und richtig

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Re: Papa pro ecclesia - was Franziskus der Kirche Gutes tut

Beitrag von taddeo » Freitag 23. Januar 2015, 21:13

Hubertus hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Mit anderen Worten, die bisherige Rechtsvermutung, daß bei der Heirat von zwei Katholiken diese auch soviel vom katholischen Eheverständnis wissen und bejahen, daß es für eine gültige Ehe reicht, ist eigentlich obsolet - und da hat der Papst ganz zweifellos recht.
Tatsächlich? Ich glaube auch, daß nicht wenige heutzutage geschlossene Ehen ungültig sind. Ich sehe die Urasche aber viel weniger im fehlenden Mindestwissen über die Ehe (das ja ohnehin nach c. 1096 CIC/1983 unfähig macht, eine Ehe einzugehen) als vielmehr regelmäßig im nicht hinreichenden Ehewillen, wohl meist Vorbehalt gegen die Unauflöslichkeit der Ehe oder Ausschluß von Nachkommenschaft.

In Deutschland scheidet diese Fragestellung schon von vornherein aus, da ja im Ehevorbereitungsprotokoll dokumentiert wird, daß die Brautleute über das Wesen der Ehe informiert wurden:
[quote=""Ehevorbereitungsprotokoll"]II. Fragen an beide Partner
Der Ehebund, den beide Partner in freier Entscheidung miteinander eingehen, besteht nach Glaube und Lehre
der Kirche wesentlich in der ausschließlichen und unauflöslichen Lebensgemeinschaft eines Mannes und einer
Frau bis zum Tod. Eine Ehe ist ihrer Natur nach auf das Wohl der Gatten sowie auf die Zeugung und Erziehung
von Nachkommenschaft hingeordnet. Die Ehe von Getauften ist von Christus zur Würde eines Sakramentes
erhoben (c. 1055). Alle Partner, die eine vor Gott und der Kirche gültige Ehe schließen möchten, müssen durch
ihr Jawort erklären, dass sie keinen Kernbereich der Ehe ausschließen, weder die eheliche Treue, noch die
Unauflöslichkeit, noch die Hinordnung auf das beiderseitige Wohl und auf Nachkommenschaft.

14. Wollen Sie eine Ehe in diesem Sinne vorbehaltlos miteinander eingehen?
[/quote]
Weißt Du, dieses Protokoll ist wie die Lizenzbestimmungen, wenn Du auf Deinem PC den PDF-Reader oder sowas installierst. Du klickt jedesmal an "ich stimme zu", aber sei mal ehrlich: Hast Du so einen Vereinbarung (die auch einen rechtgültigen Vertrag begründet, wie die Ehe!) schon EINMAL ganz durchgelesen, geschweige denn kapiert?
nemini parcetur

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