Sonn- und Feiertagspflicht

Fragen, Antworten, Nachrichten.

Moderator: Protasius

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 21556
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13
Kontaktdaten:

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Niels » Sonnabend 3. Januar 2015, 22:39

Oh weh, ich geb' es ungern zu,
aber ziemlich Recht hast Du.
:)
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

Benutzeravatar
overkott
Beiträge: 19639
Registriert: Donnerstag 8. Juni 2006, 11:25

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von overkott » Mittwoch 7. Januar 2015, 13:44

Troubadix hat geschrieben:Jetzt langsam komm ich drauf
was overkottens Lauf:
so heisst der Satz zur Seelens Ruh':
"Liebe deckt viele Fehler zu."*

*( 1 Petr 4,8 )
Wer Bibel liest, weiß mehr.
Wir schätzen das sehr.
Es muss nicht unbedingt auf Latein,
aber stets geistreich sein.

Benutzeravatar
Libertas Ecclesiae
Beiträge: 1593
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 10:46

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Mittwoch 1. November 2017, 14:20

Aus Anlass des heutigen Hochfestes Allerheiligen möchte ich auf die teilweise recht kurios anmutende Regelung des verpflichtenden Feiertagsgebots für katholische Christen gemäß der Partikularnorm Nr. 15 der Deutschen Bischofskonferenz zu can. 1246 § 1 CIC in den verschiedenen Diözesen und Bundesländern hinweisen:

1. Allerheiligen ist kirchlich gebotener Feiertag in allen Bundesländern, in denen Allerheiligen gesetzlicher Feiertag ist, also in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

2. Darüber hinaus ist Allerheiligen kirchlich gebotener Feiertag in den (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Fulda, Görlitz, Hildesheim und Magdeburg sowie im mecklenburgischen Anteil der Erzdiözese Hamburg.

3. Nicht kirchlich gebotener Feiertag ist Allerheiligen in folgenden Regionen: im hessischen Anteil der Diözese Limburg, im niedersächsischen Anteil der Diözese Münster, in den hessischen und niedersächsischen Anteilen der Erzdiözese Paderborn, im schleswig-holsteinischen und hamburgischen Anteil der Erzdiözese Hamburg sowie in der gesamten Diözese Osnabrück (obwohl gesetzlicher Feiertag in NRW!).

Einfacher ausgedrückt: Außer in den Bundesländern, in denen Allerheiligen gesetzlicher Feiertag ist, ist Allerheiligen auch in allen neuen Bundesländern (ehemalige DDR) sowie in der Diözese Fulda kirchlich gebotener Feiertag.

Von den westdeutschen Diözesen verfügen in dieser Hinsicht die Diözesen Fulda und Hildesheim also über die strengste Regelung (Kurios z. B. in Hessen: Wenn katholische Christen in Fulda, Kassel oder Marburg heute nicht an der hl. Messe teilnehmen, begehen sie eine schwere Sünde, in Frankfurt, Darmstadt oder Limburg dagegen nicht).

In den übrigen Bundesländern bzw. Regionen ist Allerheiligen kein gebotener Feiertag.

Die laxeste Regelung betrifft den nordrhein-westfälischen Anteil der Diözese Osnabrück: Auch hier ist Allerheiligen kein kirchlich gebotener Feiertag, obwohl Allerheiligen gesetzlicher Feiertag in Nordrhein-Westfalen ist!
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

Benutzeravatar
Petrus
Beiträge: 517
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:58

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Petrus » Mittwoch 1. November 2017, 14:59

Es geht noch weiter: Die zweiten Feiertage von Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind in Deutschland gebotene Feiertage, nicht jedoch in Österreich.

Umgekehrt Mariä Empfängnis geboten in Österreich, nicht jedoch in Deutschland.

Ein Weg über die Grenze zur rechten Zeit erspart das Begehen einer schweren Sünde ...

(ach ja, in Deuschland sollte man z. B., wenn man sich an Allerheiligen im Erzbistum Hamburg aufhält und keine Messe besuchen möchte, den mecklenburgischen Anteil des Erzbistums besser meiden).
amor vincit omnia.
(c) by P. Valentin Rathgeber OSB.

Benutzeravatar
umusungu
Beiträge: 4643
Registriert: Donnerstag 1. Januar 2004, 13:30

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von umusungu » Mittwoch 1. November 2017, 16:46

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Mittwoch 1. November 2017, 14:20
Die laxeste Regelung betrifft den nordrhein-westfälischen Anteil der Diözese Osnabrück: Auch hier ist Allerheiligen kein kirchlich gebotener Feiertag, obwohl Allerheiligen gesetzlicher Feiertag in Nordrhein-Westfalen ist!
Mir war bisher unbekannt, dass es einen solchen Anteil geben sollte.

Benutzeravatar
ar26
Beiträge: 2618
Registriert: Sonntag 19. November 2006, 10:46
Wohnort: Kurfürstentum Sachsen

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von ar26 » Mittwoch 1. November 2017, 17:38

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Mittwoch 1. November 2017, 14:20
Aus Anlass des heutigen Hochfestes Allerheiligen möchte ich auf die teilweise recht kurios anmutende Regelung des verpflichtenden Feiertagsgebots für katholische Christen gemäß der Partikularnorm Nr. 15 der Deutschen Bischofskonferenz zu can. 1246 § 1 CIC in den verschiedenen Diözesen und Bundesländern hinweisen:

1. Allerheiligen ist kirchlich gebotener Feiertag in allen Bundesländern, in denen Allerheiligen gesetzlicher Feiertag ist, also in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

2. Darüber hinaus ist Allerheiligen kirchlich gebotener Feiertag in den (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Fulda, Görlitz, Hildesheim und Magdeburg sowie im mecklenburgischen Anteil der Erzdiözese Hamburg.

3. Nicht kirchlich gebotener Feiertag ist Allerheiligen in folgenden Regionen: im hessischen Anteil der Diözese Limburg, im niedersächsischen Anteil der Diözese Münster, in den hessischen und niedersächsischen Anteilen der Erzdiözese Paderborn, im schleswig-holsteinischen und hamburgischen Anteil der Erzdiözese Hamburg sowie in der gesamten Diözese Osnabrück (obwohl gesetzlicher Feiertag in NRW!).

Einfacher ausgedrückt: Außer in den Bundesländern, in denen Allerheiligen gesetzlicher Feiertag ist, ist Allerheiligen auch in allen neuen Bundesländern (ehemalige DDR) sowie in der Diözese Fulda kirchlich gebotener Feiertag.

Von den westdeutschen Diözesen verfügen in dieser Hinsicht die Diözesen Fulda und Hildesheim also über die strengste Regelung (Kurios z. B. in Hessen: Wenn katholische Christen in Fulda, Kassel oder Marburg heute nicht an der hl. Messe teilnehmen, begehen sie eine schwere Sünde, in Frankfurt, Darmstadt oder Limburg dagegen nicht).

In den übrigen Bundesländern bzw. Regionen ist Allerheiligen kein gebotener Feiertag.

Die laxeste Regelung betrifft den nordrhein-westfälischen Anteil der Diözese Osnabrück: Auch hier ist Allerheiligen kein kirchlich gebotener Feiertag, obwohl Allerheiligen gesetzlicher Feiertag in Nordrhein-Westfalen ist!
Als katholischer Bewohner der ehemaligen DDR (besten Dank für diese geographische Einordnung :blinker: ) nervt mich, dass wir gebotene Gedenktage haben, die keine staatlichen Feiertage sind. Mehr noch nervt mich aber, dass die örtliche Applikationspflicht zugleich derart lax gehandhabt wird, das es ein Ärgernis ist. Obwohl der 31.10. hierzulande staatlicher Feiertag ist und sich daher eine Vorabendmesse regelrecht anbieten würde, gibt es keine. In meiner Pfarrkirche gibt es heute eine Hl. Messe um 18 Uhr 30. Das geht an der Lebenswirklichkeit der meisten Arbeitnehmer vorbei.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Benutzeravatar
Libertas Ecclesiae
Beiträge: 1593
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 10:46

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Donnerstag 2. November 2017, 13:24

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 1. November 2017, 16:46
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Mittwoch 1. November 2017, 14:20
Die laxeste Regelung betrifft den nordrhein-westfälischen Anteil der Diözese Osnabrück: Auch hier ist Allerheiligen kein kirchlich gebotener Feiertag, obwohl Allerheiligen gesetzlicher Feiertag in Nordrhein-Westfalen ist!
Mir war bisher unbekannt, dass es einen solchen Anteil geben sollte.
Stimmt, die Diözese Osnabrück liegt in Niedersachsen und Bremen. :tuete:

Wahr ist allerdings, dass Osnabrück die einzige deutsche Diözese ist, in der Allerheiligen in allen Regionen kein kirchlich gebotener Feiertag ist. Das gilt auch für andere kirchliche Feiertage wie Fronleichnam oder Erscheinung des Herrn, obwohl es in Osnabrück auch traditionell katholisch geprägte Regionen wie z. B. das Emsland gibt. Somit ist es durchaus zutreffend, dass die Diözese Osnabrück die laxeste Regelung bzgl. des verpflichtenden Charakters kirchlicher Feiertage kennt.
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 21556
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13
Kontaktdaten:

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Niels » Donnerstag 2. November 2017, 14:11

Was will man machen, wenn die Leute arbeiten müssen bzw. zur Schule gehen müssen? Äußere Feier am Sonntag vor- oder nachher, vemute ich mal.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

Benutzeravatar
ar26
Beiträge: 2618
Registriert: Sonntag 19. November 2006, 10:46
Wohnort: Kurfürstentum Sachsen

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von ar26 » Donnerstag 2. November 2017, 14:59

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 14:11
Was will man machen, wenn die Leute arbeiten müssen bzw. zur Schule gehen müssen? Äußere Feier am Sonntag vor- oder nachher, vemute ich mal.
Man muss es doch nicht hinsichtlich der äußeren Feier verschieben. Einfach von der Gebotenheit absehen. Wer Zeit hat (und es als wichtig empfindet) kommt, wer nicht kommen kann, bleibt fern. Ich gehe auch zu nicht gebotenen Hochfesten zur Messe, wenn ich Zeit finde.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Benutzeravatar
Libertas Ecclesiae
Beiträge: 1593
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 10:46

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Donnerstag 2. November 2017, 16:44

ar26 hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 14:59
Niels hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 14:11
Was will man machen, wenn die Leute arbeiten müssen bzw. zur Schule gehen müssen? Äußere Feier am Sonntag vor- oder nachher, vemute ich mal.
Man muss es doch nicht hinsichtlich der äußeren Feier verschieben. Einfach von der Gebotenheit absehen. Wer Zeit hat (und es als wichtig empfindet) kommt, wer nicht kommen kann, bleibt fern. Ich gehe auch zu nicht gebotenen Hochfesten zur Messe, wenn ich Zeit finde.
So sehe ich das auch. Ich wollte mit dem oben Dargelegten darauf aufmerksam machen, dass es eine gefährliche Entwicklung sein kann, wenn sich der verpflichtende Charakter kirchlicher Feiertage generell nur mehr nach den gesetzlichen (staatlichen) Vorgaben richten würde (gesetzlicher Feiertag = kirchlich geboten, ansonsten nicht geboten), wie das offenbar in der Diözese Osnabrück der Fall ist. Das Gleiche würde grundsätzlich auch für die Sonntage gelten. Was unsere innere Haltung zu der Frage betrifft, sollten wir den Blick natürlich weniger auf Gesetz und Verpflichtung richten, als vielmehr auf die Freude darüber, dass es diese Feste und Feiertage gibt und dass wir sie nach Möglichkeit am Ort mitfeiern dürfen.
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

Benutzeravatar
umusungu
Beiträge: 4643
Registriert: Donnerstag 1. Januar 2004, 13:30

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von umusungu » Donnerstag 2. November 2017, 22:50

Kirchlich gebotene Feiertage im Bistum Aachen:
alle Sonntage sowie
Neu jahr, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam,
Al lerheiligen, Weihnachten (25. und 26. Dezember)

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 21556
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13
Kontaktdaten:

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Niels » Freitag 3. November 2017, 01:53

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 22:50
Neu jahr
Al lerheiligen,
:ikb_cheers:

Um mit Loriot zu sprechen: "Macht ja nichts, macht ja nichts."
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 11928
Registriert: Sonnabend 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Raphael » Freitag 3. November 2017, 06:59

Niels hat geschrieben:
Freitag 3. November 2017, 01:53
umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 22:50
Neu jahr
Al lerheiligen,
:ikb_cheers:

Um mit Loriot zu sprechen: "Macht ja nichts, macht ja nichts."
Wer die Grammatik beherrscht, glaubt noch an einen Gott! :pfeif:
Wer sich von der Grammatik beherrschen läßt, glaubt an keinen Gott! :emil:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Benutzeravatar
Petrus
Beiträge: 517
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:58

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Petrus » Sonntag 5. November 2017, 03:36

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 16:44
Was unsere innere Haltung zu der Frage betrifft, sollten wir den Blick natürlich weniger auf Gesetz und Verpflichtung richten, als vielmehr auf die Freude darüber, dass es diese Feste und Feiertage gibt und dass wir sie nach Möglichkeit am Ort mitfeiern dürfen.
ja.

Auch wenn die Kirche meint, sie müsse unseren Blick eher auf Gesetz und Verpflichtung richten.
amor vincit omnia.
(c) by P. Valentin Rathgeber OSB.

Benutzeravatar
Florianklaus
Beiträge: 3444
Registriert: Donnerstag 20. November 2008, 12:28
Wohnort: Bistum Münster

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Florianklaus » Sonntag 5. November 2017, 07:45

Das tut sie nicht. Diese Gebote sind nur Hilfe für die Schwachen.

Marienkind
Beiträge: 146
Registriert: Freitag 5. November 2010, 14:06

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Marienkind » Sonntag 5. November 2017, 14:27

Diese Gebote sind nur Hilfe für die Schwachen.
Gibt es soooooo viele "Schwache"?

Benutzeravatar
Sascha B.
Beiträge: 1600
Registriert: Mittwoch 21. April 2010, 20:25
Wohnort: Bayern

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Sascha B. » Sonntag 5. November 2017, 15:24

Marienkind hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 14:27
Diese Gebote sind nur Hilfe für die Schwachen.
Gibt es soooooo viele "Schwache"?
Ja, denn wir alle sind Schwach. Der Geist mag Willig sein, das Fleisch jedoch ist Schwach.
Wer was anderes behauptet belügt sich selbst und Gott.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

Benutzeravatar
Petrus
Beiträge: 517
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 20:58

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Petrus » Montag 6. November 2017, 08:47

ich versuche mal eine Zusammenfassung.

Das Gebot der Sonntagspflicht ist eine Hilfe für die Schwachen (Florianklaus). Da wir alle schwach sind - wer etwas Anderes behauptet, belügt sich selbst und Gott - (Sascha B.), ist der Hinweis, daß wir uns einfach darüber freuen dürfen, daß es diese Feste und Feiertage gibt (Libertas Ecclesiae), und dem ich unbedachterweise spontan zustimmte, offensichtlich irrelevant, denn er betrifft ja nur die Nicht-Schwachen, die es aber (Sascha B.) gar nicht gibt.

:hmm:
amor vincit omnia.
(c) by P. Valentin Rathgeber OSB.

Junias
Beiträge: 54
Registriert: Donnerstag 31. August 2017, 20:58

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Junias » Montag 6. November 2017, 09:06

Sascha B. hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 15:24
Marienkind hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 14:27
Diese Gebote sind nur Hilfe für die Schwachen.
Gibt es soooooo viele "Schwache"?
Ja, denn wir alle sind Schwach. Der Geist mag Willig sein, das Fleisch jedoch ist Schwach.
Wer was anderes behauptet belügt sich selbst und Gott.
Das ist meiner Erfahrung nach arg fatalistisch gedacht. Es gibt durchaus Menschen, die freiwillig den Gottesdienst besuchen oder ganz ohne Zwang Verzicht üben, weil sie die positiven Früchte der Freiwilligkeit oder der inneren Freiheit erfahren und schätzen gelernt haben. Außerdem beinhaltet die Redewendung, eine Fehleinschätzung des Geistes, den man ja als Christ nicht so gering, wie die Redensweise suggeriert, sondern hoch schätzen sollte. Und Jesus gibt ja auch den Hinweis, wie das geht: Wacht und betet. Jesus ist ein Fortschrittsgeist, der Laune macht, man sollte sich eher von ihm inspirieren lassen, als sich von so einer Redewendung herunterziehen lassen, auch wenn sie im Matthäusevangelium steht. Daran sieht man nur, wie lange sich dieser Quatsch hält und wie schwer es Jesus hat, verstanden zu werden.
Zuletzt geändert von Junias am Montag 6. November 2017, 09:52, insgesamt 2-mal geändert.

Junias
Beiträge: 54
Registriert: Donnerstag 31. August 2017, 20:58

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Junias » Montag 6. November 2017, 09:24

Petrus hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 03:36
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 16:44
Was unsere innere Haltung zu der Frage betrifft, sollten wir den Blick natürlich weniger auf Gesetz und Verpflichtung richten, als vielmehr auf die Freude darüber, dass es diese Feste und Feiertage gibt und dass wir sie nach Möglichkeit am Ort mitfeiern dürfen.
ja.

Auch wenn die Kirche meint, sie müsse unseren Blick eher auf Gesetz und Verpflichtung richten.
Vielleicht tut sie es nicht mehr, aber sie tat es in der Vergangenheit. Und das hat mit dem Glaubensabfall in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu tun. Viele haben als Kind die Sonn- und Feiertagspflicht als Zwang empfunden und wollen von der verordneten Katholizität nichts mehr wissen.

Benutzeravatar
Hubertus
Beiträge: 9836
Registriert: Montag 3. Mai 2010, 20:08

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Hubertus » Dienstag 7. November 2017, 17:14

Junias hat geschrieben:
Montag 6. November 2017, 09:24
Petrus hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 03:36
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 16:44
Was unsere innere Haltung zu der Frage betrifft, sollten wir den Blick natürlich weniger auf Gesetz und Verpflichtung richten, als vielmehr auf die Freude darüber, dass es diese Feste und Feiertage gibt und dass wir sie nach Möglichkeit am Ort mitfeiern dürfen.
ja.

Auch wenn die Kirche meint, sie müsse unseren Blick eher auf Gesetz und Verpflichtung richten.
Vielleicht tut sie es nicht mehr, aber sie tat es in der Vergangenheit. Und das hat mit dem Glaubensabfall in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu tun. Viele haben als Kind die Sonn- und Feiertagspflicht als Zwang empfunden und wollen von der verordneten Katholizität nichts mehr wissen.
Die Kirchengebote verpflichten nun mal unter schwerer Sünde. Insofern ist es nur wünschenswert, ja geboten, daß ihnen die Rechtsordnung entsprechendes Gewicht verleiht. Immerhin gibt es bei vielen während des geistlichen Lebens auch "Durststrecken", während derer z.B. die Erfüllung des Sonntagsgebots mehr aus aus Pflichterfüllung denn innerer Freude geschieht. Da ist eine Laissez-faire-Haltung genau die verkehrte.
Und die Kirche für die eigene Abwendung vom Glauben verantwortlich zu machen, ist natürlich die einfachste und bequemste Erklärung.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

PascalBlaise
Beiträge: 743
Registriert: Donnerstag 12. November 2015, 11:44

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von PascalBlaise » Dienstag 7. November 2017, 17:35

Hubertus hat geschrieben:
Dienstag 7. November 2017, 17:14
Junias hat geschrieben:
Montag 6. November 2017, 09:24
Petrus hat geschrieben:
Sonntag 5. November 2017, 03:36
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Donnerstag 2. November 2017, 16:44
Was unsere innere Haltung zu der Frage betrifft, sollten wir den Blick natürlich weniger auf Gesetz und Verpflichtung richten, als vielmehr auf die Freude darüber, dass es diese Feste und Feiertage gibt und dass wir sie nach Möglichkeit am Ort mitfeiern dürfen.
ja.

Auch wenn die Kirche meint, sie müsse unseren Blick eher auf Gesetz und Verpflichtung richten.
Vielleicht tut sie es nicht mehr, aber sie tat es in der Vergangenheit. Und das hat mit dem Glaubensabfall in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu tun. Viele haben als Kind die Sonn- und Feiertagspflicht als Zwang empfunden und wollen von der verordneten Katholizität nichts mehr wissen.
Die Kirchengebote verpflichten nun mal unter schwerer Sünde. Insofern ist es nur wünschenswert, ja geboten, daß ihnen die Rechtsordnung entsprechendes Gewicht verleiht. Immerhin gibt es bei vielen während des geistlichen Lebens auch "Durststrecken", während derer z.B. die Erfüllung des Sonntagsgebots mehr aus aus Pflichterfüllung denn innerer Freude geschieht. Da ist eine Laissez-faire-Haltung genau die verkehrte.
Und die Kirche für die eigene Abwendung vom Glauben verantwortlich zu machen, ist natürlich die einfachste und bequemste Erklärung.
:daumen-rauf: Ok.
Aber:
Die Rechtsordnung kennt die Sonntagspflicht, aber die Gläubigen werden nicht mehr darüber informiert.
Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren auf Pfarrgemeindeebene in irgendeiner Form daran erinnert worden zu sein - sei es in einer Predigt, Vermeldung, Pfarrbrief, Website einer Pfarrgemeinde, oder was auch immer.
Die Kirche sagt auf der einen Seite, es ist schwere Sünde, auf der anderen sorgt sie nicht (ausreichend) dafür, dass das Bewusstsein dafür ensteht, dass die Gläubigen ebendiese nicht beghen. Das ist schon fast zynisch - wie die Begebenheit anlässlich des Reformationsjubiläums, die ich an anderer Stelle geschildert habe. Es reicht ja nicht, darauf zu verweisen, das wisse ja ohnehin jeder, oder das stehe im Katechismus - wer liest denn so etwas?
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

Benutzeravatar
Libertas Ecclesiae
Beiträge: 1593
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 10:46

Re: Sonn- und Feiertagspflicht

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Dienstag 7. November 2017, 20:09

PascalBlaise hat geschrieben:
Dienstag 7. November 2017, 17:35
Hubertus hat geschrieben:
Dienstag 7. November 2017, 17:14
Die Kirchengebote verpflichten nun mal unter schwerer Sünde. Insofern ist es nur wünschenswert, ja geboten, daß ihnen die Rechtsordnung entsprechendes Gewicht verleiht. Immerhin gibt es bei vielen während des geistlichen Lebens auch "Durststrecken", während derer z.B. die Erfüllung des Sonntagsgebots mehr aus aus Pflichterfüllung denn innerer Freude geschieht. Da ist eine Laissez-faire-Haltung genau die verkehrte.
Und die Kirche für die eigene Abwendung vom Glauben verantwortlich zu machen, ist natürlich die einfachste und bequemste Erklärung.
:daumen-rauf: Ok.
Aber:
Die Rechtsordnung kennt die Sonntagspflicht, aber die Gläubigen werden nicht mehr darüber informiert.
Osnabrück und andere Bistümer haben die „Sonntagspflicht“ oder besser gesagt die Feiertagspflicht für wichtige Festtage wie Allerheiligen de facto abgeschafft. Es ist hier also keine schwere Sünde mehr, wenn Gläubige an diesen Festtagen nicht mehr an der hl. Messe teilnehmen. Da sehe ich, wie schon gesagt, eine gefährliche Entwicklung. Der unter Sünde verpflichtende Charakter kirchlicher Festtage darf nicht einfach von der gesetzlichen Feiertagsregelung abhängen. Nach dieser Logik könnte das Bistum Osnabrück die Gläubigen auch an verkaufsoffenen Sonntagen von der Sonntagspflicht entbinden. Aber wo kämen wir dahin? Die Kirche darf sich hier eben nicht von gesetzlichen Vorgaben abhängig machen, sondern muss den Gläubigen wieder den tieferen Sinn ihrer eigenen Festtage erschließen. Das geschieht natürlich am besten damit, dass sie neben entsprechenden katechetischen Unterweisungen auch an dem unter Sünde verpflichtenden Charakter dieser Festtage festhält, unabhängig davon, ob diese nun gleichzeitig staatliche Feiertage sind oder nicht.
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema