Kirchenstatistik

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Gamaliel
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Kirchenstatistik

Beitrag von Gamaliel » Freitag 18. Juli 2014, 14:42

Deutschland: Kirchenstatistik 2013

Daraus:
Insgesamt haben die Sakramentenspendungen der katholischen Kirche wie auch in den vergangenen Jahren leicht abgenommen.
[...]
Kritisch ist die Zahl der Kirchenaustritte, die nach einem mehrjährigen rückläufigen Trend in 2013 auf 178.805 angestiegen ist (2012: 118.335).

Der Gottesdienstbesuch ist mit 10,8 Prozent auch in 2013 rückläufig gewesen.
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taddeo
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von taddeo » Freitag 18. Juli 2014, 14:49

Gamaliel hat geschrieben:Deutschland: Kirchenstatistik 2013

Daraus:
Insgesamt haben die Sakramentenspendungen der katholischen Kirche wie auch in den vergangenen Jahren leicht abgenommen.
[...]
Kritisch ist die Zahl der Kirchenaustritte, die nach einem mehrjährigen rückläufigen Trend in 2013 auf 178.805 angestiegen ist (2012: 118.335).

Der Gottesdienstbesuch ist mit 10,8 Prozent auch in 2013 rückläufig gewesen.
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Ich würde da spontan auf einen starken "Tebartz-Effekt" tippen. Man ahnt kaum, wie sehr diese Sache bei den Leuten nachwirkt; ich erschrecke jedesmal wieder, wenn ich das mitkriege.
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von ad_hoc » Freitag 18. Juli 2014, 15:02

Ich würde da spontan auf einen starken "Tebartz-Effekt" tippen. Man ahnt kaum, wie sehr diese Sache bei den Leuten nachwirkt; ich erschrecke jedesmal wieder, wenn ich das mitkriege.
Wenn das jetzt irgend jemand geschrieben hätte. aber Du?
Diese Leute waren doch ohnehin bereits aus der Kirche draußen!
Die hatten doch nur nach einem halbwegs plausibel scheinenden Anlass gesucht, endgültig die Trennung offiziell zu machen.

Das also muss nicht erschrecken.
Erschrecken muss vielmehr die stete unaufhaltsame Tendenz, der Kirche den Rücken zuzukehren.
Das wird zukünftig noch schneller gehen, weil das Wissen um den Glauben bereits sehr vermindert ist, dank der beeindruckenden Arbeit der gewaltigen Mehrheit der deutschen katholischen Bischöfe, die Leute von unnötigem Glaubensballast zu befreien.
Das ist es, was erschrecken sollte.

Gruß, ad_hoc
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Gamaliel
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Gamaliel » Freitag 18. Juli 2014, 15:02

taddeo hat geschrieben:Ich würde da spontan auf einen starken "Tebartz-Effekt" tippen.
Angenommen Du hättest Recht, was ich nicht a priori ausschließen will, so würde das doch nichts am grundsätzlich negativen Trend ändern. Die Richtung der Statistik ist seit Jahren/Jahrzehnten dieselbe.
Eine solche Annahme würde weiters belegen, wie sehr die ohnehin schon spärlich ausfallende Kirchenstatistik immer noch von "Karteileichen" geprägt ist. Schon bei einem leichten Lüftchen brechen diese dürren Äste ab.
Wer schließlich einen "Tebartz-Effekt" ins Feld führt, der müßte auch zum "Papst Franz-Effekt" Stellung nehmen. Ist letzterer nur von den Medien herbeiphantasiert oder gibt es ihn überall anders, nur nicht in (meßbaren) Größen in Deutschland,...?

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von gc-148 » Freitag 18. Juli 2014, 15:14

so viele gute Pfarrer können nicht wieder gutmachen, was ein einzelner emeritierter Bischof kaputtgemacht hat.

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Athanasius0570
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Athanasius0570 » Freitag 18. Juli 2014, 15:21

gc-148 hat geschrieben:so viele gute Pfarrer können nicht wieder gutmachen, was ein einzelner emeritierter Bischof kaputtgemacht hat.
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iustus
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von iustus » Freitag 18. Juli 2014, 15:40

gc-148 hat geschrieben:so viele gute Pfarrer können nicht wieder gutmachen, was ein einzelner emeritierter Bischof kaputtgemacht hat.
So viele schlechte Pfarrer haben in den letzten fünfzig Jahren so viel kaputtgemacht. Da kam es auf diesen einzelnen Bischof gar nicht mehr an.
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taddeo
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von taddeo » Freitag 18. Juli 2014, 15:52

ad_hoc hat geschrieben:
Ich würde da spontan auf einen starken "Tebartz-Effekt" tippen. Man ahnt kaum, wie sehr diese Sache bei den Leuten nachwirkt; ich erschrecke jedesmal wieder, wenn ich das mitkriege.
Wenn das jetzt irgend jemand geschrieben hätte. aber Du?
Diese Leute waren doch ohnehin bereits aus der Kirche draußen!
Die hatten doch nur nach einem halbwegs plausibel scheinenden Anlass gesucht, endgültig die Trennung offiziell zu machen.
Du scheinst in irgendwelchen Parallelwelten zu leben.

Nein, worüber ich erschrecke ist das, wie sich selbst bei wirklich gläubigen und frommen Katholiken der Frust darüber entlädt, was da in Limburg AUCH durch die Beteiligung des Bischofs gelaufen ist. Der Unterschied zwischen Deinen "Karteileichen" und diesen Katholiken ist nur der, daß letztere durchaus zu differenzieren wissen - aber auch mehr Details wissen. Die Baugeschichten sind das eine, was da angeführt wird; Tebartzs Verhalten als Bischof das andere. Da soll es Dinge gegeben haben, die einem beim besten Willen nicht in den Kopf wollen ... daß zB (wie mir erst dieser Tage äußerst glaubhaft berichtet wurde) bei seinen Pfarreiterminen immer zwei Autos gefahren sind, eines mit dem Bischof und eines mit seinem Thron, denn er setzte sich in den Pfarrkirchen nicht auf die dortigen Sedilien, sondern brachte grundsätzlich seinen eigenen Bischofsthron mit. Halloho, geht's noch?
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 18. Juli 2014, 16:33

Ich sehe es sehr kritisch, wenn die Aussage von Amtsträgern kommt, die akut ausgetretenen seien doch sowieso schon vorher nicht mehr dabei gewesen: Es ist ein Armutszeugnis, das sie sich selbst ausstellen. Denn Ihre eigene Arbeit ist es, die da keine Früchte getragen hat und dafür wird nur ein Vorwand gesucht. Vor allem kann so ein Argument nicht 40 Jahre jährlich wiederholt werden.

Unser Pfarrer sagte mal, daß ihn jeder einzelne Austritt traurig stimme, aber daß die Leute es sich wohl doch überlegt haben würden.
Er lehnt es auch ab, den Leuten mit dem von der DBK verordneten Drohbrief hinter zu laufen oder sie damit einzuschüchtern.
Es genügt, wenn ich das sage! (Bischof Gerhard Ludwig Müller und das Kirchenrecht)

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 18. Juli 2014, 17:31

gc-148 hat geschrieben:so viele gute Pfarrer können nicht wieder gutmachen, was ein einzelner emeritierter Bischof kaputtgemacht hat.
so viele gute fromme Bischöfe können nicht korrigieren was die modernistischen Geistlichen in den letzten Jahrzehnten ruiniert haben
der einzige Vorteil sie sterben aus

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Raphaela » Freitag 18. Juli 2014, 18:48

CIC_Fan hat geschrieben:
gc-148 hat geschrieben:so viele gute Pfarrer können nicht wieder gutmachen, was ein einzelner emeritierter Bischof kaputtgemacht hat.
so viele gute fromme Bischöfe können nicht korrigieren was die modernistischen Geistlichen in den letzten Jahrzehnten ruiniert haben
der einzige Vorteil sie sterben aus
In meinem Freundeskreis gibt es mehrere Priester, sowohl konservative, als auch einer, der wohl das ist, , was du als "modernistischen Geistlichen" nennst. - Vor dessen persönlicher Frömmigkeit habe ich einen Riesenrespekt. - Und ich bin schon öfters mit Leuten, die eigentlich am liebsten nur in die sogenannte alte Messe gehen, zu ihm in die Messe gegangen. Eines merkten sie alle: Er war bei der Messe ganz und gar dabei, hat nicht runtergeleiert.... - Selbst diese Leute haben anschließend ein positives Echo über den Priester gegeben. Daher nicht einfach alle in eine Schublade schmeißen. Erst mal kennenlernen.
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von iustus » Freitag 18. Juli 2014, 22:09

Da soll es Dinge gegeben haben, die einem beim besten Willen nicht in den Kopf wollen ... daß zB (wie mir erst dieser Tage äußerst glaubhaft berichtet wurde) bei seinen Pfarreiterminen immer zwei Autos gefahren sind, eines mit dem Bischof und eines mit seinem Thron, denn er setzte sich in den Pfarrkirchen nicht auf die dortigen Sedilien, sondern brachte grundsätzlich seinen eigenen Bischofsthron mit. Halloho, geht's noch?
Es gibt doch Fotos von mehreren Zelebrationen von Bischof Tebartz in anderen Pfarreien. Da sind meines Erinnerns immer nur die dort jeweils üblichen Sedilien zu sehen und nie ein Thron.
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Beitrag von gc-148 » Freitag 18. Juli 2014, 22:26

CIC_Fan hat geschrieben:so viele gute fromme Bischöfe können nicht korrigieren was die modernistischen Geistlichen in den letzten Jahrzehnten ruiniert haben der einzige Vorteil sie sterben aus
ich weiß nicht, wovon Du hier redest!
welche Bischöfe nennst du in deinem Sinne "fromm" ..
und welche Priester nennst du in deinem Sinne "modernistisch"?

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von ar26 » Sonnabend 19. Juli 2014, 09:03

Wenig erkenntnisfördernd ist es, als Ursache nach dem Tebbartz-Effekt zu schreien oder die "modernistischen" Pfarrer verantwortlich zu machen.

Zwar mag der Rückgang der Mitglieder (!) teilweise auf die Vorgänge im Bistum Limburg zurückgehen, genauso plausibel dürfte aber sein, daß dies ein Vorgriff auf die reformierte Einziehung der Kapitalabgeltungssteuer sein. Denn nicht überall gibt es einen Mitgliederrückgang. Bei uns in Meißen gibt es sogar ein plus (!). Allerdings gehören die Katholiken hier allermeist nicht zum verbonzten Bürgertum, das Gewinne auf Kapitalerträge bislang an Fiskus und Kirche vorbei mogelte :D, dieses gibt es hier ohnehin nicht so sehr. Insgesamt ist der Mitgliederrückrang im Vergleich zu den sonstigen Zahlen keine Katastrophe. Daß er dennoch zentrales Thema ist, zeigt, wodurch sich das System Kirche in Deutschland definiert, nämlich durch ein elektronisches Lohnsteuermerkmal.

Eine andere Zahl beschreibt den schleichend aber stetig beginnenden Zusammenbruch der Kirche in Deutschland, die Zahl der Gottesdienstbesucher, welche überall dramatisch zurückgeht. Das hat nichts mit Tebbartz oder Breiti zu tun, sondern mit der Demographie. Es beginnt das Wegsterben der Jahrgänge, die kirchlich noch vor dem Konzil sozialisiert wurden und für die der sonntägliche Kirchgang bis ins Alter noch selbstverständlich war und die daher häufig das Rückgrat sonntäglicher (und noch mehr werktäglicher) Gottesdienstgemeinden bilden.

In jeder Hl. Messe (neue Form), in der ich in den letzten Wochen und Monaten war, stellte sich mir, als ich meinen Blick durch die Reihen der Gottesdienstbesucher schweifen ließ, die Frage, wer in 10 Jahren diese Hl. Messe noch besuchen wird. Denn besten Altersdurchschnitt nehme ich noch in der a.o. Form wahr, wenn auch auf insgesamt quantitativ sehr niedrigem Niveau.

PS: Wer hätte gedacht, daß die mitteldeutsche Diaspora bzw. das Erzbistum Berlin mittlerweile unangefochten die besten Werte bei der Erfüllung der Sonntagspflicht hat. Das ehemals katholische Rheinland hat hier nur mehr dramatische Werte.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Hubertus
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 19. Juli 2014, 10:30

Erste Antwortversuche: "Was die Katholiken aus der Kirche treibt"

Kurz zusammengefaßt: Wer ohnehin schon den Bezug zur Religion verloren hat, kann sich das Geld auch sparen.


Die viel spannendere Frage, warum es so weit hat kommen können, wird leider nicht aufgeworfen.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Athanasius0570 » Sonnabend 19. Juli 2014, 10:51

ar26 hat geschrieben:PS: Wer hätte gedacht, daß die mitteldeutsche Diaspora bzw. das Erzbistum Berlin mittlerweile unangefochten die besten Werte bei der Erfüllung der Sonntagspflicht hat. Das ehemals katholische Rheinland hat hier nur mehr dramatische Werte.
Das erscheint mir genau aus den von dir angeführten Beobachtungen nicht erstaunlich. Das Gewohnheitschristentum (und was hier als "modernistisch" bezeichnet wird, meint meist die Unterstützung desselben durch "niedrigschwellige Angebote") geht zu Ende, man bekennt sich nur noch zu dem, von dem man auch weiß, wofür (und wogegen) es steht.
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von overkott » Sonnabend 19. Juli 2014, 10:59

Frau Florin leidet an einer Sichtfeldverengung. Das ist für eine Journalistin schmerzhaft und für eine studierte Politologin einmal mehr. Die Weltkirche lebt auch in Deutschland nicht in einem luftleeren Raum. Während ihr der weltweite Bevölkerungszuwachs zugute kommen mag, macht sich auch in Deutschland die Veralterung nicht nur in der Sozialversicherung bemerkbar. Auch die undifferenzierte Wahrnehmung der katholischen Kirche und des Dachverbandes evangelischer Gemeinden (EKD) entspricht nicht der sozialen Wirklichkeit. Tatsächlich haben Unterschiede in der Spiritualität trotz ökumenischer Nivellierungsbemühungen Auswirkungen auf Gottesverständnis und Kirchenbindung. Man kann also aus der Erosion auf evangelischer Seite keine konfessionellen Rückschlüsse ziehen. Vielleicht hat Frau Florin Angst um ihr Ressort und sieht sich gezwungen, undifferenziert draufzuhauen. Aber dafür lohnt es sich nicht, die Zeit zu abonnieren.

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von ad_hoc » Sonnabend 19. Juli 2014, 13:48

Hubertus hat geschrieben:Erste Antwortversuche: "Was die Katholiken aus der Kirche treibt"

Kurz zusammengefaßt: Wer ohnehin schon den Bezug zur Religion verloren hat, kann sich das Geld auch sparen.


Die viel spannendere Frage, warum es so weit hat kommen können, wird leider nicht aufgeworfen.

Ursachenerkennung ist nicht das Erwünschte. Da könnten ja manche Gläubige über Sinn und Unsinn sowie der Kompetenz heutiger Bischöfe und Pfarrer nachdrücklich ins Denken kommen.

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von gc-148 » Sonnabend 19. Juli 2014, 23:58

Ich gehe doch mal auf die Kompetenz eines Users ein!
Welche Aktionen kannst Du einem armen Pfarrer empfehlen, um die Gläubigkeit der Pfarrmitglieder zu verlebendigen?

Welche Schritte empfiehlst Du, um den Kirchenaustritt zu stoppen?

Welche Massnahmen würdest Du ergreifen, um die Vergreisung der Gottesdienstbesucher zu stoppen - und umzukehren?

ad_hoc
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von ad_hoc » Sonntag 20. Juli 2014, 00:26

gc-148 hat geschrieben:Ich gehe doch mal auf die Kompetenz eines Users ein!
Welche Aktionen kannst Du einem armen Pfarrer empfehlen, um die Gläubigkeit der Pfarrmitglieder zu verlebendigen?

Welche Schritte empfiehlst Du, um den Kirchenaustritt zu stoppen?

Welche Massnahmen würdest Du ergreifen, um die Vergreisung der Gottesdienstbesucher zu stoppen - und umzukehren?
Ganz einfach:
Der 'arme' Pfarrer muss wirklich ein zweiter Pfarrer von Ars werden.

Gruß, ad_hoc
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Wenzel » Sonntag 20. Juli 2014, 12:10

ar26 hat geschrieben: In jeder Hl. Messe (neue Form), in der ich in den letzten Wochen und Monaten war, stellte sich mir, als ich meinen Blick durch die Reihen der Gottesdienstbesucher schweifen ließ, die Frage, wer in 10 Jahren diese Hl. Messe noch besuchen wird. Denn besten Altersdurchschnitt nehme ich noch in der a.o. Form wahr, wenn auch auf insgesamt quantitativ sehr niedrigem Niveau.
Das demographische Problem aller Vereine, Parteien und Gruppen in Deutschland trifft auch die Kirchen. Die fortschreitende Vergreisung läßt für viele Gruppen innerhalb der nächsten 10-15 Jahre das endgültige aus kommen. Gegensteuern --- lieber nicht oder nur schwach ... niemand möchte doch die finanzkräftigen, alten (im wahrsten Sinne des Wortes) Mitglieder verprellen. Nur, Augen zu und durch, ist leider nicht die beste Lösung.

Btw: Auch die FSSPX ist doch vom Geburtenschwund, Vergreisung und dem Wegsterben der Gläubigen betroffen. Die Schließung von einem Priorat 2013 und von zweien in diesem Jahr wird auch nicht durchgeführt weil die jungen und jüngern Leute die Kirchen stürmen und die Familien mindestens 3-5 Kinder haben, sondern weil auch dort der demographische Wandel voll durchschlägt.

Also konservativ, traditionell, modern, modernistisch, liberal oder was auch immer ist nicht grundlegend die Begründung für das Überleben und weiterexistieren oder vergehen innerhalb der nächsten Generation
Zuletzt geändert von Wenzel am Sonntag 20. Juli 2014, 12:46, insgesamt 2-mal geändert.
Pange, lingua, gloriosi corporis mysterium (Thomas von Aquin)
Westliche Wertegemeinschaft: Kinder- und Alten-Euthanasie, Genderwahn, Homoterror, Abtreibung, Ökowahn, Überwachungsmonströsität, political correctness ....

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Reinhard
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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Reinhard » Sonntag 20. Juli 2014, 12:40

Raphaela hat geschrieben:Diejenigen, von denen ich erlebt habe, dass sie in die Kirche wieder eingetreten sind, haben dies aufgrund eines Priesters getan, der frei auf sie wirkte und auf keinen Fall eng.
Ach ja, mit eng ist jetzt nicht konservativ gemeint. Eng kann auch jemand sein, der als liberal gilt. Weit ist also ein Priester, der sich auf beides einlässt und für den beides okay ist.
Dem kann ich mich nur vollumfänglich anschließen ! - auch für mich (einem ursprünglich erzbiblizistischen Evangelikalen) ist der Zugang zur kath. Kirche überhaupt erst annehmbar geworden durch verschiedene Priester und andere Katholiken, die diese Weite, und gleichzeitig einen glasklaren Glauben hatten. Einige von ihnen würden hier ganz sicher als "Modernisten" verschrien, aber sie waren für mich glaubwürdig, weil ihre "hehren Worte" und das was ich an ihrer Lebens- und Glaubenshaltung sah, übereinstimmten. Es fiel nicht auseinander !

Diese Glaubwürdigkeit war es auch, die die Festung meines festbetonierten Glaubensbildes in Frage gestellt hat. - und die mich letztlich mehr überzeugt hat als aller (evangelikaler) Dogmatismus.

Die "Weite" hängt für mein Verständnis allerdings nicht an einer "alles ist irgendwie ok"- Haltung, sondern mehr an diesem Nicht-Dogmatismus.
Der Dogmatist hat von seinem System her auf alles eine Antwort. (wie Raphaela schon sagt: da nehmen sich die sog. "liberalen" und die sog. "konservativen" nicht viel)
"Weit" dagegen ist es, den Anderen in einer Grundhaltung der Demut stehen zu lassen: "ich verstehe Dich nicht, aber ich toleriere (im Vollsinn ! **) Dich trotzdem.

** tolerieren im Vollsinn: nicht nur ertragen, auch im Sinne von den Anderen "erleiden", sondern dabei immer noch hinter ihm stehen.
Wie in einer Familie: seinen Bruder verleugnet man doch nicht, nur weil er gerade mal spinnt !

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Re: Nachrichten aus den Bistümern IV

Beitrag von Raphaela » Sonntag 20. Juli 2014, 15:17

Reinhard hat geschrieben: Die "Weite" hängt für mein Verständnis allerdings nicht an einer "alles ist irgendwie ok"- Haltung, sondern mehr an diesem Nicht-Dogmatismus.
Der Dogmatist hat von seinem System her auf alles eine Antwort. (wie Raphaela schon sagt: da nehmen sich die sog. "liberalen" und die sog. "konservativen" nicht viel)
"Weit" dagegen ist es, den Anderen in einer Grundhaltung der Demut stehen zu lassen: "ich verstehe Dich nicht, aber ich toleriere (im Vollsinn ! **) Dich trotzdem.

** tolerieren im Vollsinn: nicht nur ertragen, auch im Sinne von den Anderen "erleiden", sondern dabei immer noch hinter ihm stehen.
Wie in einer Familie: seinen Bruder verleugnet man doch nicht, nur weil er gerade mal spinnt !
Ich wusste nicht so genau, wie ich mich auf die Schnelle ausdrücken soll. Du hast es so geschrieben, wie ich es gemeint habe.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Statistiken der kath. Kirche

Beitrag von Caviteño » Montag 4. August 2014, 11:18

Auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz können verschiedene Statistiken über die Entwicklung der kath. Kirche in D. abgerufen werden:

http://www.dbk.de/zahlen-fakten/

Es ist interessant, sich mit den Zahlen zu beschäftigen. Ich bin durch die Beiträge von ar26 darauf gestoßen.

Mitgliedszahlen
Die Mitgliedszahlen haben sich wie folgt entwickelt:

lt. Jahreserhebung 21 = 24.651.1
lt. Jahreserhebung 213 = 24.17.751
Minderung also = 48.257 oder 1,95%

Zugänge (Taufen, Eintritte, Wiederaufnahmen) 21 - 213 = 713.794
Abgänge (Beerdigungen, Austritte) 21 -213 = 1.65.394 (davon Austritte = 64.821)

Obwohl sich bei Saldierung der Zu- und Abgänge eine rechnerische Minderung von 891.61 ergibt, weisen die Bestandsdaten nur eine Minderung von 48.257 Gläubigen aus. Die Differenz kann - wie ar26 ausführt - im Zuzug aus dem Ausland begründet sein. Denkbar ist allerdings auch, daß eine Ermittlung der Bestandsdaten wohl fehlerbehafteter sein könnte, als die Ermittlung der Taufen, Bestattungen und Austritte, um nur die größten Posten bei den Veränderungsdaten zu nennen.

Sakramentenspendung
Bei den Sakramenten zeigt sich überall eine abnehmende Tendenz, die Zahlen haben sich von 21 nach 213 wie folgt entwickelt:

Taufen von 17.399 auf 164.664 - Minderung 3,3%
Erstkommunion von 224.932 auf 191.169 - Minderung 15%
Firmungen von 185.86 auf 167.265 - Minderung 9,6%
Trauungen von 48.524 auf 43.728 - Minderung 9,9%

Der Rückgang bei der Spendung der Sakramente liegt also in allen Fällen deutlich über dem Rückgang der Gläubigenzahl (= 1,95%, s.o.). Das dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die aufgeführten Sakramente im wesentlichen im ersten Lebensdrittel gespendet werden, die kath. Kirche in D. aber eine Kirche der Alten ist.

Kirchensteuer
Ein vollkommen anderes Bild zeigt die Kirchensteuer. Hier hat sich das Aufkommen von 21 mit 4,79 Mrden € auf 5,45 Mrden € in 213 gesteigert. Die Steigerungsrate beträgt 13,77% - bei sinkender Mitgliederzahl!

Priester
Die Zahl de Welt- und Ordenspriester in Pfarrseelsorge hat sich von 15.136 auf 14.49 (oder um 4,26%) gemindert.

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Re: Statistiken der kath. Kirche

Beitrag von Gamaliel » Montag 4. August 2014, 11:41

Auch hier gibt es interessante Infos zur langfristigen Entwicklung (Stand 2010):

Die Entwicklung der Kirchenmitglieder in Deutschland

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Re: Statistiken der kath. Kirche

Beitrag von Gamaliel » Montag 4. August 2014, 11:43

Für Österreich findet man die statistische Daten zur Katholikenzahl hier:

Statistik

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Re: Statistiken der kath. Kirche

Beitrag von Caviteño » Montag 4. August 2014, 12:57

Gamaliel hat geschrieben:Auch hier gibt es interessante Infos zur langfristigen Entwicklung (Stand 2010):

Die Entwicklung der Kirchenmitglieder in Deutschland
Danke für den Hinweis. Der Link ist eine gute Ergänzung, da er die älteren Zahlen erläutert, insbesondere die Darstellung der Austrittszahlen ist interessant. Sie haben bis zum Ende der 60'iger Jahre kaum eine Rolle gespielt, sind dann aber wellenförmig angestiegen.
Auch der hohe Wanderungsgewinn in den Jahren 1990 - 2008 ist mE schon bemerkenswert. Allerdings scheint das kirchliche Meldewesen nicht besonders aussagekräftig zu sein:
3.2.5 Zusammenfassung römisch-katholische Kirche
Betrachtet man alle aufgeführten Komponenten im Zeitraum 1991 bis 2008, so kann festgestellt werden, dass – analog zur evangelischen Kirche – der Mitgliederrückgang in der römisch-katholischen Kirche in diesem Zeitraum besonders stark durch 5,2 Mill. Sterbefälle beeinflusst wurde. Weitere 2,3 Mill. Katholiken sind im Untersuchungszeitraum aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten. Dem Verlust durch Austritte standen 4,5 Mill. Taufen und Aufnahmen gegenüber. Die Eintritts- und Austrittsbilanz war im Beobachtungszeitraum also positiv und reduzierte damit den durch Sterbefälle verursachten Mitgliederrückgang. Der Wanderungssaldo mit dem Ausland trägt zu einem Gewinn in Höhe von etwa 850 000 Katholiken bei, durch Änderungen im kirchlichen Meldewesen verliert die römisch-katholische Kirche aber wieder Mitglieder in fast gleicher Höhe (rechnerische Differenz).
Die kath. Kirche profitiert im Gegensatz zur evang. Kirche von den Wanderungsbewegungen. Früher waren es die "Gastarbeiter" aus den südl. Mittelmeerländern, heute häufig Polen und andere Osteuropäer - auch Filipinos findet man oft in den Gemeinden. Dies könnte sich auch bei der Sterbefallquote auswirken:
Setzt man die Sterbefälle der römisch-katholischen Kirchenmitglieder in Bezug zu allen Sterbefällen in Deutschland, so war im gesamten Zeitraum etwa ein Drittel aller Gestorbenen römisch-katholisch. Dieser Anteil hat sich im Gegensatz zum Anteil der Sterbefälle evangelischer Kirchenmitglieder an allen Sterbefällen in diesem Zeitraum allerdings nicht geändert. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen der katholischen und der evangelischen Bevölkerung könnte unter Umständen im Altersaufbau und der Zusammensetzung der evangelischen und der römisch-katholischen Bevölkerung nach Nationalitäten beziehungsweise Migrationshintergrund begründet sein.
Es gibt aber wohl keine Statistiken über den Anteil von Katholiken mit Migrahi - insofern ist die Aussage mit Unsicherheit behaftet.

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Juergen
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Re: Statistiken der kath. Kirche

Beitrag von Juergen » Dienstag 5. August 2014, 17:03

Und hier die Gründe für den Anstieg der Austritte


groß: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads ... j6ey7.png
(Die Jahre, für die ich keine Daten hatte, habe ich linear interpoliert. Das betrifft die Jahre: 1951–1954; 1956–1959; 1961–1964; 1966–1969; 1971–1974)

Und die Gründe dafür:
- 4 Jahre Totalausfall der Katechese
- katastrophaler Religionsunterricht seit den 7ern
- Verfall der Predigtkultur

KEINE Günde (allerdings möglicherweise Anlässe) für den Kirchenaustritt sind
- sog. „Mißbrauchsskandal“
- Bischof Franz-Peter
- Kirchensteuer
Allerdings lassen sich diese Gründe schön vorschieben und es läßt sich jedes Jahr auch ein neuer Sündenbock finden. Dann brauchen sich die Bischöfe keine Gedanken darüber machen, daß der Fisch zuerst vom Kopf stinkt.


Ups… jetzt habe ich den falschen Account benutzt… naja… egal. :tuete:
Gruß
Jürgen

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Gamaliel
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Re: Kirchenstatistik 2013

Beitrag von Gamaliel » Donnerstag 7. August 2014, 07:26

Gerade erschienen: Jahresbericht Weltkirche 2013, "der einen Überblick über die Vielfalt der weltkirchlichen Initiativen der katholischen Kirche in Deutschland bietet" (pdf-Datei).

Am Ende des Berichts gibt es eine Reihe von Statistiken, etwa zum Thema "Einnahmen und Ausgaben der Hilfswerke für die weltkirchliche Arbeit".

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Libertas Ecclesiae
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Re: Kirchenstatistik 2013

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Donnerstag 7. August 2014, 07:51

Ein guter Kommentar von Michael Schäfer zur offiziellen Kommentierung der jüngsten statistischen Daten der katholischen Kirche in Deutschland durch den DBK-Vorsitzenden:

Politiker-Geschwätz oder echte Auseinandersetzung?
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

Maternus87
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Re: Kirchenstatistik 2013

Beitrag von Maternus87 » Donnerstag 7. August 2014, 10:34

Sehr aufschlussreich sind auch die Zahlen, die dieses Jahr von der Regentenkonferenz veröffentlicht wurden. Während man im vergangenen Jahr auf die Veröffentlichung konkreter Zahlen wohlweislich verzichtete und sich auf ein mehr als ungenaues Balkendiagramm mit einem vielsagenden Kommentar des Vorsitzenden beschränkte, sind in diesem Jahr die Zahlen veröffentlicht worden.

http://priesterseminare.org/inhalt/86-s ... -31122013/

Umso desaströser ist jedoch der Eindruck, der sich bei einem genaueren Blick nun einstellen sollte, was die Zurückhaltung der Regentenkonferenz bei der Veröffentlichung der Zahlen im vergangenen Jahr erklären sollte. Trotz mehr oder minder konstanter Eintritts- und Weihezahlen, kollabiert die Gesamtzahl der Priesterkandidaten.

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Maurus
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Re: Statistiken der kath. Kirche

Beitrag von Maurus » Donnerstag 7. August 2014, 13:01

Juergen hat geschrieben:Und hier die Gründe für den Anstieg der Austritte


groß: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads ... j6ey7.png
(Die Jahre, für die ich keine Daten hatte, habe ich linear interpoliert. Das betrifft die Jahre: 1951–1954; 1956–1959; 1961–1964; 1966–1969; 1971–1974)

Und die Gründe dafür:
- 4 Jahre Totalausfall der Katechese
- katastrophaler Religionsunterricht seit den 7ern
- Verfall der Predigtkultur

KEINE Günde (allerdings möglicherweise Anlässe) für den Kirchenaustritt sind
- sog. „Mißbrauchsskandal“
- Bischof Franz-Peter
- Kirchensteuer
Allerdings lassen sich diese Gründe schön vorschieben und es läßt sich jedes Jahr auch ein neuer Sündenbock finden. Dann brauchen sich die Bischöfe keine Gedanken darüber machen, daß der Fisch zuerst vom Kopf stinkt.


Ups… jetzt habe ich den falschen Account benutzt… naja… egal. :tuete:
Ich halte es doch für gewagt, überhaupt keinen soziologischen Grund anzugeben.

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