Anselm Grün

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Edi
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Anselm Grün

Beitrag von Edi » Sonnabend 25. Februar 2006, 11:58

Gestern habe ich mit einem ev. Pfarrer gesprochen. Es ging um Pater Anselm Grün, der dieses Jahr in der ev. Kirche meines Wohnorts wieder einen Vortrag halten soll. Das Vortragsthema ist noch unveröffentlicht.
Dabei wies ich darauf hin, dass Grün Erlösung auch in andern Religionen sieht und daher als fragwürdig anzusehen ist. Siehe folg. Zitat aus einem seiner Bücher:

"Gott ist für alle Religionen immer auch der erlösende Gott. Glaube ist in allen Religionen wesentlich der Glaube an das rettende und befreiende Wirken Gottes. Jesus Christus ist Gipfel und Vollendung der Erlösung. Aber wir dürfen nicht so tun, als ob Erlösung erst mit Jesus Christus anfange. Gott ist schon immer der erlösende Gott. Und er wirkt Erlösung auch in anderen Religionen („Mit Herz und allen Sinnen“, Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1999, S. 2)."

Der ev. Pfarrer sagte mir, das sei ja auch die Sicht der kath. Kirche. Ich antwortete ihm, nach meiner Kenntnis sei das nicht der Fall. Dabei bezog er sich auf eine Veröffentlichung der Kirche, vermutlich jene, wo in andern Religionen auch Elemente der Heiligung (den genauen Text kenne ich leider nicht mehr) gesehen werden.
M.E. ist dabei aber nicht dasselbe wie das Heil in Christo gemeint, sondern da wird lediglich anerkannt, dass andere Religionen auch ethische Werte haben können.

Wie seht ihr das bzw. wo ist das evtl. veröffentlicht, damit ich es ihm mal mitteilen kann?

Nun habe ich bei "Dominus Jesus" etwas in der Richtung schon gefunden, während ich hier schreibe. Möglicherweise ist das auch dieser Text:
"Die heiligen Bücher anderer Religionen, die faktisch das Leben ihrer Anhänger nähren und leiten, erhalten also vom Mysterium Christi jene Elemente des Guten und der Gnade, die in ihnen vorhanden sind."

Auf der andern Seite war der Pfarrer, der etliche Bücher von Anselm Grün besitzt und sich auch mit kath. Mystikern wie Johannes v. Kreuz und Theresa von Avila beschäftigt hat und diese offenbar schätzt, der Meinung, dass evtl. die Kirche Grün eines Tages auch einen Verweis oder gar mehr geben könne. Demnach muss seiner Meinung nach in den Grün'schen Büchern doch manches stehen, was nicht mehr kirchengerecht ist. Der von mir oben zitierte Text ist ja schon bedenklich.

Wer weiss mehr zu Anselm Grün und seinen Veröffentlichungen?

http://www.anselm-gruen.de/

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Angelika
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Re: Kirche und andere Religionen und Anselm Grün

Beitrag von Angelika » Sonnabend 25. Februar 2006, 16:31

Edi hat geschrieben:Wie seht ihr das bzw. wo ist das evtl. veröffentlicht, damit ich es ihm mal mitteilen kann?

Nun habe ich bei "Dominus Jesus" etwas in der Richtung schon gefunden, während ich hier schreibe. Möglicherweise ist das auch dieser Text:
"Die heiligen Bücher anderer Religionen, die faktisch das Leben ihrer Anhänger nähren und leiten, erhalten also vom Mysterium Christi jene Elemente des Guten und der Gnade, die in ihnen vorhanden sind."
Ich denke eher, dass diese Passage aus Dominus Iesus passend ist:
Dominus Iesus hat geschrieben:21. Bezüglich der Weise, in der die heilbringende Gnade Gottes, die immer durch Christus im Heiligen Geist geschenkt wird und in geheimnisvoller Beziehung zur Kirche steht, die einzelnen Nichtchristen erreicht, stellt das Zweite Vatikanische Konzil lediglich fest, dass Gott sie schenkt »auf Wegen, die er weiß«.83 Die Theologie ist damit beschäftigt, dieses Thema zu vertiefen. Diese theologische Arbeit ist zu ermutigen, denn sie ist zweifellos nützlich für ein wachsendes Verständnis der Heilspläne Gottes und der Wege ihrer Verwirklichung.

Laut dieser katholischen Lehraussage schenkt Gott auch Nicht-Christen seine heilbringende Gnade. Das Heil ist also auch in anderen Religionen (und darüberhinaus auch für Atheisten) erfahrbar, selbstverständlich immer durch Jesus Christus, auch wenn die Wege, auf denen er in diesen Fällen wirkt, nicht bekannt sind.

Gruß
Angelika

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Re: Kirche und andere Religionen und Anselm Grün

Beitrag von Edi » Sonnabend 25. Februar 2006, 17:08

Angelika hat geschrieben:Laut dieser katholischen Lehraussage schenkt Gott auch Nicht-Christen seine heilbringende Gnade. Das Heil ist also auch in anderen Religionen (und darüberhinaus auch für Atheisten) erfahrbar, selbstverständlich immer durch Jesus Christus, auch wenn die Wege, auf denen er in diesen Fällen wirkt, nicht bekannt sind.
Wenn das über Jesus Christus geht, als Beispiel nenne ich mal den Inder Sadhu Sundar Singh, der m.W. nie einer Kirche angehört hat, aber dem (ähnlich wie Paulus) der Herr in einer Vision begegnet ist, dann ist es ja fraglos richtig.
Anselm Grün aber formuliert hier sehr zweideutig, genau genommen unrichtig, denn nur Jesus allein ist der Erlöser. Noch nicht einmal die jüdische Religion des AT hat Gott gereicht, sonst hätte er seinen Sohn nicht schicken und so schmerzlich leiden lassen müssen. Das ist der Punkt.
Zuletzt geändert von Edi am Sonnabend 25. Februar 2006, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Risen
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Beitrag von Risen » Sonnabend 25. Februar 2006, 17:16

ICh hab zwar nur das Kompendium des Katechismus , aber auch da seht ja was gescheites drin ;)

Dort ist zu lesen : 170:
Welche verbindung besteht zwischen der Katholischen Kirche und den nichtchristlichen Religionen?
Antwort :
Es gibt eine Verbindung , die vor allem auf dem gemeinsamen Ursprung und Ziel des ganzen Menschengeschlechtes beruht. DIe Katholische Kirche anerkennt , dass alles , was sich inden anderen Religionen an Gutem und Wahrem findet, von Gott kommt, ein Strahl seiner Wahrheit ist , auf die Annahme des Evangeliums vorbereiten und zur Einheit der Menschen inder Kirche Christi hindrängen kann.


in Nummero 171 ist aber auch zu lesen :
Was bedeutet die Aussage :>>Außerhalb der Kirche kein Heil?<<

Antwort : Die Aussage bedeutet , dass alles Heil von Christus , dem Haupt , durch die Kirche , seinen Leib ,kommt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die wissen , dass die Kirche von Christus gegründet wurde und zum Heil notwendig ist, in sie aber nicht eintreten oder in ihr ausharren wollen. Zugleich können durch Christus und seine Kirche diejenigen das ewige Heil erlangen, die ohne eigene Schuld das Evangelium Christi und seine Kirche nicht kennen, Gott jedoch aufrichtigen Herzens suchen und sich unter dem Einfluß der Gnade bemühen , seinen durch den Aufruf des Gewissens erkannten Willen zu erfüllen .

LG ; Sarah
"Versuche nie jemanden zu formen, wie du selber bist. Du solltest wissen , dass einer von deiner Sorte reicht . " Ralph Waldo Emerson

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Steffen
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Beitrag von Steffen » Dienstag 28. Februar 2006, 11:50

also erst mal sei darauf hingewiesen, dass Anselm Grün dazu auch schon deutlich Ausdifferenzierteres geschrieben hat. Seine Doktorarbeit über das Erlösungsverständnis bei Karl Rahner ist durchaus lesenswert, zumal er es in Auseinandersetzung mit den Thesen v.v. Balthasar und den verschiedenen mittelalterlichen Thesen entwickelt.

Dann kommt es auch darauf an, was er denn genau unter Erlösung versteht.
Wenn man hierunter auch die Heilungen und letztlich alles heilende Handeln Christi subsumiert, also einen sehr weiten Begriff hat und dabei auch berücksichtigt, dass der Geist weht, wo er will, wird vielleicht deutlicher, was er mit Erlösung meint: ich glaube nicht, dass er dies auf das Kreuz bezieht, sondern vielmehr auf Alles, was den Menschen glücklich und frei macht. Selbstverständlich ist in diesem weiten Sinne z.B. auch der Exodus eine Form von Erlösung, nämlich die Erlösung aus der Sklaverei usw.
Grün verwendet die meisten Begriffe untheologisch, z.B. auch Heil.
Heil steht für ihn immer in Kontakt mit heil werden, durch Gott, durch richtigen Umgang mit sich selbst usw.
mE versteht er so auch Erlösung eher weit, gerade weil er meist für Nichttheologen und Menschen schreibt, die einen ehr psychologischen zugang zum Glauben haben.

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Edi
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Beitrag von Edi » Mittwoch 1. März 2006, 16:22

Steffen hat geschrieben:also erst mal sei darauf hingewiesen, dass Anselm Grün dazu auch schon deutlich Ausdifferenzierteres geschrieben hat. Seine Doktorarbeit über das Erlösungsverständnis bei Karl Rahner ist durchaus lesenswert, zumal er es in Auseinandersetzung mit den Thesen v.v. Balthasar und den verschiedenen mittelalterlichen Thesen entwickelt.

Dann kommt es auch darauf an, was er denn genau unter Erlösung versteht.
Wenn man hierunter auch die Heilungen und letztlich alles heilende Handeln Christi subsumiert, also einen sehr weiten Begriff hat und dabei auch berücksichtigt, dass der Geist weht, wo er will, wird vielleicht deutlicher, was er mit Erlösung meint: ich glaube nicht, dass er dies auf das Kreuz bezieht, sondern vielmehr auf Alles, was den Menschen glücklich und frei macht. Selbstverständlich ist in diesem weiten Sinne z.B. auch der Exodus eine Form von Erlösung, nämlich die Erlösung aus der Sklaverei usw.
Grün verwendet die meisten Begriffe untheologisch, z.B. auch Heil.
Heil steht für ihn immer in Kontakt mit heil werden, durch Gott, durch richtigen Umgang mit sich selbst usw.
mE versteht er so auch Erlösung eher weit, gerade weil er meist für Nichttheologen und Menschen schreibt, die einen ehr psychologischen zugang zum Glauben haben.
Dann sollte er, erst recht da er Theologe ist, aber auch erklären, dass er bekannte Begriffe enorm weit auslegt, damit es nicht zu Mißverständnissen kommt. Eine heisse Wärmflasche mit feuchtem Handtuch auf den Bauch gelegt, kann dann auch Erlösung bedeuten, in dem Falle vom Bauchgrimmen oder nervösen Empfindungen, weil die Leber dabei besser durchblutet wird und die ist ein wichtiges Entgiftungsorgan. Habe ich auch schon praktiziert, würde da aber nie auf die Idee kommen, das mit dem christlichen Erlösungsbegriff in einen Zusammenhang zu bringen.

Die Erlösung durch Jesus Christus ist eine EWIGE und nicht eine zeitliche Erlösung und hat zunächst nicht unmittelbar mit irdischer, äusserlicher Befreiung zu tun, wohl aber kann der Herr auch irdische Befreiung von allen möglichen Lasten schenken, als Folge der Befreiung von der Sündenlast oder auch als Extra-Zugabe bis hinein auch in den körperlichen Bereich.

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Steffen
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Beitrag von Steffen » Donnerstag 2. März 2006, 11:51

Na ja, welchen Erlösungsbegriff erwartest man denn in einem typisch Grünschen Buch mit dem Titel "Tu Dir doch nicht selbst weh"? Für ihn ist Glaube/Mystik Erlösung und eigentlich kommt man beim Lesen auch nicht auf den Gedanken, dass dies irgendetwas mit DER Erlösung zu tun hat....obwohl er auch in seiner Doktorarbeit schon zwischen objektiver und subjektiver Erlösung unterschieden hat, wobei subjektive Erlösung für ihn die Aneignung DER Erlösung ist, das "Erlöster müssten Sie mir aussehen, die Christen, Nietzsches". Vielleicht, aber das müsste man untersuchen, ist hier der Ansatzpunkt Grüns für die weite Interpretation. Aber das wäre vermutlich wieder Stoff für eine eigene Diss.

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Edi
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Beitrag von Edi » Donnerstag 2. März 2006, 19:47

Steffen hat geschrieben:Na ja, welchen Erlösungsbegriff erwartest man denn in einem typisch Grünschen Buch mit dem Titel "Tu Dir doch nicht selbst weh"? Für ihn ist Glaube/Mystik Erlösung und eigentlich kommt man beim Lesen auch nicht auf den Gedanken, dass dies irgendetwas mit DER Erlösung zu tun hat....obwohl er auch in seiner Doktorarbeit schon zwischen objektiver und subjektiver Erlösung unterschieden hat, wobei subjektive Erlösung für ihn die Aneignung DER Erlösung ist, das "Erlöster müssten Sie mir aussehen, die Christen, Nietzsches". Vielleicht, aber das müsste man untersuchen, ist hier der Ansatzpunkt Grüns für die weite Interpretation. Aber das wäre vermutlich wieder Stoff für eine eigene Diss.
Gestern hat mir ein anderer ev. Pfarrer, der Anselm Grün selbst schon gehört hat, bestätigt, dass er fragwürdige Glaubensaussagen macht. Die ev. Kirche sei damals proppe voll gewesen. Fragt sich dann nur, was man heute in so einem Kloster alles lernt, wohl eher Psychosachen als echten Glauben an Christus.
Und zur Mystik haben ohnehin nur die einen wirklichen Zugang, die selber zum Mystiker geworden sind, was auch z.B. der ev. Mystiker Tersteegen bestätigtt. Darüber sind also die Aussagen von Grün, die ich in einem Zitat las, auch schon falsch, weil sich kein Mensch durch Einbildung zum Mystiker machen kann, wenn er einfach meint ganz gottverbunden zu sein. Johannes v. Kreuz hat den Weg hierzu beschrieben, wo es erstmal durch die "dunkle Nacht der Sinne" geht. Das sind doch nur seltene Exemplare, die im Leben das erreichen.
Mit Gott müssen wir im Einklang sein, nicht mit uns selber wie Grün ausführt. Gott hat immer das PRIMAT und nicht Psychoübungen, so sehr sie auch mal momentan etwas beruhigen können, wie gute Wort eines Menschen das auch können.
Ich vermute, dass Grün zu sehr bei Rahner gelesen hat und dazu noch die Psychologie benutzt. Aber was ist das für ein Glaube? Eher doch ein selbstgezimmerter, der sich zwar noch christlich nennt, es aber wohl nicht mehr grundlegend ist.

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Beitrag von Hadschi » Dienstag 14. März 2006, 18:43

also ich habe erst zwei bücher von grün gelesen und habe den eindruck gewonnen, daß er zumindest in diesen büchern einen sehr gesunden und engagierten glauben an jesus christus beweist.

auch ich habe den eindruck gewonnen, daß seine theologie sehr herzenswarm und barmherzig ist, aber ich halte alles durchaus im kirchlichen und biblischen rahmen.

ich empfehle die beiden bücher gerne weiter, die ich gelesen habe.

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Pit
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Beitrag von Pit » Dienstag 14. März 2006, 18:49

welche Bücher sind es denn?
Die Bücher, die ich von Anselm Grün gelesen habe, fand ich auch gelungen und - sowohl vom biblischen als auch kirchlichen Standpunkt gesehen - gut bis sehr gut.

Gruß, Pit
Hadschi hat geschrieben:also ich habe erst zwei bücher von grün gelesen und habe den eindruck gewonnen, daß er zumindest in diesen büchern einen sehr gesunden und engagierten glauben an Jesus Christus beweist.

auch ich habe den eindruck gewonnen, daß seine theologie sehr herzenswarm und barmherzig ist, aber ich halte alles durchaus im kirchlichen und biblischen rahmen.

ich empfehle die beiden bücher gerne weiter, die ich gelesen habe.
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Beitrag von Hadschi » Dienstag 14. März 2006, 19:02

http://www.virtuelles-heiligtum.com/buc ... und.lieben

dieses und "königin und wilde frau"

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Edi
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Beitrag von Edi » Dienstag 14. März 2006, 19:11

Das ist ja offensichtlich das Problem mit solchen Leuten wie Anselm Grün, dass sie einerseits richtige Aussagen machen, man andererseits aber wieder konträre Dinge bei ihnen findet, wie etwa
das Zitat im zweiten Absatz meines ersten Postings hier, das nicht den Glauben der Kirche wiedergibt.

Dann aber übt er wieder mit Managern östliche Meditationstechniken wie es vorgestern auf ARTE kam.

Hier wurde das berichtet:

http://www.kathnews.com/wbboard/thread. ... post165374

Seinem Geschäft kommt das Ganze jedenfalls sehr zugute, zumal er auch, wie ich hörte nicht so geringe Honorare für seine Vorträge nimmt.
Zuletzt geändert von Edi am Dienstag 14. März 2006, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.

Hadschi
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Beitrag von Hadschi » Dienstag 14. März 2006, 19:12

ich galube das ist das problem bei ALLEN lebendigen christen, oder?
ich mache da bei mir selbst keine ausnahme! wir sind menschen und nicht perfekt, aber jesus arbeitet in und an uns und usneren fehlern! :-)

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Edi
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Beitrag von Edi » Dienstag 14. März 2006, 19:24

Hadschi hat geschrieben:ich galube das ist das problem bei ALLEN lebendigen christen, oder?
ich mache da bei mir selbst keine ausnahme! wir sind menschen und nicht perfekt, aber Jesus arbeitet in und an uns und usneren fehlern! :-)
Das hat aber mit Perfektion nichts zu tun, sondern damit dass man als Christ eine BASIS hat und die kann nur Jesus incl. Schrift und Kirche sein. Wer lesen kann, ich meine die Bibel, ist im Vorteil. Denn der Herr sagt: "ohne mich könnt ihr nichts tun". Und er sagt: "ich bin der Weg... niemand kommt zum Vater als durch MICH. Wie kann dann jemand folgendes behaupten?

"Aber wir dürfen nicht so tun, als ob Erlösung erst mit Jesus Christus anfange. Gott ist schon immer der erlösende Gott. Und er wirkt Erlösung auch in anderen Religionen („Mit Herz und allen Sinnen“, Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1999, S. 200)."

Ich habe vor langer Zeit auch östliche Religionen etwas kennengelerrnt und man sage nicht, die hätten keine Werte. Aber was nützen diese denn, wenn kein Mensch in der Lage ist, sich selber aus dem Sumpf der Sünde herauszuziehen. Und in Gottes Augen stecken wir ja in einem Sumpf. Da hilft nur der ERLÖSER Jesus Christus heraus und kein Buddha und kein Mohammed und wie sie alle heissen mögen.
Diese Basics MÜSSEN doch einem Christen klar sein.

Übrigens habe ich heute mit einem Freikirchenpastor u.a. auch darüber gesprochen und wir waren in dem Punkt völlig eins. Er kennt aber Anselm Grün nicht.
Zuletzt geändert von Edi am Dienstag 14. März 2006, 23:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Edi » Dienstag 14. März 2006, 19:29

Hadschi hat geschrieben:http://www.virtuelles-heiligtum.com/buc ... und.lieben

dieses und "königin und wilde frau"
Und was ist die Quintessenz dieses Buches? Worauf will er hinaus bzw. wie sieht seine Antwort aus?

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Beitrag von Hadschi » Dienstag 14. März 2006, 23:51

kurz 2 antworten ehe meine frau mich steinigt, weil ich nicht schlafen komme *fg*:

1) anselm grün ist meiner meinung nach ganz und gar biblisch und romtreu. wo er liberal auftritt, tut er dies nach miener beobachtung in der art und weise, wie es auch jesus tat und wie es auch JPII tat und benedict 16 tut: er macht nicht die sünde egal, sondern er fördert nächstenliebes denken mit dem sünder. ähnlich bei anderen religionen - vergesst nicht wie jesus mit "unwürdigen" samaritern (vergleichbar!) umgegangen ist. er hat es nicht als "egal" gesehen (hund/brotkrummen), aber seine liebe war größer!

2) vielelicht stehte s mir nicht zu das zu beurteilen, aber anselm grün ist meiner meinung nache ine prächtige mischung aus total konservativ (wo es sein muss) und lieberal (wo es barmherzigkeit und nächstenliebe bedeutet).

zu den büchern:
beide bücher stellen in vortrefflicher weise wichtige biblische charaktäre dar, man kann die bücher wieein bibelkommentar und wie betrachtungen zu den verschiedenen biblischenb persönlichkeiten lesen: moses, david, salomon, elia, jesus, petrus, paulus uvm. extrem wertvoll!
das weibliche buch tut dasselbe , mit eva, sarah, judith, tamara, gottesmutter maria, martha, maria magdalena uvm.

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Mittwoch 15. März 2006, 00:11

Hadschi hat geschrieben:ehe meine frau mich steinigt, weil ich nicht schlafen komme
;D 8) :D :tanz: :floet: :D :holy: ;D :ikb_smoke: :pfeif: 8)
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Re: Anselm Grün

Beitrag von Niels » Donnerstag 29. Juli 2010, 19:50

"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Anselm Grün

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 29. Juli 2010, 19:55

Man kann Anselm Grün als "katholischen" Autor schon lange nicht mehr ernst nehmen. Seine ersten Bücher enthielten noch die eine oder andere Perle. Dann forderte der Kommerz und die Popularität ihren Tribut: seine Bücher wurden ständig seichter und entfernten sich immer mehr von der Lehre der Kirche, offensichtlich zum Preis einer höheren Auflage.

Grün ist heute ein typischer Vertreter eines pseudoreligiösen Wellness-Synkretismus. Ich habe ihn mehrfach persönlich getroffen: er ist ein sehr lieber, netter Mensch. Das dürfte sein Problem sein: er will allen Leuten etwas Nettes sagen. Damit befriedigt man natürlich erstmal ein akutes Bedürfnis beim Ratsuchenden. Jedoch führt die Antwort direkt auf einen fatalen Weg, der sogar das Seelenheil unmittelbar gefährdet.

Das Problem dieser Konstellation gilt leider nicht nur für seine Person, sondern zunehmend auch für sein Kloster. Eine bedenkliche und sehr bedauerliche Entwicklung.

Schlimm ist nur, welche Massen dieser Mann nach wie vor anspricht. Er führt viele Menschen in die Irre. Schwere Bedenken hätte ich, bei diesem Mann die Sakramente zu empfangen. Ob er dabei noch die rechte Intention hat, sei nicht nur aufgrund dieser Beispiele hier in Frage gestellt. Ob man bei ihm überhaupt noch nach den Maßgaben der Kirche beichten kann, kann ich mir nicht recht vorstellen.
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Re: Anselm Grün

Beitrag von Petra » Donnerstag 29. Juli 2010, 20:25

Sehr interessant, was die Leute so fragen und was Anselm Grün darauf antwortet. Er trifft dabei die moderne Sprache so genau, dass es für Christen schon fast fremd wird. Aber Pater Grün ist wohl eher jemand, der die Menschen am Kirchenrand und die (Noch-)Fernstehenden verseelsorgen möchte.

Danke fürs Verlinken :daumen-rauf:

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Re: Anselm Grün

Beitrag von Berolinensis » Donnerstag 29. Juli 2010, 20:46

Petra hat geschrieben:
Sehr interessant, was die Leute so fragen und was Anselm Grün darauf antwortet. Er trifft dabei die moderne Sprache so genau, dass es für Christen schon fast fremd wird. Aber Pater Grün ist wohl eher jemand, der die Menschen am Kirchenrand und die (Noch-)Fernstehenden verseelsorgen möchte.

Danke fürs Verlinken :daumen-rauf:
Aha. Und "Menschen am Kirchenrand und die (Noch-)Fernstehenden" darf man auch mit Unwahrheiten zumüllen?

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Re: Anselm Grün

Beitrag von Benedikt » Donnerstag 29. Juli 2010, 20:51

Petra hat geschrieben:Sehr interessant, was die Leute so fragen und was Anselm Grün darauf antwortet. Er trifft dabei die moderne Sprache so genau, dass es für Christen schon fast fremd wird.
Naja, er trifft wohl kaum "die" moderne Sprache. Er trifft die Sprache des Milieus, das er selbst vertritt: Ein Milieu, das im Übergangsstadium zwischen Christentum und Esoterik ist...
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Re: Anselm Grün

Beitrag von Petra » Donnerstag 29. Juli 2010, 20:57

Berolinensis hat geschrieben: Aha. Und "Menschen am Kirchenrand und die (Noch-)Fernstehenden" darf man auch mit Unwahrheiten zumüllen?
Es sind ja nicht nur "Unwahrheiten" (nach Meinung traditioneller Christen). Niels hat 4 Themen verlinkt, bei denen die meisten Kreuzgängster römisch-katholischer Überzeugung (und noch viele andere) bestimmt nicht die gleichen Antworten gegeben hätten. Auf der verlinkten Seite sind ca. 50 Fragen gestellt und beantwortet worden. Da steht viel, was selbst die traditionellsten Tradis auch geschrieben hätten. (Z.B. auf die Frage von einer Familie mit kleinen Kindern, ob man denn jeden Sonntag in die Messe gehen soll.)

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Re: Anselm Grün

Beitrag von Edi » Donnerstag 29. Juli 2010, 21:00

cantus planus hat geschrieben:Man kann Anselm Grün als "katholischen" Autor schon lange nicht mehr ernst nehmen. Seine ersten Bücher enthielten noch die eine oder andere Perle. Dann forderte der Kommerz und die Popularität ihren Tribut: seine Bücher wurden ständig seichter und entfernten sich immer mehr von der Lehre der Kirche, offensichtlich zum Preis einer höheren Auflage.

Grün ist heute ein typischer Vertreter eines pseudoreligiösen Wellness-Synkretismus. Ich habe ihn mehrfach persönlich getroffen: er ist ein sehr lieber, netter Mensch. Das dürfte sein Problem sein: er will allen Leuten etwas Nettes sagen. Damit befriedigt man natürlich erstmal ein akutes Bedürfnis beim Ratsuchenden. Jedoch führt die Antwort direkt auf einen fatalen Weg, der sogar das Seelenheil unmittelbar gefährdet.

Das Problem dieser Konstellation gilt leider nicht nur für seine Person, sondern zunehmend auch für sein Kloster. Eine bedenkliche und sehr bedauerliche Entwicklung.

Schlimm ist nur, welche Massen dieser Mann nach wie vor anspricht. Er führt viele Menschen in die Irre. Schwere Bedenken hätte ich, bei diesem Mann die Sakramente zu empfangen. Ob er dabei noch die rechte Intention hat, sei nicht nur aufgrund dieser Beispiele hier in Frage gestellt. Ob man bei ihm überhaupt noch nach den Maßgaben der Kirche beichten kann, kann ich mir nicht recht vorstellen.
Offensichtlich folgt er teilweise schon seinem Kollegen Willigis Jäger nach, der aber noch einige Schritte weiter gegangen ist.
Die Klöster sind halt längst auch nicht mehr das, was sie mal waren. Ich wollte mal einige Tage in einem Kloster bei Waldshut entspannen und geistlich auftanken, aber nachdem ich gesehen habe, was dort abgeht, bin ich ungegrüßt abgehauen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Anselm Grün

Beitrag von Petra » Donnerstag 29. Juli 2010, 21:09

Benedikt hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Sehr interessant, was die Leute so fragen und was Anselm Grün darauf antwortet. Er trifft dabei die moderne Sprache so genau, dass es für Christen schon fast fremd wird.
Naja, er trifft wohl kaum "die" moderne Sprache. Er trifft die Sprache des Milieus, das er selbst vertritt: Ein Milieu, das im Übergangsstadium zwischen Christentum und Esoterik ist...
Ne, das ist Psycho-Sprech. Mit ein paar Vokabeln, die ursprünglich von östlichen Religionen verwendet wurden, damit im Westen deren Inhalte über die Psycho-Schiene Eingang finden. So Sachen wie "achtsam" und "stimmig". In modernen christlichen Werken wird das schon nicht mehr verwendet. Aber die (etwas älteren :blinker: ) Leute fernab des Glaubens, die mit diesen Ausdrücken groß geworden sind, für die sind diese Vokabeln heimatlicher Boden, sozusagen. So wie für uns (also die meisten von uns, es soll sich bitte jeder einbezogen und nicht ausgegrenzt fühlen :) ) also so wie wir keine Probleme mit "Sünde, Buße, Vorsehung, Hölle" usw. haben.
(Gerade lese ich mal wieder das Buch einer mittlerweile bekannten Katholiken, in dem sie beschreibt, wie sie zur Kirche kam. Und sie erzählt, anfangs hätte sie beim "bitte für uns Sünder" das "Sünder" ausgelassen. Weil ihr das Wort und der Begriff noch so fremd waren.)

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Re: Anselm Grün

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 29. Juli 2010, 21:32

Petra hat geschrieben:Ne, das ist Psycho-Sprech. Mit ein paar Vokabeln, die ursprünglich von östlichen Religionen verwendet wurden, damit im Westen deren Inhalte über die Psycho-Schiene Eingang finden.
:klatsch:
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Re: Anselm Grün

Beitrag von songul » Donnerstag 29. Juli 2010, 21:35

Petra hat geschrieben:
Benedikt hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Sehr interessant, was die Leute so fragen und was Anselm Grün darauf antwortet. Er trifft dabei die moderne Sprache so genau, dass es für Christen schon fast fremd wird.
Naja, er trifft wohl kaum "die" moderne Sprache. Er trifft die Sprache des Milieus, das er selbst vertritt: Ein Milieu, das im Übergangsstadium zwischen Christentum und Esoterik ist...
Ne, das ist Psycho-Sprech. Mit ein paar Vokabeln, die ursprünglich von östlichen Religionen verwendet wurden, damit im Westen deren Inhalte über die Psycho-Schiene Eingang finden. So Sachen wie "achtsam" und "stimmig". In modernen christlichen Werken wird das schon nicht mehr verwendet. Aber die (etwas älteren :blinker: ) Leute fernab des Glaubens, die mit diesen Ausdrücken groß geworden sind, für die sind diese Vokabeln heimatlicher Boden, sozusagen. So wie für uns (also die meisten von uns, es soll sich bitte jeder einbezogen und nicht ausgegrenzt fühlen :) ) also so wie wir keine Probleme mit "Sünde, Buße, Vorsehung, Hölle" usw. haben.
(Gerade lese ich mal wieder das Buch einer mittlerweile bekannten Katholiken, in dem sie beschreibt, wie sie zur Kirche kam. Und sie erzählt, anfangs hätte sie beim "bitte für uns Sünder" das "Sünder" ausgelassen. Weil ihr das Wort und der Begriff noch so fremd waren.)
Auch wenn P. Anselm sich, (für meinen Geschmack und dafür das er einem monastischen Orden angehört, der immerhin eine Regel hat die nicht unbedingt soviel Tätigkeit nach Aussen propagiert wie der gute Pater das macht) mit Erfolg an die Öffentlichkeit wendet und auch das gängige Vokabular für spirituelle Dinge verwendet, würde ich nicht sagen, dass er in die Esoterik abwandert.
Allerdings habe ich nur frühe Schriften von ihm gelesen.
Allgemein finde ich, dass prominente Benediktiner sich viel zu viel in Aktionismus verstricken und die monastischen Ideale (auf die man immerhin sehr stolz ist) so ziemlich ignorieren.
Morgen gibt es bei uns ein Rockkonzert des Abtprimas der Benediktiner P. Notker Wolf und ich versteh überhaupt nicht was das mit den evangelischen Räten noch zu tun hat.

Aber was rede ich; es ist ja an allen Fronten so......

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Nassos
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Re: Anselm Grün

Beitrag von Nassos » Donnerstag 29. Juli 2010, 22:01

Wie ist denn die offizielle Haltung Roms zu Grün?
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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Linus
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Re: Anselm Grün

Beitrag von Linus » Donnerstag 29. Juli 2010, 22:15

Nassos hat geschrieben:Wie ist denn die offizielle Haltung Roms zu Grün?
keine Ahnung, ein rotes Tuch ist er wohl noch nicht :D
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Benedikt
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Re: Anselm Grün

Beitrag von Benedikt » Donnerstag 29. Juli 2010, 22:27

Petra hat geschrieben:
Benedikt hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Sehr interessant, was die Leute so fragen und was Anselm Grün darauf antwortet. Er trifft dabei die moderne Sprache so genau, dass es für Christen schon fast fremd wird.
Naja, er trifft wohl kaum "die" moderne Sprache. Er trifft die Sprache des Milieus, das er selbst vertritt: Ein Milieu, das im Übergangsstadium zwischen Christentum und Esoterik ist...
Ne, das ist Psycho-Sprech. Mit ein paar Vokabeln, die ursprünglich von östlichen Religionen verwendet wurden, damit im Westen deren Inhalte über die Psycho-Schiene Eingang finden. So Sachen wie "achtsam" und "stimmig". In modernen christlichen Werken wird das schon nicht mehr verwendet. Aber die (etwas älteren :blinker: ) Leute fernab des Glaubens, die mit diesen Ausdrücken groß geworden sind, für die sind diese Vokabeln heimatlicher Boden, sozusagen. So wie für uns (also die meisten von uns, es soll sich bitte jeder einbezogen und nicht ausgegrenzt fühlen :) ) also so wie wir keine Probleme mit "Sünde, Buße, Vorsehung, Hölle" usw. haben.
"achtsam", "stimmig" - das ist eben esoterischer Psycho-Sprech. Das ist auch weniger eine Altersfrage, sondern vielmehr eine Milieufrage.

Grün ist weniger ein Esoteriker im dogmatischen Sinne - im Sinne von "the medium is the message" ist er das aber schon. Das hat natürlich vor allem Marktgründe. Grüns Bücher werden in den Buchhandlungen unter Lebensberatung (gleich zwischen Esoterik und Gesundheit) ausgelegt, sie werden dementsprechend von den Menschen gefunden, die darauf anspringen.
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Re: Anselm Grün

Beitrag von cantus planus » Donnerstag 29. Juli 2010, 22:34

Benedikt hat geschrieben:Grün ist weniger ein Esoteriker im dogmatischen Sinne [...]
Mittlerweile ist es auch in diesem Sinne soweit. Wobei immer die Frage ist, ob er seine Bücher noch selber schreibt, oder ob seine hundert Engel dafür verantwortlich sind...
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Christ86
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Re: Anselm Grün

Beitrag von Christ86 » Donnerstag 29. Juli 2010, 22:38

cantus planus hat geschrieben:
Benedikt hat geschrieben:Grün ist weniger ein Esoteriker im dogmatischen Sinne [...]
Mittlerweile ist es auch in diesem Sinne soweit. Wobei immer die Frage ist, ob er seine Bücher noch selber schreibt, oder ob seine hundert Engel dafür verantwortlich sind...
Das ist auch so eine Mode. Da gibt es ja sogar solche, die an eine höhere Macht glauben, die nicht persönlich sei, dafür aber an Engel :roll: :/
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