Polen

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Moderator: Protasius

Amandus2
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Polen

Beitrag von Amandus2 » Sonnabend 5. September 2009, 12:27

Wie ist eigentlich die heutige Situation der katholischen Kirche in Polen?

Ist es immer noch die blühende Kirche mit den vollen Priesterseminaren oder gibt es inzwischen auch Nachwuchssorgen in Klöstern und Pfarrgemeinden?

Ist Tschentsochau eigentlich auch ein Wallfahrtsziele für deutsche Pilger oder wird es nur von polnischen Pilgern besuchst?

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Loukia
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Re: Polen

Beitrag von Loukia » Sonnabend 5. September 2009, 12:40

Sehr genau kann ich es nicht sagen, aber ich denke: Immer mehr Jugendliche in Polen sind entweder nur aus Tradition "religiös", oder wenden sich ganz ab. Religion hat in Polen häufig viel mit Patriotismus zu tun. Ich weiß nicht, aber man kann es vielleicht ein bisschen geografisch festmachen, im Westen Polens eher so wie in Bayern und im Osten ein bisschen wie vor vielen Jahren? Könnte hinkommen. Allgemein kann man sagen, der Osten ist da konservativer als der Westen Polens.
Der du die Tritte der Menschen lenkest, o Herr, schaue gnädig herab auf deine Diener

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ar26
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Re: Polen

Beitrag von ar26 » Sonnabend 5. September 2009, 14:12

Das ist ein Thema, wo man alle fünf Jahre ein neues Buch zu schreiben könnte.

Meine Erfahrungen beziehen sich auf längere Aufenthalte in Krakau, Breslau und dem oberschlesischen Land.

Allgemein lässt sich sagen, daß von den jungen Menschen bis 35 etwa 20 v.H. gläubig, praktizierend, am Lehramt orientiert sind. Etwa 50 v.H. sind eher lau, würden sich aber als katholisch betrachten. Der Rest ist apostatisch, eher im materialistisch-naturalistischen Sinne als im ideologisch-atheistischen Sinne. Dies trifft besonders auf diejenigen zu, die Erfahrung mit Wirtschaftsemigration gemacht haben.

Bei Älteren ist das Bild natürlich etwas verschoben. Insgesamt praktizieren wohl etwa 40 v.H. der Bevölkerung regelmäßig.

Von der Geographie her, kann man eine Nordwest-Südost-Verteilung beobachten. In Stettin spielt der Katholizismus eher keine Rolle, in Krakau gewiss. Der Besuch von Benedikt XVI. 2006 war das größte Begängnis, das ich in meinem Leben erlebt habe.

Diese Verteilung hängt mit der jüngeren Geschichte zusammen. In den angestammten polnischen Siedlungsgebieten gibt es eine ungebrochene Kontinuität von Kultur, Religion und Identität. In den "wiedergewonnenen" Gebieten leben außer den aus Ostpolen Vertriebenen viele Nachfahren von Kriegsgewinnlern aus Zentralpolen, deren ideologische Ausrichtung sozialistisch-nationalistisch und dezidiert aklerikal ist. Bei den Vertriebenen ist dies nicht unbedingt so, hier kann man Vergleiche mit Deutschland ziehen. In Breslau (nahezu vollständig mit Vertriebenen aus Lemberg besiedelt) geht es daher katholischer zu, als in den umliegenden Kleinstädten, die vorrangig mit Kriegsgewinnlern aus Zentralpolen besiedelt sind.

Was den Episkopat angeht, so haben wir einen Teil, der sich den Ideen von Radio Maryja verpflichtet fühlt, einen großen Teil, der noch trunken vom letzten Ponitifakt ist und einen Teil, der aufgrund der Nähe zu Deutschland dem Ökumenismus frönt.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche ist nach wie vor groß, wird aber nicht zur katholischen Erneuerung genutzt, da es an einer einheitlichen Linie und einer zentralen Figur fehlt. Man setzt allgemein zu sehr auf Mystik und süßliche Frömmigkeit denn auf dogmatische Präzision, ganz dem letzten Pontifikat verpflichtet.
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ar26
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Re: Polen

Beitrag von ar26 » Sonnabend 5. September 2009, 14:19

Ergänzend sei noch gesagt, daß die Tradition in Polen besonders seit dem MP gute Fortschritte macht. In jeder größeren und vielen kleineren Städten gibt es Gruppen und regelmäßige Hl. Messen. Wenn dort von "unserem Papst" gesprochen wird, ist Benedikt, der Verteidiger der katholischen Liturgie gemeint.
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Jacinta
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Re: Polen

Beitrag von Jacinta » Sonnabend 5. September 2009, 20:10

Wer traditionelle weiße Kleider und Zubehör für seine Kinder zur Erstkommunion sucht, kann diese gut und preiswert in Polen kaufen.
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"Man muss sich aber klarmachen, dass Krisenzeiten des Zölibats auch immer Krisenzeiten der Ehe sind." BXVI.

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anneke6
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Re: Polen

Beitrag von anneke6 » Sonnabend 5. September 2009, 20:19

ar26 hat geschrieben:Das ist ein Thema, wo man alle fünf Jahre ein neues Buch zu schreiben könnte.
Das schreibst dann aber Du…ich habe darauf keine Lust. :P Ich gebe Dir auf jeden Fall Recht, daß es ein Nord-Süd Gefälle gibt. Dennoch habe ich in der Umgebung meiner Alma Mater in Posen viele gläubige junge Leute getroffen. Die Universitätsseelsorge wird von den Dominikanern betrieben, die sehr bekannt sind. Pater Jan Góra OP und Lednica sind in Polen genauso Schlagwörter wie Pater Tadeusz Rydzyk CssR und Radio Maryja. Aber das gehört in Dein Buch. :D

@ an alle:
Die Domikanerkirche wird übrigens auch von Roman Giertych und seiner Frau besucht. Auch in der Diözese Bydgoszcz habe ich ein religiöses Klima angetroffen. Den absoluten Nordosten kenne ich nicht gut. Ganz Schlesien, Kleinpolen und die Kaparten würde ich als sehr religiös einstufen, wobei natürlich in Schlesien der deutsche Einfluß nicht komplett wegzudenken ist. Annaberg ist eine zweisprachige Pfarrei, und S.E. Alfons Nossol ist ein "Helmut", also ein Deutscher. ;)

@ Amandus: Tschenstochau gilt als das Nationalheiligtum, historisch und aktuell gesehen. Es wird aber auch von Deutschen und anderen "Ausländern" besucht und es gibt Beichtmöglichkeit auf deutsch — in der Sakristei.
???

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ar26
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Re: Polen

Beitrag von ar26 » Sonntag 6. September 2009, 11:31

Posen widerspricht meiner These nicht, sondern bestätigt sie. Schließlich wohnen die meisten Menschen dort in ihrer angestammten Heimat und haben ein dementsprechendes Lebensgefühl (wobei sie jedoch die preußische Disziplin übernommen haben sollen). Schlesien, zumindest Niederschlesien, halte ich nicht für besonders religiös.

PS: Ich schreibe jedes Buch, wenn mich einer dafür bezahlt, so daß ich nimmer malochen gehen muss.
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anneke6
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Re: Polen

Beitrag von anneke6 » Sonntag 6. September 2009, 15:37

Mit Niederschlesien habe ich nicht so viel Erfahrung…ich hatte allerdings eine Freundin in Breslau, die war sehr fromm. ;) Ansonsten kenne ich von Breslau in erster Linie den Busbahnhof. Meistens war es so, daß wenn ich im Sommer mit dem Bus, der HH gegen 4 Uhr nachmittags verlassen, gegen 2 Uhr morgens den Grenzübergang Olszyna passiert hatte, in Breslau im Licht der ersten Morgenstreifen die Inschrift "Ganz Polen im Schatten von Schlesien" lesen konnte.
Das ist aber auch meine ganze Erfahrung mit Niederschlesien. "Oberschlesien" ist keine offizielle Ortsbezeichnung, die Woiwodschaft heißt "Schlesien". Die Diözesen sind Oppeln, Gleiwitz und Kattowitz, wobei die Gleiwitzer Diözese kreiert wurde als ich 11 oder 12 Jahre alt war. Oppeln (Alfons Nossol) und Gleiwitz (Jan Wieczorek) werden in einem Zug genannt wie Trinidad und Tobago…vor allem, weil der größte Teil der Gleiwitzer Diözese früher Oppelner Territorium war, lediglich einige Teile gehörten früher zu Kattowitz.
???

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Robert Ketelhohn
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Re: Polen

Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 6. September 2009, 16:04

Bischof Alfons ist übrigens emeritiert. Nachfolger (vor einer Wo-
che geweiht) ist Andreas Czaja. (Klingt sehr nach ’nem Schlesier.)
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rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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anneke6
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Re: Polen

Beitrag von anneke6 » Sonntag 6. September 2009, 16:12

Stimmt, der aktuelle Bischof ist Andzej Czaja…ich hatte das irgendwie nur peripher wahrgenommen, wahrscheinlich gerade, weil Nossol mir so ans Herz gewachsen war. Interessant ist, daß Czaja in der selben Ecke geboren ist wie Jan Wieczorek, der (meines Wissens noch nicht emeritierte) Bischof von Gleiwitz, nämlich in Rosenberg — Wieczorek in Botzanowitz.
Anmerkung: In dieser Sitzung gibt es keine polnischen Wörter, weil die Sonderzeichen bei mir nicht auftauchen — muß den Rechner wohl neustarten.
???

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Robert Ketelhohn
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Re: Polen

Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 6. September 2009, 16:14

Dann nutz die Gelegenheit gleich und schreib zwanzigmal „Bromberg“. ;D
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Re: Polen

Beitrag von anneke6 » Sonntag 6. September 2009, 16:15

Über die Diözese habe ich bereits etwas geschrieben… :)
???

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ar26
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Re: Polen

Beitrag von ar26 » Sonntag 6. September 2009, 18:17

Ja es gibt einen neuen Bischof. Wiewohl ich Erzbischof Alfons Haltung in der Frage der Volksgruppen immer als sehr katholisch, da die Übernationalität der Kirche betonend, empfunden habe, so wenig hat mir der Hang zum Ökumenismus geschmeckt. Zumal die Zahl der Lutheraner dort nun auch nicht gerade Legion ist. Bischof Andrzej soll in Lublin auch Ökumenismus gelehrt haben :/ .
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Re: Polen

Beitrag von anneke6 » Sonntag 6. September 2009, 18:37

Dem "Schlesischen Wochenblatt" nach, war er ein Ablaßprediger:
http://www.wochenblatt.pl/de/index.php3?id_art=888
:kugel:
Was seine tatsächliche Lehrtätigkeit angeht: In Lublin erhielt er einen außerodentlichen Lehrstuhl für "Pneumatologie und Ekklesiologie", in Opole einen für "Ökumenische Grundlagen". 25 wurde er Ordinarius der KUL und erhielt den Lehrstuhl für Familientheologie.
???

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overkott
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Re: Polen

Beitrag von overkott » Donnerstag 10. September 2009, 20:05

Ich glaube, dass die Polen eine ganz eigene Spiritualität und Frömmigkeit haben, die ihnen in der Geschichte viel Kraft gegeben hat, auch dunkle Perioden zu überstehen.

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anneke6
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Re: Polen

Beitrag von anneke6 » Donnerstag 10. September 2009, 20:23

Ach was… :pfeif:
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overkott
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Re: Polen

Beitrag von overkott » Donnerstag 17. September 2009, 15:09

Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.

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Niels
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Re: Polen

Beitrag von Niels » Donnerstag 17. September 2009, 15:31

overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Nicht nur dort.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Polen

Beitrag von overkott » Donnerstag 17. September 2009, 16:07

Niels hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Nicht nur dort.
Und es wäre falsch nur immer die Augen abzuwenden.

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Re: Polen

Beitrag von Niels » Donnerstag 17. September 2009, 16:09

overkott hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Nicht nur dort.
Und es wäre falsch nur immer die Augen abzuwenden.
Richtig.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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overkott
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Re: Polen

Beitrag von overkott » Donnerstag 17. September 2009, 16:27

Niels hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Nicht nur dort.
Und es wäre falsch nur immer die Augen abzuwenden.
Richtig.
:)

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Sebastian
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Re: Polen

Beitrag von Sebastian » Donnerstag 17. September 2009, 16:50

overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Erzähl mal.
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)

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overkott
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Re: Polen

Beitrag von overkott » Donnerstag 17. September 2009, 21:39

Sebastian hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Erzähl mal.
Johannes Paul, beispielsweise, hatte da schon Verschiedenes angesprochen.

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Re: Polen

Beitrag von taddeo » Donnerstag 24. September 2009, 14:08

Amandus2 hat geschrieben:Wie ist eigentlich die heutige Situation der katholischen Kirche in Polen?

Ist es immer noch die blühende Kirche mit den vollen Priesterseminaren oder gibt es inzwischen auch Nachwuchssorgen in Klöstern und Pfarrgemeinden?
Es gibt wohl auch in Polen Leute, die aktiv was gegen die Nachwuchssorgen der Pfarrgemeinden unternehmen - wenn auch mit unkonventionellen Mitteln:

http://www.sueddeutsche.de/,ra2m1/panor ... 8732/text/
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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anneke6
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Re: Polen

Beitrag von anneke6 » Donnerstag 24. September 2009, 17:32

:heul: In solchen Fällen flieht man doch nach Deutschland… :hmm:
???

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Dottore Cusamano
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Re: Polen

Beitrag von Dottore Cusamano » Donnerstag 24. September 2009, 17:49

overkott hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Erzähl mal.
Johannes Paul, beispielsweise, hatte da schon Verschiedenes angesprochen.

Ich erinnere mich, dass Johannes Paul II bei einem Besuch in seinem Heimatland angesprochen hat, dass es in Polen nach der Wende zu einer inflationären Anzahl an Sex-Shops gekommen sei, die ja offensichtlich Kunden haben müssten. Er kritisierte diesen Zustand damals mit erhobenem Zeigefinger und war seinen Landsleuten sehr böse.
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

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Re: Polen

Beitrag von die Nackte Kanone » Donnerstag 24. September 2009, 18:59

Amandus2 hat geschrieben:Wie ist eigentlich die heutige Situation der katholischen Kirche in Polen?

Ist es immer noch die blühende Kirche mit den vollen Priesterseminaren oder gibt es inzwischen auch Nachwuchssorgen in Klöstern und Pfarrgemeinden?

Ist Tschentsochau eigentlich auch ein Wallfahrtsziele für deutsche Pilger oder wird es nur von polnischen Pilgern besuchst?
http://www.europeansocialsurvey.de/aktu ... dienst.png
(Quelle)


Sebastian hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Erzähl mal.
dieser Aufforderung/Bitte schließe ich mich an. Erzähl mal, overkott!

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Re: Polen

Beitrag von overkott » Donnerstag 24. September 2009, 19:45

Was für ein schönes Schaubild, auch wenn es nicht nach Kirche differenziert. Man kann katholisch nicht einfach mit evangelisch in einen Topf werfen und dann simpel einen Mittelwert bilden. Das wird der theologischen und sozialen Bedeutung des Gottesdienstes und den Traditionen in den verschiedenen Kirchen nicht gerecht. Aber farblich sehr schön, Kanon.

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Re: Polen

Beitrag von die Nackte Kanone » Donnerstag 24. September 2009, 19:53

overkott hat geschrieben: Man kann katholisch nicht einfach mit evangelisch in einen Topf werfen und dann simpel einen Mittelwert bilden.
Deine Angeberei ist einfach nur billig.
in Polen gibt es 93,5% römisch-katholisch und ca. 1% Protestanten (Quelle) - wie kann man hier was vermischen und in einen Topf werfen???
Beim Vermischen gehen in Polen alle anderen im Katholizismus verloren (im römischen Katholizismus - wohl gemerkt). :breitgrins:

overkott hat geschrieben:Das wird der theologischen und sozialen Bedeutung des Gottesdienstes und den Traditionen in den verschiedenen Kirchen nicht gerecht. Aber farblich sehr schön, Kanon.
statt auf die Ergebnisse der Umfrage neidisch zu sein, könntest Du einfach fragen, warum es in Polen so viele Gottesdienstbesucher gibt.
... aber das musst Du doch nicht. Du weißt es. :blinker:
Zuletzt geändert von die Nackte Kanone am Donnerstag 24. September 2009, 21:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Polen

Beitrag von overkott » Donnerstag 24. September 2009, 20:32

die Nackte Kanone hat geschrieben:
overkott hat geschrieben: Man kann katholisch nicht einfach mit evangelisch in einen Topf werfen und dann simpel einen Mittelwert bilden.
Deine Angeberei ist einfach nur billig.
in Polen gibt es 93,5% römisch-katholisch und ca. 1% Protestanten (Quelle) - wie kann man hier was vermischen und in einen Topf werfen???
Beim Vermischen gehen in Polen alle anderen im Katholizismus verloren (im römischen Katholizismus - wohl gemerkt). :breitgrins:
Bevor man Schaubildern auf den Leim geht, sollte man fragen: Werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn das der Fall ist, sollte man nur daraus zitieren, es sei denn, man hat noch anderes im Sinn.

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Re: Polen

Beitrag von die Nackte Kanone » Donnerstag 24. September 2009, 20:34

wir warten auf Deine Schilderungen der Tendenzen in der polnischen Kirche.

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Re: Polen

Beitrag von Sebastian » Donnerstag 24. September 2009, 20:56

overkott hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Aber es gibt in Polen auch bedenkliche Tendenzen.
Erzähl mal.
Johannes Paul, beispielsweise, hatte da schon Verschiedenes angesprochen.
JPII nun anzuführen halte ich für ungeeignet. Ich fragte nach Tendenzen. Er mag ein nationaler Held gewesen sein, ok, aber auf anderen Ebenen gab es durchaus auch Unstimmigkeiten und dies auch mit seinem polnischen Klerus, etwa beim Koran küssen, oder den synkretischen Gebetstreffen von Assisi ...Er wird verehrt, aber er ist nunmal nicht mehr hier. Was sind also die bedenklichen Tendenzen, konkret, was widerstrebt Dir?
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)

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