Rund um die Erstkommunion

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overkott
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Rund um die Erstkommunion

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 09:59

Wer darf zur Kommunion gehen?

Dürfen das nur der Pater und die Ehrwürdige Mutter? Oder auch die Brüder und Schwestern? Dürfen das nur die Eltern? Oder dürfen das auch die Jüngeren?

Ja, für alle, die sich auf den Empfang der Kommunion gut vorbereitet haben, wird die Kommunion ein geistliches Fest. Wer zur Beichte gegangen ist und Buße getan hat, hat ein reines Herz gewonnen. Wem vor Freude das Herz klopft, der wird in der Kommunion Gottes Liebe spüren.

Kommunionkinder können das schon verstehen. Weil sie die Gabe der Unterscheidung empfangen haben. Das ist ein besonderes Charisma.

Kommunionkinder können unterscheiden zwischen den Augen im Kopf und den Augen des Herzens.

Kommunionkinder können unterscheiden zwischen Beiwerk und dem Wesentlichen.

Kommunionkinder können unterscheiden, was gleich bleibt und was gewandelt wird.

Kommunionkinder können unterscheiden zwischen einem Laib Brot und dem Leib Christi.

Kommunionkinder können unterscheiden zwischen verderblichem Brot, nach dem man wieder Hunger bekommt, und dem lebendigen Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.

Kommunionkinder können unterscheiden zwischen dem Gericht auf dem Teller und dem Gericht der Versöhnung.

Bitten wir den Vater im Himmel mit dem Sohn um das Charisma der Unterscheidung, damit uns das Sakrament zum Leben mit Gott für immer begleitet und uns in Glaube, Hoffnung und Liebe erneuert.

Siard
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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Siard » Dienstag 22. April 2014, 10:35

Ich bezweifle bei den Meisten, daß sie unterscheiden können – sie dürfen trotzdem zur Kommunion.
Das Alter der Unterscheidung ist (nach Jahrtausende alter Tradition) jenes, das heute das Firmalter ist.

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overkott
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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 11:38

Am Namenstag des heiligen Bonaventuras hat die Heilige Sakramentenkongregation 1910 in ihrer Plenarsitzung beschlossen:

I.- Das Unterscheidungsalter, sowohl für die Beichte, als auch für die Kommunion, ist dann, wenn das Kind zu denken beginnt, das bedeutet, ungefähr ab dem siebenten Lebensjahr, manchmal etwas später, jedoch auch früher. Von dieser Zeit an beginnt die Pflicht, dem Doppelgebot der Beichte und der Kommunion Genüge zu leisten.

Damit wurden jene Kräfte der theologischen Tradition gestärkt, die schon Kindern beim heutigen Einschulungsalter den Vernunftgebrauch zuerkannten und diesen als Voraussetzung echter Frömmigkeit sehen.

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overkott
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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 11:53

Man kann sich mit der Eucharistischen Reform Pius X. auch kritisch auseinander setzen:

Ist aus der heiligen Kommunion die häufige Kommunion geworden?

Ist die Gabe der Unterscheidung dem Anspruchsdenken gewichen?

Haben wir uns so ans Kommunionausteilen gewöhnt, dass es für uns ein Schock wäre, wenn 92 Prozent der Gemeindemitglieder nicht jeden Sonntag zur Kommunion gehen würden?

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von iustus » Dienstag 22. April 2014, 12:24

Dreimal ja.

Das liegt aber sowenig an denl Reformen Pius X. wie die heutigen liturgischen Missbräuche anbder Liturgiereform dea Zweiten Vatikanischen Konzils.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Protasius » Dienstag 22. April 2014, 12:40

overkott hat geschrieben:Haben wir uns so ans Kommunionausteilen gewöhnt, dass es für uns ein Schock wäre, wenn 92 Prozent der Gemeindemitglieder nicht jeden Sonntag zur Kommunion gehen würden?
De facto ist das ja so, wenn man die nominelle Zahl an Katholiken in einer Gemeinde zugrundelegt und nicht die kleine Schar der allsonntäglichen Gottesdienstbesucher zugrundelegt.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 12:47

Protasius hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Haben wir uns so ans Kommunionausteilen gewöhnt, dass es für uns ein Schock wäre, wenn 92 Prozent der Gemeindemitglieder nicht jeden Sonntag zur Kommunion gehen würden?
De facto ist das ja so, wenn man die nominelle Zahl an Katholiken in einer Gemeinde zugrundelegt und nicht die kleine Schar der allsonntäglichen Gottesdienstbesucher zugrundelegt.
Wenn jetzt die Sonntagskirchgänger aus Ehrfurcht nicht mehr so häufig kommunizieren würden und am Arbeitstag , wäre das schlimm?

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Siard » Dienstag 22. April 2014, 12:54

overkott hat geschrieben:Wenn jetzt die Sonntagskirchgänger aus Ehrfurcht nicht mehr so häufig kommunizieren würden und am Arbeitstag , wäre das schlimm?
Das wäre natürlich nicht schlimm. Und ich bin sicher, daß nicht wenige der Häufig-Kommunikanten nicht immer in der notwendigen Disposition sind.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 13:23

Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wenn jetzt die Sonntagskirchgänger aus Ehrfurcht nicht mehr so häufig kommunizieren würden und am Arbeitstag , wäre das schlimm?
Das wäre natürlich nicht schlimm. Und ich bin sicher, daß nicht wenige der Häufig-Kommunikanten nicht immer im notwendigen Stand sind.
Wäre es eine gute Idee, als Sühnopfer für alle, die nicht im notwendigen Stand sind, hin und wieder lediglich die geistige Kommunion zu praktizieren?

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Didymus » Dienstag 22. April 2014, 13:39

overkott hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wenn jetzt die Sonntagskirchgänger aus Ehrfurcht nicht mehr so häufig kommunizieren würden und am Arbeitstag , wäre das schlimm?
Das wäre natürlich nicht schlimm. Und ich bin sicher, daß nicht wenige der Häufig-Kommunikanten nicht immer im notwendigen Stand sind.
Wäre es eine gute Idee, als Sühnopfer für alle, die nicht im notwendigen Stand sind, hin und wieder lediglich die geistige Kommunion zu praktizieren?
Als Sühnopfer würde ich das nicht sehen (bin allerdings in diesem Punkt auch nicht genug bewandert, um dies beurteilen zu können).

Es kann jedoch ein Akt der Liebe sein, die Hl. Kommunion nicht zu empfangen und nur geistig zu kommunizieren, wenn man z.B. mit Bekannten in der Messe ist, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Stand der Gnade sind, aber aus "Herdentrieb" mit zu Kommunion gehen würden. Es fällt ihnen womöglich leichter, in der Bank zu bleiben, wenn auch andere nicht kommunizieren.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 13:51

Didymus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wenn jetzt die Sonntagskirchgänger aus Ehrfurcht nicht mehr so häufig kommunizieren würden und am Arbeitstag , wäre das schlimm?
Das wäre natürlich nicht schlimm. Und ich bin sicher, daß nicht wenige der Häufig-Kommunikanten nicht immer im notwendigen Stand sind.
Wäre es eine gute Idee, als Sühnopfer für alle, die nicht im notwendigen Stand sind, hin und wieder lediglich die geistige Kommunion zu praktizieren?
Als Sühnopfer würde ich das nicht sehen (bin allerdings in diesem Punkt auch nicht genug bewandert, um dies beurteilen zu können).

Es kann jedoch ein Akt der Liebe sein, die Hl. Kommunion nicht zu empfangen und nur geistig zu kommunizieren, wenn man z.B. mit Bekannten in der Messe ist, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Stand der Gnade sind, aber aus "Herdentrieb" mit zu Kommunion gehen würden. Es fällt ihnen womöglich leichter, in der Bank zu bleiben, wenn auch andere nicht kommunizieren.
Es geht natürlich nicht darum, nicht zu kommunizieren, sondern darum, geistlich zu kommunizeren, statt nur die Hand aufzuhalten.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Didymus » Dienstag 22. April 2014, 13:56

overkott hat geschrieben:
Didymus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wenn jetzt die Sonntagskirchgänger aus Ehrfurcht nicht mehr so häufig kommunizieren würden und am Arbeitstag , wäre das schlimm?
Das wäre natürlich nicht schlimm. Und ich bin sicher, daß nicht wenige der Häufig-Kommunikanten nicht immer im notwendigen Stand sind.
Wäre es eine gute Idee, als Sühnopfer für alle, die nicht im notwendigen Stand sind, hin und wieder lediglich die geistige Kommunion zu praktizieren?
Als Sühnopfer würde ich das nicht sehen (bin allerdings in diesem Punkt auch nicht genug bewandert, um dies beurteilen zu können).

Es kann jedoch ein Akt der Liebe sein, die Hl. Kommunion nicht zu empfangen und nur geistig zu kommunizieren, wenn man z.B. mit Bekannten in der Messe ist, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Stand der Gnade sind, aber aus "Herdentrieb" mit zu Kommunion gehen würden. Es fällt ihnen womöglich leichter, in der Bank zu bleiben, wenn auch andere nicht kommunizieren.
Es geht natürlich nicht darum, nicht zu kommunizieren, sondern darum, geistlich zu kommunizeren, statt nur die Hand aufzuhalten.
Bzw. den Mund aufzumachen... ;) Das sowieso. Aber es geht auch darum, andere davon abzuhalten undisponiert den Leib Christi zu empfangen.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 14:03

Didymus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Didymus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Wenn jetzt die Sonntagskirchgänger aus Ehrfurcht nicht mehr so häufig kommunizieren würden und am Arbeitstag , wäre das schlimm?
Das wäre natürlich nicht schlimm. Und ich bin sicher, daß nicht wenige der Häufig-Kommunikanten nicht immer im notwendigen Stand sind.
Wäre es eine gute Idee, als Sühnopfer für alle, die nicht im notwendigen Stand sind, hin und wieder lediglich die geistige Kommunion zu praktizieren?
Als Sühnopfer würde ich das nicht sehen (bin allerdings in diesem Punkt auch nicht genug bewandert, um dies beurteilen zu können).

Es kann jedoch ein Akt der Liebe sein, die Hl. Kommunion nicht zu empfangen und nur geistig zu kommunizieren, wenn man z.B. mit Bekannten in der Messe ist, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Stand der Gnade sind, aber aus "Herdentrieb" mit zu Kommunion gehen würden. Es fällt ihnen womöglich leichter, in der Bank zu bleiben, wenn auch andere nicht kommunizieren.
Es geht natürlich nicht darum, nicht zu kommunizieren, sondern darum, geistlich zu kommunizeren, statt nur die Hand aufzuhalten.
Bzw. den Mund aufzumachen... ;) Das sowieso. Aber es geht auch darum, andere davon abzuhalten undisponiert den Leib Christi zu empfangen.
Mit dem Mund ist natürlich richtig. Denn Christus will den Stummen das Herz füllen. Aber es geht ja gerade nicht darum, durch seinen Verzicht zu richten, sondern das Kreuz für die Undisponierten mitzutragen.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 17:39

Die Erstkommunion fordert vom Priester sicher oft ein pastorales Meisterstück wie eine Kinderchristmette. Gelingt es, die Versöhnung mit Gott in der Eucharistie auch auf die mitfeiernden Familien zu übertragen? Kann auch eine eucharistische Abstinenz Undisponierter im Geist der Unterscheidung verstanden und einbezogen werden?

iustus
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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von iustus » Dienstag 22. April 2014, 17:44

Theoretisch ja, praktisch in 99.9999 % der Pfarreien nicht.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 22. April 2014, 20:57

Man wird sehen.

Gerade über Ostern habe ich einen Priester mit enorm integrativer Begabung entdeckt.

Aber leider vorher auch Enttäuschung über einen Hoffnungsträger.

ad_hoc
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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von ad_hoc » Dienstag 22. April 2014, 21:31

Kann auch eine eucharistische Abstinenz Undisponierter im Geist der Unterscheidung verstanden und einbezogen werden?
Ganz sicher sogar, und man rettet sich evtl. in der Ewigkeit.

»Wer daher unwürdig dieses Brot isst oder unwürdig aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig am Leibe und Blute des Herrn. Es soll sich daher der Mensch prüfen, und dann erst esse er von diesem Brote und trinke er aus diesem Kelche. Denn er isst und trinkt sich selbst das Gericht, wenn er den Leib nicht unterscheidet.“ (1Kor 11,27-29).
D. h., dass der Leib des Herrn von gewöhnlicher Speise zu unterscheiden ist.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Donnerstag 24. April 2014, 15:53

ad_hoc hat geschrieben:
Kann auch eine eucharistische Abstinenz Undisponierter im Geist der Unterscheidung verstanden und einbezogen werden?
Ganz sicher sogar, und man rettet sich evtl. in der Ewigkeit.

»Wer daher unwürdig dieses Brot isst oder unwürdig aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig am Leibe und Blute des Herrn. Es soll sich daher der Mensch prüfen, und dann erst esse er von diesem Brote und trinke er aus diesem Kelche. Denn er isst und trinkt sich selbst das Gericht, wenn er den Leib nicht unterscheidet.“ (1Kor 11,27-29).
D. h., dass der Leib des Herrn von gewöhnlicher Speise zu unterscheiden ist.

Gruß, ad_hoc
Dabei lohnt sich, den Zusammenhang zu lesen. Offenbar gab es Streit in Korinth. Die göttliche Versammlung war etwas aus den Fugen geraten. Zwar brachte jeder etwas zu essen und zu trinken mit. Aber nur für sich selbst. Während die einen noch Hunger hatten, waren andere schon betrunken. Daher rief Paulus noch einmal die zentralen Worte der Eucharistiefeier in Erinnerung. Jeder sollte sich selbst prüfen und beurteilen, um ein allgemeines Gericht zu vermeiden. Bei seiner Wiederkunft wollte er Weiteres disponieren.

Meist verlaufen Erstkommunionfeiern nicht so kompliziert wie in Korinth. Mit etwas Feingefühl können selbst die hinten Stehenden etwas leiser sein. Und die bei der Wandlung in der ersten Reihe Stehenden dürfen sich hinsetzen. Der Kommunionempfang ist so vorbereitet, dass sich niemand genötigt sieht teilzunehmen und keiner ausgeschlossen wird, der sich selbst geprüft hat.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Sonntag 27. April 2014, 00:53

Während viele traditionell heute Erstkommunion feiern, feiern andere zum Beispiel acht Tage später. Die Kommunionhelfer haben ihren eigenen Glauben erneuern und die Kinder intensiv vorbereiten können. Manche Kommunionkinder freuen sich auf "das Leib Christi".

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Sonntag 27. April 2014, 09:52

Zu meiner Erstkommunion sangen viele Leute noch "Hallelulja" und im Vaterunser wurde "Schuldigern" mit so breitem "gern" ausgesprochen, dass für mich das Wort unverständlich blieb. "Das Leib Christi" ist mir jedoch neu.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Athanasius0570 » Sonntag 27. April 2014, 18:20

overkott hat geschrieben:"Das Leib Christi" ist mir jedoch neu.
Mir als Religionslehrer dagegen nur zu vertraut. Ich habe sogar Mühe gehabt, Hauptschüler dazu zu bringen, den richtigen Artikel zu verwenden, weil das Wort "Leib" einfach so gut wie ausgestorben ist.
Als Extrem erinnere ich mich deutlich an die Schreibung "das Leibkristi". Leider zeigt das nicht in erster Linie mangelnde Sprachkompetenz, sondern vor allem, dass der Inhalt nie vermittelt wurde.
In una fide nil officit ecclesiae consuetudo diversa. Gregorius Magnus Papa.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Montag 28. April 2014, 00:18

Athanasius0570 hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:"Das Leib Christi" ist mir jedoch neu.
Mir als Religionslehrer dagegen nur zu vertraut. Ich habe sogar Mühe gehabt, Hauptschüler dazu zu bringen, den richtigen Artikel zu verwenden, weil das Wort "Leib" einfach so gut wie ausgestorben ist.
Als Extrem erinnere ich mich deutlich an die Schreibung "das Leibkristi". Leider zeigt das nicht in erster Linie mangelnde Sprachkompetenz, sondern vor allem, dass der Inhalt nie vermittelt wurde.
Das hängt natürlich mit einem geistlosen Wortgebrauch, unreinen Gedanken und einem Mangel an theologischer Einsicht in die Kirche als Leib Christi zusammen. Das führt dann zum Missverständnis des Priesters als Medizinmann, der eine Art Zauberspeise und Zaubertrank verabreicht. Die Ekklesiologie nach dem Konzil hat eine neue Leibfeindlichkeit mit sich gebracht und die Leib-Christi-Meditation nicht vereinfacht.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Thomas Morus » Montag 28. April 2014, 16:38

Mal so in die Runde gefragt:
Wer war in seiner Pfarrei zur Erstkommunionfeier (dieses Jahr)? Wie war es?
Erneuerung oder doch eher alte Leier?

Ich perönlich muß sagen ich weiß jetzt, wo ich mit meinem Kind definitiv nicht hingehe.
Qui Mariam absolvisti, et latronem exaudisti, mihi quoque spem dedisti.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Amanda » Montag 28. April 2014, 19:45

Thomas Morus hat geschrieben:Ich persönlich muß sagen, ich weiß jetzt, wo ich mit meinem Kind definitiv nicht hingehe.
:klatsch: genau dasselbe von meiner Seite...
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Johanna4 » Montag 28. April 2014, 22:20

Kommunionkinder

- werden in der Regel von viel zu vielen ungläubigen und unqualifizierten "Tischmüttern" vorbereitet

- kommen immer häufiger mit 8,9 Jahren in die Phase der Frühpubertät und interessieren sich schon nicht mehr für geistliche Dinge (entwicklungspsychologisch: magische Phase ist vorbei!)

- sind kognitiv heut zu Tage oft derart entwicklungsverzögert, dass sie einer guten Vorbereitung intellektuell gar nicht folgen können; sind quasi überfordert

- sind in der Regel ohne familiäre Anbindung an die Pfarrei, Kirche, Glaube und gehen traditionell zur Erstkommunion mit dem Ziel von Party und Geschenken

Die Erstkommunion sollte:
- Kinder angeboten werden, die auf der Schwelle zum Schulanfang stehen
- von einem guten Priestern und zwei guten Laien gemeinsam vorbereitet sein; - Spiel und Lernen gehören zusammen (Don Bosco)
- die Eltern mit in die Vorbereitung einbeziehen, auch diese müssten gleichzeitig "katechetisiert" werden


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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Montag 28. April 2014, 22:34

Wir brauchen eine Erstkommunionerlebnispastoral. Eltern schwärmen von einem Priester, der sie wie der Fremde in ihrem Glauben auf dem Weg nach Emmaus begleitet, ihnen die Augen für die Schrift öffnet und ihnen das Brot bricht.

Sie schwärmen von Priestern, die wie früher die Kapläne mit den Kindern etwas unternehmen. Wenn Gemeindereferentinnen für die Kinder Kirche repräsentieren, können auch sie diesen Part übernehmen.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Apollonia » Montag 28. April 2014, 22:46

Thomas Morus hat geschrieben:Mal so in die Runde gefragt:
Wer war in seiner Pfarrei zur Erstkommunionfeier (dieses Jahr)? Wie war es?
Erneuerung oder doch eher alte Leier?

Ich perönlich muß sagen ich weiß jetzt, wo ich mit meinem Kind definitiv nicht hingehe.
Ich war gestern auf einer Erstkommunion. Ich will mal sagen - es war erträglich. Der Pfarrer hat zu jedem Schritt der Messe erklärt, was er da tut und warum. Die Verwandtschaft, die bei solchen Gelegenheiten mit in die Kirche kommt, ist ja zum Teil nicht katholisch, ein anderer Teil kennt sich nicht mehr aus, nur die üblichen Kirchenbesucher wissen, was da gerade läuft. Aber das geht natürlich zu Lasten der Feierlichkeit und des besonderen Geschehens. Das stört mich, aber die anderen Besucher, mit denen ich gesprochen haben, waren davon sehr angetan. Immerhin wurde kräftig gesungen, das ist ja inzwischen auch nicht mehr überall so.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Ecce Homo » Dienstag 29. April 2014, 06:36

Vermutlich waren aber alle Leute vorne zum Empfang der Kommunion... :/
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
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and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von Amanda » Dienstag 29. April 2014, 07:35

Ecce Homo hat geschrieben:Vermutlich waren aber alle Leute vorne zum Empfang der Kommunion... :/
Aber natüüüüüürlich, was denkst Du denn?
Hier bei uns auch, und ich war "nur" in der Dankmesse gestern vormittag... aber auch die ließ schon recht tief blicken.
:(
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obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von aliena » Dienstag 29. April 2014, 13:34

So fragte ein Schulkind neben mir,als der Korb für die Sammlung herumgereicht wurde ,seine Mutter:,,Mami,musst Du den jetzt bezahlen,damit er gleich zaubert?".

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von overkott » Dienstag 29. April 2014, 13:35

Apollonia hat geschrieben:
Thomas Morus hat geschrieben:Mal so in die Runde gefragt:
Wer war in seiner Pfarrei zur Erstkommunionfeier (dieses Jahr)? Wie war es?
Erneuerung oder doch eher alte Leier?

Ich perönlich muß sagen ich weiß jetzt, wo ich mit meinem Kind definitiv nicht hingehe.
Ich war gestern auf einer Erstkommunion. Ich will mal sagen - es war erträglich. Der Pfarrer hat zu jedem Schritt der Messe erklärt, was er da tut und warum. Die Verwandtschaft, die bei solchen Gelegenheiten mit in die Kirche kommt, ist ja zum Teil nicht katholisch, ein anderer Teil kennt sich nicht mehr aus, nur die üblichen Kirchenbesucher wissen, was da gerade läuft. Aber das geht natürlich zu Lasten der Feierlichkeit und des besonderen Geschehens. Das stört mich, aber die anderen Besucher, mit denen ich gesprochen haben, waren davon sehr angetan. Immerhin wurde kräftig gesungen, das ist ja inzwischen auch nicht mehr überall so.
Ich glaube, da ist das pastorale Meisterstück gelungen.

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Re: Erstkommunion als Erneuerung

Beitrag von iustus » Dienstag 29. April 2014, 13:49

Apollonia hat geschrieben:
Thomas Morus hat geschrieben:Mal so in die Runde gefragt:
Wer war in seiner Pfarrei zur Erstkommunionfeier (dieses Jahr)? Wie war es?
Erneuerung oder doch eher alte Leier?

Ich perönlich muß sagen ich weiß jetzt, wo ich mit meinem Kind definitiv nicht hingehe.
Ich war gestern auf einer Erstkommunion. Ich will mal sagen - es war erträglich. Der Pfarrer hat zu jedem Schritt der Messe erklärt, was er da tut und warum. Die Verwandtschaft, die bei solchen Gelegenheiten mit in die Kirche kommt, ist ja zum Teil nicht katholisch, ein anderer Teil kennt sich nicht mehr aus, nur die üblichen Kirchenbesucher wissen, was da gerade läuft. Aber das geht natürlich zu Lasten der Feierlichkeit und des besonderen Geschehens. Das stört mich, aber die anderen Besucher, mit denen ich gesprochen haben, waren davon sehr angetan. Immerhin wurde kräftig gesungen, das ist ja inzwischen auch nicht mehr überall so.
Sicher an einem der seltenen Orte, wo die Messe auch sonst getreu nach dem Messbuch gefeiert wird?

Hierzulande muss man schon froh sein, wenn in Erstkommuniongottesdiensten überhaupt ein solches verwendet wird und nicht nur Gebete von Zetteln abgelesen werden.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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