Rund um die Erstkommunion

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guatuso
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von guatuso » Sonnabend 2. April 2016, 22:05

Juergen hat geschrieben:
In den Gemeinde wird viel Tamtam um die Erstkommunion gemacht. OK, das war früher auch nicht anders. Manche Familien empfinden das vor allem als „großes Event“, bei dem ihre Kinder mitmachen sollen.
Vielleict waere es riochtiger zu sagen: "...Kinder mitmachen wollen!"

Ich denke jedes Kind fuehlt sich im Mittelpunkt bei so einer Erstkommunion, und da machen sie gerne mit, endlich mal was besonderes zu sein. Zumindest bei mir war das so vor 60 Jahren....was,schon 60 Jahre her....?

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Juergen
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Juergen » Sonnabend 2. April 2016, 22:19

guatuso hat geschrieben:Ich denke jedes Kind fuehlt sich im Mittelpunkt bei so einer Erstkommunion, und da machen sie gerne mit, endlich mal was besonderes zu sein. Zumindest bei mir war das so vor 60 Jahren....was,schon 60 Jahre her....?
Schön dargestellt: https://de.wikipedia.org/wiki/Schweig,_Bub!
Das Stück wird öfter von verschiedenen (guten wie schlechten) Theater(gruppen) aufgeführt, jeweils mit regionalen Unterschieden undanderen Titeln, wie „Sei still, Junge“, „Ruhig Bua!“, „s' Konfirmandefescht“ oder ähnliches. Mal spielt es während einer Konfirmationsfeier und mal einer Kommunionfeier.
Gruß
Jürgen

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Irmgard
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Irmgard » Sonnabend 2. April 2016, 22:54

Ex-Pfarrer Frings bezeichnet im heutigen Spiegel die Erstkommunion als die "Erlaubnis, nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen zu müssen."

Ist schon etwas dran....

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taddeo
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von taddeo » Sonnabend 2. April 2016, 22:59

Irmgard hat geschrieben:Ex-Pfarrer Frings bezeichnet im heutigen Spiegel die Erstkommunion als die "Erlaubnis, nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen zu müssen."

Ist schon etwas dran....
Ist böse formuliert, aber realitätsnah. Spätestens die Firmung besiegelt dann diese ab der Erstkommunion angewandte Praxis - als Sakrament des faktischen Kirchenaustritts.
Man kann den Kindern nur in den meisten Fällen keinerlei Vorwurf machen. Wenn die Eltern nicht regelmäßig in die Kirche gehen, und zwar zusammen mit ihren Kindern, warum sollten es dann die Kinder allein tun?
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Lycobates » Sonnabend 2. April 2016, 23:00

Juergen hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Ich denke jedes Kind fuehlt sich im Mittelpunkt bei so einer Erstkommunion, und da machen sie gerne mit, endlich mal was besonderes zu sein. Zumindest bei mir war das so vor 60 Jahren....was,schon 60 Jahre her....?
Schön dargestellt: https://de.wikipedia.org/wiki/Schweig,_Bub!
Das Stück wird öfter von verschiedenen (guten wie schlechten) Theater(gruppen) aufgeführt, jeweils mit regionalen Unterschieden undanderen Titeln, wie „Sei still, Junge“, „Ruhig Bua!“, „s' Konfirmandefescht“ oder ähnliches. Mal spielt es während einer Konfirmationsfeier und mal einer Kommunionfeier.
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, scheint mir, daß bei einer Erstkommunion für die Kinder, heute eine Seltenheit, die dieses Glück haben, und ihre Eltern und Paten, in erster Linie der eucharistische Heiland im Mittelpunkt steht. Etwas anders gelagert wäre allerdings eine Firmung, bei der auch der Gefirmte, oft schon ein junger Erwachsener, prominent gefeiert wird.
Und zu Tisch redeten wir Kinder überhaupt nicht, bis uns was gefragt wurde, ob an Kommuniontagen oder anderen Tagen, ganz einerlei. ;)
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von taddeo » Sonnabend 2. April 2016, 23:03

Lycobates hat geschrieben:Und zu Tisch redeten wir Kinder überhaupt nicht, bis uns was gefragt wurde, ob an Kommuniontagen oder anderen Tagen, ganz einerlei. ;)
:auweia: SOO alt hätte ich Dich gar nicht geschätzt. :hmm:




;D
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Lycobates » Sonnabend 2. April 2016, 23:04

Irmgard hat geschrieben:Ex-Pfarrer Frings
Ex-Pfarrer?
Ich würde eher sagen, ex-Erzbischof ;D
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von taddeo » Sonnabend 2. April 2016, 23:06

Lycobates hat geschrieben:
Irmgard hat geschrieben:Ex-Pfarrer Frings
Ex-Pfarrer?
Ich würde eher sagen, ex-Erzbischof ;D
Ich glaube, Du verwechselst da was: https://magazin.spiegel.de/digital/inde ... /1439814
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Irmgard » Sonnabend 2. April 2016, 23:13

Richtig taddeo, den meinte ich. Ist aber Verwandtschaft des Erzbischofs...
Über die Firmvorbereitungen habe ich mich ja schon mal geäußert. Nun denn, schaun wir mal....

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Lycobates » Sonnabend 2. April 2016, 23:18

Irmgard hat geschrieben:Richtig taddeo, den meinte ich. Ist aber Verwandtschaft des Erzbischofs...
Ist ja klar.
Ich danke :)
Auf jeden Fall Ex- :blinker:
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von guatuso » Sonntag 3. April 2016, 04:00

taddeo hat geschrieben:
Irmgard hat geschrieben:Ex-Pfarrer Frings bezeichnet im heutigen Spiegel die Erstkommunion als die "Erlaubnis, nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen zu müssen."

Ist schon etwas dran....
Ist böse formuliert, aber realitätsnah. Spätestens die Firmung besiegelt dann diese ab der Erstkommunion angewandte Praxis - als Sakrament des faktischen Kirchenaustritts.
Man kann den Kindern nur in den meisten Fällen keinerlei Vorwurf machen. Wenn die Eltern nicht regelmäßig in die Kirche gehen, und zwar zusammen mit ihren Kindern, warum sollten es dann die Kinder allein tun?
Du triffst den Nagel auf den Kopf. Meine Eltern sind regelmaessig zur Kirche gegangen und ich war immer dabei.
Allerdings gab es damals auch Kindergottesdienst, also mehr auf Kinder zugeschnitten mit Erzaehlungen christlicher Art und so. Ich erinnere mich sehr gut, obwohls 60 Jahre zurueck sind, dass wir einen tollen Kaplan hatten, der das ganze leitete. Er hat mich mal erwischt, als wir Messdiener eines Tages an der Regenrinne der Kirche hochgeklettert sind, um unsern Mut zu beweisen. Backpfeifen gab es aber keine, nur eindringliche Worte. Ein toller Typ.

Als meine Eltern starben, hoerte bei mir auch der Kirchgang auf. Damals war ich 14.
Mein Kirchenaustritt folgte aber erst mehr als 20 Jahre spaeter aus moralischen Gruenden (nicht der Kirchensteuer wegen! Die paar Pfennige). Aber wie ja einige hier wissen, habe ich es spaeter bereut und heute bin ich Dankbar Mitglied der kath. Gemeinde zu sein und am Gottesdienst wieder teilnehmen zu duerfen (denn es ist letztlich ein Geschenk).

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Juergen
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Juergen » Sonntag 3. April 2016, 15:26

Irmgard hat geschrieben:Ex-Pfarrer Frings bezeichnet im heutigen Spiegel die Erstkommunion als die "Erlaubnis, nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen zu müssen."
Ja, es gibt leider auch Fälle, wo die Erstkommunion gleichzeitig die Letztkommunion ist. :/

Wie schnell die Begeisterung abnimmt, kann man oft rund 50 Tage nach Weißen Sonntag an Fronleichnam sehen, wenn die Kommunionkindes des laufenden Jahres eine eigene Gruppe bei der Prozession bilden (sollen).
Gruß
Jürgen

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 3. April 2016, 15:40

[Wobei - einige sieht man dann bei der Firmung wieder. Da gibt es Geschenke. Und Geld. :nein: ]
o{]:¬) God Doesn't Call the Qualified...God Qualifies the Called! (⌐:[}o
In POVERTY, she gives all that she HAS;
in CHASTITY she gives all that she IS;
and in OBEDIENCE she gives all that she will BECOME.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Juergen » Sonntag 3. April 2016, 16:35

Ecce Homo hat geschrieben:[Wobei - einige sieht man dann bei der Firmung wieder. Da gibt es Geschenke. Und Geld. :nein: ]
Als ich mit zur Firmung ging, gab es gar keine Geschenke. Diese (Un)Sitte kam erst später. — Bei meiner Erstkommunion gab es zwar ein paar Geschenke (größtenteils Geld) aber es gab nicht den Geschenkewahn wie heute.

Ich kann mich noch erinnern, daß ich damals alle meine Ersparnisse auf dem Sparbuch geplündert haben und dann waren es zusammen mit den Geschenken zur Erstkommunion so gerade 1000,- DM. Die habe ich dann für sechs oder sieben Jahre in einem sog. „Wachstumsbrief“ festgelegt, bei dem jedes Jahr fest vereinbart die Zinsen stiegen. Angefangen bei 4% und dann jährlich steigend. Von solchen Zinsen träumt man heute nur noch.
Gruß
Jürgen

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umusungu
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von umusungu » Sonntag 3. April 2016, 21:12

Juergen hat geschrieben:Bei der Erstellung von Pfarrbriefen werden heute Vorlagen und Bilder aus allen möglichen Quellen verwendet. Doch frage ich mich, was mit so einem Bild ausgesagt wird.
Der Text unter der Grafik ist eine wunderbare Homilie zum Evangelium des 2. Sonntags der Osterzeit!

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guatuso
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von guatuso » Montag 4. April 2016, 03:11

Irmgard hat geschrieben:Richtig taddeo, den meinte ich. Ist aber Verwandtschaft des Erzbischofs...
Über die Firmvorbereitungen habe ich mich ja schon mal geäußert. Nun denn, schaun wir mal....
Gehort zur Verwandschaft des Erzbischofs Frings nicht auch die beiden Neffen, die Zwillinge Frings, die im Knast sassen und als der eine sass kam der zweite zu Besuch und der Erste ging dann unter dem Namen seines Bruders aus dem Knast raus und am Abend machte der Zweite Krawall, dass hier Freiheitsberaubung vorlaege, er sei gar nicht der Bestrafte, er sei der freie Zwilling....und nach Fingerabdrucktest wurde es bestaetigt und die Justiz musste ihn Zaehneknirschend laufen lassen (er bekam aber Anzeige wegen Gefangenenbefreiung), die beiden waren auch so ein starkes Paar, der Eine mit der Polizeikugel im Bauch aus dem Krankenhaus gefluechtet, wo er zur OP vortbereitet wurde, - also eine echte Raeubergeschichte, die im Dunstkreis des Erzbischoffs Frings spielte, auf den die beiden sich stets beriefen, wenn sie in Schwierigkeiten kamen. Ich hatte sie kennen gelernt.
Und ich sags ja immer, ein anstaendiger Katholik ist auch ein anstaendiger Bankraeuber.....
So, das war genug dazu.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Lycobates » Mittwoch 6. April 2016, 23:53

taddeo hat geschrieben: :auweia: SOO alt hätte ich Dich gar nicht geschätzt. ;D
Na ja, es ist vermutlich keine Frage des Alters in erster Linie, sondern, nun ja, ist egal.
Humor weiß ich zu schätzen.

Ich schätze auch die Großschreibung des "Dich".
Der hiesige Duzduktus ist mir aufgefallen, und berührt mich als merkwürdig.
Es gibt gute Freunde, die ich, auch nach dreißig Jahren gemeinsamer, wenn auch nicht unbedingt theologischer Beschäftigung, nach wie vor nicht duze.

Da wir aber, werter taddeo, soviel ich erkennen kann, nie die gleiche Couleur getragen haben, und auch nicht gemeinsam etwa nach Heiligelinde, Rosenthal oder Kevelaer gepilgert sind, um dort den Rosenkranz zu beten, erlaube ich mir, Ihnen und auch anderen gegenüber, weiterhin das Siezen.
Die erlauchte Leserschaft möge mir verzeihen.
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 7. April 2016, 07:36

umusungu hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:In einem kleinen Dorf…

Durch Umstrukturierungen, Pastoralverbünde und pastorale Räume sowie „Personalmangel“ findet in diesem Jahr in dem Ort an Weißen Sonntag keine Messe statt. Die Kommunionkinder sollen in einer Nachbargemeinde zur Erstkommunion gehen.
Die Leute im Dorf sind sauer und haben nun beschlossen, daß ihre Kinden dann eben dieses Jahr gar nicht zur Erstkommunion gehen.
Bin mal gespannt, ob die Leute das wirklich durchziehen.
Dieses Posting ist mehr als zweideutig!
1. Gibt es in diesem kleinen Dorf am "Weißen Sonntag" keine Eucharistiefeier?
2. Gibt es in diesem kleinen Dorf an diesem Sonntag keine Erstkommunionfeier - sondern an einem anderen Sonntag?
3. Wurde zu Beginn der Erstkommunionvorbereitung den Eltern gesagt, wo in diesem Jahr an welchem Termin die Erstkommunionfeier stattfinden wird?

Am "Weißen Sonntag" muss keine Erstkommunion stattfinden ... habe ich noch nie gehabt.
Jeder Pfarrer, der die Erstkommunion auf einen anderen Tag verlegt, tut den Eltern doch nur Gutes.
Damit wird die Praxis, die Eltern auf Neudeutsch "Abzuzocken" deutlich erschwert.
Es genügt, wenn ich das sage! (Bischof Gerhard Ludwig Müller und das Kirchenrecht)

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Juergen » Montag 18. April 2016, 22:36

Juergen hat geschrieben:
Irmgard hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:In einem kleinen Dorf…

Durch Umstrukturierungen, Pastoralverbünde und pastorale Räume sowie „Personalmangel“ findet in diesem Jahr in dem Ort an Weißen Sonntag keine Messe statt. Die Kommunionkinder sollen in einer Nachbargemeinde zur Erstkommunion gehen.
Die Leute im Dorf sind sauer und haben nun beschlossen, daß ihre Kinden dann eben dieses Jahr gar nicht zur Erstkommunion gehen.

Bin mal gespannt, ob die Leute das wirklich durchziehen.
Was willst du uns jetzt damit sagen, lieber Jürgen? Dass es bei Personalmangel (warum in Anführungszeichen?) nicht unbedingt funktioniert, für alle Kirchorte die Messe am Weißen Sonntag zu feiern, ist doch nicht so verwunderlich. Selbst in städtischen Räumen finden die Erstkommunionmessen daher an verschiedenen Sonntagen statt. Wenn die Eltern sonst keine Sorgen haben....
Ich wollte damit nur sagen, daß ich mal gespannt bin, wie die Sache endet.
Die Sache hat so geendet, daß all die Kinder zur Erstkommunion gegangen sind.
Sie sind aber bei der „Konkurrenz“ – d.h. in einem anderen Pastoralverbund – zur Erstkommunion gegangen und nicht in ihrem eigenen Pastoralverbund und nicht bei ihrem eigenen Pfarrer.
Gruß
Jürgen

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Juergen » Sonnabend 16. Juli 2016, 17:11

Eine interessante Anweisung zur Erstkommunion findet sich in den Richtlinien, die im Anschluß an die 18. Diözesankonferenz zu Paderborn (12.–15. Juni 1962) erlassen wurden:

3. Die private Erstkommunion an der Hand von Vater und Mutter soll nicht vor dem 5. Lebensjahr stattfinden. Das Jahr vor der Einschulung oder das erste Volksschuljahr, je nach Reife des Kindes, sind empfehlenswert.

5. Die feierliche Erstkommunion soll wie bisher einheitlich am Weißen Sonntag zum Ende des dritten Schuljahres stattfinden. An dieser gemeinsamen Feier nehmen auch die bereits früher zur heiligen Kommunion geführten Kinder teil.
Das ist vielleicht gar kein schlechter Ansatz, der auch heute noch beachtenswert sein könnte. Er trägt der individuellen Glaubensentwicklung Rechnung, so daß Kinder, die schon für Reif genug dazu sind, individuell schon früher zu Erstkommunion gehen können. Gleichzeitig fühlt sich das Kind nicht aus der Gemeinschaft der Gleichaltrigen ausgeschlossen, weil es am Weißen Sonntag im dritten Schuljahr an der gemeinschaftlichen Feier teilnimmt.
Gruß
Jürgen

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von taddeo » Sonnabend 16. Juli 2016, 17:16

Juergen hat geschrieben:Eine interessante Anweisung zur Erstkommunion findet sich in den Richtlinien, die im Anschluß an die 18. Diözesankonferenz zu Paderborn (12.–15. Juni 1962) erlassen wurden:

3. Die private Erstkommunion an der Hand von Vater und Mutter soll nicht vor dem 5. Lebensjahr stattfinden. Das Jahr vor der Einschulung oder das erste Volksschuljahr, je nach Reife des Kindes, sind empfehlenswert.

5. Die feierliche Erstkommunion soll wie bisher einheitlich am Weißen Sonntag zum Ende des dritten Schuljahres stattfinden. An dieser gemeinsamen Feier nehmen auch die bereits früher zur heiligen Kommunion geführten Kinder teil.
Das ist vielleicht gar kein schlechter Ansatz, der auch heute noch beachtenswert sein könnte. Er trägt der individuellen Glaubensentwicklung Rechnung, so daß Kinder, die schon für Reif genug dazu sind, individuell schon früher zu Erstkommunion gehen können. Gleichzeitig fühlt sich das Kind nicht aus der Gemeinschaft der Gleichaltrigen ausgeschlossen, weil es am Weißen Sonntag im dritten Schuljahr an der gemeinschaftlichen Feier teilnimmt.
Das wäre fast die Praxis der Ostkirchen (mit Ausnahme der Kommunion bei der Taufe).
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von umusungu » Sonnabend 16. Juli 2016, 20:22

Juergen hat geschrieben:Die Sache hat so geendet, daß all die Kinder zur Erstkommunion gegangen sind.
Sie sind aber bei der „Konkurrenz“ – d.h. in einem anderen Pastoralverbund – zur Erstkommunion gegangen und nicht in ihrem eigenen Pastoralverbund und nicht bei ihrem eigenen Pfarrer.
Ist diese Lösung im Einvernehmen mit dem Ortspfarrer gefunden worden?

Wenn nein, hat sich der "aufnehmende Pfarrer" eines groben Verstoßes gegen die Mitbrüderlichkeit schuldig gemacht.
Es gibt keinerlei Anrecht auf einen Erstkommuniontermin am Weißen Sonntag... hätte den Eltern von allen Seiten klargemacht werden müssen.

Ich habe noch nie am Weißen Sonntag Erstkommunion gefeiert... außer meiner eigenen.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Siard » Sonntag 17. Juli 2016, 11:59

umusungu hat geschrieben:Wenn nein, hat sich der "aufnehmende Pfarrer" eines groben Verstoßes gegen die Mitbrüderlichkeit schuldig gemacht.
Da die "Mitbrüderlichkeit" heute i. d. R. eine besondere der Feindesliebe ist, gehört natürlich auch dazu dem Mitbruder unerwünschte Arbeit zu ersparen – was hier getan wurde. :breitgrins:
umusungu hat geschrieben:Ich habe noch nie am Weißen Sonntag Erstkommunion gefeiert... außer meiner eigenen.
Typisch neurömisch – ich hatte es ja, die Anderen brauchen es nicht (sollen es nicht auch haben?).

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Fragesteller » Sonntag 17. Juli 2016, 12:07

umusungu hat geschrieben: Ich habe noch nie am Weißen Sonntag Erstkommunion gefeiert... außer meiner eigenen.
Warum eigentlich nicht? (Das soll jetzt keine dumme Anmache sein, sondern ne ehrliche Frage nach den Beweggründen.)

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von umusungu » Sonntag 17. Juli 2016, 20:49

Fragesteller hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben: Ich habe noch nie am Weißen Sonntag Erstkommunion gefeiert... außer meiner eigenen.
Warum eigentlich nicht? (Das soll jetzt keine dumme Anmache sein, sondern ne ehrliche Frage nach den Beweggründen.)
In meinen vier Kaplansjahren war an Pfingsten die Erstkommunion.

In den nächsten vier Jahren als Pfarrvikar/Pfarrer habe ich einen Drei-Schritt der Feier der Erstkommunion eingeführt:
1. Tauferinnerungs-Messe
2. Stille Erstkommunion nur mit Kindern und Familien am Sonntagnachmittag (Pastors Geheim-Kommunion), ganz schlicht - aber intensiv.
3. Feierliche Erstkommunion

In den weiteren 26 Jahren habe ich diese Form beibehalten - und auf die zweite Pfarrei (mit Ausnahme der Stillen Erstkommunion wegen zu größer Zahlen) ausgedehnt.
Also wird jedes Jahr neu abgezählt, wann die Feiern sein können.

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Beitrag von christian12 » Montag 6. Februar 2017, 17:07

Hallo,

hätte jemand von euch eine Idee (Entwurf) für einen Elternabend während der Erstkommunionvorbereitung zum Thema Eucharistie? Ich möchte den Eltern Hilfen an die Hand geben, wie sie ihren Kindern den Schatz der Eucharistie verdeutlichen und vermitteln können? Vielleicht auch mit einem biblischen Einstieg?

LG

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Gallus » Sonntag 14. Mai 2017, 15:32

Nun, zwei Wochen nach der hiesigen Erstkommunion ist die Kirche bei uns wieder deutlich leerer als in den Wochen davor. Da waren die Kommunionkinder und ihre Eltern immer brav dabei, aber kaum ist das Fest gefeiert, da ist allenfalls eine von zehn Familien Sonntags noch in der Kirche. Erstaunlich, wie schnell das geht. Und wie gerade diejenigen Eltern, die vorher immer ganz besonders engagiert in der Kirche herumwuselten, als erste wieder verschwinden... :achselzuck:

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von HeGe » Montag 15. Mai 2017, 10:52

Gallus hat geschrieben:
Sonntag 14. Mai 2017, 15:32
Nun, zwei Wochen nach der hiesigen Erstkommunion ist die Kirche bei uns wieder deutlich leerer als in den Wochen davor. Da waren die Kommunionkinder und ihre Eltern immer brav dabei, aber kaum ist das Fest gefeiert, da ist allenfalls eine von zehn Familien Sonntags noch in der Kirche. Erstaunlich, wie schnell das geht. Und wie gerade diejenigen Eltern, die vorher immer ganz besonders engagiert in der Kirche herumwuselten, als erste wieder verschwinden... :achselzuck:
Wie jedes Jahr. :achselzuck: Den Kindern kann man da m.E. aber auch keinen Vorwurf machen, weder von den Eltern, noch von den KatechetInnen, noch von offizieller kirchlicher Seite werden die in den meisten Gemeinden über Sinn und Bedeutung des sonntäglichen Messbesuches aufgeklärt werden. Und zwingen kann und soll man sie natürlich auch nicht. Meiner Meinung nach ist das Aufrechterhalten dieser "niedrigschwelligen" Veranstaltung aber weiterhin sinnvoll, solange auch nur ein kleiner Teil der Kinder vielleicht doch den Kontakt zur Kirche hält.

Nervig finde ich eher die Eltern, die wie du schon sagtest, sich nur genau in dieser Zeit mit der Kirche beschäftigen, dabei aber so tun, als wüssten sie alles und meinen, alles müsste genauso laufen, wie sie es sich vorstellen. Pfarrer, die dagegen halten, kriegen dann schneller einen Anruf aus dem Generalvikariat, als sie gucken können und gehen in Extremfällen dabei über die Wupper. Dann macht die Kommunion irgendein ein willenloser Vertretungspriester, die Eltern haben ihren Willen und gehen danach aber trotzdem keinen Tag länger in die Kirche, als notwendig.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Niels » Montag 15. Mai 2017, 11:21

Vielleicht sollten wir doch mal das Buch von Hw. Frings lesen. (ich habe es vor drei Tagen in der Hand gehabt, war aber zu kniepig, um es mir anzuschaffen.)
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von polyglotta » Montag 15. Mai 2017, 15:58

Den Frings (elektronisch) anzuschaffen habe ich jedenfalls nicht bereut, bringt vieles sehr erhellend auf den Punkt, aber bleibt vor der Therapie stehen, reißt die Idee nur an.

Weiterführend aber Michael White, REBUILT: Die Geschichte einer katholischen Pfarre. Das hab ich wirklich mit Gewinn im Anschluss an den Frings gelesen. Natürlich nicht 1:1 aus Amerika übertragbar, aber doch m.E. in vielem ein vielversprechender Ansatz.
Nur so meine 2ct... ;)

Aber ob man das in der Pfarre umgesetzt bekäme? Weiß nicht, würde sagen, dafür ist der Leidensdruck immer noch nicht hoch genug! :achselzuck:

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Niels » Dienstag 16. Mai 2017, 06:33

Interessanter Buchtip. Danke! :daumen-rauf:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Schwenkelpott » Donnerstag 18. Mai 2017, 22:53

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 83420.html
Frankfurter Allgemeine Zeitung hat geschrieben:Das Kreuz mit den Kindern und der Kirche

Was bedeutet die Kommunion heute noch? Eine Mutter erzählt von enttäuschten Erwartungen und einer Kirche, die Kindern fremd bleibt.
Zuletzt geändert von Hubertus am Sonnabend 20. Mai 2017, 07:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag auf Wunsch des Benutzers editiert.
Der Katholik steht und will stehen in Allem auf historischem Boden; nur das Erdreich der Überlieferung gibt ihm Festigkeit und Nahrung; nur was sich an Überliefertes anschließt, gedeiht und treibt zu neuen Blüten und neuem Samen.
H. Bone, Cantate! 1847

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