Rund um die Erstkommunion

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Moderator: Protasius

Vir Probatus
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Vir Probatus » Sonnabend 20. Mai 2017, 18:13

Schwenkelpott hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 22:53
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 83420.html
Frankfurter Allgemeine Zeitung hat geschrieben:Das Kreuz mit den Kindern und der Kirche

Was bedeutet die Kommunion heute noch? Eine Mutter erzählt von enttäuschten Erwartungen und einer Kirche, die Kindern fremd bleibt.
Den Artikel hatte ich auch gefunden und wollte ihn hier reinstellen. Er klingt sehr realistisch und ich denke, daß es vielen Eltern so geht.
Gesteigert wird das ganze noch bei der Firmung. Da sind die Eltern dann schon aussen vor.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Libertas Ecclesiae
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Mittwoch 20. September 2017, 18:06

Peter Winnemöller:

Ausverkauf der Sakramente durch eine pastorale Praxis, die nicht (mehr) taugt

Erstkommunion – Das Theater beginnt wieder

Daraus:
Für viele ist die Erstkommunion die Letztkommunion. Das ist das Dilemma, dem sich all die schönen pastoralen Ideen rund um die Erstkommunion stellen müssen. [...]

Die Verantwortlichen in der Kirche, insbesondere die Bischöfe, scheinen damit zufrieden zu sein. Wenn sie unzufrieden wären, hätte sie längst etwas geändert.

Was soll man da noch sagen?
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

Pilgerer
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 20. September 2017, 18:44

Das würde sich ändern, wenn sie explizit nur wiedergeborene Christen zulassen. Im Katechismus heißt es:
1215 Dieses Sakrament wird auch „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist"(Tit 3,5) genannt, denn es bezeichnet und bewirkt die Geburt aus dem Wasser und dem Geist, ohne die niemand „in das Reich Gottes kommen kann" (Joh 3,5).
Der Glaube an dies "Bad der Wiedergeburt" hängt mit der Taufe zusammen und müsste eigentlich Voraussetzung für die Kommunion sein.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Petrus
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Petrus » Donnerstag 28. September 2017, 13:50

Pilgerer hat geschrieben:
Mittwoch 20. September 2017, 18:44
Das würde sich ändern, wenn sie explizit nur wiedergeborene Christen zulassen. Im Katechismus heißt es:
1215 Dieses Sakrament wird auch „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist"(Tit 3,5) genannt, denn es bezeichnet und bewirkt die Geburt aus dem Wasser und dem Geist, ohne die niemand „in das Reich Gottes kommen kann" (Joh 3,5).
Der Glaube an dies "Bad der Wiedergeburt" hängt mit der Taufe zusammen und müsste eigentlich Voraussetzung für die Kommunion sein.
irgendwie verstehe ich das noch nicht so ganz, Pilgerer. Die Wiedergeburt erfolgt doch in der Taufe - oder?Gibt es dann Deiner Meinung nach auch "nichtwiedergeborene" Christen?

Pilgerer
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Pilgerer » Donnerstag 28. September 2017, 17:22

Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 13:50
Pilgerer hat geschrieben:
Mittwoch 20. September 2017, 18:44
Das würde sich ändern, wenn sie explizit nur wiedergeborene Christen zulassen. Im Katechismus heißt es:
1215 Dieses Sakrament wird auch „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist"(Tit 3,5) genannt, denn es bezeichnet und bewirkt die Geburt aus dem Wasser und dem Geist, ohne die niemand „in das Reich Gottes kommen kann" (Joh 3,5).
Der Glaube an dies "Bad der Wiedergeburt" hängt mit der Taufe zusammen und müsste eigentlich Voraussetzung für die Kommunion sein.
irgendwie verstehe ich das noch nicht so ganz, Pilgerer. Die Wiedergeburt erfolgt doch in der Taufe - oder?Gibt es dann Deiner Meinung nach auch "nichtwiedergeborene" Christen?
Durch die Taufe erfolgt die Wiedergeburt, aber nur wenige Christen sind sich dessen bewusst und haben diese Tatsache akzeptiert. Wie viele würden an der Erstkommunion oder wöchentlichen Eucharistiefeier teilnehmen, wenn dafür explizit nur "wiedergeborene Christen" zugelassen würden, die sich zur Wiedergeburt durch die Taufe bekennen?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Protasius » Donnerstag 28. September 2017, 19:42

Pilgerer hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 17:22
Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 13:50
Pilgerer hat geschrieben:
Mittwoch 20. September 2017, 18:44
Das würde sich ändern, wenn sie explizit nur wiedergeborene Christen zulassen. Im Katechismus heißt es:
1215 Dieses Sakrament wird auch „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist"(Tit 3,5) genannt, denn es bezeichnet und bewirkt die Geburt aus dem Wasser und dem Geist, ohne die niemand „in das Reich Gottes kommen kann" (Joh 3,5).
Der Glaube an dies "Bad der Wiedergeburt" hängt mit der Taufe zusammen und müsste eigentlich Voraussetzung für die Kommunion sein.
irgendwie verstehe ich das noch nicht so ganz, Pilgerer. Die Wiedergeburt erfolgt doch in der Taufe - oder?Gibt es dann Deiner Meinung nach auch "nichtwiedergeborene" Christen?
Durch die Taufe erfolgt die Wiedergeburt, aber nur wenige Christen sind sich dessen bewusst und haben diese Tatsache akzeptiert. Wie viele würden an der Erstkommunion oder wöchentlichen Eucharistiefeier teilnehmen, wenn dafür explizit nur "wiedergeborene Christen" zugelassen würden, die sich zur Wiedergeburt durch die Taufe bekennen?
Meinst du mit wiedergeborenen Christen also bekennende Christen? (Das Wort „wiedergeborene Christen“ klingt in meinen Ohren immer nach US-amerikanischen Freikirchen.)
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Petrus
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Petrus » Freitag 29. September 2017, 08:58

Pilgerer hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 17:22
Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 13:50
Pilgerer hat geschrieben:
Mittwoch 20. September 2017, 18:44
Das würde sich ändern, wenn sie explizit nur wiedergeborene Christen zulassen. Im Katechismus heißt es:
1215 Dieses Sakrament wird auch „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist"(Tit 3,5) genannt, denn es bezeichnet und bewirkt die Geburt aus dem Wasser und dem Geist, ohne die niemand „in das Reich Gottes kommen kann" (Joh 3,5).
Der Glaube an dies "Bad der Wiedergeburt" hängt mit der Taufe zusammen und müsste eigentlich Voraussetzung für die Kommunion sein.
irgendwie verstehe ich das noch nicht so ganz, Pilgerer. Die Wiedergeburt erfolgt doch in der Taufe - oder?Gibt es dann Deiner Meinung nach auch "nichtwiedergeborene" Christen?
Durch die Taufe erfolgt die Wiedergeburt, aber nur wenige Christen sind sich dessen bewusst und haben diese Tatsache akzeptiert. Wie viele würden an der Erstkommunion oder wöchentlichen Eucharistiefeier teilnehmen, wenn dafür explizit nur "wiedergeborene Christen" zugelassen würden, die sich zur Wiedergeburt durch die Taufe bekennen?
also,
ich möchte das gern verstehen.

1) Durch die Taufe erfolgt die Wiedergeburt, und durch die Taufe wird man wiedergeboren. Und ab dann ist man Christ. richtig? (ich bin Christ seit dem 02.Juni 1951, ca. 13:30).
2) Muß ich diese Tatsache erst mal akzeptieren? Muß ich mich erstmal zur "Wiedergeburt durch die Taufe" bekennen (wie geht das ganz praktisch, bitte?)

danke,
Peter.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von HeGe » Freitag 29. September 2017, 09:54

Petrus hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 08:58
also,
ich möchte das gern verstehen.

1) Durch die Taufe erfolgt die Wiedergeburt, und durch die Taufe wird man wiedergeboren. Und ab dann ist man Christ. richtig? (ich bin Christ seit dem 02.Juni 1951, ca. 13:30).
2) Muß ich diese Tatsache erst mal akzeptieren? Muß ich mich erstmal zur "Wiedergeburt durch die Taufe" bekennen (wie geht das ganz praktisch, bitte?)

danke,
Peter.
Ich versuche mich mal an einer Beantwortung mit offiziellen Texten:

Ad 1.:
Katechismus der Katholischen Kirche hat geschrieben: 1213 Die heilige Taufe ist die Grundlage des ganzen christlichen Lebens, das Eingangstor zum Leben im Geiste [vitæ spiritualis ianua] und zu den anderen Sakramenten. Durch die Taufe werden wir von der Sünde befreit und als Söhne Gottes wiedergeboren; wir werden Glieder Christi, in die Kirche eingefügt und an ihrer Sendung beteiligt [Vgl. K. v. Florenz: DS 1314; CIC, cann. [link] 204, § 1; [link] 849; CCEO, can. 675, § 1]: „Die Taufe ist das Sakrament der Wiedergeburt durch das Wasser im Wort" (Catech. R. 2,2,5).
Ad 2.:
Katechismus der Katholischen Kirche hat geschrieben: 1253 Die Taufe ist das Sakrament des Glaubens [Vgl. Mk 16,16]. Der Glaube bedarf der Gemeinschaft der Gläubigen. Jeder Gläubige kann nur im Glauben der Kirche glauben. Der Glaube, der zur Taufe erforderlich ist, muß nicht vollkommen und reif sein; es genügt ein Ansatz, der sich entwickeln soll. An den Katechumenen oder seinen Paten wird die Frage gerichtet: „Was erbittest du von der Kirche Gottes?" Und er antwortet: „Den Glauben".

1254 Bei allen Getauften, ob sie nun Kinder oder Erwachsene sind, muß nach der Taufe der Glaube wachsen. Die Taufvorbereitung führt nur zur Schwelle des neuen Lebens. Die Taufe ist die Quelle des neuen Lebens in Christus, aus der das ganze christliche Leben entspringt. Darum feiert die Kirche jedes Jahr in der Osternacht die Erneuerung des Taufgelübdes.
Ich würde es also nicht so sehen, dass man explizit den Glauben an die sakramentale Wiedergeburt als Voraussetzung für die Taufe machen muss. Ich würde es vielleicht so ausdrücken, dass man (selber oder stellvertretend durch die Eltern) zur Erlangung der Taufe beabsichtigen sollte, sein Leben zukünftig auf Jesus Christus auszurichten. Also das, was meist mit "Ablegen des alten Menschen und Anlegen des neuen Menschen" beschrieben wird.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Petrus » Freitag 29. September 2017, 10:03

danke Dir, HeGe.

Ein bißchen schon hilft mir das ein wenig weiter.

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Petrus
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Petrus » Freitag 29. September 2017, 10:26

ach ja,

und hier noch ein bißchen was zu meiner Erstkommunion. ("rund um die Erstkommunion" ist ja hier das Thema).

meine Erstkommunion war (im Sinne des röm.-kath. Kirchenrechts) illegal. Damals war ich noch lutherisch. Ich war in München in St. Kajetan, habe mir das erstmal angeschaut, wie die Katholiken das neuerdings so machen (damit ich nichts falsch mache!), dachte mir, das ist aber komisch - ich war nur kniende Mundkommunion gewohnt - bin dann am nächsten Sonntag wiedergekommen, und habe dann die Kommunion empfangen, auf die Hand.

"Der Leib Christi"
"Amen"

das war meine Erstkommunion. Ganz unaufgeregt. Vergessen werde ich das trotzdem nie.

Pilgerer
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Pilgerer » Freitag 29. September 2017, 12:48

Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 19:42
Meinst du mit wiedergeborenen Christen also bekennende Christen?
Damit meine ich alle trinitarisch getaufte Christen, weil sie nach der Lehre der heiligen Tradition dadurch schon wiedergeboren sind. Es ist jedoch nur wenigen bewusst, welche große Bedeutung die Taufe hat. Mit ihr ist - im Anschluss an Johannes den Täufer - eine Buße=Umkehr verbunden, die das Leben davor von dem Leben danach trennt. Die christliche Taufe geht weiter als die des Johannes, indem sie die Wiedergeburt aus "Wasser und Geist" bewirkt, die notwendig ist, um ins Reich Gottes (Kirche) zu kommen. Das Bekenntnis zu dieser Taufe, der Taufbuße und zur damit verbundenen Wiedergeburt ist eine Voraussetzung dafür, die Erstkommunion in einer christlichen statt einer säkularen Weise zu begehen.

Vermutlich würde das auch die Diskussion zur Kommunion von Wiederverheirateten erledigen, weil das Bewusstsein für die eigene Wiedergeburt einen bewussten und achtsamen Lebensstil fördert, der große Sünden wie Ehebruch etc. vermeidet.
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Petrus » Freitag 29. September 2017, 15:53

Pilgerer hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 12:48
Es ist jedoch nur wenigen bewusst, welche große Bedeutung die Taufe hat.
nuja.

mir schon.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Petrus » Freitag 29. September 2017, 18:44

Pilgerer hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 12:48
Das Bekenntnis zu dieser Taufe, der Taufbuße und zur damit verbundenen Wiedergeburt ist eine Voraussetzung dafür, die Erstkommunion in einer christlichen statt einer säkularen Weise zu begehen.
hmm - ich versuche immer noch, Dich zu verstehen.

also.
1) es gibt eine Taufbuße.
2) mit der Taufbuße ist die Wiedergeburt verbunden.
3) das ist dann die Voraussetzung dafür, die Erstkommunion in einer nicht-säkularen Weise zu begehen.

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Lycobates
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Lycobates » Freitag 29. September 2017, 23:28

Pilgerer hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 12:48

Damit meine ich alle trinitarisch getaufte Christen, weil sie nach der Lehre der heiligen Tradition dadurch schon wiedergeboren sind. Es ist jedoch nur wenigen bewusst, welche große Bedeutung die Taufe hat. Mit ihr ist - im Anschluss an Johannes den Täufer - eine Buße=Umkehr verbunden, die das Leben davor von dem Leben danach trennt.
Das gilt aber so doch nur bei der Taufe von Erwachsenen.

Wer wie ich, und in unserer katholischen Kirche die Regel ist, etwa fünf Tage nach seiner Geburt getauft wird, braucht keine Buße oder Umkehr, da er keine persönlichen Sünden begangen hat, die er bereuen müßte und für die er Buße tun müßte, sondern es gab lediglich die Erbsünde.
Das Ereignis Buße-Umkehr tritt dann ein, wenn der Erwachsene (oder zumindest: der zum Unterscheidungsalter Gekommene, etwa 7 Jahre, heute vielleicht oft früher) eine nach der Taufe begangene persönliche Sünde bereut, zur Einsicht kommt, diese Sünde in der Beichte bekennt und durch die der Kirche verliehene Schlüsselgewalt von dieser Sünde Vergebung erhält und Buße tut.
Dann, aber nur dann, kann es durchaus den Moment geben, wo "das Leben davor von dem Leben danach" zu trennen wäre.

Natürlich bedeutet das keineswegs, daß einem sein Taufdatum nicht wichtig sein sollte. Ganz im Gegenteil.
Ich feiere jedes Jahr mein Taufdatum.

Ich wurde geboren am Vortag eines Muttergottesfestes, 5 Tage danach, an einem anderen Muttergottesfest, wurde ich getauft, und 17 Tage später (als meine Mutter wieder auf den Beinen war, denn sie war bei meiner Taufe nicht zugegen), wurde ich unter Übergehung eines dritten Muttergottesfestes, an einem vierten Muttergottesfest von meiner Mutter, es war dies der erste Kirchgang der Wöchnerin, in unserer damaligen Pfarrkirche zum Muttersegen mitgenommen. Es war nach der Taufe wohl auch mein erster Kirchgang.
Frage an die Liturgiker: um welchen Monat handelt es sich? ;)
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von taddeo » Sonnabend 30. September 2017, 08:32

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 23:28
Ich wurde geboren am Vortag eines Muttergottesfestes, 5 Tage danach, an einem anderen Muttergottesfest, wurde ich getauft, und 17 Tage später (als meine Mutter wieder auf den Beinen war, denn sie war bei meiner Taufe nicht zugegen), wurde ich unter Übergehung eines dritten Muttergottesfestes, an einem vierten Muttergottesfest von meiner Mutter, es war dies der erste Kirchgang der Wöchnerin, in unserer damaligen Pfarrkirche zum Muttersegen mitgenommen. Es war nach der Taufe wohl auch mein erster Kirchgang.
Frage an die Liturgiker: um welchen Monat handelt es sich? ;)
Bin weder Liturgiker noch "Altkalendarier", aber das ist nicht schwer: September!

8.9. Mariä Geburt
12.9. Mariä Namen
15.9. Sieben Schmerzen Mariä
24.9. Maria vom Loskauf der Gefangenen

:doktor: :)
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Lycobates » Sonnabend 30. September 2017, 21:58

taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 30. September 2017, 08:32
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 23:28
Ich wurde geboren am Vortag eines Muttergottesfestes, 5 Tage danach, an einem anderen Muttergottesfest, wurde ich getauft, und 17 Tage später (als meine Mutter wieder auf den Beinen war, denn sie war bei meiner Taufe nicht zugegen), wurde ich unter Übergehung eines dritten Muttergottesfestes, an einem vierten Muttergottesfest von meiner Mutter, es war dies der erste Kirchgang der Wöchnerin, in unserer damaligen Pfarrkirche zum Muttersegen mitgenommen. Es war nach der Taufe wohl auch mein erster Kirchgang.
Frage an die Liturgiker: um welchen Monat handelt es sich? ;)
Bin weder Liturgiker noch "Altkalendarier", aber das ist nicht schwer: September!

8.9. Mariä Geburt
12.9. Mariä Namen
15.9. Sieben Schmerzen Mariä
24.9. Maria vom Loskauf der Gefangenen

:doktor: :)
:daumen-auf:

(der September ist übrigens, das wird oft übersehen, der Monat mit den meisten Marienfesten im Universalkalender)
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von umusungu » Sonnabend 30. September 2017, 22:24

Das Fest "Mercedes", "barmherzige Maria", das "Fest der allerseligsten Jungfrau vom Loskauf der Gefangenen", wurde zuerst im Orden der Mercedarier gefeiert am 10. August zur Erinnerung an die Erscheinung Marias vor Petrus Nolaskus und Raimund von Peñafort, die 1218 zur Ordensgründung führte. 1696 wurde das Fest von Papst Innozenz XII. für die ganze Kirche eingeführt und auf den 24. September verlegt.

1961 wurde das Fest in den Rang einer Kommemoration herabgestuft, durch die Kalenderreform wurde der Tag gestrichen.
aus:
https://www.heiligenlexikon.de/Biograph ... cedes.html

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Niels » Sonntag 1. Oktober 2017, 07:01

umusungu hat geschrieben:
Sonnabend 30. September 2017, 22:24
durch die Kalenderreform wurde der Tag gestrichen.
In welcher Farbe? Hoffentlich in marianischem Blau. :narr:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Petrus » Sonntag 1. Oktober 2017, 08:30

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 23:28
Ich feiere jedes Jahr mein Taufdatum.
dann sind wir ja mindestens schon zu zweit :)

Neuerdings (nuja, ist schon "etwas" her, seit meiner Konversion zu meiner "Wahlheimat"), feiere ich auch meinen Namenstag.

Meine persönliche Geschichte ist mir wichtig. und das gehört für mich dazu.

Ich bin gezeugt und empfangen worden von meinen Eltern in der Nacht vom 16. auf den 17. August 1950, mit Lust und Liebe. Da hat mein Leben begonnen.

Ich bin geboren am 16. Mai 1951 abends um 19:10 (meinen Geburtstags-Heiligen mag ich sehr).

Ich bin getauft am 02. Juni 1951 um 13:30 in der Ordenskirche St. Sophia St. Georgen in Bayreuth, durch Pfr. Dr. Graeter. Seitdem bin ich Christ.

(Mein Namenstag ist der 29. Juni.)

Petrus.

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Re: Rund um die Erstkommunion

Beitrag von Pilgerer » Montag 2. Oktober 2017, 01:05

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 29. September 2017, 23:28
Wer wie ich, und in unserer katholischen Kirche die Regel ist, etwa fünf Tage nach seiner Geburt getauft wird, braucht keine Buße oder Umkehr, da er keine persönlichen Sünden begangen hat, die er bereuen müßte und für die er Buße tun müßte, sondern es gab lediglich die Erbsünde.
Die Taufe ist die Taufe der Vergebung der Erbsünde. Wenn die Erbsünde vergeben wird, wird auch die Macht der Erbsünde genommen. Das ist eine Form der Buße, nicht der eigenen Sünde, sondern Adams (oder der Eltern). Die Taufe ist zugleich die Erlösung vom Tod, der seit Adam über alle Seelen herrscht, wie Paulus es formuliert:
"wenn wegen der Sünde des Einen der Tod geherrscht hat durch den Einen, um wie viel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus." (Römer 5,17)
Die Taufe bedeutet auch die Auferstehung vom seelischen Tod. Die Seele ist in einem Zustand wie Lazarus, und Jesus Christus erweckt sie in der Taufe und mit Seinem Wort in gleicher Weise zum Leben. Insofern ist die Taufe auch mit einer Art Buße verbunden, der Buße vom Tod zum Leben.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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