Mißbrauchsanschuldigungen II

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CIC_Fan
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 6. August 2017, 11:09

logische Schlußfolgerung im eigenen Wertesystem das ist gut möglich

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HeGe
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von HeGe » Sonntag 6. August 2017, 12:11

CIC_Fan hat geschrieben:
Sonnabend 5. August 2017, 09:56
Egal welche Art von Barmherzigkeit die kann es bei solchen Leuten nicht geben
Ich hoffe sehr für dich, dass du nicht irgendwann einmal auf die Barmherzigkeit von jemandem hoffen musst.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 6. August 2017, 12:14

wegen solcher Delikte sicher nicht ich behaupte ja nicht Barmherzigkeit als solches sein ab zu lehnen

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pilgerer » Sonntag 6. August 2017, 15:58

CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 09:48
sagt wer?
Das besagt die organische Logik des Evangeliums. Die Ethik Jesu Christi verbindet eine gerechte Lebensweise mit Barmherzigkeit.
Zum Beispiel sagt Jesus: "21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12): »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. 22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig;" (Matthäus 5,21-22)

Mit seinem Bruder, Nächsten, irgendwem zürnen heißt also, ihn zu töten und des Gerichts schuldig zu werden.
Wann zürnen Menschen anderen? Gerade dann, wenn sie unbarmherzig sind. Die Unbarmherzigkeit verleitet zu Zorn und seelischem Töten, ist selbst deshalb zugleich ungerecht. Wer Böses mit Bösem vergeltet, handelt selbst böse.

Oder Paulus: "15 Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann." (1. Thess. 5,15)

Nach Gerechtigkeit streben heißt, wo es möglich ist, den "Bösen" den Weg zum Guten zu zeigen. Denn oft sind sie in irgendetwas gefangen ("Babylonische Gefangenschaft") und wissen nicht, wie sie das Gute tun sollen, das sie eigentlich ja doch wollen. Es sind gerade diese innerpsychischen Abhängigkeiten oder Gefängnisse, aus denen Jesus befreien will.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Montag 7. August 2017, 09:41

Wie ich gesagt habe im religiösem Werte System logisch

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 08:39

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 7. August 2017, 09:41
Wie ich gesagt habe im religiösem Werte System logisch
Es gibt kein anderes, ob es dir klar ist oder nicht.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. August 2017, 10:01

das ist deine Meinung die dir zusteht
aber in keiner Weise bindend

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 11:04

CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 10:01
das ist deine Meinung die dir zusteht
aber in keiner Weise bindend
Hä, wieso ist die Ethik Jesu eine „Meinung“? Seine Meinung?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 9. August 2017, 11:05

Die Diskussion dreht sich im Kreis, die einen sagen, das christliche Wertesystem sei allgemein verbindlich, cic-fan weist zu Recht darauf hin, daß dies von der Mehrheitsgesellschaft nicht (mehr) so gesehen und daher auch nicht mehr ohne weiteres als Grundlage und Begründung für Regierungs- und Verwaltungshandeln akzeptiert wird. Beides ist m.E. richtig. Die ungelöste und interessante Frage ist doch: Was folgt aus diesem Widerspruch?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. August 2017, 11:13

Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:04
CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 10:01
das ist deine Meinung die dir zusteht
aber in keiner Weise bindend
Hä, wieso ist die Ethik Jesu eine „Meinung“? Seine Meinung?
für jemand der kein Christ ist ist es eine Meinung und hat den Stellenwert einer solchen nicht mehr das selbe gilt für jede andere Religion

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. August 2017, 11:14

Florianklaus hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:05
Die Diskussion dreht sich im Kreis, die einen sagen, das christliche Wertesystem sei allgemein verbindlich, cic-fan weist zu Recht darauf hin, daß dies von der Mehrheitsgesellschaft nicht (mehr) so gesehen und daher auch nicht mehr ohne weiteres als Grundlage und Begründung für Regierungs- und Verwaltungshandeln akzeptiert wird. Beides ist m.E. richtig. Die ungelöste und interessante Frage ist doch: Was folgt aus diesem Widerspruch?
genau das ist die Frage

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 11:19

Florianklaus hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:05
Die Diskussion dreht sich im Kreis, die einen sagen, das christliche Wertesystem sei allgemein verbindlich, cic-fan weist zu Recht darauf hin, daß dies von der Mehrheitsgesellschaft nicht (mehr) so gesehen und daher auch nicht mehr ohne weiteres als Grundlage und Begründung für Regierungs- und Verwaltungshandeln akzeptiert wird. Beides ist m.E. richtig. Die ungelöste und interessante Frage ist doch: Was folgt aus diesem Widerspruch?
Meine Position? Ich kann gut damit leben, dass dies von der Mehrheit nicht (mehr) so gesehen wird. Trotzdem denke ich, dass das Wertesystem grundlegender Natur ist.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. August 2017, 11:29

was ich sage
jede Weltanschauung sieht das so und das steht ja auch jedem frei

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 11:39

CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:29
was ich sage
jede Weltanschauung sieht das so und das steht ja auch jedem frei
Natürlich, es steht ja auch jedem frei, jenseits von Weltanschauungen zu handeln.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 9. August 2017, 11:47

Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:39
CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:29
was ich sage
jede Weltanschauung sieht das so und das steht ja auch jedem frei
Natürlich, es steht ja auch jedem frei, jenseits von Weltanschauungen zu handeln.
Dann ist es für Dich ok, wenn sich jemand wegen einer Krankheit mit ärztlicher Assistenz suizidiert? Oder sollte dies staatlicherseits verboten sein?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 11:50

Florianklaus hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:47
Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:39
CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:29
was ich sage
jede Weltanschauung sieht das so und das steht ja auch jedem frei
Natürlich, es steht ja auch jedem frei, jenseits von Weltanschauungen zu handeln.
Dann ist es für Dich ok, wenn sich jemand wegen einer Krankheit mit ärztlicher Assistenz suizidiert? Oder sollte dies staatlicherseits verboten sein?
Nee, aber für CIC_Fan.

(Ich habe doch geschrieben, für mich ist das Wertesystem grundlegend; bis vielleicht auf Details.)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. August 2017, 11:51

das ist sache der Gesetzgebung und in verschiedenen staaten verschieden geregelt
(Wenn Du mit mir das Thema diskutieren willst gern im entsprechenden Thread :breitgrins:

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. August 2017, 11:51

Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:50
Florianklaus hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:47
Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:39
CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:29
was ich sage
jede Weltanschauung sieht das so und das steht ja auch jedem frei
Natürlich, es steht ja auch jedem frei, jenseits von Weltanschauungen zu handeln.
Dann ist es für Dich ok, wenn sich jemand wegen einer Krankheit mit ärztlicher Assistenz suizidiert? Oder sollte dies staatlicherseits verboten sein?
Nee, aber für CIC_Fan.

(Ich habe doch geschrieben, für mich ist das Wertesystem grundlegend; bis vielleicht auf Details.)
woher denkst du meine Meinung zu dem Thema zu kennen?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 9. August 2017, 11:56

Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:50
Florianklaus hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:47
Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:39
CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:29
was ich sage
jede Weltanschauung sieht das so und das steht ja auch jedem frei
Natürlich, es steht ja auch jedem frei, jenseits von Weltanschauungen zu handeln.
Dann ist es für Dich ok, wenn sich jemand wegen einer Krankheit mit ärztlicher Assistenz suizidiert? Oder sollte dies staatlicherseits verboten sein?
Nee, aber für CIC_Fan.

(Ich habe doch geschrieben, für mich ist das Wertesystem grundlegend; bis vielleicht auf Details.)
Eben hast Du noch gemeint, es stehe jedem frei, jenseits von Weltanschauungen zu handeln. Was denn jetzt?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 9. August 2017, 12:04

wo siehst du einen Widerspruch ich kann nicht ganz folgen

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 13:24

@ Florianklaus: Wenn ich jemandem zugestehe, dass er frei von Weltanschauungen handelt, heißt das nicht automatisch, das mir die Ethik Jesu (davon gingen wir aus) kein persönlicher Maßstab sein kann.

@ CIC_Fan: Sorry, beim Thema Suizid war ich etwas voreilig. Soll sich denn jeder umbringen können, also jenseits von Weltanschauungen, wenn er das will?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 9. August 2017, 13:29

CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 12:04
wo siehst du einen Widerspruch ich kann nicht ganz folgen
Er kann doch nicht sagen, es stehe jedem frei, jenseits von Weltanschauungen zu handeln und diesen dann dafür strafrechtlich zur Verantwortung ziehen wollen, wenn er den ernstlichen Wunsch eines Suizidalen nach Sterbehilfe erfüllt.
Zuletzt geändert von Florianklaus am Mittwoch 9. August 2017, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 9. August 2017, 13:30

Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 13:24
@ Florianklaus: Wenn ich jemandem zugestehe, dass er frei von Weltanschauungen handelt, heißt das nicht automatisch, das mir die Ethik Jesu (davon gingen wir aus) kein persönlicher Maßstab sein kann.

@ CIC_Fan: Sorry, beim Thema Suizid war ich etwas voreilig. Soll sich denn jeder umbringen können, also jenseits von Weltanschauungen, wenn er das will?
In dieser Diskussion geht es nicht um den persönlichen Maßstab, sondern um die Allgemeingültigkeit und ihre Folgen.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 13:43

Florianklaus hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 13:30
Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 13:24
@ Florianklaus: Wenn ich jemandem zugestehe, dass er frei von Weltanschauungen handelt, heißt das nicht automatisch, das mir die Ethik Jesu (davon gingen wir aus) kein persönlicher Maßstab sein kann.

@ CIC_Fan: Sorry, beim Thema Suizid war ich etwas voreilig. Soll sich denn jeder umbringen können, also jenseits von Weltanschauungen, wenn er das will?
In dieser Diskussion geht es nicht um den persönlichen Maßstab, sondern um die Allgemeingültigkeit und ihre Folgen.
Dann stellt sich für mich die Frage, welches gesellschaftliche Wertesystem es gibt, das frei von Weltanschauungen ist.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 9. August 2017, 15:38

CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:51
das ist sache der Gesetzgebung und in verschiedenen staaten verschieden geregelt
(Wenn Du mit mir das Thema diskutieren willst gern im entsprechenden Thread :breitgrins:
Die Gesetzgebung basiert jedoch auf dem Werteverständnis der Gesetzgeber. Das wiederum ist in ihrem Weltbild verwurzelt. Jeder Mensch hat ein Weltbild. Das mag häufig nebulös sein, aber dann ist es trotzdem ein Weltbild.
Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 13:43
Dann stellt sich für mich die Frage, welches gesellschaftliche Wertesystem es gibt, das frei von Weltanschauungen ist.
Das gibt es nicht. Es kann in einer pluralistischen Gesellschaft einen Konsens unterschiedlicher Weltanschauungen geben, der zu einem gemeinsamen gesellschaftlichen Wertesystem führt. Es kann auch ein Wertesystem geben, das auf einem liberalen Naturrecht wie bei John Locke basiert und damit einen Staat begründet, der offen für Bürger mit verschiedenen Weltanschauungen ist. Jedoch ist auch das liberale Naturrecht an ein liberales Weltbild angebunden.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 15:49

Pilgerer hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 15:38
CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 11:51
das ist sache der Gesetzgebung und in verschiedenen staaten verschieden geregelt
(Wenn Du mit mir das Thema diskutieren willst gern im entsprechenden Thread :breitgrins:
Die Gesetzgebung basiert jedoch auf dem Werteverständnis der Gesetzgeber. Das wiederum ist in ihrem Weltbild verwurzelt. Jeder Mensch hat ein Weltbild. Das mag häufig nebulös sein, aber dann ist es trotzdem ein Weltbild.
Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 13:43
Dann stellt sich für mich die Frage, welches gesellschaftliche Wertesystem es gibt, das frei von Weltanschauungen ist.
Das gibt es nicht. Es kann in einer pluralistischen Gesellschaft einen Konsens unterschiedlicher Weltanschauungen geben, der zu einem gemeinsamen gesellschaftlichen Wertesystem führt. Es kann auch ein Wertesystem geben, das auf einem liberalen Naturrecht wie bei John Locke basiert und damit einen Staat begründet, der offen für Bürger mit verschiedenen Weltanschauungen ist. Jedoch ist auch das liberale Naturrecht an ein liberales Weltbild angebunden.
Dann stellt sich die Frage, worauf sich Laizisten berufen bzw. ob die vermeintliche Trennung von Staat und Kirche nicht ein Trugschluss ist.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von HeGe » Mittwoch 9. August 2017, 16:01

Pirmin hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 15:49
Dann stellt sich die Frage, worauf sich Laizisten berufen bzw. ob die vermeintliche Trennung von Staat und Kirche nicht ein Trugschluss ist.
Streng genommen ist sie das, jedenfalls wenn es wie bei den Aussagen von CIC_Fan über eine rein institutionelle Trennung hinaus geht. Denn wenn das Wertesystem eines Staates von der Mehrheit der Bevölkerung bestimmt wird und diese Mehrheit der Bevölkerung ihre Werte aus einer religiösen Quelle bezieht, ist die Geltung dieses Systems im Sinne eines streng demokratischen Verständnisses die einzig logische Konsequenz. Und so wird auch die Minderheit, die andere Werte vertritt, in gewissem Maße gezwungen, sich dem Mehrheitssystem des Staates und somit den diesem System zugrundeliegenden religiösen System zu unterwerfen. Das ist es, was CIC_Fan leider ignoriert und wo er letzte Woche auf meine Beiträge nicht mehr geantwortet hat. Wenn man die Beeinflussung der Gesellschaft durch Religion verhindern will, müsste man Religionen per se verbieten. Dies wäre allerdings nicht nur rechtsstaatswidrig, sondern war bei ähnlichen Versuchen in der Vergangenheit auch relativ erfolglos.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 9. August 2017, 16:08

Ein laizistischer Staat kann trotz Trennung von Staat und Kirche sich in seinem Grundrecht auch auf christliche Quellen stützen. Er kann bestimmte christliche Prinzipien kopieren und laizistisch anwenden. Mitunter fließen in Europa Reste von christlichen Weltbildern in säkulare Ideologien ein, z.B. die liberale Achtung des Menschen als Individuum oder die sozialistische Erlösungssehnsucht.

Das modernistische Weltbild tendiert zur Gleichgültigkeit gegenüber Gott und Menschen. Es gibt die Gesetze auf dem Papier, und sie werden auch umgesetzt, aber es verfällt immer mehr das Verständnis, für wen sie überhaupt gemacht werden. Denn auf die Verdunklung des Gottesbildes folgt die Verdunklung des Menschenbildes, weil die Menschen theomorph geschaffen sind.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von HeGe » Mittwoch 9. August 2017, 16:18

Und, um diesen Gedanken fortzuführen und die erneute Erhebung von CIC_Fans Einwand aus der letzten Woche zu antizipieren, was hindert den Salafisten dann daran, die Scharia irgendwann als System zu etablieren, wenn er die notwendige Mehrheit hat? Der lupenreine Demokrat würde sagen: nichts. Der christlich geprägte Mensch hingegen würde auf die Gebote Gottes verweisen, der Laizist vielleicht auf die Menschenrechtserklärung, wobei ich die Diskussion zu deren Legitimation mal außen vor lasse. Jedenfalls ist klar, dass es absoluter Werte und Grenzen bedarf, um extremistische Auswüchse zu verhindern, reiner Relativismus, wie CIC_Fan ihn vertritt, ist absolut gefährlich.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Pirmin » Mittwoch 9. August 2017, 16:27

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 16:01
Das ist es, was CIC_Fan leider ignoriert und wo er letzte Woche auf meine Beiträge nicht mehr geantwortet hat.
Es wäre wünschenswert, dass CIC_Fan nicht wieder mit seinen „Killerphrasen“ sämtliche wohlmeinenden Gedanken torpediert.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Florianklaus » Mittwoch 9. August 2017, 17:04

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 16:18
Und, um diesen Gedanken fortzuführen und die erneute Erhebung von CIC_Fans Einwand aus der letzten Woche zu antizipieren, was hindert den Salafisten dann daran, die Scharia irgendwann als System zu etablieren, wenn er die notwendige Mehrheit hat? Der lupenreine Demokrat würde sagen: nichts. Der christlich geprägte Mensch hingegen würde auf die Gebote Gottes verweisen, der Laizist vielleicht auf die Menschenrechtserklärung, wobei ich die Diskussion zu deren Legitimation mal außen vor lasse. Jedenfalls ist klar, dass es absoluter Werte und Grenzen bedarf, um extremistische Auswüchse zu verhindern, reiner Relativismus, wie CIC_Fan ihn vertritt, ist absolut gefährlich.
Aber auch die absoluten Werte bröckeln, wenn der Mainstream sie nicht mehr teilt. In der Jurisprudenz gibt es z.B. inzwischen Tendenzen, die Menschenwürde mit anderen Rechtsgütern abzuwägen. Dies wäre früher undenkbar gewesen.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von HeGe » Mittwoch 9. August 2017, 18:13

Florianklaus hat geschrieben:
Mittwoch 9. August 2017, 17:04
Aber auch die absoluten Werte bröckeln, wenn der Mainstream sie nicht mehr teilt. In der Jurisprudenz gibt es z.B. inzwischen Tendenzen, die Menschenwürde mit anderen Rechtsgütern abzuwägen. Dies wäre früher undenkbar gewesen.
Völlig richtig und damit benennst du genau das Problem der Relativisten. Grundlegende Pfeiler unserer Gesellschaft, wie aktuell die Definition der Ehe, werden von heute auf morgen über Bord geworfen. Gestern noch undenkbar, heute umjubelt. Das wird aber ein sehr schaler Sieg, denn wenn die ersten Werte fallen, wieso sollten dann die anderen eine Ewigkeitsgarantie haben? Wieso soll Menschenwürde auf Dauer für jedermann gelten? Vielleicht ändert sich ja morgen der Mainstream und auch solche Werte werden relativiert. Letztendlich ist dies im Fall der Abtreibung ja schon seit Jahrzehnten so, wo man einfach in absurdem Utilitarismus versucht den Nasciturus aus der Definition "Mensch" herauszustreichen. Wer garantiert, dass wir das nicht morgen auch wieder mit den Negern oder den Juden machen, wenn der "Mainstream" dieser Meinung ist? Diejenigen, die das Fallen der grundlegenden Werte derzeit bejubeln, beschreiten gefährliche Wege.
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