Mißbrauchsanschuldigungen II

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Raphael
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Raphael » Sonntag 13. August 2017, 13:15

Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 12:06
Raphael hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:59
Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:55

Von mir aus kann jeder machen was er will, er soll nur nicht Gläubige belügen. ...............
Aha, wenn also ein Kleriker Kinder mißbraucht und das dann überall herumerzählt, dann ist das in Ordnung, weil er ja niemanden belogen hat? :vogel:
Für den etwas im mitdenken resisten User Raphael:
Von mir aus kann jeder sexuell und im Einvernehmen mit einem oder auch mehreren Erwachsenen des gleichen oder des anderen Geschlechts machen was er will.
Drück Dich gefälligst verständlich aus, dann kann man auch erfahren, was gemeint war! :regel:

Was bedeutet eigentlich im Deutschen der Begriff "resist"? :detektiv:

Im Übrigen hast Du mit der gerade von Dir gemachten moralischen Vorgabe den Boden des Christentums verlassen! :doktor:
Zuletzt geändert von Raphael am Sonntag 13. August 2017, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Lilaimmerdieselbe
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 13. August 2017, 14:28

Eine Verpflichtung dazu, Mißbrauchsanschuldigungen durch Staatsanwaltschaften klären zu lassen, kann man, natürlich vorausgesetzt, man kann von korrekt ermittelnden Staatsanwaltschaften ausgehen, aus der Fürsorgepflicht gegenüber Schutzbefohlenen ableiten.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 13. August 2017, 14:48

so wird das jedenfalls von humanen organisationen die sich nächstenliebe auf die Fahnen geschrieben haben gehandhabt

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 13. August 2017, 14:56

Nach dem Aufkochen des Mßbrauchsskandal auch von den deutschen Bischöfen

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 13. August 2017, 14:59

e wäre sinnvoll würde der Papst die Bischöfe verpflichtend die Behörden ein zu schalten sogar bei Androhung von kirchen rechtlichen Maßnahmen

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 13. August 2017, 15:14

Im Fall von China oder Rußland würde ich davon lieber absehen.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 13. August 2017, 15:15

wie sollte man dort in solchen fällen verfahren?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 13. August 2017, 15:17

Rom kontrollieren lassen? Ich weiß es wirklich nicht.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 13. August 2017, 15:20

ich möchte sehen wie der Vatikan in Peking visitiert
wobei in Moskau warum sollte es dort problematisch sein die Justiz behörden einzuschalten

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 13. August 2017, 15:24

Eigentlich wollte ich sagen, um die Ermittlung des Sachstands und den Schutz der Kinder auslagern zu können, muß man sicher sein, dass der, dem man die Verantwortung zuschustert, dieser besser genügen kann als man selbst. Das gilt sicher für Westeuropa, die USA und noch andere Länder. Aber ob man deshalb alle Bischöfe kirchenrechtlich darauf verpflichten kann, da habe ich Vorbehalte.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 13. August 2017, 15:38

natürlich ,wobei ich denke Rußland und china gehen in solchen Fällen sicher härter vor als unsere Justiz

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 13. August 2017, 15:50

Entlasten sie aber auch Unschuldige?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 13. August 2017, 15:52

davon würde ich in Rußland zumindest ausgehen

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Raphael
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Raphael » Sonntag 13. August 2017, 15:56

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 14:28
Eine Verpflichtung dazu, Mißbrauchsanschuldigungen durch Staatsanwaltschaften klären zu lassen, kann man, natürlich vorausgesetzt, man kann von korrekt ermittelnden Staatsanwaltschaften ausgehen, aus der Fürsorgepflicht gegenüber Schutzbefohlenen ableiten.
Es ist zwar nicht ersichtlich, warum Du jetzt hier für einen Kirchenfeind wie den CIC-Fan "in die Bresche zu springen" versuchst, aber auch die von Dir vorgelegte Begründung ist in keiner Weise hinreichend, denn es wird lediglich eine "Kann-Begründung" formuliert.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lycobates » Sonntag 13. August 2017, 16:19

Romanus hat geschrieben:
Freitag 11. August 2017, 19:04
Abkapseln kann man sich letzlich nur gegen andere Lebewesen; nach meinem Verständnis. Bei der Sintflut gibt es die nicht mehr.
Als die Arche gebaut wurde, gab es sie schon noch.
Romanus hat geschrieben:
Freitag 11. August 2017, 19:04
Abgrenzen hingegen bedeutet, dass ich als Christ nach jesuanischer Ethik Kante zeige, indem ich beispielsweise straight edge lebe; indem ich anderen wachsam, demütig, barmherzig und friedvoll begegne. Dabei utilitaristisch zu denken, ist hier nicht zielführend. Man ist einfach eine Liebe und Frieden stiftende Kraft.
Ich kann mit dieser Diktion leider nichts anfangen.
"Jesuanische Ethik".
Das ist keine katholische Ausdrucksweise.

Das Christentum ist zunächst keine Ethik, obwohl natürlich der christliche Glaube, der, wenn er nicht tot ist, durch seine Werke und in seinen Werken gelebt wird, klar den Maßstab vorgibt, welches Handeln gut und welches Handeln böse ist. Das ist die christliche Moral die, spekulativ, weiter in die Aszetik und Mystik übergeht. Diese Lebenswerte können aber nicht ohne den übernatürlichen Glauben existieren, der sie erst vorgibt und ihnen die Richtung weist. Daß diese Lebenswerte heute weitgehend in unserer Gesellschaft (und da ist es "Nacht") nicht mehr akzeptiert und gelebt werden, ist ja auf den vorhergehenden Verlust des übernatürlichen Glaubens und der Sakramente, auf weiten Strecken, wie wir ihn seit 50 Jahren rasant erlebt haben, maßgeblich zurückzuführen.
Es ist die Erkenntnis und kindliche Annahme der ersten Wahrheit, die zugleich Erkenntnis und Annahme des letzten Zieles unseres Wirkens ist. Nicht das eine ohne das andere. Das heißt, daß sogar ein authentisches moralisches Handeln ohne diesen Glauben, der es ja erst begründen muß, sinn-, und letztendlich, im übernatürlichen Sinne, wertlos wäre.
Es gibt also keinen einseitigen Primat des Handelns im Christentum, auch dann nicht, wenn der Begriff "Jesuanisch" (mißfällt es so, daß Jesus der Christus, der Messias ist, daß dieser sein Name heruntergespielt werden muß?) daran angehängt wird.
Glauben im christlichen Sinne ist das mit Gewißheit verbundene Fürwahrhalten geoffenbarter Wahrheiten, und zwar nicht auf Grund einer persönlichen Einschätzung oder Erfahrung, oder eines subjektiven Gefühls, denn die Offenbarung tritt immer von außen, durch ihre Gewährsperson, die Kirche, an uns heran, sondern auf Grund der Autorität dessen, der sie der Kirche offenbart, der nicht irrt und nicht irreführen kann. Est fides sperandarum substantia rerum, argumentum non apparentium, nach dem Wort des Apostels.
Diese göttliche Gewähr des kirchlichen Lehramtes ist es, die den übernatürlichen Glauben erst ermöglicht und begründet (denn der Glaube ist aus dem Hören), der dann unser Handeln lenkt, indem die göttliche Gnade unseren Willen und unseren Verstand ergreift und zur Annahme zunächst dieses an uns angetragenen Glaubens, sodann aber auch seiner praktischen Lebensforderungen bringt.

Es ist klar, daß der Christ zwar in der Welt, aber nicht von der Welt ist. Es ist aber müßig, hier zwischen abgrenzen oder abkapseln unterscheiden zu wollen, das wäre höchstens eine Gradation, die nach den Umständen mehr oder weniger gegeben oder gerechtfertigt sein kann.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 13. August 2017, 16:32

Raphael, die Einschränkung und die Begründung dieser Einschränkung habe ich mitgeliefert. Ein "kann" war zwar überflüssig aber nicht sinnentstellend, wenn Du nach Sinn gesucht hättest.

Edit: außerdem war ich der Meinung, ihr hättet genug gegiftet und wollte auf das Thema zurück.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Raphael » Sonntag 13. August 2017, 16:53

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:32
Raphael, die Einschränkung und die Begründung dieser Einschränkung habe ich mitgeliefert. Ein "kann" war zwar überflüssig aber nicht sinnentstellend, wenn Du nach Sinn gesucht hättest.

Edit: außerdem war ich der Meinung, ihr hättet genug gegiftet und wollte auf das Thema zurück.
Dann verstehe ich Dein "in die Bresche springen" noch weniger! :achselzuck:

Was war denn der von Dir beabsichtigte Sinn Deines Beitrages? :hmm:

Das Thema des Stranges selber ist doch längst ausdiskutiert und die beiden Ankläger CIC_Fan und virus probatus versuchen nur noch das Messer, welches durch die Täter in den Leib der Kirche gestoßen worden ist, noch ein bißchen tiefer zu drücken. :/
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Raphael » Sonntag 13. August 2017, 18:22

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Romanus hat geschrieben:
Freitag 11. August 2017, 19:04
Abkapseln kann man sich letzlich nur gegen andere Lebewesen; nach meinem Verständnis. Bei der Sintflut gibt es die nicht mehr.
Als die Arche gebaut wurde, gab es sie schon noch.
Romanus hat geschrieben:
Freitag 11. August 2017, 19:04
Abgrenzen hingegen bedeutet, dass ich als Christ nach jesuanischer Ethik Kante zeige, indem ich beispielsweise straight edge lebe; indem ich anderen wachsam, demütig, barmherzig und friedvoll begegne. Dabei utilitaristisch zu denken, ist hier nicht zielführend. Man ist einfach eine Liebe und Frieden stiftende Kraft.
Ich kann mit dieser Diktion leider nichts anfangen.
"Jesuanische Ethik".
Das ist keine katholische Ausdrucksweise.
"Jesuanische Ethik" ist m.E. an dieser Stelle einladend zu verstehen; eine Form der captatio benevolentiae, die Romanus dort verwendet. :huhu:
Der Begriff wird lediglich genutzt, um keine unnötigen Schranken hinsichtlich der religiösen Botschaft aufzubauen, die mit dem Kommen von Jesus Christus in diese Welt verbunden sind bzw. auf subjektiver Ebene sein können.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Romanus » Sonntag 13. August 2017, 18:38

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Ich kann mit dieser Diktion leider nichts anfangen.
"Jesuanische Ethik".
Das ist keine katholische Ausdrucksweise.
Wenn es dir ernst mit dem Missionsbefehl ist, solltest du versuchen, weniger meine Diktion zu kritisieren als vielmehr eine Diktion einzuüben, die meiner individualisierten Ausdrucksweise etwas weniger Geschwurbeltes entgegensetzt. Darüber hinaus solltest du versuchen anzuerkennen, dass es durchaus eine zeitgemäße Diktion geben kann, die mit anderen Worten zwar, aber dennoch katholische Inhalte beschreibt, ohne gleich seicht zu werden. Woher sollten Menschen wie ich, die mitten im Leben dem Ruf Jesu folgen, die katholische Ausdrucksweise beherrschen, die bei dir ja auch nur angelernt und kopiert ist? Diesbezüglich besteht also kein Grund, sich überheblich zu zeigen.
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Das Christentum ist zunächst keine Ethik, obwohl natürlich der christliche Glaube, der, wenn er nicht tot ist, durch seine Werke und in seinen Werken gelebt wird, klar den Maßstab vorgibt, welches Handeln gut und welches Handeln böse ist. Das ist die christliche Moral die, spekulativ, weiter in die Aszetik und Mystik übergeht. Diese Lebenswerte können aber nicht ohne den übernatürlichen Glauben existieren, der sie erst vorgibt und ihnen die Richtung weist. Daß diese Lebenswerte heute weitgehend in unserer Gesellschaft (und da ist es "Nacht") nicht mehr akzeptiert und gelebt werden, ist ja auf den vorhergehenden Verlust des übernatürlichen Glaubens und der Sakramente, auf weiten Strecken, wie wir ihn seit 50 Jahren rasant erlebt haben, maßgeblich zurückzuführen.
Hier wäre zu hinterfragen, worin die Ursachen des übernatürlichen Glaubensverlusts überhaupt liegen. Das würde allerdings erfordern, sich kritisch mit der Katholizität der Kirche auseinanderzusetzen (was du ja anscheinend ablehnst, da du hier hauptsächlich nach angeblich Unkatholischem fahndest). Nachdem was du als User Lycobates hier verkörperst, traue ich dir allerdings auch keinen außerkatholischen Wortschatz oder auch ein unvoreingenommenes Denken zu. Denn dein Verständnis von Kirche erscheint mir doch ziemlich einseitig geprägt. Statt das Leben der Menschen im Licht des Evangeliums zu reflektieren, ist es natürlich einfacher, die Situation zu beklagen und vom Elfenbeinturm herabzuschauen.
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Es ist klar, daß der Christ zwar in der Welt, aber nicht von der Welt ist. Es ist aber müßig, hier zwischen abgrenzen oder abkapseln unterscheiden zu wollen, das wäre höchstens eine Gradation, die nach den Umständen mehr oder weniger gegeben oder gerechtfertigt sein kann.
Es sind auch andere Dinge müßig. Zum Beispiel zwischen dem gültigen und dem CIC aus dem Jahr 1917 unterscheiden zu müssen, wenn man deine Beiträge liest. Das erfordert weitaus andere Gradationsübungen, als nur zwischen den Vokabeln abgrenzen und abkapseln zu unterscheiden.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von umusungu » Sonntag 13. August 2017, 22:18

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Ich kann mit dieser Diktion leider nichts anfangen.
"Jesuanische Ethik".
Das ist keine katholische Ausdrucksweise.
Warum sollte das keine katholische Ausdrucksweise sein?

Was verstehtst Du überhaupt unter einer "katholischen Ausdrucksweise"?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Romanus » Montag 14. August 2017, 09:15

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Es gibt also keinen einseitigen Primat des Handelns im Christentum, auch dann nicht, wenn der Begriff "Jesuanisch" (mißfällt es so, daß Jesus der Christus, der Messias ist, daß dieser sein Name heruntergespielt werden muß?) daran angehängt wird.
Woraus folgerst du einen „einseitigen Primat des Handelns“ überhaupt? Und bei wem?
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Glauben im christlichen Sinne ist das mit Gewißheit verbundene Fürwahrhalten geoffenbarter Wahrheiten, und zwar nicht auf Grund einer persönlichen Einschätzung oder Erfahrung, oder eines subjektiven Gefühls, denn die Offenbarung tritt immer von außen, durch ihre Gewährsperson, die Kirche, an uns heran, sondern auf Grund der Autorität dessen, der sie der Kirche offenbart, der nicht irrt und nicht irreführen kann.

Wenn die Offenbarung von außen an jemanden herantritt (ähnlich wie Musik an unser Ohr) und keinen Resonanzboden in einer Person vorfindet, bleibt der Glaube tot. Frage: Trifft die Offenbarung (oder auch die Musik) nicht auf eine hörenden Menschen, der auf das Gehörte zwangsläufig „mit persönlicher Einschätzung oder Erfahrung, oder eine[m] sujektiven Gefühl[…]“ reagiert, aus dem einfachen Grund, weil er ein Mensch ist?
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 16:19
Diese göttliche Gewähr des kirchlichen Lehramtes ist es, die den übernatürlichen Glauben erst ermöglicht und begründet (denn der Glaube ist aus dem Hören), der dann unser Handeln lenkt, indem die göttliche Gnade unseren Willen und unseren Verstand ergreift und zur Annahme zunächst dieses an uns angetragenen Glaubens, sodann aber auch seiner praktischen Lebensforderungen bringt.
Wenn ich es richtig verstehe, ist Glaube durch das kirchliche Lehramt erst möglich. Glaube umfasst allerdings den ganzen Menschen, nicht nur „unseren Willen und unseren Verstand“, weil der Mensch aus Leib und Seele besteht. Denn „die Seele durchdringt den Leib so sehr, daß die organisierte Materie des Leibes zum ,durchgeistigten Leib’ wird. Gleichzeitig aber wird der Geist [als individuierte Seele, J.B.] ,materialisierter und organisierter Geist’“ (Stein 2004, S. 107).

Womöglich wäre einmal die Lektüre von Edith Stein sehr befruchtend, Lycobates. Ich komme darauf, weil ich den Eindruck habe, hier soll vermittelt werden, dass Gefühle etwas Negatives oder eine Schwäche sind.
„Die Kirche ist ein Kind der Zeit, Gott aber nicht, und der Bischof von Rom, sein Stellvertreter, kann zeitlichen Mächten nicht dienlich sein.“ (Andreas Kilb)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lycobates » Montag 14. August 2017, 12:41

Romanus hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 09:15
Wenn die Offenbarung von außen an jemanden herantritt (ähnlich wie Musik an unser Ohr) und keinen Resonanzboden in einer Person vorfindet, bleibt der Glaube tot.
Dann kommt kein Glaube zustande, und zwar weil sich des Menschen Wille ihm versagt.
Credere voluntatis est. Glauben ist Sache des Willens. Zunächst jedenfalls, wie ich meine hinreichend angedeutet zu haben:
Diese göttliche Gewähr des kirchlichen Lehramtes ist es, die den übernatürlichen Glauben erst ermöglicht und begründet (denn der Glaube ist aus dem Hören), der dann unser Handeln lenkt, indem die göttliche Gnade unseren Willen und unseren Verstand ergreift und zur Annahme zunächst dieses an uns angetragenen Glaubens, sodann aber auch seiner praktischen Lebensforderungen bringt.
Daß andere Momente dann hinzutreten, und letztendlich der Glaube den ganzen Menschen umfaßt, und daß dieser Mensch eine Einheit von Leib und Seele bildet, steht nicht zur Debatte.
Hier ging es um die Anfangsgründe des Glaubens.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Romanus » Montag 14. August 2017, 14:04

Lycobates hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 12:41
Romanus hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 09:15
Wenn die Offenbarung von außen an jemanden herantritt (ähnlich wie Musik an unser Ohr) und keinen Resonanzboden in einer Person vorfindet, bleibt der Glaube tot.
Dann kommt kein Glaube zustande, und zwar weil sich des Menschen Wille ihm versagt.
Credere voluntatis est. Glauben ist Sache des Willens. Zunächst jedenfalls, wie ich meine hinreichend angedeutet zu haben:
Diese göttliche Gewähr des kirchlichen Lehramtes ist es, die den übernatürlichen Glauben erst ermöglicht und begründet (denn der Glaube ist aus dem Hören), der dann unser Handeln lenkt, indem die göttliche Gnade unseren Willen und unseren Verstand ergreift und zur Annahme zunächst dieses an uns angetragenen Glaubens, sodann aber auch seiner praktischen Lebensforderungen bringt.
Daß andere Momente dann hinzutreten, und letztendlich der Glaube den ganzen Menschen umfaßt, und daß dieser Mensch eine Einheit von Leib und Seele bildet, steht nicht zur Debatte.
Hier ging es um die Anfangsgründe des Glaubens.
Danke, das ist jetzt verständlich.

Aber Vorsicht, dem (erwachsenen) Willen zu glauben, geht bei der christlichen Sozialisierung ein kindlicher Glaube an Jesus Christus voraus, bei dem der Resonanzboden, um bei dem Bild zu bleiben, vom Verstand her noch gänzlich unverstellt ist.

Aus der Perspektive des Missionsbefehls her gedacht, bedeutet diese Erkenntnis, dass es zunächst wichtiger sein kann, den Resonanzboden der Menschen in Schwingungen zu versetzen, als den Verstand mit Dogmen, Gesetzen und dergleichen zu überformen. Entsprechend erinnert ja auch der Herr daran, wie Kinder Gottes zu sein. Das Interesse am Glaubenswissen entwickelt sich mithin nicht selten in umgekehrter Reihenfolge oder sogar parallel. Und die Anfangsgründe des Glaubens sind vielfältiger und individueller, als schulbuchmäßig von dir dargestellt.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Montag 14. August 2017, 14:25

Romanus hat geschrieben:
Montag 14. August 2017, 14:04

Das Interesse am Glaubenswissen entwickelt sich mithin nicht selten in umgekehrter Reihenfolge oder sogar parallel. Und die Anfangsgründe des Glaubens sind vielfältiger und individueller, als schulbuchmäßig von dir dargestellt.
Das ist sicher richtig. Die Diskussion scheint mir hier um das Dilemma zu gehen, dass einerseits zur Recht auf das objektiv richtige des Glaubensinhalts und vermutlich auch auf seine Vollständigkeit insistiert wird, andererseits der subjektive Glaubenszugang und die begrenzten Möglichkeiten seiner Realisierung auf mehr als rationalen Gebiet, wenn denn überhaupt, hingewiesen wird. Ich halte dieses Dilemma für unauflöslich, denn, weil ich Theologie studiert habe, ist mir der Zusammenhang und die Bedeutung des gesamten christlichen Glaubensgut zwar eingängig, ich bezweifle aber. dass es für mich irgendeinen Unterschied machen würde, wenn es die letzten Dogmen nicht gegeben hätte. Es gibt auch in meinem Leben Glaubensinhalte, die ich glaubwürdiger bezeugen kann, als andere. Ich denke mit Romanus, dass es daran liegt, dass ich ein Mensch bin.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von ziphen » Sonntag 20. August 2017, 00:37

Ist das hier schon bekannt?
focus.de hat geschrieben:Vier Jahre lang wurde Daniel Pittet als kleiner Junge von einem Kapuzinermönch vergewaltigt und sogar zu Porno-Aufnahmen gezwungen. Pittet hat ein Buch über dieses Martyrium geschrieben – mit Unterstützung des Papstes. FOCUS Online veröffentlicht das Vorwort von Papst Franziskus.
Zum Vorwort des Papstes aus dem Buch
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

Paul Gerhardt: O Welt, sieh hier dein Leben

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Montag 21. August 2017, 18:26


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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 22. August 2017, 19:23

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 21. August 2017, 18:26
und wiedermal was aus Australien
https://deutsch.rt.com/newsticker/56033 ... istlicher/
http://www.dailymail.co.uk/news/article ... abuse.html

Former Catholic priest, 75, jailed for just four months after forcing a Year 4 student to fondle him by threatening that she would go to hell
Catholic priest Anthony Colbourne, now 75, jailed for historic sexual abuse
Colbourne was jailed for four months for indecently assaulting girl, aged eight
Victim said he had forced her to fondle him by threatening she would go to hell
Fellow Capuchin Friar said he welcomed sentencing for 'heinous crimes' 
Da unten scheint das alles noch viel schlimmer zu sein als hier.
Ich bin ja öfters da, so auch nächste Woche wieder.
Was mir immer auffällt ist, daß dort im Gegensatz zu hier eine Disziplin und ein Drill herrscht, wie wir sie hier nur vor dem Konzil kannten.
Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß diese Missbräuche damit zusammenhängen.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 22. August 2017, 19:40

Mich erstaunt, dass die Justiz dort nach dreißig Jahren noch tätig werden kann.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 23. August 2017, 10:08

warum nicht? es verjähren dort offenbar solche verbrechen nicht was auch bei uns sehr gut wäre
zur sache als solches
ich nehme als Interessenvertreter von Heimbewohnern ect immer wieder an Kontrollen solcher Institutionen teil diese sind immer unangekündigt und ich komme auch schon mal um 6 uhr 30 morgens :D
was mir in frommen institutionen sehr oft auffällt ist das Gefühl man betritt eine andere Welt und die Ablehnung von Neuerungen im Umgang mit Klienten
so erinnere ich mich an einem Fall wo der Magistrat schon mit Schließung drohte wenn die Bewohner keinen Hausschlüssel kriegen erst nach dem durch den Kardinal und den Orden die Oberin angesetzt wurde und ein Sozialarbeiter im Auftrag des Kardinals die Leitung übernahm waren alle Probleme mit einem Schlag gelöst
Das Ganze ist sicher nicht böser Wille sondern ein Problem daß sich durch die Überalterung der Pflegeorden ergibt
Alte Schwestern betreuen Behinderte und gebrechliche Alte daß kann nicht gut gehn
der Wiener Kardinal sagte in einem Gespräch mit den Magistrats Behörden, bei dem ich anwesend war
das Problem ist daß vor allem Schwesternorden nicht abschätzen können wenn es nicht mehr geht
die Diözese hat alles getan um solche Heime in eine andere Rechtsform zu überführen wo diese dann von Fachleuten geführt werden
nur scheitert es eben immer wieder an den Schwestern die es gut meinen
und in Australien hats dieser "Satanspriester"´eben nicht gut gemeint

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Niels » Dienstag 29. August 2017, 16:58

"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 29. August 2017, 17:02

Man kann nicht ein kleines Kind in eine in eine völlig anders religiös sozialisierte familie geben

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Niels » Dienstag 29. August 2017, 17:14

Können tut man das schon. Man hat es ja getan. Was herauskommt, sieht man.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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