Mißbrauchsanschuldigungen II

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umusungu
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von umusungu » Dienstag 3. Januar 2017, 20:24

Marion hat geschrieben:Diese Worte anlässlich des Festes der unschuldigen Kinder sind ein Missbrauch des Festes der hll. Unschuldigen Kinder. Die Kirche hat diesen Tag immer gefeiert und sich gefreut, wie hier zu sehen
Diese nicht-getauften und teilweise wohl auch noch unbeschnittenen Kinder fielen dem blanken Machtrausch eines Despoten zum Opfer.
Wie konnte ihnen die Himmelskrone zuteil werden, während Kinder in einer ähnlichen Situation in anderen Landesteilen eines natürlichen Todes starben - und dann wohl nicht die Himmelskrone erringen konnten.

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Marion
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Marion » Dienstag 3. Januar 2017, 20:28

taddeo hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Das Papstschreiben an die Bischöfe anlässlich des Festes der unschuldigen Kinder:

Papst verurteilt Kindesmissbrauch durch Priester: 'Nie wieder'
Diese Worte anlässlich des Festes der unschuldigen Kinder sind ein Missbrauch des Festes der hll. Unschuldigen Kinder. Die Kirche hat diesen Tag immer gefeiert und sich gefreut, wie hier zu sehen
Was willst du damit sagen? :hmm: Daß sich die Kirche über die von Priestern mißbrauchten Kinder freuen sollte? :achselzuck:
Nein, ich möchte sagen und sage, dass das Freudenfest missbraucht wird.
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Marion
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Marion » Dienstag 3. Januar 2017, 20:29

umusungu hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Diese Worte anlässlich des Festes der unschuldigen Kinder sind ein Missbrauch des Festes der hll. Unschuldigen Kinder. Die Kirche hat diesen Tag immer gefeiert und sich gefreut, wie hier zu sehen
Diese nicht-getauften und teilweise wohl auch noch unbeschnittenen Kinder fielen dem blanken Machtrausch eines Despoten zum Opfer.
Wie konnte ihnen die Himmelskrone zuteil werden, während Kinder in einer ähnlichen Situation in anderen Landesteilen eines natürlichen Todes starben - und dann wohl nicht die Himmelskrone erringen konnten.
St. Augustin beschäftigt sich auch mit dieser Frage. Antwort: Das weiß der Herr allein.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 31. Januar 2017, 04:27

https://www.kathpress.at/goto/meldung/1 ... -dimension
Zollner sprach von einer "besonderen Verantwortung" aller Kirchenmitarbeiter, die als Einzelpersonen wie auch als Institution die Kirche repräsentierten. Von ihnen hänge die Authentizität und Glaubwürdigkeit ab. Präventionsarbeit müsse darauf abzielen, sexuelle Gewalt von vorne herein zu unterbinden - durch Verminderung von Risikofaktoren und Erhöhung von Schutzfaktoren

Im Gegensatz dazu:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/port ... 51350.html
„die Verantwortung für eine Straftat trägt der Täter. Ich bin nicht verantwortlich für alles, was unsere Geistlichen und Mitarbeiter tun“,
Wie geht das unter dem gleichen Dach ?
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 31. Januar 2017, 10:28

das sollte mal ein Schuldirektor sagen in dessen Verantwortung so etwas vorfällt

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JosefBordat
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von JosefBordat » Dienstag 7. Februar 2017, 10:20

Die Kirche Australiens gerät in die Schlagzeilen – und das sind keine angenehmen. Eine Erhebung der nationalen Missbrauchskommission ergab, dass im Zeitraum 1950 bis 2009 insgesamt 4.444 Kinder von Ordensangehörigen und Priestern missbraucht wurden. Jeder 14. Priester sei damit in Fälle sexuellen Missbrauchs verwickelt, über 1000 Einrichtungen seien betroffen gewesen. - https://jobo72.wordpress.com/2017/02/07 ... ustralien/

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 7. Februar 2017, 10:22

das ganze ist wie die Pest ich verstehe wirklich nicht daß kirchliche Autoritäten da jahrzehnte lang nicht engstens mit staatlichen Behörden zusammengearbeitet haben

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Raphael
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Raphael » Dienstag 7. Februar 2017, 10:42

JosefBordat hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 10:20
Die Kirche Australiens gerät in die Schlagzeilen – und das sind keine angenehmen. Eine Erhebung der nationalen Missbrauchskommission ergab, dass im Zeitraum 1950 bis 2009 insgesamt 4.444 Kinder von Ordensangehörigen und Priestern missbraucht wurden. Jeder 14. Priester sei damit in Fälle sexuellen Missbrauchs verwickelt, über 1000 Einrichtungen seien betroffen gewesen. - https://jobo72.wordpress.com/2017/02/07 ... ustralien/

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Das zeigt nur, wie böse der Mensch auch innnerhalb der Kirche sein kann, wenn er sich selbst für sakrosankt hält! :traurigtaps:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 7. Februar 2017, 10:43

natürlich und das die kirchliche Obrigkeit verwerfliche Prioritäten gesetzt hat

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JosefBordat
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von JosefBordat » Dienstag 7. Februar 2017, 11:58

Angesichts der fürchterlichen Nachricht aus dem fernen Australien, die mir (und offenbar auch vielen Anderen) sehr nahe gehen, ist das Entsetzen groß. Und die Ratlosigkeit. Was tun? Drei sinnvolle und drei weniger sinnvolle Maßnahmen: https://jobo72.wordpress.com/2017/02/07 ... assnahmen/

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 7. Februar 2017, 17:21

JosefBordat hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 11:58
Angesichts der fürchterlichen Nachricht aus dem fernen Australien, die mir (und offenbar auch vielen Anderen) sehr nahe gehen, ist das Entsetzen groß. Und die Ratlosigkeit. Was tun? Drei sinnvolle und drei weniger sinnvolle Maßnahmen: https://jobo72.wordpress.com/2017/02/07 ... assnahmen/

JoBo
Die Deutsche Kirche hat kein Recht, mit den Fingern auf Australien zu zeigen. Wenn Sie es tut, dann wahrscheinlich, um vom eigenen Fehlverhalten abzulenken. Wenn man allein die Fallzahlen des Bistums Regensburg (dort speziell in den Vorschulen der Domspatzen und Knabenseminaren) mit Australien vergleicht (1,2 Mio. zu 6 Mio. ist etwa 1/5) dann ist die Diözese Regensburg nicht besser als Australien.
http://www.domspatzen.de/fileadmin/down ... _Weber.pdf
Allein laut diesem Statement hat die Quote der Missbrauchten bei den Domspatzen bis zu 30% in einer einzigen Einrichtung betragen.

Prävention kann nicht daraus bestehen, daß man den Leuten einschärft, daß sie nicht ins Schwimmbad dürfen.
Es muss ein ganzheitlicher Prozess in der Priesteraus- und Weiterbildung einsetzen.

Solange sich die Herren des Klerus mit Fug und Recht belehrungsresistent geben, wird das nichts.
Im Bistum Münster wurde, und das war ganz harmlos, ein Pfarrer innerhalb eines Jahres zwei Mal wegen telefonischer Belästigung seiner Gemeindemitglieder zwangsversetzt. Übergriffigkeit ist kein Teil der Berufung, aber die meisten scheinen das zu glauben.
Nein heisst nein: Das muss in die Köpfe.

Und eines kann ich aus eigener, vielfacher Anschauung zum Thema Australien sagen: Da herrscht noch "Zucht und Ordnung". Also etwas, was viele hier vermissen. Insoweit mag auch da ein Zusammenhang zum Missbrauch bestehen.
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umusungu
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von umusungu » Dienstag 7. Februar 2017, 18:22

Vir Probatus hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 17:21
Solange sich die Herren des Klerus mit Fug und Recht belehrungsresistent geben, wird das nichts.
Weißt Du, was in meinem Bistum an Präventionsschulungen für alle im pastoralen Dienst durchgeführt wurde?
Zur Zeit liegt ein dicker Ordner auf dem Tisch zum Thema Prävention......

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Protasius
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Protasius » Dienstag 7. Februar 2017, 18:27

umusungu hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 18:22
Vir Probatus hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 17:21
Solange sich die Herren des Klerus mit Fug und Recht belehrungsresistent geben, wird das nichts.
Weißt Du, was in meinem Bistum an Präventionsschulungen für alle im pastoralen Dienst durchgeführt wurde?
Zur Zeit liegt ein dicker Ordner auf dem Tisch zum Thema Prävention......
Das ist in Paderborn auch so, für alle, die eventuell mit Kindern zu tun haben; jeder 80-jährige Küster, jeder jugendliche Gruppenleiter, jeder Firmkatechet bekommt eine 6-stündige Weiterbildung zum Thema Kindeswohlgefährdung verordnet, muß ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und eine Selbstverpflichtung unterschreiben. Ich gehe stark davon aus, daß die Hauptamtlichen in dieser Hinsicht noch mehr machen müssen als Ehren- und Nebenamtliche.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Mittwoch 8. Februar 2017, 09:14

In Sachen Prävention sind kirchliche Einrichtungen in den letzten Jahren wirklich kaum noch zu toppen. Das führt manchmal zu unerwünschten Auswüchsen. Schulpraktika sind zum Beispiel kaum noch möglich, da 15 und 16-jährige einfach noch kein erweitertes Führungszeugnis bekommen können.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von taddeo » Mittwoch 8. Februar 2017, 10:58

Protasius hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 18:27
umusungu hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 18:22
Vir Probatus hat geschrieben:
Dienstag 7. Februar 2017, 17:21
Solange sich die Herren des Klerus mit Fug und Recht belehrungsresistent geben, wird das nichts.
Weißt Du, was in meinem Bistum an Präventionsschulungen für alle im pastoralen Dienst durchgeführt wurde?
Zur Zeit liegt ein dicker Ordner auf dem Tisch zum Thema Prävention......
Das ist in Paderborn auch so, für alle, die eventuell mit Kindern zu tun haben; jeder 80-jährige Küster, jeder jugendliche Gruppenleiter, jeder Firmkatechet bekommt eine 6-stündige Weiterbildung zum Thema Kindeswohlgefährdung verordnet, muß ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und eine Selbstverpflichtung unterschreiben. Ich gehe stark davon aus, daß die Hauptamtlichen in dieser Hinsicht noch mehr machen müssen als Ehren- und Nebenamtliche.
Als fest angestellter Kirchenmusiker (der mit Kindern nur insofern zu tun hat, als ich Schülermessen zu spielen habe) brauche ich ein erweitertes Führungszeugnis genauso, wie schon früher als ehrenamtlicher Helfer in der Ministrantenausbildung, oder als Betreuer bei einer Ministrantenwallfahrt nach Rom. Ohne geht da heute überhaupt nix mehr.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von HeGe » Donnerstag 9. Februar 2017, 11:00

FAZ hat geschrieben:Ermittlungen im Bistum Limburg wegen Kinderpornografie

Auf dem Dienst-PC des Büroleiters von Bischof Georg Bätzing sollen zahlreiche Kinderpornos gefunden worden sein. Gegen ihn wurde offenbar wochenlang verdeckt ermittelt, bevor sein Büro im Bischofshaus durchsucht wurde. [...]
:(
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 9. Februar 2017, 11:21

In dem Bistum ist der Wurm drin wer ist dieser Herr eigentlich

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von HeGe » Donnerstag 9. Februar 2017, 11:29

CIC_Fan hat geschrieben:
Donnerstag 9. Februar 2017, 11:21
In dem Bistum ist der Wurm drin wer ist dieser Herr eigentlich
Das steht doch in dem von mir verlinkten Artikel. :roll: Der angeblich Beschuldigte ist Büroleiter des Limburger Bischofs, ständiger Diakon und Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat. Ob er der tatsächlich Beschuldigte ist, ist nach dem Artikel aber ebenso noch Mutmaßung, wie seine Schuld. Bestätigt ist offiziell bislang nur, dass es entsprechende Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter des Bistums Limburg gibt.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 9. Februar 2017, 12:01

ich meinte ob man etwas von ihm weiß wie er sich kirchenpolitisch engagiert ect

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:57

http://www.fnp.de/lokales/limburg_und_u ... 80,2466506
Dieser ist 55 Jahre alt und Familienvater. Er arbeitete als Büroleiter und Referent des Bischofs. Bei allen wichtigen Anlässen im Dom, wie der Bischofsweihe und der Amtseinführung Bätzings im vergangenen September, stand er im Altarraum in vorderer Reihe.

Der Beschuldigte, Theologe und Kirchenrechtler, Domdiakon und Richter am Bischöflichen Ehegericht, gilt als Vertreter der reinen Lehre. Die Liturgie sei ihm wichtiger als die Seelsorge, hieß es in der Pfarrei „St. Goar“ in Hundsangen (Westerwald), wo er bis zum Sommer 2013 insgesamt 13 Jahre wirkte und nach Auseinandersetzungen ausschied. Der damalige Leiter der Diözese, der Apostolische Administrator Manfred Grothe, ernannte ihn zum Büroleiter in der Residenz am Dom. Der Mann zog mit seiner Familie in einen Limburger Stadtteil.
"Vertreter der reinen Lehre", sozusagen "Züchtig, beherrscht und rein".
Diese Kirche testet die Aussage "Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen" wirklich intensiv aus.

Das ist ein herber Rückschlag für den neuen Bischof.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 9. Februar 2017, 14:29

genau so etwas wollte ich wissen danke

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Yeti » Donnerstag 9. Februar 2017, 16:18

Vir Probatus hat geschrieben:
Donnerstag 9. Februar 2017, 13:57
http://www.fnp.de/lokales/limburg_und_u ... 80,2466506
Dieser ist 55 Jahre alt und Familienvater. Er arbeitete als Büroleiter und Referent des Bischofs. Bei allen wichtigen Anlässen im Dom, wie der Bischofsweihe und der Amtseinführung Bätzings im vergangenen September, stand er im Altarraum in vorderer Reihe.

Der Beschuldigte, Theologe und Kirchenrechtler, Domdiakon und Richter am Bischöflichen Ehegericht, gilt als Vertreter der reinen Lehre. Die Liturgie sei ihm wichtiger als die Seelsorge, hieß es in der Pfarrei „St. Goar“ in Hundsangen (Westerwald), wo er bis zum Sommer 2013 insgesamt 13 Jahre wirkte und nach Auseinandersetzungen ausschied. Der damalige Leiter der Diözese, der Apostolische Administrator Manfred Grothe, ernannte ihn zum Büroleiter in der Residenz am Dom. Der Mann zog mit seiner Familie in einen Limburger Stadtteil.
"Vertreter der reinen Lehre", sozusagen "Züchtig, beherrscht und rein".
Diese Kirche testet die Aussage "Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen" wirklich intensiv aus.

Das ist ein herber Rückschlag für den neuen Bischof.
Der Beschuldigte, Theologe und Kirchenrechtler, Domdiakon und Richter am Bischöflichen Ehegericht, gilt als Vertreter der reinen Lehre. Die Liturgie sei ihm wichtiger als die Seelsorge, hieß es in der Pfarrei „St. Goar“ in Hundsangen (Westerwald), wo er bis zum Sommer 2013 insgesamt 13 Jahre wirkte und nach Auseinandersetzungen ausschied.
Er war offenbar theologisch unbequem. So ein "Glück" für interessierte Kreise der Hierarchie, dass man da bei ihm was fand.
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Yeti » Donnerstag 9. Februar 2017, 16:25

Diakon Ullrich Schmaus hat geschrieben:Die Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in Deutschland hat den Vorstoß von Papst Franziskus, eine Studienkommission zur Prüfung eines Diakonats der Frau einzusetzen, begrüßt. "Mit großem Interesse hat die Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in Deutschland die Ankündigung von Papst Franziskus vernommen, eine Studienkommission einzusetzen, welche die historischen und theologischen Grundlagen eines Diakonats der frau erforschen soll", schreibt Diakon Ullrich Schmaus in einer Presseerklärung. Der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft kommt aus dem Bistum Limburg.

"Eine fundierte Reflexion der historischen Gegebenheiten und eine systematische Einordnung kann helfen, das Für und Wider eines Diakonats der Frau zu erkunden", so Schmaus weiter. Von entscheidender Bedeutung werde dabei sein, die Prüfung in das "Gesamt der Amtstheologie" zu integrieren und den Stellenwert des Apostolischen Schreibens "Ordinatio Sacerdotalis" zu klären.
Vielleicht kam er bzw. das Gremium ja zu "falschen" (v/o "unerwünschten") Schlussfolgerungen...
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Yeti » Donnerstag 9. Februar 2017, 18:18

[Zitate entfernter Beiträge ebenfalls entfernt. -HeGe]


Ich wette, FB selbst bzw. seine Pressestelle wird in nicht allzukurzer Zeit eben darauf verfallen, denn am Bischof bleibt auch in diesem Fall etwas haften.
Die Welt hat geschrieben:Im Netz ergoss sich nach Bekanntwerden der Meldung eine Flut des Spotts und der Verachtung über Limburg. „Nach dem Skandal um Tebartz-van Elst das Vertrauen zurückzugewinnen. Läuft im Bistum Limburg“, schrieb jemand auf Twitter, „Sind das die Werte des christlichen Abendlandes?“, ein anderer. Ein anderer Nutzer fragt spöttisch: „Bleibt die Frage, ob das Glockenspiel in Limburg auch 'Ihr Kinderlei kommet' spielt....“ Damit spielte er an auf die andere Nachricht, die Limburg gerade Schlagzeilen beschert hatte: Wegen des Protests einer Veganerin war am Glockenspiel das Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ abgestellt worden.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Sempre » Donnerstag 9. Februar 2017, 19:19

Zuletzt geändert von Sempre am Donnerstag 9. Februar 2017, 19:20, insgesamt 1-mal geändert.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 9. Februar 2017, 19:19

Ich meinte mit FB Facebook. :hae?:
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 10. Februar 2017, 00:55

umusungu hat geschrieben:
Dienstag 3. Januar 2017, 20:24
Diese nicht-getauften und teilweise wohl auch noch unbeschnittenen Kinder fielen dem blanken Machtrausch eines Despoten zum Opfer.
Wie konnte ihnen die Himmelskrone zuteil werden, während Kinder in einer ähnlichen Situation in anderen Landesteilen eines natürlichen Todes starben - und dann wohl nicht die Himmelskrone erringen konnten.
Sie starben um Jesu willen und an seiner Statt.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Hll. Unschuldige Kinder

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 10. Februar 2017, 01:03

Ildefons Schuster, Liber Sacramentorum II, übersetzt von Richard Bauersfeld, Regensburg 1929, S. 185 – 188, hat geschrieben:
DIE HL. UNSCHULDIGEN KINDER, MARTYRER
Stationskirche: St. Paul vor den Mauern


Heute wird die Stationsfeier in St. Paul begangen, teils weil nach alter Tradition hier Reliquien der Unschuldigen Kinder ruhen, teils weil die alte Liturgie in feinem Gefühle die hohen Kirchenfeste gern an den Gräbern der Apostelfürsten Petrus und Paulus feierte. So hielt man es an den drei Sonntagen vor der Fastenzeit, bei den Taufskrutinien, zu Ostern, Pfingsten und so auch in der Weihnachtszeit. Möglicherweise ist die heutige Statio in St. Paul, nach dem Weihnachtsfeste in St. Peter, eine letzte Erinnerung an das alte Fest der beiden Apostelfürsten, von dem einige Kalender und Festverzeichnisse der Ostkirche aus dem 4. Jahrhundert Kunde geben.

Zu welcher Zeit die römische Kirche das Fest der Unschuldigen Kinder in seinen Kalender aufgenommen hat, läßt sich nicht genau feststellen. Das Fest erscheint jedoch bereits unter dem heutigen Datum im Kalender der Kirche von Karthago (5.-6. Jahrhundert) und im Leonianum und Gelasianum, während die Syrer es auf den 23. September verlegen. Sicher findet sich das Gedächtnis der unschuldig von Herodes getöteten Kinder schon früh im Gefolge des Weihnachtsfestes und machte den 29. Dezember zu einem Buß- und Trauertage in Rom. Nach den Ordines trug der Papst und seine Assistenten heute Paramente von violetter Farbe, Diakon und Subdiakon die bei Prozessionen üblichen Pänulen. Der Papst bediente sich überdies nur der einfachen, weißen Mitra. Bei der Matutin unterblieb das Te Deum, bei der Messe Gloria und Alleluja, außer am Sonntage. Die Gläubigen enthielten sich von Fleisch und mit Fett zubereiteten Speisen. Im 15. Jahrhundert feierte der päpstliche Hof das heutige Fest noch in der päpstlichen Kapelle, wobei eine Predigt des Tagesereignisses gedachte, dann aber hörte allmählich, wie der 14. und 15. Ordo bezeugen, die altgewohnte Feier auf. Möglicherweise wählte man St. Paul als Stationskirche, weil der hl. Paulus durch seine Abstammung aus dem Stamme Benjamin in Beziehung stand zu Rachel, die um ihre Kinder klagt. In ähnlicher Weise hatte man ja auch gestern den Evangelisten von Ephesus gefeiert in der Basilika, die an das Konzil von Ephesus erinnert. So befinden wir uns also im Hause der unschuldigen Opfer.

INTROITUS (Ps 8,3). Mit den Worten des Introitus wies Jesus einst den Vorwurf der Hohenpriester zurück, er habe sich im Tempel von den Kindern als Messias begrüßen lassen. „Habt ihr denn nie gelesen: Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen läßt du dein Lob verkünden?“ [Mt 21,16] ℣. (Ps 8, 2).

KOLLEKTE. Die heiligen Blutzeugen haben heute Gott nicht durch Worte, sondern durch ihren Opfertod verherrlicht. Wir bitten, Gott möge in uns jede böse Leidenschaft ertöten, damit der Glaube, den wir mit dem Munde bekennen, Werke des Lebens hervorbringe.

In der LESUNG (Apc 14,1-5) hören wir von den 144000 Jungfrauen, welche dem jungfräulichen Bräutigam im Himmel das Hochzeitslied singen. Diese Worte wurden im Mittelalter ganz mißverstanden. Man sah in der rein symbolischen Zahl für die 12 Stämme Israels, unter denen das Gotteslamm seine Lilien pflückte, die Zahl der unschuldigen Opfer von Bethlehem. So viele Opfer waren es aber unmöglich, auch wenn in der Stadt Davids und ihrer Umgebung noch so viel Blut vergossen worden wäre: Die Liturgie hat an diesem Mißverständnis keinen Anteil, nur eine grobe Auslegung des hl. Textes konnte zu dieser falschen Auffassung führen.

Das GRADUALE (Ps 123,7-8) gehört zu den Blüten der Martyrerliturgie. „Unsere Seele ist wie der Sperling entronneu der Schlinge des Voglers. ℣. Der Strick ist zerrissen, wir sind frei. Hilfe ward uns im Namen des Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat.“

Am Sonntag und am Oktavtag der Allelujavers (Ps 112, 1): „Lobt, ihr Knäblein, den Herrn, lobt den Namen des Herrn.“

An den andern Tagen statt des Allelujaverses der TRAKTUS (Ps 87,3.10), welcher die schreckliche Verwüstung des Judenlandes schildert. „Sie haben das Blut deiner Heiligen wie Wasser ausgegossen rings um Jerusalem. ℣. Und keiner war, der sie begrub. ℣. Räche, Herr, das Blut deiner Heiligen, das vergossen ward über die Erde hin.“

EVANGELIUM (Mt 2,13-18). Die Flucht der hl. Familie nach Ägypten und der Kindermord von Bethlehem. Wie arm ist menschliche Klugheit! Sie wähnt Gottes Wege zu durchkreuzen und dient doch nur den Plänen der göttlichen Vorsehung. Herodes will den neugeborenen Messias töten und schickt statt seiner eine Schar unschuldiger Kinder in die Vorhölle, um die Menschwerdung Jesu dort zu verkünden. Das Jesuskind aber wird Licht und Segen für das Land Ägypten.

OFFERTORIUM (Ps 123,7), gleich dem Graduale. Die Opfer der herodianischen Verfolgung sind in den Himmel entflogen, ohne den Grund ihres wunderbaren Himmelsfluges zu ahnen. Gottes Wort zerriß das Netz, und sie flogen wie Vöglein hinweg, die in der Schlinge gefangen waren.

SEKRET: Nie möge uns Gott die Fürsprache seiner Heiligen versagen, durch welche unsere Opfergaben ihm angenehm werden und wir Verzeihung erlangen.

COMMUNIO (Mt 2,18). Bitterlich klagt Rachel in Rama und will sich nicht trösten lassen, weil ihre Söhne in die Knechtschaft abgeführt wurden. [Jer 31,15] Der Evangelist sieht in diesem Ereignis den Tod der unschuldigen Kinder vorgebildet, deren Ermordung von größerer Grausamkeit zeugt als die Zerstörung Jerusalems.

POSTCOMMUNIO: Wir haben teilgenommen am Opfer, welches das Gedächtnis der unschuldigen Kinder feiert. Ihr Gebet verleihe uns Kraft im gegenwärtigen Leben und die ewige Glorie im Himmel.

Menschen, die uns Böses zufügen, müssen wir mit den Augen des Glaubens betrachten und ihnen mit größter Dankbarkeit begegnen. Sie sind das Messer in der Hand des göttlichen Arztes, mit dem er an der Seele den schmerzlichen Schnitt vornimmt, den wir selbst nicht zu machen wagen.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 12. Februar 2017, 09:06

"Menschen, die uns Böses zufügen, müssen wir mit den Augen des Glaubens betrachten und ihnen mit größter Dankbarkeit begegnen. Sie sind das Messer in der Hand des göttlichen Arztes, mit dem er an der Seele den schmerzlichen Schnitt vornimmt, den wir selbst nicht zu machen wagen.
Sorry, aber wie krank ist das denn ?
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

CIC_Fan
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 12. Februar 2017, 09:39

woher ist das?

Lilaimmerdieselbe
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 12. Februar 2017, 09:50

Hat Robert doch mitgeliefert: ldefons Schuster, Liber Sacramentorum II, übersetzt von Richard Bauersfeld, Regensburg 1929, S. 185 – 188,

Vir Probatus
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen II

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 12. Februar 2017, 09:51

CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 12. Februar 2017, 09:39
woher ist das?
Aus dem Beitrag den Administrators unten, der letzte Satz über dem Bild.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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