Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

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Sempre
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Sempre » Sonnabend 30. Januar 2016, 00:18

@Lando II

Was bedeutet denn heutzutage "romtreu"? Dass nach Franz alle Menschen Kinder Gottes sind und nicht mehr wie früher nur die Getauften, die im Stand der Gnade sind? Weisen die Seminaristen die deutsche Philosophie der jüngeren Jahrhunderte (Kant&Co) zurück? Weisen die Seminaristen den Modernismus und seine Nachfolgeideologien zurück?

Lando II
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Lando II » Sonnabend 30. Januar 2016, 11:57

Sempre hat geschrieben:@Lando II

Was bedeutet denn heutzutage "romtreu"? Dass nach Franz alle Menschen Kinder Gottes sind und nicht mehr wie früher nur die Getauften, die im Stand der Gnade sind? Weisen die Seminaristen die deutsche Philosophie der jüngeren Jahrhunderte (Kant&Co) zurück? Weisen die Seminaristen den Modernismus und seine Nachfolgeideologien zurück?
Naja, romtreu heißt pauschal auf alle Seminaristen gesprochen nicht wirklich eine fertige Ideologie oder Lehre, der alle anhängen, außerdem sind hier ganz unterschiedliche Menschen zusammen. (Und man darf auch nicht vergessen, dass viele der Seminaristen hier zu Anfang keineswegs fertige Theologen sind, man lernt Kant und andere teilweise erst während dem Studium kennen. Bei mir zum Beispiel startete alles mit einem etwas naiven aber festen Glauben und einem Berufungserlebnis, keineswegs mit fundiertem theologischen Wissen)
Es heißt letztlich, dass man seine Vorbilder in Rom sucht (hier besonders Gänswein, da ein Student, nicht Seminarist, entfernt verwandt mit ihm ist) und "Gehorsam" so versteht, als dass man die gesamtkirchlichen päpstlichen Anweisungen versucht zu verstehen und dann zu befolgen, gleichzeitig ein klein bisschen Opposition gegen Menschen wie den Grafen zu Eltz.

Dieses Seminar steht eindeutig hinter grundsätzlichen Dingen wie Zölibat, Ehe und gegen Frauenpriestertum.
Und dann fächert es sich in ganz unterschiedliche Meinungen zu anderen Fragen auf, worüber seminarintern durchaus heftig diskutiert wird.
Fragen wie z.B. "Ist die Idee der Pfarrgemeinderäte sinnvoll", denn dass diese Räte in ihrer heutigen Umsetzung und mit heutiger Wahlbeteiligung ein Krampf sind, darin sind sich alle einig.

Ich will sagen, dass wir in grundsätzlich katholischen Positionen (die ja durchaus eindeutig formuliert sind, wenn man nur zuhören will) klar hinter der Lehre stehen (das heißt für mich zuerst einmal romtreu und nicht, ob mir die Nase von diesem oder dem letzten Papst besser passt, auch dazu kann man natürlich eine Meinung haben:-). Wir haben für vieles die Argumente noch nicht, aber dafür ist das Studium da. Und hier hilft gerade die Seminargemeinschaft, denn wenn ein Dozent seine Privatmeinung vertritt, findet sich immer ein Seminarist, der diesen Teilaspekt schon diskutieren kann.

Romtreu kann bei manchem Seminaristen deutlich konservativ bedeuten, bei anderen weniger. Im Seminar ist "romtreu" keine Eigenkreation mit selbst gewählter Sinnfüllung, sondern das grundsätzliche Akzeptieren (nicht notwendig auch Goutieren) von päpstlichen Entscheidungen, Dogmen, Konzilien, usw.
Dazu gehört auch das II. Vatikanum, da ist man sich hier einig. (Die Umsetzung hingegen wird ganz unterschiedlich beurteilt, in der Regel nicht gänzlich positiv)



Außerdem hilft dieses Seminar gerade Leuten aus Diözesen, die zu sehr im eigenen Saft schmoren, denn man darf nicht vergessen, dass wir derzeit Seminaristen aus 8 deutschen Diözesen sind, dieser Austausch tut gerade gut. Ich glaube, dass es heute richtig ist, wenn die Seminaristen einer Diözese häufig Kontakte zu anderen Diözesen haben, dadurch werden zumindest manche Sonderwege erschwert und man hat eine breitere Basis.

iustus
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von iustus » Montag 8. Februar 2016, 15:13

@Lando,

vielen Dank für Deine Beiträge hier! :klatsch:

Sie bestätigen auch meinen Eindruck.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Yeti
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Mittwoch 24. Februar 2016, 21:23

Einige grundsätzliche Anmerkungen zur Trierer Synode von Pfarrer Dr. Helmut Gehrmann, offenbar ein Trierer Diözesanpfarrer, der auch im Priesterseminar in Trier ausgebildet worden ist; er trat 1982 ins Priesterseminar ein, ein Jahr nach Stephan Ackermann - sie dürften sich recht gut kennen. Ob sie sich noch mögen oder jemals mochten, wage ich dann doch eher zu bezweifeln.

Sein - bislang natürlich unbeantwortet gebliebener - Brief an die Trierer Priester und den Bischof hier in Auszügen:
Es gibt aber auch – und diese Zahl ist leider im Wachsen begriffen – Laien, die sich selbst den Sakramenten der Kirche entziehen, in dem sie bewusst auf die Teilnahme an der Eucharistie und vor allem auch auf den Empfang des Bußsakramentes verzichten. [...] Wenn man die Bedingungen für die Mitgliedschaft für die Teilnahme an der Synode unter Artikel 2, §2 der Statuten liest, ist leicht erkennbar, dass man bei der Berufung der Synodenteilnehmer auf Vorgaben hinsichtlich der Teilnahme am Leben der Kirche weitgehend verzichtet hat. In vielen Fällen scheint die Synode von Leuten bestückt zu sein, die nur sporadisch an der Eucharistie ihrer Gemeinden teilnehmen, wie mir Pfarrer solcher Synodalen glaubhaft berichtet haben. Zieht man das oben schon gesagte hinzu, müssen dem entsprechend auf Grund dieser selbst gewählten sakramentalen Abstinenz, manche „Empfehlungen“ solcher Fernstehenden zur Erneuerung der Kirche, als Ergebnis ihres Apologiebedürfnisses des eigenen Fehlverhaltens und als Manifestationen der Unfähigkeit, geistliche Vorgänge richtig beurteilen zu können, als geistige Entgleisungen direkt erwartet werden. [...] Generell wird aus der Kapitulation vor dem faktischen Verhalten vieler Getaufter ein Maßstab für die Entscheidungsfindung der Kirche abgeleitet.
Gehrmann beklagt auch einen Wechsel des "Umgangstons":
"Im Zusammenhang mit den Umstrukturierung vieler deutschen Diözesen klagt Pfarrer Dr. Guido Rodheudt aus Herzogenrath im Bistum Aachen bei einem Vortrag über die herrschende Stimmung in den Ordinariaten: „Ein Kasernenhofton ist wiederentdeckt worden, an den sich selbst Mitbrüder von Weihejahrgängen der 50er Jahre nicht mehr erinnern können.“
"Aber auch von Gläubigen aus der Diözese Trier, die schon wiederholt auf liturgische Missstände aufmerksam gemacht haben, weiß ich, dass sie sich vertröstet oder im Grunde ignoriert fühlen, oder sogar noch mit negativen Folgen für ihre Person durch die Missstandsverursacher zu rechnen hatten, die auf Dekanatsebene angesiedelt sind, weshalb Ich hier bewusst auf die Nennung von Namen und Orte verzichten muss."
Sein Fazit besteht aus sieben Bitten an das Bistum Trier:
1. Zunächst bitte ich, die „Empfehlungen“ der Synode zur Beurteilung der Glaubenskongregation oder der Kleruskongregation vorzulegen.

2. Kritische Auseinandersetzung mit der Situation in Bistümern (Beispiel Basel), in welchen die Verkündigung des Glaubens, Spezialisierung der Seelsorge, und die administrative Verantwortung schon weitgehend in die Hände von Laien gelegt worden ist.

3. Bevor weitere Schritte zum Umbau der Diözese unternommen werden, bitte ich, die schon im Zusammenhang mit der Umsetzung des Planes 2020 getätigten Umstrukturierungen hinsichtlich auf ihre Auswirkungen zu analysieren.

4. Laien, denen Einfluss auf Veränderungen im kirchlichen Leben eingeräumt wird, sollten einen Nachweis über die Teilnahme am sakramentalen Leben der Kirche vorlegen können.

5. Die Anzahl der Pfarrstellen sollte ungefähr der Anzahl der zur Verfügung stehenden Priester entsprechen.

6. Falls das aus organisatorischen Gründen nicht mehr möglich sein sollte, bitte ich, den „überzähligen“ Priestern in der Seelsorgeeinheit, in der sie tätig sind, eine Kirche zuzuweisen, in welcher sie als rector ecclesiae eigenverantwortlich Eucharistie feiern können.

7. Allgemeine Erfahrbarkeit der Wertschätzung des Priestertums heben, Verstärkung des Gebetes um Berufungen.
Der ganze Brief - aber vor allem die letztgenannten sieben Punkte - haben m.E. das Zeug dazu, nicht nur im Bistum Trier etwas anzustoßen, was zu einer gewissen Heilung führen könnte.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von taddeo » Mittwoch 24. Februar 2016, 21:37

Weder die Forderung, es dürften nur "sakramental aktive" Gläubige an der Diözesansynode teilnehmen, noch die Vorlage der Beschlüsse in Rom haben irgendeine Rechtsgrundlage im CIC. Allein deshalb dürften diese Forderungen vom Bischof geflissentlich ignoriert werden. Die entsprechenden Regelungen in Auszügen (Hervorhebungen von mir):
DIÖZESANSYNODE

Can. 460 — Die Diözesansynode ist eine Versammlung von ausgewählten Priestern und anderen Gläubigen der Teilkirche, die zum Wohl der ganzen Diözesangemeinschaft dem Diözesanbischof nach Maßgabe der folgenden Canones hilfreiche Unterstützung gewähren.

...

Can. 463 — § 1. Zu einer Diözesansynode sind als Synodenmitglieder einzuladen und zur Teilnahme an ihr verpflichtet:

1° der Bischofskoadjutor und die Auxiliarbischöfe;

2° die Generalvikare, die Bischofsvikare sowie der Gerichtsvikar;

3° die Kanoniker des Kathedralkapitels;

4° die Mitglieder des Priesterrates;

Laien, auch Mitglieder der Institute des geweihten Lebens, die vom Pastoralrat zu wählen sind, wobei die Art der Wahl und die Anzahl der zu Wählenden vom Diözesanbischof bestimmt werden oder, wo kein Pastoralrat besteht, nach der vom Diözesanbischof bestimmten Weise;

6° der Rektor des diözesanen Priesterseminars;

7° die Dechanten;

8° wenigstens ein Priester aus jedem Dekanat, der von allen zu wählen ist, die im Dekanat eine Seelsorgsaufgabe haben; ebenso ist für den Fall seiner Verhinderung ein anderer Priester zu wählen, der dann dessen Stelle einnimmt;

9° einige Obere von Ordensinstituten und von Gesellschaften des apostolischen Lebens, die eine Niederlassung in der Diözese haben, wobei die Art der Wahl und die Anzahl der zu Wählenden vom Diözesanbischof festgelegt werden.

§ 2. Zur Diözesansynode kann der Diözesanbischof auch andere als Synodenmitglieder einladen, seien es Kleriker, Mitglieder von Instituten des geweihten Lebens oder Laien.

...

Can. 465 — Alle vorgelegten Fragen sind in den Sitzungen der Synode der freien Erörterung der Synodalen zu überlassen.

Can. 466 — Einziger Gesetzgeber in der Diözesansynode ist der Diözesanbischof, während die anderen Teilnehmer der Synode nur beratendes Stimmrecht haben; allein er selbst unterschreibt die Erklärungen und Dekrete der Synode, die nur kraft seiner Autorität veröffentlicht werden dürfen.

Can. 467 — Der Diözesanbischof hat die Texte der Erklärungen und der Dekrete der Synode dem Metropoliten und der Bischofskonferenz mitzuteilen.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von umusungu » Donnerstag 25. Februar 2016, 00:29

Yeti hat geschrieben:Gehrmann beklagt auch einen Wechsel des "Umgangstons":
"Im Zusammenhang mit den Umstrukturierung vieler deutschen Diözesen klagt Pfarrer Dr. Guido Rodheudt aus Herzogenrath im Bistum Aachen bei einem Vortrag über die herrschende Stimmung in den Ordinariaten: „Ein Kasernenhofton ist wiederentdeckt worden, an den sich selbst Mitbrüder von Weihejahrgängen der 50er Jahre nicht mehr erinnern können.“

Wie kann sich dieser Pfarrer so äußern? Seine Töne gegenüber seinem Bischof in aller Öffentlichkeit waren doch haarsträubend.
Dieser Pfarrer meint jetzt einen Kasernenhofton im Generalvikariat vernehmen zu können?
Ich kann mich kaum vor Lachen halten ...............

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 25. Februar 2016, 10:27

umusungu hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Gehrmann beklagt auch einen Wechsel des "Umgangstons":
"Im Zusammenhang mit den Umstrukturierung vieler deutschen Diözesen klagt Pfarrer Dr. Guido Rodheudt aus Herzogenrath im Bistum Aachen bei einem Vortrag über die herrschende Stimmung in den Ordinariaten: „Ein Kasernenhofton ist wiederentdeckt worden, an den sich selbst Mitbrüder von Weihejahrgängen der 50er Jahre nicht mehr erinnern können.“

Wie kann sich dieser Pfarrer so äußern? Seine Töne gegenüber seinem Bischof in aller Öffentlichkeit waren doch haarsträubend.
Dieser Pfarrer meint jetzt einen Kasernenhofton im Generalvikariat vernehmen zu können?
Ich kann mich kaum vor Lachen halten ...............
nun das Ordinariat und der Bischof ernten jetzt was sie mit ihren Reformideen gesät haben

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von FidesVeritas » Donnerstag 25. Februar 2016, 12:57

umusungu hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Gehrmann beklagt auch einen Wechsel des "Umgangstons":
"Im Zusammenhang mit den Umstrukturierung vieler deutschen Diözesen klagt Pfarrer Dr. Guido Rodheudt aus Herzogenrath im Bistum Aachen bei einem Vortrag über die herrschende Stimmung in den Ordinariaten: „Ein Kasernenhofton ist wiederentdeckt worden, an den sich selbst Mitbrüder von Weihejahrgängen der 50er Jahre nicht mehr erinnern können.“

Wie kann sich dieser Pfarrer so äußern?
Nur durch Einwirkung des Heiligen Geistes.
umusungu hat geschrieben:Seine Töne gegenüber seinem Bischof in aller Öffentlichkeit waren doch haarsträubend.

Frei nach Ezechiel 18:
Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn Pfarrers Dr. Gehrmann ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Sein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, das Verhalten des Bischofs ist nicht richtig.
- Mir sträuben sich jedenfalls nicht die Haare, wenn ich die Wahrheit geschrieben sehe.
umusungu hat geschrieben:Dieser Pfarrer meint jetzt einen Kasernenhofton im Generalvikariat vernehmen zu können?
Tja, die hochwürdigen Herren sind tatsächlich noch genauso autoritär wie früher - nur in die andere Richtung.
umusungu hat geschrieben:Ich kann mich kaum vor Lachen halten ...............
O.k., Sie lachen, ich weine.

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Yeti
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Donnerstag 25. Februar 2016, 20:48

taddeo hat geschrieben:Weder die Forderung, es dürften nur "sakramental aktive" Gläubige an der Diözesansynode teilnehmen, noch die Vorlage der Beschlüsse in Rom haben irgendeine Rechtsgrundlage im CIC. Allein deshalb dürften diese Forderungen vom Bischof geflissentlich ignoriert werden. Die entsprechenden Regelungen in Auszügen (Hervorhebungen von mir):
Laien, auch Mitglieder der Institute des geweihten Lebens, die vom Pastoralrat zu wählen sind, wobei die Art der Wahl und die Anzahl der zu Wählenden vom Diözesanbischof bestimmt werden oder, wo kein Pastoralrat besteht, nach der vom Diözesanbischof bestimmten Weise;
Der Pastoralrat ist ein gutes Stichwort. Über ihn heißt es in Can. 512 - § 3: "In den Pastoralrat dürfen nur Gläubige berufen werden, die sich durch festen Glauben, gute Sitten und Klugheit auszeichnen." Insofern scheint mir Pfarrer Gehrmanns besorgter Hinweis auf die Statut der Synode speziell in Art. 2, § 2 gerechtfertigt zu sein, denn er schreibt:
Pfarrer Dr. [i]Gehrmann[/i] hat geschrieben:"Wenn man die Bedingungen für die Mitgliedschaft für die Teilnahme an der Synode unter Artikel 2, §2 der Statuten liest, ist leicht erkennbar, dass man bei der Berufung der Synodenteilnehmer auf Vorgaben hinsichtlich der Teilnahme am Leben der Kirche weitgehend verzichtet hat. In vielen Fällen scheint die Synode von Leuten bestückt zu sein, die nur sporadisch an der Eucharistie ihrer Gemeinden teilnehmen, wie mir Pfarrer solcher Synodalen glaubhaft berichtet haben. Zieht man das oben schon gesagte hinzu, müssen dem entsprechend auf Grund dieser selbst gewählten sakramentalen Abstinenz, manche „Empfehlungen“ solcher Fernstehenden zur Erneuerung der Kirche, als Ergebnis ihres Apologiebedürfnisses des eigenen Fehlverhaltens und als Manifestationen der Unfähigkeit, geistliche Vorgänge richtig beurteilen zu können, als geistige Entgleisungen direkt erwartet werden."
Ganz deutlich wird die Begründung für Pfarrer Gehrmanns Sorge im von ihm zitierten Dokument der Sachkommission „Der Sonntag und die Gestaltung des Sonntaggottesdienstes“:
„Wir nehmen Abschied von der Vorstellung, dass alle Gläubigen das Bedürfnis haben, am Sonntag die heilige Messe oder sonstige Gottesdienste zu besuchen; das gilt auch für die in der Kirche Engagierten.“
Nur gut, dass ein solcher Beschluss nach Art. 10, § 1 des Statuts wohl keine Chance auf bischöfliche Zustimmung haben wird, es sei denn, der Bischof wollte sich unbedingt laisieren lassen. Da es dazu niemals kommen wird, darf man sich schon mal auf einen verbalen Eiertanz vorbereiten. Und da eine solche Entwicklung, wie Pfarrer Gehrmann auch schreibt, bei der Auswahl der Synodenmitglieder vorhersehbar war und ist, stellt sich erst recht die Frage, ob diese in Einrichtung, Durchführung und Organisation recht teure Diözesansynode nicht als ein reiner Akt für Public Relations für die Person (!) des Bischofs missbraucht wird. In solchen Fällen wäre ein unabhängiger kirchlicher Diözesanrechnungshof im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. So richtig gefährlich und garantiert - speziell kirchenrechtlich! - höchst illegitim ist die folgende von Pfarrer Gehrmann geschilderte Entwicklung:
"Durch die Qualitätskontrolle der Priester durch noch näher zu definierenden Instanzen, wird die Unmittelbarkeit der Beziehung eines Priesters im Verhältnis zu seinem Bischof noch mehr ausgehöhlt werden, als sie ohnehin schon erfahren wird. Der Priester ist nicht mehr rechenschaftspflichtig seinem Bischof gegenüber, sondern gegenüber einer Kontrollinstanz, an welche der Ortsordinarius seine diesbezügliche Kompetenz abgetreten hat. Das dauernde Umorganisieren, die sich wiederholenden Qualitätskontrollen, das sich „Ständig-beweisen-müssen“ vor Instanzen, denen das besondere Priestertum weitgehend wesensfremd ist, wird die priesterliche Existenz nur noch als schwer lebbarer Lebensentwurf erscheinen lassen."
Da will sich jemand aus der Verantwortung stehlen, mit Problemen umgehen zu müssen und delegiert die Problemlösungskompetenz und -verantwortlichkeit "nach unten". Abgesehen davon, dass das menschlich ganz erbärmlich feige ist, wird das auch teuer sein, denn für solche "Evaluationsteams" müssen ja wieder Sesselfurzergehälter gezahlt werden.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von taddeo » Donnerstag 25. Februar 2016, 21:05

Yeti hat geschrieben:
„Wir nehmen Abschied von der Vorstellung, dass alle Gläubigen das Bedürfnis haben, am Sonntag die heilige Messe oder sonstige Gottesdienste zu besuchen; das gilt auch für die in der Kirche Engagierten.“
Nun, das ist in jedem Fall und wohl in jedem deutschen Bistum eine ziemlich realistische Bestandsaufnahme, oder nicht? Kann man bei unter 10% Kirchenbesuch kaum leugnen. :pfeif: ;D
Die Frage ist, ob die "Bedürfnisse" ein Kriterium für die Zielvorgaben sein dürfen.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Donnerstag 25. Februar 2016, 21:09

taddeo hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
„Wir nehmen Abschied von der Vorstellung, dass alle Gläubigen das Bedürfnis haben, am Sonntag die heilige Messe oder sonstige Gottesdienste zu besuchen; das gilt auch für die in der Kirche Engagierten.“
Nun, das ist in jedem Fall und wohl in jedem deutschen Bistum eine ziemlich realistische Bestandsaufnahme, oder nicht? Kann man bei unter 10% Kirchenbesuch kaum leugnen. :pfeif: ;D
Die Frage ist, ob die "Bedürfnisse" ein Kriterium für die Zielvorgaben sein dürfen.
Doch, klar, "Bedürfnis" kann durchaus objektiv sein. Wenn sie keine gläubigen und praktizierenden katholischen Christen mehr sind, ist das halt so. Dann stell' ich mir nur die Frage, ob die in eine Synode eingeladen werden müssen. Die Linkspartei lädt ja auch nicht Skinheads zu ihrem Parteitag ein, wenn sie über das Asylrecht diskutieren will.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von taddeo » Donnerstag 25. Februar 2016, 21:20

Der Papst hat ja auch Bischöfe zu den Bischöfssynoden ernannt, bei denen von vornherein klar war, daß sie nicht seiner Meinung sein würden. :pfeif:
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Donnerstag 25. Februar 2016, 21:35

taddeo hat geschrieben:Der Papst hat ja auch Bischöfe zu den Bischöfssynoden ernannt, bei denen von vornherein klar war, daß sie nicht seiner Meinung sein würden. :pfeif:
Aber die bildeten in der Bischofssynode doch keine Mehrheit, wie es die erwähnten Laien in der Trierer Diözesansynode tun, oder?
Pfarrer [i]Gehrmann[/i] hat geschrieben:"Stattdessen wurde für die Synode, deren Ergebnisse fundamentale Auswirkungen auf die Existenz der Priester sowohl hinsichtlich ihres Lebens als auch ihres Wirkens haben werden, in der Mehrheit Teilnehmer aus dem Laienstand bestellt (Verhältnis 120/143)."
Man darf doch voraussetzen, dass Dokumente wie das erwähnte zur Sonntagspflicht ansonsten gar nicht entstanden wären.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Dienstag 26. April 2016, 22:31

Pfarrer Gehrmann zur Trierer Synode:
"Manche „Empfehlungen“ der Synode sind sehr fragwürdig in dogmatischer, andere in rechtlicher Hinsicht, wieder andere haben ein anderes Amtsverständnis des Priestertums zur Folge. Deshalb stelle ich zum Schluss meiner Ausführungen an alle für die Durchführung der Synodenempfehlungen Verantwortlichen den Antrag, das Abschlussdokument der Trierer Synode der Glaubens- sowie der Kleruskongregation vorzulegen und deren Entscheide zu akzeptieren."
Ich hoffe, dass die Glaubenskongregation das Papier bereits hat. Ist schon für die Planung wichtig, damit sie wissen, in welches Subdekanat in der Nähe von Timbuktu sie die Betroffenen versetzen können.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von overkott » Mittwoch 27. April 2016, 08:56

taddeo hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
„Wir nehmen Abschied von der Vorstellung, dass alle Gläubigen das Bedürfnis haben, am Sonntag die heilige Messe oder sonstige Gottesdienste zu besuchen; das gilt auch für die in der Kirche Engagierten.“
Nun, das ist in jedem Fall und wohl in jedem deutschen Bistum eine ziemlich realistische Bestandsaufnahme, oder nicht? Kann man bei unter 10% Kirchenbesuch kaum leugnen. :pfeif: ;D
Die Frage ist, ob die "Bedürfnisse" ein Kriterium für die Zielvorgaben sein dürfen.
Man kann sich an der Formelsprache von Synodenpapieren stoßen ( "Wir nehmen Abschied von der Vorstellung..." ), aber man kann auch inhaltlich fragen, warum sich Kirche einen christlichen Sonntag nicht mehr vorstellen möchte. Verbirgt sich hinter einem vorgeblich schonungslosen Realismus ein Paradigmawechsel im Glauben hin zu einem Evangelium fernen Säkularismus? Wer beobachtet, dass die Teilnahme an den liturgischen Veranstaltungen der Gemeinden am ersten Tag der Woche gesunken ist, sollte sich fragen, ob das der idealen Vorstellung entspricht.

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 27. April 2016, 10:54

Yeti hat geschrieben:Pfarrer Gehrmann zur Trierer Synode:
"Manche „Empfehlungen“ der Synode sind sehr fragwürdig in dogmatischer, andere in rechtlicher Hinsicht, wieder andere haben ein anderes Amtsverständnis des Priestertums zur Folge. Deshalb stelle ich zum Schluss meiner Ausführungen an alle für die Durchführung der Synodenempfehlungen Verantwortlichen den Antrag, das Abschlussdokument der Trierer Synode der Glaubens- sowie der Kleruskongregation vorzulegen und deren Entscheide zu akzeptieren."
Ich hoffe, dass die Glaubenskongregation das Papier bereits hat. Ist schon für die Planung wichtig, damit sie wissen, in welches Subdekanat in der Nähe von Timbuktu sie die Betroffenen versetzen können.
die Glaubenskongregation wird in diesem Pontifikat keinen Finger rühren,die Kongregation bekommt ja nicht mal Päpstliche Dokumente vor der Veröffentlichung zu lesen
Wie sagte der Papst zu Südamerikanischen Bischöfen und Theologen
Wenn ein Brief der Glaubenskongregation kommt legt ihn ab und macht weiter

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Edi
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Edi » Mittwoch 27. April 2016, 20:24

CIC_Fan hat geschrieben: Wie sagte der Papst zu Südamerikanischen Bischöfen und Theologen
Wenn ein Brief der Glaubenskongregation kommt legt ihn ab und macht weiter
Laut Kardinal Müller, der ihn extra gefragt hatte, hat der Papst das nicht gesagt. Wahrscheinlich denkt er aber so. Jedenfalls kann man das vermuten anhand anderer seiner Äusserungen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 28. April 2016, 11:01

Ich weiß es jetzt nicht aber gab es in diesem 3 Jahre dauernden Pontifikat eine wahrgenommene Intervention der Glaubenskongregation ?

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 28. April 2016, 20:30

Yeti hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Der Papst hat ja auch Bischöfe zu den Bischöfssynoden ernannt, bei denen von vornherein klar war, daß sie nicht seiner Meinung sein würden. :pfeif:
Aber die bildeten in der Bischofssynode doch keine Mehrheit, wie es die erwähnten Laien in der Trierer Diözesansynode tun, oder?
Pfarrer [i]Gehrmann[/i] hat geschrieben:"Stattdessen wurde für die Synode, deren Ergebnisse fundamentale Auswirkungen auf die Existenz der Priester sowohl hinsichtlich ihres Lebens als auch ihres Wirkens haben werden, in der Mehrheit Teilnehmer aus dem Laienstand bestellt (Verhältnis 120/143)."
Man darf doch voraussetzen, dass Dokumente wie das erwähnte zur Sonntagspflicht ansonsten gar nicht entstanden wären.
Wenn die Kirche die Durchführung bestimmter liturgischer Vollzüge (hier die Sonntagsmesse) nicht mehr anbieten kann, gleichzeitig aber alternative Vollzüge (hier die Wortgottesfeier) nicht anerkennt, dann muß sie ihr Sonntagsgebot ändern, sonst ist die Sünde alternativlos.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Protasius » Donnerstag 28. April 2016, 20:49

Vir Probatus hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Der Papst hat ja auch Bischöfe zu den Bischöfssynoden ernannt, bei denen von vornherein klar war, daß sie nicht seiner Meinung sein würden. :pfeif:
Aber die bildeten in der Bischofssynode doch keine Mehrheit, wie es die erwähnten Laien in der Trierer Diözesansynode tun, oder?
Pfarrer [i]Gehrmann[/i] hat geschrieben:"Stattdessen wurde für die Synode, deren Ergebnisse fundamentale Auswirkungen auf die Existenz der Priester sowohl hinsichtlich ihres Lebens als auch ihres Wirkens haben werden, in der Mehrheit Teilnehmer aus dem Laienstand bestellt (Verhältnis 120/143)."
Man darf doch voraussetzen, dass Dokumente wie das erwähnte zur Sonntagspflicht ansonsten gar nicht entstanden wären.
Wenn die Kirche die Durchführung bestimmter liturgischer Vollzüge (hier die Sonntagsmesse) nicht mehr anbieten kann, gleichzeitig aber alternative Vollzüge (hier die Wortgottesfeier) nicht anerkennt, dann muß sie ihr Sonntagsgebot ändern, sonst ist die Sünde alternativlos.
"Ultra posse nemo obligatur." Niemand ist über seine Möglichkeiten hinaus verpflichtet. Wenn man keine zumutbare Möglichkeit hat die Messe am Sonntag oder gebotenen Feiertag zu besuchen, ist man auch nicht dazu verpflichtet. Wenn es beispielsweise nur eine Messe in zumutbarer Entfernung gibt, aber mindestens ein Elternteil wegen eines kranken Kindes zuhause bleiben muß, sündigt der zu Hause bleibende Elternteil dadurch nicht. Auch das kranke Kind, das das Haus nicht verlassen kann, sündigt dadurch nicht.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von taddeo » Donnerstag 28. April 2016, 21:41

Protasius hat geschrieben:"Ultra posse nemo obligatur." Niemand ist über seine Möglichkeiten hinaus verpflichtet. Wenn man keine zumutbare Möglichkeit hat die Messe am Sonntag oder gebotenen Feiertag zu besuchen, ist man auch nicht dazu verpflichtet. Wenn es beispielsweise nur eine Messe in zumutbarer Entfernung gibt, aber mindestens ein Elternteil wegen eines kranken Kindes zuhause bleiben muß, sündigt der zu Hause bleibende Elternteil dadurch nicht. Auch das kranke Kind, das das Haus nicht verlassen kann, sündigt dadurch nicht.
Und nicht nur diese physische Unmöglichkeit entschuldigt, sondern sogar eine eventuelle moralische Unmöglichkeit.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Sonntag 1. Mai 2016, 12:37

Das sieht irgendwie nach "Echternacher Springprozession" aus:

Synode im Bistum Trier: Gegen Segnung von Wiederverheirateten

Trierer Bischof setzt Reformpaket der Synode in Kraft
"Was aufhorchen lassen dürfte: Die Kirche im Bistum Trier legt für sich fest, dass der Familienbegriff auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Patchwork-Beziehungen und Nicht-Verheiratete gilt. Bei Trennung, Scheidung oder Wiederverheiratung soll nur noch in Ausnahmefällen von Scheitern gesprochen werden."
"Vier Mal hat Ackermann am Samstag von seinem Recht Gebrauch gemacht, Textstellen aus dem Schlusspapier der Synode zu entfernen. So wandte er sich auch dagegen, dass Laien während der Heiligen Messe Predigten halten. Die Synodenmitglieder reagierten zum Teil enttäuscht. Die Beratungen dauern noch an."
Also hat Bischof Ackermann die Synode eigentlich nur als Steigbügelhalter für bistumsinterne Restrukturierungen missbraucht und kann jetzt darauf verweisen, dass "die Laien" ja gefragt wurden.
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CIC_Fan
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 1. Mai 2016, 12:46

warum nicht ? :pfeif:

Vir Probatus
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Vir Probatus » Montag 16. Mai 2016, 17:41

Bischof Ackermann:
vom Missbrauchsbeauftragten zum Vertuscher




http://missbrauch-im-bistum-trier.blogs ... ragte.html
Claudia Adams hat geschrieben:Die Macht des Bischofs

Allerdings stehen Priester, die ihr Schweigen brechen wollen, vor einem weiteren Dilemma: Die Erfahrung der letzten Jahre lehrte, dass diejenigen, die es wagten, ihr Schweigen zu brechen, als „Nestbeschmutzer“ diffamiert werden. Es ist von Mobbing-Vorwürfen die Rede. Vorwürfe, von denen sich auch Bischof Ackermann nicht freisprechen kann. Von harschen Auseinandersetzungen im Generalvikariat, von Drohungen und sogar von Anbieten von (Schweige-)Geldern. Insider-Priester, die über prekäre Verhältnisse im Bistum Trier berichten, haben Angst, von Bischof Ackermann härter sanktioniert zu werden als manche Täter – sollten sie Ihr Schweigen brechen und die Informationen, über die sie verfügen, nach außen dringen. In Trier herrscht ein System von Macht und Angst.

"Mit all den zur Verfügung stehenden Mitteln“ wurde keine Aufklärung betrieben - sondern vertuscht.
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Niels
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Niels » Montag 16. Mai 2016, 17:48

Du bist aber sehr gemein zu Herrn Bischof Ackermann. :dudu:
Der gute Mann ist zart besaitet. Wenn der das liest, kriegt der bestimmt einen Heulkrampf. :heul:
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Juergen » Montag 16. Mai 2016, 17:50

Niels hat geschrieben:Du bist aber sehr gemein zu Herrn Bischof Ackermann. :dudu:
Der gute Mann ist zart besaitet. Wenn der das liest, kriegt der bestimmt einen Heulkrampf. :heul:
Der hat den weinerlichen Gesichtsausdruck doch immer.

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Gruß
Jürgen

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Montag 16. Mai 2016, 17:55

Juergen hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Du bist aber sehr gemein zu Herrn Bischof Ackermann. :dudu:
Der gute Mann ist zart besaitet. Wenn der das liest, kriegt der bestimmt einen Heulkrampf. :heul:
Der hat den weinerlichen Gesichtsausdruck doch immer.

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Du bist wirklich ganz und gar ein pöser, pöser Pursche. :) Wenn er das liest, lässt er gleich den Rollladen runter.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 22. Mai 2016, 22:10

http://missbrauch-im-bistum-trier.blogs ... of-dr.html
Bereits im Fall Köllerbach wurde 2012 deutlich, wie sehr die Priester unter Ihnen, Bischof Ackermann, zu leiden haben. In dem SPIEGEL-Artikel „Aufklärung auf katholisch“ ist bereits von vergeblichen Hilfeersuchen von Priestern die Rede, die zur Aufdeckung verhalfen. Es werden unter anderem Mobbingvorwürfe gegenüber den Priestern erwähnt, die sich wagten, entgegen Ihren Anweisungen, ihr Schweigen zu brechen. Dass Sie als Bischof eine Fürsorgepflicht auch - und gerade - denjenigen Priestern gegenüber haben, die ihr Schweigen brechen und sich aktiv an der Aufklärung der Missbräuche beteiligen, scheinen Sie sowohl als Vorgesetzter als auch in Ihrer Funktion als „Missbrauchsbeauftragter“ offenbar "vergessen" zu haben. - Um es höflich zu formulieren.
Die derzeitige Situation im Bistum Trier ist verheerend – für alle Beteiligten. Sowohl für die Betroffenen als auch für die Priester, die zur weiteren Aufklärung beitragen könnten. Haben Sie überhaupt eine Vorstellung davon, welche wichtige Rolle die Priesterschaft auch in der eigenen Aufarbeitung von Betroffenen spielt?
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Siard » Montag 23. Mai 2016, 08:21

Das Problem betrifft nicht nur das Bistum Trier, sondern ist weit verbreitet.
Da sich die Folgen aber immer regional (oft eng) begrenzt zeigen, läßt sich das Versagen der Zuständigen i. d. R. gut vertuschen, zumal die
Presse sich für die Folgen solcher Fälle für die Menschen und Pfarren nicht richtig interessiert.

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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 24. Mai 2016, 18:39

Das Bistum Trier droht einer Bloggerin mit "rechtlichen Schritten":

http://missbrauch-im-bistum-trier.blogs ... -habe.html

Ich fordere Sie hiermit nach Rücksprache mit dem Bischöflichen Generalvikar auf, die Inhalte aus dem Gespräch am Freitag Abend UNVERZÜGLICH aus Ihrem Blog zu löschen. Ansonsten behält sich das Bistum rechtliche Schritte vor.
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 24. Mai 2016, 19:05

wenn alles in Ordnung ist sollte man das nicht fürchten

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Yeti
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Re: Bischof von Trier: Dr. Stephan Ackermann

Beitrag von Yeti » Dienstag 24. Mai 2016, 20:32

CIC_Fan hat geschrieben:wenn alles in Ordnung ist sollte man das nicht fürchten
Es gibt in jeder deutschen Stadt, die Bistumssitz ist, ein Anwalt oder eine Anwältin, die erfolgreich Prozesse gegen die Kirche geführt hat. In jeder. Wenn die Bücher schreiben würden, da würde so manche "Lichtgestalt" alt aussehen.
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