Der Fastenthread

Fragen, Antworten, Nachrichten.

Moderator: Protasius

Fastet ihr dieses Jahr mit?

Ich faste selbstverständlich nach strengen Regeln mit!
36
35%
Ich faste in lockerer Form
54
52%
Ich faste gar nicht
14
13%
 
Abstimmungen insgesamt: 104

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lutherbeck
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Der Fastenthread

Beitrag von lutherbeck » Montag 8. Februar 2010, 15:11

In wenigen Tagen beginnt ja nun wieder die Fastenzeit - je nach konfessioneller Prägung wird sie anders begangen.

Vielleicht ermöglicht dieser Thread ja einen Austausch zwischen uns bezüglich unserer persönlichen Erfahrungen...

Ich selbst werde auch dieses Jahr selbstverständlich wieder fasten; dazu gehört für mich stets der Verzicht auf Fleisch, Wurst, Alkohol, Kaffee und Süßigkeiten. Zudem werde ich mich noch etwas mehr sportlich betätigen, alle mir möglichen Passionsandachten besuchen und meine persönliche stille Stunde besser einhalten. Meine Familie fastet meistens in milderer Form mit. Ich selbst faste freiwillig auch an den Sonntagen und beende das Fasten erst am Ostersonntag, wenn wir nach dem Osterfeuer und dem anschließenden Gottesdienst ein wunderbares, ausgiebiges familiäres Osterfrühstück veranstalten!

Lutherbeck :)

Bin gespannt auf eure Beiträge!
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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lutherbeck
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von lutherbeck » Montag 8. Februar 2010, 15:41

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lutherbeck
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von lutherbeck » Dienstag 9. Februar 2010, 22:18

Na, schon was überlegt?

:blinker:
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Nassos
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Nassos » Dienstag 9. Februar 2010, 22:33

Für mich bedeutet Fasten nicht nur eine Abstinenz von gewissen Nahrungsmitteln. Es ist auch die Schärfung des Bewusstseins für die Abstinenz von seelischen Sachen, d.h. ungute Gedanken, Zorn, Logismoi etc...

Was nützt mir die Abstinenz von Alkohol, wenn ich mich nicht zumindest in dieser Zeit besonders bemühe einen Zwist beizulegen, auch wenn das meinen Stolz ankratzt und meinen Gegenüber um Verzeihung bitte?
Was nützt mir die Abstinenz von Fleisch, wenn der Straßenverkehr immer noch ein Hort des Zorns ist und ich mich weiterhin als der bessere Autofahrer fühle, dessen Willen und Vorstellungen andere sich unterzuordnen haben?

Was nützt mir die Abstinenz von Milchprodukten, wenn ich ohne Selbstkontrolle es immer darauf anlege, andere zum Lachen zu bringen - und auch noch mit schmutzigen Wörtern?

Und was nützt es mir die Enthaltung vom Beischlaf, wenn ich gar nicht anders kann, als jedem Hintern hinterherzuschauen?

Die Enthaltung von o.g. Nahrungsmitteln betrachte ich als den "physical layer" in dem System. Darüber gibt es aber noch andere, den logical, den communication layer und <= ach ja, Angeberei durch Fachwortprotzerei wäre auch ein Fall...
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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Linus
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Linus » Dienstag 9. Februar 2010, 22:55

mißverstandene Blödelei auf Antrag gelöscht

Linus, als Selbstzensor
Zuletzt geändert von Linus am Mittwoch 10. Februar 2010, 06:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 9. Februar 2010, 23:04

lutherbeck hat geschrieben:In wenigen Tagen beginnt ja nun wieder die Fastenzeit.
Ja, Bording ist in genau einer Woche. :aengstlich: Ticket ist gekauft, um in den Flieger der Entsagung zu steigen.

Gibt es ein Zurück? :nein:
Mögen Vertrauen, Mut und Entschlossenheit stärker sein als Angst, Schwäche und Verzagtheit; - bei mir und allen Combattanten.
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von martin v. tours » Mittwoch 10. Februar 2010, 07:16

hallo nassos
warum kennst du meine gedanken über die fastenzeit ? ;)
martin v. tours
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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lutherbeck
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 10. Februar 2010, 10:45

Nassos hat geschrieben:Für mich bedeutet Fasten nicht nur eine Abstinenz von gewissen Nahrungsmitteln. Es ist auch die Schärfung des Bewusstseins für die Abstinenz von seelischen Sachen, d.h. ungute Gedanken, Zorn, Logismoi etc...

Was nützt mir die Abstinenz von Alkohol, wenn ich mich nicht zumindest in dieser Zeit besonders bemühe einen Zwist beizulegen, auch wenn das meinen Stolz ankratzt und meinen Gegenüber um Verzeihung bitte?
Was nützt mir die Abstinenz von Fleisch, wenn der Straßenverkehr immer noch ein Hort des Zorns ist und ich mich weiterhin als der bessere Autofahrer fühle, dessen Willen und Vorstellungen andere sich unterzuordnen haben?

Was nützt mir die Abstinenz von Milchprodukten, wenn ich ohne Selbstkontrolle es immer darauf anlege, andere zum Lachen zu bringen - und auch noch mit schmutzigen Wörtern?

Und was nützt es mir die Enthaltung vom Beischlaf, wenn ich gar nicht anders kann, als jedem Hintern hinterherzuschauen?

Die Enthaltung von o.g. Nahrungsmitteln betrachte ich als den "physical layer" in dem System. Darüber gibt es aber noch andere, den logical, den communication layer und <= ach ja, Angeberei durch Fachwortprotzerei wäre auch ein Fall...

Wohl gesprochen Nassos - Respekt! Dieses seelische Fasten sollte natürlich das körperliche Fasten ergänzen; nur dadurch wird diese Zeit eine runde, einheitliche Angelegenheit!

Lutherbeck :)
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Anselmus
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Anselmus » Mittwoch 10. Februar 2010, 11:38

Nassos hat geschrieben:Für mich bedeutet Fasten nicht nur eine Abstinenz von gewissen Nahrungsmitteln. Es ist auch die Schärfung des Bewusstseins für die Abstinenz von seelischen Sachen, d.h. ungute Gedanken, Zorn, Logismoi etc...

Was nützt mir die Abstinenz von Alkohol, wenn ich mich nicht zumindest in dieser Zeit besonders bemühe einen Zwist beizulegen, auch wenn das meinen Stolz ankratzt und meinen Gegenüber um Verzeihung bitte?
Was nützt mir die Abstinenz von Fleisch, wenn der Straßenverkehr immer noch ein Hort des Zorns ist und ich mich weiterhin als der bessere Autofahrer fühle, dessen Willen und Vorstellungen andere sich unterzuordnen haben?

Was nützt mir die Abstinenz von Milchprodukten, wenn ich ohne Selbstkontrolle es immer darauf anlege, andere zum Lachen zu bringen - und auch noch mit schmutzigen Wörtern?

Und was nützt es mir die Enthaltung vom Beischlaf, wenn ich gar nicht anders kann, als jedem Hintern hinterherzuschauen?

Die Enthaltung von o.g. Nahrungsmitteln betrachte ich als den "physical layer" in dem System. Darüber gibt es aber noch andere, den logical, den communication layer und <= ach ja, Angeberei durch Fachwortprotzerei wäre auch ein Fall...
Ich stimme dir natürlich vollkommen zu, Nassos, würde das von dir gesagte aber gerne noch etwas erweitern.

Diese "seelische Abstinenz" ist eigentlich etwas, worauf man als Christ immer achten sollte, nicht nur in der Fastenzeit (ich möchte dir natürlich nicht vorwerfen, dass du das nur in der Fastenzeit machst). Das heißt natürlich nicht, dass man das im Alltag nicht manchmal vergisst, oder eben auch manchmal nicht wirklich umsetzt.

Insofern hat das "körperliche Fasten" auch seine eigene "Qualität" als Buß- und Opferakt und auch gerade deswegen, weil man dies eben (meist) nur in der Fastenzeit macht (zumindest über einen längeren Zeitraum).

Natürlich gebe ich dir aber Recht, dass es irgendwie nicht zusammenpassen würde, in der Fastenzeit körperlich zu fasten, aber auf das seelische nicht zu achten. Und natürlich denke ich auch, dass das körperliche Fasten und das seelische Fasten in gewisser Weise miteinander verknüpft sind. Zum Beispiel bietet das körperliche Fasten, indem es die Aufmerksamkeit von gewissen Dingen ablenkt, eine gute Möglichkeit dazu, diese Aufmerksamkeit gerade darauf zu richten, sich auch seelisch läutern zu lassen.

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ifugao
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von ifugao » Mittwoch 10. Februar 2010, 11:48

Hat hier eigentlich schon jemand einmal wirklich gefastet.
Nicht Fasten im Sinne von Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittelgruppen, sondern wirkliches echtes Fasten?
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
Mahatma Gandhi

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Linus
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Linus » Mittwoch 10. Februar 2010, 13:22

ifugao hat geschrieben:Hat hier eigentlich schon jemand einmal wirklich gefastet.
Nicht Fasten im Sinne von Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittelgruppen, sondern wirkliches echtes Fasten?
Wenn du "Wasser & Brot" meinst: ja.
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Germanus
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Germanus » Mittwoch 10. Februar 2010, 13:32

Auf was ifugao hinausmöchte, das weiß ich nicht: Fasten hat bestimmte Regeln und ist nicht immer der Verzicht auf jegliches Essen und Trinken (samt der nötigen geistlichen Aufmerksamkeit), jedenfalls nicht in den kirchlichen Traditionen. Das heißt, dass viele Christen richtig fasten bzw. sich um echtes Fasten bemühen. Im Grunde steht die vierzigtägige Fastenzeit vor dem Osterfest in manchen Traditionen ja auch am Ende einer mehr oder weniger ausgedehnten "Fastenperiode" mit Unterbrechungen durch die Festzeiten: Traditionellerweise in der monastischen Tradition als "monastisches Fasten" bezeichnet, wird die Zeit vom 14. September bis zur vorösterlichen Fastenzeit (ein eher leichtes Fasten, früher durch den Wegfall einer Stärkung) ein wenig hervorgehoben . Dann die Vorbereitung auf die Festtage durch vorgeschaltete Fasttage - so die Adventszeit, die Vigiltage der hohen Feste. Das alles würde ich schon irgendwie als echtes Fasten bezeichnen, da alles eingeschlossen ist, was den Menschen ausmacht.
Gruß, Germanus
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Linus
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Linus » Mittwoch 10. Februar 2010, 13:47

ich versuch jetzt in der (vor)fastenzeit, das ohne "meckern" zu essen, was auf den Tisch kommt. (meine frau, sie ist ja köchin und kocht zwar alles gut, aber gewisse speisen mag ich dennoch nicht - ich will sie aber trotzdem ohne murren ["Das X hätt mir aber besser gschmeckt, wennst es gmacht hättst"] essen.)
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 10. Februar 2010, 17:49

ifugao hat geschrieben:Hat hier eigentlich schon jemand einmal wirklich gefastet.
Nicht Fasten im Sinne von Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittelgruppen, sondern wirkliches echtes Fasten?
Also: Es geht nicht um Abstinenz, sondern um Fasten, denn das kirchliche Verständnis von Fasten ist zu unterscheiden von der Abstinenz von Fleisch und Laktanzien.

Das kirchliche Fasten existiert in zwei Formen: als Halbfasten und als Vollfasten. Das Halbfasten erstreckt sich bis zur neunten (bzw. verkürzt bis zur sechsten) Stunde. Danach kann eine Mahlzeit eingenommen werden; vorher nur eine kleine Stärkung (Kollation). Vollfasten heißt, das man den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang nichts zu sich nimmt, oder bei Doppelfastentagen, wie dem Biduum von Karfreitag und Karsamstag, man sich im gesamten Zeitraum von 48 Stunden der Nahrung enthält.

Das Biduum zu beobachten ist eines meiner Ziele für das kommende Osterfest.
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Raimund J. » Mittwoch 10. Februar 2010, 20:37

ad-fontes hat geschrieben: Das Biduum zu beobachten ist eines meiner Ziele für das kommende Osterfest.
Beobachten oder beachten?
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Linus
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Linus » Mittwoch 10. Februar 2010, 21:03

Die, dies nicht einhalten, werden beim Nuntius angezeigt, die Bösen! ;)
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von anneke6 » Mittwoch 10. Februar 2010, 21:39

Es gibt auch sehr originelle Ideen für ein Freitagsopfer. Leider ist das Video bei youtube gelöscht worden — darin sieht man einen Herren mittleren Alters mit einer Karakulmütze, der erklärt, wie auch der Arme Almosen geben kann: "Am Freitags nichts essen und das gesparte Geld an Radio Maryja überweisen. Es gibt also [Stimme wird lauter] keine Ausrede, man hätte kein Geld, um Gutes zu tun."
???

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Nassos
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Nassos » Donnerstag 11. Februar 2010, 01:09

Hallo lutherbeck,

vielen Dank, aber der Respekt gebührt anderen, ich gebe hier nur wieder. Und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich nicht der Checker bin. Ich werde zum ersten Mal das ganze Osterfasten mitmachen. Insgesamt ist es nach Weihnachten das zweite Mal für mich, dass ich die Fastenzeit voll mitmache :tuete:

Das richtige Fasten hat durchaus fließende Grenzen.
Geht es um monastisches Fasten (inkl. Asitie in den ersten drei Tagen der Sarakoste), um die Einhaltung der Stunden etc? Und mit Abstinenz meinte ich Enthaltung...

Hallo Anselmus,
es stimmt, dass man nicht nur zur Fastenzeit Tugenden pflegen sollte, genauso wenig wie nur Weihnachten als "Zeit der Besinnung" zu betrachten. Das ist vollkommen richtig.
Daher sprach ich von der Schärfung des Bewusstseins. Darüberhinaus kann man ja auch Sachen "runterfahren", die zwar nicht explizit in den Regelwerken genannt werden, aber im Konsens dazu stehen und das Fasten ... bereichern.

Aber es ist gut, dass Du das stärker hervorgehoben hast, vielen Dank hierfür!

Gruß,
Nassos
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von lutherbeck » Donnerstag 11. Februar 2010, 17:37

Sehr interessant bisher!

Natürlich sollte Fasten immer körperlich und seelisch stattfinden; bei den verschiedenen Konfessionen gibt es darüber ja auch verschiedene Vorstellungen.

Was mich dazu einmal interessiert:

Bei den Orthodoxen gilt dabei auch das Gebot der Enthaltsamkeit von "körperlichen Genüssen" - gemeint ist ja wohl der Geschlechtsverkehr - auf welche Stelle in der Schrift beruft man sich dabei?

Gilt dies auch bei den Katholiken, Altkatholiken, Anglikanern?

Bei den Lutheranern gibt es dazu keine Vorgaben - soweit mir bekannt ist.

Herzliche Grüße!

Lutherbeck :)
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von anneke6 » Donnerstag 11. Februar 2010, 18:03

lutherbeck hat geschrieben:
Bei den Orthodoxen gilt dabei auch das Gebot der Enthaltsamkeit von "körperlichen Genüssen" - gemeint ist ja wohl der Geschlechtsverkehr - auf welche Stelle in der Schrift beruft man sich dabei?
1. Korinther 7:5.
Die Frage, in wie weit das verpflichtend ist, wird aber von Orthodoxen sehr unterschiedlich beantwortet. So ähnlich wie mit der Liturgie. Manche sagen, man dürfe in der Nacht vor der Liturgie nicht mit seinem Ehepartner schlafen, wieder andere sagen, das gilt nur für Geistliche.
???

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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Mary » Donnerstag 11. Februar 2010, 18:22

lutherbeck hat geschrieben:Sehr interessant bisher!

Natürlich sollte Fasten immer körperlich und seelisch stattfinden
Hallo Lutherbeck,

was mich in diesem Zusammenhang auch jedes Jahr besonders bewegt ist der Vergebungssonntag, wo wir uns in der Vesper ganz bewusst gegenseitig und persönlich die Vergebung erbitten und zusprechen.
lutherbeck hat geschrieben:Bei den Orthodoxen gilt dabei auch das Gebot der Enthaltsamkeit von "körperlichen Genüssen" - gemeint ist ja wohl der Geschlechtsverkehr - auf welche Stelle in der Schrift beruft man sich dabei?
Anneke hat die Stelle schon genannt. Und ja, es ist der eheliche Verkehr gemeint (also auch Enthaltsamkeit in der Ehe... Geschlechtsverkehr ausserhalb ist sowieso nicht erlaubt :neinfreu: ) )
Die Orthodoxen können auch in den Fastenzeiten und an Fasttagen nicht heiraten, deshalb sind Sonntage (oder Montag und Mittwoch) die Heiratstage...

Lg Maria
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von lutherbeck » Donnerstag 11. Februar 2010, 18:53

Anneke6 und Mary - recht herzlichen Dank - das hilft mir schon weiter!

Lutherbeck :)
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von pierre10 » Donnerstag 11. Februar 2010, 19:45

ad-fontes hat geschrieben: Vollfasten heißt, das man den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang nichts zu sich nimmt, oder bei Doppelfastentagen, wie dem Biduum von Karfreitag und Karsamstag, man sich im gesamten Zeitraum von 48 Stunden der Nahrung enthält.
Erinnert irgendwie an das Fasten der Muslime-

Pierre
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von anneke6 » Donnerstag 11. Februar 2010, 19:59

Gut möglich — die haben sich ja eine Menge von uns abgeguckt.
Aber letztendlich gehört es auch zum christlichen Fasten, daß man sich nicht gleich nach Sonnenuntergang den Wanst vollschlägt. Dazu ist in der Osternacht genügend Zeit. Wenn ich nur an das Zuckerbrot, die Eier, den süßen Quark und den Wein denke… :kussmund:
???

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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Linus » Donnerstag 11. Februar 2010, 20:18

Nassos hat geschrieben:Insgesamt ist es nach Weihnachten das zweite Mal für mich, dass ich die Fastenzeit voll mitmache :tuete:
Weg mit der Tüte, mein Lieber! Denn

Mt 6,16-18 Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Also viel Spaß beim Haarewaschen und bei der Fastenfreude!

Und nach dem Fasten: Nicht über die Stänge schlagen! Mt 4,2
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Linus » Donnerstag 11. Februar 2010, 20:30

pierre10 hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben: Vollfasten heißt, das man den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang nichts zu sich nimmt, oder bei Doppelfastentagen, wie dem Biduum von Karfreitag und Karsamstag, man sich im gesamten Zeitraum von 48 Stunden der Nahrung enthält.
Erinnert irgendwie an das Fasten der Muslime-

Pierre
Eh klar:
G.K. Chesterton hat geschrieben:In jeder „Ethischen Gesellschaft“ und jedem „Religionsparlament“ hört man die bequeme liberale Phrase: „Die Religionen unserer Erde unterscheiden sich zwar in den Riten und Formen, aber in dem, was sie lehren, stimmen sie überein.“ Diese Aussage ist falsch; sie widerstreitet den Tatsachen. In Riten und Formen unterscheiden sich die Religionen unserer Erde gar nicht erheblich; erheblich jedoch unterscheiden sie ich in dem, was sie lehren.Es ist als sagte man: „Laßt euch nicht täuschen in der Tatsache, dass die Church Times und der Freethinker völlig anders aussehen, dass die eine Zeitung auf Pergament gezeichnet und die andere in Marmor gemeißelt ist, dass die eine dreieckig und die andere sechseckig ist; lest sie, und ihr werdet sehen, dass sie dasselbe sagen.“ Die Wahrheit ist natürlich die: dass sie sich in allem gleichen - bloß nicht dasselbe sagen. […] Was sie voneinander trennt ist nämlich ihr Inneres. In Wahrheit sind also die Religionen unserer Erde gar nicht so beschaffen, wie es die billige Sentenz behauptet,: dass sie in ihrer Bedeutung übereinstimmen, im Prozedere jedoch nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall; Im Prozedere stimmen sie überein; fast jede große Weltreligion arbeitet mit denselben Methoden, mit Priestern, heiligen Schriften, Altären, Mönchsgelübden und besonderen Festtagen. Die Form, das Wie der Lehre, ist überall gleich; der Inhalt, das Was der Lehre, ist überall anders.
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Mary » Freitag 12. Februar 2010, 12:09

pierre10 hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben: Vollfasten heißt, das man den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang nichts zu sich nimmt, oder bei Doppelfastentagen, wie dem Biduum von Karfreitag und Karsamstag, man sich im gesamten Zeitraum von 48 Stunden der Nahrung enthält.
Erinnert irgendwie an das Fasten der Muslime-

Pierre
Klar doch :D

aber wir waren zuerst :P
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von pierre10 » Freitag 12. Februar 2010, 13:49

Mary hat geschrieben:
pierre10 hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben: Vollfasten heißt, das man den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang nichts zu sich nimmt, oder bei Doppelfastentagen, wie dem Biduum von Karfreitag und Karsamstag, man sich im gesamten Zeitraum von 48 Stunden der Nahrung enthält.
Erinnert irgendwie an das Fasten der Muslime-

Pierre
Klar doch :D

aber wir waren zuerst :P
Vollfasten bedeutet auch Heilfasten, also während einer gewissen Zeit "nichts" zu essen aber viel zu trinken. Ohne Alkohol versteht sich.

Hab ich 2 mal gemacht, zum Abnehmen aber völlig nutzlos.

Pierre :nuckel:
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von ad-fontes » Freitag 12. Februar 2010, 19:51

Raimund Josef H. hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben: Das Biduum zu beobachten ist eines meiner Ziele für das kommende Osterfest.
Beobachten oder beachten?

Du nicht von der strengen Observanz?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Der Fastenthread

Beitrag von ad-fontes » Freitag 12. Februar 2010, 19:58

anneke6 hat geschrieben:Gut möglich — die haben sich ja eine Menge von uns abgeguckt.
Aber letztendlich gehört es auch zum christlichen Fasten, daß man sich nicht gleich nach Sonnenuntergang den Wanst vollschlägt.
Genau, christliches Fastenbrechen (in Fastenzeiten) wird bei Brot, Salz und Wasser genossen.
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Re: Der Fastenthread

Beitrag von ad-fontes » Freitag 12. Februar 2010, 20:01

Mary hat geschrieben: Die Orthodoxen können auch in den Fastenzeiten und an Fasttagen nicht heiraten, deshalb sind Sonntage (oder Montag und Mittwoch) die Heiratstage...

Lg Maria
Am Mittwoch? Meinst du vielleicht eher donnerstags?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Der Fastenthread

Beitrag von Mary » Freitag 12. Februar 2010, 20:15

ad-fontes hat geschrieben:
Mary hat geschrieben: Die Orthodoxen können auch in den Fastenzeiten und an Fasttagen nicht heiraten, deshalb sind Sonntage (oder Montag und Mittwoch) die Heiratstage...

Lg Maria
Am Mittwoch? Meinst du vielleicht eher donnerstags?
Nein, das war schon richtig so. Meine Begründung war allerdings falsch: Die Tage VOR den Fasttagen und vor dem Sonntag und Festtagen (also Di, Do und Sa) gehen nicht zum Heiraten. Laut meinem orthodoxen Glaubensbuch ist die Begründung, dass der Abendgottesdienst vor den Festtagen und Sonntagen nicht versäumt wird und durch Festmahl und Vergnügungen nicht behindert wird. (Hier spielt wohl wieder mal rein, dass der Tag eigentlich mit dem Abendgottesdienst beginnt und nicht erst um Mitternacht.
Man kann also an Sonntagen, Montagen, Mittwochen und Freitagen heiraten, wenn keine Fastenzeit ist und nicht am folgenden Tag ein Festtag.

Lg Maria, die jetzt auch was Neues gelernt hat.
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