Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Aus meiner Sicht ist die Kanonisation der beiden Päpste extrem problematisch und vor allem ein Signal in die falsche Richtung. Aber als erstes gilt es, einige Irrtümer auszuräumen:
1. Es geht in der Diskussion nicht um die Alternativen "X ist ein Heiliger" vs. "X ist verdammt und in der Hölle", sondern darum, ob das, was die Kirche durch eine Heiligsprechung zum Ausdruck bringen möchte, bei X entsprechend zur Geltung kommt. Niemand, der die Heiligsprechung der beiden Päpste für bedenklich hält oder der Ansicht ist, man hätte diese nicht jetzt vornehmen sollen, wähnt sie stattdessen in der Hölle. Hier werden also schon mal ganz falsche Alternativen gegeneinander ausgespielt.
2. Man wird nicht wegen einer in Summe positiven "Lebensbilanz" selig (d.h. kommt in den Himmel, ich spreche nicht vom Akt der Seligsprechung), sondern wenn man im Stand der Gnade starb - egal, ob man die vorigen 99,999% seines Lebens ein guter Mensch war oder ein schlechter. Für eine Heiligsprechung gilt etwas ganz anderes - da muß entweder auf ein schlechtes Vorleben eine komplette Kehrtwende stattgefunden haben, oder es muß von Anfang an makellos gewesen sein. "Gerade so über der Nullinie" ist da nicht hinreichend.
3. Es ist richtig und wichtig, auch Schattenseiten im Leben eines zu Kanonisierenden zu suchen - genau dafür gab es ja früher den kirchlich bestellten advocatus diaboli! Das hat nichts mit kleinkarierter Mäkelei zu tun, sondern soll gewährleisten, daß genau das nicht passiert, was wir jetzt haben: Die Entschuldigung bedenklicher Akte und Aussagen damit, es sei doch ein Heiliger gewesen, der sie getan hat. Das haben wir hier im Strang konkret beim Korankuß, der dann auf verdrehte Art zum Akt der Feindesliebe umgedeutet wird.
Warum ist nun die Kanonisation der Beiden aus meiner Sicht bedenklich?
1. Man sendet ein völlig falsches kirchenpolitisches Signal aus - "[diese Heiligsprechungen] zeigen, dass die Kirche dem Zweiten Vatikanischen Konzil fest verpflichtet ist", sagt Marx. V2 wird zementiert, aber halt wie üblich nur als Keule gegen die "Vorkonziliaren", nie als Maßstab und Richtschnur für postkonziliare Zerstörer, für die nach wie vor beinahe alles erlaubt ist.
2. Man spielt die beiden kanonisierten Päpste gegen ihre nichtkanonisierten Vorgänger aus. Bei Pius XII. kommt noch das besonders miese Motiv des Kuschens aus PC-Gründen dazu. Zudem etabliert man einen scheinbaren Automatismus: Päpste werden entweder heiliggesprochen oder haben andernfalls irgendwie zwangsläufig Dreck am Stecken (bei P6 wäre das dann z.B. die "Pillenenzyklika").
3. Man hat in den Abläufen fast alles über Bord geworfen, was früher aus Klugheit selbstverständlich war: Den schon genannten advocatus diaboli, bei J23 die Wunder, bei JP2 die angebrachte Wartezeit. Noch weit über 50 Jahre lang können Zeitgenossen alles mögliche enthüllen oder vorbringen! Der potentielle Schaden wäre enorm.
Zur "Heiligsprechung per Akklamation": Das "vox populi - vox dei" gilt eben heute nicht mehr so wie früher, den meisten fehlt ja jegliche Vorbildung und Grundlage dazu. JP2 haben die Jugendlichen in einem emotionalen Kollektivrausch zugejubelt, sich aber speziell hinsichtlich der Moral zu großen Teilen kaum an seine in diesem Punkt vorbildliche Lehre gehalten. Man stelle sich mal vor, wen und was z.B. die Pilger in Medjugorje im Zuge einer emotional und spirituell mitreißenden Atmosphäre ebenso aus dem Stand "heiligsprechen" würden!
4. Bei JP2 gibt es außer anstoßerregenden Akten wie dem Korankuß auch viele vorsichtig ausgedrückt problematische Lehren; zum einen die Nähe zur Allerlösungslehre sowie der Assisi-Komplex (vgl. das sehr tiefgehende Werk "Johannes Paul II. - Sein theologischer Weg zum Weltgebetstag der Religionen in Assisi" des Ratzinger-Schülers Dr. Johannes Dörmann) sowie die immer wieder kritisierte zu positive Grundhaltung zu Nichtkatholiken und Nichtchristen. Hier bleibt nach wie vor vieles unaufgearbeitet, vgl. die Schrift "Papst Johannes Paul II. - Santo Subito?" von Heinz-Lothar Barth. Zudem muß man sich doch fragen, wie JP2 die Regierung der Weltkirche gehandhabt hat (auf jede gute Personalentscheidung folgten mehrere katastrophale; angefeindete Bischöfe wurden nicht unterstützt, sondern kaltgestellt usw.) und in welchem Zustand er Kirche und Kurie hinterlassen hat.
Dasselbe gilt dann auch einmal für Benedikt - gibt es da auch wieder einen "Automatismus" zur baldigen Heiligsprechung, oder "verweigert" man ihm diese, um einen kirchenpolitischen Kurs zu untermauern, der dem seinen entgegenläuft? Am allerwenigsten wird jedoch wohl auch bei ihm jemand die kritikwürdigen Akte seines Pontifikats (da kommt Assissi auch wieder vor, und auch wieder das Thema Personalentscheidungen/Regierung der Kirche, ganz zu schweigen vom Rücktritt - aber auch die teilweise nur mit viel gutem Willen komplett orthodox und im Sinne einer Kontinuität zu interpretierenden Stellen in seinem Werk sowie seine bedenkliche Rolle beim Zweiten Vatikanum). Sowas kann und darf man einfach nicht im Eiltempo übers Knie brechen!
Zur Frage nach der dogmatischen Verbindlichkeit einer solchen Kanonisation die Gegenfrage: Verstehen die heutigen Akteure eine Heiligsprechung so, wie man sie allgemein zur Zeit der zitierten Dogmatiker verstand? Oder liegt hier eine Akzentverschiebung vor, die auch am Wesen der Kanonisation Fundamentales ändert? So ähnlich wie die Frage, ob Franziskus so Papst sein will wie beispielsweise Pius XII. (vom Wesen her, nicht nach dessen Art) oder sich bzw. sein Amt und seine Funktion nicht doch als etwas wesenhaft ganz anderes sieht? Dazu hatten wir ja schon vor einem Jahr entsprechende Diskussionen. Ist eine Heiligsprechung heute etwas wesenhaft anderes als früher - und hierauf deuten sowohl die Deutung derselben als auch die geänderten Rahmenbedingungen hin - so gelten auch hinsichtlich der dogmatischen Verbindlichkeit andere Regeln.
1. Es geht in der Diskussion nicht um die Alternativen "X ist ein Heiliger" vs. "X ist verdammt und in der Hölle", sondern darum, ob das, was die Kirche durch eine Heiligsprechung zum Ausdruck bringen möchte, bei X entsprechend zur Geltung kommt. Niemand, der die Heiligsprechung der beiden Päpste für bedenklich hält oder der Ansicht ist, man hätte diese nicht jetzt vornehmen sollen, wähnt sie stattdessen in der Hölle. Hier werden also schon mal ganz falsche Alternativen gegeneinander ausgespielt.
2. Man wird nicht wegen einer in Summe positiven "Lebensbilanz" selig (d.h. kommt in den Himmel, ich spreche nicht vom Akt der Seligsprechung), sondern wenn man im Stand der Gnade starb - egal, ob man die vorigen 99,999% seines Lebens ein guter Mensch war oder ein schlechter. Für eine Heiligsprechung gilt etwas ganz anderes - da muß entweder auf ein schlechtes Vorleben eine komplette Kehrtwende stattgefunden haben, oder es muß von Anfang an makellos gewesen sein. "Gerade so über der Nullinie" ist da nicht hinreichend.
3. Es ist richtig und wichtig, auch Schattenseiten im Leben eines zu Kanonisierenden zu suchen - genau dafür gab es ja früher den kirchlich bestellten advocatus diaboli! Das hat nichts mit kleinkarierter Mäkelei zu tun, sondern soll gewährleisten, daß genau das nicht passiert, was wir jetzt haben: Die Entschuldigung bedenklicher Akte und Aussagen damit, es sei doch ein Heiliger gewesen, der sie getan hat. Das haben wir hier im Strang konkret beim Korankuß, der dann auf verdrehte Art zum Akt der Feindesliebe umgedeutet wird.
Warum ist nun die Kanonisation der Beiden aus meiner Sicht bedenklich?
1. Man sendet ein völlig falsches kirchenpolitisches Signal aus - "[diese Heiligsprechungen] zeigen, dass die Kirche dem Zweiten Vatikanischen Konzil fest verpflichtet ist", sagt Marx. V2 wird zementiert, aber halt wie üblich nur als Keule gegen die "Vorkonziliaren", nie als Maßstab und Richtschnur für postkonziliare Zerstörer, für die nach wie vor beinahe alles erlaubt ist.
2. Man spielt die beiden kanonisierten Päpste gegen ihre nichtkanonisierten Vorgänger aus. Bei Pius XII. kommt noch das besonders miese Motiv des Kuschens aus PC-Gründen dazu. Zudem etabliert man einen scheinbaren Automatismus: Päpste werden entweder heiliggesprochen oder haben andernfalls irgendwie zwangsläufig Dreck am Stecken (bei P6 wäre das dann z.B. die "Pillenenzyklika").
3. Man hat in den Abläufen fast alles über Bord geworfen, was früher aus Klugheit selbstverständlich war: Den schon genannten advocatus diaboli, bei J23 die Wunder, bei JP2 die angebrachte Wartezeit. Noch weit über 50 Jahre lang können Zeitgenossen alles mögliche enthüllen oder vorbringen! Der potentielle Schaden wäre enorm.
Zur "Heiligsprechung per Akklamation": Das "vox populi - vox dei" gilt eben heute nicht mehr so wie früher, den meisten fehlt ja jegliche Vorbildung und Grundlage dazu. JP2 haben die Jugendlichen in einem emotionalen Kollektivrausch zugejubelt, sich aber speziell hinsichtlich der Moral zu großen Teilen kaum an seine in diesem Punkt vorbildliche Lehre gehalten. Man stelle sich mal vor, wen und was z.B. die Pilger in Medjugorje im Zuge einer emotional und spirituell mitreißenden Atmosphäre ebenso aus dem Stand "heiligsprechen" würden!
4. Bei JP2 gibt es außer anstoßerregenden Akten wie dem Korankuß auch viele vorsichtig ausgedrückt problematische Lehren; zum einen die Nähe zur Allerlösungslehre sowie der Assisi-Komplex (vgl. das sehr tiefgehende Werk "Johannes Paul II. - Sein theologischer Weg zum Weltgebetstag der Religionen in Assisi" des Ratzinger-Schülers Dr. Johannes Dörmann) sowie die immer wieder kritisierte zu positive Grundhaltung zu Nichtkatholiken und Nichtchristen. Hier bleibt nach wie vor vieles unaufgearbeitet, vgl. die Schrift "Papst Johannes Paul II. - Santo Subito?" von Heinz-Lothar Barth. Zudem muß man sich doch fragen, wie JP2 die Regierung der Weltkirche gehandhabt hat (auf jede gute Personalentscheidung folgten mehrere katastrophale; angefeindete Bischöfe wurden nicht unterstützt, sondern kaltgestellt usw.) und in welchem Zustand er Kirche und Kurie hinterlassen hat.
Dasselbe gilt dann auch einmal für Benedikt - gibt es da auch wieder einen "Automatismus" zur baldigen Heiligsprechung, oder "verweigert" man ihm diese, um einen kirchenpolitischen Kurs zu untermauern, der dem seinen entgegenläuft? Am allerwenigsten wird jedoch wohl auch bei ihm jemand die kritikwürdigen Akte seines Pontifikats (da kommt Assissi auch wieder vor, und auch wieder das Thema Personalentscheidungen/Regierung der Kirche, ganz zu schweigen vom Rücktritt - aber auch die teilweise nur mit viel gutem Willen komplett orthodox und im Sinne einer Kontinuität zu interpretierenden Stellen in seinem Werk sowie seine bedenkliche Rolle beim Zweiten Vatikanum). Sowas kann und darf man einfach nicht im Eiltempo übers Knie brechen!
Zur Frage nach der dogmatischen Verbindlichkeit einer solchen Kanonisation die Gegenfrage: Verstehen die heutigen Akteure eine Heiligsprechung so, wie man sie allgemein zur Zeit der zitierten Dogmatiker verstand? Oder liegt hier eine Akzentverschiebung vor, die auch am Wesen der Kanonisation Fundamentales ändert? So ähnlich wie die Frage, ob Franziskus so Papst sein will wie beispielsweise Pius XII. (vom Wesen her, nicht nach dessen Art) oder sich bzw. sein Amt und seine Funktion nicht doch als etwas wesenhaft ganz anderes sieht? Dazu hatten wir ja schon vor einem Jahr entsprechende Diskussionen. Ist eine Heiligsprechung heute etwas wesenhaft anderes als früher - und hierauf deuten sowohl die Deutung derselben als auch die geänderten Rahmenbedingungen hin - so gelten auch hinsichtlich der dogmatischen Verbindlichkeit andere Regeln.
Haltet die Welt an, ich will aussteigen!
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heiliger_raphael
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Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Jenseits der Frage, welches Signal die Kirche mit der Heiligensprechung der beiden Päpste senden will, stelle ich mir die Frage, welches Signal diese Diskussion senden will. Wenn nicht einmal Heiligsprechungen als solche freudig gefeiert und positiv bejaht, sondern im internettypischen Stil relativiert und teilweise als verkehrt betrachtet werden - also ein Bereich, in dem die meisten Menschen keine persönlichen Erfahrungen haben, da sie in den des Übernatürlichen gehören - wie möchte man den Laien dann noch klar machen, dass im Bereich der Sitte, wo auch viele Menschen vielleicht eigene Erfahrungen haben, die mglw. von denen der Kirche abweichen, eine verbindliche Gültigkeit besteht? Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls im besonderen über die Heiligsprechung von JPII, da seine Theologie des Leibes ganz entschieden mit dem Mythos der katholischen Leibfeindlichkeit aufgeräumt hat und damit nicht wenigen Menschen den Weg in die Kirche geebnet haben dürfte. Wenn die Intention der Diskussion hingegen sein soll, den Außenstehenden, Nichtkirchenrechtlern oder Laien zu vermitteln, dass man dem Lehramt eigentlich nichts mehr glauben sollte, dann dürfte sie wunderbar den Zahn der Zeit treffen - und auch erfolgreich in ihrem Anliegen sein. Die Art der Diskussion halte ich für einen vernünftigen Grund, das Forum momentan zu meiden.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Wie JPII "mit dem Mythos der katholischen Leibfeindlichkeit aufgeräumt hat", zeigt sich momentan wieder in schauerlicher Weise in der Votivkirche in Wien.
Denn das Konzept dieser Schau "greift Thesen von Papst Johannes Paul II." auf.
und http://www.leiblichkeit-und-sexualitaet.org/
Denn das Konzept dieser Schau "greift Thesen von Papst Johannes Paul II." auf.
Das Ankündigungsplakat zeigt den nackten männlichen Torso "The Birth of Us (Boy)" von Anders Krisar, auf dem tiefe Abdrücke von Händen Assoziationen wie "betasten", Hand anlegen" und "begreifen" wecken.
http://www.kathpress.co.at/site/nachric ... 61898.htmlDer Rundgang führt zur Arbeit "Fliegenglobalisierung" der deutschen Künstlerin Karmen Frankl, die im Herbst bereits in der Grazer Andräkirche für Aufsehen sorgte: Sechs große, von innen beleuchtete Weltkugeln wurden dafür mit einem speziellen Leim präpariert und schon bald von angelockten Fliegen bevölkert. Frankls These: Die Bewegungen der Menschen auf dem Globus gleichen heute zunehmend denen der Fliegen.
und http://www.leiblichkeit-und-sexualitaet.org/
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Natürlich dienen Heiligsprechungen der Kirchenleitung und ihrer Sendung. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass zwar Allerheiligen gedacht wird, aber doch auch Persönlichkeiten heilig gesprochen wurden, die in die Kirchenleitung involviert waren oder der Kirchenleitung in besonderer Weise gedient haben. Das gilt für Päpste vergangener Jahrhunderte wie für Gründer von Gemeinschaften und deren herausragenden theologischen Vertretern. Gerade Gründer werden von Gebeten ihrer Gemeinschaft getragen. Die weite Verbreitung in aller Welt, in Europa, in Deutschland, in der gläubigen Bevölkerung befördert eine schnelle Heiligsprechung wie im Fall des heiligen Franziskus. Gefährten als Gründungsmitglieder haben auch gute Chancen, heilig gesprochen zu werden. In der Gemeinschaftsleitung Tätige sind schon relativ interne Heilige. Als Theologen können sie allerdings noch zum Kirchenlehrer promoviert werden, gerade wenn ein Papst das Denken seiner Gemeinschaft damit dankbar würdigen möchte, wie dies bei heiligen Bonaventura der Fall ist. Gerade dieser Kirchenlehrer steht für die Bereitschaft von Franziskanern, in der Kirche Verantwortung zu übernehmen, Dei Verbum für ihre jeweilige Zeit zu erklären, Christus zu kommunizieren und einfach zu leben. Wenn am Sonntag die Kirche zwei Päpste heilig gesprochen hat, die durch das Konzil populär geworden sind oder durch ihre pastorale Reisetätigkeit, dann knüpft das in bedeutenden Elementen an den Aufbruch der Kirche im 13. Jahrhundert an. Wem die lebhafte Debatte darüber zu wenig feierlich ist, der sollte vielleicht lieber vor einem Heiligenbildchen auf den Knien betend schweigen.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Frau Knobloch und JPII: 'Echter Glücksfall für das christlich-jüdische Miteinander'
http://www.kath.net/news/45764
http://www.kath.net/news/45764
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Der letzte Absatz paßt nicht zu deinen vorherigen Ausführungen. Der von dir zitierte Kommentator ordnet die Kanonisation von Heiligen als dogmatische Tatsache nicht dem dritten, sondern explizit dem zweiten Absatz der Professio zu (Nr. 11) zu.taddeo hat geschrieben: Nur zur Information, ich habe diese Meinung nicht aus mir selbst, sondern aus dem "Ott" entnommen. Da ich denke, das könnte mehrere Leute interessieren, zitiere ich hier mal die betreffenden Stellen wörtlich:
Zum Verpflichtungsgrad solcher Aussagen siehe am besten den Lehrmäßigen Kommentar zur Schlußformel der Professio fidei:Ludwig Ott, Grundriß der Dogmatik, Freiburg i. Br. (8)1969 hat geschrieben:"Der sekundäre Gegenstand der Unfehlbarkeit sind nicht formell geoffenbarte Wahrheiten der christlichen Glaubens- und Sittenlehre, die aber mit der Offenbarungslehre enge zusammenhängen. Sent. certa." (S. 360)
"... Zum sekundären Gegenstand der Unfehlbarkeit gehören:
... die Kanonisation der Heiligen, d. i. das endgültige Urteil, daß ein Glied der Kirche in die ewige Seligkeit aufgenommen ist und Gegenstand der öffentlichen Verehrung sein darf. Die den Heiligen erwiesene Verehrung ist, wie Thomas lehrt, 'ein gweisses Bekenntnis des Glaubens, in welchem wir an die Herrlichkeit der Heiligen glauben' (Quodl. 9,16). Könnte die Kirche in ihrem Urteil irren, so ergäben sich daraus Konsequenzen, die mit der Heiligkeit der Kirche unvereinbar sind." (S. 361)
"Sententia ad fidem pertinens oder theologice certa ist eine Lehre, über die sich das kirchliche Lehramt noch nicht endgültig geäußert hat, deren Wahrheit aber durch ihren inneren Zusammenhang mit der Offenbarungslehre verbürgt ist (theologische Konklusionen)." (S. 11)10 Der dritte Absatz der Professio fidei sagt aus: „Außerdem hange ich mit religiösem Gehorsam des Willens und des Verstandes den Lehren an, die der Papst oder das Bischofskollegium vorlegen, wenn sie ihr authentisches Lehramt ausüben, auch wenn sie nicht beabsichtigen, diese in einem endgültigen Akt zu verkünden“.
Diesem Absatz gehören alle jene Lehren an, die in Sachen des Glaubens und der Sitten als wahr oder zumindest als sicher vorgetragen werden, auch wenn sie nicht durch ein feierliches Urteil definiert und auch nicht vom ordentlichen und allgemeinen Lehramt als endgültig vorgelegt worden sind. Diese Lehren sind authentischer Ausdruck des ordentlichen Lehramtes des Papstes oder des Bischofskollegiums und erfordern deshalb religiösen Gehorsam des Willens und des Verstandes (18). Sie werden vorgelegt, um zu einem tieferen Verständnis der Offenbarung beizutragen, um die Übereinstimmung einer Lehre mit den Glaubenswahrheiten zu betonen, oder um vor mit diesen Wahrheiten unvereinbaren Auffassungen und vor gefährlichen Meinungen zu warnen, die zum Irrtum führen können (19).
Zuletzt geändert von Pelikan am Dienstag 29. April 2014, 09:59, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Stimmt leider.heiliger_raphael hat geschrieben: Wenn die Intention der Diskussion hingegen sein soll, den Außenstehenden, Nichtkirchenrechtlern oder Laien zu vermitteln, dass man dem Lehramt eigentlich nichts mehr glauben sollte, dann dürfte sie wunderbar den Zahn der Zeit treffen - und auch erfolgreich in ihrem Anliegen sein. Die Art der Diskussion halte ich für einen vernünftigen Grund, das Forum momentan zu meiden.
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney
Johannes Maria Vianney
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Ist nicht die ganze Welt -- verglichen mit den Zeiten, die den Maßstab der "heroischen Tugend" hervorbrachten -- flacher, gleichförmiger, ereignisloser geworden, so daß man von der Lebenskurve des einzelnen Menschen nicht mehr wesentlich extremere Ausschläge erwarten kann als von seiner Umwelt?Quasinix hat geschrieben:"Gerade so über der Nullinie" ist da nicht hinreichend.
Da niemand Gedanken lesen kann, gibt es für das Verständnis der Akteure keinen anderen Anhaltspunkt als ihre Sprache: Welche Worte werden gebraucht, welche verändert, und was bedeuten die Worte. Papst Franziskus hat dies gesagt. Welches Wort könnte er anders gemeint haben als seine Vorgänger?Zur Frage nach der dogmatischen Verbindlichkeit einer solchen Kanonisation die Gegenfrage: Verstehen die heutigen Akteure eine Heiligsprechung so, wie man sie allgemein zur Zeit der zitierten Dogmatiker verstand? Oder liegt hier eine Akzentverschiebung vor, die auch am Wesen der Kanonisation Fundamentales ändert?
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CIC_Fan
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Also ich kenne den Initatior der Angelegenheit und ihm kann man alles Vorwerfen aber nicht Gegner katholischer Moral zu seinkoukol hat geschrieben:Wie JPII "mit dem Mythos der katholischen Leibfeindlichkeit aufgeräumt hat", zeigt sich momentan wieder in schauerlicher Weise in der Votivkirche in Wien.
Denn das Konzept dieser Schau "greift Thesen von Papst Johannes Paul II." auf.
Das Ankündigungsplakat zeigt den nackten männlichen Torso "The Birth of Us (Boy)" von Anders Krisar, auf dem tiefe Abdrücke von Händen Assoziationen wie "betasten", Hand anlegen" und "begreifen" wecken.http://www.kathpress.co.at/site/nachric ... 61898.htmlDer Rundgang führt zur Arbeit "Fliegenglobalisierung" der deutschen Künstlerin Karmen Frankl, die im Herbst bereits in der Grazer Andräkirche für Aufsehen sorgte: Sechs große, von innen beleuchtete Weltkugeln wurden dafür mit einem speziellen Leim präpariert und schon bald von angelockten Fliegen bevölkert. Frankls These: Die Bewegungen der Menschen auf dem Globus gleichen heute zunehmend denen der Fliegen.
und http://www.leiblichkeit-und-sexualitaet.org/
http://www.kathpedia.com/index.php/George_Elsbett
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Die Legionäre haben mit ihrem Gründer etwas Schwierigkeiten, dass sie ihn nicht mehr verehren mögen sollen, weil weil.. aber er war sehr konkonservativ.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Hmm... es sind ja nur wenige, die so denken und schreiben. Diese wenigen schreiben dafür umso öfter und pointierter - man könnte auch sagen schreiben schon fast zwanghaft....heiliger_raphael hat geschrieben:Jenseits der Frage, welches Signal die Kirche mit der Heiligensprechung der beiden Päpste senden will, stelle ich mir die Frage, welches Signal diese Diskussion senden will. Wenn nicht einmal Heiligsprechungen als solche freudig gefeiert und positiv bejaht, sondern im internettypischen Stil relativiert und teilweise als verkehrt betrachtet werden - also ein Bereich, in dem die meisten Menschen keine persönlichen Erfahrungen haben, da sie in den des Übernatürlichen gehören - wie möchte man den Laien dann noch klar machen, dass im Bereich der Sitte, wo auch viele Menschen vielleicht eigene Erfahrungen haben, die mglw. von denen der Kirche abweichen, eine verbindliche Gültigkeit besteht? Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls im besonderen über die Heiligsprechung von JPII, da seine Theologie des Leibes ganz entschieden mit dem Mythos der katholischen Leibfeindlichkeit aufgeräumt hat und damit nicht wenigen Menschen den Weg in die Kirche geebnet haben dürfte. Wenn die Intention der Diskussion hingegen sein soll, den Außenstehenden, Nichtkirchenrechtlern oder Laien zu vermitteln, dass man dem Lehramt eigentlich nichts mehr glauben sollte, dann dürfte sie wunderbar den Zahn der Zeit treffen - und auch erfolgreich in ihrem Anliegen sein. Die Art der Diskussion halte ich für einen vernünftigen Grund, das Forum momentan zu meiden.
Mit der Zeit wirst Du merken, wie die einzelnen User hier denken und ticken. Willkommen also in der real existierenden, virtuellen Kirche
Ob das Forum ein lohnender Zeitvertreib sei... darüber lässt sich aber durchaus verschiedener Meinung sein...
Who is so great a God as our God? You are the God who does wonders!
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Und was hat das alles mit dem hl. Johannes Paul II. zu tun und nicht vielmehr mit dem, was aus seinen Schriften gemacht wird? Über die hat er jetzt keine Verfügungsgewalt mehr.koukol hat geschrieben:Wie JPII "mit dem Mythos der katholischen Leibfeindlichkeit aufgeräumt hat", zeigt sich momentan wieder in schauerlicher Weise in der Votivkirche in Wien.
Denn das Konzept dieser Schau "greift Thesen von Papst Johannes Paul II." auf.
Das Ankündigungsplakat zeigt den nackten männlichen Torso "The Birth of Us (Boy)" von Anders Krisar, auf dem tiefe Abdrücke von Händen Assoziationen wie "betasten", Hand anlegen" und "begreifen" wecken.http://www.kathpress.co.at/site/nachric ... 61898.htmlDer Rundgang führt zur Arbeit "Fliegenglobalisierung" der deutschen Künstlerin Karmen Frankl, die im Herbst bereits in der Grazer Andräkirche für Aufsehen sorgte: Sechs große, von innen beleuchtete Weltkugeln wurden dafür mit einem speziellen Leim präpariert und schon bald von angelockten Fliegen bevölkert. Frankls These: Die Bewegungen der Menschen auf dem Globus gleichen heute zunehmend denen der Fliegen.
und http://www.leiblichkeit-und-sexualitaet.org/
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Beruft die Kirche die Falschen? Spielt Leiblichkeit für dich eine zu starke Rolle? Geht es nicht vielmehr im Leib um die lebende Seele und den belebenden Geist?Didymus hat geschrieben:Und was hat das alles mit dem hl. Johannes Paul II. zu tun und nicht vielmehr mit dem, was aus seinen Schriften gemacht wird? Über die hat er jetzt keine Verfügungsgewalt mehr.koukol hat geschrieben:Wie JPII "mit dem Mythos der katholischen Leibfeindlichkeit aufgeräumt hat", zeigt sich momentan wieder in schauerlicher Weise in der Votivkirche in Wien.
Denn das Konzept dieser Schau "greift Thesen von Papst Johannes Paul II." auf.
Das Ankündigungsplakat zeigt den nackten männlichen Torso "The Birth of Us (Boy)" von Anders Krisar, auf dem tiefe Abdrücke von Händen Assoziationen wie "betasten", Hand anlegen" und "begreifen" wecken.http://www.kathpress.co.at/site/nachric ... 61898.htmlDer Rundgang führt zur Arbeit "Fliegenglobalisierung" der deutschen Künstlerin Karmen Frankl, die im Herbst bereits in der Grazer Andräkirche für Aufsehen sorgte: Sechs große, von innen beleuchtete Weltkugeln wurden dafür mit einem speziellen Leim präpariert und schon bald von angelockten Fliegen bevölkert. Frankls These: Die Bewegungen der Menschen auf dem Globus gleichen heute zunehmend denen der Fliegen.
und http://www.leiblichkeit-und-sexualitaet.org/
- Exilfranke
- Beiträge: 758
- Registriert: Samstag 23. Juni 2012, 07:23
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Auch diese Diskussion zeigt, wie gespalten die Kirche ist. Was für ein Kulturkampf tobt. Wer hier die Augen von der Realität verschließt und sich "einfach nur freut" (wie bspw. User Peti, denn ich sonst für seinen Sanftmut sehr schätze), macht sich IMO mitschuldig an den derzeitigen Zuständen. Ich rede hier nicht von irgendwelchen Grabenkämpfen an den Rändern, sondern von ganz massiven Bestrebungen, die Katholiken gegeneinander aufzuhetzen und zu spalten. Selbst das offizielle Portal der katholischen Kirche Deutschland macht hier mit, stilisiert J23 zum Idol des linken Flügels, J-P2 zu dem des rechten Flügels. So macht Glauben keinen Spaß, diese ständige Politisierung geht mir, sorry, auf den Sack. Und zwar gehörig. Und es zeigt sich auch hier.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.
Bitt Gott für uns, Maria.
Bitt Gott für uns, Maria.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Mir auch. Gerade dieses Links-Rechts-Schema ist völlig daneben. In sehr vielen Punkten (vor allem der Liturgie) war Johannes XXIII. sowieso viel konservativer als Johannes Paul II.Exilfranke hat geschrieben:Auch diese Diskussion zeigt, wie gespalten die Kirche ist. Was für ein Kulturkampf tobt. Wer hier die Augen von der Realität verschließt und sich "einfach nur freut" (wie bspw. User Peti, denn ich sonst für seinen Sanftmut sehr schätze), macht sich IMO mitschuldig an den derzeitigen Zuständen. Ich rede hier nicht von irgendwelchen Grabenkämpfen an den Rändern, sondern von ganz massiven Bestrebungen, die Katholiken gegeneinander aufzuhetzen und zu spalten. Selbst das offizielle Portal der katholischen Kirche Deutschland macht hier mit, stilisiert J23 zum Idol des linken Flügels, J-P2 zu dem des rechten Flügels. So macht Glauben keinen Spaß, diese ständige Politisierung geht mir, sorry, auf den Sack. Und zwar gehörig. Und es zeigt sich auch hier.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Aber war er christlicher, katholischer, allgemeiner? Hier besteht eine tiefe Gefahr, das Christliche, das Katholische, das Allgemeine durch eine inhaltsleere Worthülse zu verdrängen, zu ersetzen. Jedem mit der Kirchenleitung Betrauten, sei es Franzikus oder Bonaventura, muss es doch darum gehen, die Einheit in der Vielfalt vom ersten Anfang bis zu den neusten Entwicklungen zu bewahren.Didymus hat geschrieben:Mir auch. Gerade dieses Links-Rechts-Schema ist völlig daneben. In sehr vielen Punkten (vor allem der Liturgie) war Johannes XXIII. sowieso viel konservativer als Johannes Paul II.Exilfranke hat geschrieben:Auch diese Diskussion zeigt, wie gespalten die Kirche ist. Was für ein Kulturkampf tobt. Wer hier die Augen von der Realität verschließt und sich "einfach nur freut" (wie bspw. User Peti, denn ich sonst für seinen Sanftmut sehr schätze), macht sich IMO mitschuldig an den derzeitigen Zuständen. Ich rede hier nicht von irgendwelchen Grabenkämpfen an den Rändern, sondern von ganz massiven Bestrebungen, die Katholiken gegeneinander aufzuhetzen und zu spalten. Selbst das offizielle Portal der katholischen Kirche Deutschland macht hier mit, stilisiert J23 zum Idol des linken Flügels, J-P2 zu dem des rechten Flügels. So macht Glauben keinen Spaß, diese ständige Politisierung geht mir, sorry, auf den Sack. Und zwar gehörig. Und es zeigt sich auch hier.
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CIC_Fan
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Themenverfehlung setzen nicht genügendoverkott hat geschrieben:Die Legionäre haben mit ihrem Gründer etwas Schwierigkeiten, dass sie ihn nicht mehr verehren mögen sollen, weil weil.. aber er war sehr konkonservativ.
- Exilfranke
- Beiträge: 758
- Registriert: Samstag 23. Juni 2012, 07:23
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Wer profitiert davon? Außerdem bin ich total befremdet, wenn man versucht, ein Litrugieverständnis in politische Schubbladen zu packen. Bin ich ausländerfeindlich oder neoliberal, wenn ich gerne eine würdige Liturgie feiere? Bin ich automatisch ein Sozialist, wenn mir Weihrauch am Altar zu viel KlimBim ist? Es widert mich wirklich an und vergällt mir die Freude am Glauben. Traurig macht es mich obendrein.Didymus hat geschrieben:Mir auch. Gerade dieses Links-Rechts-Schema ist völlig daneben. In sehr vielen Punkten (vor allem der Liturgie) war Johannes XXIII. sowieso viel konservativer als Johannes Paul II.Exilfranke hat geschrieben:Auch diese Diskussion zeigt, wie gespalten die Kirche ist. Was für ein Kulturkampf tobt. Wer hier die Augen von der Realität verschließt und sich "einfach nur freut" (wie bspw. User Peti, denn ich sonst für seinen Sanftmut sehr schätze), macht sich IMO mitschuldig an den derzeitigen Zuständen. Ich rede hier nicht von irgendwelchen Grabenkämpfen an den Rändern, sondern von ganz massiven Bestrebungen, die Katholiken gegeneinander aufzuhetzen und zu spalten. Selbst das offizielle Portal der katholischen Kirche Deutschland macht hier mit, stilisiert J23 zum Idol des linken Flügels, J-P2 zu dem des rechten Flügels. So macht Glauben keinen Spaß, diese ständige Politisierung geht mir, sorry, auf den Sack. Und zwar gehörig. Und es zeigt sich auch hier.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.
Bitt Gott für uns, Maria.
Bitt Gott für uns, Maria.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Mein Vorschlag zur Güte:
Wir alle kennen doch die Redensart "Roma locuta-Causa finita"!
Wäre nicht jetzt eine willkommene Gelegenheit, sich dieses Satzes nicht nur zu erinnern, sondern ihn auch in unserer Haltung, unserem Reden, unserer Diskussionsfreude in die Tat umzusetzen?
Ich hatte immer, vor allem als Schlesier, den die Polen und, wie man nachweisen kann, vor allem die kirchliche Hierarchie unter ihnen, in ihrem seit 1945 ihnen zugesprochenen Teil Ostdeutschlands (Schlesiens), große Vorbehalte gegen eine Selig-und Heiligsprechung JPIIs. ( Max Czerwensky,Schlesien in weiter Ferne, Erinnerungen eines vertriebenen Priesters an seine Heimat. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1987).
Nun aber hat "Roma locuta-Causa finita" einen neuen Klang bekommen, nämlich den, dass nicht immer alles so verlaufen muss, wie ich es gerne hätte, sondern es ist meine Zustimmung gefordert, die ihren Grund auch in dem Versprechen findet, das ich bei meiner Weihe 1971 in feierlicher Form gegeben hatte!
Statt an der Heiligsprechung herumzumäkeln, werde ich mich bemühen, die neuen Heiligen in dem Lichte zu sehen und zu verehren, indem sie meine Mutter Kirche sieht.
+L.
Wir alle kennen doch die Redensart "Roma locuta-Causa finita"!
Wäre nicht jetzt eine willkommene Gelegenheit, sich dieses Satzes nicht nur zu erinnern, sondern ihn auch in unserer Haltung, unserem Reden, unserer Diskussionsfreude in die Tat umzusetzen?
Ich hatte immer, vor allem als Schlesier, den die Polen und, wie man nachweisen kann, vor allem die kirchliche Hierarchie unter ihnen, in ihrem seit 1945 ihnen zugesprochenen Teil Ostdeutschlands (Schlesiens), große Vorbehalte gegen eine Selig-und Heiligsprechung JPIIs. ( Max Czerwensky,Schlesien in weiter Ferne, Erinnerungen eines vertriebenen Priesters an seine Heimat. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1987).
Nun aber hat "Roma locuta-Causa finita" einen neuen Klang bekommen, nämlich den, dass nicht immer alles so verlaufen muss, wie ich es gerne hätte, sondern es ist meine Zustimmung gefordert, die ihren Grund auch in dem Versprechen findet, das ich bei meiner Weihe 1971 in feierlicher Form gegeben hatte!
Statt an der Heiligsprechung herumzumäkeln, werde ich mich bemühen, die neuen Heiligen in dem Lichte zu sehen und zu verehren, indem sie meine Mutter Kirche sieht.
+L.
Zuletzt geändert von Lupus am Dienstag 29. April 2014, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Schön , dass du mich so über- und zugleich unterschätzt.Exilfranke hat geschrieben: Wer hier die Augen von der Realität verschließt und sich "einfach nur freut" (wie bspw. User Peti, denn ich sonst für seinen Sanftmut sehr schätze), macht sich IMO mitschuldig an den derzeitigen Zuständen.
Die Freude an unserer Kirche kann man sich nur erhalten, wenn man die Wirklichkeit nicht ausblendet.
Das ist meine Erfahrung nach fast vierzig Jahren kirchlichem Dienst.
Und wenn ich mich über die Heiligsprechungen am Sonntag gefreut habe, bin ich mit sehr vielen realistischen Katholiken in guter Gesellschaft.
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney
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Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Es kann durchaus sein, lieber Peti, dass ich mich an dieser Heiligsprechung mehr erfreuen würde, wenn ich die gleichzeitige Instrumentalisierung ausblenden könnte. Letzteres fällt mir wirklich schwer, wenn selbst das offizielle, katholische Internet-Organ die beiden Päpste als "linker" und "rechter" Pontifex gegeneinander ausspielt. Nicht ich habe aus dieser Heiligsprechung ein Politikum gemacht, aber viele tuen es. Also entweder zwingt man sich, hier kritisch nachzuhaken, oder man gibt jenen die Deutungshoheit, die das Szepter des Handelns und Interpretierens an sich genommen haben.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.
Bitt Gott für uns, Maria.
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Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Vor allem die Umkehrung von rechts und links, dexter und sinister, hell und dunkel, gut und böse ist etwas wundersam.
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Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Vor allem: Wenn J-P2 schon rechts war...was war dann B16? Ach ja, ich vergaß: Hitlerjunge. Wie konnte mir das entgehen.
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Bitt Gott für uns, Maria.
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Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Lupus hat geschrieben: Statt an der Heiligsprechung herumzumäkeln, werde ich mich bemühen, die neuen Heiligen in dem Lichte zu sehen und zu verehren, indem sie meine Mutter Kirche sieht.
+L.
"Instrumentalisierungen" hat es vermutlich bei vielen Heiligsprechungen gegeben.
Ich konnte z.B. nicht verstehen , warum Josemaría Escrivá
durch Papst Johannes Paul II. 2002 heiliggesprochen wurde.
Nachdem ich mit versuchter Offenheit eine gute Biographie über ihn gelesen hatte,
sah ich ihn in einem anderen Licht.
Seitdem habe ich auch Kontakt zu einem guten Opus Dei Priester.
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney
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Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Peti hat geschrieben:Lupus hat geschrieben: Statt an der Heiligsprechung herumzumäkeln, werde ich mich bemühen, die neuen Heiligen in dem Lichte zu sehen und zu verehren, indem sie meine Mutter Kirche sieht.
+L.![]()
"Instrumentalisierungen" hat es vermutlich bei vielen Heiligsprechungen gegeben.
Ich konnte z.B. nicht verstehen , warum Josemaría Escrivá
durch Papst Johannes Paul II. 2002 heiliggesprochen wurde.
Nachdem ich mit versuchter Offenheit eine gute Biographie über ihn gelesen hatte,
sah ich ihn in einem anderen Licht.
Seitdem habe ich auch Kontakt zu einem guten Opus Dei Priester.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.
Bitt Gott für uns, Maria.
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Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Wann sind eigentlich die jeweiligen Gedenktage der beiden Päpste?
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Johannes XXIII. 11. Oktober
JPII 22. Oktober
JPII 22. Oktober
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Im Opus Dei sind nicht ständig Hitlerjungen, Pimpfe und Kriegsschäden Thema. Doch das gibt es auch, diese thematische Affinität. Aber es gibt auch katholische Priester im Werk, die sich sozial engagieren, für Mädchen und mit Menschen aus aller Welt.
Und sie engagieren sich nicht nur für sich.
Es gibt auch neben den Franziskanern, noch Jesuiten, Bistumsmitglieder, Pfarrangehörige, Bierzeltaufbauer, Freunde und Bekannte der Kirche.
Und sie engagieren sich nicht nur für sich.
Es gibt auch neben den Franziskanern, noch Jesuiten, Bistumsmitglieder, Pfarrangehörige, Bierzeltaufbauer, Freunde und Bekannte der Kirche.
Zuletzt geändert von overkott am Dienstag 29. April 2014, 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Für Johannes Paul II. ist es der 22. Oktober, für Johannes XXIII. der 11. Oktober.Clemens hat geschrieben:Wann sind eigentlich die jeweiligen Gedenktage der beiden Päpste?
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Danke!koukol hat geschrieben:Johannes XXIII. 11. Oktober
JPII 22. Oktober
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Früher hat man den Todestag als Namenstag gefeiert, weil man den Geburtstag vielfach nicht kannte. Außerdem hat man ja über Gräbern Altäre errichtet und über Altären Grabeskirchen, die auf die aufgehende Sonne gen Osten gerichtet waren. Heute spielt der Oktober im Neoformalismus eine wichtige Rolle.Gallus hat geschrieben:Für Johannes Paul II. ist es der 22. Oktober, für Johannes XXIII. der 11. Oktober.Clemens hat geschrieben:Wann sind eigentlich die jeweiligen Gedenktage der beiden Päpste?
Re: Papst Franziskus spricht Vorgänger heilig
Der 11. Oktober soll auf das "Gedächtnis" der Konzilseröffnung im Jahre 1962 hinweisen und der 22. Oktober ist der Tag der Inthronisation von JPII.overkott hat geschrieben: Früher hat man den Todestag als Namenstag gefeiert, weil man den Geburtstag vielfach nicht kannte. Außerdem hat man ja über Gräbern Altäre errichtet und über Gräbern Grabeskirchen. Heute spielt der Oktober im Neoformalismus eine wichtige Rolle.
Somit wurden indirekt das 2. Vatikanische Konzil und das Pontifikat von JPII heiliggesprochen.